Börsenerfolg: Langweilig und langfristig


New York, 27. März 2015

Es ist egal, ob es sich um einen Handwerker, Fabrikarbeiter oder Vorstandschef handelt: Alle machen Fehler, wenn es um die Finanzanlage geht. Ich schließe mich selbstverständlich mit ein. Fehler gehören dazu. Wir sind Menschen.

Was interessant ist: Es sind oft die gleichen Dinge, die schief gehen. Wir Menschen neigen beispielsweise dazu, der Herde zu folgen. Wir hören mehr aus unsere Emotionen als auf unseren Verstand, wenn es um die Aktienanlage geht.

Wir kaufen liebend gerne, wenn der Markt weit oben notiert. Wenn er fällt, werden wir nervös und verkaufen tendenziell am niedrigsten Punkt.

Das trifft im Grunde auf fast alle Menschen zu. Es trifft auf den Milliardär und den Durchschnittshaushalt zu.

Gegen die Strömung zu schwimmen, fällt uns schwer. Gut, es gibt Anleger, die können das. Denken Sie an Carl Icahn, George Soros, Warren Buffett, Bill Ackman oder John Paulson. Sie haben die Gabe, sich von der Herde wegzubewegen.

Deutlich wird das exemplarisch an Buffetts’ neuestem Deal: Der Übernahme von Kraft Foods. Den Lebensmittel-Koloss hatte niemand im Visier. Ende 2012 flog Kraft Foods im hohen Bogen aus dem Dow-Jones-Index. Die Aktie schien nicht mehr in Fahrt zu kommen. Und dann kam der Buffett-Deal wie aus heiterem Himmel.

Von dem Genie aus Omaha können Sie lernen, dass sich langweilige, stabile, traditionelle Geschäftsmodelle königlich auszahlen. Langfristig zumindest. Warum? Langweiliges ist oftmals günstig.

Es kommt nicht so sehr auf das perfekte Timing an, sondern mehr auf die Zeit des Besitzes. Je länger Sie Aktionär eines guten Unternehmens sind, desto besser geht es Ihnen mit diesem Investment. Ich blende jetzt Crashs und Korrekturen aus, weil ich einen langfristigen Blick entwickelt habe. Ich kalkuliere in Jahrzehnten.

Von Buffett wissen wir ferner, wie wichtig es ist vorsichtig bei den Gebühren, Nebenkosten und Steuern zu sein. Buffetts’ Gehalt ist gering. Er hat nur 25 Mitarbeiter in seiner Holding Berkshire Hathaway. Damit sind die Kosten für seine Aktionäre überschaubar.

Vielleicht hilft es Ihnen, so wie Buffetts Finanzpartner 3G Capital in Brasilien zu denken. Sie pflegen zu sagen: „Kosten sind wie Fingernägel. Sie müssen geschnitten werden.“

Viele Hobbybörsianer übersehen die Kosten, Steuern und so weiter. Sie glauben, sie seien gering. Sie sind aber üppig auf Sicht von vielen Jahrzehnten, weil sie sich läppern. Sie schmälern den Zinseszins-Effekt.

Fazit: Wenn Sie hohe Gebühren und das Herdenverhalten vermeiden können, ist das langfristig eine gute Sache.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Börsenerfolg: Langweilig und langfristig

  1. Chris

    Noch ist nicht klar, ob der Kraft Deal erfolgreich wird. Buffett lag schon mehrmals daneben. Weil er ein Mensch ist und Fehler macht. Ganz normal.

    Also nicht den Abend vor dem Morgen loben 😉

     

    Viele Grüße

  2. Couponschneider

    Tim Schäfer sagt es genau richtig: Einfach nur schnöde sparen und langfristig in Aktien investieren und investiert bleiben. Kosten muss man minimieren, d.h. die Transaktionskosten sollten gering sein. Fürs „Nichtstun“ sollten keine Kosten auflaufen dürfen, d.h. Depotgebühren, insbesondere solche in Abhängigkeit vom Depotwert, sind ein No-Go! Mein Bank darf gerne an den Order-Gebühren verdienen, darf sie meinetwegen sogar um 50 % erhöhen. Hauptsache, das Depot an sich kostet nichts.

