Die Börsen zittern. Der Zoll-Zoff hinterlässt überall Bremsspuren in den Kursen. Musiker Willie Nelson gibt einen generellen Rat, wie du besser durchs Leben kommst:
„Wenn Du negative Gedanken durch positive Gedanken ersetzt, wirst du positive Ergebnisse erzielen.“
Das gilt natürlich auch für die Börse. Krisen kommen und gehen. Krisen bieten Chancen.
Mit den taumelnden Börsenkursen werden Aktien immer attraktiver. Ich rate zum Beispiel auf die Insiderkäufe zu schauen, um Ideen zu finden. Die Website Insiderkauf.de gibt einen guten Überblick. Hier sind die auffälligsten Käufe von Vorständen und Aufsichtsräten der vergangenen Wochen. Ich finde das faszinierend:

Bei diesen 6 Aktien sind die Insider auf der Pirsch
Hier kaufen Manager privat ihre eigenen Aktien im größeren Umfang:
- Home Depot: Die Kette für Heim- und Handwerker ist ein Aktien-Hammer. Nur wenige Blue Chips legten stärker zu als dieser Händler aus Atlanta. Gründung 1978. Im September 1981 folgte der Börsengang. Seitdem schoss das Papier um 114.000% in die Höhe. Seit etlichen Monaten ist der Kurs aber am Leiden – eine neue Chance ist das womöglich! Derzeit dümpelt das Papier bei 365 Dollar. Zum Vergleich: Der Höchststand Ende 2021 lag bei 416 Dollar. Was ist der Grund für den Kursabschlag? Die Umsätze erreichten während der Pandemie Rekorde, weil Lockdowns und Regierungsschecks zu einem Renovierungsboom führten. Nun belasten Inflation, Zölle, Konjunktursorgen und der schwächelnde US-Immobilienmarkt. Weil die Hypothenkzinsen gestiegen sind, sinken die Hauspreise. Folglich wird weniger renoviert, ge- und verkauft.
- Adobe Inc: Das Softwarehaus aus San José hat einen großen Einfluss auf unser Leben. Unternehmen, Konsumenten und Behörden nutzen Programme wie Adobe Acrobat Pro, die nahezu überall eingesetzt werden. Die Führungsspitze setzte zügig auf die KI und Cloud, während Konkurrenten zögerlich waren. Mit dem KI-Assistenten lassen sich beispielsweise clever Vorbereitungen für Meetings erstellen. Die Aktie hatte einen unglaublichen Lauf, sie legte seit dem Börsengang 1986 um 173.000% zu. Damit gehört sie zu den besten Dauerläufern weltweit. Zum Kurs von aktuell 380 Dollar scheint die Rallye aber vorerst vorbei. Vom Spitzenkurs bei 700 Dollar ist das Papier meilenweit entfernt. Dafür ist das KGV mit 18 günstig. Der Umsatz und Gewinn wächst jedoch nicht mehr so dynamisch wie einst, die Konjunktur schwächelt eben. Anleger nutzen vielleicht diesen Dämpfer, so wie es der Insider tut.
- Salesforce: Das Softwarehaus, das sich auf das Beziehungsmanagement mit Kunden spezialisiert hat (CRM), ist auch ein Renner an der Börse. Von 362 auf 270 Dollar sank nun der Kurs.
- Daimler Truck Holding: Der LKW-Hersteller aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart knickte von der Spitze bei 47,89 Euro auf 36,60 Euro ein. Auffallend war ein Insiderkauf Mitte März, als Konzernlenkerin Karin Radström zum Kurs von 40,40 Euro ein Aktienpaket für 412.500 Euro geordert hat. Die Aktie wird günstig bewertet mit einem KGV von 8. Die Dividende soll unverändert 1,90 Euro betragen. Sie bringt 5,2% Rendite. Die HV ist am 27. Mai.
- Puma: Der Schuh- und Textilhersteller hat in nur 3 Jahren 70% seines Börsenwerts vernichtet. Auweia! Der Vorstand stemmt sich mit einem Aktienrückkaufprogramm gegen den Kursverfall. Allein der neue Finanzvorstand Markus Neubrand kaufte kürzlich für rund 100.000 Euro Aktien des Sportunternehmens. Vier Tage zuvor griff der CEO Arne Freundt mit über 200.000 Euro zu.
