Übertriebener Konsum oder Genügsamkeit?


New York, 15. Oktober 2015
dsa

Donald Trump auf einem Buchcover. Ein typischer Angeber. Er ist extrem selbstverliebt. Ich kann mir ihn kaum als nächsten Präsidenten vorstellen. Hätte er, vorm Atom-Knopf im Weißen Haus sitzend, einen schlechten Tag, könnte das ins Auge gehen.

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Hier sah ich Donald Trump vor einigen Jahren in New York. Für seine Rede erhielt er eine Million Dollar. Er kann endlos über seinen Erfolg reden.

Ich hatte in meinem Leben eine Phase, in der ich dachte, ein großes Auto und blitzeblanke Wohnung seien das größte Glück auf Erden. Ich gab sehr viel Geld für eine feine Ledercouch, Designermöbel und teure Kunst aus. Ich war im Kaufrausch. Eine nagelneue Einbauküche musste natürlich her. Neue Granitböden.

Mein Auto

Mein Angeberauto. Viel zu teuer damals für mich. Viel zu groß. Seit zehn Jahren besitze ich kein Auto mehr. Ein Auto kann ein Fass ohne Boden sein. Der Automobilclub ADAC hat einen guten Kostenrechner für Autofahrer. Es ist nicht nur der Sprit, der ins Geld geht, es sind auch die Reifen, der Wertverlust, Versicherungen, Steuern, Inspektion, Reperaturen…

Ich merkte aber, dass das alles nichts bringt. Es macht nicht glücklich. Ein großes Auto beeindruckt wirklich niemanden. Es ist allen schnurzpiepegal. Statussymbole erzeugen eher Mitleid, so jedenfalls mein Eindruck. Aber das muss jeder selbst wissen.

Ich bin nicht begeistert, wenn ein selbstverliebter Donald Trump davon spricht, dass er steinreich ist. Ich bin nicht auf Trumps goldenen Klimbim neidisch. Nein, ganz und gar nicht.

Anerkennung können wir Menschen uns mit anderen Dingen erarbeiten. Mit Menschlichkeit. Hilfsbereitschaft. Freundschaft…

Ein Urlaub auf dem Campingplatz hat mir immer sehr gefallen. Noch heute finde ich ein Lagerfeuer, Gitarrenmusik, Waldwanderung oder Kajakfahrt etwas Wunderbares.

Wilde Tiere in Afrika zu töten – ich kann nicht nachvollziehen, was daran so bewunderswert sein soll. In der Trump-Familie gehört das scheinbar zum guten Ton, genau das zu machen.

Was wäre mir wichtiger? Eine schöne Villa mit hoher Hypothek oder ein altes Haus frei von Schulden? Das alte, abgenutzte Haus ohne Schulden würde ich vorziehen. Reparaturen, Versicherungen, Nebenkosten, Strom, Steuern – all das wird immer da sein. Tendenziell steigen diese Kosten.

Dieser ganze Schuldenwahnsinn ist einfach gefährlich. Haus, Auto, Urlaub, Fernseher, Smartphone – heute wird alles finanziert.

Dabei ist es so einfach: Kaufen Sie nur, was Sie sich wirklich leisten können. Mehr ist gar nicht nötig. Das geht schon. Und Sie brauchen sich deshalb nicht als schlechter Mensch fühlen, nur weil Ihr Handy oder der Fernseher alt ist.

Es ist der Alptraum von Statussymbol-Herstellern, wenn die Menschen ein starkes Selbstwertgefühl haben. Dann brauchen sie nämlich nicht mit „Dingen“ anzugeben.

Die Jobs sind heute nicht mehr so sicher, wie sie es einmal waren. Die staatlichen Rentensysteme wackeln.

Wozu brauche ich dann eine Putzfrau? Ich kann selbst putzen. Was soll das? Einen Farbanstrich kann ich auch erledigen usw. Wozu brauchen gesunde Menschen, die Zeit haben, jemanden für die Gartenarbeit? Lässt sich die Arbeit nicht selbst erledigen? Allerdings kann ich nicht alles erledigen. Zum Beispiel schrecke ich vor Elektroarbeiten oder der Reparatur des Kühlschranks zurück, was auch gut ist.

Natürlich sollte sich jeder ein wenig Luxus zur Abwechslung gönnen. Es geht im Grunde immer um einen gesunden Mittelweg. Nichts muss übermäßig sein. Ich weiß, dass jeder ein Hobby und einen Spass an einer bestimmten Sache hat. Weil es einem Freude bereitet, ist es sinnvoll. Nur diese ständige Angeberei ist Fehl am Platze. Weil es nichts bringt. Außer Mitleid ernten solche Leute nichts.

Niemand muss eine Immobilie kaufen. Eine gute Möglichkeit, um für den Ruhestand vorzusorgen, sind Dividendenaktien. Wenn eine solide Aktie drei Prozent Dividendenrendite beisteuert und der Kurs sinkt, stocken Sie die Position einfach auf. Oder tun Sie nichts. Und genießen Sie die steigenden Dividenden. Wenn Sie ein Bündel großartiger Dividendentitel besitzen, kann zwar zwischenzeitlich das Depot an Wert verlieren. Aber nach zehn oder 20 Jahren dürfte es wieder gut im Plus stehen. Das sagt einfach die Erfahrung.

Wenn die Kurse sinken, denken Sie daran: Sie können nichts verlieren, wenn Sie ausharren. Haben Sie Geduld. Und bleiben Sie bodenständig.

Übrigens finde ich beachtlich, dass Superreiche wie Steve Jobs, Mark Zuckerberg, Warren Buffett, die Aldi-Gründer oder der Ikea-Patriarch sparsam blieben.

PS: Ich schreibe eine Value-Investing-Kolumne im „aktien“-Magazin. Eine kostenlose Probeausgabe können Sie hier anfordern: http://www.traderfox.de/aktienmagazin


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Übertriebener Konsum oder Genügsamkeit?

  1. Ric

    Hi Tim,

    schöner Beitrag indem ich mich auch wiedererkenne. Früher habe ich mein ganzes Geld in mein Auto gesteckt. Ich habe Überstunden gemacht und am Wochenende gearbeitet. Alles Geld floss in mein Auto. Lauter, tiefer, breiter und 210 PS. Heute ist mir das nicht mehr wichtig, ich mein klar ein tolles Auto ist schön, aber ich muss es nicht mehr besitzen.

    Heute habe ich gar kein Auto mehr, fahre mit dem Rad oder nehme mir wenn ich es brauche bei Europcar einen Leihwagen. Heute stecke ich mein Geld lieber in Qualitätsunternehmen.

    Zum Beispiel im Pharmabereich gab es einen schönen Rücksetzer durch ein Tweet von Hillary Clinton. Ich habe den Rückgang genutzt und ein paar Aktien von Johnson & Johnson nachgekauft.

     

    Viele Grüße

    Ric

     

  2. Bonduelle

    Tim

    Ich glaube, Du würdest in manchen Punkten anders denken und handeln, wenn Du Vatter/Mutter mit einer/m berufstätigen Partner/in wärst.

    Das Leben ist nicht so rosig, wie es manchmal hier so scheint. Und nicht jeder schafft es nicht ausreichend zu sparen, weil er dumm oder konsumgeil ist. Ich rede nicht von 50 Euro im Monat, die sicher nicht im Alter reichen.

    Schau Dir die Menschen in sozialen Berufen an. Krankenschwestern, Erzieher/innen, Pfleger/innen usw. – die leisten täglich wichtige Dienste für die Gesellschaft. Von ihrer staatlichen Rente können sie im Alter nicht Leben, weil sie mies bezahlt werden. Das wenige Netto reicht im Monat kaum, um 500 Euro oder mehr zu sparen. Wenn dann noch Familie dazukommt, dann wird es eng überhaupt einigermassen normal wohnen und leben zu können.

