Celsius Holdings stürzt ab: Ist der Kursrutsch beim Energydrink-Überflieger jetzt eine Chance?

Hier an der Wall Street wechseln die Stimmungen oft schneller als das Wetter. Ein perfektes Beispiel liefert gerade Celsius Holdings. Die Aktie des Energydrink-Herstellers, die sich auch in meinem Depot befindet, hat nach der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal 2026 einen massiven Rückschlag erlitten. Der Kurs rutschte zeitweise um gut 18 Prozent ab und fiel in den Bereich von 24 bis 27 Dollar.

Ein Follower hat mich auf den Kursrutsch am Donnerstag hingewiesen. An diesem Freitag ging die Aktie aber wieder flott nach oben. Freilich ist das Papier immer noch ein guter Kauf. Schau dir in diesem Artikel an, warum das so ist!

Doch was steckt hinter dem plötzlichen Ausverkauf? Und warum bietet sich für uns Buy-and-Hold-Anleger jetzt eine Einstiegschance?

Die Zahlen im Überblick: Ein seltener Patzer 

Auf den ersten Blick sieht das Wachstum noch solide aus: So stieg der Umsatz im zweiten Quartal um rund 11 Prozent auf 817,9 Millionen Dollar. Allerdings hatten sich die Analysten deutlich mehr erhofft – die Erwartungen lagen bei rund 886 Millionen Dollar. Auch beim bereinigten Gewinn pro Aktie verfehlte Celsius mit 0,36 Dollar die Konsensschätzungen von 0,42 Dollar.

Der eigentliche Schmerzpunkt liegt jedoch im Detail: Die Kernmarke „CELSIUS“ verzeichnete einen unerwarteten Umsatzrückgang von rund 12 Prozent. Für ein Unternehmen, das in den letzten Jahren durch explosives Wachstum glänzte und der Konkurrenz Marktanteile abjagte, ist das eine bittere Pille. Genau das hat die Wal Street geschockt.

Hausgemachte Probleme statt Nachfragekrise 

Interessant ist der Grund für den Rückgang. Es handelt sich offenbar nicht um eine plötzliche Abkehr der Konsumenten, sondern um hausgemachte Fehler. CEO John Fieldly räumte im Earnings Call unumwunden ein, dass er bei der Bereinigung der Produktpalette (der sogenannten SKU Rationalization) „zu tief“ geschnitten habe. Man wollte die Sortimentsvielfalt straffen, hat dabei aber offenbar zu viele Varianten aus den Regalen genommen. Hinzu kamen ein Bestandsabbau beim Vertriebspartner PepsiCo und deutlich höhere Ausgaben für Werbeaktionen.

Es gibt in den Quartalszahlen aber auch deutliche Lichtblicke: Die Marke Alani Nu legte um beeindruckende 21 Prozent im Umsatz auf über 364 Millionen Dollar zu und überschritt im ersten Halbjahr die Marke von einer Milliarde Dollar im Einzelhandel. Auch die Integration von Rockstar Energy trägt mit 66 Millionen Dollar Umsatz bereits Früchte und untermauert die Stärke des nun breiter aufgestellten Portfolios.

Fazit: Chance für geduldige Anleger 

Der Markt straft solche kurzfristigen Verfehlungen gnadenlos ab, was sich in einer regelrechten Panik entladen hat. Die Probleme scheinen jedoch rein operativer Natur und lösbar zu sein – das Management hat den Fehler beim Sortiment bereits erkannt und will gegensteuern.

Als langfristiger Investor lasse ich mich von solchen Quartalsdellen nicht aus der Ruhe bringen. Ähnlich wie bei meinem anderen Depotwert aus dem Getränkesektor, Monster Beverage, ist im Energy-Markt langfristiges Denken gefragt. Zwar steht hier im Gegensatz zu vielen meiner anderen Werte kein Dividendenwachstum im Vordergrund, doch der fundamentale Trend hin zu funktionalen Energy-Alternativen bleibt intakt. Das vorausschauende KGV ist bei Celsius auf rund 18 gesunken, für einen Wachstumswert ist das wenig. Auch ist das Umsatz-Vielfache mit 2,5 nicht mehr teuer. Zwischenzeitlich stand diese Kennzahl schon bei über 8. Also derzeit bietet sich echt eine Chance.

Wer auf das langfristige Potenzial setzt, sieht in dem aktuellen Ausverkauf durchaus eine Gelegenheit, sich günstig einzukaufen. Geduld bleibt an der Börse eben die wichtigste Währung.

An Celsius ist immerhin PepsiCo mit 11% beteiligt. Im Ausland ist der Energydrink-Anbieter bislang kaum. Das Potential außerhalb der USA ist massiv. Das Ausland dürfte über kurz oder lang aufgerollt werden. In den USA beträgt der Marktanteil schon 20%.

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