Anwältin mit 33 Jahren in Frührente

Das übertriebene Shoppen bringt nicht viel: Der Geldbeutel wird leerm, dafür stapelt sich der Kram zuhause.
Das übertriebene Shoppen bringt nicht viel: Der Geldbeutel wird leer, dafür stapelt sich der Kram zuhause. Sparen Sie lieber mehr. Dann haben Sie später im Leben mehr Freiheiten.

Wer eisern spart, kann den Ruhestand früher als die Masse genießen. In den USA werden immer mehr überraschende Fälle bekannt. Ich finde zum Beispiel Anita Dhake beeindruckend. Die Rechtsanwältin reist seit ihrem 33. Geburstag um die Welt. Sie arbeitete in Chicago. Sparte wie irre. Investierte smart. Nun genießt sie das Reisen.

Sie hatte, als sie die Uni verließ, 100.000 Dollar Schulden. Sie tilgte die Schulden komplett. Und baute ein Aktiendepot in Höhe von fast 700.000 Dollar auf. Das Depot wirft genug Cash jeden Monat ab, um über die Runden zu kommen.

Im Grunde kann das jeder schaffen, wenn Anita Dhake es schafft. Sagen wir, jemand verdient weniger, dann muss sich das Ziel eben im Alter von 45 oder 50 Jahren schaffen lassen.

Ihren Trick verriet sie dem „Forbes“-Magazin folgendermaßen:

„Es ist mein Charakter! Ich habe mir nie etwas aus Zeug gemacht. Ich hasste es zu shoppen. Ich war immer ein Sparer von Natur aus. Ich hatte einen WG-Mitbewohner. Fast jeden Tag brachte ich mein Mittagessen zur Arbeit. Die meisten Kleidungsstücke sind gebraucht von meinen älteren Schwestern. Ich fuhr mit dem Rad oder nahm die öffentlichen Verkehrsmittel. Ich hatte kein Auto.“

Gut, sie verdiente üppig. Sie begann als Anwältin mit einem Startgehalt von 160.000 Dollar. Später stieg ihr Gehalt auf 330.000 Dollar. Sie rät anderen, die ihren Weg gehen wollen: „Habe einen großen Traum. Entscheide Dich für ein erfüllteres Leben.“

Sie sagt sogar, es kommt nicht auf das Gehalt an, sondern nur auf die Sparrate. Ich stimme ihr zu. Es kann jemand 400.000 Dollar im Jahr verdienen und trotzdem alles rausballern für Konsum und Zeug. „Ich kannte Leute, die verdienten mein Gehalt, sie haben jeden Cent ausgegeben.“ Ihr Fazit: „Kaufe keinen Kram.“

Anita Dhake lebt von 1.500 bis 2.500 Dollar im Monat. Im Jahr gibt die Weltenbummlerin 24.000 Dollar aus.

Wir leben in einer seltsamen Zeit. Viele Menschen haben eigentlich unglaubliche Chancen. Aber die Selbstdisziplin geht uns verloren. Mir ist aufgefallen, dass Menschen gerne andere für ihre Fehler verantwortlich machen. Ehrlichkeit ist eine Seltenheit geworden. Warum nehmen Menschen nicht ihr Leben in die Hand? Was ist aus der Disziplin geworden?

Wenn Menschen das Wort „Nein“ oder „Ich kann es nicht“ aus ihrem Wortgebrauch streichen würden, wäre das Leben für sie angenehmer. Es ist eine Frage der Einstellung.

Gerade die Konsumgeilen haben kein Konzept mehr. Keine übergeordneten Ziele. Ihr Motto ist: Konsum, Konsum, Konsum. Heute am liebsten. Dicke Karre. Übergroßes Haus. Feine Kleidung. Schuhe. Kram.

Raten Sie mal, was ich zum Fallbeispiel mit der jungen Anwältin wieder hören werde: „Ja, aber ihr Gehalt war ja enorm“ oder „Wenn ich das Gehalt jeden Monat bekommen würde, dann wäre ich genauso weit“.

Ein hohes Gehalt hat nichts mit dem Vermögen zu tun. Die Höhe des Vermögens hat nur etwas mit der Disziplin zu tun. Es geht darum ein Ziel vor Augen zu haben. Und das Ziel umzusetzen. Es geht nicht darum, wie viel Sie verdienen, sondern wie Sie das, was Sie verdienen, behandeln.

Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Jemand, der 500 Euro in der Woche verdient und 200 Euro spart, ist reicher als einer, der 1.000 Euro in der Woche verdient und alles ausgibt.

Schauen Sie, wie dieser amerikanische Parkplatzwächter reich wurde. Er hatte eine enorme Selbstdisziplin. Nur so war es möglich. Also noch mal: Es kommt nicht darauf an, was Sie verdienen. Sondern nur, was Sie sparen und investieren.

Die Leute, die behaupten, sie bräuchten nur ein höheres Gehalt, sind die gleichen, die trotzdem hohe Schulden hätten.

Eine Grundregel ist: Geben Sie weniger aus, als Sie einnehmen. Viele begreifen schon das nicht. Eine andere Regel ist, dass Sie ehrlich und aufrichtig bleiben sollten. Sonst bringt all das Geld nichts. Und dass Sie etwas zurückgeben sollten an die Schwachen. Ich bin beispielsweise im Konsum sparsam, aber versuche ein großzügiger Trinkgeldzahler zu sein. Einmal im Jahr spende ich an eine wohltätige Organisation. Es müssen ja keine Unsummen sein. Grundsätzlich an andere zu denken, ist etwas Großartiges, finde ich.

Ich lebe recht einfach. Kein Auto. Ikea-Möbel. Kleidung vom Disounter. Lange Zeit lebte ich in WGs. Mein Ziel ist es meine Hypotheken so schnell wie möglich zu tilgen. Das bedeutet weniger Stress und Sorgen.

Stirbt jemand, der all die großen Spielzeuge im Leben hatte (Villa, Porsche, Pool, Ferienhaus am Strand…), war die Person dann glücklicher? Stimmt diese Annahme überhaupt? Ich bin skeptisch. Ich denke, dass Menschen mit einem einfachen Leben sehr glücklich sein können. Wer weniger Zeug besitzt, ist doch gedanklich und emotional freier.

Der permanent überschuldete Hollywood-Star Nicolas Cage macht auf mich keinen glücklichen Eindruck. Der ehemalige Karstadt-Chef Thomas Middlehoff hat auf mich nie einen glücklichen Eindruck gemacht – selbst zu seinen besten Zeiten nicht. Ich habe ihn in Frankfurt auf Presseterminen hin und wieder erlebt. Er kam mir griesgrämig vor, obwohl er in Saus und Braus lebte. Diese Angebertypen leben nach meinem Dafürhalten ein ziemlich „leeres Leben“.

Treffen Sie gute Entscheidungen für sich. Haben Sie Selbstdisziplin. Managen Sie Ihr Geld ordentlich. Es geht um Mathematik. Das kann Ihr Leben in eine andere Richtung lenken. Fangen Sie schon in jungen Jahren an, moderat zu leben. Wenn Sie das dann länger durchziehen, können Sie am Ende viel früher in den Ruhestand und die Freiheit genießen. So wie die sparsame Anwältin Anita Dhake. Sie hilft nun ihren Eltern beim Ausmisten im Keller. Auch das Sparen bringt sie ihnen bei. Ja, es ist nicht immer leicht. Aber die Mühe lohnt sich:

Und noch was: Zum Thema “Minimalismus” gibt es wertvolle Ratgeber in Buchform. Langfristig fürs Alter zu investieren ist vernünftig. Alles andere wäre gefährlich und kann sich eines Tages rächen. Schauen Sie sich diesen traurigen Fall der Rentnerin Lotte Wagner in München an. Sie ist 76 Jahre alt und muss nun, weil ihr das Geld nicht reicht, arbeiten gehen.

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Oliver
6 Jahre zuvor

Ich stimme in vielem im Artikel überein, aber das Gehalt hat schon einen sehr bestimmenden Charakter, das ich einmal so viel zusammen habe, dass ich vorzeitig vor der Rente aufhören kann zu arbeiten. Trotzdem, wenn ich nur 1.500 € verdiene und so lebe, das ich jeden Monat etwas weglegen kann, dann bringt mich auch das mit der Zeit in eine bessere Position. Die Rechtsanwaltsdame konnte den Sparprozess durch ein sehr hohes Gehalt abkürzen und hat zusätzlich verstanden, dass bei entsprechender Sparquote sie nicht jahrzehntelang einem anstrengenden Job nachzugehen hat. So viel Geld wird einem nicht für ein 8*5 Job bezahlt und ich schätze, dass viele mit solchen Arbeitsstellen kein großes Privatleben haben. Ein Freund von mir war bei McKinsey und trotz BMW-Firmenwagen, Wäsche- und Einkaufsdienst hatte er nur einen halben Tag am Sonntag frei. Das war irre gut bezahlt, aber das kann man nicht jahrzehntelang durchhalten. Einen Tot stirbt man immer irgendwie.

Sie hat anhand ihrer Möglichkeiten alles richtig gemacht. Was eine viel größere Lehre daraus ist, dass zuerst Investitionen in einem selber am wichtigsten ist. Das heißt, entweder Studium mit Dingen die draussen gut bezahlt sind oder alternativ Berufe, die gefragt sind und wo Mangel herrscht. Handwerk ist erstaunlicherweise für Selbstständige äußerst ertragreich, wenn man gerne in diesem Bereich tätig ist und noch etwas kaufmännisches Geschick besitzt.

Zu der alten Lady: Die wohnt also jetzt in Söcking. Da habe ich auch mal gewohnt zu meiner Studienzeit, das liegt oberhalb von Starnberg. Ich habe mich damals immer als den ärmsten Hund im Umkreis von 2 Kilometern bezeichnet, weil das eine Villengegend par excellence ist. Wenn Sie 1300 € netto hat, muß sie von München wegziehen und auch der Speckgürtel hilft nichts. München ist eine Stadt, die man sich leisten können muß. Das ist zwar nicht schön, aber Realität. In Deutschland gibts wesentlich günstigere Wohnungen und sie muß dann nicht arbeiten gehen. Außerdem ist sie noch gut gestellt. Es gibt andere, die wesentlich niedrigere Renten haben, aufstocken müssen und quasi nichts besitzen dürfen außer dem Mindestbehalt.  Sie war nicht so schlau, in ihrem Arbeitsleben etwas beiseite zu legen. Immerhin hat sie 33 Jahre gearbeitet.Mit 100 €/Monat wäre sicher so viel zusammen gekommen, dass sie ein kleines Polster hätte. Leider nichts dafür getan.

Christoph
6 Jahre zuvor

Schöner Artikel. Wobei ich schon sagen muss, wenn jemand viel verdient geht die finanzielle Freiheit einfacher und schneller als bei jemandem der “normal” oder “wenig” verdient wenn alle drei keine Geld Rauswerfer sind.

Wenn die Anwältin zB jedes Jahr 100k investieren kann und der andere nur 10 k, geht das bei der Anwältin natürlich viel schneller und einfacher.

Aber natürlich bringt das beste Einkommen nichts, wenn man das Geld mit vollen Händen ausgibt.

 

Zum Thema Wortschatz. Ich finde gerade Nein und ich kann das nicht ist super wichtig. Gerade beim Thema Ausgabe.

Da muss man sagen können: NEIN das brauch ich nicht.

Oder aber auch: Ich würde das gerne haben, aber ich kann mir das nicht leisten.

 

Ebenso finde ich wichtig zu wissen was man kann oder nicht kann. Ich zB bin handwerklich nicht begabt. Wenn ich zB ein Haus bauen würde, würde das nur unnötig Geld verschlingen. Da ist es sinnvoller zu sagen: Ich kann es nicht und bezahle jemanden der es kann.

Christoph
6 Jahre zuvor

@Oliver: Stimme Dir zu. Vor allem frage ich mich wieso Sie € 70 fürs Telefon bezahlt?! Das Frühjahr brachte ihr ja ein paar Sonderkosten. Aber 420 Euro hat Sie ja über, also frei für Lebensmittel und Konsum. Das ist doch echt in Ordnung.

Ich würde ihr auch raten, wegziehen. Aber wahrscheinlich will man in dem alter nicht mehr in ne neue Stadt.

Natürlich ist vergünstigter Wohnraum super. Aber wer bezahlt den denn? Wir alle! In Mainz gibt es ZB neue Wohnungen. €6/ qm

Natürlich ist es einerseits richtig günstig Wohnraum zu schaffen. Aber wieso muss da wieder der Steuerzahler mitbezahlen?

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/nachrichten-mainz/1000-wohnungen-mit-niedriger-miete-in-mainz-landesfoerderung-macht-guenstige-preise-moeglich_16712710.htm

Zumal das alles neue Wohnungen sind in guter Bauweise. Da würde dann eine 100 m² Wohnung € 600 kalt kosten. Da zahle ich ja für meine 58 schon mehr.

 

 

 

Markus
6 Jahre zuvor

@Tim

Sie begann als Anwältin mit einem Startgehalt von 160.000 Dollar. Später stieg ihr Gehalt auf 330.000 Dollar.

