Was wir von Aussteigern lernen können


New York, 18. September 2016

image

Es gibt immer mehr Stars, die sich vom üblichen Konsum lossagen. Ich finde die Geschichte von Bestsellerautor Björn Kern imposant. Der 38-jährige wuchs in Lörrach, im Südschwarzwald, auf. Er schrieb mehrere Bestseller, die zum Teil verfilmt wurden.

Nun kaufte er sich einen alten Bauernhof und genießt dort sein Leben ohne den Alltagsstress. In seinem Buch „Das Beste, was wir tun können, ist nichts“ beschreibt er sein gelassenes Leben.

Kern skizziert seine Einstellung so, die er im Buch schildert:

„Das Buch hat vielmehr diejenigen im Blick, die sich mit Eigenheimkredit und Neuwagenrate in einen Konsumzyklus katapultiert haben, dem sie mit immer mehr Arbeit begegnen — statt einfach das Konsumniveau zu senken und weniger zu arbeiten.“

„Wir haben ja gelernt, dass wir immer im Ausweitungsmodus leben müssen: neues Handy, besserer Job.“

Ich lese gerne solche Storys. Zunächst brauchen Sie das nötige Kleingeld, um einen Bauernhof wie Herr Kern kaufen zu können. Kern hat smart gespart – wie es scheint. Er hat sich ein Finanzpolster aufgebaut. Der Schriftsteller arbeitet wohlgemerkt nach wie vor. Nur nicht mehr so intensiv wie vorher.

Ich habe gestern noch mal in einem Video zusammengefasst, wie Sie es schaffen können, finanziell frei zu werden. Ein Weg ist eben hart zu arbeiten. Und jede Menge Geld zu sparen. Das Gesparte investieren Sie dann an der Börse. Natürlich kommt der Reichtum nicht über Nacht. Aber mit den Dekaden wird er kommen.

Ich finde auch das Leben von Aileen Adalid spannend. Sie reist um die Welt. Dank ihrer Website verdient sie 5.000 Dollar im Monat, wovon sie 70 Prozent spart. Sie ist geschäftstüchtig, clever und flexibel.

Oder nehmen Sie diese 26-jährige Reise-Bloggerin aus Irland: Orla Corrigan. Es ist vieles im Leben möglich. Sie müssen nur den Mut haben, etwas zu verändern an Ihrem Leben.

Was all diese Aussteiger gemein haben, ist: Sie können gut mit Geld umgehen. Sie wissen, wie sie ausreichend verdienen. Und sie sind alle sehr sparsam. Sie leben gesund. Sie sind flexibel. Sie stecken sich Ziele. Sie stehen dem Konsum kritisch gegenüber.

Was weise Menschen gemein haben, ist ein Notfallpolster. Sie haben ein Festgeldkonto oder Sparbuch, das im Notfall für mehrere Monate ausreicht, um einen Gehaltsausfall oder sonstige Katastrophe abzudecken. Wer flüssig ist und deutlich mehr als 1.000 Dollar auf dem Girokonto hat, ist übrigens glücklicher als jemand, der nicht flüssig ist. Das hat eine Studie ergeben. Wer also liquide ist, hat weniger Angst. Warum? Ganz einfach: Geld sorgt für Stabilität, für Sicherheit. So können Sie ruhiger schlafen.

Nicht nur gesunde Finanzen machen glücklich, auch ein gesunder Körper. Dazu gehört, dass Sie sich jeden Tag ausreichend bewegen und sich gesund ernähren. Ich gehe jeden Tag ins Fitnesstudio. Ich bin auf den Beinen. Und esse jede Menge Grünzeug.

Zu viel Zucker macht Menschen krank. Lange Zeit haben das Verbraucher nicht gewusst. Jetzt kommt es zum Vorschein, wie gefährlich der Zucker ist. Hier ist ein guter Vortrag über die Zuckersucht. Es ist schockierend zu sehen, wie krank uns der Süßkram macht:

Um es zusammenfassen, das sind die Kernelemente der Aussteiger, die ich bewundernswert finde:

Sie sind geschäftstüchtig. Sie sparen in jungen Jahren. Sie versuchen etliche (Web-)Projekte aus, bevor sie den Hit landen. Die meisten verdienen mit dem Bloggen/Schreiben Geld nebenbei. Ja, manchmal fallen sie auf die Nase, aber sie stehen wieder auf. Ein Rückschlag macht sie nicht nervös. Sie reisen gern. Sie machen einen glücklichen Eindruck. Sie genießen die Natur. Sie verzichten bewusst auf Luxus. Sie legen großen Wert auf eine hohe körperliche Aktivität. Sie ernähren sich gesund. Sie helfen anderen. Sie lieben die Veränderung.

Ich kann von Leuten wie Herrn Kern einiges lernen. Hut ab! Kern und die anderen Blogger stellen nicht den BMW oder Mercedes in den Mittelpunkt ihres Lebens. Sie suchen nach anderen Dingen, die viel tiefer gehen und bedeutungsvoller sind in meinen Augen.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Was wir von Aussteigern lernen können

  1. Rainer Zufall

    Hallo Tim.

    Naja, so wirklich überzeugen mich die Beispiele nicht. Ich meine: schön für Herr Kern. Scön, dass er erfolgreich ist. Schön, dass er sich einen Bauernhof im Grünen leisten kann. Ihm wirds da bestimmt an nicht fehlen. Und das ist ja auch gut so.

    Aber ist das wirklich ein Beispiel für Aussteigen und Nichts tun? Ich meine er hat seine Niesche gefunden. Er arbeitete erfolgreich, und macht das noch immer. Jetzt halt auf einem Bauernhof. Weil ers cool findet. Denke ich. Oder weil sich sein neues Buch so besser vermarkten lässt.

    Ein Buch schreiben, wenns ein gutes ist, ist sehr zeitaufwaendig. Ich weiss das aus eigener Erfahrung. Das hat nichts mit Nichts tun zu tun, finde ich. Aus meiner Sicht hat er eine Tätigkeit gefunden, die er nicht als Arbeit empfindet. Aber so wirklich ein Ausstieg scheint das nicht zu sein.

     

  2. Felix

    Mich beeindrucken eher Menschen mit einer tollen Lebensleistung, die nicht mit Mitte 30 hinschmeißen. Wolfgang Schäuble kandiert noch einmal mit 75 Jahren. Angela Merkel könnte die Füße hochlegen mit bestimmt 20.000 € Pension im Monat; sie lässt sich aber in die Pflicht nehmen, ja sie hält dem Gegenwind stand, dem sie z.Zt. ausgesetzt ist. So etwas beeindruckt mich.

    Ich verfolge den  Blog einer äußerst erfolgreichen Reisebloggerin, die ständig unterwegs ist, keine feste Bleibe mehr hat und gut mit ihrem Blog verdient. Sie weckt Sehnsüchte mit brillianten Bilder aus der Südsee oder wo immer sie sich gerade aufhält. Inzwischen gibt sie immer mehr Einblicke in ihr Seelenleben. In Wirklichkeit ist sie eine Getriebene, die vor ihren psychischen Problemen und Ängsten flieht, indem sie ständig um die Welt reist. Wenn man da hinter die Kulissen schaut, tun sich eher Abgründe des unsteten Lebens auf.

    Was machen wir eigentlich als Gesellschaft, wenn alle Polizisten, Krankenschwestern, Ärzte, Lehrer usw. mit Mitte 30 in die Südsee abhauen? Einzelne wird es immer geben, die in jungen Jahren massig verdienen. Ich denke da an Medienstars, Sportler, vor allem Fußballer. Sind sie, obwohl sie materiell ausgesorgt haben, in ihrer Lebensmitte wirklich glücklich und zufrieden?

  3. vonaufdenboden

    Wenn jemand auf einem Bauernhof ein Buch schreibt und dadurch Glück und Zufriedenheit findet: Perfekt! Wenn jemand bis 85 sein Glück als aktiver Politiker findet: Perfekt! Wenn jemand mit 39 beginnt „rumzuliegen“ und so seinen maximalen Glückszustand findet: Perfekt! Wenn jemand bis zum staatlich vorgegebenen Pensionsalter als Beamter, Ingenieur oder Maler tätig, und damit zufrieden ist: Perfekt! Ich möchte mit 49 die Möglichkeit haben genau das zu tun, was mir gereade Freude bereitet: für mich perfekt!

    I think I have made my point!

    Es ist sinnlos und mühselig darüber zu diskutieren, was für jemanden gut oder schlecht ist. Ich denke die Kunst ist es, ganau das für sich selbst herauszufinden und noch viel wichtiger/schwieriger: dann darauf hinzuarbeiten. Der Weg dahin ist für mich und auch für viele andere mit dem Thema „personal finance“ verbunden. Deshalb sind wir auch hier bei Tim (vielen, vielen Dank!!!).