    Hin- und herhandeln bringt nichts. Bei jeder „Gewinnmitnahme“ muss man ordentlich Steuer zahlen. Will man wiedereinsteigen,  muss der Kurs mindestens so weit fallen, dass man die Abgeltungssteuer wieder herausholt. Aber das ist selten der Fall.

  3. Tom

    Hallo Tim,

    Was mich interessieren würde:

    Die Heinz-Aktien hat der Buffet Dir und anderen weggenommen, sprich das Unternehmen wird nicht an der Börse gehandelt.

    Was passiert nach dieser Fusion? Werden die Aktien des neuen Unternehmen an der Börse angeboten oder wie?

    Danke.

     

    mfg

    Tomi

  4. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Ich bin ja mal gespannt auf die SEC Files von Buffett für das erste Quartal, ob er als Insider Kraft aufgestockt hat vor der Bekanntgabe.

    Kraft hat er ja 2007 für Berkshire massiv gekauft, danach dann wieder genau so massiv bis 2013 sukzessive verkauft.  Das hängt ja auch mit der Aufspaltung in Rest-Kraft und Mondelez (Süßwaren) zusammen.

    Ende 2014 hat BRK noch 578.000 Stück Mondelez und 192.666 neue Kraft von 132, 393800 Mio ehemaligen Kraft. Von der neuen Kraft hatte er 2012 1,668714 Mio Stück, die er dann gleich Anfang 2013 bis auf die restlichen 192.666 Stück ausverkauft hat.

    Dieser enorme Kursaufschlag durch den Merger wäre also an Buffett vorbei gegangen, wenn er nicht noch in Q1/15 massiv gekauft hat, was aber wohl Insider-Komplikationen bringen könnte. Ansonsten hätte Buffett hier massiv falsch gelegen.

    Die alte Kraft habe ich auch bis 2012 gehabt. Durch die Aufspaltung wollte ich sie nicht mehr. Diese abgespaltete Mondelez (dieser blöde Name schon) auch nicht. Man hat auch nix verpasst bei der. Heute billiger als damals bei Handelsaufnahme. Miserable Dividende unter 2% sowieso.

    Ob die fusionierte neue Heinz-Kraft an der Börse bleibt, das hängt von den Mehrheiten ab. Keine Ahnung wo hoch die Anteile sind, müsste man nachschauen. kann schon sein, dass es einen squeeze out gibt, und die Aktie verschwindet.

    MS

     

     

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Tom

    Nun der Kraft-Aktionär kann sich über einen Kursanstieg von rund 30% wegen des Deals freuen. Aber für Langfristanleger ist das gewiss ärgerlich, wenn Buffett einfach gute Firmen wegschnappt, die jemand vielleicht gerne 30 oder 40 Jahren halten wollte. Ob es zu einem Squeeze out kommt, weiß ich nicht. Es spricht einiges dafür, dass das Listig von Kraft Foods verschwindet. Buffett mag nach Möglichkeit 100 Prozent Zugriff auf seine Firmen haben. Mir hat Buffett schon Heinz-Ketchup weggeschnappt. Das ist schon nervig, weil ich den Kursgewinn versteuern musste und eine Neuanlage machen musste mit dem Erlös. Es hatte sich für mich schon gelohnt. Nur bin ich ein Anhänger des extremen Buy-and-Hold.

