Wer vor gut einem Jahrzehnt Geld an der Börse anlegte, hat nach all dem Auf und Ab nichts verdient. Manch einer, der die Nerven während der Finanzkrise verloren hat, sitzt jetzt sogar auf einem fetten Verlust. Die Masse der Menschen liegt leider an der Börse immer daneben. Eines der Kernprobleme ist die fehlende Geduld der Menschen. Wenn die Kurse dramatisch fallen, kriegen wir es mit der Angst zu tun und schmeißen unsere Positionen auf den Markt. „Schnell raus! Schnell! Schnell! Bevor die Kurse tiefer fallen“, denken wir uns dann in solchen Momenten. Kurzfristig mag diese Handlungsweise der Verlustbegrenzung sich wohl auszahlen. Doch langfristig nicht.
Mein Rat: Setzen Sie auf solide Dividendentitel. Mit einer solchen Strategie können Sie jeden Sturm überstehen. Am besten sind für eine solche Buy and Hold Strategie Standardpapiere, sprich Titel aus den großen Indizes wie dem Dow Jones oder DAX. Ich mag Multis, die hohe Cash Flows ausweisen, eine starke Bilanz haben und die schöne Dividenden auskehren. Gut aufgehoben sind Sie meiner Meinung nach beispielsweise bei den drei führenden amerikanischen Ölfirmen: Exxon Mobil, Chevron und ConocoPhillips. Dieses Trio steigert die Gewinne im Schnitt um ca. zehn Prozent jährlich. Die Dividendenrenditen reichen je nach Unternehmen von 2,7 (Exxon) über 3,3 (Chevron) bis hin zu 4,2 Prozent (ConcoPhillips). Die drei Giganten bestehen seit knapp 100 beziehungsweise seit mehr als 100 Jahren.
Ferner empfehle ich das Depot gut zu mischen. Nicht nur Aktien, auch andere Anlagen (Immobilien, Rohstoffe etc) sind durchaus in Maßen sinnvoll.
Ein Blogleser jammerte: Es könnten japanische Verhältnisse drohen. Also 20 Jahre könnte die Börse nicht mehr steigen, die Zentralbanken seien mit ihrem Latein am Ende. Das kann passieren, ja klar. Es gibt übrigens viele, die so denken, was mich wiederum sehr zuversichtlich stimmt, denn ich bin ein Contrarian. Es muss nämlich nicht so desaströs werden. Und wenn schon: In einem solchen Fall kassieren Sie wenigstens die Dividenden.
Wir müssen als Anleger lernen, mit der Volatilität zu leben. Im Grunde sind diese verrückten Kursausschläge, wie wir Sie derzeit haben, gar nicht riskant. Man muss nur am Ball bleiben. Gefährlich wird die Volatilität erst dann, wenn wir beginnen, aktiv zu handeln.
Machen Sie sich ebenfalls folgendes klar: Wir gehen unnötig Risiken ein, wenn wir auf dem Kurshoch kaufen. Besser ist es einzusteigen, wenn die Kurse im Keller notieren. Dann, wenn die Angst kursiert. Ich weiß: Das ist leichter gesagt, als getan.
Auf all die Leute, die uns erzählen wollen, wohin der Markt in den nächsten Monaten genau läuft, höre ich nicht. Alles Blödsinn! Kein Mensch kann das genau vorhersagen.
Der Blick in die Vergangenheit (Chart) kann uns etwas helfen, die Lage einzuschätzen, aber auch dies bietet keine Garantie. Eines ist gewiss: Langfristig, auf Sicht von mehreren Jahrzehnten, laufen die Börsen nach oben. Es kann mal ein lausiges Jahrzehnt dazwischen sein. Aber die Regel ist es nicht. Aus diesem Grund sind die gegenwärtig niedrigen Kursstände günstig. Ignorieren wir am besten die aktuellen Probleme (Währungsturbulenzen, Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung, Konjunktursorgen etc.) und blicken nach vorne.
Die Wirtschaft findet immer wieder einen Weg aus diesen Krisen. Es ist komisch, es geht aber. Es gibt Selbstheilungskräfte, die sich in Gang setzen. Wir hatten schon so viele Krisen. Und jedes Mal ging es danach mit Schubkraft nach oben. Dass uns die Medien jeden Tag mit all den Problemen überschütten, lenkt uns nur ab.
Das verlorene Jahrzehnt! Wie können Sie jetzt davon profitieren?
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Hallo,
was ich mich schon beim letzten Post gefragt habe: Value Investing klingt ja ganz toll, wenn man mal eben die 100.000 Euro aus dem letzten Post uebrig hat. Und wenn nicht? Jeden Monat max. eine Aktie kaufen und dann halten? Oder lieber 10 Jahre Geld sparen in der Hoffnung, dass am Ende der 10 Jahre die Boersen guenstig fuer einen Kauf stehen?
Hallo Enrico, die 100.000 Euro sind ja nur ein Beispiel. Ich möchte damit nur zeigen, wie man ein schönes passives Einkommen mit Aktien aufbauen kann. Ich würde nicht 10 Jahre warten und sparen, sondern schrittweise Aktien kaufen. Sprich alle paar Monate. Je nachdem wie viel Geld Sie übrig haben. Momentan bietet sich meiner Meinung nach ein guter Einstiegszeitpunkt.
Hi Tim,
okay, macht Sinn.
Und wenn ich eigentlich gar keine Lust habe, mir solide Unternehmen rauszusuchen? Dann einfach einen passiven Index-Fonds und alle paar Monate stattdessen da Geld reinpumpen? Oder doch lieber das Geld zum Berater der Bank tragen?
Vielen Dank,
Enrico
Hallo Enrico, super Idee! Mit Indexfonds können Sie praktisch kaum etwas falsch machen. Aber auch hier brauchen Sie natürlich Geduld.
Ich empfehle Ihnen das Buch: Winning the Loser's Game: Zeitlose Strategien für Ihre erfolgreiche Geldanlage von Charles Ellis. Das Buch ist kürzlich in einer deutschen Version erschienen. Vermögensverwalter Ellis, der Milliardensummen gemanagt hat, beschreibt in seinem Werk, warum es Sinn macht, auf den Index zu setzen. Buffett rät ebenfalls Privatanlegern zu dieser Strategie.