Sie sagt sogar, es kommt nicht auf das Gehalt an, sondern nur auf die Sparrate.

Anita Dhake lebt von 1.500 bis 2.500 Dollar im Monat.

…..

Die Diskrepanzen beim Gehalt in Amerika scheinen schon sehr eklatant zu sein…

Es kommt nicht auf das Gehalt an… Na ja, da kann man doch geteilter Meinung sein.

Vali
6 Jahre zuvor

Viel verdienen ist natürlich vom Vorteil, aber ich kenne kaum Menschen, die viel verdienen und wenig ausgeben. Irgendwie macht sie das viele Geld blind und übermütig.

Viel wichtiger ist eine gewisse finanzielle Bildung, vorausschauende Intelligenz, Genügsamkeit und ja, auch Mathematik. Ich bin auch der Meinung, dass man auch mit einem Durchschnittsgehalt Überdurchschnittliches schaffen kann. Ich war bereits als Kind sehr sparsam, und als Jugendliche auch und habe mir sobald dies erlaubt war, einen Nebenjob gesucht.

Was die Rentnerin Lotte Wagner betrifft – das ist für mich die Zukunft vieler Mieter, die darauf vertrauen, dass die Mieten nicht steigen…

Ich kann mich noch an unseren Professor in Recht erinnern, der dauernd vorrechnete, wie viel billiger es sei in München Schwabing zur Miete zu leben, als eine Wohnung dort zu kaufen, während ich an den Wochenenden meinen Eltern beim Haus bauen half.

Wenn ich seitdem auf die Mietpreissteigerungen schaue, bezweifle ich, dass er noch so überzeugt ist.

Für diese Lotte Wagner, wäre es sinnvoller nach Hof oder Selb zu ziehen. Hätte sie damals (vor 20-30 Jahren) eine Wohnung mit ihrem Mann gekauft, wäre sie jetzt frei und müsste nicht arbeiten, um die hohe Miete abzustottern…

Nicht nur Sparen ist wichtig, man muss auch intelligent investieren können.

 

 

Gurki
6 Jahre zuvor

Also das das Gehalt wenig mit der Sparrate zutun hat, kann ich nicht nachvollziehen.

Wer viel verdient und sparsam ist, kann halt viel mehr sparen, als jemand der wenig verdient und sparsam ist. Insofern ist es eigentlich nur logisch, dass die Anwältin die 300.000 $ verdient hat soviel Geld sparen konnte.

Das Gehalt ist also schon ein sehr großer Hebel. Vorausgesetzt man ist sparsam.

 

P.S.: Wird es noch andere informative Artikel geben? Irgendwie sind deine Artikel sehr oft, sehr gleich. Sparen, wenig ausgeben, viel Krams, finanzielle Freiheit.

 

Tobias F.
6 Jahre zuvor

@Vali: Ich denke nicht, dass es das Schicksal der Mieter ist, sondern derer, die keine Investitionen für die Zukunft getätigt haben.

Die Mieten steigen, klar. Aber auch die Aktien inkl. Dividenden steigen, und zwar schneller (so war es zumindest bisher).

Wenn man es kaufmännisch ehrlich rechnet muss man keine Immobilie kaufen. Man muss eben nur zusehen, dass man investiert. Das beim nicht getätigten Hauskauf gesparte Geld sollte man anlegen, dann steht man in 30 Jahren auch gut da.

Ein Eigenheim ist keine Investition, sondern eine Lifestyleentscheidung. Frei nach Rich Dad Poor Dad: Wenn ihr Eigenheim ihre einzige Investition ist, haben sie ein Problem!

Nichts destotrotz ist es ein sehr schönes Gefühl, im eigenen Haus zu wohnen, das steht außer Frage. Das ist Emotion, nicht Ratio.

 

Vali
6 Jahre zuvor

@Tobias F., na ja, vielleicht lese ich die falschen Statistiken 😉

So viel zahlen Mieter an ihren Vermieter.

Ich habe damals gebaut, weil ich mit meinem Mann bei unserem Anfangsgehalt nach dem Studium mir niemals hätte eine Miete dauerhaft leisten können. Nach 8 Jahren war das Haus abbezahlt und seitdem leben wir frei von Miete und sparen den Überschuss oder Investieren (Immos, Aktien)

Wenn ich eine Durchschnittslebensmiete von monatl. 600 Euro nehme und sie mal 60 Lebensmietjahre rechne, dann kommt eine Summe von 432000. Unser Haus hat nicht mal die Hälfte davon gekostet … (rechne deine Lebens-Miete aus, da kommt ein eigenes Haus/Wohnung heraus)

Da ich aber bereits nach weniger als 10 Jahren miet-zins- und tilgungsfrei  war, kann ich in den restlichen 50 Jahren die eingesparte Miete zusätzlich investieren bzw. ausgeben… nach meiner Rechnung habe ich jetzt mehr Geld in der Tasche, weil ich weder Miete noch Mietsteigerung mitbezahlen muss…

Kiyosaki findet es blöd nur auf das Eigenheim zu vertrauen. “Wenn ihr Eigenheim ihre einzige Investition ist, haben sie ein Problem!” Da hat er recht. Selbst hat er trotzdem Eigentumsimmobilien und lebt nicht zur Miete.

Ich möchte nicht mit den Dividendensteigerungen immer der Miete hinterherjagen, die sind doch dazu da, um mehr zu investieren und besser zu leben…;-)

Klar muss man keine Immobilie kaufen, wenn man flexibel dauernd umziehen möchte – aber grundsätzlich ist lebenslanges Mieten für Familien in der gleichen Stadt teurer… Die Lüge mit der Miete

Markus
6 Jahre zuvor

@Vali

“Ich bin auch der Meinung, dass man auch mit einem Durchschnittsgehalt Überdurchschnittliches schaffen kann.”

Klar, möglich ist es.

Deutlich wahrscheinlicher ist es allerdings mit überdurchschnittlichem Verdienst.

Mit ein paar Hundertern monatlich dauert es doch ein paar Jahrzehnte mehr.

Mike D.
6 Jahre zuvor

Eins fällt mir bei diesen Artikeln immer wieder auf:

Ich muß nicht nur mehr sparen, ich muß vor allem mehr verdienen! 😉

Christoph
6 Jahre zuvor

Mike: Natürlich ist mehr Verdienst immer gut. Aber selbst mit 100/ Monat kann man schon eine gute Alterszusatzvorsorge erhalten.

Tobias F.
6 Jahre zuvor

@ Vali: Es ist gut, dass du ein Haus zu einem schon damals sehr guten Preis gekauft hast. Mittlerweile sieht der Markt leider anders aus.  Hier in meiner Stadt (Unistadt in Nordbayern) gibt es schlicht kein Angebot auf dem Markt. Selbst wenn man verrückte Dinge machen würde könnte man kaum was finden.

