Die Gesundheitsreform kommt. Die Deutschen müssen tiefer in die Tasche greifen, wenn sie beispielsweise Medikamente brauchen. Und die Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenkassenbeiträge steigt. Ein anderes Thema, was die Menschen umtreibt, ist die VW-Krise. Der Autobauer steht vor einem radikalen Kahlschlag. Die Hälfte der Modelle sollen wegfallen nach den Plänen des Vorstands. Während China die E-Autoproduktion massiv subventioniert, sind die Wolfsburger mit 25% Trump-Zöllen auf importierte Fahrzeuge belastet worden. Die Porsche-Sportwagentochter hängt besonders stark vom US-Markt ab und wurde auch von den Zöllen heimgesucht.
Die chinesischen Hersteller haben bei den E-Autos enorme Fortschritte gemachten, sie statten ihre Fahrzeuge mit Luxus aus und sind im Pries deutsch günstiger. Kein Wunder, dass chinesische Anbieter wie BYD oder Geely dem VW-Imperium immer mehr Marktanteile abnehmen.
Im ersten Quartal ist der Gewinn nach Steuern um 28% auf 1,6 Milliarden Euro eingebrochen. Ein Ende der Krise ist vorerst nicht abzusehen. In den vergangenen 5 Jahren ist der Kurs der VW-Stämme um 74% eingebrochen auf 72 Euro. Der Börsenwert gleicht nur noch einem Fliegengewicht, wenn man bedenkt, dass es sich um einen der weltgrößten Autobauer handelt.
Ein Fluch und Segen zugleich kann sein, dass das Land Niedersachsen 20% der stimmberichtigten Aktien besitzt. Der Staat will natürlich keinen radikalen Stellenabbau durchboxen, sondern vorsichtig sein, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Der Staatsfonds von Qatar ist mit 17% Großaktionär (Stammaktien). Die Sanierung kann lange Zeit in Anspruch nehmen. Ob die nachhaltige Trendwende gelingt, ist ungewiss. VW sollte zu ganz einfachen Modellen zurückfinden. Vielleicht einen E-Käfer bzw. E-Golf entwickeln, der preislich attraktiv für den Massenmarkt ist.
Ein FTSE-All-World im Sparplan sorgt für eine Position der Stärke
Eine gecrashte VW-Aktie jetzt abzustauben, kann sich womöglich für Geduldige auszahlen. Aber eine Gewissheit gibt es nicht. Wer sich vor einem Bündel Einzelaktien scheut, kauft lieber den Gesamtmarkt. Und das geht wohl gut über den Vanguard FTSE All-World-ETF. Dies am besten per Sparplan. Wenn du in die gesamte Weltwirtschaft nach Marktkapitalisierung investieren willst, ist eben der A2PKXG ein gutes Produkt.
Aber wir wissen ja, dass die Deutschen statt Aktien eher Versicherungen lieben. Sie haben viele unnötige Produkte meiner Meinung nach. Selbst bei der BU-Versicherung frage ich mich, ob sie empfehlenswert ist. Sie ist umstritten. Jedenfalls wird das kostspielige Produkt zuweilen mit Angstmache verkauft. Und im Schadenfall wird häufig eine BU-Rente abgelehnt. Dann stehst du mit nichts da. Übrigens funktioniert die deutsche Rentenversicherung ein Stück weit wie eine BU. Das deutsche Rentensystem wird gerne kritisiert, es ist aber nicht alles Schrott.
Heiße IPOs
Hier habe ich mit Olivia von BX Swiss über die trendigen KI-Börsengänge von SpaceX, OpenAI und Anthropic gesprochen: