Angst, Logik, Arbeit, Träume, Ziele


New York, 11. Januar 2015

Ich denke oft über die Welt nach. Wie funktioniert sie? Macht es Sinn, Angst zu haben?

Als ich aufwuchs, plagte mich die Angst. Ich hatte Angst eines Tages vor dem finanziellen Ruin zu stehen. Meine Mutter arbeitete für die Telekom. Als wir Kinder da waren, entschloss sie sich Hausfrau zu werden. Sie nähte nebenher für Verwandte und Freunde, um die Haushaltskasse aufzubessern. Sie kürzte Hosen, setzte Gardinen zusammen. Das Geld war knapp.

Mein Vater ist gelernter Schlosser. Er baute als Jugendlicher in Mannheim Busse zusammen. Als er volljährig wurde, wanderte er in die USA und nach Kanada aus. Er schuftete in Fabriken. Für ein paar Dollar die Stunde. Nordamerika erlebte damals einen Boom. Und brauchte händeringend Arbeiter.

Als er später zurück nach Deutschland kam, arbeitete er als Außendienstler. Erst für eine Süsswarenfirma. Dann für den Kaffeeriesen Melitta. Später für den Rasiererhersteller Gillette.

Mein Vater Anfang der 1960er Jahre in New York

Mein Vater Anfang der 1960er Jahre in New York. Er verlor seinen Vater im Zweiten Weltkrieg an der Front. Er wollte sich einen Lebenstraum in Nordamerika erfüllen. Sein Werdegang motivierte mich, nach New York zu gehen.

Meine Oma lebte von Sozialhilfe. Ihr Leben war ein Trümmerfeld. Sie hatte bis zu ihrem Tod Albträume. Warum? Sie wuchs während des Dritten Reichs in Berlin auf. Sie hasste die Nazis und den Krieg. Sie verlor fast ihre gesamte Familie in Konzentrationslagern. Mein Onkel hasste den Krieg. Ihn quälen noch heute Erinnerungen. Wenn die Sirenen in Mannheim heulten, rannten alle in die Bunker. Wenn in der Panik Kinder oder Senioren umfielen, trampelte die Menschenmasse über sie. Jeden Tag starben, wenn Alarm war, ein bis drei Menschen in der Panik.

Diese Erinnerungen beschäftigen ihn bis heute. Er sagt: „Hitler war ein Drecksack.“ Mein Onkel ist ein absoluter Pazifist. Kein Wunder. Sein Vater musste für Hitler in den Krieg ziehen. An die Front. Tief in Russland. Er kam nie zurück. Vermisst. Bis heute. Für ein Kind in diesen grauenvollen Zeiten ohne Vater aufzuwachsen ist der reinste Horror.

Meine Familie ist aufgrund des Krieges extrem dezimiert. Und die, die überlebten, litten ihr Leben lang unter dem Dritten Reich.

Als mein Vater die Karriereleiter beim Rassierer-Giganten hinauf ging, ging es uns finanziell besser. Aber Sie wissen ja. Kaum geht es einem besser, kommt schon die nächste Herausforderung: Meine Eltern träumten vom Eigenheim. Sie wollten nicht mehr in der Mietwohnung leben. Es war zu eng. Zu viert in der Dachwohnung. Im Sommer war es heiß. Es glühte regelrecht in meinem Zimmer.

Wir sparten also für ein Haus. Es kam die nächste finanzielle Herausforderung. Eine Hypothek. Eine Hochzinsphase kam. Kaboom! Erneut war es ein Kampf am Monatsende alle Rechnungen pünktlich bezahlen zu können.

Manchmal flossen Tränen, wenn es mal wieder knapp wurde. Knapsen. Das beschäftigte mich. Ich bekam Angst. Ich habe es hier schon erzählt, dass mich meine Familie mit dem Bus alleine von Mannheim nach Athen fahren ließ, um bei Bekannten einen Urlaub nahe der Akropolis zu verbringen. Es fehlte das Geld für ein Flugticket.