    Du lebst in einem Land, wo sehr viel Armut herrscht. Perfekt organisiert, dass Leute, denen es so gut geht, wie Dir, damit nie direkt konfrontiert werden müssen. Denn in den Vierteln würdest Du nicht verkehren. Sind das alles faule Säcke, die nur zuviel konsumieren? Gewagte These.

  3. Linksradikaler Spiegel-Leser

    „Übrigens finde ich beachtlich, dass Superreiche wie Steve Jobs, Mark Zuckerberg, Warren Buffett, die Aldi-Gründer oder der Ikea-Patriarch sparsam blieben.“

    Diese Aussage wird dadurch auch nicht besser, dass man sie ständig wiederholt.

    Richtiger wäre wohl, dass die Ausgaben der o.g. mit ihrem exorbitanten Einnahmen nicht gleichmässig mitgewachsen sind. Und es ist nur richtig, dass sie einen beachtlichen Betrag (nicht zu ihren steuerlichen Ungunsten übrigens) spenden, denn es haben sich viele Jahrzehnte lang krum gemacht für ihren Reichtum.

  4. Oliver

    Das was Bonduelle schreibt, ist nicht von der Hand zu weisen. Es ist wirklich ein Luxus, wenn man viel sparen kann. Natürlich ist die Ausgabenseite auch wichtig, um überhaupt auf hohe Sparraten kommen zu können. Genauso wichtig ist es aber, einen Job zu haben, der einem einen guten Verdienst verschafft. Heute war ein Artikel im Spiegel Online, dass die Steuern wohl massiv erhöht werden wegen der Einwanderung. Gleiches für die Sozialabgaben, da die Zuwanderer diese belasten. Wir haben seid Jahren eine negative Entwicklung bei den gesetzlichen Renten und das wird sich weiter verschärfen. Von daher wird es viele Leute geben, die sich zu Berufszeiten die ganzen schönen Luxusartiekel nicht leisten und kaum etwas zurücklegen können. Ich bin sehr dankbar, dass ich in der Situation bin, mir regelmäßig Aktien kaufen zu können.

    Was Du aber über die ganzen Luxusspielzeuge schreibst, ist richtig. Ich denke, gerade wenn man jung ist und sich davor diese ganzen Dinge nicht leisten konnte und vielleicht die Möglichkeit hat, ist das etwas, was man nachholen möchte. Hatte ich auch und ich habe z.B. zwischen 18 und 25 mein ganzes Geld für Reisen ausgegeben. Irgendwann war es mal gut und neben IT-Kram habe ich keine großen Laster mehr. Auto besitze ich auch keines, da ich bei München wohne und das hier wirklich nicht notwendig ist. Dafür ist wohnen in München unfassbar teuer. Man kommt trotzdem nicht aus.

    Ich spare inzwischen einige Zeit in Aktien und was das faszinierende daran ist, dass die monatlichen Einnahmen kontinuierlich steigen. Selbst wenn man noch nicht alle Kosten abdecken kann (bei mir dauert das noch vier bis fünf Jahre), ist es doch eine Beruhigung, dass man weiß, man hat einiges Geld zur Verfügung und gerät nicht in Panik, wenn man den Job verliert. Ich schätze auch, selbst wenn ein Niedrigverdiener es schafft, sagen wir mal 100 oder 200 € beiseite zu legen, und das dann 40 Jahre macht, wird er auch zu einem ganz ordentlichen Ergebnis kommen. Komischerweise kenne ich aber wesentlich mehr Leute, die außer einer Immobilie so gar nichts beiseite legen und denken, mit der Immobilie wären sie wohlhabend, obwohl sie nur selber drin wohnen. Das andere Geld wird dann munter in so Spielzeugen wie dein Auto oder für andere Sachen ausgegeben. Ein Auto ist ja schließlich auch was wert – lach.

  5. Vali

    Es geht doch letztendlich darum, das Prinzip zu begreifen. Und da happert es bei vielen. Das kann man nicht oft genug wiederholen: Fleißig die Einnahmen vergrößern, Ausgaben verkürzen, sparsam bleiben, stetig investieren.

    Ein Bespiel aus meiner unmittelbaren Umgebung: Geschiedene Frau mit drogensüchtigem Sohn, sie ehemalige Alkoholikerin und beide Raucher, (keine Einnahmen außer Sozialhilfe, kein Job, kein Bock) erben 20000 Euro. Sie kauft sofort eine Putzfrau und geht auf Kur (privat bezahlt), bereits im ersten Monat nach Erbschaft. Rauchen und Trinken wird jetzt erhöht, da sie es sich leisten können. Gefahren wird nur mit Taxi, keine öffentlichen Verkehrsmittel. Aber sie verflucht jeden, der Geld hat, beschimpft die Leute, die arbeiten und sparen, als Dummköpfe und Egoisten.

    Es gibt Menschen, die egal, was sie verdienen, erben oder gewinnen, sofort daran denken, wie sie es wieder ausgeben. Anstatt zu sparen, in die Zukunft zu investieren, in ihre Bildung, in ihre Einkommens-Chancen.

    Es gibt genügsame Menschen, die ihr Leben lang arbeiten und nichts verdienen. Sie haben wenig, sind aber glücklich: Jungrunnen.

    Es gibt faule Säcke, die keinen Bock auf nichts haben und nur auf die „bösen Reichen“ schimpfen (wie oben beschrieben).

    Es gibt Leute, die sauer sind, weil ihnen keiner einen Job gibt, verschafft, sie keiner in ihrer Firma aufnehmen will Freeter, weil die Welt so ungerecht ist, aber nie überlegen, was sie zu ihrer Situation beitragen könnten, um selbst daraus zu kommen, (z.B. Bildung, Selbständigkeit, Investitionen).

    Nach Deutschland ist meine Familie mit 100 DM gekommen. Das erste, was mein Vater sagte: „Wir müssen ab jetzt noch mehr sparen und noch mehr arbeiten.“ Meine Eltern haben sich gleich am Anfang für einen Sozialjob angemeldet, Ausgrabungen in Bayern für 5 DM am Tag! Andere Asylbewerber meinten, das sei ihnen zu wenig und saßen weiter im Heim (damals hatte man im ersten Jahr keine Arbeitserlaubnis).

    Und dann, als wir hier bleiben durften, sagte mein Vater: „Jetzt haben wir Jobs und müssen noch mehr sparen, damit wir uns ein altes Haus kaufen können, um es ausbauen zu können.“ Meine Wochenenden neben Studium und Nebenjob habe ich auf dem Bau verbracht, samt Familie, alle verstaubt und erschöpft in Baukleidung. Freunde von uns fragten, wie wir das schaffen… Mit gegenseitiger Motivation!

    Jeder ist seines Glückes Schmied, aber schmieden muss man das Glück selbst… schrieb hier neulich jemand 🙂
    Meine Eltern sparen nach wie vor fleißig – obwohl das Haus längst abbezahlt ist und es ihnen gut geht – für alle Fälle!

    @Oliver, danke! Deine Beiträge lese ich sehr gern!

     

  6. Anna

    @  Bonduelle

    Ich glaube, Du liest hier noch nicht so lange mit. Tim hat mal über seine Kindheit und Jugend geschrieben, da waren die Finanzen sehr knapp.

    Ansonsten gebe ich Dir recht. Jedoch: Ich selbst habe weder das Gehalt einer Erzieherin oder Krankenschwester gehabt. Aber man muss anfangen. Im Monat müssen es nicht 500 Euro sein. 50 Euro geben im Jahr 600 Euro. Damit bekommt man z.Z. ca. 100 BP-Aktien. Dividendenrendite z.Z. 5 %. Es bringt die Zeit.

     

     

  7. Mein Geldanlage Vergleich

    Hi Tim,

    Schöner Artikel wo viel Wahrheit drinsteckt. Es liegt aber auch ein wenig am alter mit dem Konsum von Statussymbolen. Im Jugendlichen Alter sind Statussymbole wichtiger. Mit dem Alter kommt oft der Verstand und die Vernunft. ????

    Viele Grüße

    Klaus-Dieter

  8. ZEN Investor

    Liebe Vali,

    Ein Bespiel aus meiner unmittelbaren Umgebung: Geschiedene Frau mit drogensüchtigem Sohn, …  erben 20000 Euro. Sie kauft sofort eine Putzfrau und geht auf Kur …

     

    Ich kenne das. Meine Eltern (vor meiner Geburt getrennt) sind beide so.

    Immer jammern sie, sie hätten zu wenig Geld. Das stimmt auch. Sie haben echt nicht viel.

    Aber wenn sie mal von einem Amt beispielsweise 10’000 (für Krankheitskosten, oder Nachzahlung, weil sich rückwirkend ein höherer Anspruch auf Geld ergibt) erhalten, ist das Geld in 3 Monaten futsch.

    Klar, es werden ein paar Schulden bezahlt. Aber es wird auch viel verschleudert.

    Meine Mutter und ihr neuer Ehemann haben  mich gebeten, Geld in Aktien zu investieren, also vor allem der neue Ehemann. Es waren nur rund 300 CHF. Die Performance wurde leider durch die Gebühren ziemlich aufgefressen.

    Aber die Aktien von denen haben in etwa 1 Jahr 38% zugelegt (in USD, es waren Microsoft und Berkshire Hathaway). Leider verkauften sie am 16.Januar, dem Tag, nachdem die Nationalbank die CHF-Abschwächung aufgab (wodurch Euro und Dollar aus unserer Sicht sofort 15% teurer wurden).

    Hätten die nicht zum schlechtesten Zeitpunkt verkauft, und die Summe auf eine vernünftige Höhe angehoben, hätten sie 38% Performance (bzw. 35% nach Abzug aller Gebühren) gehabt. Aber mach denen das mal klar.

     

  9. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Ric

    Danke!

    Oh ja, die Kosten eines Autos werden oft unterschätzt. Allein der jährliche Wertverlust kann zig Tausender im Jahr ausmachen. Hinzu kommen Versicherungen, Steuern, Reperaturen, Sprit, Inspektion, Reifen…

     

    @ Bonduelle

    Ich weiß, dass Millionen Bürger es schwer haben, um über die Runden zu kommen. Das Sparen selbst kleiner Beträge ist ratsam. Die Rentenleistungen streicht unsere Bundesregierung in den kommenden Jahren massiv.

    An Dingen wie Alkohol, Lotto, Glückspiel, Zigaretten, Kino, Restaurants, Urlaubsort sollten Abstriche gemacht werden, um Rücklagen bilden zu können. Wem das Geld nicht reicht, sollte Überstunden machen oder sich einen Nebenjob suchen. Viele Menschen beschäftigen sich einfach nicht mit ihren Finanzen. Sie schauen lieber stundenlang Fernsehen oder shoppen im Einkaufszentrum.

     

    @ Klaus-Dieter

    Danke! Ich glaube, Du hast Recht. Mit dem Alter braucht der Mensch weniger Statussymbole. Es sei denn, es steckt zu viel Kind in einer Person. Es kann auch eine eigene Unsicherheit schuld sein am Konsumrausch. Hoffen wir, dass die Vernunft reift.

  10. Claudius

    Hallo Tim,

    eine Einstellung die Ich sehr schätze. Ich selbst bin noch nicht soweit. Ich gebe gern mal viel Geld für Dinge aus, die andere vielleicht für unnötig halten. An anderen Stellen spare Ich dafür – Ich habe klare Vorlieben und kaufe nicht impulsiv. Außerdem würde Ich keine Schulden für einen Kauf machen.

    Was sich für die meisten Leute aber wohl schwierig gestalten dürfte, ist der Verzicht auf ein Auto. In einer Kleinstadt oder mit Familie ist es schon sehr bequem ein eignes Auto zu haben. Abgesehen von der Funktion als Statussymbol – findest du ein Auto nicht auch praktisch?

    Gruß,

    Claudius

  11. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Claudius

    Klar, ob jemand ein Auto braucht, hängt vom Lebensmittelpunkt, vom Job und der Einstellung ab. Manche Menschen brauchen natürlich ein Auto.

    Was mein Fehler war: Ich habe zu viel Geld für ein Auto ausgegeben. Es ist aus meiner persönlichen Sicht reine Verschwendung – im Rückblick. Der Wertverlust ging in die Tausende pro Jahr. Hinzu kamen all die anderen Kosten (Reifen, Benzin, Versicherung, Öl, Steuern, Werkstatt, TÜV…).

    Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Jedenfalls sollten sich die Leute zumindest der Kosten bewusst sein. Es ist ja nicht nur der Kaufpreis.

  12. AlexanderAlexander

    Es liegt an jedem selbst, was er macht und ob er spart. Niemand zwingt einen, in einer teuren Großstadt zu leben. Jeder kann nebenbei Jobben, wenn er denn will. Jeder kann sich nebenbei Selbständig machen. Fantasie und Wollen, dann kann jeder 300 – 500 € im Monat sparen. Ich beobachte es ständig im Bekanntenkreis. Es wird nur gejammert, aber gemacht wird nichts. Erfolg kommt durch Beharrlichkeit und probieren, Ausdauer und Fleiß. Jeder kann etwas tun, es liegt einzig und allein bei einem selber. Wenn mir einer erzählt, er kann nichts sparen, dann denke ich mir nur, er will nicht sparen. Da ist halt nichts mit einem acht Stunden Job. Wer nebenbei 4 Stunden arbeitet, kommt auf 80 Stunden im Monat zusätzlich. Da sollten locker 500 € zum Sparen über bleiben. Viele erfolgreiche Menschen arbeiten 60 – 80 Stunden in der Woche. Aber Fleiß und nachdenken über die eigene Situation und Möglichkeiten ist zu viel verlangt. Wenn ich den Bekannten Vorschläge mache, was sie tun könnten, dann passt dies nicht und das nicht oder ist unter ihrer Würde usw. Alles Ausreden.

    Wenn jemand ein Startkapital von 5.000 € hat, monatlich 500 € spart und sein Geld in Aktien investiert, die 3% brutto Rendite liefern und im Schnitt die Dividende um 8 % steigern, der hat nach 30 Jahren ein passives Einkommen von 1.860 €/Monat netto und ein investiertes Kapital von 358.000 €. Da sind keine Kurssteigerungen berücksichtigt.

    Jeder ist seines Glückes Schmied.

  13. Mr. Braun

    @Alexander,

    harte Einstellung, aber meist ist es so wie du schreibst.

    Kannst du uns zur deiner Berechung noch einen Rechenweg liefern.

    Danke vorab.

  14. Markus

    @Alexander

    Mit der Eigenverantwortung bin ich bei Dir…

    aber 8 % Dividendensteigerung pro Jahr impliziert auch, dass das Unternehmen 30 Jahre lang die Gewinne ordentlich jedes Jahr steigern kann (ja nachdem wie hoch die Ausschüttungsquote ist).

    Gewinne wachsen aber nicht in den Himmel, sonder schwanken um einen groben langfristigen Branchenschnitt (explizit Burggraben).

    Ja, es ist gibt solche Unternehmen, die das geschafft haben… viele US-Aktien.

    Nur ist der amerikanische Markt mit der teuerste nach mehreren Jahren Hausse.

  15. Warmduscher

    @Alexander

    Du hast vollkommen Recht! Diese ganzen jämmerlichen Säcke, die es nicht schaffen neben ihrer 40-Stunden-Woche noch pro Tag weitere 4 Stunden arbeiten zu gehen. Von seinem Kind und seinem Partner kann man sich ja schliesslich ein Bild aufhängen.