    Hier ist mehr zur Kraft-Übernahme zu finden:

    http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/retailandconsumer/11493874/Heinz-owners-acquire-Kraft-to-create-US-food-giant.html

  6. Ben

    Den John Paulson würde ich nicht für einen Experten halten, sondern für einen Verbrecher, der die AIG um 15 Milliarden USD betrogen hat und zum Bankrott gebracht hat. Er wartet bis heute auf die gerechte Strafe für diesen Betrug. Nur die minderjährigen Blondinen nennen ihn Star-Manager. Aber es war kriminell, was er mit den CDS auf CDO 2007 gemacht hat. Seit diesem Betrug macht er so gut wie keine Gewinne mit Gold oder Aktien, deswegen sollte er mit den von AIG gestohlenen Milliarden schon längst von der Börse verschwinden.

  7. AlexanderAlexander

    Ich denke, es gibt kein Squeezeout. Kraft Aktionäre bekommen eine Sonderdividende von 16,50 $ und es bleiben 49% der neuen Aktien bei den Kraftaktionären. Diese müssten vom Markt aufgekauft werden. Die Kraft Heinz Co sollte an der Börse bleiben. Man wird aber sehen.

  8. Lad

    Nix Coca Cola!

    Ob man die Aktie Coca-Cola bis zum Tode nur wegen Dividenden halten will, oder nach einem Jahr mit Gewinn verkaufen will, der kleine Anleger denkt, dass man die Aktie jede Zeit kaufen kann. Nur weil Warren Buffett die Aktie besitzt. Doch das ist falsch. Der kleine Anleger ist nämlich noch nicht fertig mit dem Studium von Value-Investing. Und Warren Buffett bedauert es auch, dass er die Aktie bei der Überbewertung nicht verkauft hat und wegen Dividenden ewig hält. Die Aktie Coca-Cola war extrem überbewertet, auf dem Hoch 43.96 USD von 1998 war P/E 51 und P/B 17. Bis zum Tief 18.53 USD von 2003 hat die Aktie 58% verloren. Auf das historische Maximum von 1998 kam sie zurück erst nach 16 Jahren Ende 2014. Wenn die Amateure auch 1998 dachten, man kann jede Zeit kaufen, waren sie 16 Jahre im Minus.

    Heute ist die Aktie Coca-Cola (KO) zu teuer mit P/E 25, P/B 4.8, PS 3.8 und der Gewinn soll die nächsten Jahre nur 4.8% jährlich steigen.

    Als Warren Buffett 1988 kaufte, war da P/E 14.5, P/B 4.8, P/S 1.8, P/C 12.3, ROE 33 % und der Gewinn stieg 17 % jährlich. Damals war es kluge Investition und Value Investing (bis auf das hohe P/B 4.8). Heute ist es aber die falsche Aktie für 1 Jahr und auch die falsche Aktie für die Ewigkeit. Man muss nun auf den großen zweijährigen Crash warten und erst dann kaufen, falls die Aktie billiger mit KGV, KBV und KUV sein wird und falls der Gewinn mehr als 4.8% jährlich steigen wird.

  9. ZaVodou

    Also ich weiß jetzt nicht in wie fern Buffett da jetzt gegen den Strom geschwommen sein soll. Der Kurs der Aktie war ja nicht abgestürzt und Buffett hätte nun bei total niedrigen Kursen entgegen dem allgemeinen Konsens zugekauft. Das Gegenteil ist doch hier der Fall. Buffett hat zu Kursen gekauft, die ich z.B.  nicht bereit gewesen wäre zu zahlen.

    Mich erstaunt viel mehr, welch große Aufschläge Buffett bereit ist zu zahlen, nur um ein Qualitätsunternehmen mit einem niedrigem Wachstum komplett übernehmen zu können.

  10. MakeMoney

    Ich nehme mal an, dass der Vergleich von Buffett mit uns Kleinaktionären einfach hinkt. Das ist so als würde man den Elektroladen an der Ecke mit Siemens vergleichen. Ihm geht es längst nicht mehr darum hier oder da ein paar Prozente zu machen. Er baut sein Imperium zu einer Festung aus. Beständigkeit ist da wichtiger als Schnäppchenjagd.