Meine Mutter brachte mir bei: Nicht jeder Wunsch lässt sich erfüllen. Ich bin ihr dankbar, das als Kind gelernt zu haben. Sie sagte: „Was? Du willst diese Cowboystiefel. Keinen Cent habe ich dafür. Da musst Du selbst zusehen, wie Du das Geld zusammen bekommst.“ Ich sparte. Teilte Zeitungen aus. Und kaufte sie nach einer Zeit des Sparens.

Als ich einen Ledergürtel von einer bekannten Zigarettenmarke wollte, sagte sie: „Nein. Den Gürtel musst Du selbst kaufen.“ Meine Mutter zahlte immer für alles, was nötig war. Und für Dinge, denen sie in irgendeiner Form zustimmen konnte. Wir gingen bei C&A und Aldi einkaufen. Immer nur das Nötigste. Auf Flohmärkten kauften wir Möbel. Wir gingen campen. Wir liehen uns das Wohnmobil von Freunden. Geld für ein Hotel hatten wir nicht.

Im Kindergarten und in der Schule war ich schüchtern. Extrem schüchtern. Auf Fotos stehe ich meist im Hintergrund oder am Rand. Ich zählte entweder zu den Schlusslichtern, wenn es die Notenhefte gab oder ich lag ganz vorne.

Mein Bruder lag stetig vorne. Er war Klassenbester oder Klassenzweiter. Er saugte Bücher wie Schwämme auf. Sein Wissensdurst war enorm. Er lernte sogar Russisch. Einfach so. Aus reiner Neugierde. Freiwillig. Ich dachte: „Oje. Warum gerade Russisch? Das ist doch verdammt schwierig? Nichts für mich.“ Er spielte Klavier. Wie ein Star. Er war im Schachclub. Er liebte die Schule. Er konnte endlos mit den Lehrern diskutieren, philosophieren. Er liebte das Lernen. Er liebte die Uni.

Er wurde mein Vorbild. Genauso meine Mutter. Sie spricht fließend Englisch. Und mein Vater natürlich. Ich fand seine Karriere faszinierend. Wie er ohne Vater aufwuchs. Wie er auswanderte. Wie er sich durchkämpfte. Ohne Familie. Ich fand das beachtlich. Sie kennen ja den Spruch: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ Die Amerikaner nennen das: „The apple does not fall far from the tree.“ In meinem Leben gibt es so viele Parallelen. Der Werdegang meiner Eltern, meines Bruders.

Was anders bei mir war, war die Faszination für die Börse. Ich wollte lernen, wie man reich wird. Vielleicht auch, weil ich phasenweise in familiären Finanznöten aufwuchs. Und klar, weil in meiner Familie und in vielen anderen auch finanzielle Fehler gemacht wurden.

Ich studierte BWL. Landete im Controlling bei der Stadt Mannheim. Von morgens bis abends ging es nur um Kosten. Ich erfasste Zahlenkolonnen in Excel-Tabellen. Endlos. Ich habe gelernt. Ich weiß, was für ein Vermögen in der Kanalisation steckt. Millionen. Zum Teil liegen 80 Jahre alte Leitungssysteme unter der Straße. Das muss alles abgeschrieben werden. Es geht um kalkulatorische Kosten, die Verbraucher schon heute zahlen müssen – für den Fall der Fälle, wenn eben die Leitung eines Tages erneuert werden muss.

Ich lernte über Gebäudekosten, über Gemeindebeschlüsse, über Abrechnungsfälle. Kosten. Kosten. Kosten.

Ich sah, was für Kosten in der Beschaffung des Klinikums anfallen. Ich weiß, was eine Hüftpfanne kostet. Was Verbände verschlingen. Was die Müllabfuhr für einen enormen Aufwand hat. Was ein Hallenbad kostet.

