Blick in die Glaskugel: Die meisten Prognosen gehen daneben


New York, 29. Dezember 2014

Börsensender rund um den Globus lieben bekannte Scharlatane, die in die Kristallkugel blicken. Am liebsten sind den TV-Sendern jene, die im Brustton der Überzeugung Prognosen abgeben. Dabei ist das alles Humbug.

Wer hatte vor einem Jahr geahnt, dass sich der Ölpreis halbiert? Wer wusste, dass Erdgas abschmiert? Dass Griechenland erneut vor der Staatspleite steht? Dass sich der Weizenpreis massiv verteuert? Dass der Kupferpreis auf ein Mehrjahrestief kollabiert?

Euphorie und Angst treiben die Preise mit einer unglaublichen Wucht schnell nach oben bzw. unten. Eine Preisverdopplung eines knappen Guts hat keinen Seltenheitswert mehr. Wir befinden uns in einer sehr volatilen Zeit.

Was rauf geht, kann genauso schnell wieder implodieren. Wie ein fallendes Messer sehen viele Kurscharts aus. Denken Sie an den Absturz des Goldes.

Es ist manchmal einfach ein Gemütswechsel. Es gibt ferner jede Menge Manipulateure. Erinnern Sie sich den getürkten Libor-Zins, manipulierte Währungen, künstlich aufgeblasene Alupreise etc.

Im Grunde sind die Prognosen der Glaskugelschauer Zeitverschwendung. In ganz wenigen Prognose-Artikeln, die ich las (ich las vermutlich Tausende), konnte ich bislang etwas Gehaltvolles herausziehen. Das Gros der Artikel war sinnlos.

Schauen Sie hier, was alles der „Experte“ Dennis Gartman beim TV-Börsensender CNBC vorhergesagt hat. Er lag auffällig oft daneben und wird weiterhin ins Studio eingeladen:

Wer hatte vor einem Jahr wissen können, dass McDonalds derart unter Druck gerät? Der Gesundheitstrend führt zu weniger Gästen in dem Schnellrestaurant. Im Internet machen sich mehr Menschen über McDonalds lustig:

Coca-Cola, Pepsi, Nestle, Kellogg’s, General Mills, Campbell Soup und andere Nahrungsmittelkonzerne stehen mit ihrem industrialisierten Essen in der Kritik. Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und diesen Plastikmahlzeiten herstellen. Selbst Autoimmunkrankheiten wie MS oder Asthma sollen angeblich mit ungesunder Ernährung „gefördert“ werden.

Wir leben in einer sich schnell wandelnden Zeit. Neue Erkenntnisse können das Kaufverhalten der Konsumenten zügig ändern. Unternehmen  müssen auf neue Trends reagieren, sonst können sie in Schwierigkeiten geraten.

Gleichzeitig bieten stürzende Kurse manchmal herrliche Chancen. Den nächsten Aktiencrash werde ich in diesem Blog als eine wunderbare Sache darstellen. Ich werde die nächste Krise als Chance feiern und natürlich zum Kaufen aufrufen.

Zum einen sind Crashs herrlich. Zum anderen sollten Sie auf langfristige Megatrends wie Reisen, Gesundheit, Sport, Pharma, Öko usw. achten. Kurzfristige Vorhersagen sind dagegen nichts wert. Sie sind wie Wettervorhersagen, die sich ständig ändern.

Am besten schneiden Anleger ab, die langfristige Megatrends verstehen und sich vom kurzfristigen Zocken bzw. der Vorhersagerei fernhalten. So wie dieser Herr.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Blick in die Glaskugel: Die meisten Prognosen gehen daneben

  1. ZaVodou

    Im Grunde sind die Prognosen der Glaskugelschauer Zeitverschwendung. In ganz wenigen Prognose-Artikeln, die ich las (ich las vermutlich Tausende), konnte ich bislang etwas Gehaltvolles herausziehen. Das Gros der Artikel war sinnlos.

    Warum liest Du so viele Prognosen, wenn es doch nichts bringt?

     

  2. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Für 2015 gibt es ja wieder eine genaue „Ansage“ (gemacht in 1985). Nachdem 2012 bekanntermaßen die Welt mit dem Maya-Kalender nicht zu Ende gegangen ist, sollte doch zumindest ein ordentlicher Crash hin zu bekommen sein.

    Der 1. Oktober 2015 soll es in sich haben, laut „Economic Confidence Model“ nach Martin A. Armstrong (http://en.wikipedia.org/wiki/Martin_A._Armstrong).

    – http://armstrongeconomics.com/

    Neben aller Ulkerei fände ich den Film „The Forecaster“ schon sehr spannend. Wenn er für seine Geschichten eingesperrt wird, scheint die Sache schon interessant zu sein. Mal sehen, ob ich das mal erwische.

    – http://www.infowars.com/the-forecaster-can-this-computer-predict-the-future-the-government-certainly-thinks-so/:

    Whatever you may believe, the facts are clear. He documented his predictions publicly, once even taking out a full page advertisement in USA Today just weeks ahead of the Savings and Loan crash of 1987 warning of what was to come. Next he pegged the collapse of the Japanese economy. Then the Russian Ruble, the dot-com bubble and the 2008 global economic crash.

    Martin Armstrong, it seems, never misses.

    Falls man sich langweilt „zwischen den Jahren“, diese Info fand ich recht spannend:

    – https://www.youtube.com/watch?v=WjjHI-6CoSI (Die Macht des Goldes)

    Guten Rutsch

    MS

  3. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    ZaVodou

    Gute Frage. Ich dachte immer, in diesen Vorhersagen muss etwas Gehaltvolles drin stehen. Ich dachte, ich kann etwas lernen. Ich fand leider viel zu spät heraus, dass 99% Bullshit ist.