    Jemand der unbeding bis 76 Professor an der Uni sein möchte, braucht sich mit diesem Thema nicht unbedingt auseinanderzusetzen.

    Gruss,

    vonaufdenboden

  4. Christoph

    von auf den Boden

    ganz genau. Manche macht es glücklich die Welt zu bereisen. Andere macht es glücklich Verantwortungzu haben. Andere wollen Tieren helfen. Andere engagieren sich bei notleidenden Kindern  und wieder andere forschen um die Welt zu verbessern.

    Jeder empfindet Glück anders und jeder sollte versuchen diesen Weg gehen zu können

  5. JosefJosef

    Was ist Glücklich sein für mich?
    – Zufrieden und Dankbar zu sein

    Was habe ich schon erreicht?
    – Ich habe eine Arbeit
    – Ich kann Geld zur Seite legen
    – ich kann meine Rechnungen alle bezahlen
    – habe keine direkten Konsumschulden
    – konnte einer Person Finanziell unter die arme greifen

    Diese Liste wird bestimmt noch länger in meinem Leben, vielleicht habe ich auch ein paar vergessen. Wünsche einen schönen Sonntag.

  6. Skywalker

    Diese Blogs sind doch eine reine Scheinwelt. Früher hat man eben Hochglanz-Magazine durchgeblättert, heute sind es hochglanz-Blogs.

    Wie Felix schon schreibt, diese tollen Blogger sind auch Menschen mit Ängsten und Sorgen. Sie schaffen in Ihren Blogs, sei es Reise, Frührente , Fitness oder gesunde Ernährung eine Scheinwelt. Tims Blog muss ich da außen vor lassen, er gibt konkrete und hilfreiche Tipps und stellt keine Scheinwelt zur Schau.

    Bestenfalls diesen diese Blogs als (unrealistische) Ideale, die einen motivieren, einem ZIel näher zu kommen. Schlechtestenfalls machen sie die LEser unglücklich, weil eine unrealitische Vorstellung von einem „perfekten“ Leben vorgegaukelt wird. Das ist alles Photoshop (im tatsächlichen wie im metaphorischen Sinn), die Sonnenuntergänge, die Strände oder die Sixpacks…

     

  7. Stefan

    @ Felix:

    Ja ausgerechnet Frau Merkel, die sowohl ihren Amtseid gebrochen hat als auch ständig die Verfassung bricht. Ihre Politik ist kriminell was auch mehrere Verfassungsrichter bestätigt haben. Diese Politiker sind zudem auch durch Lobbyismus durchtränkt und sicherlich keine Vorbilder!!!

  8. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Rainer Zufall

    Ich finde Veränderung super. Wenn jemand Dekaden lang immer das gleiche macht, finde ich das langweilig.

    Ich finde es in seinem Alter großartig, wenn Herr Kern finanziell frei ist. So scheint es zumindest. Er hat im Alter von 34 Jahren eine Immobilie mit Cash gekauft. Das ist eine enorme Leistung. Anstatt das Geld zu verpulvern, was die meisten getan hätten, hat er gespart und investiert.

    Mich beeindruckt das mehr, als wenn jemand mit geleasten Neuwagen, dicken Häusern, teurer Kleidung usw. nach „Anerkennung“ sucht. Und gleichzeitig auf einem Berg Schulden sitzt.

     

    @ Einkommensmillionär

    Danke für das Lob. Du bist mit Deinen 18 Jahren auf dem richtigen Pfad. Du machst bei der sinnlosen Verschwendung nicht mit. Und wirst sehr früh finanziell unabhängig sein. Clever! In Deinem Alter bist Du den anderen um Meilen voraus. Extreme Selbstdisziplin. Da werden sich Deine Eltern/Freude in 15-20 Jahren ganz schön wundern, was alles möglich ist.

  9. PIBE350

    Tim: ,,Was weise Menschen gemein haben, ist ein Notfallpolster. Sie haben ein Festgeldkonto oder Sparbuch, das im Notfall für mehrere Monate ausreicht, um einen Gehaltsausfall oder sonstige Katastrophe abzudecken. Wer flüssig ist und deutlich mehr als 1.000 Dollar auf dem Girokonto hat, ist übrigens glücklicher als jemand, der nicht flüssig ist. Das hat eine Studie ergeben. Wer also liquide ist, hat weniger Angst. Warum? Ganz einfach: Geld sorgt für Stabilität, für Sicherheit. So können Sie ruhiger schlafen.“

     

    Das stimmt. Wer immer knapp bei Kasse ist oder mit seinem Geld an den Monatsenden jonglieren muss, kann sich nicht entspannen, steht ständig unter Strom, kann schlechter schlafen.