    Wir, die Privatinvestoren, die allenfalls ein siebenstelliges Depot haben werden, sind in einer ganz anderen Liga. Es werden also die Dinge verglichen, die unvergleichlich sind.

  11. ValueriaValueria

    Danke Tim für den schönen Bericht! Und für all deine anderen Berichte, die ich alle sehr gern lese! Auch die Kommentare dazu 🙂

    Ich besitze Kraft Foods erst seit Herbst 2014 als alles runter ging. Freue mich natürlich tierisch jetzt auf Warrens Zukauf, weil die Aktie in meinem Depot um 40% angewachsen ist. Noch besser ist die Dividende, die ich nach dem Divi-Abschlag gleich in Kraft-Heinz-Food hineininvestieren wollte.

    Würde sich das denn lohnen, falls ein Squeezeout kommt, was ich nicht hoffe? Zu welchem Preis wird einem dann die Aktie abgenommen? Kenne mich diesbezüglich gar nicht aus.

    Übrigens betrachte ich Coca-Cola als Basisinvestment und würde sie für die Ewigkeit halten, denn trinken werden wir alle, noch mehr, wenn das Trinkwasser immer knapper und verschmutzter wird und die Zukunft eher in Flaschen sein wird…

    Und noch eine Frage? Was genau sollte mich dazu bewegen Berkshire Hathaway-Aktien zu kaufen? Ich kann doch viel Besser in Warrens Firmen investieren und die Dividende kassieren, da ich ein Dividenden-Portfolio aufbaue. Noch dazu ist Warren Buffet doch in die Jahre gekommen und obwohl ich ihm ein sehr langes gesundes Leben wünsche, ist es eher unwahrscheinlich, dass ich beim Rentenbeginn sein Unternehmen unter seiner Führung halten werde… P&G, Cola, oder Kraftfoods würden dagegen weiter gut laufen, denn Pampers, Trinken und Milka finden sich global  in fast jedem Haushalt.

    Danke euch!

    Tim, weiter so!!!

     

  12. frank

    Hallo,

    ich glaube „make money“ hat Recht. Buffett geht es wohl darum seinen Laden noch konservativer aufzustellen. Die kommenden Zeiten werden für mich keine Zeiten mit Rendite werden, sondern es wird darum gehen soviel Kapital wie möglich  zu erhalten. Dies geht mit  Aktien die menschliche Grundbedürfnisse erfüllen am Besten.

  13. Anna

    @ Valueria

    Squeezeouts mag ich gar nicht. Da müssen nur noch 5 % (glaube ich, wenn nicht bitte berichtigen) auf dem Markt sein. Was nützt einem eine Aktie wenn man sie nicht jederzeit verkaufen kann. Den Preis setzt der Übernehmende fest. Ich verkaufe da schon vorneweg. Eine Bitte an die Experten hier (wie z.B. MS): Schreibt es mal etwas genauer.

    Berkshire Hathaway: Auf dem Trip war ich vor Jahren auch schon mal. Ich hab die zu ca. 50 Euro (Mischkurs, teilweise welche aus „straffreien“ Zeiten) gekauft. Bloß gut, ich hab nicht verkauft.  Aber ich verstehe Dich, daran denke ich auch manchmal. Was kommt nach WB?

    Schönes kurzes WE

  14. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ ZaVodou

    Ich finde schon, dass Buffett gegen den Strom mit Kraft Foods schwimmt.

    Schaue Dir mal die Bewertungen und Kurse von Biotechs, Soziale Medien, eCommerce etc. an.

    Kraft Foods war an der Wall Street kein Outperformer. Jedenfalls schnitt der Kurs nicht besser als der Dow-Jones-Index ab:

    http://finance.yahoo.com/echarts?s=KRFT+Interactive#%7B%22range%22%3A%222y%22%2C%22scale%22%3A%22linear%22%2C%22comparisons%22%3A%7B%22%5EDJI%22%3A%7B%22color%22%3A%22%23cc0000%22%2C%22weight%22%3A1%7D%7D%7D

     

    @ MakeMoney

    Es stimmt, dass Buffett Vorteile hat.

