Mit den richtigen Mitteln zur finanziellen Freiheit


New York, 11. Februar 2015
Cash

Ich finde die Prioritätenliste von Finanzberaterin Suze Orman herrlich: 1. Menschen, 2. Geld, 3. Sachen.

Wie werden Sie ein erfolgreicher Börsianer? Sie sollten sich Ihre eigenen Gedanken über Ihre Finanzen machen. Ein Bankberater oder Vermögensverwalter mag Ihnen eventuell etwas andrehen, was nicht gut für Sie ist. Die Profis haben Interessenkonflikte.

Sie können Ihre eigenen Aktien kaufen. Sie brauchen nicht unbedingt einen Aktienfonds. (Wer seinen aktiven Fonds mag, soll ihn behalten). Sie können sich grundsätzlich die hohen Fondsgebühren sparen.

Wenn Sie eigenständig Aktien kaufen, sollten Sie sich schon überlegen, welche Unternehmen langfristig gut abschneiden dürften, bevor Sie investieren. Natürlich ist die individuelle Aktienauswahl mit mehr Risiken verbunden, es kann sich aber auszahlen. Passen Sie auf, nicht zu viele Risiken ins Depot zu packen. Alte, solide Konzerne, die Dividenden zahlen, etwa Dividenden-Aristokraten, bieten Ihnen ein recht sicheres Polster.

Alternativ stehen Ihnen kostengünstige Indexfonds zur Verfügung. Wichtig ist, früh anzufangen mit dem Börsensparen. So macht sich der Zinseszins am besten bemerkbar.

Leben Sie möglichst unterhalb Ihrer Verhältnisse, nicht darüber. So viel also zur wohl überlegten Strategie, die auf lange Sicht über die Börse zu finanzieller Freiheit führt.

Eine andere Frage, die sich mir stellt: Was macht eigentlich der finanziell erfolglose Bürger? Es gibt Leute, die kaufen alle ein oder zwei Jahre etwas Neues. Alles muss neu sein. Auto, Kleidung, Schuhe, Fernseher, Computer, Kamera, Smartphone…

Sie traden das Depot. Ständig stellen sie Ihre Positionen um. Sie glauben, die Börse wird manipuliert. Deshalb verkaufen sie ständig ihre Gewinneraktien. Sie haben keine Geduld – für nichts. Konsumschulden haben sie. Lotto spielen sie gerne. Das Depot sieht aus wie Kraut und Rüben. Etliche Pennystocks sind darunter.

Wie viele Gewinneraktien befanden sich in den Depots der Erfolglosen? Viele. Sie besaßen womöglich eine Google oder Apple vor Jahren. Doch nach 15% Kursplus verkauften sie Raketen wie Google. Weg damit. Schnell den Gewinn mitnehmen. Dann kaufen sie irgendwann eine andere Aktie dafür, mit der sie auf die Nase fallen. Sie kaufen am liebsten Aktien auf dem Hoch, niemals auf dem 12-Monats-Tief.

Alle paar Jahre fahren Sie ein neues Auto. Dutzende besitzen sie in ihrem Leben. Sie wollen immer sofort die Belohnung. Sie können nicht in Jahrzehnten denken. Sie wollen ihrem Umfeld mit den neuen Sachen (Auto) zeigen, wie erfolgreich sie sind. Dabei ist das nur die Fassade.

30 Euro in der Woche, 40 Jahre lang in einen Aktienindex angelegt, führen zu 300.000 Euro. Ich unterstelle einen Zinssatz von sieben Prozent. Das ist besser als Lottospielen. Und besser als 40 Jahre lang zu traden.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Mit den richtigen Mitteln zur finanziellen Freiheit

  1. Jan

    Hallo Tim,

    genau richtig, der Trick an der ganzen Sache ist es, früh anzufangen und vor allem dranzubleiben. Einige lassen sich nach den ersten Erfolgen doch wieder von ihren Trümen fehlleiten und geben eben doch das ganze Ersparte wieder für ein Auto, Fernseher, oder was auch immer aus.

    Nur wer dranbleibt kann den Zinseszinseffekt richtig nutzen und wird langfristig erfolgrreich sein.

    Wobei man eigentlich allen die das hier lesen gratulieren muss.

    Jeder der soweit gekommen ist beschäftigt sich mit dem Thema, bzw. seiner Zukunft. Dadurch sind wir wahrscheinlich schon 80% aller Deutschen überlegen.

     

    VG Jan

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Hallo Jan,

    es sind unsere Verhaltensweisen, die dazu führen, dass wir über unseren Verhältnissen leben. Manchmal nehmen wir die finanziellen Auswirkungen gar nicht wahr. Daher kann ein Haushaltsbuch Sinn machen.

    Restaurantbesuche sind so ein Beispiel. Oft ist das reine Faulheit. Früher sind Menschen selten ins Restaurant gegangen, heute ist es eine Selbstverständlichkeit geworden. Dabei ist Kochen recht einfach.

    Oder wenn ich sehe, was Leute an Plunder im Kleiderschrank haben. Ich gehöre dazu: Ich kaufe keine Klamotten mehr – vorerst. Ich mache einfach mal Pause. Das kann jeder versuchen. Ist eine recht einfache Übung. Zumindest für mich. Weniger ist mehr. Beste Grüße Tim

  3. Hans Wurst

    Hallo Leute, hallo Tim,

    zum das mit „Plunder im Kleiderschrank“ kann ich sagen, das ich persönlich meine Kleidung vor paar Jahren komplett auf klassische Herrenmode umgestellt habe. Das hat mich damals schon einiges gekostet. Besonders viel haben die „guten“ Schuhe gekostet. Sonst hab ich paar sehr gute Anzüge (Damit meine ich nicht Boss, Jopp & Co). Klasse Flanell Hosen….gute Hemden. Diese Sachen kann man wunderbar kombinieren und man ist immer sehr gut angezogen.  Auf mehrere Jahre hochgerechnet komme ich sehr günstig damit weg. Die Schuhe werde ich ganz bestimmt bis zu meinem Lebensende anziehen (Wobei ich sagen muss, dass ich 12 Paar hab). Und auch die anderen Sachen werden sich ewig halten.

    Sonst brauche ich persönlich kein Haushaltsbuch. Ich hab fast alle Ausgaben im Kopf. Meine Frau bekommt ein bestimmte Betrag an Hausgeld und sie versucht damit klar zu kommen…….

    Ein kleiner Tipp noch von mir am Schluss: Bevor ich Geld ausgebe rechne ich mir vor wie viel mehr dieser Betrag in 20 Jahren bei einem bestimmten Zinssatz anwachsen würde, wenn man diesen nicht ausgibt und anlegt. Auch bei kleinen Beträgen kommen nach Jahren riesige Summen raus………Probiert es mal aus….

    Gruß aus Köln

     

  4. Stefan

    Hi Tim,

    ich glaube ein Mix aus einer latenten Übergewichtung von Indexfonds, einigen Value Aktien / Dividenden Aktien, etwas Gold (max. 10%) und kleine Wohnungen (1 bis X) in großen Städten sind eine tolle Mixtur für maximale finanzielle Freiheit :-). Das ist für mehr Leute möglich als sich diese vorstellen können. Man darf einfach nicht alles in ein riesen Haus investieren oder sehr hohe Konsumausgaben aufbauen, dann hat man diese Möglichkeiten das Vermögen in der genannten Form aufzusplitten (wenn man halt einen guten Job hat).

    Wenn man bereits früh anfängt, dann umso besser. Ich würde – wie  von meiner Familie gelernt – bereits sehr früh für eigene Kinder vorsorgen und damit das Fundament weitergeben und vom Zinseszins maximal profitieren.

    viele Grüße

    Stefan

     

     

  5. Felix

    @ Stefan

    Die genannte Diversifikation des eigenen Vermögens auf die verschiedenen  Assetklassen finde ich gut. Mir ist allerdings die Verwaltung von fremdvermieteten Immobilien zu aufwändig. Deshalb habe ich einen höheren Anteil Dividendenaktien. Auch liefern einen stetigen Cashflow und sind pflegeleichter.

  6. Alexander

    Ich habe meine Wohnungen wieder verkauft (1 habe ich noch), ist mir zu anstrengend und der Gesetzgeber ärgert die Eigentümer immer mehr. Gerade Kleinstwohnungen sind äußerst problematisch. Lieber 50m² bis 60 m², da hat man nicht so häufige Mieterwechsel und die Nerven werden sichtlich geschont. Ich kaufe auch lieber Aktien, ist wohl eher was für Faule 🙂

  7. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Hans Wurst

    So kann man das auch machen. Qualität, aber dafür weniger Zeug.

    Ich kaufe erst mal ein paar Jahre lang nix mehr Neues. Ist einfach zu viel Zeug geworden im Kleiderschrank.

