Ein Pizzafahrer aus Berlin: Meine Kunden können manchmal nicht bezahlen


New York, 27. Februar 2019

Paul, ein Pizzalieferant in Berlin, wundert sich, wenn seine Kunden nicht zahlen können.

Ein Pizzafahrer hat mir eine erstaunliche Nachricht hinterlassen. Paul wundert sich, wenn seine Kunden Essen bestellen, aber es dann nicht bezahlen können. Ihr Konto ist nicht gedeckt, die Kartenzahlung wird deshalb von der Bank abgelehnt. Auf dem Kartenleser des Kuriers erscheint dann “Code 51“. Das heißt, dass das Konto nicht mit ausreichend Geld gefüttert ist. Es ist ja eine peinliche Situation, kommt aber häufiger vor, wenn Pizzamann Paul in Berlin an der Haustüre abkassieren muss.

Paul wundert sich über seine naiven Kunden. Wie können sie Essen bestellen und dann mit leeren Taschen dastehen? Eine Kundin hat ihm in ihrer Not ihren Personalausweis als Pfand ausgehändigt und versprochen, in ein bis zwei Tagen ihre Schuld beim Pizzadienst zu begleichen.

Hier ist der schockierte Lieferant Paul im O-Ton (Teil 1):

Hier geht es zum zweiten Teil des Pizzafahrers (Teil 2):

Weil es gut zum Thema passt: Ein Leser hat mir heute eine Dokumentation über Schulen in Finnland empfohlen, die den Kinderspeck bekämpfen. Herzlichen Dank für Euren viele Tips und Hinweise. Davon lebt dieser Blog:


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Ein Pizzafahrer aus Berlin: Meine Kunden können manchmal nicht bezahlen

  1. AvatarChristian Thiel

    Wir sind gerade im Winterurlaub im Skigebiet. Hier ist es unglaublich wie viele Konsumaffen unterwegs sind:

    Markenklamotten und Ausrüstung im Wert mehrer hunderter Euro. OK manche Sachen sind nur gemietet, aber dennoch wird hier die Kohle rausgeballert als ob’s kein morgen gibt. Essen, Trinken, Hotel, Skipässe, Ausrüstung, Anreise… Respekt!

     

    Wir machen hier auch Urlaub, aber kommen all inkl. Dank Selbstversorger für 100eur pro Tag zu dritt aus. Gerechnet mit Unterkunft, essen, trinken und Aktivitäten!

  2. Avatarsammy

    @Thiel

    Mein Gott echauffiere dich nicht so über andere das hört sich ja schrecklich an. Ist dein Leben so scheiße dass du selbst im Urlaub auf andere Leute achtest und damit angibst wasfür ein Geizkragen du bist? Deine Familie tut mir leid.

  3. AvatarJohn

    Wenn man den teuren Pizzadienst bestellt aber nicht zahlen kann… was machen die Leute dann im Alltag beim Supermarkt? Gähnende leere im Magen bis es wieder das Monatsgehalt gibt. Schwer zu begreifen das man so leben will, mal von wirklich Armen die zur Tafel müssen abgesehen.

    Wenn die 1 oder 2 Tage später zahlen, dann vermutlich finanziert durch weitere Schulden bei Dritten. Da fangen dann die Probleme erst Richtig an, nicht zuletzt für die privaten Geldgeber die ihr Geld nie wieder sehen.

  4. AvatarHoanganh

    @tim

    Dein erster „Radiosender“ ist perfekt gelungen.

    Kann man die Pizza nicht selber backen, anstatt zu ordern?

    Ich habe den Eindruck, dass die Bildung immer noch mangelhaft sind, während CH und FL wegen Wohlstand sich ins Fäustchen lachen, nur dass die Pizzen wegen geringen Anbauflächen der Bauern teuer sind.

    Beruflich möchte ich Webentwickler werden, selbst bei diesen Gehalt hat es nur geringen Einfluss auf meinen Lebensweisen.

    https://www.alphajump.de/karriereguide/gehalt/gehalt-web-entwickler

    Mir macht die Minimalistische Lebensweise, obwohl ich noch bei meinen Eltern lebe, sehr wohl Spass.

