Börsenboom: Erhöhtes Risiko für Aktienkäufe


New York, 2. Januar 2015
  • Die US-Börsen befinden sich nahe eines Allzeithochs.
  • Je höher die Kurse, desto höher das Risiko eines Rückfalls.
  • Niedrige Kurse bedeuten: Weniger Risiko.
  • Kaufen Sie im Idealfall Blue Chips während einer Korrektur.
  • Versuchen Sie, ein Aktiendepot aufzubauen, um von den Dividenden im Alter (neben gesetzlich. Rente etc.) leben zu können.
  • Die Bundesregierung muss mehr für die Altersvorsorge tun, um das Problem der Armut im Alter zu bekämpfen.

Ich hoffe, Sie sind gut ins Neue Jahr gekommen. Ich wünsche Ihnen alles Gute, Erfolg, Gesundheit, Zufriedenheit und Glück!

Feuerwerk in New York über dem Hudson River.

Feuerwerk in New York über dem Hudson River.

Lassen Sie mich einen Blick auf die Börse werfen. Kürzlich überwand der Dow-Jones-Index die historische Marke von 18.000. Manch ein Experte feierte den Rekordstand als einen tollen Erfolg. Der DAX befindet sich auf einer massiven Klettertour.

Als Kind lernte ich, Dinge zu hinterfragen. Ständig belästigte ich Erwachsene mit Fragen: Warum? Wieso? Weshalb? Es ist wieder an der Zeit sich kindliche Fragen zu stellen, wenn Sie auf die Rekordbörsen blicken.

Der britische Broadcaster BBC zitierte Cameron Hinds, einen Investmentmanager von Wells Fargo Private Bank, mit den Worten:

Du musst verstehen, dass der Ausstoß der US-Wirtschaft auf einem Allzeithoch angekommen ist. Ebenso sind die Unternehmensgewinne auf einem Allzeithoch. Börsenhaussen enden normalerweise nicht aufgrund ihres hohen Alters. Sie enden tendenziell auf Basis einer Rezession oder Überbewertung und eventuell auf Basis von politischen Fehlern. Wir sehen nichts dergleichen am Horizont.

Ich habe seine Aussage grob ins Deutsche übersetzt. Im englischen Original sagte Herr Hinds:

„You have to understand that US economic output is at an all-time high and corporate profits are at an all-time high. Bull markets typically don’t die purely of old age, they tend to die of recessions and overvaluation and perhaps policy mistakes, and we don’t see any of those on the horizon.“

Ich finde es erstaunlich, wie zuversichtlich Banker Hinds ist. Das lässt mich nachdenklich werden.

Was bedeutet das für Sie als Anleger? Immer vorsichtig sein. Den Monster-Crash im Jahr 2008 hatte auch niemand vorhergesehen. Nach dem Höhenflug muss irgendwann eine Pause, Korrektur, Crash folgen. Das ist etwas ganz Natürliches.

Sparen Sie auf Sicht von Jahrzehnten. Eine Korrektur ist etwas Herrliches. Vor allem wenn Sie die Zeit nutzen, um Aktien zu kaufen. Dann bekommen Sie nämlich mehr Anteilsscheine eines Unternehmens. Sind die Kurse niedriger, sinkt das Risiko. Stehen dagegen die Kurse oben, steigt das Risiko.

In den Medien und untern Bankern wird gerne dieser Zusammenhang andersherum dargestellt. Dergestalt, dass hohe Kurse großartig sind. Sinkt die Börse, wird das als schlecht skizziert.

Von diesem generellen Gedankengut sollten Sie sich loslösen. Denken Sie so: Hohe Kurse sind schlecht. Niedrige Kurse sind ein Geschenk.

Kaufen Sie in Korrekturen mehr Aktien. Machen Sie das über lange Zeiträume. Zehn bis 20 Prozent ihres Einkommens sollten Sie versuchen, zu sparen. Es bieten sich vor allem die Blue Chips an. Wenn Sie das Ihr Leben lang tun, werden Sie einen goldenen Ruhestand genießen können. Sie können im Idealfall von den Dividenden ihre Ausgaben bestreiten. Und brauchen Ihr Vermögen nicht restlos aufzubrauchen. Das Vermögen aufzubrauchen ist nämlich eine finanziell ziemlich riskante Sache, wenn Sie älter werden, als Sie sich ausmalen können.

Versuchen Sie von den Dividenden, der gesetzlichen Rente und anderen Einkommensströmen (Mieteinnahmen etc.) leben zu können. Es hat andere Vorteile: So brauchen Sie sich um Kurskorrekturen keine Sorgen im Alter machen. Sie können Ihren Kindern etwas hinterlassen.

Die Altersvorsorge sollten Sie sich wie einen uralten Baum vorstellen: Er wächst langsam mit den Jahrzehnten. Je mehr Zeit Sie sich nehmen, desto größer wird der Baum. Im Idealfall können Sie im Alter vom den Früchten (Dividenden) leben und den Baum an Ihre Kinder  bzw. Ihre Liebsten vererben.

Die Altersvorsorge sollten Sie sich wie einen uralten Baum vorstellen: Er wächst langsam mit den Jahrzehnten. Kaufen Sie Blue Chips. Im Idealfall greifen Sie beherzt in Börsenkorrekturen/Crashs zu. Je mehr Zeit Sie sich für den Vermögensaufbau nehmen, desto größer wird der Baum. Im Idealfall können Sie im Alter von den Früchten (Dividenden) leben und den Baum an Ihre Kinder bzw. Ihre Liebsten vererben.

Viele Menschen schaffen es nicht, ausreichend vorzusorgen. Versuchen Sie das zu ändern. Nehmen Sie Ihre Ausgaben kritisch unter die Lupe. Oftmals geben wir Geld für Dinge aus, die wir gar nicht brauchen. Oder wir unterschätzen die Kosten. Denken Sie an Restaurantbesuche, Handys, Autokäufe, Rauchen, Reisen… (Ich muss mich diesbezüglich auch bessern. So habe mich mir im vergangenen das teure iPhone 6 geleistet, was mich über 1000 Dollar gekostet hat.)

Passen Sie auf, wenn Sie Sparverträge wie Riester oder Kapitallebensversicherungen abschließen. Leider gibt es unter den Anbietern Provisions- und Gebührenhaie. Unterm Strich springt oftmals keine vernünftige Rendite heraus.

Die gesetzliche Rente reicht künftig nicht mehr aus. So sinkt das Absicherungsniveau der Rentenversicherung in den kommenden Jahrzehnten unter 50 Prozent. Die Lücke zwischen dem Arbeitseinkommen und der Rentenzahlung wird also größer.

Ich finde, es war ein Fehler, was die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) tat: Sie hat mit der Einführung der Riester Rente die gesetzliche Rente massiv geschwächt.

Die Merkel-Regierung tut zu wenig, um den damaligen Fehler auszumerzen. Das Sparen fürs Alter muss steuerlich stärker gefördert werden. Allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein sind die renditeschwachen Riester-Renten-Dinger.

Gegen Altersarmut muss mehr getan werden. Produktivkapital wie Aktien bieten langfristig die höchsten Renditen. Ausreichend gestreut wohlgemerkt. Das sollte gefördert werden. Es ist eine Kernaufgabe des Staates den Menschen zu helfen, eine vernünftige Altersvorsorge aufzubauen. Leider ist das in Berlin noch nicht angekommen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Börsenboom: Erhöhtes Risiko für Aktienkäufe

  1. Couponschneider

    Aufgabe der Politik sollte es nicht nur sein, bei der Altersvorsorge zu helfen, sondern beim Vermögensaufbau. Vermögensaufbau ist universeller. Von Vermögen hat man schon in der Mitte seines Lebens etwas, z. B. Dividendeneinnahmen, die man für Urlaube verwenden kann.

  2. Stefan

    Da jedoch der Politik-Abschaum kein Interesse am Bürger hat, sondern von Lobbyisten gesteuert wird, bleibt der Appell an die Politik eine Wunschvorstellung!!!

  3. DERKRIGR

    Aufgabe der Politik sollte in erster Linie sein beim Vermögensaufbau der Bürger reichhaltig Rahm abzuschöpfen (Abgeltungssteuer)!

    Und wenn für Leute wie unsereins nicht mehr genug zum Leben da ist, dann muss bei den Vermögensaufbauenden eben noch mehr Rahm abgeschöpft werden. So einfach ist das!

  4. Michael

    Hallo,

    vielen Dank für diesen informativen und interessanten Blog!

    Ich lese schon lange die Einträge in diesem Blog und habe schon einige Denkanstöße bekommen und teilweise für mich nutzen können.

    Ich lese immer wieder, wie auch in diesem Eintrag,:

    „…Produktivkapital wie Aktien bieten langfristig die höchsten Renditen. Ausreichend gestreut wohlgemerkt…“

    Was bedeutet nun „ausreichend gestreut“ für den privaten Kleinanleger, der fürs Alter vorsorgen möchte?

    Viele Einzeltitel diversifiziert nach Bereichen und Ländern und wenn, wie viele oder doch vielleicht mehrere ETF´s besparen?

    Was ist eine gute Lösung, die auch recht einfach umzusetzen wäre?

    Einzelaktien wählen, die es evtl. in mehreren Jahrzehnten noch geben könnte ( aber wer weiß das schon?)  und diese, regelmäßig besparen oder wie

    kann ich Aktien am besten für mich nutzen?  Wie ist Ihre Meinung dazu?

    Viele Grüße

    Michael

  5. Alexander

    Gesundes Neues allen.

     

    Die Frage ist immer, wie man Risiko definiert.

    Nehmen wir ein gesundes Unternehmen, dass nach Lage der Dinge die nächsten Jahre weiterhin Gewinne erwirtschaftet und seine Dividenden bezahlt. Für jemanden, der auf Kursgewinne spekuliert, besteht natürlich das Risiko Kursverluste hinnehmen zu müssen, wenn er bei relativ hoher Bewertung einkauft. Wenn er dann verkauft, tja Verlust eingefahren.

    Was hat ein Langfristanleger für Risiko, der nicht auf Kursgewinne spekuliert? Sein Verlustrisiko ist die geringere Dividende.

    Ein Beispiel:

    Eine Aktie kostet 100 € und ein Anleger kauft für 2.000 € 20 Aktien. Die Dividendenrendite beträgt 2,5%. Der Anleger erhält also 50 € Dividende (brutto).  Der Kurs korrigiert um 30%, er hätte also 28 Aktien kaufen können, die ihm 70 € Dividende bringen. Also erleidet er auf Dauer 20 € „Verlust“ pro Jahr. Inklusive möglicher Dividendensteigerungen läppert sich das auf Sicht von 30 Jahren durchaus zusammen. Wobei ich nicht von Verlust, sondern lieber von entgangenem Ertrag rede. Nur kann man unter Umständen Jahre auf eine Korrektur warten und man ist nie dabei. Es spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, auch bei rel. hohen Kursen zu kaufen und bei Korrekturen nachzulegen.

     

    @Michael

    Über eine ausreichende Streuung streiten sich die Experten seit Jahren. Meine Meinung ist relativ einfach. Man nehme sich z. B. 10 Branchen, die relativ konjunkturfest sind (Pharma, Nahrung, Energie etc.) und suche sich je 2 Unternehmen, die weltweit tätig und marktführend in ihrem Bereich sind. Sie sollten seit Jahren kontinuierlich Dividende zahlen, besser noch steigern. Diese wachsen in der Regel auch noch mehr oder weniger. Hat man 20 Unternehmen, kann man diese regelmäßig besparen. Ob diese nun in USA oder Deutschland sitzen, ist rel. egal. Da sie weltweit tätig sind, spielt das kaum eine Rolle. Hier spielt vielleicht die Steuer eine größerer Rolle. Bei 20 Unternehmen steckt in jedem Unternehmen gerade mal 5 % des Kapitals und selbst ein Konkurs würde einen nicht in den Ruin treiben. Ob nun 12 oder 30 Unternehmen dürfte langfristig kaum einen Unterschied machen.

    Mit diesem Denkansatz kann man vielleicht starten und diesen an seine persönlichen Verhältnisse anpassen. Wichtig ist, dass man sich wohl fühlt. Wenn das zu viel „Arbeit“ ist, 3-4 ETF raussuchen und einen Sparplan anlegen, was sehr viele Banken mittlerweile anbieten. Mir persönlich gefällt dies allerdings weniger.

     

  6. L.K.

    Wenn ich die unsympathischen Aktien im Plus hätte, werde ich sie gleich verkaufen = BCS, RBS, LLD, BAC, C und CEZ. Für das Geld werde ich dann sofort die sympathischen Aktien zukaufen, die ich ewig halten will und meine Dividenden würden dann sofort 700 Euro monatlich und jährlich 5% bis 10% steigen. Doch diese Aktien BCS, RBS, LLD, BAC, C und CEZ machen leicht +100% in wenigen Jahren, bestimmt früher als in 5 Jahren, so dass ich denn Umtausch bald erlebe.

  7. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Michael

    Danke für das Lob.

    Ich denke so an 15 bis 20 Aktien. Vielleicht ein paar mehr. Im DAX, Dow Jones 30, S&P 500, ATX, Schweizer SMI sind exzellente Firmen zu finden. Ideal finde ich Marktführer, die mit einer ausreichenden Historie, mit Dividenden überzeugen. Ein ehrliches, faires Management, das hohe Risiken scheut. Gutes Image. Um Dir ein Beispiel zu geben, habe ich diesen Artikel hier gewählt, den ich vor vielen Jahren geschrieben habe:

    http://timschaefermedia.com/meine-vier-aktien-bis-zur-rente/

    Wem die Einzelauswahl so nervig ist, der setzt auf einen Indexfonds. Und gespart den über Jahrzehnte hinweg. Auch hier gilt: In Krisenphasen mehr investieren.

  8. Michael

    Danke erst einmal für die schnellen Antworten!

    Den verlinkten Artikel kannte ich schon, aber danke!

    Mir geht es auch eher um die Vorgehensweise.

    Wenn ich also erst einmal „meine“ Aktien ausgesucht habe, versuche ich diese regelmäßig über einen, wenn möglich. langen Zeitraum zu besparen?

    Wenn also Geld vorhanden ist, diese Aktien in „guten“ und in „schlechten“ Zeiten einfach aufstocken?

    Klingt doch zu simpel. Welche Schwierigkeiten gibt es noch zu beachten, abgesehen von der erstmaligen Auswahl?

     

     

  9. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Michael

    Die größte Schwierigkeit ist das Durchhalten über viele Jahrzehnte. Daran scheitern die meisten. Ein weiteres Problem ist es: Unten zuzukaufen. Anleger reden davon, contrarian zum Markt zu handeln. Aber wirklich tun es die wenigsten (weil es verdammt schwierig ist).

    Bei der Auswahl neigen Anleger zum hohen Risiko. Das ist ein weiteres Problem.

    Ich bin ein Fan von einfachen Dingen: Windeln, Hotels, Farben, Öl, Türen, Cremes, Parfüm, Fliesen, Brot… altes Zeug. Diese Hersteller können den Wandel besser meistern, weil sich wenig ändert. Um das Risiko zu minimieren, ist das Streuen wichtig.

  10. Alexander

    Die Psychologie ist bei weitem das Schwierigste. Man muss es selber erlebt haben. Ich habe eine Aktie im Depot, die erst 90% verloren hat, um danach um über 3.000% zu steigen. Waren verdammt harte Zeiten.

     

    Am besten einfach 2 oder 3 Titel kaufen und sich beobachten, wie man mit Kursschwankungen klarkommt. Ist halt eine spezielle Art zu investieren (nicht spekulieren!). Kannst Dir auch überlegen, welche Firma Du gern ganz besitzen würdest. Wo Du einfach stolz wärst, wenn sie Dir gehört. Wenn schon nicht ganz, warum dann nicht wenigsten einen Teil? Die Buy & Hold -Strategie erfordert gewisse mentale Voraussetzungen, aber die kann man lernen.

  11. Felix

    Ich glaube eher an Megatrends und dazu zählen für mich:

    * vollständige Digitalisierung der Welt: Google, Microsoft, Cisco, …

    * Gesundheit und Älter werden: Stryker, Roche, Essilor, Gilead, …

    * gesunde Ernährung

    * grüne Energie

    usw.

     

  12. Thomas

    Hallo,

    vielen Dank für diesen informativen und interessanten Blog!

    Mich würde interessieren, was Sie von den immer weiter in Mode kommenden SocialTrading Plattformen halten. Als bsp. wäre hier Wikifolio genant, wo auch unter anderem die Fachzeitschriften Börse Online und Euro am Sonntag mit zwei großen Wikifolios vertreten sind.

    Halten Sie so etwas für den mittelfristigen Vermögensaufbau für dienlich oder sollte man diese „Fonds“ meiden? Ich muss zugeben, dass ich den oben genannten beiden Wikifolios eher vertraue als manch anderem auf dem Markt erhältlichen.

  13. Timmy

    @Tim

    Verstehe ich das richtig – entgegen Deiner sonstigen Meinung rätst Du aktuell vom Aktienkauf (auf diesem Niveau) ab?

    Der Konsens erscheint mir ebenfalls zu positiv. „Alle“ erwarten ein QE der EZB (ok, Draghi muss liefern sonst sehen wir ein Blutbad am Anleihenmarkt), den USD auf mindestens 1,15 zum Euro, eine Zinsanhebung der FED, steigende Aktienkurse in Europa & USA.

    Ich gehe von einem sehr, sehr volatilen Jahr aus. Hier werden sich sicherlich vereinzelt Chancen ergeben.

  14. Alexander

    Wikifolios sind meiner Ansicht nach deshalb interessant, da sie sehr durchsichtig sind und man genau weiß was gemacht wird. Daher könnte man das eine oder andere durchaus beimischen. Ganz würde ich nicht auf Wikifolios setzen. Nachteilig ist, dass man keine Dividenden erhält, wenn man darauf setzt (so wie ich). Man kann jedoch mit geringen Mitteln eine breite Streuung erreichen. Bei Wikifolios Einzelner ist man allerdings von dieser Person abhängig, wenn der oder sie keine Lust mehr hat, wird das Teil geschlossen und das kann bei schwachen Börsenphasen unangenehm sein.

    Ist aber wohl auch Geschmacksache. Man hat weniger Aufwand als bei Einzelwerten.

  15. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Timmy

    Es gibt noch günstige Aktien.

    Aber insgesamt ist die Börse schon recht teuer geworden. Das billige Geld treibt die Kurse. Für Spargroschen gibt es keine Zinsen. Deshalb rennen alle in Aktien. Es ist etwas viel Euphorie im Spiel. Natürlich kann die Rallye noch Jahre andauern. Wann die Korrektur bzw. der Crash kommt, weiß niemand so genau. Wer auf Monatsbasis Aktien kauft und das automatisiert macht, sollte das weiter machen. Wer nur hin und wieder zuschlägt, schaut sich besser intensiver die Bewertungen an.

     

    @ Alexander

    Wikifolio hat viele positive Aspekte. Ein Pluspunkt ist die extrem hohe Transparenz. Man kann mit so einem Portfolio sicherlich erfolgreich sparen. Ein kleiner Nachteil sind die Kosten. In den USA gibt es bereits Null-Dollar-Broker wie Robinhood, wo Du gratis Aktien kaufen kannst:

    https://www.robinhood.com

    (Google ist an Robinhood beteiligt.)

    Es ist, wie es Alexander völlig richtig sagte, eine Geschmackssache. Weil ich ein Anhänger des Buy-and-Holds bin, kommen die meisten Wikifolios für mich nicht in Frage.

  16. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Moin Moin,

    Wikifolio ist ganz witzig, aber investieren würde ich bestimmt nicht. Hier wird oft gern über vermeintlich teure Gebühren bei Fonds, bzw. ETFs gewettert. Bei Wikifolio hat man nicht einmal einen Fonds, sondern ist stolzer Besitzer eines L&S-Zertifikats, zahlt aber auch Verwaltungs- und Performance-Gebühren. Das ist nur interessant für den Initiator des Zertifikats, damit man sich über die Gebühren ein paar Euros verdient. Dann doch lieber einen richtigen ETF von Profis, der auch noch was ausschüttet.

    Probleme sehe ich auch mit dem Fonds von Sharewise:

    http://www.de.sharewise.com/community_fonds

    Der beinhaltet die Werte der Top-10 Trader dei Sharewise. Ich war auch schon unter den 10 eine Zeit lang, aber mir war nicht wirklich klar warum. Die Berechnungsmethode scheint mir schwammig. Da landen dann Werte in dem Fonds, die vielleicht aus Jux gehandelt werden. Aber auch bei Sharewise finde ich gut, dass man auf Werte stößt, die man noch nicht kannte, würde den Fonds aber nie kaufen (auch teuer mit 5% Ausgabeaufschlag und so).

    Ich habe auch mal spaßeshalber ein Wikifolio gestartet, aber unveröffentlicht. Ist bisher seit Auflage bei 190% seit April 2013. Sinnvoll ist, dass man bei den Leuten in die Portfolios schauen und sich evtl. paar Ideen holen kann.

    Grüßle

    MS

  17. Timmy

    @Matthias Schneider

    Der Fonds ist nicht nur teuer, sondern noch schlecht dazu. -10% im Jahr 2014. Ich denke, dass hätten die Meisten auch ohne knapp 2% Verwaltungsgebühr zu zahlen hinbekommen.

    Bin gespannt darauf, wie sich ETFs im nächsten Crash verhalten werden. Da steckt eine riesige Marketingmaschine dahinter und es gibt keine Zeitung, die nicht empfiehlt, in ETFs zu investieren. Dabei werden die Konstruktionsfehler, wie Wertpapierleihe oder SWAPs, komplett ausgeblendet.

     

     

  18. Markus

    @Timmy

    Schon mal die Wertpapierleihe und die Swaps von gängigen, großen etf`s angeschaut???

    Ich denke nicht wirklich.

  19. Timmy

    @Markus

    Doch, das habe ich. Bisher ist das doch alles nur Theorie, da noch kein SWAP-Partner ausgefallen ist bzw. keine der Sicherheiten wertlos wurde. Ist doch schön, wenn Du Dich damit wohlfühlst.

    Ich persönlich tue es nicht. Und das ist für mich das Hauptkriterium. Ein weiteres Kriterium ist für mich, dass ich nicht alle Werte eines Indizes besitzen möchte (z.B. Rüstungsaktien oder eine E.On/RWE etc.) und in einer Abschwungphase die ganzen Zykliker im Depot haben möchte. Gerade in dem Punkt haben wir Privatanleger doch den Riesenvorteil gegenüber den Profis, dass wir nicht alles besitzen müssen. Ich habe 1000mal lieber ein Portfolio aus z.B. Nahrungs-, Pharma- und Konsumwerten als den Dax oder EuroStoxx bzw. Stoxx Europe, besonders wenn es zur nächsten größeren Korrektur kommt.

    Die zusätzlichen Risiken – bei allen Vorteilen, die ein ETF bietet – sind nicht wegzudiskutieren.

  20. Markus

    @Timmy

    Es ist doch ok, wenn Du dich mit Nahrung, Pharma bzw. nicht zyklischen Aktien wohler fühlst.

    Es ist ein sehr wichtiger Faktor sich mit seinen langfristigen Entscheidungen wohl zu fühlen und gut schlafen zu können.

    An sich ist es sicher nicht verkehrt auch die Risiken zu kennen.

    Durchschnittlich sind z. B. bei einem ishares mcsi world und emerging ca. 6 – 7 %, diese Leihe ist mit 112 % übersichert, Leihgaben sind z.B. Wells Fargo, Toyota, Allianz, Deutsche Bank, Canon usw…

    Bei Swaps darf das Risiko maximal 10 % des Gesamtvermögens des Fonds pro Kontrahenten betragen. Lyxor setzt als Kontrahent 1x SG ein. Dieses ist ebenso übersichert und wird täglich zurück gesetzt.

    Die systematischen Risiken sind sicher bedenkenswert!

    Allerdings gibt es wahnsinnig viele Derivate …. und sollte uns SG oder die Deutsche Bank um die Ohren fliegen, dann werden auch nicht zyklische Aktien einbrechen.

    Vom moralischen oder aus sicherheitstechnischem Denken habe ich meine Zweifel, welche Anlageform (Aktie vs. etf) die „eierlegende“ Wollmichsau ist.

    Man kann natürlich auch mischen… entsetzt dann die jeweiligen Hardliner jeder Anlagerichtung.

    Menschen sind emotionale Wesen… ob ich emotional einer Berkshire oder einem S&P 500 mit Value-Komponente vertraue ist Glaubensfrage, die nur garantiert in der Vergangenheit werden kann. Die Zukunft ist ungewiss und auch die vielfältigen Ängste, Hoffnungen und der Glauben…

    Wenn ich das halbe Leben lang nur dem Geld hinterherjage und nicht lebe…. im Prinzip muss ich bereit sein Risiko zu tragen, Geld zu verlieren, etwas zu riskieren und zu leben. Die 10 % p. a. Garantie gibt es nicht. Zudem nagen Inflation, Steuern, Kosten, emotionale Fehler u. v. m. daran.

  21. Pingback: Aus anderen Finanzblogs – KW 02/2015 u.a. mit Deutsche Telekom, Merck, Bilfinger, Gazprom, Balda, DAX | Kapitalmarktexperten.de

  22. willihope

    Also Wikifolio sollte man schon verstehen bevor man die kauft!!!!

    Es sind Zertifikate die Lange u Schwarz rausgben, bitte erstmal nachsehen um welche Summen es bei Lange u Schwarz geht! Beim nächsten Crash könnten viele Wikifoliohalter Augen machen. Die Trader machen je nach Lust und Laune und die einen Wikis schlafen ein, die anderen werden aufgelöst und die nächsten in Grund und Boden gefahren!

     

    Vielleicht sollte man auch mal die Seite anschauen, nur so als Info! 🙂

     

    http://www.wikifolio.com/de/Invest/SearchWikifolio#/?tags=aktde,akteur,aktusa,akthot,aktint,etf,fonds,anlagezert,hebel&media=true&private=true&assetmanager=true&theme=true&perfever=-136;11961&perf1m=-100;4913&maxdraw=-848;0&aum=0;8950458&perf6m=-100;328&perf3m=-100;318&sharperatio=-8;13&buyint=0;2499&sortBy=maxdraw&sortOrder=desc

     

    Also da halte ich ja einen ETF mit bis zu 1% Gebühr für besser.

    Aktien für die Altersvorsoge zu kaufen ist für einen ohne Plan nicht so einfach, wieviel Steuern zahle ich im jeweiligen Land? (Holland, GB here günstig, CH viel zu teuer, DE zu gierig, FR zu gierig, OE zu gierig, Zypern zu gefährlich und und und..) Die EU ist eher nix für die Altersvorsorge, besser die US Dinosaurier bei einem Broker und US oder GB.

     

    Oder was man ja auch mit seinem Auto oder Computer macht = zum Fachman gehen! 🙂

    Ich weiss der Geiz, der kostet aber auch was! 🙂

     

  23. Pingback: Nr. 59: Interview mit dem Finanzjournalisten Tim Schäfer - Geldbildung

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