     

    @ Stefan

    Ja, das geht. Das sieht nach einer guten Asset-Streuung aus. Es sollte jeder sein eigenes Rezept finden. Spaß machen soll es. Es soll passen. Dem Charakter entsprechen. Es gibt nicht die perfekte Formel.

  8. DoktorBen

    Das mit dem Lotto ist halt so eine Sache bei dem Menschen. Beim deutschen Lotto ist die Gewinnwahrscheinlichkeit für den Haupttreffer bei 1:139.838.160 und wie viele Aktiennieten muss ich ziehen damit ich einen Volltreffer lande?

    Keine – Ich ziehe sie alle Nieten inklusive der „Richtigen“ via ETF auf einen großen Index und spiele 30 Jahre konstant Lotto und gewinne immer etwas mehr als das ich verliere…

    Die Menschen haben mehr vertrauen zu Ihrem Zeitschriftenhändler als an Ihren Bankberater…

  9. GertGert

    @ Tim

    Ich glaube, jetzt schießt du deutlich über das Ziel hinaus. Das nimmt inquisitorische Züge an:-))

    Der finanziell erfolglose Bürger kauft jede Menge Krempel, tradet sein Depot, verkauft die Gewinner und hat einen Haufen Pennystocks im Depot? Obendrein spielt er wie ein Gestörter Lotto?

    Ich trade mein Depot und bin damit seit 20 Jahren erfolgreich, mal mehr, mal weniger. Aber als (z.B.) der Crash 2000 kam, war ich aus dem Markt. Ich behalte Gewinner und verkaufe Verlierer, weil genau das die Trading Strategie vorsieht.

    Für mich ist das eine gute Sache, für andere vielleicht nicht.
    Das ist aber bei der Value Strategie nicht anders. Ich bin fest davon überzeugt, dass hier viele Leser sind, die noch keinen heftigen Crash erlebt haben. Wenn es mal wieder so weit sein wird und der Markt um 30, 40 oder 50 % einklappt, werden viele von denen dann die Nerven verlieren und in Panik ihre Papiere verramschen. Anschließend wird auf die Banken, den manipulierten Markt und vielleicht auch auf Blogger geschimpft werden und mit der Börse will man sein Leben lang nie wieder zu tun haben.

    Beide Strategien funktionieren, beide sind aber nicht einfach umzusetzen. Neben Wissen und reichlich Erfahrung ist mentale Stärke eine wichtige Eigenschaft, die man mitbringen muss.

    Übrigens spiele ich kein Lotto, da ich einmal Statistik gelernt habe. Und ein Value Depot habe ich auch, allerdings nur ein kleines.

    LG, Gert

     

     

  10. Stefan

    @ Tim

    Ja genau! Ich denke das spannende sind gerade die unterschiedlichen Meinungen. Jeder kann das für sich rauspicken, was passend erscheint – zu den Lebensumständen, der eigenen Persönlichkeit und den finanziellen Möglichkeiten.

    Richtig und falsch gibt es ja sowieso nur bedingt und für jede Variante gibt es Beispiele dafür und dagegen :-).

     

  11. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gert

    Nun dann bist Du mit dem Trading besser. Gratulation! Die meisten Menschen schneiden mit dem Trading grottenschlecht ab. Dazu gibt es viele Studien. Zum Beispiel diese hier:

    http://faculty.haas.berkeley.edu/odean/papers%20current%20versions/individual_investor_performance_final.pdf

     

    @ Stefan

    Das stimmt schon. Jeder soll das so machen, wie es am besten passt. Nur stelle ich grundlegende Dinge hier im Blog dar wie:

    • Der Zinseszins ist wichtig bei der Anlage. Sprich Geduld zahlt sich aus.
    • Erwartete Rendite/Risiko abwägen.
    • Kosten (direkte, indirekte) und Steuern sind sehr wichtig.
    • Trading lohnt sich nicht für 80 bis 90% der Menschen, wie Studien zeigen.
    • Die meisten aktiven Fondsmanagern scheitern an der Benchmark.
    • Indexfonds sind eine gute Sache.
    • Solide Dividendenaktien sind empfehlenswert.
    • Selbstüberschätzung ist ein großes Problem von Anlegern genauso Angst, Gier, Euphorie.
  12. Stefan

    Hi Tim,

    und bei den grundlegenden Dingen hast Du auch 100% Recht! Wenn diese Punkte jeder Anleger beherzigen würde, dann wäre schon Mal viel gewonnen!

    viele Grüße

    Stefan

  13. Pingback: Artikel über Wirtschaft und Devisen 15. Februar | Pipsologie

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