Irgendwann waren mir die Excel-Tabellen zu nervig. Ich wollte etwas anderes machen. Studierte Journalismus. Kombinierte es mit der Börse. Seitdem konnte ich etliche schlaue Börsianer sprechen. Ich reiste drei Mal zu Warren Buffetts Hauptversammlung nach Omaha. Ich stellte Buffett ein paar Fragen. Ich interviewte Charlie Munger. Howard Marks. Jack Bogle, Wilbur Ross… Ich sah massenhaft Vorstände. Andere Promis. Ich ging auf Konferenzen. Dort lernte ich an drei Tagen wofür andere Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, brauchen. Ich war in Vorstandsetagen. In Großbanken. Bank of America. Goldman Sachs. Citigroup. Commerzbank. Deutsche Bank…

Ich sah Bill Ackman und sein Team, David Einhorn. John Paulson… Der ein oder andere redete in kleiner Runde.

Dieses Foto habe ich von Warren Buffett in Omaha auf seiner Hauptversammlung gemacht. Ich war drei Mal auf seiner HV.

Dieses Foto habe ich von Warren Buffett in Omaha auf seiner Hauptversammlung gemacht. Ich war drei Mal auf seiner HV.

Hedgefondsstar David Einhorn auf dem Value Investor Congress in New York

Hedgefondsstar David Einhorn auf dem Value Investor Congress in New York

L1070079

Milliardeninvestor Wilbur Ross: Er erklärte mir, wie er in angeschlagene Konzerne wie die Bank of Ireland investierte.

Indexfonds-Legende Jack Bogle. Ich traf ihn an der Wall Street. Er lebt ganz einfach. Er reist mit dem Zug. Isst gerne Erdnussbutter-Brote. Seine Firma Vanguard ist die größte Fondsgesellschaft der Welt. Der Konzern ist genossenschaftlich organisiert. Bogles Privatvermögen umfasst ein paar Millionen. Mehr nicht.

Indexfonds-Legende Jack Bogle. Ich traf ihn an der Wall Street. Er lebt ganz einfach. Er reist mit dem Zug. Isst gerne Erdnussbutter-Brote. Seine Firma Vanguard ist die größte Fondsgesellschaft der Welt. Vanguard ist genossenschaftlich organisiert. Anders ausgedrückt: Der Gewinn geht zurück an die Kunden. Bogles Privatvermögen umfasst ein paar Millionen. Mehr nicht.

Ich erlebte den Untergang von Lehman Brothers. Auch das war eine Erfahrung.

Ich erlebte den Untergang von Lehman Brothers. Auch das war eine Erfahrung.

Als die Investmentbank Lehman Brothers pleite ging, herrschte Chaos am Haupteingang. Mitarbeiter verließen in Tränen das Gebäude mit ihrem Hab und Gut in den Händen.

Als die Investmentbank Lehman Brothers pleite ging, herrschte Chaos am Haupteingang. Mitarbeiter verließen in Tränen das Gebäude mit ihrem Hab und Gut in den Händen.

Kamera-Teams sprachen mit Mitarbeitern. Die Börse bebte in diesen Tagen.

Kamera-Teams sprachen mit geschockten Lehman-Mitarbeitern. Die Börse bebte in diesen Tagen. Während Panik herrschte, begann Warren Buffett, sich am Aktienmarkt einzudecken. Lehman ging im September 2008 pleite. Im Oktober gibt Buffett bekannt, sich mit Wertpapieren einzudecken.

Ich erlebte Bill Clinton. Donald Trump. Michael Bloomberg. Ich lernte ständig dazu. Vor allem machte ich mir Gedanken über logische Zusammenhänge. Über den gesunden Menschenverstand. Bloomberg denkt zum Beispiel extrem logisch. Jeder Satz macht Sinn. Es leuchtet extrem ein.

Ich bin von diesen klaren Gedanken begeistert. Ich schildere Ihnen, was ich meine: Befassen wir Menschen uns intensiv mit einem Thema, sagen wir, mit dem Sparen. Lesen wir darüber und setzen wir uns Ziele, werden wir besser. Das ist einfach so. Es ist wie ein Gesetz. So sieht es jedenfalls Milliardär Michael Bloomberg, der die gleichnamige Finanzagentur gegründet hat und Bürgermeister von New York war.