    Abscheulich diese ganzen Krankenschwestern und Pfleger. Die hätten mal besser etwas Sinnvolles lernen sollen, wie Bankkaufmann/frau oder Immobilienmakler. Das sind die Produktivitätssäulen unseres Landes.

    Die Chancen sind unendlich. Alle haben die gleichen Chancen in dieser Gesellschaft. Egal, ob sie Quandt, Piech, zu Gutenberg oder Özdemir, Jukovic, Al-Nasri heissen. Jeder ist frei und kann Millionär werden. Wenn er nur hart genug dafür arbeiten und Verzicht übt.

    Und wer will schon in München, Hamburg, Frankfurt, Berlin, Stuttgart usw. wohnen nur weil er dort aufgewachsen ist und weil er vielleicht ältere, pflegebedürftige Eltern hat? Jeder kann in ausgestorbene Dörfer in Ostdeutschland, Nordhessen oder im Spessart ziehen. Die Syrer machen es uns vor. Ausserdem können die Alten ja alleine gucken, wie sie klar kommen und wenn die nicht in Aktien gespart haben, selber Schuld. Die hätten den Weltkrieg ja auch verhindern können.

    Wo eine Wille ist, ist auch ein Weg. Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.

    Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass jeder, der es nicht schafft 500 Euro pro Monat in Aktien zu stecken, kein anständiger Mensch ist. Selbst ein Hartz IVer kann 500 Euro im Monat sparen, wenn er nichts von seiner Sozialhilfe ausgibt.

    Immer dieses Gejammer!

  16. Markus

    @Warmduscher

    Nicht jeder hat die gleichen Chancen & Startbedingungen!

    Auch spielen das Alter und die bisher getroffenen Entscheidungen eine Rolle.

    Die Menschen haben unterschiedliche Ziele!

    Die Sorte Menschen, die getrieben ist, finanziell unabhängig zu werden hat andere Glaubenssätze, als die Sorte Menschen, denen die Freizeit und die Zeit mit der Familie wichtiger sind. Evtl. schafft man auch ein gute Balance.

    Es wird in gewisser Weise Zeit gegen Geld getauscht… um später evtl. genau diesen Tausch wieder rückgängig zu machen…

    Ein Pfleger oder eine Krankenschwester kann mit 40h Woche nicht sparen?

    Warum ist soviel da, dass die Leute Essen weg werfen können und die Kinder alle die neuesten Smartphones haben müssen?

  17. felix

    @Warmduscher:

    Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.

    Ganz einfach.

  18. Sams1974

    Genau Markus.

    evtl schafft man sich eine gute Balance. Dieser Versuch startet bei mir nächstes Jahr. Rein praktisch habe ich jetzt über 6 Jahre Sparquoten so um die 650-700 Euro gehabt.

    Aus Kapital erziele ich etwa einen monatlichen Geldfluss von 250-300 Euro.

    Da bei meinem Arbeitgeber eh das ganze Jahr die gleiche Leier herrscht.

    „Kosten, kosten,kosten…… Stunden sparen, stunden sparen…. hab ich jetzt endlich meine Stelle die etwa 30 Km näher am Wohnort liegt zurückgekommen. (eine Kollegin hat eine scheiß Rückenoperation nötig gehabt) Es sind aber nur noch Personalkosten von 25 Stunden drin. Dieses Mal feilsche und kämpfe ich nicht mehr um jede Stunde.

    Mit meinen 15 Euro Brutto komm ich so oder so nur auf 1500 mit 35, im neuen Jahr mit 25 etwa dann auf 1000+X. also netto.

    Ich denke „mein“ Unternehmen darf glücklich sein, ich helfe kosten sparen.

    Kosten, kosten, kosten… das Credo hab ich auch für mich übernommen, leider geht das aber auch für Staat und Unternehmen auch nicht so gut aus.

    Beiträge in die Rentenversicherung sind, da Grundsicherung im Alter blüht, für mich Kosten. Gilt es zu sparen. Einkommenssteuer sind Kosten… je näher du es schaffst an den 7 000 Euro zu „vegetieren“ je besser für dich.

    Tja Kosten, kosten, kosten…. hm evtl. bist am Land bei Vollzeit bereits über dem beschäftigunglimit… hm, hm, hm.. das 2te oder gar 3te Auto sind das jetzt „Sprungfixe Kosten“ für mich. Hm richtig braucht man das Auto nur Oktober bis März….

    Grad am denken und rechnen, wie es gesagt wurde…. die einen finden Wege die anderen Gründe. Ach es fühlt sich toll an einen „toparbeitgeber“ beim sparen zu helfen. Mal sehen ich hoffe doch das mir mit meiner Zeit was produktiveres Einfällt als  abhängig beschäftigt zu schaffen.

    Aber Schritt für Schritt. Im diesem Sinne schönes Wochenende.

  19. Markus

    @Warmduscher

    Wo soll Alexander geschrieben haben, dass Menschen die es nicht schaffen 500,- € monatlich zu sparen minderwertig sind???

    Das ist extrem überzogene Polemik deinerseits.

     

    Ja, das System ist komplex & die Bezahlungen sind oft nicht sozial korrekt. Auch sind die unterschiedlichen Lebens- und Startbedingungen nicht identisch!

    Trotzdem hat man in diesem Land die freie Entscheidungsvielfalt, wo jede/jeder seine Prioriäten im Leben frei wählen kann.

    Wenn man mit den eigenen getroffenen Entscheidungen unzufrieden oder unglücklich ist, hilft motzen über die Ungerechtigkeiten wie, die eigene Lebenssituation zu verbessern???

    Entscheidungen bedeuten immer Vor- und Nachteile! Keine Entscheidungen zu treffen bedeuten den Status Quo und motzen über die anderen.

    Das man eigentlich über die eigene Unzulänglichkeit keine Entscheidungen treffen zu wollen, selbstkritischer sein müsste… dass will man lieber nicht hören.

    Irgendwie kommt es neidisch gegenüber Alex rüber… also Hirn an, unliebsame Entscheidungen treffen und Ärmel hoch!

  20. Warmduscher

    Das hier teilweise zuvor Geschriebene trifft maximal ab der oberen Mittelschicht zu und geht m.M.n. an der Realität zumindest in Deutschland vorbei.

    Wer anders denkt, kann gerne mal in einen sozialen Brennpunkt fahren oder 48% der Bevölkerung befragen, die aktuell auf einem Niveau verdient, dass ihnen im Alter Rente auf Grundsicherungsniveau bescheren wird.

    Wer 500 Euro pro Monat sparen kann oder mehr ist priviligiert. Das ist die Ausnahme und nicht die Regel. Niemand (!!!), der einen sozialen Beruf ausübt, kann das annähernd erreichen. Da sind dann 50-100 Euro manchmal schon schwierig. Und das nicht aus „Konsumgeilheit“. Diese Menschen werden auch nie aus eigener Kraft die „finanzielle Freiheit“ erreichen. Das ist eine Möhre, die vorgehalten wird, um Leistung unter immer schlechteren Bedingungen zu bringen.

    Aber jede weitere Diskussion bringt hier nichts, denn den Metzger wird man nicht ohne weiteres davon überzeugen, dass veganes Essen gesünder ist.

    Wenn Euch die Menschen wirklich so am Herzen liegen, dann sucht Kontakt zu ihnen. Ich befürchte, dass viele hier diese Menschen aber nur aus den Medien kennen und sich das Leben am Rande der Gesellschaft nur in ihrer Phantasie ausmalen können.

  21. Markus

    @Warmduscher

    Ja, die Ungerechtigkeit und auch Lohndumping ist ein Problem.

    Nicht nur in Deutschland auch das hoch gelobte Amerika hat Jahrzehnte ohne Reallohnsteigerungen hinter sich.

    Diese 48 % treffen auf welches Brutto zu? 2.000 – 2.500 €?

    Beim Alleinverdiener/in ist Sparpotential da!

    Bei Familie muss die zweite Person auch arbeiten und dann ist auch Sparpotential da!

    Dass es immer 500,– € werden müssen, würde ich jetzt nicht behaupten, aber unter „Entbehrungen“ geht einiges!

    Je nach individueller Lebenssituation (Eltern, Immo`s, Sonderzahlungen, Erbe, Pflegekosten, Scheidung, alleinerziehend usw.) gibt es positive Promoten und Antipromotoren.

    Es ist natürlich ein Unterschied, wenn jemand erst mit Mitte des Lebens bestimmte Gewohnheiten aufgibt um das Möhrenziel zu verfolgen oder schon mit 18 Jahren das Ziel verfolgt.

    Auch wenn man nur 1 Dekade Zeit hat, sich konsequent und unter Entbehrungen sparsam zu leben wird es unwahrscheinlich dieses Möhrenziel zu erreichen…

    Die Entscheidungen, Schicksale im Leben summieren sich auf und „Millionäre“ werden sowieso nur sehr wenige…

    Ob es erstrebenswert (allein selig machende) ist und welche innere Motivation jemand für seine Ziele aufbringt, darüber kann man natürlich vortrefflich diskutieren.

     

     

  22. Oliver

    @Warmduscher:

    In meiner Kindheit waren wir so eine arme Kleinfamilie. Es wurde nichts gespart, solange es ging aber im Gegenteil noch Schulden gemacht. Bis das ich 18 war, hatte ich das volle Programm. Dadurch habe ich damals die Entscheidung getroffen, dass genau das nicht in meinem Leben stattfinden wird. Ich habe damals tatsächlich Bankkaufmann gelernt, weil ich wußte, dass man damit zumindest einen ersten Schritt hinaus macht. Ich habe auch sehr viele Leute kennen gelernt, die sehr arm waren und von Stütze gelebt haben. Manche hatten beschissen bezahlte Jobs (die gabs damals auch schon) und andere waren einfach nur faule Säcke.

    Letztendlich kann ich dir ganz genau sagen, warum es uns finanziell nicht gut ging. Eines trifft für die meisten ganz sicher nicht zu: Die Gesellschaft oder die anderen sind schuld. Wenn man keine Bildung hat und sich nicht mal im Ansatz darum bemüht, bekommt man diese Scheißjobs. Wenn man am Abend lieber Bierkastenrennen macht und die Alte hernimmt und unverhütet mehrere Kinder bekommt, was man sich sowieso nicht leisten kann, dann kommt man da nicht mehr raus. Wenn es Kinder von mehreren Vätern gibt (der Rekord war fünf Väter), was soll da noch passieren? Glaubst Du wirklich, an all diese Sachen ist die Gesellschaft schuld? Gut, jeder hat eine unterschiedliche Auffassungsgabe und nicht jeder kann Einstein sein. Nicht jeder hat die gleichen Startchancen. Aber auch wenn ich auf den hinteren Plätzen starte, kann ich es mit Fleiß und Zielstrebigkeit schaffen, zumindest ein komfortables Leben zu führen.

    Du hast sicher Recht, dass die meisten Leute keine 500 €/Monat oder mehr sparen können. Das ist Luxus, hatte ich weiter oben geschrieben. Aber in den meisten Haushalten ist durchaus mit Diziplin eine Möglichkeit da, ein paar EURO wegzulegen. Letztendlich ist es aber die Privatsache jedes Einzelnen, ob er das machen möchte oder nicht. Was ich so richtig satt habe ist diese dämliche Jammerei und das so getan wird, als wäre ganz Deutschland ein sozialer Brennpunkt. Deutschland ist extrem wohlhabend, nur ist es maximal schwieriger, als Armer in einer reichen Gesellschaft zu leben. Wenn Du z.B. in Indien lebst, macht das nichts aus. Da sind die meisten in der Umgebung sehr arm und das wird als völlig normal wahrgenommen. Leute in den sozialen Brennpunkten hier leben weitaus komfortabler als Leute in Kalkutta, die sich jeden Tag Gedanken machen müssen, dass sie wenigstens eine Mahlzeit bekommen. Sieh dich einfach als privilegiert an und wenn dich das Thema nicht loslässt, dann hilf bei den Tafeln mit oder engagiere dich für arme Leute. Glaub aber nicht, dass diese sich immer so benehmen werden, wie Du es gerne hättest. Jedes Wesen hat seinen individuellen Willen und ja, es wird nicht wenige geben, die dich einfach nur versuchen werden auszunutzen. Nur komm nicht daher, dass nur Du bescheid weißt, wie es den armen Leuten hier geht. Du weißt nicht, wer hier alles schreibt und was für Lebenserfahrungen der Einzelne hat.

     

  23. AlexanderAlexander

    Wow, da habe ich etwas losgetreten.

    @Mr. Braun

    Ich rechne es folgendermaßen. Die 5.000 € Startkapital werden zu 3% angelegt und die Steuer von Anfang an abgezogen, rechnet sich einfacher. Der Ertrag und das neu Gesparte werden am Ende des Jahres wieder zu 3% (vor Steuer) angelegt. Der Ertrag des ersten Jahres erhöht sich um 8 %. Am Ende des zweiten Jahres werden die beiden Erträge plus Gespartes neu angelegt usw. Ich habe dazu eine kleine Excel-Tabelle erstellt, die man auf meiner Seite runterladen kann (Renditeberechnung). Ist zwar sehr einfach, aber sie gibt einen Überblick und man kann damit etwas spielen, um ein Gefühl für den Zinseszins zu bekommen.

     

    @Markus

    Auf lange Sicht, wird es immer Schwankungen geben, wie du sagst, US-Unternehmen sind da viel weiter als Deutsche. Die Aktien in meinem Depot haben die letzten Jahre im Schnitt die Dividenden um 14,80 % erhöht, also sind 8 % langfristig nicht unrealistisch. Man erwischt immer mal einen Rohrkrepierer, das sollten die anderen Firmen aber ausgleichen.

     

    @Warmduscher

    Ich kann deinen Sarkasmus und deine Polemik gut verstehen, ich hatte früher die gleiche Meinung wie du. Ich hatte mit einem Bekannten eben über diese Thematik lange diskutiert und inzwischen muss ich ihm Recht geben. Jeder kann, wenn er denn nur will. Es wird immer todkranke Menschen geben, die nicht können, aber hier geht es um ganz „normale“ Bürger. Ich halte auch Krankenschwestern, Pfleger, Polizisten und derartige soziale Berufe nicht für abscheulich, sondern habe für solche Menschen eine sehr große Bewunderung und tiefsten Respekt. Ich könnte es nicht machen. Danke an diese Menschen für ihre Leistung.

    Es geht auch nicht darum Millionär zu werden, sondern sich finanzielle Sicherheit zu schaffen. Und auch Piech, Quandt, Aldi-Brüder, Krupp, Otto usw. haben irgendwann bei null angefangen. Die Erben hatten eben Glück. Auch sind die 500 € nicht fix. Der eine schafft eben nur 300 €, der andere 700 €. Es geht aber ums Wollen.

    Der typische 9 to 5 Job lässt uns immer noch viel Freizeit. Und das man Familie und Kinder nicht mehr sieht, ist nicht gesagt. Viele Menschen arbeiten mehr als 8 Stunden. LKW-Fahrer sind die ganze Woche unterwegs, Handwerker auf Montage, der Gastwirt, Metzger, Obstladenbesitzer, alle arbeiten mehr als 40 Stunden. Junge Ärzte, die wahrlich nicht viel verdienen, haben 36 Stunden am Stück dienst und trotzdem soziale Kontakte. Selbst wenn man am Samstag 8 Stunden zusätzlich arbeitet, sind das bereits 32 Stunden im Monat.