    Aber lernen können wir Privatanleger schon von dem Genie. Buffett ist sehr offen, wenn er über seine Methode und Strategie spricht. Er macht kein Geheimnis daraus. Nur fällt sein Vorgehen vielen Menschen schwer. Den meisten Anlegern (Profis und Privatanlegern) fehlt eine Grundvoraussetzung: die Geduld.

     

    @ Valueria

    Gratulation zu Deiner Kraft-Position. Das hat sich richtig gelohnt! Ich würde die Position ganz einfach weiter behalten. Das ist meine Meinung. Es gibt andere Großaktionäre, die darauf achten, dass eine Komplett-Übernahme zu einem angemessenen Preis stattfinden würde, sofern sie überhaupt kommen sollte.

    Warum Berkshire kaufen? Es spricht die bisherige Outperformance für die Aktie. Im Schnitt steigt der Buchwert um 20% p.a. seit einem halben Jahrhundert. Die Holding hat die richtige Philosophie. Sie ist gebaut, wie andere hier schon dankenswerterweise erwähnt haben, für die Ewigkeit. Ein Tod Buffetts wird wenig ändern. All seine Kernpositionen (General Re, Geico, Coca-Cola, Wells Fargo, American Express…) und die Familienkonzerne (See’s Candy…) werden fortbestehen bleiben. Es ist steueroptimiert konstruiert, weil keine Steuern auf Dividenden anfallen und alle Gewinne reinvestiert werden. Es ist eine Art Schneeball, der zur Lawine mit den Dekaden wird. Grüße an alle und danke für die beeindruckenden Kommentare.

  15. Pingback: Artikel über Wirtschaft und Devisen 29. März | Pipsologie

  16. willihope

    Weil ich heute mal darüber gestolpert bin, Buffet kaufte IBM für 10,7 Milliarden und hielt 64 Millionen Shares, macht runde 167.- USD pro Stück.

    Wenn man dem Link glauben darf:

     

    http://money.cnn.com/2011/11/14/news/companies/buffett_ibm/index.htm

     

    Heute steht IBM auf 160.- USD, also mehr oder weniger nix in 4 Jahren, ob sich das Oracle das so vorgestellt hatte?

    Und das in einer unsicheren Zeit der boomenden Börsen wo alle in Dividendenpapiere investiert haben! Die Dinosaurier sind alle schweineteuer momentan, ich wüsste keinen auf die schnelle den ich jetzt unbedingt haben müsste. Da ich keinen weiss kaufe ich den DAX. 🙂

     

    Das alles zeigt aber eines, niemand ist unfehlbar und desshalb muss man seine Entscheidungen mehrmals überdenken! Ausser man ist Milliardär, dann spielt es keine Rolle denn man kanns sowieso nie wieder ausgeben.

    Wie er allerdings auf seine 20% p.a. kommt wenn er solche Deals mehrmals macht?

     

     

  17. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Anna, wie schon mal gesagt, ich bin wirklich kein Experte, ich komme ja nicht einmal aus der Finanzbranche oder so. Diese Squeeze-Outs sind wirklich meist ärgerlich. Man wollte ja diese Aktie, und wird dann vor die Tür gesetzt. Aber da ist man machtlos. Wegen Preis „festsetzen“… deswegen ist es wirklich besser, man nimmt das Übernahmeangebot gleich an. Damit ist ja ein ordentlicher Aufschlag verbunden. Der Übernahmepreis wird aus dem Grund geboten, damit sich die Anteilseigner relativ gern trennen, wenn sie nicht die neue Aktie wollen. Wenn dann nur noch <5% hartnäckig bleiben, dann kann man die problemlos abfinden. Das muss aber auch nicht sein. Bis heute sind z.B. 0,45% der Audi-Aktien unterwegs im Streubesitz. VW könnte die jederzeit einziehen, will aber offensichtlich nicht.