    Mit besten Grüssen aus den teuren München

  5. AvatarNico Meier

    @Hoangahn
    Ich bin immer wieder erstaunt wenn Menschen die im “Hotel Mama” wohnen behaupten sie würden minimalistisch/sparsam leben.

    Wer bei Hotel Mama wohnt hat kaum Kosten weil die Kosten durch die Eltern finanziert werden! In der Pflanzenwelt nennt man einen Organismus der auf Kosten einesamderen lebt Schmarotzer.

    Erst in der eigenen WG/Wohnung sieht man die anfallenden Kosten die bisher durch die Eltern gedeckt wurden. Und man sieht den Service den die Eltern geboten haben vom Einkauf über das Bereitstellen von Internet usw bis hin zum Kochen, Putzen, Waschen usw.

  6. AvatarInsider

    Sammy deine Wortwahl ist oft überzogen aber diesmal war genau  das auch mein erster Gedanke .

     

    Ob es der Thiel vom unsäglichen clickbait Blog ist ? Oder versucht ihn jemand zu diskreditieren?

  7. AvatarThomas

    Die schlauesten Leute kaufen Aktien und geizen bis zum Lebensende. Alle die bei McDonald’s essen sind doof. Weiter so argumentieren, da sind die Dividenden in Zukunft gesichert!

    Thomas

  8. AvatarHoanganh

    @nicomeier

    Haben sie “obwohl” auch verstanden?

    Wird man echt automatisch “Schmarotzer”, wenn man vorläufig noch bei “Hotel Mama” lebt, bis man finanziell in der Lage ist, eine eigene Wohnung zu ziehen?

    Sind Schmarotzer die, die bei den Eltern noch leben auf ihre Kosten oder die selbst Überschuldeten Sozialhilfeempfänger ohne finanzielle Verantwortung?

    Waren sie schon in München?

    Ich habe nicht behauptet, dass das Leben in “Hotel Mama” minimalistisch und sparsam sei. Kann aber auch richtig Sinn machen am Anfang, weil ich sonst schnelle Überschuldung riskieren würde. Das käme die russischen Roulette gleich.

    Aber kein Problem, für ihre harten Worte kann ich nicht dankbar genug sein. Es mag zwar finanziell noch dauern, bis ich selber in die eigene Wohnung ziehe.

  9. AvatarGuido

    Ich sehe nichts schlimmes daran, lange bei den Eltern zu wohnen. Unsere Kinder werden doch bedingungslos geliebt, oder etwa nicht?

    In anderen Kulturkreisen wohnen ganze Generationen unter einem Dach und unterstützen sich gegenseitig.

  10. AvatarTobias

    @Guido

    das ist bei uns aber von den Eliten nicht gewünscht.

    Eine Einzelpersonen kann man besser steuern und auspressen. Aus starken Großfamilien werden starke Gemeinden. Aus starken Gemeinden wird ein starkes Volk. Und das ist eine Gefahr für die Führung.

  11. AvatarDaniel

    @Thiel

    “Markenklamotten und Ausrüstung im Wert mehrer hunderter Euro. OK manche Sachen sind nur gemietet, aber dennoch wird hier die Kohle rausgeballert als ob’s kein morgen gibt. Essen, Trinken, Hotel, Skipässe, Ausrüstung, Anreise… Respekt!“

    Ja, schrecklich. Auf diese Sachen sollte man natürlich beim Urlaub im Skigebiet verzichten!?!?!

     

  12. AvatarSkywalker

    Investigativ-journalismus at its best.

     

    Tim Schäfer deckt auf: inberlinwohnen arme Menschen die trotzdem Pizza bestellen :-)))) pulitzer verdächtig

  13. AvatarNico Meier

    Ich bin froh, bin ich relativ früh in eine eigenen Wohnung gezogen, so lernt man das Leben richtig kennen. Im Hotel Mama wird einem viel abgenommen an Arbeit, was man erst bei einem Auszug vollkommen realisiert oder bei mir war es so. Hatte auch viele Kollegen die bis über 30 bei Mama wohnen blieben ihr Geld das sie dadurch gespart haben versickerte in teuren leasings und überteuerten Ferien!