    Die Ortsgebundenheit, die du ansprichst, ist auch relativ. Es gibt viele, die wandern einfach auch. Lassen alles hinter sich. Extrem, aber sie wollen es so. Man muss ja nicht gleich in eine tote Gegend ziehen, aber vielleicht bietet sich in 100 km Entfernung eine Möglichkeit? Die pflegebedürftigen Eltern kann man da mitnehmen. Nach der Wende sind Millionen Menschen von Ost nach West gezogen, haben sich ein neues Umfeld geschaffen. Alte Bekannte verloren sich aus den Augen, neue Bekanntschaften wurden geschlossen. Scheint zu gehen. Wenn ich bei mir auf der Arbeit schaue, wo die Kollegen alle herkommen. Da sind sehr viele aus anderen Orten dabei. Die Ortsgebundenheit ist also eher eine persönliche Einstellung als eine Pflicht oder Gesetzesauflage. Tim ist z. B. nach New York.

    Neben einem sinnvollen Ausgabenmanagement, muss man eben Fantasie entwickeln. Es gibt ungezählte Möglichkeiten nebenbei Geld zu verdienen. Wenn ich alleine meine Nebenjobs betrachte, da waren die unterschiedlichsten Tätigkeiten dabei. Ich arbeite noch heute nebenbei, betreibe meine Webseite und habe trotzdem Zeit für soziale Kontakte. Nebentätigkeiten gibt es unzählige.

    Warum soll eine junge Mutter nicht ab und an weitere Kinder betreuen? Wenn sie diese Leistung für 40 € am Tag anbietet, dann hat sie an 15 Tagen mit einem zusätzlichen Kind 600 € brutto im Monat. Sie muss nicht mal das Haus verlassen. Wenn ich gerne stricke, dann verkaufe ich Bommel-Mützen, Handschuhe, Socken, Schals über EBAY, daWanda – geht abends beim Fernsehen nebenbei.

    Ich könnte auch 2 mal in der Woche in einer Gaststätte bedienen. Es gibt Leute, die nehmen 2 Wochen im Jahr Urlaub, um auf der Wiesn zu bedienen. Da bleibt die Sparquote für das ganze Jahr über. Ich kenne Leute, die jobben neben der Arbeit in einer Boutique und in einem Schmuckladen (sie sparen zwar nicht, aber sie leisten sich mehr und jammern nicht). Wenn ich durch unser Einkaufszentrum laufe, hängt in jedem zweiten Schaufenster ein Schild „Aushilfe gesucht“. Viele Handwerker arbeiten nebenbei „schwarz“, was nicht die Lösung ist, aber die Zeit haben sie. Warum nicht nebenbei ein Gewerbe anmelden und das Ganze offiziell machen? Schon bewegt man sich wieder im legalen Bereich und es hat den Vorteil, auch für Firmen arbeiten zu können. Da kann man durchaus Stundenlöhne von 30+x € abrechnen. An einem Wochenende im Monat sind da problemlos 300 € verdient. Durch die Kontakte, die man sich da aufbauen kann, bekommt man eventuell verbesserte Einkaufsbedingungen. Rabatte von 20% und mehr sind im Großhandel problemlos möglich, auch eine Form des Sparens.

    Unsere heutige 40-Stunden Woche gibt es nicht allzu lange. Nach dem Krieg, also zu Zeiten unserer Großeltern, war es normal 50 Stunden zu arbeiten – auch Samstags.

    Ein weiterer Aspekt ist die Weiterbildung. Ich habe nach meiner Lehre das Abitur nachgeholt und studiert. Meine Frau hat abends nach der Arbeit ihren Industriefachwirt gemacht. Ein Kollege hat neben der Arbeit sein Fernstudium durchgezogen (Respekt). Warum soll sich eine Krankenschwester, ein Pfleger usw. nicht weiterbilden können, um eine besser bezahlte Stelle zu bekommen?

    Natürlich ist es Luxus, von seinem regulären Einkommen 500 € zu sparen., das schaffen wirklich nicht viele. Wenn ich aber aus dem sozialen Brennpunkt raus will, dann schaffe ich das. Und mit zusätzlichem Einsatz und Engagement kann man auch etwas sparen.

    In meinem persönlichen Umfeld, höre ich immer wieder: Das Geld langt nicht, ich kann nichts sparen, das kann ich mir nicht leisten. Am nächsten Tag wird ein Konzertticket für 80 € gekauft, über den Skiurlaub sinniert usw. Wenn ich Vorschläge unterbreite, an der Situation etwas zu ändern, werde ich abgebügelt: Ich habe keine Zeit, ich kann nichts, sowas würde ich nie machen (liegt also unter dem eigenen Niveau – aha). Es ist nicht mal die Bereitschaft da, über die eigene Situation nach zu denken.

    Felix hat es vortrefflich auf den Punkt gebracht:

    Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.

    Den Spruch hänge ich mir über den Schreibtisch.

     

    Ist etwas lang geworden, aber vielleicht denkt der eine oder andere Leser darüber nach (auch Warmduscher ist dazu eingeladen).

  24. O.T.

    „12,5 Millionen Menschen in Deutschland sind arm“. Dieser Lobbyartikel der Sozialindustrie ist doch schon längst passé.

    Inzwischen werden Artikel geschrieben, die sagen das jeder (erwachsene) Deutsche 172.000 EUR Vermögen hat.

    Der Zug fährt in Richtung Steuererhöhung – irgendjemand muß die monatlichen 250.000 Neuzugänge ins Sozialsystem finanzieren. Die nächsten Dividendenerhöhungen gehen für Steuererhöhungen drauf, und nicht nur die.

  25. Markus

     

    @Jammerlappen

    Wortbedeutungen (arm/reich) sind relativ… nur mal in Bangladesch die Textilindustrien und die dafür tätigen Menschen in Dokus ansehen…

    Da erscheint der „arme Deutsche“ wirklich und auch relativ objektiv betrachtet, als Jammerlappen!

    Wobei wir dann wieder bei Ethik, Globalisierung und den Firmen landen, die so etwas ausnutzen….

  26. Couponschneider

    @Warmduscher

    Ihre Polemik trifft einfach nicht. Und zur 40-h-Woche sei angemerkt: Da findet man immer noch genug Zeit. Ich selber habe auch eine 40-h-Woche, praktisch arbeite ich aber mehr. Ich bin in der halben Welt unterwegs, schaffe es aber dennoch, das eine oder andere Buch und etliche Blogs zu lesen. Gerne auch die eine oder andere Zeitung, gerade dann, wenn ich unterwegs bin. Sport mache ich auch noch, habe sogar ein Ehrenamt im Verein. Für Gejammer, man habe keine Zeit, habe ich daher wenig Verständnis. Genauso auch mit dem Geld. Es gibt Leute, die sich bei geringerem Gehalt einen höheren Lebensstandard leisten, als ich es mir gönne und jammern, sie hätten kein Geld.

    Meine Erfahrung ist: Wenn viele Menschen so kreativ beim Geld verdienen wären wie beim Erfinden von Ausreden, Deutschland wäre das Land, in dem Milch und Honig flössen.

    Mein Vater war ja ein Proletarier, man könnte auch Prolet sagen. Er rauchte (tgl. eine Schachtel), er trank (Zwei bis drei Flaschen Bier jeden Abend und wahrscheinlich noch das eine oder andere, von dem die Familie nichts erfuhr.), er saß jeden Abend vor der Glotze. Er sagte auch immer, er hätte keine Zeit.