    Aber bei Kraft und Heinz scheint es wohl so zu sein, dass es eine neue Aktie (The Kraft Heinz Company) geben wird. Die jetzigen Heinz-Aktionäre halten demnach dann „nur“  51% an der neuen Firma.

    Die jetzigen Kraft-Aktionäre bekommen eine 16,50 USD Sonderdividende, und entsprechend Aktien der neuen „Kraft Heinz Co“ Aktie, so wie ich das verstehe;

    Stock and cash transaction, with Kraft shareholders to receive a special cash dividend of $16.50 per share upon closing and stock in the combined company representing a 49% stake in the new company.
    Berkshire Hathaway and 3G Capital will invest an additional $10 billion in The Kraft Heinz Company; existing Heinz shareholders will collectively own 51% of the new company. (siehe Info)

    Bis 2007 war Kraft ja im mehrheitlichen Besitz (89%) von Altria. Es ist also immer Bewegung und Veränderung da. Wer weiß, was als nächstes kommt.

    @ Valueria, ja, man denkt bei Kraft an Milka (neben Käse und Mayo). Aber Milka ist eben „Mondelez“, nicht mehr Kraft.

    MS

  18. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @willihope, WB wollte früher ja niemals Technologie-Aktien haben. In Deinem Link steht auch „He said he does not intend to buy more.“ Er hat freilich noch paar Stück nachgekauft bis auf knapp 77 Mio Stück Ende letzten Jahres.

    Das darf man alles nicht so eng sehen, frei nach dem Motto: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.“ 😉

    MS

     

  19. willihope

    @Matthias

    Das ist ja nicht sein einziger Deal der kaum Gewinne brachte, von den Verlusstdeals garnicht zu reden.

     

    Ich wollte nur zeigen dass Tim und andere den WB auf ein Podest stellen wo er nicht hingehört, verlässt du dich als Anleger auf das Oracle und machst das selbe dann könnte das schnell ganz anders für dich laufen.

    Dir fehlen dann die Cashcows wie Geico und bleiben dann die Deals die vielleicht jahrelang nichts bringen!

     

    Also selber denken ist angesagt! Und zum Abschluss Kostolany: Eine Aktie ist wie ein Bus, dem darf man nicht nachlaufen, hast du einen versäumt kommt bald der nächste! 🙂

     

    Ich glaube WB sollte Kostolany lesen. Wobei IBM keine schlechte Firma ist aber Vision und Preis…..

    Aber das sagte ich ja bei Facebook auch. 🙂

     

  20. ValueriaValueria

    Danke Tim,

    danke Anna,

    danke Matthias,

    tolle Infos und sehr hilfreich! Auf jeden Fall habe ich jetzt wieder einpaar neue Namen, die sich gut in meinem Portfolio machen könnten: Mondeles und Berkshire 🙂 Mal sehen!

    Danke! Toller Blog!

  21. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Valueria, wegen Mondelez habe ich einen Schmarrn geschrieben was die Wertentwicklung betrifft. Ich habe mich auf den Google-Chart verlassen. aber dort ist zu Anfang scheinbar noch der „Kraft“-Chart drin mit gleitendem Übergang in Mondelez. Also in Wirklichkeit steht Mondelez heute höher als zu Handelsaufnahme, nicht wie von mir behauptet niedriger. Am ersten Tag des Handels (2. Oktober 2012) dieser Aktie gab es Kurse etwas über 28 USD, heute über 35 USD.

    Nur die Dividende ist halt wirklich nicht verlockend mit ca. 1,7%.

    Gruß

    MS

  22. Michael

    Was mich noch interessieren würde, da es um Kraft Foods ging. Werden die neuen Aktienanteile, die die Kraft Aktionäre bekommen werden auch wieder besteuert, wie zuletzt gahabt bei Medtronic?                                            Kann mir hier dazu jemand eine Auskunft erteilen?

    MfG Michael

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