- Deutsche Lufthansa: Die Airline-Aktie verlor innerhalb eines Monats 7% auf 6,65 Euro. Das Mehrjahrestief von 4,90 Euro ist nicht fern. Der Marktführer bringt lächerliche 8 Milliarden Euro auf die Börsenwaage. Zum Vergleich: Es gehen über 37 Milliarden Euro Umsatz durch die Bücher. Damit kommt das Umsatz-Multiple auf winzige 0,2. Das KGV beträgt läppische 6. Die Dividende steigt von 24 auf 30 Cent zur HV am 6. Mai. Größter Aktionär ist der deutsche Milliardär Klaus-Michael Kühne (87) mit 19%, der auch das Transportunternehmen Hapag-Lloyd besitzt. Kühne sieht Kurspotenzial und will die Airline wieder fit machen. Die Zahlen sahen zuletzt recht gut aus. Aber ständig neue Streiks, der Konkurrenzkampf mit den Billigairlines wie Ryanair und die zunehmende Regulierung hinterlassen Bremsspuren.
Bei SMA Solar Technology, E.on und Bayer kam es ebenfalls zu Käufen durch Insider. Der Kursverfall kann natürlich weitergehen. Eine Garantie auf steigende Kurse gibt es selbstverständlich nicht. Die Krisen können schlimmer werden. Aber solche Insideraktionen sind generell ein gutes Signal, finde ich. Was meinst du?
Vielen Dank für den Tipp mit der Website über die Insiderkäufe. Weil sie Bezug zu einem Vorhaben der Firma in der ich arbeite hat, ist mir Salesforce ins Auge gefallen. Es heißt, die Verwaltungen von Wohnungsunternehmen sollen gesetzlich verpflichtet werden, CRM Zugänge für die Kunden zur Verfügung zu stellen. Ich habe die Aktie nicht, liege auf der Lauer um eine andere Position zu erweitern aber künftig vielleicht.
Danke für den Hinweis. Das würde mich beruflich interessieren mit den Hausverwaltungen. Hast du hierzu eine Quelle? Ich habe nichts gefunden. Danke
Habe neulich an einer Präsentation vom Verband Bayer. Wohnungsunternehmen teilgenommen, da ging es um die Digitalisierung.
Es sind goldene Zeiten, aber nur für Gold und auch nur, wenn man es schon hat und nicht jetzt erst kauft.
Warum sollte man Gold nicht kaufen?
Werden denn die Unsicherheit und die anderen Entwicklungen, die zu der Goldrallye der letzten Zeit geführt haben, kurz- oder mittelfristig verschwinden?
Ich denke, der Goldpreis ist mit über 3000 $/Unze zu teuer.
Damit er weiter steigt, muß es wohl noch schlimmer kommen, aber ich glaube, schlimmer geht‘s nimmer.
Fallen wird der Goldpreis vermutlich erst mit einem anderen US-Präsidenten.
Meine goldenen Zeiten waren die goldensten Zeiten für Gold: März 2020: Siemens für 60€, TCOM für 13€, Shell für 10€, Microsoft für 130€ und ETF für Schnäppipreise :-)
Am Ende lief Gold in den letzten 5 Jahren insgesamt deutlich schlechter als Aktien – erst im letzten Jahr hat es mal Gas gegeben. Ist auch völlig ok so – soll jeder seinen Schnitt machen. Ich bleibe allerdings lieber bei Produktivkapital. Liegt z.T. aber auch daran, dass ich keinen Bock habe Edelmetalle sinnvoll versichert einzulagern.
Gold heute -2% Silber -7.5% Öl -7% Aktienmärkte sowieso alle tief rot, es gibt diese Sicherheit nicht. Wenn dann wären es Treasuries, solange darauf noch keine Zölle erhoben werden für Ausländer.
Gold -0,8%, S&P500 -4%.
Ist etwas volatil alles heute, aber du hast eine Gemeinsamkeit mit Trump, ihr beide liebt Gold.
Ich habe auch eine Gemeinschaft mit Buffett.
Wir lieben beide Aktien.
Stehen kurz vor dem CRASH !!
Der “ Irre“ löst noch eine Weltwirtschaftskrise aus !!
Wenigstens kann man sich darauf verlassen, dass er was Dummes macht. Hab extra noch die Rede gestern abgewartet, bevor ich kaufe. Hat er gut hinbekommen, endlich mal wieder etwas günstiger!
Wenn man auf eine dumme Aktion hofft, dann ist auf Trump verlass. Der bekommt das immer irgendwie hin Schwachsinn abzuliefern.
@ Heute ist ein guter KAUFTAG,...
… wenn man gezielt und limitiert Qualitätsaktien zukaufen oder neu ins Depot nehmen möchte.
Habe ein paar Limit-Aufträge für Alphabet, Adobe, Amazon und Nike erteilt. Bis auf Nike wurden bereits alle ausgeführt.
Natürlich kann es noch (deutlich) weiter abwärts gehen, aber ich bin mir absolut sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Kurse von Top-Unternehmen wieder gen Norden drehen.und auch wieder neue ATHs generieren.
Happy fishing!
LG
Was ist denn bei Nike dein Kauflimit?