    Die Menschen verplempern ihre Zeit mit so vielen Nichtigkeiten. Dass viele Bibliotheken schon am frühen Abend schließen, finde ich erbärmlich. Ich möchte die zwingen, zu öffnen. Wenn keine Besucher kommen, dann kommen keine. Aber wenn die Leute ihr Zeit besser nutzten, dann fänden sich genug Leute, die auch nach 20 Uhr noch in die Bibliothek gehen.

  27. Warmduscher

    @Couponschneider

    Einsame Singles, wie Sie, haben die Zeit sicherlich. Davon gibt es ja nicht ohne Grund immer mehr in diesem Land.

    Und geniale Idee mit den Bibliotheken, da können Sie und andere dann abends noch die zusätzlichen Stunden arbeiten. Die, die nach 40-Std-Woche einfach müde & kaputt sind (soll es gerüchteweise geben), sind eben doch nur faule Socken.

     

  28. Vali

    @all, tolle Diskussion hier! Bin aus Frankfurt zurück, tolle Stadt, Business at usual, habe gedacht ich treffe auf den CRASH dort… aber er hat den 17.10 irgendwie verschlafen.

    Somit will ich mit euch meine neueste Erkenntnis hier feiern: Prognosen sind das sinnloseste Investment, das es gibt!!! Schade, dass ich letzte Woche J&Johnson nicht gekauft habe, aus Angst jemand könnte recht mit dem Crash haben… Aber, das war mir eine Lehre: den Markt kann man nicht perfekt timen, weil keiner wirklich weiß, was kommt (die Crash-Propheten hier sowieso)!

    Buffett sagt: „Wenn Sie Dinge kaufen, die Sie nicht brauchen, müssen Sie bald Dinge verkaufen, die Sie brauchen.“
    Und hier was schönes für euch mit lieben Grüß von Warren Buffett 🙂 „Umgib dich mit Leuten, die besser sind als du selbst“

    PS: Und ich bleibe deshalb gern hier im Blog: Mal ein Kompliment hier an alle Investoren zurück 🙂

    @Warmduscher, Couponschneider ist kein Single. Lesen kann man auch als Pärchen und mit Familie…

     

  29. Sams1974

    Vali schön dich zu lesen, scheißt doch auf die Bücher. Lach

    Wenn ihr nicht mir glaubt lest es doch selber in einem Buch nach.

    Einen Wissenden darf ich mich nicht nennen. Ich war ein Suchender und bin es noch, aber ich suche nicht mehr auf den Sternen und in den Büchern, ich beginne die Lehren zu hören, die mein Blut in mir rauscht.

    Kleiner Scherz am Rande, steht sogar in der Einleitung glaube ich… man muss gar nicht den ganzen Schinken lesen.

     

  30. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Vali und alle Teilnehmer,

    bin auch zurück von der Insel. Hier ging es ja ziemlich rund. Konnte die Diskussion nur am Rande verfolgen, da ich voll eingespannt war im „Freizeitstress“. 😉 Jetzt muss ich erstmal den Muskelkater vom Wandern abklingen lassen. Sehr schöne Woche gehabt. Ende November geht es schon wieder nach Fuerteventura. Juhu!

    Hoffe auf weiteres Ausbleiben des Crashs. Aber der kommt eh nie mit Ansage, sondern wie in „Dieb in der Nacht“ (falls er kommt).

    Schönen Sonntag noch,

    MS

  31. Couponschneider

    @Farmtuscher

    Wie kann man nach einer 40-h-Woche kaputt sein? Wer 8 Stunden am Tag arbeitet, hat noch genug Freizeit. Man muss nicht alles vertrödelt. Wie gesagt: Mein Vater hat sogar körperlich auf dem Bau gearbeitet und fand komischerweise abends noch genug Zeit, sich den ganzen Müll im Fernsehen reinzuziehen. Das hat er dann mit drei Flaschen Bier runtergespült.

    Mir ist schon als Jugendlicher aufgefallen, dass „keine Zeit“ eine beliebte Standardausrede. Man muss sich schlichtweg Zeit nehmen. Mein Vater meinte sogar während längerer Arbeitslosigkeit, er hätte „keine Zeit“.

    Ich kenne aber auch andere Exemplare der Gattung Mensch, z. B. das Paar, das meint, „keine  Zeit“ zu haben. Tatsächlich vertrödeln sie 30 Minuten in einem Geschäft mit der Frage, welche Kissen denn nun besser zu dem neuen Sofa passe.

  32. felix

    @Alexander: Bei mir hängt der Spruch schon über dem Schreibtisch 😉
    Ich hänge Dir noch einen dazu:

    „Der Weg des geringsten Widerstands ist nur am Anfang asphaltiert“.

     

    Finde ich immer wieder ein passendes Bild für das Verhalten der Menschen, die Bildung als etwas „Mega-Uncooles“ ablehnen und lieber direkt nach dem Schulabschluss (wenn überhaupt) für Geld „malochen“ gehen. Die sind sozusagen nach der 9. Klasse „fertig“ für immer. Bloß nichts neues mehr lernen. Und da der Job keinen Spass macht, natürlich auch nicht mehr als nötig arbeiten. Mit dem Geld kommen sie immer gerade so über den Monat. Und das rächt sich dann später finanziell.

    Ich habe großen Respekt vor Menschen, die sich in sozialen Berufen engagieren. Wenn auch jeder nicht aus den Augen verlieren sollte, dass das geringe Einkommen einer(s) Krankenschwester /Pflegers oder Kindergärtnerin vorher bekannt ist. Insofern entscheidet sich jeder ganz bewusst für den Job und ebenso bewusst GEGEN ein höheres Einkommen. Meckern lässt sich hinterher dann trotzdem ganz gut, dass soziale Berufe so schlecht bezahlt sind.

    Ja, in Deutschland haben nicht alle die gleichen Voraussetzungen. Aber ich bin ganz der unpopulären Meinung: Wir alle haben riesige Chancen in dieser Gesellschaft. Den meisten der Nörgler ist gar nicht bewusst, was für unglaubliche Hilfsmittel das deutsche System bereitstellt und was sie reißen könnten, wenn sie den Hintern aus dem Sofa bewegen würden.

  33. Die Welt ist eine Scheibe

    Schöne eingeschränkte Betrachtung.

    Entweder klug, fleissig, lösungsorientiert sparsam und Aktienanleger.

    Oder faul, ungebildet, konsumgeil, problemorientiert und kein Aktienanleger.

     

  34. ValiVali

    @Scheibe, oder man meckert, wo es geht und denkt in „Entweder/oder“.

    Ihr braucht euch ja nicht angesprochen fühlen, wenn ihr glücklich mit eurem Leben/Investment/Einstellung seit.

    Ich denke in „Alle-Möglichkeiten-in-Betracht-ziehen“ und so lebe ich auch. Ich habe ein Tagesgeldkonto, hatte ein Sparbuch, habe Aktien und Immobilien, bin fleißig, aber abends und im Urlaub auch mal faul und ein Genießer; und bei Büchern&Medien konsumgeil, aber schon gern lösungsorientiert; ungebildet, was Aktien betraf, aber gern neugierig und wissbegierig und lerne von allen hier. Was genau ist eigentlich dein Problem? Eingeschränkte Betrachtung?

  35. PIBE350

    Warmduscher: ,,Das hier teilweise zuvor Geschriebene trifft maximal ab der oberen Mittelschicht zu und geht m.M.n. an der Realität zumindest in Deutschland vorbei.

    Wer anders denkt, kann gerne mal in einen sozialen Brennpunkt fahren oder 48% der Bevölkerung befragen, die aktuell auf einem Niveau verdient, dass ihnen im Alter Rente auf Grundsicherungsniveau bescheren wird.

