Deutscher Gründer im US-Knast: 2,5 Millionen Dollar erschwindelt für Luxus-Penthouse in Manhattan? Ex-Siemens-Chef ging ihm auf den Leim?

Ein aktuelles Gerichtsdokument aus dem südlichen Bezirk von New York (SDNY) sorgt gerade an der Wall Street und in der Startup-Szene für reichlich Aufsehen. Das US-Justizministerium und das FBI ermitteln gegen den deutschen Serienunternehmer Wanja Oberhof. Der Vorwurf wiegt schwer: Anlagebetrug (Wire Fraud) in Millionenhöhe rund um das Startup „The Healing Company„.

Die 19-seitige Anklageschrift (Aktenzeichen 26 MAG 3697) liest sich wie ein klassischer Wirtschaftskrimi über Gier, Täuschung und ein Leben auf extrem großem Fuß. Nun klickten die Handschnellen. Der Deutsche Oberhof kam in den USA hinter Gittern. Bitter!

Die Ausgangslage: Eine kriselnde Wellness-Firma

Wanja Oberhof war Mitgründer und zeitweise Interims-CEO der „The Healing Company Inc.“, einem Startup, das sich auf den Kauf und Aufbau von Gesundheits- und Wellness-Unternehmen spezialisiert hatte. Um das Wachstum am Laufen zu halten, brauchte das Unternehmen dringend frisches Kapital, stand aber gleichzeitig massiv bei einem Gläubiger in der Kreide.

Die Masche: Das falsche Versprechen

Laut Anklage des FBI hat Oberhof im Frühjahr 2024 Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld, der in New York lebt, um den Finger gewickelt. Er überredete ihn, 2,5 Millionen Dollar in eine Tochtergesellschaft der Healing Company zu investieren.

Oberhofs Verkaufsargument: Das Geld des Investors würde größtenteils genutzt werden, um die drückenden Schulden bei dem Hauptgläubiger zu tilgen. Dadurch sollten wertvolle Vermögenswerte des Unternehmens freigekauft werden. Kleinfeld überwies das Geld im Mai 2024 im guten Glauben.

Luxus-Leben statt Schuldentilgung

Doch anstatt das Startup zu sanieren, nutzte Oberhof das Geld der Anklageschrift zufolge als eine Art persönlichen Geldautomaten. Das Justizministerium listet detailliert auf, wie die Gelder für seinen privaten Luxus im Big Apple verbrannt wurden:

  • Wahnsinns-Miete in Manhattan: Etwa 25.000 Dollar der Investorengelder flossen direkt in die Mietzahlungen für Oberhofs Luxus-Penthouse in Manhattan. Die monatliche Miete dort betrug schwindelerregende 20.000 Dollar.
  • Private Kredite: Weitere gut 57.500 Dollar nutzte der Gründer, um einen privaten Kredit aus der Welt zu schaffen.
  • Den Großteil der 2,5 Millionen Dollar leitete er über diverse Konten um, anstatt den Gläubiger auch nur mit einem Cent zu bedienen.

Die Vertuschung: Gefälschte Dokumente

Das Kartenhaus begann zu wackeln, als der ursprüngliche Gläubiger, der sein Geld nie gesehen hatte, im August 2024 Klage gegen die Healing Company und Oberhof einreichte.

Um den Betrug vor dem 2,5-Millionen-Dollar-Investor Kleinfeld zu vertuschen, soll Oberhof massiv manipuliert haben. Laut FBI fälschte er im Herbst 2024 Finanzdokumente. Er präsentierte Kleinfeld einen frisierten „Cash Report“, der fälschlicherweise zeigte, dass 1,35 Millionen Dollar an den Gläubiger geflossen seien. Als Kleinfeld Ende 2024 unangenehme Fragen stellte und auf Ungereimtheiten hinwies, log Oberhof in E-Mails weiter und behauptete eiskalt, das Geld liege sicher auf einem Treuhandkonto bei einer Anwaltskanzlei.

Kleinfeld war stinkesauer. Er heuerte Anwälte an. Kleinfeld soll offenbar maßgeblich dazu beigetragen haben, dass das FBI auf Oberhof aufmerksam wurde und dieser schließlich inhaftiert wurde. Ein US-Gericht hat Berichten zufolge eine Kaution in Höhe von 2 Millionen Dollar für Oberhof festgesetzt. Er musste seine Ausweispapiere abgeben. Oberhof droht zudem eine Haftstrafe von bis zu 14,5 Jahren.

Was Anleger daraus lernen können

Im September 2026 klickten schließlich die Handschellen. Werden die Vorwürfe vor Gericht bewiesen, drohen Oberhof viele Jahre Haft in einem US-Bundesgefängnis.

Für uns Anleger ist dieser Fall eine klassische Mahnung: Blendern, die in sündhaft teuren Penthouses residieren und das Geld mit vollen Händen ausgeben, sollte man doppelt auf die Finger schauen. Ein charismatischer CEO und ein teurer Lebensstil in New York sind kein Beweis für ein funktionierendes Geschäftsmodell – manchmal wird genau dieser Luxus nämlich mit dem Geld der Anleger finanziert. Sorgfältige Due Diligence und eine gesunde Portion Skepsis bleiben der beste Schutz für das eigene Kapital.

Natürlich gilt die Unschuldsvermutung, solange Oberhof nicht rechtskräftig verurteilt ist.

5 1 Bewertung
Artikel-Bewertung

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

0 Kommentare
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Ähnliche Beiträge
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x