    Erfolgreich finanziell auszusteigen schafft nicht jeder, aber sich über kurz oder lang ein nettes Finanzpolster von 6 bis XX Monatsausgaben aufzubauen, muss sich nicht viel schlechter anfühlen. Auch kein schlechtes Sparziel, oder?

    Meiner Meinung nach lohnt es sich also immer etwas zu sparen. Und wenn man nur mit 25€ pro Monat im Schüleralter anfangen kann. Zu gegebener Zeit wird es mehr werden. Jeder nach seinen Möglichkeiten. 😉

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ PIBE350
    Genau! Einen Notgroschen für mehrere Monate zu haben ist weise. So kann man in Ruhe atmen. Es nimmt einem Stress, Ängste, Unruhe weg. Auf Krisen kann man so gelassener reagieren. Wenn am Haus/Wohnung etwas kaputt geht. Wenn eine Krankheit einen heimsucht. Wenn man den Job verliert…. All das ist eine Belastung für sich genommen – da braucht niemand noch zusätzlich finanziellen Stress.

    @ Rainer Zufall
    Klasse, wenn wir einer Meinung sind. Das habe ich mir eh schon gedacht.

  11. Sergent Garcia

    „Wenn jemand Dekaden lang immer das gleiche macht, finde ich das langweilig.“

    Diese Aussage ist doch sehr pauschal und in meinen Augen wenig wertschätzend Menschen gegenüber, die ihre Berufung oder Passion früh im Leben gefunden haben. Nicht jeder macht etwas über Dekaden, weil ihr/ihm nichts besseres einfällt oder ihm/ihr der Mut fehlt.

    Es gibt Menschen, die sind bereits ihr Leben lang (oder über Dekaden) Musiker, Künstler, Ärzte, Landwirte, sozial engagiert usw. und sehr erfüllt dadurch.

    Man kann sich auch wunderbar innerhalb dessen, was man tut, verändern. Seine Haltung und Handlungen reflektieren, neuen Gegenbenheiten anpassen usw.

    Zudem muß Geld und der Beruf nicht für jeden Menschen die Erfüllung sein und im Mittelpunkt stehen. Gerade in den USA oder anderen anglo-amerikanischen Ländern ist es doch lange Tradition, seinen Horizont über Dinge zu erweitern, die über den (lanweiligen) Job hinausgehen. Beispielsweise in der Community tätig sein. Oder sich bewusst zur Arbeitszeitreduktion zu entscheiden, um mehr Zeit für seine Kinder zu haben.

    Und überhaupt, ist es nicht auch ein Mantra, dass heutzutage gesellschaftlich vermittelt werden soll, dass „man sich permanent zu verändern hat“? Dauerhafte Selbstoptimierung. Es gab Zeiten, da galt es als erstrebenswert Ruhe und inneren Frieden zu erreichen, im Hier und Jetzt zu Leben und Zufriedenheit im Status Quo zu finden. Nun muß es die Zielsetzung sein, immer mehr Unruhe in sein Leben zu bringen. Nichtstun (nicht verändern) ist schlecht, aber immer etwas tun (verändern) ist gut.

     

  12. Fit und Gesund

    ja, Seargent, da kann ich Dir in weiten Teilen zustimmen, ich persönlich will nicht noch schneller, besser, schöner, weissderteufelwas werden, ich will mir selber genügen und das reicht.

    Also blogs schiessen ja wie Pilze aus dem Boden, wo ist der Mehrwert? was hab ich davon wenn ich das Hasi auf dem Boot anschaue? oder die Lady vor der blauen Tür? Richtig, nix bringen die mir, gar nix… pure Zeitverschwendung, aber sie sollen machen was sie wollen, stören tun sie mich ja nicht.

    Dieser blog hier und ein paar andere, auch deutsche blogs, die haben Mehrwert, hier sind echte Menschen, hier kann ich mal was fragen, hier werde ich motiviert sparsam zu leben, ich kann mir von Anderen was abgucken, finde Anregungen, das finde ich toll.