    Wer 500 Euro pro Monat sparen kann oder mehr ist priviligiert. Das ist die Ausnahme und nicht die Regel. Niemand (!!!), der einen sozialen Beruf ausübt, kann das annähernd erreichen. Da sind dann 50-100 Euro manchmal schon schwierig. Und das nicht aus „Konsumgeilheit“. Diese Menschen werden auch nie aus eigener Kraft die „finanzielle Freiheit“ erreichen. Das ist eine Möhre, die vorgehalten wird, um Leistung unter immer schlechteren Bedingungen zu bringen.“

     

    Nein, ich gehöre weder zur oberen Mittelschicht, noch bin ich besonders privilegiert. Trotzdem spare ich über 1000€ pro Monat. Rechnet man die Kosten eines H4-Empfängers (Regelsatz, maximale Miethöhen, Rundfunkgebührenbefreiung, weitere Vergünstigen) zusammen, liege ich sogar erheblich darunter und mir fehlt es an nichts. Meine ehrliche Meinung: Zu viele Leute in Deutschland können leider nicht mit Geld umgehen. Das ist meine persönliche Erfahrung. 🙂

  36. felix

    @Die Erde ist eine Scheibe:
    Danke für Deine Rückmeldung.

    Wo Du es so zusammenfasst: Es ist in der Tat interessant, dass mehrere der Eigenschaften häufig gemeinsam auftreten. 😉

    Beim Thema Aktienanlage kommt allerdings noch die typische „German Angst“ hinzu: Lieber das vorhandene Kapital auf dem Konto von der Inflation auffressen lassen als das Risiko einzugehen, damit guten Ertrag zu erwirtschaften.

  37. PIBE350

    felix: ,,Ja, in Deutschland haben nicht alle die gleichen Voraussetzungen. Aber ich bin ganz der unpopulären Meinung: Wir alle haben riesige Chancen in dieser Gesellschaft. Den meisten der Nörgler ist gar nicht bewusst, was für unglaubliche Hilfsmittel das deutsche System bereitstellt und was sie reißen könnten, wenn sie den Hintern aus dem Sofa bewegen würden.“

     

    Richtig. Jammern, Neid und Missgunst gehen immer, Selbstkritik und -reflexion nie. Schuld sind immer die Anderen. Ich kann es bald nicht mehr hören. 🙂

    Tims Artikel mögen zwar manchmal auf den ersten Blick etwas abgehoben klingen, aber wer die Botschaften dahinter erst mal verstanden und verinnerlicht hat, kann es zu einem gewissen Wohlstand bringen. Das Problem: Unbequeme Wahrheiten möchte nicht jeder lesen. Meckern, jammern und verdrängen sind halt einfacher. 🙂

  38. felix

    Neid und Missgunst nehme ich als das, was sich dahinter verbirgt: Anerkennung für Erfolg. 😉

    Jammern geht immer.. Vereint sein im gemeinsamen Leid.. worüber eigentlich? – Darüber, dass sich im außen nichts verändert, wenn man sein eigenes Verhalten nicht ändert? Klingt doch irgendwie doof.

    Jammern ist vor allem eines: Das sich-begeben in eine Opferrolle und die Suche nach Aufmerksamkeit.

    Mit „Unbequeme Wahrheit“ sprichst Du es aus: Es gibt wie immer zwei Seiten der Medaille und durch die Konzentration auf das jammern geht die andere Seite völlig unter: Wer sich einen genügsamen, von mir aus auch sparsamen Lebensstil beibehält (ich musste ihn mir genauso wie Tim nach Jahren wieder antrainieren), der hat große Chancen, für seine eigene Zukunft richtig was zu bewegen.

     

  39. plutusandme

    Guter Bericht und interessante Kommentare.

    Als Studenten sind wir mit 600 DM ( das war noch diese andere Währung ) ausgekommen. Wir haben sogar jeder noch 50 DM davon sparen können. Internet, wie wir es heute kennen gab es so noch nicht und daher haben wir auf die Information der Hausbank  vertraut. ( Heute undenkbar )

    Wir waen eine WG und haben sehr viel über andere Menschen kennengelernt, heute macht man dieses wohl per APP.

    Beruflich haben wir uns immer weiter entwickelt, wir nutzen Bildungsurlaub, früher um uns für den Arbeitgeber interessant zu machen, heute weil es uns interessiert. Dies geht auch noch heute. Auch heute hat jeder Arbeitnehmer ein Recht darauf, sich weiter zu bilden.  Das wäre schon mal ein Punkt, den jeder unabhängig vom Gehalt leisten kann. Und wer dazu meint, keine Zeit zu haben, sollte am besten mit einem Zeitmanagement anfangen. Gibt es auch für Nichtmanager.

    Der Betrag , der zu Studienzeiten gespart worden ist, hat uns später ermöglicht, ein eigene Haus zu kaufen, mit der Folge das wir jetzt Mietfrei wohnen ( Immobilien ist wieder ein anderes Thema).

    Fakt ist : Wenn etwas erreicht oder verbessert werden soll, muß angefangen werden etwas zu ändern. Wer nichts ändert, für dieser Person bleibt alles beim Alten.

    Letzte Woche habe ich, durch Zufall, einen sehr schönen Vortrag ( Motivatiosvortrag ) von einer Frau Helga Hengge gehört. ( Einwenig die Suchmaschine bemühen und Ihr findet Ihre Webside ). 2,5 Stunden ging der Vortrag und handelte über die Besteigung des Mount Everest, war aber jederzeit auf das Berufsleben oder gar Privatleben reflektierbar.

    Ein ganz wichtigen Punkt habe ich diesem Vortrag entnommen. Wir schauen viel zu oft nach dem scheinbar Unerreichbaren. Wir sollten uns auch mal die Zeit nehmen und zurück schauen, was wir schon alles erreicht haben. Das müssen ja nicht immer materielle Dinge sein, es können doch auch so einfache Dinge wie: Mit Sport anfangen, Wochenende nicht mehr arbeiten ( eins meiner Ziele, zugegeben fällt noch etwas schwer) nur eins ist für alle diese Dinge sicher:

    Der längste Weg , fängt mit dem ersten Schritt an, soll heißen : Fangt an !

  40. Markus

    Hm…

    also der Community hier wirft man einseitiges Denken und Voreingenommenheit vor… (Metzger vs. Vegetarier ;-))

    Ja, in bestimmten Punkten und Glaubenssätzen ist das vorhanden…

    aber so überspitzte und überzogene Vorwürfe zeugen einerseits von eigenen gewaltigen Vorurteilen oder es ist eine bewusste Provokation erwünscht…

    Die Glaubenssätze, dass man sich selbst und seine Leben verbessern will …. negativ zu sehen… dazu fehlt mir selbst der Glauben. 😉

    Übrigens kenne ich eine Krankenschwester persönlich mit eigenem Haus und 2 nicht günstigen Autos…

  41. Dr. Jürgen Nawatzki

    Hallo Herr Schäfer,

    Ihre Einstellung zu Geld, Statussymbolen und materiellen Dingen generell ist mir sehr sympathisch. Auch ich hatte mal eine Lebensphase, in der mir Konsum extrem wichtig war. Aber jetzt, in meinen 50igern, gebe ich fast nur noch Geld für Bücher aus (oft gebraucht von Amazon). Auf das meiste andere kann ich gut verzichten. Und letztlich fehlt mir nichts und das ist auch gut so.

    Kommen Sie eigentlich am kommenden Wochenende zum Finanzbarcamp nach Offenbach? Sie sind ja auch für den comdirect finanzblog award 2015 nominiert. Dann könnten wir uns persönlich kennenlernen. Wäre doch nett.

    Es grüßt Sie herzlich

    Dr. Jürgen Nawatzki

  42. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Dr. Jürgen Nawatzki

    Danke für das Lob. Ja, wir können uns gerne mal treffen. Ich lebe in den USA. Das ist terminlich etwas schwierig für mich an diesem Wochenende. Es grüßt herzlich zurück über den großen Teich TS

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