Wie Sie ein erfolgreicher Anleger werden


New York, 8. September 2016
Warren Buffett: Er kauft Qualitätsaktien, die aus der Mode gekommen sind, weil sie ein paar schwache Quartale oder ein Problem haben. Wenn alle wegrennen, greift er zu. Er ist von der langfristigen Perspektive des Unternehmens überzeugt. Er nutzt die vorübergehende Schwächem, um billig einzusteigen. Anschließend stockt er seine Position auf. Er ist ein Schnäppchenjäger. Er mag Burggrabenaktien. Nicht nur an der Börse ist er ein Pfennigfuchser, auch privat. Besitzt er ein Asset (Aktie, Firma oder Immobilie), hat er eine enorme Geduld. Dekaden lang hält er seinen Lieblingen die Treue.

Warren Buffett kauft Qualitätsaktien, die aus der Mode gekommen sind. Beispielweise wenn sie ein paar schwache Quartale haben: Apple! Wenn alle wegrennen, greift er zu. Er ist dann von der langfristigen Perspektive des Unternehmens überzeugt. Das Genie nutzt die vorübergehende Schwäche, um billig einzusteigen. Anschließend stockt er seine Position auf. Er mag Burggrabenaktien wie Wells Fargo, Coca-Cola oder Kraft-Heinz. Nicht nur an der Börse ist er ein Pfennigfuchser, auch privat. Besitzt er ein Asset (Aktie, Firma oder Immobilie), hat er eine enorme Geduld. Dekaden  hält er seinen Lieblingen die Treue.

Kaufen Sie nur Aktien, wenn Sie lange Zeit haben. Sie sollten mindestens fünf Jahre durchhalten können. Besser sind zehn Jahre oder mehrere Dekaden. Wenn Sie eingestiegen sind, lassen Sie sich nicht nervös machen. Es ist aufgrund der Volatilität völlig normal, wenn der Kurs unter Ihren Einstandskurs rutscht. Halten Sie durch. Wenn Sie auf Qualitätsaktien setzen, brauchen Sie keine Angst haben. Dann ist die Zeit Ihr Freund.

Warren Buffett stieg im ersten Quartal bei Apple ein. Der Kurs rutschte unter seinen Einstiegskurs. Im zweiten Quartal kaufte Buffett weitere Apple-Aktien dazu. Er verbilligte. Ähnlich ging er bei IBM vor. Er stockt gerne das Aktienpaket auf, wenn er im Minus liegt.

Langfristig schneiden Burggrabenaktien gut ab. Kurzfristig sind die Aktienrenditen allerdings volatil. Es liegt an Unsicherheiten, schwachen Quartalen, Angst, Zielverfehlungen…

Überlegen sind an der Börse grundsätzlich Value- und Dividenden-Strategien. Wobei Dividendenaktien derzeit in Mode gekommen sind. Insofern sollten Sie nicht in eine Dividendeneuphorie verfallen.

Finanzprofessor Jeremy Siegel schreibt in seinem Bestseller „Aktien für die Ewigkeit“:

Historische Studien zeigen, dass Investoren höhere Renditen ohne zusätzliche Risiken erreichen können, wenn sie sich auf Faktoren konzentrieren, die mit der Bewertung von Unternehmen zu tun haben. Die Dividendenrendite war ein solcher Faktor, das KGV ein weiterer. Im Lauf der Zeit haben Portfolios aus Aktien mit höheren Dividendenrenditen, niedrigeren KGVs und geringerer Liquidität den Gesamtmarkt stärker abgehängt (…)

Wo finden Sie die Value-Aktien? Es sind Branchen, die nicht im Fokus der Meute stehen. Ich denke im Bereich der Finanzen, Öl, Bergbau, Auto finden Sie Value-Aktien. Siegel schreibt:

Value-Aktien gehören meist Branchen wie Öl, Automobile, Finanzen und Energieversorgung an. Hier machen sich die Anleger wenig Hoffnung auf zukünftiges Wachstum und glauben, dass die Gewinne stark mit dem Konjunkturzyklus verbunden sind. Dagegen findet man Wachstums-Aktien meist in Branchen wie Technologie, Marken-Konsumprodukte und Gesundheit. Hier erwarten die Anleger, dass die Gewinne entweder schnell steigen oder weniger vom Konjunkturzyklus abhängig sind.

Ich würde es so zusammenfassen: Kaufen Sie großartige Unternehmen zu einem fairen Preis. Wenn ein Erfolgsunternehmen wie Apple oder IBM in Turbulenzen kurzfristig gerät, aber das Problem über kurz oder lang in den Griff bekommt, sind die Kursturbulenzen ein Geschenk. Value-Anleger wissen solche Situationen zu schätzen. Mit großen Value-Aktien konnten Sie im langen Schnitt 11,2 Prozent annualisiert verdienen, und zwar gemessen seit den 1930er Jahren.

Wer sich mit Buffett beschäftigt, merkt, dass er stetig investiert. Jeden Monat geht er neue Investments ein. ( Das sollten Sie auch tun.) Etliche seiner Kernpositionen stockt er auf. Etwa Wells Fargo, IBM oder die Raffinerie Phillips 66. Seine Wetten sind übrigens konzentriert – entgegen des allgemeinen Rats breit zu streuen.

Die meisten Anleger sind indes bei der Auswahl einzelner Aktien überfordert. Sie folgen ihren Gefühlen, anstatt den rationalen Verstand bei der Auswahl einzusetzen. Für sie gilt: Sie sind besser mit einem ETF aufgehoben, den sie monatlich stur und stetig besparen.

Das Traden bringt wenig. Ihnen geht es dann so, wie diesem Shopper im Supermarkt, der die schnellste Kasse sucht und ständig hin und her springt. Einfach geduldig stehen zu bleiben hätte mehr gebracht:

Ich kaufe Qualitätsaktien und behalte sie für die Ewigkeit. Ich habe natürlich Fehler gemacht. Ich habe ein paar Leichen im Depot. Das gehört zur Börse dazu. Das ist völlig normal. Das sollte Sie nicht verunsichern. Ein paar Firmen gehen eben in Flammen auf.

Weil ich meine Aktien nie mehr verkaufe, ist meine Rente sicher dank der passiven Einkommensströme (Dividenden).

Weil ich meine Aktien nie mehr verkaufe, ist meine Rente sicher dank der passiven Einkommensströme (Dividenden). Ich brauche mir dann nicht vor lauter Sorgen einen langen Bart wachsen zu lassen.

PS: Hier fasse ich noch mal meine Strategie zusammen, die ich von Herrn Buffett abgekupfert habe:


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Wie Sie ein erfolgreicher Anleger werden

  1. Walter L.

    Hallo Tim,

    wirklich ein toller Blog und ich lese deine Beiträge wirklich sehr gerne. Zugleich sind sie auch immer wieder sehr motivierend – auch wenn ich mit meinem Depot erst am „Anfang“ stehe, aber ich habe ja noch ein paar Jahre Zeit 😉

    Ich habe mal noch eine Frage an die Dividenden-Sammler bei Lynx bzw. Interactive Brokers. Speziell geht es um US Aktien. Bei Lynx steht auf dem Auszug die abgeführte Steuer als Withholding Tax. Kann mir jemand sagen, in welches Feld ich diese bei der Steuererklärung in der Anlage KAP (Feld 50,51 oder ??) eintragen muss? Wäre super, da es das erste mal mit Lynx in Sachen Steuer für mich ist. Danke schon mal vorab.

    Viele Grüße

    Walter

     

  2. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Walter,

    nur ganz kurz dazu. Ich meine Zeile 51 im Papierformular. Weiß jetzt nicht, was das bei „Elster“ ist.

    Das sind anrechenbare noch nicht angerechnete ausländische Steuern, nachdem Du die ausländischen Erträge die noch keiner Versteuerung unterlagen in Zeile 38 eingetragen hast.

    MS

  3. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Walter

    Danke Walter für den Zuspruch. Ich versuche mich am Leser zu orientieren. Ich denke: „Was mag dem Leser am meisten helfen?“

     

    @ Matthias

    Danke für Deine schnelle Hilfe. Du hast ganz schön was auf dem Kasten.

  4. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tim,

    Danke, aber das täuscht. Ich habe im Prinzip auch nur Ahnung von dem, was ich halt für mich brauche. Es kommt darauf an, dass man das, womit man sich beschäftigt und was man tun will, so gut es geht auch versteht.

    Da ich nicht nur nebenbei ein paar Standardaktien laufen lassen will, sondern mich verschiedene Sachen einfach auch wirklich interessieren, da versuche ich dann das so halbwegs zu verstehen. Meistens sind das keine quälenden Pflichten, sondern (seltsamerweise) interessiert mich das heutzutage wirklich.

    Dich beneide (ist eigentlich nicht das richtige Wort) um die vielen Kontakte und Gespräche aus erster Hand in der oberen Finanzwelt. Aber dazu müsste ich erstmal gescheit Englisch trainieren. Das reicht auch nur für den Hausgebrauch.

    MS

  5. Konrad

    Hallo Tim,

    allgemein wird ja empfohlen, schön zu streuen und zu diversifizieren. Das rät Buffet ja eigentlich auch der Allgemeinheit („S&P500 kaufen und fertig“). Damit sollte man relativ gut fahren und die meisten aktiven „Manager“ hinter sich lassen.

    Tim, wie stehst Du dazu? Streuen oder konzentrieren? Oder gerne die Frage auch an die Runde.   …hängt wahrscheinlich mit der Risikobereitschaft zusammen und dem „gut schlafen können“.

     

  6. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Matthias

    Ach die englische Sprache lernt man, wenn man sie häufig gebraucht, automatisch. Da kann ich mich gar nicht gegen wehren.

     

    @ Konrad

    Streung halte ich für wichtig.

  7. Slazenger

    @Konrad

    wenn es dein Kapital hergibt in Einzelwerte investieren und so gut es geht streuen , ich denke 30-40 Einzelwerte reichen da. Bei kleineren Summen in 2-3 ETF investieren! Reicht! Aber alles so wie Tim auch schreibt ausschließlich langfristig gesehen!

  8. AlexanderAlexander

    Ich bin der Meinung, dass 10 – 15 Unternehmen langen, auch wenn ich mehr im Depot habe. Das hat aber andere Gründe. Letztendlich ist es aber Geschmacksache. Dem einen langen 10 Werte, der andere erfreut sich an 100 und mehr unterschiedliche Aktien.

  9. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Konrad,

    ich gehe da nicht zu akademisch vor. Also ich sage mir nicht; jetzt habe ich von dem Sektor – Region – Währung x% zu viel oder zu wenig…

    Ich gehe einfach meinen Vorstellungen und Vorlieben nach. Das ist natürlich kein Lehrbuch. Man sollte es anders machen, wenn man es genau machen will. Aber ich mache das nicht. Ich mache was ich will! 😉

    Dafür muss ich auch manchmal leiden, momentan läuft es aber überdurchschnittlich gut.

    Heute rennen die Ölwerte, weil die Lagerbestände mal unerwartet um 14,5 Mio Barrel gesunken sind. Aber von Rekordständen! Na ja, das hat kurze Beine.

    Jede(r) muss seinen/ihren Stil finden, damit man glücklich wird.

    Hier meine „Allocations“! (Auf dem Bild muss es natürlich „Performer“ und „performed“ heißen („r“ vergessen), mache es aber nicht neu. 🙁

    Kein Vorbild, aber ich will es so. Anzahl Positionen dürften es über 100 sein, denke ich. Muss mal wieder nachzählen… 😉

    MS

  10. Markus

    @Matthias

    Hast Du das Schaubild auch über 10 – 15 Jahre mit internen Zinsfuß unter Berücksichtigung aller Depot- Zu- und Abflüsse, Kosten & Steuern? 😉

  11. Fabian S.

    Hallo Tim,

    ich verstehe nicht wieso Du immer sagst, dass Buffett Apple gekauft hat, wenn das seine potentiellen Nachfolger waren, daher auch das kleine Volumen 😉

     

    Und IBM würde ich auch nicht mit Apple vergleichen, denn IBM ist ein Aristokrat und dieses Unternehemen gibt es auch schon ewig. Außerdem tut sich Buffett ja schwer mit Technologie-Aktien.

     

    Außerdem hat Buffett in der Regel die meisten der sogenannten“Big Five“ zum Schnäppchenpreis gekauft und wie bei der Washington Post 10 Jahre auf den richtigen Preis gewartet.

  12. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Markus,

    Du Schlingel… 😉

    Natürlich nicht. Ich habe keine Ahnung wie ich konkret seit Anfang an (ca. 2000!) im Rennen liege. Ich kann das wirklich nicht sagen. Ich habe gefühlt viel wieder gut gemacht von den ersten herben Verlusten 2002/03, bzw. over all gut im Plus.

    Ich habe aber keine Ahnung wie viel ich jemals eingezahlt habe und im Endeffekt darauf Rendite habe.

    Am Anfang war ich noch bei der Sparkasse. Dann zu S-Broker, dann zu Flatex, dann zusätzlich zu Lynx. Zwischendurch mal etliche Tausender an alten Klassik-Fonds verkauft mit steuerfreiem Gewinn für Autokauf, Neuanlage bei Lynx usw. Darüber habe ich nie Buch geführt. Ich kann auch nicht sagen wie G/V-Bilanz beim Depotwechsel übernommen wurde, wahrscheinlich gar nicht. Ich habe es jedenfalls nicht Buch geführt.

    Wie Lynx rechnet, weiß ich auch nicht. Seit Anfang Depot bin ich schlechter als der Index, aber habe die erste Zeit auch nichts gemacht.

    Jetzt habe ich mich langsam warm gelaufen. 😉 Und wenn es schlecht läuft, dann halte ich mich an die Weisheiten der „Buy-and-Holder“, und schaue einfach nicht ins Depot. Wenn es prima läuft, dann ergötze ich mich 5 mal am Tag an einem Blick auf grüne Zahlen!

    Ich schaue nur, dass es so gut wie ich es hin bekomme, irgendwie ins Laufen kommt. Ich scheue mich auch nicht, aussichtslose Leichen abzuschreiben, und möglichst noch zu verkaufen um den Verlust wenigstens den Gewinnen anrechnen zu können. Erst vor paar Wochen habe ich einen kanadischen Ölwert (Pleite) mit Verlust von knapp 3.000 CAD ausradiert.

    Da halte ich mich an das Rheinische Grundgesetz (Artikel 4): „Wat fott es, es fott.“

    MS

  13. morphyencore

    Hallo Tim,

    Super, dass Du aus dem Buch von Jeremy Siegel zitierst.

    Bin gerade dabei die neueste Ausgabe zu lesen. Bin absolut begeistert. Ich habe noch nie ein so fundiertes Buch über die Börse gelesen. Hat einen unglaublichen wissenschaftlichen Tiefgang und ist daher eher für den Fortgeschrittenen und nicht für den Anfänger geeignet. Allerdings finde ich die deutsche Übersetzung nicht so gelungen, so dass ich das englische Original bevorzuge.

    Kennst Du noch irgendwelche guten Börsenbücher in den USA, die das Thema Börse so tiefgehend und objektiv beleuchten? Die Bücher, die in Deutschland auf dem Markt sind, sind in der Regel zu oberflächlich und meist auch zu reisserisch gehalten (Alles ist schlecht, der Weltuntergang und der Crash kommen usw.).

    Gruss,

    Thomas

     

     

     

     

  14. Christoph

    @Fabian: Ich denke er schreibt Buffet, weil Buffet einfach der Chef ist. Somit können die Leser einfach den Kauf gleich zuordnen. Korrekt wäre Berkshire gewesen. Aber ist ja nicht wirklich wichtig. Und ich denke Buffett wird sicherlich sein OK gegeben haben.

    @Matthias: Ich schaue jeden Abend CNBC. So komme ich wieder mehr ins englische rein. Verstehe nicht alles aber ca 80%. Und je mehr ich schaue desto einfacher wird es. Dazu gibt es tolle Sendungen wie half time report http://www.cnbc.com/halftime/

     

    @Tim: Was ich nicht verstehe: Du rätst ja jeden Monat zu kaufen, selbst aber kaufst du nur einmal im Jahr. Eigentlich ist das ja widersprüchlich. Ich selbst finde stetig kaufen auch den bestes Weg.

    Diesen Artikel fand ich gut. VIeles kann man da übernehmen: http://www.finanzen.net/nachricht/fonds/Euro-am-Sonntag-Interview-Fonds-Genie-Dudding-Nenne-meine-Fonds-34-Get-Rich-Slow-34-5065262

     

     

     

  15. Markus

    @Matthias

    Sorry, nachdem mich Oli schon als kritischer Kritiker geoutet hat, lebt es sich völlig ungeniert. 😉

    Ich habe halt ein Faible für langfristige Daten (halte ich für relevanter) nach Steuern und Kosten.

    Zudem vermute ich, dass viele Vergleiche und Benchmarking mit unkorrekten Variablen von uns Privatanlegern betrieben wird (Verkäufe von den Pleitegeiern fallen z. B. bei vielen Depotbanken nicht mehr auf, da einfach nicht mehr im Depot…). Weitere Punkte sind Steuern, Kosten, Zeitpunkte der Zu- und Abflüsse, geometrische Berechnung, arithmetische Berechnung, Zeitgewichtet, Wertgewichtet, interner Zinsfuß usw.

    Da wird dann viel Aufhebens um Depotvergleiche, Renditevergleiche usw. betrieben und die Grundvariablen sind sehr verschieden.

    Beim Bild-Blättle der Anlegerzeitschriften vermisse ich seit Jahren bei Ihren alpha-Strategien eine Kosten und Steuerberücksichtigung…

    Ein Schelm wer da genauer hinterfrägt… 😉

    Was hältst Du denn vom großen Gerson (anderer Themenbereich)?

  16. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Markus,

    Gerson Who? Sagt mir gerade nix. Muss jetzt wieder auf die Autobahn.

    Schönen Tag noch!

    MS

  17. Markus

    @morphyencore

    Werden denn in dem neuesten J. Siegel Buch im Gegensatz zu den älteren Ausgaben inzwischen Steuern & Kosten mehr thematisiert, wenn es so wissenschaftlich geschrieben ist?

    In „Überlegen Investieren“ wurde das Thema m. E. so gut wie gar nicht thematisiert.

  18. morphyencore

    @Markus

    „Werden denn in dem neuesten J. Siegel Buch im Gegensatz zu den älteren Ausgaben inzwischen Steuern & Kosten mehr thematisiert, wenn es so wissenschaftlich geschrieben ist?“

    Mit den Steuern ist es immer so eine Sache: Die sind in jedem Land verschieden und die Steuergesetze ändern sich auch stetig. Meiner Meinung werden aber die für eine Privatinvestor benötigten Punkte beschrieben.

    Der wichtigste Punkt, den man bzgl. Steuern wissen muss ist, dass Kursgewinne erst bei der Realisierung fällig werden (Steuerstundung, also bei langer Haltedauer erst nach vielen Jahren) im Gegensatz zu Dividenden und Zinserträgen. Der effektive Steuersatz sinkt dadurch. Es ist wichtig, diesen Punkt absolut zu verinnerlichen. Dieser Steuerstundungseffekt ist auch ein wichtiger Vorteil der Buy&Hold Strategie, da hierbei während der Haltedauer noch keine Erträge auf Kursgewinne anfallen, so dass der Zinsenzinseffekt besser für einen arbeitet. Langfristig ist das ein großer Vorteil, was man sich an entsprechenden Beispielrechnungen anschauen kann. Ich bin daher absoluter Fan von Buy&Hold. Bzgl. Steuerstundung sollte man als Investor weiterhin noch wissen, dass hierdurch Aktienrückkäufe gegenüber Dividendenzahlungen begünstigt werden, da bei Dividendenzahlungen die Steuern ja direkt anfallen (das ist für mich ein wenig Schade, da ich doch ein Freund der Dividenstrategie bin).

    Noch ein wichtiger Punkt ist die Inflation. Je höher die Inflation, desto höher die Steuerlast auf die realen Renditen, da die Steuern ja immer auf die nominalen Gewinne erhoben werden. Gegenwärtig ist die Inflation sehr niedrig, aber das kann sich natürlich wieder schnell ändern.

    Gruss,

    Thomas

  19. Slazenger

    @Matthias Schneider

    Hallo, mich würde mal interessieren, wieviel Zeit investierst du so ca. Monatlich für die Informationsbeschaffung der Aktien die du im Focus hast? Du investierst ja doch auch viel in weniger bekannte Werte?  Und wenn du möchtest aus welchen Quellen ziehst du bevorzugt deine Infos? Bin ähnlich lange an der Börse wie du, seit 1998, bzw. erste Versuche hab ich auch schon wenig erfogreich anfang der Neunziger gemacht!

  20. Markus

    @Thomas

    „Dieser Steuerstundungseffekt ist auch ein wichtiger Vorteil der Buy&Hold Strategie, da hierbei während der Haltedauer noch keine Erträge auf Kursgewinne anfallen, so dass der Zinsenzinseffekt besser für einen arbeitet.“

    Ja, das ist korrekt und wird trotzdem von vielen nicht beachtet. Bei Einzelwerten wird die Versuchung größer sein, zu switchen weil man plötzlich denkt, das Geschäftsmodell ist angreifbar, das Produkt flopt, Discounter graben Marktanteile ab, Rohstoffe oder Branchen sind ersetzbar, Umsatz und Gewinn entwickeln sich über ein paar Jahre schlechter als zu früheren Zeiten, Marktsättigung, Manager-Fehlentscheidungen, schöpferische Kraft der Zerstörung durch Neuerungen etc.

    Auch die Aussage, dass der Steuerdschungel je nach Land sehr unterschiedlich ist, ist korrekt. Trotzdem wenn es dauerhaft überlegene Strategien gibt, werden diese oft von den Profi`s, Alo`s, Alladin etc. sehr sehr häufig wegarbitriert, da es sehr gut ausgebildete Leute gibt, die tagtäglich nichts anderes machen, als die eierlegende Wollmichsau zu finden, die mehr Rendite bei gleichzeitig weniger Risiko garantiert oder wahrscheinlicher macht…

    Viele alpha-Strategien erfordern mehr Handeln und erzwingen zwangsläufig höhere Kosten. Diese müssen erst erwirtschaftet werden.

    Nach Kosten und Steuern gibt es extrem wenige Portolio`s die über einen verlässlich langen Zeitraum, risikoadjustiert besser als der entsprechende passende Markt (z. B. im small cap – Value-Segment) performen.

    Das ist momentan Stand der Wissenschaft.

    Ob J. Siegel jetzt einen neuen gefunden hat?

    Was sind denn die Grundaussagen des neuen Buches, bzw. proklamiert er wieder Altria, Nestlè, Coke, Colgate etc. als El-Dorado-Aktien?

     

  21. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Slazenger,

    es ist eher nicht so, dass ich eine Aktie, die ich mir kaufe, bis dato unbekannt war, und ich sie dann erst anschaue vor dem Kauf.

    Durch die tägliche Lektüre in Foren, Blogs usw. begegnen einem viele Sachen, die man einfach dann im Kopf behält. Ich schaue gern in ETFs rein, und frage mich dann warum er diese oder jene Aktien hält.

    Ich gehe auch einfach mal alles in einem bestimmten Rahmen von einem Land durch (im Prinzip interessiert mich verstärkt ja nur US/Canada, jetzt wieder Australien, z.T. Südamerika. Asien werde ich immer weiterhin nur ETFs nehmen. Japan ist eh nix zu holen an Dividenden). Dazu nehme ich immer 4-Traders, hier man alles von Aus/NZ. Bei vielen Seiten lohnt sich die kostenlose Registrierung.

    Seeking Alpha ist eigentlich ein „must read“ (ich öffne immer gleich mit „Dividend & Income“). Ich folge vielen Autoren, die auf entsprechende Themen spezialisiert sind. Für REITs der Brad Thomas, für BDCs der BDC Buzz, für CEFs der Left Banker.

    Wenn ich irgendwelche Werte nicht vergessen will, dann setze ich dort auf die Liste, und man wird über neue Artikel informiert.

    Im Prinzip entscheide ich ständig, was eine Aktie für mich ist. Die läuft dann immer im Gedächtnis mit. Ich würde täglich welche kaufen können. Es geht immer nur darum, wann ist wieder Cash da, und welcher Wert ist mir von den gemerkten/notierte (altmodisch auf Papier) dann gerade am liebsten.

    Ich will z.B. gern die NWC (North West Company) haben. Bisher immer zu teuer, bzw. kein echter Kaufzwang gesehen. Das ist so eine Ladenketten Company, die in den entlegenen Gebieten Canadas die Versorgung mit dem nötigsten machen. Jetzt sind die gerade eingeknickt, aber ich kenne den Grund nicht. Muss ich mal sehen.

    Ich verstehe, dass so kleine Werte den meisten unbekannt sind, aber wenn man sich ständig in der Materie bewegt, dann sind einem natürlich bekannt. 😉

    Na ja, wie gesagt. Ob ich eine Aktie mag, das entscheidet sich so nebenher. Wenn ich Gelegenheit, sprich Kohle habe, dann ist das geschwätzt. Dann schaue ich nicht mehr. Dann nehme ich eine, nach der mir gerade der Sinn am meisten steht.

    Das viele analysieren ist doch eh für die Katz. Man liest nur das, was Millionen andere auch schon wissen und gelesen haben. Dementsprechend ist der Preis.

    Was kommt, das wäre interessant zu wissen, ist aber Glückssache. Ich hatte ja neulich die kleine Rocky Mountain Dealerships gewollt. Die Zahlen waren super, und der Markt hat sie gekauft. Aber das sieht man ja nicht in vergangenen Zahlen. Hätte genauso einen Einbruch geben können.

    Ich bilde mir nicht ein, irgend etwas aus alten Zahlen für die Zukunft deuten zu können. Wenn eine Aktie für meinen Geschmack zu hoch bewertet ist, dann nehme ich sie nicht, auch wenn es toller Wert ist. Ich bezahle kein erhofftes Wachstum. Wenn also eine Aktie 10 Jahre p+/- paar Prozent immer um KGV gehandelt wurde, und jetzt hat sie 25 oder 30, dann kann ich es erwarten.

    Na ja, habe bestimmt einiges vergessen, was ich schreiben wollte. Bin aber gerade von der Schlacht auf der A8 rein. Muss jetzt ein Weissbier auf Balkonien genießen.

    MS

    Nachtrag, ich habe z.B. den Fund EIT.UN (momentan nicht die beste Wahl, aber hat sich schon bezahlt gemacht, habe nicht teuer gekauft). Wenn ich da rein schaue, dann sehe ich z.B auf Seite 14 des PDF die Firmen Keyera oder Peyto (nur so als Beispiel). Da schaue ich dann auf deren Seite, ob die mir als Einzelfirma was taugen könnten. Ab und zu ist mal was dabei, was mich einfach anspricht. Na ja, so in der Art halt.

  22. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Fabian S.

    Ich finde, Apple ist ein gutes Beispiel, weil jeder die Firma und seine Produkte kennt. Ich erwähne das jetzt, weil es ein aktuelles Beispiel ist, das jeder versteht. Ich würde das nicht überbewerten.

     

    @ Thomas

    Ich finde das Buch von Ben Graham „Intelligent Investieren“ richtig gut.

     

    @ Christoph

    Ja, ich rate stetig zu investieren. Ich reinvestiere meine Dividenden automatisch. Das geht stetig über die Bühne mit einem DRIP-Plan. Daneben kaufe ich meist nur im Frühjahr (ein Mal im Jahr) Aktien. Wir Menschen sind voller Widersprüche, nicht wahr? Es gibt nicht den perfekten Anleger. Selbst Buffett und Soros machen jede Menge Fehler.

  23. Slazenger

    Danke an Matthias für dein ausführliches Statement! Gut erklärt! Laß dir dein Weizen schmecken!

    Gutes Wochende

  24. K.

    Man könnte stetig investieren ja auch mit regelmäßig investieren gleichsetzen. Ob regelmäßig einmal pro Jahr oder einmal im Monat ist, bleibt jedem überlassen.

    Regelmäßige Kirchgänger sind auch jene die einmal im Jahr zu Weihnachten in der Kirche sitzen….

    Damit es zu Beginn leichter fällt und man nicht in Versuch gerät das angesparte Geld für den Einmal-pro-Jahr-Kauf wieder zu verpulvern macht monatlich für „Anfänger“ sicher Sinn. Es ist etwas Psychologie dabei.
    Hat man sich aber mit dem langfristigem Ziel angefreundet und ist (ich nennes es mal so) „gefestigt“, dann geht das ohne Probleme auch einmal im Jahr.

    Interessant wäre sicher zu sehen wie die Performance bei Buy&Hold ist. Sprich gibt es Unterschiede, da man manche einzelne Kurssteigerungstage eventuelle „verpasst“ da man nur einmal im Jahr investiert oder ob dies auf Dauer von 10 und mehr Jahren nur wenig ausmacht, da die Tranche 1x-p.a. ja größer ist und auch regelmäßig kommt.

    Dank Buy&Hold dürfte die Performance per se auf Dauer anhand der bisherigen Daten gut sein. Die Differenz im „Time in the Market“ bei Buy&Hold ist die Frage. Weiß jemand ob es hierzu Betrachtungen gibt?

    Schönen Abend.

  25. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Slazenger,

    es ist z.B. eine schöne Möglichkeit immer die Dividendenmeldungen zu verfolgen, und dann die Firmen anschauen. Da lernt man viel Unbekanntes kennen.

    Speziell zu Kanada schaue ich aus Gewohnheit immer hier.

    Zu Insideraktivität hier. Fool.ca schaue ich schon auch immer.

    Zeitungstechnisch immer ein Blick auf die Financial Post, oder  Globe & Mail (da gibt es aber fast nur noch kostenpflichtige Artikel).

    MS

  26. Franz

    Apple und IBM: Nachdem Carl Icahn aufgehört hat die erste Aktie zu manipulieren, wird die Manipulation anderswo fortgesetzt. In Wirklichkeit aber kaufte Warren Buffett keine Aktien von kranken Unternehmen Apple und IBM, sondern andere Delikventen aus dem Büro von Berkshire Hathaway kauften sie. Die kranken Unternehmen Apple und IBM haben auch keine Burggraben – viele andere Unternehmen machen das gleiche in gleicher Qualität wie Apple und IBM.

    Einige meinen, Warren Buffett kaufte Apple und IBM Aktien, andere meinen aber, er war nicht so dumm, oder vom Alter noch nicht so verrückt um Apple und IBM zu kaufen.

  27. StefanStefan

    Ich habe die Bücher Langfristig investieren und Überlegen investieren von Jeremy Siegel vor ein paar Jahren gelesen und fand sie spitze. Mit das Beste an Börsenliteratur was man lesen kann.

    Das neue Buch „Aktien für die Ewigkeit“ scheint aber nur eine überarbeitete Version von Langfristig investieren zu sein. Steht zumindest auf dem Cover.

    Sonst hätte ich es mir sofort gekauft.

    Siegel ist allerdings auch Daueroptimist, sieht alles etwas zu rosig.

    Kennt jemand das hier:

    https://www.m-vg.de/finanzbuchverlag/shop/article/3965-warren-buffetts-fundamentale-investment-geheimnisse/

    ?

    Scheint auch sehr interessant zu sein…

  28. Christoph

    Ach der Franz und seine Weisheiten

     

    @Tim

    ich will nächstes Jahr auch mit drips anfangen. shareholderonline, computershare und amstock.

    nutzt du auch diese?

     

  29. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Stefan,

    obwohl ich allergisch gegen solch reißerisches Marketing („Geheimnisse“) reagiere, würde mich das wohl doch interessieren. Falls Du es bald liest, halte uns auf dem Laufenden.

    @Franz,

    es stimmt schon, dass die ersten Apple von den Managern in unabhängiger Entscheidung ohne Zutun von Buffett gekauft wurden. Bis zu einem gewissen Rahmen können die frei entscheiden.

    Aber WB hat wohl inzwischen privat auch Apple gekauft. In den SEC Filings kann man sehen, welcher verbundene Insider auch privat was hält. Man muss im 13F-HR File nachschauen. („Remember, wherever you see the #4 in Column 7 it is a personal holding of Warren E. Buffett.“)

    Hier sieht man, dass WB als #4 geführt ist.

    Hier in der Spalte 7 sieht man die persönlichen Holdings von ihm aus BRK. Ich finde eigentlich keinen Wert aus BRK, den er nicht auch persönlich hält.

    Ich finde Apple nicht prickelnd, aber meine Meinung zählt nicht. Die wollen ja jetzt auch keine Erstverkaufszahlen mehr bekannt geben, irgendwie, oder so. Ich finde es ja logisch, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen.

    „Apple schweigt zu Erst-Verkaufszahlen

    Zum Start der Vorbestellungen des neuen iPhone 7 hat Apple überraschend angekündigt, künftig keine Absatzzahlen vom ersten Verkaufswochenende mehr zu veröffentlichen.“ (N.TV)

    MS

     

     

  30. Markus

    @Matthias

    Die News Diät von Dobelli wäre wohl nichts für Dich? 😉

    Bei so viel News-Konsum würde mir persönlich der Blick für`s Wesentliche verloren gehen…

     

  31. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Markus,

    die Zeiten habe ich alle schon gehabt. Nach der Trennung von der Mutter meiner Tochter habe ich jahrelang TV und Radio nicht benutzt, keine Zeitung gelesen usw. Da hatte ich meine spirituelle Selbstfindungsphase. Indien (Goa) usw… 😉

    Ich habe dann praktisch als Eremit gelebt, so gut das ging, wenn man auch noch seinen Job machen muss. Ich galt dann schon als Sonderling und nicht gesellschaftsfähig.

    Hatte alles seine Berechtigung. Alles hat seine Zeit. 😉 Irgendwann habe ich wieder zurück ins Leben gefunden, und ich vermeide nach wie vor alles was mir keinen Bock macht. Aber Börse macht mir Bock, derzeit noch. Kann alles mal wieder anders aussehen…

    MS

  32. Markus

    @Matthias

    Ja, alles hat seine Zeit und wir Menschen befinden uns in unterschiedlichen Lebensphasen mit unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und suchen doch oft die Gemeinsamkeiten. 😉

  33. Fabian S.

    @ Franz:

     

    Sei mir bitte nicht böse, aber so einen geballten Schwachsinn habe ich noch nie gehört.

    Ich sehe zwar Apple auch etw. kritisch, aber Buffetts leute haben Apple gekauft und sich schon was dabei gedacht.

     

    Und wieso ist IBM ein krankes Unternehmen?! Natürlich hat IBM einen Burggraben, da es das Unternehmen schon ewig gibt.

     

    Zwar ist IBM das erste Technologie-Unternehmen was Buffett gekauft hat, aber er hat schon oft erklärt warum er das tat. Und wie kann man ernsthaft behaupten, dass Buffett IBM nicht kaufen wollte?!

     

    Es ist unter seinen sogenannten „Big Five“-Aktien und natürlich von ihm persönlich gekauft worden…

  34. StefanStefan

    @ Matthias

    da kann irgendwas nicht stimmten mit den personal holdings von WB.

    Hier: http://www.forbes.com/sites/gurufocus/2016/06/01/what-warren-buffett-owns-in-his-personal-portfolio/#477a57326657

    steht, dass er seine persönlichen Werte auf welche beschränkt die zu klein sind für Berkshire und dass er keine Interessenskonflikte will. Einzige Ausnahme: Wells Fargo die er vor sehr sehr langer Zeit gekauft hatte…

    Also es scheint keinesfalls so zu sein, dass er fast alle Berkshire Werte auch privat hält.

    An Apple glaube ich langfristig auch nicht. Die sind einfach zu abhängig von einem einzigen Produkt.

    Früher fand ich die S Reihe der Siemens Handys super. Heute gibts die nicht mehr…der Hype um Apple wird irgendwann enden

  35. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Stefan,

    Danke für den Hinweis. Würde mich schon interessieren wie das letztendlich zusammenhängt. Ich traue den Mitteilungen an die SEC schon.

    Aber was es dann richtig bedeutet? Theoretisch müsste er ja jeweils nur 1 Aktie haben um dort erwähnt zu werden, oder?

    Keine Ahnung. Vielleicht erforscht das mal ein professioneller Journalist?! 😉

    Bei Apple bin ich gespalten. Ich erkenne die technologische Leistung an, finde den sektiererischen Rummel um die Marke affig. Jeder kann natürlich einem überteuerten Markennamen Geld hinterher werfen wie er will. Das macht man ja in anderen Bereichen auch.

    Mir tut es ein Smartphone aus China auch. Die Dinger sind zu ganz normalen Gebrauchsgütern geworden. Ich will jedenfalls das Handy nicht viele Jahre haben. Das ist so schnell verschlissen, und dazu veraltet. Für 100-150 Euro kann ich mir spätestens alle 2 Jahre ein neues kaufen. Das wird einfach ersetzt wie eine alte Zahnbürste, na ja, nicht ganz so schnell.

    Apple sollte sich jedenfalls Gedanken um echte Innovationen machen. Von dem iPhone werden sie nicht mehr lange leben können.

    MS

     

     

  36. Felix

    Ich bin auch kein Apple-Jünger, weil ich technisch Gleichwertiges woanders für weniger Geld bekomme. Ich bin im Sommer durch China gereist – und was soll ich sagen, jeder zweite Chinse hatte ein IPhone am Ohr.

    Als Anleger kann ich allerdings an der profitabelsten Firma der Welt, ähnlich wie bei Gilead, mit einem KGV von 11 kaum vorbei. Zudem arbeiten sie auch an vielen Dingen wie selbstfahrenden Autos; man spekuliert auf das iCar. Nicht ganz vergessen darf man das Geld, das mit dem Stores verdient wird. Ja, und Geld zum Probieren haben sie ja weiß Gott genug gepunkert.

     

  37. Christoph

    Das kuriose ist doch dass es wirkliche Innovationen bei Handys nicht mehr gibt. Ausser eines das man extrem klein macht und dann auseinander falten kann. Ansonsten nur bessere Kamera, besserer Chip usw. klar sind das Verbesserungen aber keine Innovationen.

    Bei den Fernsehern ist es kurioserweise andersrum. da gibt es seit Jahren viele innovationen. HD dann 3d dann 4k und Internet Anbindung. und preislich maximal das doppelte vom iPhone. aber den Fernseher tauschen 90% erst nach 8 oder 10 Jahren aus.

    Ich denke daher dass der Handy Markt nicht mehr so wachsen wird. Es sei denn Indien und Afrika bekommt ein flächendeckendes gutes Netz.

     

  38. Andreas

    Also im Endeffekt ist die Diskussion hier und die eher kritische Sicht auf Apple ja ein weiteres Indiz, dass Berkshire im richtigen Moment gekauft hat;-)

    Klar, es läuft nicht alles rund bei Apple und die Abhängigkeit vom iPhone ist noch groß. Aber letztendlich ist Apple eines der führenden Technologie-Unternehmen der Welt, mit erstklassigen Produkten, für die Kunden bereit sind viel Geld zu bezahlen. Und das wird sich auch so schnell nicht ändern, warum auch? Wer einmal im Apple-System ist, wechselt ungern. Und unsere Zukunft wird auch weiterhin von mobilen Geräten geprägt sein, ob das jetzt Smartphones, Tablets, Smartwatches oder neue Geräte sind. Und Apple wird da immer eine wichtige Rolle spielen. Apple ist eine Cash Cow und in bestimmten Bereichen erst noch am Anfang:

    http://www.stern.de/digital/technik/apple-watch-series-2-gesundheit–7022284.html

    Streaming hat Apple beispielsweise verpennt, aber Apple hat eben auch das Geld um beispielsweise Netflix zu kaufen, im Fall der Fälle. eHealth, künstliche Intelligenz, Software für Autos, Smart Home, Smart City, Bildung, Musik/Film/Entertainment, in all diesen zukunftsträchtigen Bereichen ist Apple und insofern aus meiner Sicht ein klarer Kauf für Langfristanleger. Außerdem wird die Dividende weiter steigen, aber alles nur eine Einzelmeinung von mir natürlich:)

  39. smitheyesmitheye

    Ich halte Apple aktuell ebenfalls für eine gute Anlage, zumindest für die nächsten 5-10 Jahre (mit Dividendenwachstum).

    Diese Firma hat genug Kapital angesammelt, um auch in neue Bereiche einzusteigen bzw. diese auch zu verfestigen. Es müssen nicht immer Neu- bzw. Eigenentwicklungen sein. Man kann auch Akquirieren. Google und Microsoft machen es ja auch … und Facebook sowieso.

    Und wenn man mal im Ökosystem von Apple „gefangen“ ist, dann kommt auch nicht mehr so schnell raus. Man muss aber auch sagen, dass das Zeug auch wirklich gut funktioniert (lt. Aussage einiger meiner Freunde – ich selbst besitze kein Apple-Gerät).

    Ich bin selber bei Apple investiert und bin ungefähr zur gleichen Zeit wie Berkshire eingestiegen. Da wusste ich aber noch nicht, dass Buffett (bzw. seine Manager) auch gekauft haben. Der Kurs und das KGV waren einfach zu verführerisch. Ich habe bereits zweimal Dividende bekommen und bin aktuell ca. 10% im Plus (wobei das für mich nicht das Entscheidende ist). Das KGV (P/E) liegt laut Google Finance aktuell bei 12,04. Angesichts des vorhanden Kapitals und des Innovationsvermögens des Unternehmens ist das auf jeden Fall kein schlechter Kauf.

    Nachtrag bzw. Frage an Alle: Wann wird es den Split bei Alphabet geben? Bei 1000 Dollar? Niemals? Eure Meinung.

  40. Oliver

    Ich habe mich in der Vergangenheit immer positiv zu Apple geäußert und bin der Meinung, dass ein Kauf keine schlechte Idee ist. Apple ist insgesamt ein Unternehmen, dass viele Leute polarisiert. Ein Zeichen für eine Firma, die extrem erfolgreich ist. Gleiche Diskussionen gab es jahrzehntelang mit Microsoft.

    Die Argumentation, dass Handys keine großen Innovationen bringen greift zu kurz. Apple hat es geschafft, etwa 90% der Deckungsbeiträge bei Handys (Hardware) weltweit zu erzielen, das zeigt die Überlegenheit des Produktmarketings. Sanmsung ist deswegen nicht so erfolgreich, weil es auf Masse geht, aber die Deckungsbeiträge bei den Handys vernachlässigt. Trotzdem ist das nur ein Punkt, warum Apple in Zukunft erfolgreich sein wird. Die Software bringt das Geld durch die Apps. Und hier fangen wir erst an, wo Apple wachsen kann. Immer mehr wird durch das Handy gesteuert werden und dieses Gerät wird sich natürlich auch in Zukunft verändern. Handy ist heute schon eine falsche Bezeichnung, da telefonieren nur ein kleiner Teil der Möglichkeiten ist. Es geht um Vernetzung und dadurch um die Verfügbarkeit von Informationen. Im Grunde ist z.B. Google der größte Konkurrent, da beide Informationen sammeln, so viel sie können und dürfen (leider auch darüber hinaus).

    Man kann das Geschäftsmodell von Apple nicht auf ein Stück Hardware beschränken. Die Entscheidung, nicht die Erstverkäufe bei der neuen iPhone-Version mehr zu nennen zeigen, das diese Zahl für Apple nicht mehr die Wichtigkeit hat, aber im Gegenzug in der Öffentlichkeit viel zu hoch bewertet wird. Geld wird immer mehr mit der Nutzung des Gerätes egal welcher Version gemacht.

    Ich habe in der letzten schlechten Phase auch Apple – Aktien zu meinen bestehenden gekauft und werde das für längere Zeit erstmal nicht mehr tun, weil ich genügend davon besitze. Aber wenn ich zwischen IBM und Apple wählen müßte, würde ich heute eindeutig Apple wählen, weil diese Firma innovativer und in den wachstumsstärkeren Geschäftsfeldern verankert ist.  Ich muß allerdings sagen, dass ich inzwischen kein großer Fan mehr von IBM bin, was vor einigen Jahren durchaus noch anders war. IBM hat viele Probleme und die müssen sie erst bewältigen.

  41. Christoph

    @Oliver: Ich sehe das anders ;o)

    Apple ist für mich einfach eine comsumer company. Man stellt im prinzip etwas wie einen Toaster her. Nur dass dieser Toaster sehr begehert ist. Aber sonst? Die Watch ist nicht so erfolgreich sonst würde appple die konkreten Zahlen bringen. Musik? 17 Mio nutzer. Spotify hat über 30 Mio.

    Natürlich kann es sein, dass Apple an einem Auto usw arbeitet. Aber weiss es jemand? NEIN! OK man könnte sagen Apple handelt schon immer so und irgendwann kommt das große DING! Aber ich etze ehrlich gesagt nicht auf ein Unternehmen dass im Prinzip ein Produkt hat das gut läuft. Zumal heutzutage die anderen Smartphones oft technisch sogar besser sind.

    Bezüglich der Daten sammlerei. Da ist Facebook doch eher der größte Konkurrent von Google.

    Ich verstehe nicht wieso Apple nicht mehr mit seinem Cash macht. Cloud hat man zB total verschlafen, da sind Amazon, GOOGLE, Microsoft usw meilenweit vorraus. EBenso hat man Streaming verschlafen. Gerade als Consumer company hätte man hier früh merken müssen dass die Menschen das wollen. Und für Apple wäre es hier sicher eine gute Möglichkeit gewesen Kunden weiter zu binden.

    Auch das Thema VR wurde verschlafen.

    Ich finde das den ALPHABET Weg deutlich besser. Man hat eine MAIN company und mit den anderen forscht man teils extreme Dinge. Dazu hat man Cloud. Natürlich wird da vieles nicht markreif werden. Aber zB die Drohnen oder auch Projekt LOON werden kommen. Und das ist was greifbares und sinnvolles. Da sehe ich bei Apple nichts was belegt ist. Es heißt immer: Apple forscht im geheimem an Car, an Tv usw. Aber greifbar ist davon nichts.

     

    Ich frage mich beim investieren auch oft: Wie abhängig sind die Kunden von diesem Produkt/ Dienstleistung. Wie schnell oder relativ einfach könnte ein Wettbewerber hier eingreifen?

    nehmen wir mal Boeing. Da gibt es eigentlich nur einen Wettbeweber. Airbus. Dazu wollen die Airlines Wettbewerb beim Lieferanten. Ein komplett neuer Flugzeugbauer wie aus China wird es sehr schwer haben da rein zu kommen.

    Gegenbeispiel ist natürlich McDonalds. Jum, Dominos usw hier gibt es viele viele Wettbewerber. Aber dennoch bleiben die Kunden treu. Hier gibt es gewisse Parallelen zu Apple, das gebe ich zu.

    Natürlich versuchen immer wieder Wettbewerver den Platzhirsch anzugreifen. Intel, Caterpillar, Microsoft, Coca Cola usw. Aber die chancen sehe ich hier viel viel geringer als bei Apple das das klappt.

    Dazu kommt ja uch immer: Braucht der Kunde dies ? Ist er darauf angewiesen?

    Auf ein Handy? Nicht wirklich braucht man das neueste. Soviel Mehrwert hat zB das neue Iphone 7 nicht gegenüber dem 6er.. Auf einen Facebook account? Nein hier könnte morgen ein anderes Portal öffnen und die Menschen würden überlaufen. bestes Beispiel ist Snapchat beim messenger. die vor allem junge Nutzer abgreifen.

    IBM wandelt sich derzeit ja auch wieder. Und macht mit den neuen Dingen schon gute Umsätze. Aber natürlich dauert es noch ein wenig. Aber IBM hat besonders bei Unternehmen (Banken etc) einen großen Namen bezüglich Zuverlässigkeit usw.

     

    Ich sage nicht dass Apple ein schlechtes INvestment ist. Auch das Dividende gezahlt wird ist gut. Aber ich vermisse einfach noch andere große Umsatztreiber oder Entwicklungsergebnisse.

     

  42. Helmut

    Apple passt irgendwie gar nicht zu Buffett.

    Normalerweise meidet Buffett Technologie-Aktien. Umso mehr liebt er Banken und Versicherungen. Vermutlich weil er diese Technik-Branche nicht versteht oder weil er weiß dass jede Technologie nur für eine bestimmte Zeit angesagt ist. Der Glanz von Apple ist ja auch verflogen. Die Zeiten sind vorbei, wo sich Leute ein Apple-Gerät gekauft haben, nur weil es von Apple ist. Heute erkennen immer mehr Verbraucher, dass Apple überteuert ist und die Verbraucher mit propietären Schnittstellen gängelt: Spezialsoftware (iTunes) um mp3s aufs Handy zu kopieren, propietäre Ladebuchse (kein USB), keine Klinkenbuchse, fest verbaute Akkus, kein Verkauf von Ersatzteilen an Nicht-Vertragswerkstätten, schlechtes Navi usw.

     

  43. Freelancer Sebastian

    @ Helmut

    Die Zeiten sind vorbei, wo sich Leute ein Apple-Gerät gekauft haben, nur weil es von Apple ist. Heute erkennen immer mehr Verbraucher, dass Apple überteuert ist und die Verbraucher mit propietären Schnittstellen gängelt

    Ist dem so ? Gibt es nicht auch Verbraucher, die Apple-Geräte kaufen, nur weil es von Apple ist?

  44. Christoph

    Guten Morgen.

     

    Ich habe gestern ja mal wieder Halftime Repot etc gesehen.

     

    Es gibt ein paar nette Infos. Bezüglich des S&P 500: Es gibt nun einen 11. Teil. REITs wurden aus financial ausgegliedert und sind nun ein eigener teil im S&P. der Anteil beträgt 3%.

    Als Vergleich tech macht 14% aus.

     

    APLLE: Es gab erfreulicherweise auch mal was über die Lieferanten. Was ich immer interessant finde. u. a. mein Lieblinkg Skyworks Solutions. Aber auch andere wie InvensSense, Cirrus. Einfach mal anschauen^^

    http://video.cnbc.com/gallery/?video=3000551748

     

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