    Wünsche Allen eine gute neue Woche, meine Ferien sind auch um, der Herbst ist sowieso da und wird schon Alles werden. 🙂

  13. Ärztehof

    @ Skywalker

    Bester Kommentar seit langem! Das sollten alle Leser verinnerlichen.

    Blogs sind nicht das Leben.
    Blogger sind nicht altruistisch.
    Viele Blogger schaffen Kunstwelten, die andere unglücklich machen.

  14. Matthias Grün

    Hallo zusammen,

    lese und verfolge auch schon seit Längerm den interessanten Blog von Tim und finde ihn sehr nützlich und kann mich damit weitgehend identifizieren.

    Allerdings spielen hier auch immer persönliche Gegebenheiten mit hinein wie z.B. die sehr entscheidende Lebensentscheidung, ob ich mich für oder gegen Kinder entschieden habe. Ich kann natürlich viel früher mit Investitionen in Aktien etc. anfangen, wenn ich keine Kinder zu versorgen habe. Lese darüber bei Euch überhaupt nichts. Meine berufliche Erfahrung (habe bereits vor 35 Jahren direkt nach Abi und Wehrdienst das damals erste duale Studium in der Chemischen Industrie absolviert und bin dann immer voll berufstätig geblieben und habe nebenbei auch noch ein Wirtschaftswissenschaftliches Studium zum Diplom-Kaufmann an der Fernuni Hagen absolviert, was bei drei kleinen Kindern nicht immer leicht war, aber ich habe es durchgezogen und bin sehr stolz darauf, dass ich das geschafft habe). Für mich gilt immer noch die altdeutsche Devise „ohne Fleiss keinen Preis“, auch aufgrund meiner Erziehung. Ich sehe natürlich – insbesondere in der weltweiten Ökonomie – dass hier immer weniger Rücksicht genommen wird und Finanzströme und -zahlen immer noch wichtiger werden. In meinem Umkreis gibt es immer wengier Familien mit Kindern, jeder denkt immer mehr nur noch an sich, an seinen dritten oder vierten Urlaub usw. Die Welt wird immer individualistischer und dadurch auch schwerer planbar und weniger berechenbar.  In diese Welt noch eine größere Familie zu setzen, erfordert Mut und hohes Selbstvertrauen, es wird einem auf jeden Fall von der Umwelt und Gesellschaft nicht leicht gemacht, da muss man sich nichts vormachen. Da sollte man nicht naiv sein. Durch Kinder wird man aber ständig wieder „geerdet“ und die Gedanken drehen sich nicht ständig nur um einen selbst. Das reduziert den Egoismus und die Selbstbezogenheit, die unsere Gesellschaft immer mehr durchzieht. Ich versuche seit einigen Jahren neben der noch restlichen Abzahlung unseres Reihenhauses auch immer mehr in Aktien zu investieren und benötige hierzu auch keine Banker. Ich denke, wenn man für dieses Thema Interesse mitbringt und sich jeden Tag 1-2 Stunden damit beschäftigt, bekommt man ein sehr gutes Gefühl und Verständnis dafür. Ich finde es sehr bezeichnend für die aktuelle Lage in Deutschland, dass kein einziger Politiker dieses wichtige Thema (u.a. für die Altersabsicherung angesichts von Niedrigstzinsen) auf der Agenda hat; m.E. müsste zumindest der deutsche Wirtschaftsminister hier ein neues Konzept entwickeln, aber was soll mann von einem gelernten Lehrer hierzu erwarten ? Wir haben ja in der Politik fast keine gelernten Fachleute mehr, aber viele Lehrer / Sozialpädagogen / Juristen usw., und die verwirren die Leute mehr als dass sie den Leuten sinnvolle Ratschläge geben können. Wenn man sich heute nicht selbst auf den Hinterboden setzt und sich selbst schlau macht – was ja durch das Internet ganz gut geht – ist man teilweise verloren. Auch die Presse ist ja inzwischen sehr einseitig und nicht mehr neutral. Immer mehr Entscheidungen unserer Politiker werden illegal getroffen und fernab von jeder Bürgerbeteiligung bzw. -verständnis.

     

  15. K.

    @Matthias Grün

    Wenn Du diesen Blog schon länger verfolgst, dann kennst Du (als ein Beispiel) sicher meine Kommentare aus den letzten Wochen und Monaten in denen ich, aber auch andere, klar artikulierten das Kinder für die Finanzen sehr wohl eine Rolle spielen. Stichworte: Kinder oder Eigenheim in Bezug auf die Finanzen. Was „kosten“ Kinder. Usw…. usw….