Mario Gabelli hat in meinem Interview auch diese extreme Logik geschildert. Alles leuchtet ein. Der New Yorker Value-Investor sagt zum Beispiel: Wenn Du besser in Deinem Job werden willst, musst Du mehr arbeiten als die anderen.

Es geht darum, bestimmte Dinge nicht endlos aufzuschieben. Wenn wir uns anstrengen, können wir etwas erreichen. Es ist alles eine Frage der Zielsetzung. Eine Frage der Gedanken, der Motivation. Das lernte ich schnell. Bloomberg, Buffett oder Charlie Munger sprechen darüber. Es ist faszinierend.

Buffett sagt, wenn Du ein besserer Mensch werden willst, musst Du Dich schlicht mit besseren Menschen umgeben. Es ist alles so einfach. Aber wir Menschen machen es so schwer.

Ich lernte, dass diese Menschen extrem hart arbeiten. Sie lieben, was sie tun.

Ich merkte: Nichts fliegt einem im Leben einfach zu. Auch ihnen nicht. Wir müssen uns schon anstrengen. Jeder hat Möglichkeiten, Chancen. Ja, Fehler passieren allen. Aus ihnen lernen die Erfolgreichen mehr als andere. Sie machen sie stärker. Jeder Erfolgreiche ist schon hingefallen. Sportler. Manager. Sänger. Milliardär. Hedgefondsstar.

Das Leben verläuft in Aufs und Abs. Dieses Phänomen ist überall zu finden. Ich möchte mich mehr auf die guten Entwicklungen fokussieren – statt auf die schlechten. Extreme Optimisten sind Herr Clinton, Buffett, Bloomberg, Trump. Sie wollen sich ständig verbessern. Sie geben nie auf. Sie lernen permanent. Pessimisten geben auf und kommen nicht weiter. Buffett, Soros, Carlos Slim oder John Paulson sind aber auch Realisten. Sie können Euphorie an den Wertpapiermärkten sofort erkennen. Sie erkennen Chancen. Besser als andere.

Die Erfolgreichen netzwerken. Buffett begann seine Karriere in der Finanzfirma von Professor Benjamin Graham. Sie wurden Freunde fürs Leben. Graham, der Vater des Value Investings, war ein Legende.

Zurück zur Logik. Bei manchen Dingen können sich Experten anstrengen, wie sie wollen, sie versagen mehrheitlich. Acht von zehn Fondsmanagern schnitten schlechter als die Börse im vergangenen Jahr ab. Anders ausgedrückt: 80 Prozent versagten. Es ist ein Naturgesetz: Niemand kann hellsehen. Nach Abzug der Transaktionskosten und der teils hohen Managementgebühren bleibt unterm Strich nichts hängen. Bei den 20 Prozent können Glücksritter drunter sein. Ein Jahr sagt nicht wirklich viel aus. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Aber bei Buffett, George Soros, Carl Icahn, Peter Lynch war das anders. Das ist schon beachtlich. Soros hat übrigens den Holocaust überlebt. Er hat aus dem Nichts dieses gewaltige Vermögen aufgebaut. Seine Karriere ist die beeindruckendste von allen, wenn Sie sich vor Augen führen, durch was für ein Leid dieser Mensch in jungen Jahren musste.

Eine andere Logik des Lebens lautet: George Soros, Bloomberg, Buffett, Clinton machen Sport. Sind Menschen ausreichend sportlich aktiv, altern sie nicht so schnell. Sport hält uns jung. Wir wissen das im Endeffekt alle. Es leuchtet ein. Die Zusammenhänge sind derart klar, dass es fast schon erschreckend ist. Nur: Menschen werden von ihrer eigenen Faulheit allzu oft heimgesucht.

Die Börsenaltmeister sind vergeben, sie sind alle verheiratet. Soros heiratete zum dritten Mal. Er gab der Gesundheitsberaterin Tamiko Bolton das Ja-Wort.