Den Graphen von der Bausparkasse finde ich jetzt nicht so überzeugend 🙂 Man könnte auch die Lebensmittelkosten für die nächsten 30 Jahre so auftragen und dann argumentieren, dass man lieber alles selbst anbauen sollte 🙂

Dieser Artikel zu dem Thema gefällt mir auch ganz gut: http://zendepot.de/warum-alle-wollen-dass-du-ein-haus-kaufst/

Eigenheimkauf ist einfach eine individuelle Entscheidung und es gibt keine endgültige Wahrheit. Aber einfach die Meiten der nächsten 30 JAhre zu addieren und dann die große “verschwendete” Summe zu bestaunen ist sicherlich zu einfach gedacht. Nicht umsonst gibt es zu dem Thema sehr dicke Bücher! 😉

Christoph
6 Jahre zuvor

Weiß nicht ob Ihr es schon mitbekomme habt, aber Pokemon Go ist derzeit ja der neueste Schrei!

Ich dachte auch erst, es geht um das Kartenspiel wieder. Aber nein. Es ist ein Handy Game. Augmented Realty.

Man bekommt auf dem Handy angezeigt wo das nächste Pokemon zum fangen ist. Dann muss man dorthin laufen, in der Stadt, am FLuß, im Wald usw. Dort sieht man durch die Kamera des Handys die Umgebung und in das Bild ist das Pokemon eingefügt.

In den USA der aktuelle Hype. Manche Übertreiben es, selbst in Gedenkstätten wurden Pokemon gesucht!

Die Nintendo Aktie steigt und steigt. Aber auch Google und Apple verdienen da richtig dran.

Seit heute auch in Deutschland verfügbar.

Es ist quasi eine moderne Schnitzeljagd. Und man geht raus, bewegt sich und sieht Plätze die man sonst nicht sehen würde.

Ich habe mir das gerade runtergeladen. Denke ist witzig und kann spass machen.

Das spiel kostet auch nichts. Probiert es aus und erkundet Eure Umgebung.

 

Leon
6 Jahre zuvor

Mit 100 € im Monat kommt man über 30 Jahre abzüglich Kosten, Steuern und Inflation auf keine riesige um die Kaufkraft bereinigte Summe.

Die Menschen haben einfach kein Gefühl, was das Geld in 30 Jahren noch real wert ist.

6 Jahre zuvor

Für Lotte Wagner habe ich wenig Verständnis. Warum muss sie denn noch in München wohnen? 1300 € dürften die Nettorente sein. So viel haben manche Berufstätige nicht.

Ich komme gerade vom Land, habe Verwandte und Bekannte besucht, und gesehen, was alles geht bei geringerem Einkommen. Die Monsterrenten haben die alten Leutchen dort schon mal gar nicht. Dort sind u.a. alte Ställe zu Wohnungen ausgebaut. Ich habe nicht den Eindruck, dass die da besonders unglücklich wären, können sie doch immer noch schön spazieren gehen, haben einen Garten, die Nachbarn und Verwandten kümmern sich. Sogar mit Hartz IV lässt sich auf dem Land angenehm leben, was ich aber natürlich nicht empfehle. Ich kenne da ein paar Leute.

Mit Asthma ist sie auf dem Land auch besser aufgehoben. Wenn ich in den Ruhestand gehe, dann möchte ich am liebsten auch ins Grüne. Natürlich darf man nicht warten, bis man über 70 ist. Dann fressen die hohen Mieten in München das Vermögen auf. Sie musste ja schon das Auto verkaufen. Aber mit einer sicheren Rente, ein paar 10000 € und einem Auto kann jeder den Neuanfang auf dem Land wagen. Da muss man aber fix sein. Und sicherlich gibt es auch Makler, die dann den Umzug bezuschussen, damit eine Münchener Wohnung frei wird, in die dann finanziell besser gestellte Berufstätige einziehen können.

Mich erinnert die Problematik an die DDR. Dort waren die Mieten viel zu niedrig, weshalb der Mietmarkt besonders umkämpft war. In den engen Neubauwohnungen wohnten fünf- bis sechsköpfige Familien, aber in vielen Privathäusern hockten häufig alte Leutchen. Dachböden wurden erst ab 1990 ausgebaut, weil einerseits genug Material da war, andererseits aber die Mieten anzogen und das Teilen des Hauses mit den Großeltern wieder eine Option war.

der der hier gerne mitliest
6 Jahre zuvor

Ich denke, es geht hier eher um die Botschaft. Und die finde ich nach wie vor wichtig.

Mit meiner Sparrate von 400 Euro im Monat und meinen 38 lenzen, werde ich keine neuen Rekorde aufstellen und vor meiner gesetzlichen Rente finanziell unabhängig werden. Vllt bekomme ich noch ein hübsches Sümmchen zusammen, vllt sterbe ich aber auch früh dann ist das pP. persönliches Pech, aber vllt schaffe ich es, noch 10 oder 20 Jahre länger zu leben, und genüsslich (alkoholfreie) Cocktails in der mediterranen Zone zu schlürfen. Das ist mein Ziel warum ich überhaupt angefangen habe, ein Depot aufzubauen, und wenn die Dividenden in hohem Alter nur dafür reichen mir eine Blockhütte im Taurusgebirge zu leisten, so habe ich immernoch Sonne, Palmen und Cocktails, ich denke so hat jeder seine Ziele, warum man überhaupt anfängt für das Alter vorzusorgen.

Wenn man nur 100 Euro sparen kann, wird man in 30 Jahren auch keine grossen Sprünge machen können, aber man hat etwas mehr Geld in der Tasche, als wenn man keine 100 Euro gespart hätte.

Ich denke, dass ist genau die Intention um die es hier geht, ein paar Euro mehr in der Tasche, haben noch keinem geschadet, selbst wenn es im hohem Alter nicht gleich die finanzielle Unabhängigkeit geworden ist.

6 Jahre zuvor

@Leon

Man soll ja nicht Geld sparen, sondern Aktien anhäufen.

100 € monatlich bei 1,5 % Gebühren für einen automatisierten Aktiensparplan (oder ETF). Nach 30 Jahren und angenommener durchschnittlicher 8 % Gesamtrendite, Thesaurierung und 30 Jahren Spardauer kommt man auf

98,5 € * (1,08^30 – 1)/ (1,08^(1/12) – 1) = 138742 €. Bei

 

Bezüglich Lotte Wagner noch einmal:

Ihr Telefonvertrag ist schlicht und ergreifend zu teuer. Ich zahle 32 € für Internet mit DSL über Kabel.

Leon
6 Jahre zuvor

@Couponschneider

Ja, auf die Summe bin ich auch +/- gekommen.

Ist nur die Frage… 30 Jahreszeitraum… zieh mal 3% p. a. Inflation ab, dann reicht es für einen kurzen Pflegezeitraum von ein paar Jährchen.

Diese Hochrechnungen über 3 Dekaden klingen für manche zum aktuellen Zeitraum toll… in 3 Dekaden sind viele von uns schon etwas ältere Menschen und ca. 130 k sind auch nicht mehr dass, was sie aktuell sind.

Rainer Zufall
6 Jahre zuvor

@ Leon: Ohne Inflation rechnet sichs halt aber doch viel leichter. Und: das Ergebnis sieht zudem auch viel schöner aus 😉

Will hier nicht den Zinseszinseffekt schlechtmachen, aber solche Beispielrechnungen sind manchmal schon sehr plakativ und klingen so ein bisschen nach Sparkassen”berater”.

Rainer Zufall
6 Jahre zuvor

Was mir zum Thema Mietsteigerung noch einfällt: Auch als Mieter können diese durchaus schön und überaus wünschenswert sein:

Man lege sich einige Reits, ImmoAktien o.ä. ins Depot und freue sich über die steigenden Wohnkosten. Auf diese Weise werden mögliche Mieterhöhungen ja quasi gehedged.

Ansonsten freue ich mich als Mieter gerade über die neuen dreifachverglasten Fenster inkl. Elektrorolladen im Wert von 15.000 Euro, die uns unser Vermieter heute in der gesamten Wohnung spendiert. Die Mieterhöhung von 50 Euro/Monat schmerzt 0, da ich dramatische Einsparungen bei den Heizkosten erwarte.

Und wenn ich mirs recht überlege, für 15.000 Euro kann ich ja 1 Jahr für umme mieten 😉 Und wer weiss vielleicht könnte/sollte nächstes Jahr mal wieder das Bad saniert werden..?

 

 

Vali
6 Jahre zuvor

@Tim, danke Dir! Ich lese und schreibe lieber hier bei dir, als selbst zu schreiben;-) Du kommst viel besser mit all den kritischen Kommentaren zurecht, als ich es könnte 😉 Hut ab für deine Gelassenheit!

Tobias F. und Reiner Zufall, wie ich sehe, kann man sich als Mieter die Miete emotional  auch schön rechnen;-) Wieso kann das die Lotte Wagner nicht, oder die Hannelore B.?!

Um die 50 Euro Dividende monatlich reinzubekommen, müsste ich jetzt sofort 15000 € zu 4% netto Dividende anlegen. Ich würde sagen, dein Vermieter macht ein gutes Geschäft 😉 Eine so sichere Aktie mit 4% Dividende bekommt man heutzutage nicht so leicht!

Aber schön, dass du dich so freust!

Claus
6 Jahre zuvor

@ Rainer Zufall & alle

Sparen ist schön, aber gratis leben ist noch schöner!

Dein Immo-Beispiel gilt ja für alle Bereiche:

Ich erhalte z.B. mehr Dividende von Exxon, Shell, Total + Woods. Pet. als ich für mein Auto insgesamt ausgebe.

Ähnliches gilt für Hygieneartikel, Lebensmittel, Getränke.

Sogar gelegentliche Baumarkt-Besuche sind quasi gratis dank Home-Depot.

Insgesamt decken meine Dividenden inzwischen 2/3 meiner Kosten.

Natürlich rühre ich keinen Cent davon an, sondern investiere alles gleich wieder. Ich gehe davon aus, dass die Dividenden irgendwann höher sind, als meine notwendigen Ausgaben (incl. KV).

Rainer Zufall
6 Jahre zuvor

@ Vali: Ich will ja auch nicht, dass mein Vermieter am Hungertuch nagt 😉 Er soll schon was von der Vermietung haben! 🙂

Aber ich freue mich gerade echt darüber, dass ich das nicht selbst bezahlen muss, denn sonst hätte ich entweder 15.000 Euro Schulden oder mein Depot wäre um 15.000 geschrumpft. Umpf.

Ich freue mich umso mehr, wenn ich dran zurückdenke, dass wir im letzten Jahr schon eine brandneue Etagenheizung bekommen habe. Und da wurde die Miete überhaupt nicht erhöht 🙂 So macht sparen…ähm… mieten Spass 😉

 

 

 

Markus
6 Jahre zuvor

166 k – 330 k p. a. Gehalt vs. 100 – 200 € monatlich sparen…

Mit 33 finanziell frei oder als Frührenter mit knapp 60…

Wir schreiben hier schon über eklatante & gravierende Unterschiede.

Mit durchschnittlichen Sparquoten, durchschnittlichen Renditen nach Steuern und Inflation, durchschnittlichem Verdienst & durchschnittlicher Spardauer ist bei vielen der Sparanteil der Löwenanteil an der Depotsumme.

Richtig finanziell frei geht es größtenteils nur über mehr Einkommen oder überdurchschnittlichen (im Verhältnis zur jeweiligen Bevölkerung) Sparquoten deutlich größer als 10 – 20 %.

Erbe und Vorleistung der Eltern mal außen vor gelassen und mit eigenem Kapital ab ca. 18 oder nach Studium mit Mitte/Ende 20 losgelegt.

Die paar ernsthaften Blogger/WP-User alias Romsdalen oder Supertobs (beide soweit ich mich erinnere im Management bei DAX-Konzernen) brauchen auch ein paar Jährchen…

Wie viel Prozent der Bevölkerung schaffen es im Management bei DAX-Konzernen zu arbeiten?

Claus
6 Jahre zuvor

@ Tim Schäfer

Ja, so ist es. Meine Eltern waren arm und ich habe schon als kleiner Junge gespart. Meine Mutter hat mir sehr früh den Wert und den Umgang mit dem Geld beigebracht. Oberstes Gebot: Man kann nur das ausgeben, was man hat. Übersetzt: Niemals Schulden machen! Hat man einen Wunsch: Erst sparen, dann kaufen, falls man es noch möchte. So habe ich es mein Leben lang gemacht.

Ich habe nur 2 x einen Kredit in Anspruch genommen. Den ersten, als ich mich selbständig gemacht habe und zum Start ein zuverlässiges neues Auto für Kundenbesuche benötigte. Ich habe es geleast und habe mir riesige Sorgen gemacht, da nach 48 Monaten die Schlussrate mit damals guten 16.000 DM fällig war. Eine für mich riesige Summe. Alles lief bestens und als die Schlussrate fällig war, habe ich kaum bemerkt, das das Geld auf dem Konto fehlte…

Der zweite Kredit war eine Hypothek, weil ich ein Haus kaufen wollte, in dem ich selbst wohne und mein Büro unterbringe. Ich benötigte aber nur 50% des Kaufpreises als Hypothek. Auch hier war mir wieder sehr unwohl und ich zahlte die Hypothek so schnell ich konnte ab. Hat 5 Jahre gedauert.

Bevor ich etwas kaufe, egal was es ist, überlege ich immer, ob ich das auch wirklich brauche. Ich hasse es shoppen zu gehen. Mich nervt das Gewühl in den Einkaufstempeln. Wenn ich wirklich etwas brauche, überlege ich, wo ich es am schnellsten und günstigsten erhalte, oft im Web. Die Sache ist dann meistens in wenigen Minuten erledigt.

Finanziell frei fühle ich mich schon heute, denn ich habe keinerlei finanziellen Druck. Mietfrei wohnen (wobei die Nebenkosten für ein Haus auch nicht unerheblich sind) und schuldenfrei ergibt ein sehr angenehmes Gefühl.

Ich lehne z.B. auch Aufträge ab, wenn der Kunde meine Preise nicht akzeptiert. Oft argumentieren Kunden, dass sie die Leistung woanders günstiger erhalten würden (obwohl sie hier Äpfel mit Birnen vergleichen) oder das sie es selbst auch leisten könnten. Ich frage dann nur, warum sie es nicht woanders kaufen oder selbst machen… Herrlich.

Fit und gesund
6 Jahre zuvor

kann mich Tim nur anschliessen, auch mir gefällt die bodenständige Art von Claus, auch er hat eine abbezahlte Immobilie, ich kann nur Eins sagen, meine beste Investition war meine Eigentumswohnung, zwar kein Haus aber für mich mehr als ausreichend, ich mag meine Wohnung sehr und sie gibt mir Sicherheit, die nimmt mir Niemand mehr weg. Vali hat das auch erkannt :))

 

Also die Rentnerin, was mault die denn? hat nur 33 Jahre gearbeitet, tja… muss sie nun halt schauen wie sie klarkommt, ich hab schon 41 Jahre auf dem Buckel und muss noch mindestens 5, also mein Mitleid hält sich in Grenzen, die ist tatsächlich dumm wie ein Brot, woanders würde sie doch so viel billiger leben können, aber in dem Alter umziehen ist natürlich schwer. Vielleicht sollte sie sich einen Untermieter nehmen und ihr Budget mal überdenken, sorry, die ist selber schuld.

 

Patrick
6 Jahre zuvor

Hi Leute, ich habe bereits einige Aktien, aber ich habe mir überlegt noch einen ETF zusätzlich anzulegen. Wie funktioniert das mit einem Sparplan ETF. Gibts da keine 5-7Euro Gebühren jeden Monat wenn ich zB 100 Euro investiere? Oder sind da die Gebühren viel niedriger?

der der hier gerne mitliest
6 Jahre zuvor

@Claus
Hallo, und wie immer Danke für deine Beiträge.

“Ich frage dann nur, warum sie es nicht woanders kaufen oder selbst machen… Herrlich.”

Wenn ich dir einen Tipp geben darf, vllt spielt das für dich keine grosse Rolle mehr, da du schon sehr weit fortgeschritten bist.
Aber ich würde mir die “Warum” Frage gegenüber Kunden abgewöhnen, weil das Kindheitserinnerungen weckt; hat man als Kind etwas falsch gemacht, musste man sich von seinen Eltern anhören; Warum hast du das Glas umgeworfen? Warum hast du die Herdplatte berührt? usw.
Die Warum-Frage versetzt Mensch gleich in Erklärungsnöte, wir müssen uns für unser Handeln rechtfertigen…
Vielleicht hat auch nicht ein jeder schlechte Erfahrungen mit der Warum-Frage gemacht, aber ich denke viele werden sich vllt wiedererkennen. Warum Fragen versetzen den Menschen leider allzu schnell in den Rechtfertigungsmodus. 🙂

Vllt solltest du deinen Kunden einmal die Frage stellen; Was veranlasste Sie dazu, dass.. oder Wie kam es, dass..

Rainer Zufall
6 Jahre zuvor

@ Hallo Patrick

Habe mal bei Comdirect die entsprechende Beschreibung rausgesucht. Bei den anderen Anbietern ist das idR sehr ähnlich.

Orderentgelt ETF-Sparplan: “Für die Ausführung eines ETF-Sparplans zahlen Sie keinen Ausgabeaufschlag, sondern nur 1,5 % des Ordervolumens (maximal 4,90 Euro) pro Transaktion und ETF.”

Daneben hat Comdirect ein Angebot, bei dem die Gebühr entfällt: “Keine Orderentgelte bei Sparplanausführungen der 45 ausgewählten ETFs während des Angebotszeitraumes.”

Wie gesagt, bei den anderen Anbietern dürfte es vergleichbare Angebote geben.

Björn
6 Jahre zuvor

Da hier viel über das eigene Haus und das Abbezahlen der Immobilie gesprochen wird, habe ich eine Frage an euch: Wir haben für unser Haus vor 3 Jahren eine Hypothek aufgenommen mit 20 Jahren Zinsfestschreibung. Für die Restsumme nach den 20 Jahren besparen wir einen Bausparvertrag, die Restsumme wollen wir damit dann ablösen. Das Abbezahlen des Bausparvertrages dauert dann noch 7 Jahre. Dafür zahlen wir monatlich 100 Euro ein.

Bin allerdings seit kurzem am überlegen, ob wir die 1.200 Euro im Jahr nicht lieber als Sondertilgung nehmen sollten. Wie ist eure Meinung dazu? Lieber weiter 1.200 Euro jährlich in den Bausparvertrag zahlen oder lieber einmal im Jahr die Sondertilgung mit 1.200 Euro machen?

Freelancer Sebastian
6 Jahre zuvor

@ Tim

Danke für deine wiederkehrenden “Mantras” und die immer neuen Beispiele für finanziellen Erfolg. Manch einem mag das eintönig erscheinen. Mir nicht. Als Musiker weiß ich – Wiederholung ist alles!

Es ist mathematisch logisch, dass jemand mit 300.000 € Jahreseinkommen die potenzielle finanzielle Freiheit schneller erreicht, als jemand mit 50.000 € Jahreseinkommen. Allerdings nur potenziell. Der Lebensstil, das Ausgabeverhalten ist entscheidend. Ich erlebe im Freundeskreis hautnah, wie gesteigerte Einkommen zu gesteigerten Ausgaben führen. Auch wenn man das zehnfache der Studienzeit verdient, es kann einfach nicht ordentlich gespart werden….

Man kann also sehr wohl auch mit geringen Investitionssummen seine persönliche Freiheit erreichen. Dann dauert´s halt ein wenig länger.

Mich würden hier die Erfahrungen von PIBE350 und ZaVodou brennend interessieren. Vielleicht verliert ihr ja ein paar Sätze dazu?

Auch das Argument mit den 100 €, die ja eh nicht reichen, zieht bei mir nicht. Muß es denn 30 Jahre lang bei den 100 € bleiben?

Meine Frau und ich haben zu Studienzeiten mit 50 € im Monat begonnen (und mangels besseren Wissens leider “nur” gespart und nicht investiert). Mit dem ersten Einkommen sind 300 € daraus geworden. Mittlerweile sind wir bei 1000 € angekommen. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Das bekommen wir hin, obwohl wir nur Teilzeit arbeiten und drei Kinder versorgen. Unser Einkommen liegt im übrigen im Bereich des Medians.

Natürlich kann man sich vieles plakativ schön rechnen. man kann es aber auch plakativ schlecht rechnen…. 😉 .

Also: Einfach anfangen und sich stück für stück steigern. Das ist wirklich möglich.

Vali
6 Jahre zuvor

Hallo, Björn, finde ich toll, dass ihr ein Haus abbezahlt. Wir haben keine Sondertilgungen geleistet, sondern gespart und die Restsumme beim Ablaufen des Zinsbindungsvertrags nach 8 Jahren auf einmal abbezahlt.

Ob es schlauer war, weiß ich nicht, aber damals gab es mehr Zins fürs Gesparte. Beim Bausparer habt ihr bereits die Gebühren bezahlt. Den nicht zu nutzen, wäre schade. Ich würde das so belassen, ohne das jetzt ausgerechnet zu haben… Viel Glück, ihr schafft es 🙂

Patrick, bei der DAB gibt es Sparpläne auf ETFs, die kostenlos sind. Andere kosten was, aber ich weiß nicht wieviel. Ich nehme nur die mit 0,- Gebühr. Ich zahle je 50 Euro monatl. ein (aus den Dividenden), gebührenfrei.

 

Sergent Garcia
6 Jahre zuvor

@Björn

Schulden tilgen! Der eingesparte Zins ist garantiert. Wenn Du eine andere Anlageform mit garantierter Rendite in mindestens der selben Höhe findest, dann investiere in diese.

@Patrick

Bei der diba kann man ab 500,- jeden ETF und Fonds kostenfrei erwerben. Hier kann es sich lohnen das Gesparte 2-3 Monate anzusammeln und dann eben manuell zu kaufen.

Christoph
6 Jahre zuvor

@Björn: Wie Vali schrieb kommt es auf den Guthabenzins bzw Kreditzins an. Ist beides niedrig und der Vertrag ist zuteilungsreif würde ich ihn gleich nutzen, ausser euer Hypo ist billiger.

Generell finde ich Sondertilgung immer besser. Was abbezahlt ist kostet gleich weniger Geld.

Claus
6 Jahre zuvor

@ der der hier gerne mitliest

vielen Dank für deine Anregungen zur “Warum-Frage”. Dies ist nicht wörtlich zu nehmen, natürlich formuliere ich das immer so, dass der Kunde sich nicht in die Enge getrieben fühlt. Alleine die Tatsache, das sie mich meist häufiger in der gleichen Sache kontaktieren, zeigt mir, dass sie eigentlich meine Leistung möchten (weil sie insgeheim wissen, dass sie besser ist als das “günstigere” Konkurrenzangebot), aber nur den vermeintlich günstigeren Preis dafür bezahlen wollen oder können.

Christoph
6 Jahre zuvor

Claus: Ich finde du machst das richtig. Manche wollen einfach alles immer billig billig billig. Aber dafür dann auch top Leistung haben.

Und wenn dann sowas kommt: Eigentlich kann ich das auch selbst machen, ja wieso macht derjenige das dann nicht? Weil er es wahrscheinlich doch nicht kann.

Claus
6 Jahre zuvor

@ Fit und gesund

ich kann dir nur zustimmen. Bezahltes selbstgenutzes Wohneigentum, egal ob Haus oder Wohnung, gibt einem ein wunderbares Sicherheitsgefühl. Nieman kann einen vertreiben, auch das ist ein Stückchen Freiheit. Ich liebe es z.B. einfach an einem schönen Nachmittag an meinem kleinen Teich zu sitzen und ein Börsenbuch zu lesen.

Zu den Aktien habe ich dir gerade im letzten Beitrag noch etwas geschrieben.

Claus
6 Jahre zuvor

@ christoph

genauso ist es. Sie können es selbst nicht leisten, weil sie weder das Wissen, noch die erforderliche Technik hierzu haben… Würden sie tatsächlich mit der Arbeit beginnen, würden sie sehr schnell merken, wie viele Probleme es zu bewältigen gilt, um ans Ziel zu kommen. Ganz abgesehen vom zeitlichen Aufwand.

Oliver
6 Jahre zuvor

@Claus

Ich kenne das zur Genüge aus der IT. Ich hatte vor Jahren einen Geschäftspartner, der in der Finanzbranche unterwegs war. Nebenbei hat er bei ebay ältere Serversysteme gekauft und die irgendwie zusammengebaut. Wenn ich bei ihm vorbeikam, mußte ich natürlich auch in seinen Keller mit und dann zeigte er mir seine neuesten zusammengebauten Errungenschaften voller Stolz. Daneben hat er mir immer gesagt, was er für Teil x und Teil y ausgegeben hat. IT ist sehr schnelllebig, obwohl viele das nicht so sehen mögen. Aber jeder Server wird jedes Jahr leistungsstärker und obwohl wir ggw. bei der Prozessortechnologie an eine Grenze stossen, werden die Sprünge nächstes Jahr wieder sehr groß sein. Natürlich hat er seine Arbeitszeit nicht eingerechnet, wahrscheinlich aufgrund des Spaßfaktors, den er dabei hatte. Wenn man es aber rein kaufmännisch sieht, oberflächlich durch den günstigen Einkauf bei ebay billig, aber das Preis-/Leistungsverhältnis inkl. seiner Installationsstunden teuer.

Diese Geiz ist geil Mentalität wurde uns über die Werbung eingetrichtert. Tatsächlich ist es aber bei genauem Nachdenken fast immer so, dass ein fähiger Fachmann für eine Aufgabe immer am günstigsten kommt, da das Preis-/Leistungsverhältnis am besten ist. Die verlorene Zeit mit verbilligten Teilen und deren Problemen ist meist nicht zu verachten sowie die Anschlußkosten. Deswegen sind sog. Bieterverfahren längst nicht so effizient, wie manche das gerne darstellen möchten. Ein krasses Beispiel war bei uns der Umbau einer der Kindergärten in Eichenau. Eine ostdeutsche Firma hatte den Zuschlag bekommen. Sie sagte bei Baubeginn, dass sie einen Vorschuß benötigen, weil sie sonst ihre Leute nicht zahlen können. Der verantwortliche Architekt hat das dummerweise gemacht, weil in solchen Sachen nicht erfahren. Am Ende war das Geld weg und die Firma trotzdem pleite. Ergo neues Ausschreibungsverfahren, also nichts mit billig.

Billig ist in vielen Dingen des täglichen Lebens ein Trugschluß. Deshalb lasse ich mir nur Qualitätsprodukte montieren. Damit ärgere ich mich im Schnitt weniger und obwohl in der Investition teurer, sind sie langfristig am billigsten. Und viele Leute, die nur auf billig schauen, könnten sich das auch leisten. Sie wollen es sich aber nicht leisten und deshalb kommt dann der Satz: Der Huber machts mir 20% billiger. Ich mag zwar seine Qualität nicht, aber wenn Du es für 20% weniger machst, mag ich es sicher. Die Masche ist so alt wie es Unternehmen gibt und klappt trotzdem erstaunlich häufig..

Björn
6 Jahre zuvor

Der Guthabenzins beim Bausparvertrag beträgt 0,9 %. Zuteilungsreif ist der Vertrag auch erst in 15 Jahren. Der Kreditzins danach ist auf 1,99 % festgeschrieben. Für das Bankdarlehen zahlen wir bis dahin 4 %.

Vali
6 Jahre zuvor

Björn, dann würde ich versuchen möglichst schnell zu tilgen 🙂

Björn
6 Jahre zuvor

Also dann lieber jedes Jahr die 1.20o Euro als Sondertilgung investieren. Danke für eure Meinungen.

Münchner Insider
6 Jahre zuvor

So würde die Wirtschaft tatsächlich funktionieren!

https://youtu.be/dJMiVGlnLSc

Wenn Sie so weiter wirtschaften wie bisher, verwandelt sich der Münchner Ludwigsvortstadt in New York City der 70er Jahren, wo jeder Kriminelle seinen Paradies genießt!

https://youtu.be/KE4tp67kA_Q

@tim

Danke, dass du meine Insiderwissen weitergibst! Als Ritter von Bogen schreibe ich es zum ersten Mal bei dir! 🙂

6 Jahre zuvor

@Oliver

Ach ja, IT-Altsysteme. Da ich ja vom Fach bin und ich alten Maschinen durchaus etwas abgewinnen kann, werde ich häufig gefragt, was man  hier und da noch machen könne. Ich habe kürzlich einen alten Rechner mit Windows 98 gesehen und wurde gefragt, ob man den weiterverschenken kann. Ein Geschenk von einem Hartzer zu einem anderen Hartzer. Aber selbst der Hartzer wäre besser beraten, sich für 200 € ein Tablett zu kaufen, um damit zu spielen. Ganz ehrlich. Sogar eine Kugelmaus hat der Bekannte noch gehabt. Er schmeißt nichts weg. Seine Schwester meinte, er hätte noch fünf Röhrenfernseher auf dem Dachboden zu stehen.

Allenfalls als Schreibmaschine taugt ein alter Rechner noch, aber dann muss man das können, eventuell ein paar alte RAM-Riegel spendieren, denn die gibt’s wirklich für lau. Linux drauf und gut. Die neuen Windows-Versionen brauchen zu viel und werden nicht mehr supported. Das wollen aber viele nicht hören; die wollen spielen. Und wer spielen will, sollte sich gefälligst ein Tablett kaufen. Das ist die Installation von Apps auch so schön einfach. Oder aber man hat eine Konsole.

Ich spiele keine Videospiele, aber wenn, dann würde ich mir die Spiele am PC nicht mehr antun, sondern mir eine Konsole kaufen, weil ich keinen Bock mehr habe, mich um eine gescheite Einrichtung zu kümmern. Eine Konsole ist ein genormter Computer und die Spiele werden dann so programmiert, dass sie auch garantiert laufen. “Zu wenig RAM” gibt’s dort nicht, genauso wenig wie zu alte Grafikkarte, falsche DirectX-Version, falsche Windows-Version usw.

Christoph
6 Jahre zuvor

Couponschneider: Wobei auch spielen am PC Vorteile hat. Ich finde manche Spiele auf dem PC besser zu spielen, andere auf der Konsole. Und der Vorteil beim PC ist man kann nach und nach nachrüsten.

@Oliver Ja die Geiz ist Geil Mentalität ist furchtbar. Habe ich auch schon gehabt. Letztes Jahr einen billigen FLug nach Thaild gehabt. Tolle neue Maschine. Aber es ging über China dorthin. Also 3 Stunden länger. Und 3 Filme auf englisch der rest chinesisch.. grrrr Dann zahle ich nächstes mal doch lieber wieder 650 anstatt 450.

 

Björn: Den Vertrag würde ich sofrt ablösen. 4% ist echt teuer

Schau mal hier: https://www.baufi24.de/baufinanzierung-rechner/

Selbst wenn du ne Ablöse für den alten zahlst kommst du sicher günstiger.

Björn
6 Jahre zuvor

@ Christoph: Kündigen kann ich den Darlehensvertrag erst ab 10 Jahren, 4 Jahre haben wir erst rum. Aber dann auf jeden Fall zu machen.

Hallo Tim,

vielen Dank für den Artikel, das Thema Early Retirement scheint mir gerade sehr in Mode zu sein. Das Phänomen ist aber sehr amerikanisch, u.a. da in Deutschland das Zinsniveau geringer ist. Ich fühle mich an die Neunziger Jahre erinnert, als der Traum von finanzieller Freiheit in Deutschland Millionen erfasste (Stichwort “Bodo Schäfer”) – nur dass es heute mit dem Modethema Minimalismus kombiniert wird.

Ich sehe das Ganze etwas kritischer als du, vor allem da die Kapitalmarktannahmen schwer zu erfüllen sind. Ebenso plädoyiere ich für einen gewissen Genuss der Zwanziger Jahre. In einem dritten Punkt bin ich ebenfalls anderer Meinung: Das Thema sollte man meiner Meinung nach auf jeden Fall einkommensseitig und nicht ausgabenseitig angehen, wenn man sich Lebensqualität bewahren möchte.

Diese konträren Gedanken genau dazu habe ich kürzlich in einem Blogartikel formuliert. Aber interessant, wie sehr die Meinungen auseinandergehen! 😉

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