    Kleiner Hinweis: Ab und an ein Absatz, macht längere Texte leichter lesbar. Und ich schreibe das als jemand, der auch gerne längere Texte/Kommentare schreibt.

    Vieles andere, aber nicht alles, was Matthias Grün schreibt, ist eine grobe Zusammenfassung von vielen Inhalten aus diesem Blog und seinen Kommentaren so mein Eindruck. Aber wie gesagt nicht alles.

  16. Marco

    @Finanzmixerin:
    Davon bin ich ebenfalls überzeugt.  Ich finde das aber nicht weiter tragisch. Und der Erfolg solcher Blogs, Vlogs oder was auch immer spricht ja für sich.
    Die Leute wollen sowas anscheinend sehen. Sie suchen einfache Unterhaltung. Und scheinbar schauen sich die meisten das an, was sie selbst gern hätten. Sie sehen: nicht mehr arbeiten müssen, ständig durch die Welt jetten oder aber bei anderen Bloggern dicke Autos, dekadentes Essen und auf tollen Veranstaltungen sein.
    Ich habe das Gefühl, dass dies für viele Menschen erstrebenswert erscheint und solche Blogs wie selbsterfüllende Prophezeiungen dazu beitragen, dass sich der Lifestyle eben dahin entwickelt.
    Zu beweisen, ob das wirklich so ist überlasse ich jenen, die sich die Zeit nehmen wollen, dies empirisch zu belegen.

    Gruß,
    Marco

  17. Vali

    Ich bin sehr offen, was Blogs und auch Reise-Luxus-Motivations-Minimalismus-Finanz-oder-Konsum- usw-Blogs angeht.

    Unsere Welt ist vielseitig und bunt und ich merke an mir selbst, dass mich immer wieder neue Impulse zu was Neuem bewegen. Am schlimmsten wäre Stillstand und Einseitigkeit. Mich motivieren vor allem positiv gepolte Menschen, auch solche, die Reisen lieben, Design, Fotografie, Kunst, Technologie, Autos, Uhren, Schmuck, Architektur, Einrichtung, Party, Bücher, Kinder, Tiere usw.

    Ich kann von jedem etwas lernen oder es mit für meine eigene Motivation mitnehmen.

    Ich habe meine Kindheit im Minimalismus und Entbehrung verbracht, eingesperrt in einem Land unter Gehirnwäsche, dass es nichts besseres gibt. Jetzt wo die Welt mir offen steht, mit dem besten Pass der Welt (deutsch;), der die meisten Türen öffnet, kann ich endlich das tun, wo ich will, wann ich will und mit dem ich will 😉

    Von daher Schein oder sein, Glitzer oder Realität – ich mag beides 😉

    @Matthias Grün, ja hier gibt es ungewöhnlich viele Kinderlose, aber nicht alle. Mir ist auch bewusst, dass es finanziell mit Kindern (habe 2) viel schwieriger ist, aber dafür habe ich den richtigen Partner. Viele Kinderlose haben ihn noch nicht gefunden. Von daher möchte ich niemanden verurteilen. Es ist wie es ist und jeder versucht aus seiner Situation das beste zu machen. Die Politiker tun ihr bestes 😉 Den Rest müssen wir tun 🙂

     

     

  18. ZaVodou

    Mein wichtigstes Zitat aus dem Link skizziert :

    Wichtig ist dabei: Nichtstun kann immer nur ein freiwilliges Downshifting sein. Ich kann niemandem etwas raten, schon gar nicht, wenn er gerade von wenig Geld leben muss. Das wäre zynisch. Das Buch hat vielmehr diejenigen im Blick, die sich mit Eigenheimkredit und Neuwagenrate in einen Konsumzyklus katapultiert haben, dem sie mit immer mehr Arbeit begegnen — statt einfach das Konsumniveau zu senken und weniger zu arbeiten.“

    Jeder muss selbst bestimmen, was er meint, zum Leben unbedingt zu benötigen.

    Je mehr er meint zu benötigen, desto länger wird er dafür arbeiten müssen. Und das meist nach dem Motto unserer heutigen Arbeitswelt : Immer mehr in immer weniger Zeit.