  14. AvatarDaniel

    Wir sind gerade im Winterurlaub im Skigebiet. Hier ist es unglaublich wie viele Konsumaffen unterwegs sind:

    Markenklamotten und Ausrüstung im Wert mehrer hunderter Euro. OK manche Sachen sind nur gemietet, aber dennoch wird hier die Kohle rausgeballert als ob’s kein morgen gibt. Essen, Trinken, Hotel, Skipässe, Ausrüstung, Anreise… Respekt!

    Ohne diese Menschen zu kennen würde ich mir dennoch kein vorschnelles Urteil darüber erlauben. Vielleicht sind das sehr wohlhabende Menschen für denen dieser Luxus prozentual nicht mehr kostet als wenn Du dich bei Lidl eindeckst.

    Kann man die Pizza nicht selber backen, anstatt zu ordern?

    Kann man sicherlich aber es ist nervig, zeitaufwendig und häufig indirekt nichtmal günstiger. Ich besuche meinen besten Freund aus Schulzeiten eigentlich jeden Freitag. Wir kommen beide direkt von der Arbeit, passt so ziemlich auf 10 Minuten genau. Wir haben in der Vergangenheit öfter Pizza gemacht, aber mit Salami, Teig, Gewürze usw. kommen auch ein paar Euro zusammen. Das Problem war aber eher das, dass wir dann schonmal im Edeka waren und anfingen zu schauen was man dann noch alles so kaufen kann. Dann landen Chips, Schokolade und gerne auch nen Whiskey mit im Wagen. Wir sind dann eigentlich nie unter 30€ aus dem Laden rausgegangen.

    Heute treffen wir uns bei Ihm, ordern ne große Familienpizza für 15€, die wird kostenfrei bis an die Tür geliefert, heisst, wir können auch ganz gemütlich sitzen bleiben und quatschen und verlieren keine Zeit. Meist bleibt soviel übrig bei 2 Personen dass es für nen “gutes Frühstück” 😉 am nächsten Tag reicht. Und ganz ehrlich, die bestellte Pizza schmeckt besser als das, was wir uns immer vorher zubereitet haben.

    Ich bin froh, bin ich relativ früh in eine eigenen Wohnung gezogen, so lernt man das Leben richtig kennen. Im Hotel Mama wird einem viel abgenommen an Arbeit, was man erst bei einem Auszug vollkommen realisiert oder bei mir war es so. 

    Es ist immer das, was man daraus macht. Klar, wer sich seine Wäsche waschen lässt, sein Zimmer aufgeräumt bekommt wird wohl nie wirklich im Leben ankommen. Es steht aber auch nicht festgeschrieben dass man ein solches Leben führen muss. Man kann es auch wie in einer WG sehen bei denen jeder zwar für sich aber unter einem gemeinsamen Dach lebt.

     

  15. AvatarA.

    @Hoanganh

    Zu Hause wohnen

    Spart tatsächlich viel Geld am Anfang und macht durchaus Sinn in teuren Wohngegenden, wenn man denn nicht noch mit Ü30 noch da wohnen bleiben möchte. Da spricht erstmal nicht dagegen.

    Minimalistisch leben kann man da wohl auch, aber bestimmt nur im Kinderzimmer, wenn die Eltern nicht auch so leben. Essen, Strom, Wassergebühren,Papierkram, Einkaufen, ja sogar aufräumen, Müll rausbringen, Waschen, Bügeln, Klamotten wieder aufhängen, Autos, Autowartung usw….. Ne, also tut mir leid, aber bei den Eltern wohnen ist einfach Hotel Mama, da hilft das “obwohl” auch nicht.

    @Nico Meier

    Hatte auch viele Kollegen die bis über 30 bei Mama wohnen blieben ihr Geld das sie dadurch gespart haben versickerte in teuren leasings und überteuerten Ferien!

    So wie ich das hier ja mittlerweile “gesehen” und gelernt habe hier im Blog, ist das ja total unnormal gewesen das ich z.B. mit 18 erstmal mich bezahlt habe, obwohl ich dem “Trick” damals noch nichts gehört hatte. Ich gebe dir recht, die meisten werden wohl, wenn sie noch solange bei Mama Papa wohnen das Geld für anderes Zeugs rausballern.

    @Christian Thiel

    OK manche Sachen sind nur gemietet, aber dennoch wird hier die Kohle rausgeballert als ob’s kein morgen gibt. Essen, Trinken, Hotel, Skipässe, Ausrüstung, Anreise… Respekt!

    Kann ich denn in ein Skigebiet auch ohne dorthin anzureisen, es sei denn ich wohne dort? Macht der Skiurlaub ohne die Ausrüstung denn Sinn? Braucht man diesen blöden Skipass?

    Du sparst nur am Essen, sehe ich ein. Aber so ein Skiurlaub ist nun mal nicht zum geizen gedacht. Das da Leute was überteuertes haben, mag sein, können sie sich vielleicht auch einfach leisten. Die die ich kenne und zum Skiurlaub fahren, können es sich leisten, zumindest die meisten von denen und das sind keine Leute die ihr Geld unbedacht rausschmeißen.

    Gruß

    A.

     

  16. AvatarAlbr

    Ein guter Bekannter von mir ist gerade zum zweiten Mal im Skiurlaub in diesem Jahr, der gibt sicherlich 1kEur und deutlich mehr am Tag aus 😉

    kann er sich auch ohne Probleme leisten, er hat eine Metallbaufirma aufgebaut, die Eisenbrücken für die DB u.a. baut… und er hat mehr als gut zu tun 😉

     

     

     

  17. AvatarDanielKA

    Das ich Sammy mal zustimme, hätte ich nicht gedacht 😉 Vorsicht mit Internetnamen, da kann jemand wirklich versuchen den Herrn Thiel zu diskreditieren.

    Insgesamt eine sehr schlechte Charaktereigenschaft ständig über andere zu urteilen. Ich schaue auf mich selbst und was ich persönlich verbessern kann und will. Was die anderen machen ist mir egal, deswegen bin ich auch wohl ganz erfolgreich an der Börse.

     

  18. AvatarMr. M

    @Daniel: Du sprichst mir aus der Seele. Schon seltsam, was manche hier für Klimmzüge veranstalten um noch den letzten Groschen zu sparen. Es gibt eine Waage die immer in Balance sein sollte. Ausgewogenheit zwischen sparen u. konsum. Geht die Waage auf der linken Seite nach unten geht es in Richtung Geiz. Auf der anderen Seite zu viel Gewicht drauf geht es in die Richtung Geld verprassen. Das wäre dann der von vielen hier Konsumidiot genannte Konsument.

    Das Gleichgewicht ist wichtig!

  19. AvatarSandra

    @Thiel:

    Essen, Trinken, Hotel, Skipässe, Ausrüstung, Anreise… Respekt!

    -> Gehört meines Erachtens zu einem Skiurlaub dazu. ?????

    Und manche Leute kaufen ihre Markenklamotten günstig im Outlet oder Second Hand. Oder halt auch nicht. Wen interessiert das? Und manchmal ist es besser, sich was gescheites zu kaufen als was billiges. Skikleidung trägt man nicht so oft und hält Jahre – wieso also nicht einen bewährten Hersteller bevorzugen und die Jacke über Jahre tragen?

    Und – es ist Urlaub – wenn man es sich leisten kann – wieso nicht? Nicht jeder hat die finanzielle Freiheit im Sinn und knausert im Alltag rum. Manche können sogar beides – sparen und genießen.

    @all: Wohnen in München ist schweineteuer. Wenn man überhaupt eine Wohnung findet. Schön, dass es Eltern gibt, die da ihr Kind bei sich wohnen lassen. Während meiner Ausbildung habe ich auch zu Hause gewohnt aber monatlich einen Obolus bezahlt. Für mich völlig ok. Und nicht jeder will in einer überteuerten WG leben.

    Jeder so wie er mag. Mir liegt es fern, andere für ihren Lifestyle zu kritisieren oder gar zu bashen.

     

    Sonnige Grüsse aus München

    Sandra

     

     

     

     

  20. AvatarBerlinerin

    @Daniel:

    Sorry, hat jeder seine Erfahrungen, aber ich mache regelmäßig Pizza selbst. Die Kostet mich im Schnitt fett belegt 0,50 ct pro Kopf und schmeckt phantastisch. Ich denk ja auch nicht, dass man sich zu Tode sparen sollte, aber bei uns ist Pizza das ultimative spar und Resteverwerte-Gericht. Aus den Teigresten gibt es am nächsten Tag noch Brötchen oder nochmal Pizza. Für jmd. Der die FU als Ziel hat kann der Unterschied zwischen selbst gemacht ( etwa 4,-) oder geliefert (etwa 15,-) schon bedeutsam sein…;) Im Übrigen find ich die Unterscheidung zwischen sparsam und geizig albern. Typisch christlich geprägt, so huuuu bloß nicht geizig sein ist ja Todsünde. Als Atheistin sag ich mal, Haben kommt nicht von (aus)geben. Ich will in 6 Jahren nicht mehr arbeiten. Mir doch egal was die anderen über mein Konsumverhalten denken…nüscht für unjut und schönen Tag Euch! 😉

  21. AvatarHolle

    Was ich nicht ganz verstehe:
    Warum regen sich hier so viele über die “Konsumaffen” oder “Clowns” auf?
    Sind nicht letztendlich diese Leute welche uns die Kurse stützen und die Devidenden zahlen?
    Stellt euch vor alle Welt hört auf Tims Ratschläge…Apple stürzt ab, BMW Daimler Tesla absolut im Keller, Starbucks wird zum Pennystock usw.
    Wer will denn das?

  22. AvatarDanielKA

    Pizza machen wir auch meistens selbst, kann es nach gusto belegen. Die Zutaten kann ich ebenfalls nach Qualitätsgesichtspunkten (z.B. Parmaschinken, weißer Thunfisch, Rukola, guter Käse, echte Buratta etc.) auswählen und soviel drauf machen wie ich will.

    Einzig den Steinofenboden von einem richtig guten Italiener bekommt man daheim im Backofen nicht hin. Lieferservice mag ich nicht, da schmeckt die Pizza nicht besonders. Wenn Italiener, dann muss ich direkt vor Ort aus dem heißen Ofen essen 🙂

     

  23. Avatarvonaufdenboden

    @Christian Thiel

    Toller Kommentar!

    Was den Leuten alles so einfällt!

    Ist es wirklich notwendig im Winterurlaub zu essen, zu trinken und im Hotel zu wohnen? Im Skiurlaub einen Skipass zu kaufen? Sich obendrein noch eine Skiausrüstung zu leisten ist an Dekadenz kaum zu überbieten. Das muss nun wirklich nicht sein. Und als ob das noch nicht genug ist, wird auch noch angereist.

    Auch wir als vierköpfige Familie schafften diese Jahr den Winterurlaub in Österreich ohne Probleme mit 100 EUR pro Tag. Das Appartement ein paar Kilometer ausserhalb des Skigebietes kostete uns 50Eur pro Tag. Der Bus fuhr vormittags alle zwei Stunden in den Skiort und die Bushaltestelle ist nur drei Kilometer vom Appartement entfernt. Da ist man früh morgens mit den Kindern schon richtig gut aufgewärmt. Skifahren ist ja Wahnsinn. Auf das verzichten wir gerne. Wir nehmen den Schlitten mit, den haben wir schon seit 10 Jahren, der ist zur Gänze abgeschrieben und kostet uns praktisch nichts. Als wir dann tagsüber im Skiort waren, zogen wir die Kinder mit dem Schlitten durch den Ort. Immer und immer wieder. Hätte es auch Schnee im Dorf gegeben und nicht nur oben am Berg, wäre es noch geiler gewesen.

    So um 13:00 gab es dann das im Apartment selbst zubereitete Lunchpaket. Wenn man ein wenig sucht findet man schon einen geeignet Platz im Dorf, an dem man in Ruhe speisen kann. Naja, wenn man sich auf eine Terrasse eines Caféhauses setzt und nichts bestellt, dann werden die Österreicher etwas ungemütlich. Aber vom Gesetz her müssen die zumindest Leitungswasser servieren. Das habe ich dem Kellner auch klipp und klar gesagt. War übrigens ein Deutscher.

    Meine Frau meinte dann aber, dass wir besser weitergehen sollten, denn ihr war der Disput mit dem Kellner etwas peinlich. Ich bin mir nicht sicher warum, aber ich denke wegen der anderen Gäste im Café. An mir prallt das alles ab! Mir ist es egal was andere über mich denken. Aber gut: happy wife, happy life! Die Kinder haben auch schon geweint und da wollte ich die Urlaubsstimmung keinesfalls vermiesen. Noch dazu am ersten Tag. Zumindest durften wir noch die Toilette benutzen. Das konnte ich an diesem Tag noch ausverhandeln. Die anderen Tage sind wir bei Bedarf einfach etwas weiter in den Wald marschiert. Toilettenpapier hatten wir ja dabei und von daher war das überhaupt kein Problem. Jedenfalls sind wir dann vom Caféhaus wieder weg und haben am Kinderspielplatz eine Sitzbank gefunden. Dort konnten wir in Ruhe Essen und das hat für den gesamten Urlaub wirklich gut gepasst. Die Kinder haben dann noch etwas gespielt und trotz skiort, hatten die am Spielplatz einiges zu bieten. Nicht so viel wie daheim, aber beinahe.

    Dann kauften wir immer nachmittags so um 15:00 das Notwendigste im Supermarkt, um im Apartment Abendessen, Frühstück und das Lunchpaket vorzubereiten. Das hat uns im Schnitt 40 EUR pro Tag gekostet. Damit lagen wir dann bei 90EUR pro Tag. Dachte ich zumindest! Ha, aber dann ist uns zweimal abends der letzte Bus vor der Nase weggefahren und den 18km langen Rückmarsch wollten wir den Kindern nicht antun. Die waren hungrig und müde und da mussten wir das Taxi nehmen.

    Habe noch versucht per Anhalter irgendwo unterzukommen, aber der Schlitten hatte bei der einen Dame nicht ins Auto gepasst. Hinten am Auto anhängen wollte sie ihn nicht, obwohl ich ihr ausführlich erklärte, dass das überhaupt kein Problem sei. Ich bin ja Ingenieur und könnte das sogar rechnerisch nachweisen. Aber die Dame war dann sehr ungehalten und es wurde auch sehr kalt. Die beiden Fahrten mit dem Taxi haben uns eben diese 80 EUR gekostet, sodass wir insgesamt dann doch noch auf die 100 EUR pro Tag kamen. Ich fand es übrigens eine Frechheit, dass der letzte Bus schon um 17:00h aus dem Dorf fuhr. So haben wir den Apreski nicht so richtig mitbekommen. Ich muss zugeben, da hätte ich mir einmal vielleicht sogar ein Glas Bier gegönnnt. Schliesslich lebt man nur einmal!

    In acht Tagen also 800 EUR. Das geht! Die Kosten für die Anreise habe ich jetzt allerdings unterschlagen. Fazit: da ist noch Sparpotential vorhanden! Aber nächstes Jahr wird der Winterurlaub für mich ohnehin weitaus günstiger, denn meine Frau ist aus unerklärlichen Gründen mit den Kindern ausgezogen.

    Gruss,

    vonaufdenboden

  24. AvatarFelix

    Bislang waren die Kommentare hier zum Nachdenken anregend, oft lehrreich. Das ist dieses Mal eher nicht der Fall.

  25. AvatarBruno

    @vonaufdenboden

    reut Dich deine wertvolle Lebenszeit nicht für solche literarischen Ergüsse?

     

  26. AvatarDanielKA

    @ Felix: Hast du vielleicht zu hohe Erwartungen? Ist doch ganz amüsant, ich meine, was soll man auch groß zu einem Pizzaartikel schreiben?

    Eins haben wir gelernt. Gepriesen seien die Skifahrer, leg dich nicht mit Skifahrern an. Sind ein starkes Kollektiv und schlagen entsprechend zurück 😉

  27. AvatarNico Meier

    Ich möchte hier noch klarstellen. Natürlich wohnen Kinder oder Menschen in Ausbildung noch bei den Eltern wenn dies möglich ist. Was mir missfällt sind möchtgern Frugalisten die bei Mama wohnen und mir dann erklären wie hoch ihre “Sparjuote” doch sei.

    Natürlich besteht in einer Wohngemeinschaft erhebliches Sparpotential aber Hotel Mama ist keine Wohngemeinschaft, da hier Sachleistungen und Dienstleistungen erbracht werden die es in einer WG nicht gibt.

    Ich habe auch einen Kollegen der mit seiner Freundin zusammen eine Wohnung bewohnt und da er bedueten besser verdient als sie, arbeitet sie am Freitag nicht und putz die Wohnung im Gegnzug zahlt der Kollege die Wohnungsmiete alleine. Jeder wie er möchte.

  28. AvatarThomas

    Hier sind viele tolle Hechte und Sparweltmeister unterwegs. Habe heute weniger gegessen und dadurch mindestens 0,07 Cent gespart. So, jetzt geht es mir besser.

    Thomas

  29. AvatarMars

    Scheußlich, wie schnell hier geurteilt wird, obwohl über die Personen, die der Pizzamann beliefert hat, rein gar nichts bekannt ist. Um die Worte des Pizzamannes zu benutzen: Einfach krass!

    Code 51 hat alles, wirklich alles, offenbart.

  30. Avatarcerebrum

    @ Nico Meier

    Sie bauschen hier meines Erachtens ein Scheinproblem auf. Ich (Ende 20) kenne keinen einzigen, der bei Mama wohnt und sich für seine Sparquote auf die Schulter klopft.

    Und selbst wenn (natürlich gibt es diese Leute), ihr Leben wird keinen Deut besser, wenn Sie Ihre wertvolle Zeit damit verbringen, sich über offensichtlichen Unsinn aufzuregen. Denn dass das Unsinn ist, streitet hier niemand ab. Sie werden nerken, dass Ihr geistiges Wohlbefinden ernorm profitiert, wenn Sie sich nicht über Dinge aufregen über die es sich nicht aufzuregen lohnt.

  31. AvatarNico Meier

    @Cerebrum

    Ich rege mich nicht darüber auf ich versuche nach folgendem Spruch zu handeln.

    Gib mir die Gelassenheit Dinge zu ertragen die ich nicht ändern kann.

    Gib mir die Kraft Dinge zu ändern die ich zu ändern vermag.

    Gib mir die Weisheit das eine vom andern zu unterscheiden.

  32. Avatarcerebrum

    @ Nico Meier

    Wer bei Hotel Mama wohnt hat kaum Kosten weil die Kosten durch die Eltern finanziert werden! In der Pflanzenwelt nennt man einen Organismus der auf Kosten einesamderen lebt Schmarotzer.

    Da haben Sie es. Sie bezeichnen Lebensmodelle und Einstellungen anderer Menschen als Schmarotzertum (was es vielleicht auch ist und was Sie natürlich auch so bezeichen können). Nur … Sie können es nicht ändern. Es bewirkt nur, dass Ihre Denke negativ wird. Überprüfen Sie sich gerne, was für ein Gefühl hatten Sie, als Sie den obigen Absatz geschrieben haben?

    Hätten Sie sich Ihrem christlichen Mantra entsprechend in Gelassenheit geübt, dann wäre Ihnen Ihre Zeit schlicht zu schade, weil Sie es eben nicht ändern können 🙂 Aber nein, es hat Ihnen so in den Fingern gejuckt, dass Sie einen Kommentar geschrieben haben.

    Menschen lassen sich extrem und in gewisser Weise auch gesteuert triggern durch negative Nachrichten, Meldungen, Neuigkeiten ect.  Wenn man sich über jeden Unsinn aufregt, entstehen irgendwann Negativspiralen. Wenn hier zum Beispiel 10 Leute posten, dass Sie zu Hause bei Mutti wohnen und daher Megafrugalisten seien und Sie sich darüber jedes mal aufregen, dann wird Ihre Hemmschwelle weitaus niedriger sein, zum Beispiel einem Gesetz zuzustimmen, welches diesen Leuten nur ein Maximalvermögen erlaubt, als wenn Sie von Anfang an Unsinn als Unsinn den Sie nicht ändern können, abgehakt hätten.

