Lieber Tim,
liebe Leserinnen und Leser,
meine ersten Aktien habe ich mit 18 Jahren gekauft, das war 2015 im Rahmen eines Schulprojekts. Gekauft habe ich damals Intel und TSMC. Beide habe ich bis heute im Depot. Und TSMC ist mit 1.700% sogar meine beste Aktie, bisher habe ich beeindruckende 88% meines damaligen Einsatzes durch die Dividenden wieder rausbekommen.
Da ich als Schüler aber nur sehr wenig investieren konnte, fällt der Gewinn kaum ins Gewicht. Und TSMC ist eine sehr kleine Position in meinem Depot.

Es lief recht gut mit dem Depot bis auf den Cannabis- und Novo-Zock, der im Minus endete
Seitdem läuft es mit einigen Ausnahmen (Cannabis Phase und Novo-Zock) aber recht gut. Zumindest so gut, dass ich meinen Job erstmal gekündigt habe. Plane ich ab jetzt von meinem Depot zu leben? Ich denke nicht, aber ich kann mir zumindest Zeit lassen, etwas zu suchen, worauf ich wirklich Lust habe. Derzeit habe ich mein Projekt aktiensnack.de gestartet: Einen Blog, indem ich über Aktien, Investments und mein Depot mit neuen Käufen/Verkäufen schreibe.
Meine besten Investments habe ich mit eigentlich sehr langweiligen Aktien gemacht oder zumindest mit bekannten Aktien, die im schlechten Ruf standen. Ich habe Apple im Jahr 2018 gekauft und nahezu alles investiert, was ich zu der Zeit besaß. Es ist heute meine größte Position mit einem Anteil von 27%. Meta Platforms folgt mit 25% und auf Platz 3 ist derzeit Five Below mit 15% Depotanteil. Alle drei Positionen sind deutlich im Plus.

Am Anfang stand ich bei Überfliegern wie Meta stark im Minus
Heute kann ich darüber schmunzeln, damals war das aber nicht ganz so witzig, als ich mit allen drei Aktien zum Anfang stark im Minus stand. Mit Meta sogar bei -50%, ich habe dann aber glücklicherweise immer den Mut gehabt, nachzukaufen. Im Nachhinein hätten die Nachkäufe immer größer ausfallen müssen, aber naja… Es ist ja auch nicht ganz einfach, weitere Aktien zu kaufen, wenn der Kurs fällt und fällt und weiter fällt. Und man währenddessen nur schlechte Schlagzeilen liest wie „Apple ist tot“ oder auch „Facebook verbrennt Milliarden“. Aber irgendwo musste ja der „Boden“ sein. Denn alle diese Unternehmen hatten keine Nettoschulden. Und ohne Schulden pleite zu gehen, ist sehr schwierig. Wenn man in diesen Momenten genug Mut findet, kann sich das später sehr schön auszahlen.
Five Below ist ein attraktiver Spielzeugladen
Falls jemand Five Below nicht kennt: FIVE verkauft Zeugs für Kinder und Jugendliche, hauptsächlich Kinderspielzeug, Kleidung und Snacks für 5$ und weniger (daher auch der Name Five Below). FIVE ist für mich einer der besten Retailer der USA: Bessere Margen als vergleichbare Unternehmen, keine Schulden, Wettbewerbsvorteil bzgl. Preis und Größe und neue Stores bringen schon nach einem Jahr ihren Einsatz wieder raus (Payback-Time). Der Umsatz wuchs zuletzt um +23%, davon stiegen die vergleichbaren Umsätze um 14%. Was will man mehr?
Lehrgeld zahlte ich mit Cannabisfirmen und Banken
Lehrgeld, wie man so schön sagt, wenn man an der Börse Geld verliert, habe ich selbstverständlich auch schon gezahlt. Immer dann, wenn ich gierig werde und die Hoffnung habe, dass ich damit schnell reich werde. Am besten kaufe ich dann auch irgendjemandem blind nach, ohne das Unternehmen auch nur ansatzweise zu verstehen. So habe ich viel Geld in Cannabis Aktien verloren (AYR und Verano). Ich meine, was will man anderes erwarten, wenn man Unternehmen kauft, die nicht mal ansatzweise profitabel sind und gesetzlich nicht mit Banken in den USA verkehren dürfen? Aber da ich leider nur sehr langsam lerne, habe ich einen ähnlichen Fehler nochmal bei First Republic Bank gemacht. Ich habe noch nie so schnell 50% meines Investments verloren, ein paar Tage hat es nur gedauert.

Aktien sollte man 10 Jahre besitzen, nicht 10 Minuten
Aber weil mir das noch nicht gereicht hat, kaufte ich letzten Sommer Novo Nordisk. Ich glaube jeder hier weiß, wie der Chart aussieht, und kennt die Risiken. Die Risiken kannte ich auch: Alle wichtigen Patente laufen in 2031 bzw. 2032 ab, der Umsatz kommt zu 60% aus diesen zwei Medikamenten. Eli Lilly hat das bessere Produkt. Die Trump-Regierung macht Druck, um die Preise zu senken usw. Jeder vernünftige Investor hört in solchen Fällen seinen inneren Warren Buffett sagen: „Wenn du eine Aktie nicht bereit bist, 10 Jahre zu besitzen, dann besitze sie nicht mal 10 Minuten.“ Ich wollte das ganze aber selbst testen. Und ja, ich kann sagen, dass man sich gerne auf Buffetts Rat verlassen darf.
Ich habe zwar noch weitere Verluste erlitten, aber keine waren in Summe so stark wie die obigen. Und zum Glück sind meine Gewinne deutlich höher als die Verluste (16:1). Also für 16.000 EUR, die ich gewinne, verliere ich 1.000 EUR. Wenn ich mich in Zukunft an meine eigenen Regeln halte und nur Aktien kaufe, die ich auch verstehen kann, dann sollte sich mein Depot sehr gut entwickeln.
Beste Grüße
Florian
PS: Falls jemand Lust hat und mehr über mich oder verschiedene Aktien lesen möchte, schau gerne auf meinem Blog aktiensnack.de vorbei.
Hi, ich finde Dein Portfolio kurios. Apple, Meta, und Alphabet zusammen über 50% Gewichtung…. aber es scheint zu funktionieren. Weiterhin gutes Gelingen!
@Florian
Du schmeißt mit ca. 28 Jahren Deinen Ingenieursjob, willst 26 % p.a. Rendite und in 5 Jahren die erste Million…
Ok, und wo stehst Du jetzt finanziell?
Mit 28 den Job kündigen? Bevor man etwas neues gefunden hat??
Nach meiner Erfahrung (nach 15 Jahren in der freien Wirtschaft) leider der grösste Fehler den man machen kann… idR bist du auf einen Schlag unattraktiv und zum Bittsteller degradiert, kenne niemanden der anschließend nach 2-4 Jahren irgendeine Karriere vorzuweisen hatte.
Es wäre vernünftiger gewesen du hättest dein Gehalt weiter gesteigert und einfach mal bis 40 rangeklotzt.
Immer noch ein junges Alter und ein guter Zeitpunkt den ersten Kassensturz zu machen.
„schau gerne auf meinem Blog“
Nein danke, kein Interesse, dort gibt es nichts zu Lernen (leider nur ein Blog unter tausenden, von Möchtegern Finfluencern … mit der Idee bist du 10 Jahre zu spät ;))
Ich lese lieber Kommer, Bogle, Weber