…gestaffelt zwischen 50-55 USD / 45-50 EUR
So hab jetzt mal paar Aktien von Target zu je 83,81€ gekauft. Mal schauen ob das langfristig richtig war.
Habe heute als Einzeltitel Novo Nordisk gekauft. Geht bestimmt noch weiter runter aber konnte mit einer ersten halben Position nicht warten. Montag dann normaler Sparplan und bei minus rund 20 Prozent vom ATH nochmal eine extra Tranche AllWorld.
Aktuell ist ja noch nicht viel passiert…
Allerdings die höchsten Zölle seit der Weltwirtschaftskrise 1930 einzuführen ist echt ambitioniert.
Will er evtl. nach der 5. Unternehmenspleite jetzt mal ne Nummer größer in Angriff nehmen?
Vielleicht ist der Plan so perfide, dass das zum Autokratie-Weg mit dazu gehört, die Leute zu verarmen & abhängig zu machen.
v.a. die Willkür, z.B. die Schweiz erhebe 62% Zölle sagt er, effektiv sind es weniger als 3% (Industrie ist es nichts sind nur paar landwirtschaftliche Produkte, Mehrwertsteuer auch tief), dieser „inner Circle“ der aktuell das Sagen hat ist schon ziemlich verrückt.
@Bruno
Ich befürchte leider, dass es nicht nur verrückt & dumm ist, sondern ein verrückter, böswilliger Plan.
Anscheinend nur ein ganz enger Kreis der die Details kannte, DOJ und DOT wussten so gut wie nix, und ist jemandem aufgefallen, dass Russland keine Zölle abdrücken muss? Ukraine hingegen schon.
Zur Schweiz und Zöllen: „Long Island Watch“ hat gestern in einem Video auf YT einmal anhand kleiner Beispiele durchgerechnet, wie hoch die Zollbelastung auf Uhren vor dem „liberation day“ ausfiel, und wo sie jetzt liegt.
Eine deutliche Steigerung.
Und da nicht nur Uhren sondern eine Vielzahl von Gütern in die USA importiert werden und diese vergleichbar oder höher belastet werden, wird die Preissteigerung massiv ausfallen.
Ob die Importeure bereit sind, diese Preise zu Lasten ihrer Margen selbst zu tragen, oder ob sie diese an die Kunden weitergeben ist die Wahl zwischen Pest = Ergebnisrückgang und Cholera = Inflation.
@Martin
Das Problem ist doch, dass dies Wildwest Ökonomie ist (alle renommierten Oekonomen kritisieren das), sie haben die Handelsbilanz Differenz gerechnet vom reinen Warenhandel, aber nicht nur jene Waren, die von Zöllen betroffen sind, sondern generell. Dienstleistungen ausgenommen. Und das gibt dann ein Prozentsatz und das nennt Trump „Zölle“ dividiert durch 2, weil er ja so grosszügig ist.
Am Beispiel Schweiz, sie importiert v.a. Dienstleistungen aus den USA (deutlich mehr natürlich als umgekehrt, die ganzen IT Leistungen), das wird ausgerechnet, Pharma wird dann wieder eingerechnet ob wohl es nicht betroffen ist, abstruse Berechnungen. Für Trump war wohl primär die Lebensmittel ein Problem, wir exportieren ein bisschen Käse, importieren aber nicht so viel, er will dass wir viel US Beef etc. importieren oder US Autos, aber wenn dieses Zeugs hier niemand will? Auf der andern Seite exportieren wir Hightech Maschinen und sonstige Spezialdinge, wo sie nicht so einfach selber herstellen können, d.h. die Folge wird entweder sein, Downgrade oder Inflation.
Effektive Zölle für US Importe liegen unter 3% (von Lebensmitteln), bei Industrieprodukten und Dienstleistungen sind Zölle längst aufgehoben. Mehrwertsteuer ist auch sehr tief. Aber darum geht es nicht, da hat einer (Musk?) in Bloomberg einfach paar Zahlen genommen und mit KI eine Tabelle erstellt und das ist es dann.
Generell wird das Ganze, wenn so hart durchgesetzt über lange Zeit zu einem Desaster führen, man kann ja schauen, wie das damals in den 30ern lief, ist das gleiche Rezept.
Eine Rolex (die Amis lieben sie heiß) wird für die US-Bürger jetzt um 31% teurer? Ok, ein Luxusproblem, aber nur so als Beispiel.
„König Donald Trump““ ist nur mit selbigen Waffen zu schlagen !!
Die EU hat fast das gleiche Wirtschaftsvolumen wie die USA !
Die Gegenzölle beinhalten einen Wert von über 280 Milliarden Euro !
Das weiß auch ;;Mr President ;;
Wird die ;; Liste ausgepackt ; wird ,sein “ Spatzenhirn“ das registrieren …oder auch nicht °°