    Negatives Denken lässt sich hervorragend durch Dritte missbrauchen…

     

  33. AvatarHoanganh

    @nicomeier

    Wie gefällt Ihnen die Rolle als @a.?

    Tim hat mir über Facebook bestätigt, dass Sie nur aus Neid wegen Hotel Mama mich als Schmarotzer gekennzeichnet haben.

    Die wahren Schmarotzer sind Überschuldeten Sozialhilfeempfänger ohne finanzielle Bildung und waren Lebemänner und Lebefrauen!

    Sie sind der Dreckschleuder und sind gefeuert!

    @berlinerin

    Sie sprechen gute Fakten!

    @cerebrum

    So gefällt mir das!

    @felix

    Sie sprechen von unseren Herzen!

  34. AvatarBruno

    Wenn wir schon bei Geschichten sind, insbesondere wenn es um Code 51 geht, habe ich auch eine. Mir ist das nämlich auch schon passiert, dass ich an einer Kasse stand, und anscheinend (ich hatte es vermutet aber nicht gewusst), der Kassierer Code 51 sah, als ich meine Karte zückte. Nun gut, mein Girokonto vergesse ich halt ab und zu aufzuladen, ich sehe keinen Sinn in einem hohen Kontostand auf dem Girokonto, Geld muss “arbeiten”.

    Nunja, jetzt erkläre ich mir die entsprechende Blicke 😀 Ich hätte den Laden locker komplett aufkaufen können, nur war zum Zeitpunkt X halt das Geld nicht auf diesem Konto sondern anderswo.

    Peinlich war es zumindest einmal trotzdem, da ich da gerade keine Kreditkarte und auch kein Bargeld dabei hatte und die Sachen stehen lassen musste.

    Von daher, auch wenn der Pizzakurier denkt, die Person ist am Limit, er weiss ja nicht ob dahinter noch ein 7stelliges Depot steckt und nur gerade kurzfristig das Konto am Limit ist 😉

  35. AvatarAndrea

    vonaufdenboden, vielen Dank für den lustigen Text, ich habe so gelacht. Das ist sicherlich gut für meine Gesundheit und war dabei  komplett kostenlos.

    Ansonsten habe ich auch schon einmal im Supermarkt an der Kasse gemerkt, dass ich mein Portemonnaie zu Hause vergessen hatte, oder ich bestelle erwas und merke, mein Portemonnaie ist gerade leer. Zum Glück kann ich dann auf unsere Haushaltskasse zurückgreifen oder meinen Mann fragen, so dass mir die allerpeinlichsten Situationen bisher erspart geblieben sind. Mein Mann hat dann auch immer den Eindruck, ich hätte kein Geld, dabei habe ich nur versäumt, rechtzeitig wieder etwas abzuholen.

  36. AvatarAlbr

    ist mir auch schon passiert, dass die EC Karte nicht funktionierte… an letztem Neujahr wollte ich die Rechnung in einer Bar Nachts um 4 Uhr bezahlen, da war leider die Karte um Mitternacht abgelaufen 😉

  37. AvatarChristian Thiel

    @ Tim

    Bitte lösche meinen ersten Post von ganz oben!

    Das ich mit diesen Schilderungen meiner Eindrücke so missverstanden werde, bedaure ich zutiefst. Ich gönne es jedem von mir aus auch 5x Urlaub pro Jahr im Schigebiet zu machen und sein Leben in vollen Zügen zu genießen. Wir

    Wir fanden nur die Relation von Preis Leistung ungewöhnlich für unsere Verhältnisse.

  38. Avatarvonaufdenboden

    @Chrissie

    @Andrea

    Freut mich, dass ich euch mit der Kurzgeschichte ein wenig unterhalten konnte.

    Gruss,

    vonaufdenboden

     

     

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