Menschen, die verheiratet sind und mit einem Partner durch dick und dünn gehen, sind zufriedener als Singles. Ist eigentlich logisch: Es schafft Stabilität, Vertrauen, Stärke. Aber Heirat macht nur Sinn, wer den Freund bzw. die Freundin fürs Leben gefunden hat.

Langfristig zusammenzuhalten, Ziele zu haben, ehrlich zu sein, gesund zu leben – das zahlt sich im Seelenleben aus. Stress, Angst, Zweifel – kriegen wir Menschen wohl so besser in den Griff. All das trifft auf die Erfolgreichen zu. Tiefpunkte im Leben hatten sie.

Eine andere Logik: Wer gute Manieren hat, freundlich ist, anderen hilft, bekommt Hilfe zurück. Was auf die erfolgreiche Menschen zutrifft, trifft auf Firmen zu.

Ein Unternehmen, das nützliche Produkte anbietet, zufriedene Kunden sowie Mitarbeiter hat, ist erfolgreich. Wer die Probleme der Menschen am besten löst, ist erfolgreich. Denken Sie an Nike, Adidas, Disney, Aldi, Lidl, Apple, Google, Berkshire Hathaway.

Überall ist diese Logik zu finden.

Ein Mobilfunkprovider mit einem schlechten Handynetz hat schlechte Karten. Ein sehr schmutzige, überteuerte Restaurantkette hat keine Chancen. Ist doch logisch. Wie oft wird das intern geleugnet. Wie oft verkaufen Firmen schlechte Produkte. Und wollen es nicht akzeptieren.

Gehen Regierungen brutal gegen das eigene Volk vor, gegen die Interessen der Menschen, gehen die Menschen auf die Straßen, um die Regierenden aus dem Amt zu werfen. Der arabische Frühling hat das gezeigt. Ist doch logisch. Bloomberg kann darüber stundenlang referieren.

Als ich John Paulson zuhörte, war ich verblüfft, welch ein riesiger Fan er von Buffett ist. Viele himmeln Buffett an der Wall Street an. Die meisten tun es eher still und heimlich. Ich glaube, Carl Icahn ärgert sich, dass sein Image im Vergleich mit Buffett nicht so gut ist, obgleich er ja fast ein halbes Jahrhundert wie Buffett gute Renditen in die Scheune fuhr.

Carl Icahn und Bill Ackman 2014 auf der Delivering-Alpha-Konferenz des Börsensenders CNBC. Foto: Heidi Gutman/CNBC.

Carl Icahn und Bill Ackman 2014 auf der Delivering-Alpha-Konferenz des Börsensenders CNBC. Ich habe das Gefühl, dass Carl Icahn enttäuscht ist, weil sein Image nicht so sauber wie das von Warren Buffett ist. Foto: Heidi Gutmann/CNBC.

Hedgefonds-Lenker John Paulson: Sein großes Vorbild ist Warren Buffett. Foto: CNBC, Delivering Alpha-Conference in New York.

Hedgefonds-Lenker John Paulson: Sein großes Vorbild ist Warren Buffett. Foto: CNBC, Delivering Alpha-Conference in New York.

Etliches habe ich von Buffett gelernt. Er ist jemand, der gerne seine Weisheit mit anderen teilt. Er ist mehr als ein Anleger. Er ist vor allem ein guter Mensch. Das sind sie im übrigen alle. Die Erfolgreichen sind gute Menschen. Das war schon Benjamin Graham, der Erfinder des Value Investives, und John Templeton, der Vater des Fondskonzepts.

Als Buffett Anfang 20 war, wusste er, dass er extrem reich werden wird. Er beschloss mit seiner Gattin schon damals, sein gesamtes Vermögen zu spenden. Seine Gedanken waren immer glasklar. Er war verdammt ehrlich. Er hatte immer Ziele vor Augen. Spirituell ist er ein ganz starker Menschen. So wie Bloomberg, Soros, Paulson und all die anderen.

Ich habe mal von einem Hedgefondsmanager gehört, dass es im Leben nur um eine einzige Frage geht: „Wenn Du auf dem Sterbebett liegst und Du Dein Leben Revue passieren lässt, musst Du mit dem, was Du siehst, zufrieden sein.“

Was er damit sagen wollte: Gier führt auf Abwege. Es geht nicht ums Geld. Sondern um andere Dinge, die viel wichtiger sind.

Ich habe die große Ehre von großen Menschen wie Buffett, Bloomberg, Munger oder Bogle in persönlichen Begegnungen gelernt zu haben.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Angst, Logik, Arbeit, Träume, Ziele

  1. Fabian S.

    Toller Artikel Tim,

     

    sehr persönliche Einblicke in dein Familienleben. Danke dafür:-)

     

    Und Buffett ist ein Gott…habe schon Angst or dem Tag an dem er sterben wird…

  2. Markus

    @Tim

    Auch wenn Du wahrscheinlich auf dieses Thema nicht so viele Kommentare wie auf das vorige „Reiz-Thema“ bekommst… er war sehr gut und offen. 😉

  3. Lucke_in_den_Zoo

    Sehr berührende Geschichte, Tim!

    Nur bei der Anbetung Buffets & Co. kann ich nicht so ganz mitgehen. Sind das wirklich so feine Kerle? Ich weiss nicht.

    Dir weiterhin alles Gute!

  4. Matthäus

    Soros finde ich stark. Ich wusste bis vor kurzem noch gar nicht, dass er schon zu Zeiten des Kalten Krieges die Demokratiebewegungen in Osteuropa unterstützte. So finanzierte er bspw. die Charta 77 in Tschechien, die Solidarnosc-Bewegung in Polen, Dissidenten&Oppositionelle in Russland etc.

    Damit machte er sich damals sicherlich viele Feinde. Allerdings sollte ihm der Verlauf der Geschichte recht geben. Ich finde dieses Engagement respektabel, weil er als gebürtiger Ungar seine Herkunft nicht verleugnet und vergessen hat.

    Soros ist auch im hohen Alter ein Kämpfer. Aktuell fordert er mehr Unterstützung für die Ukraine, das Schicksal des Landes am Schwarzen Meer sei kriegsentscheidend für Europa.

    Gefährlich aus deutscher Sicht ist meiner Meinung nach, hier für die ein oder andere Seite Partei zu ergreifen, da wir objektiv ggü beiden Länder eine historische Vorbelastung haben, weil die Wehrmacht seinerzeit leider Gottes sowohl in der Ukraine als auch in Russland wütete.

    Gruß

  5. stevoxx

    Sehr schöner Artikel Tim, danke.

    Ja, am Ende ist vielleicht alles ein Zusammenspiel von Ursache und Wirkung.

    „Was man sät, das erntet man“, heißt es schon in alten Schriften.  Am Ende ist vielleicht wirklich alles einfacher als man denkt und schwieriger als man glaubt. Ich denke die wichtigste Fähigkeit in unserem Informationszeitalter ist vielleicht jene, die am einfachsten erscheint: selbständig und kritisch zu denken. Wir ersaufen in Information, Daten und Nachrichten, alles frei schnell und kostenlos. Doch gerade das Denken verlernen wir.

     

  6. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ alle

    Danke für das Lob.

     

    @ Lucke_in_den_Zoo

    Wenn Du Leute wie Clinton, Bogle, Gates, Buffett oder Bloomberg erlebst, merkst Du schon, dass die auf einer menschlichen Mission sind. Die wollen wirklich alle etwas Gutes für die Schwachen tun.

  7. StefanStefan

     

    Super Artikel Tim!

    Danke für die sehr privaten Einblicke!

     

    P.S.: Trump würde ich aus dieser Liste streichen. Das ist kein guter Mensch, sondern ein eitler, größenwahnsinniger Egomane. Andere Menschen interessieren den Null…

     

    Gruss

  8. willihope

    @Stefan

    Geh doch lieber Kerzchen für die Pressefreiheit halt!

    Dummer Mensch du!

     

  9. StefanStefan

     

    @ willihope:

    „Geh doch lieber Kerzchen für die Pressefreiheit halt!“

     

    Kannst du einen richtigen Satz schreiben? Dann würde ich vielleicht auch verstehen was du mir sagen willst…

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Stefan

    Trump sehe ich auch kritisch. Ich habe ihn erwähnt, weil ich ihn persönlich erlebt habe. Er hielt eine Rede, wofür er 1 Million $ kassierte.

    Trump hat leider viele Geschäfte initiiert, die dann von der Erdfläche verschwanden. Es scheint in der Tat, als ob es ihm eher ums schnelle Geld geht:

    http://finance.yahoo.com/news/12-donald-trump-businesses-that-no-longer-exist-204923129.html

    http://www.forbes.com/sites/carolinehoward/2013/08/27/donald-trump-universitys-big-lesson-for-all-for-profit-schools/

     

    @ willihope

    Lass bitte das Verunglimpfen anderer sein. Das hat hier im Blog nichts verloren.

  11. StefanStefan

     

    @ Tim Schäfer:

    Ich glaube der willi hat mich eh verwechselt. Hier gibts ja noch einen Stefan der sich teilweise recht seltsam politisch äußert…

     

     

  12. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Stefan,

    warum meldet Ihr Euch nicht einfach hier auf der Seite an? Dann ist es unverwechselbar. Das dauert nur paar Sekunden.

    MS

  13. TimmyTimmy

    Wie geht Ihr aktuell mit dem Thema EUR/USD um? Meine Aktien und Anleihen in USD sind natürlich dick im Plus. Ich frage mich aktuell, wie sinnvoll es ist, bei einem USD von 1,17 weitere USD-Positionen aufzubauen. Ich schaue deshalb aktuell etwas stärker auf europäische Werte.

  14. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Hallo Timmy,

    mir geht es ähnlich. Ich bin zum größten Teil in USD positioniert. Ich halte mich derzeit bei US Käufen mit EUR etwas zurück, obwohl das wohl sinnlos ist. Ich habe allerdings die meisten US-Werte auch wirklich in USD gekauft, und bekomme die Dividenden auch als USD-Cash eingebucht als Währungsposition. Aber das ist nicht genug, dass ich daraus jeden Monat was kaufen kann. So alle 2-3 Monate sind dann genug USD da, um was zu kaufen.

    Ich schaue aber zuerst, was mir wirklich opportun erscheint, also antizyklisch zu handeln. Momentan stürzen die Rohstoffe ab, vor allem Kupfer (next oil? wird orakelt). Auch wenn es sicher etwas früh ist, aber ich habe heute ein paar DE000A0F5UK5 ( iShares STOXX Europe 600 Basic Resources) gekauft. Hängt zwar nicht am USD, aber zu 75% an GBP. Ich glaube nicht an den Untergang der Weltwirtschaft, Rohstoffe werden weiter gebraucht. Morgen ist Ex-Termin, das nehme ich schnell noch mit, damit die Brokerkosten schon mehr als bezahlt sind.

    Es gibt im Rohstoffsegment sehr schöne Gelegenheiten. Aber bei Einzelaktien kann es einen schon schlimm erwischen. Habe mir gerade die FCX (Freeport-McMoRan Inc.) neben vielen anderen auf die Watchlist gesetzt. Es gäbe so viel zu kaufen, wenn man aus dem Vollen schöpfen könnte. 😉

    Grüßle

    MS

  15. StefanStefan

     

    Ich bin auch zu 2/3 in US-Dollar investiert. Macht mir aber keinerlei Sorgen. Momentan ja eh nicht, da der Dollar gegenüber dem EUR beharrlich steigt. Vermutlich wird das auch noch weitergehen.

    Langfristig (zehn Jahre) egalisieren sich Währungsschwankungen sowieso, da gibt es Studien.

    Ansonsten verbringe ich meinen Lebensabend halt in Florida. Finanziert von meinen US Aktien, die schön Dividende zahlen 😉 Gibt schlimmeres…

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