     

    @ Matthias

    Danke für die Links. Ich habe von Martin Armstrong schon gehört. Ein Bekannter, der für einen Hedgefonds in Asien arbeitet, kennt Armstrong von seinen Vorträgen und ist von ihm begeistert.

    Ich halte seine Vorhersagen aber für Bullshit. Der sagt einfach ein Haufen Zeug voraus. Irgendetwas wird schon eintreffen. Wobei einige Dinge, die er erklärt, durchaus Sinn machen und einleuchten. Die Story, dass er zu Unrecht in einem US-Knast so lange saß, kann ich irgendwie nicht glauben.

  4. Gast

     Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und diesen Plastikmahlzeiten herstellen.

     

    diese Studien kannst du in die Tonne werfen. Es kommt immer nur auf die Menge der Malzeiten an.

    Auch durch Pizza, Cola, Burger usw kann man nicht zunehmen, wenn man weniger Kalorien aufnimmt, als man verbraucht.

    Die Übergewichts-Lüge durch Fast Food wird in den Zeitschriften und anderen Medien sehr gerne verbreitet, schließlich wollen die ja Geld verdienen und es ist ein Dauerthema.

    Aber im Grunde genügen nur ein paar Worte :

    Sie können alles essen ohne zuzunehmen. Sie müssen nur auf die Menge achten….. Thema durch !!

    Wir sind durch die Medien schon so benebelt, dass wir auf die einfachsten Lösungen nicht kommen.

  5. Markus

    Dass es auf die Menge bzw. die Kalorien beim Gewicht ankommt ist korrekt.

    So gesehen, könnte man sogar mit Fast Food abnehmen, wenn man denn so wenig essen würde…

    Allerdings verführen zu große Mengen Zucker, Salz, Glutamat, schnelle Kohlenhydrate und Transfette zu mehr Hunger und man isst meistens deutlich zu viel und zu nährstoffarm. Diese Kombination kann schon einen Teil der Zunahme der stark zunehmenden Zivilisationskrankheiten wie z. B. starke Zunahmen von Schlaganfällen kumuliert über Jahrzehnte von schlechten Gewohnheiten erklären (DNA macht einen Teil aus, aber es werden auch Gewohnheiten von den Eltern vererbt). Nitrat von Gemüse rehabilitiert sich gerade in Wissenschaftlerkreisen…

    Allerdings kann man sich mit ner vollen Dröhnung 1 Liter Obstsmothie`s auch den Blutzucker rauf und runter schießen und nicht jeder verträgt alles gleich gut.

    Vitamine, Ballaststoffe, Mineralstoffe kriegt man normalerweise mehr durch saisonales Gemüse.

    Bio, Pestizide und Schadstoffe … da scheiden sich die Geister… zudem wird es extremst schwierig kumulierungs-Zusammenhänge über Jahrzehnte nachzuweisen.

     

  6. Felix

    Man sollte da auch nicht päpstlicher sein als der Papst: Ich habe Tabkaktien uNd rauche nicht; ich habe Fastfoodaktien und esse da nicht, weil ich mir aufgrund deren Dividenden richtige Restaurants leisten kann. Wenn ich das richtig sehe, habe ich sogar einige Aktien von Firmen, die im Rüstungsbereich tätig sind, obwohl ich Krieg verabscheue. Also ich sehe das eher pragmatisch: Was der Mensch braucht oder zu brauchen glaubt und wofür er bereit ist Geld auszugeben, wird von irgendjemandem produziert und es wird Geld damit verdient. So ist die Welt, in der wir leben – eine andere haben wir nicht. Man sieht das aber wohl erst so, wenn man schon ein paar Järchen aus dem Buckel hat und erkennt, das der Idealismus daran auch nichts zu ändern mag.

  7. willihope

    Was soll dieses Video ausdrücken? Das ist doch die übliche Gesellschaftskritik der Generation Y! Dieser Müll hat dann auch noch fast 5 Millionen Abonnenten! Sieht man wieder wie sinnlos die entäuschten Y-Zombies durch Leben gehen.

    Doch ein Armutszeugnis was für eine Generation man da aufgezogen hat, ein Versagen der Eltern im grossen Stil.

     

    http://www.welt.de/icon/article133276638/Warum-die-Generation-Y-so-ungluecklich-ist.html

     

    MC esse ich ab und an, schmeckt halbwegs und geht schnell. Sollte doch jedem selbst überlassen sein was er isst und trinkt.

  8. Spurzi

    @willihope(less)

    „MC esse ich ab und an, schmeckt halbwegs und geht schnell.“

    Das erklärt ja dann auch die Qualität Deiner Kommentare. Intelligenz korreliert nachweislich negativ mit schlechter Ernährung.

    Oder wie die Generation Y sagen würde:

    Dummheit frisst, Intelligenz säuft.

  9. Felix

    Es ist für mich immer wieder erstaunlich, dass manche Leser eine ihnen nicht genehme Meinungsäußerung nicht ohne persönliche Beleidigung des Kommentators beantworten können.

  10. Marco

    Ich kaufe generell nur nach Wahrscheinlichkeiten, alles auf eine Karte zu setzen, weil man 1000 % überzeugt davon ist, dass eine Situation genau so kommt, ist schon etwas naiv. Aber es gibt ja Menschen die denken, sie haben mit 1000 % Sicherheit Recht bei Ihren Prognosen.
    Ich bin zufrieden wenn 60-70 % meiner Prognosen passen, wichtig ist nur der Gewinn unterm Strich.

    Gruß

    Marco

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