  19. StefanStefan

    @ Felix

    also Schäuble kommt mir eher vor wie einer der nicht mit seinem eigenen Bedeutungsverlust klarkommen würde wenn er in Rente ginge. Natürlich hat der viel geleistet. Aber als Vorbild taugt er nicht, allein schon wegen einem gewissen Koffer auf ner Autobahnraststätte.

    Nehme an mit der Reisebloggerin meinst du Conni von planetbackpack?! Finde es schon beeindruckend in so jungen Jahren allein um die Welt zu reisen. Selbst wenn sie „wegrennt“ vor was auch immer…

  20. chaostrader

    die sich mit Eigenheimkredit und Neuwagenrate in einen Konsumzyklus katapultiert haben, dem sie mit immer mehr Arbeit begegnen

     

    Was die meisten nicht verstehen oder planen ist, welche weiteren Ausgaben ein Eigenheim nach  einigen Jahrzehnten nach sich ziehen kann. Nach 20, 30 Jahren mal eben Hunderttausend in Erweiterungen, Reparaturen und Renovierungen versenken? Das ist kein Problem, es kann locker auch teurer werden. Und dann hat man  kein neues Haus nach aktuellem Standard, sondern immer noch eine „alte Hütte“.

    Die Opportunitätskosten für Autos ist ein weiterer Faktor, den viele nicht sehen wollen. Da werden Unsummen an Geld versenkt, welches nicht mehr für einen Arbeiten kann. Sich mehrfach im Leben ein „angemessenes“ Auto gegönnt und das wars dann mit der finanziellen Unabhängigkeit… Die Karre für 50 Riesen Neupreis kostet einen eben nicht „nur“ ein oder eher mehrere Jahre Lebenszeit, um abbezahlt und unterhalten zu werden, das Geld ist unwiederbringlich verschwunden und kann in Zukunft keine Rendite mehr bringen.

  21. Slazenger

    Ich lese in letzter Zeit vermehrt über steuerproblematische ETF ( MSCI World ) , weiß jemand was damit gemeint ist, bzw. worauf man beim Kauf dann achten sollte? Thanks an die Community!

  22. Marielle

    Spannendes Thema und interessante Diskussion.

    Ich selbst muss zugeben, dass solche Aussteiger, wie du sie beschreibst, mich definitiv ebenfalls faszinieren. Gerade Reiseblogger und ihre tollen Fotos lösen einfach immer Fernweh bei mir aus und Gedanken wie „ach, wenn ich irgendwann sagen kann, dass mir Geld egal sein kann, möchte ich auch nach x, y und z“ kommen auf.

    Wenn ich allerdings länger darüber nachdenke muss ich sagen, dass ich ebenfalls glaube, dass ein Aussteigerleben keine höhere Zufriedenheit bedeuted. Im aktuellen Zustand – ich habe einen Vollzeitjob, der mich oft mehr als 40h in der Woche kostet, studiere nebenbei, plane unsere Hochzeit, versuche noch regelmäßig Sport zu machen und auch meine Freunde und Familie nicht zu sehr zu vernachlässigen – bin ich sehr zufrieden, obwohl ich weit weg bin von einem Aussteigerleben. Vielmehr niste ich mich immer mehr in einem „Spieserleben“ ein und bin damit ehrlicherweise aktuell ziemlich zufrieden.

    Mein Ziel ist dennoch die finanzielle Freiheit, um jeden Tag die Möglichkeit zu haben frei zu entscheiden, wie ich den Tag verbringen will und ob dieses Leben noch das ist, was ich liebe oder ob es einfach mal ein halbes Jahr Backpacking sein soll.

     

  23. anoli

    das ist sicher immer mal wieder schön zu lesen und man muss solche menschen auch loben die es geschafft haben auszusteigen. nur in letzter zeit wiederholen sich die Themen hier im blog immer und immer wieder und das ist ein wenig langweilig

    man soll Konsum runterfahren, sparen um vorzeitig das hamsterrad verlassen zu können und passives einkommen aufzubauen. das ist alles schön und gut der Meinung bin ich auch.

    wenn man das mal verstanden hat dann funktioniert das auch.

    ich würde mir als Themen aber auch mal wünschen das wir mal konkrete Aktien oder ETFs diskutieren die sich für das passive einkommen eignen was der eine oder andere für regeln dabei hat wann wird gekauft wann nachgekauft.

    welche Aktien sind auf dem weg ein neuer Aristokrat zu werden usw.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *