Machen Sie das Sparen für die Rente zur Pflicht


New York, 12. Januar 2016
Aletrsarmut. Eine Frau sucht nach Pfandflaschen im Müll.

Altersarmut. Eine Frau sucht nach Pfandflaschen und Kleidung im Müll.

Millionen Bürger sparen nicht. Sie tun so, als ob das Sparen eine freiwillige Sache ist. Das ist ein großer Fehler. Sie sollten unbedingt für den Ruhestand ein bequemes Rücklagenpolster aufbauen.

Denken Sie übers Sparen so nach, als ob es sich um Ihre alltäglichen Lebensmitteleinkäufe oder Stromrechnung drehen würde. Es ist ein Muss! Es sollte eine Alltagsangelegenheit sein, die Sie unbedingt erledigen müssen.

Wer die Notwendigkeit nicht erkennt, setzt sich Gefahren aus. Gehen Sie eine Dekade lang nicht zum Zahnarzt, kann das auch unangenehme Folgen haben.

Das Leben bietet einem immer Wahlmöglichkeiten. Nehmen Sie bewusst die Wahlmöglichkeiten wahr. Sie können eine riesige Wohnung mieten oder eine kleine. Die Amerikaner benutzen übrigens für Angeber-Immobilien das Wort „McMansion“, was witzig ist.

Sie können ein neues Protzauto fahren oder mit einer gebrauchten Schüssel unterwegs sein. Der Neuwagen wird Sie nie dauerhaft zufrieden machen, denn es gibt bald ein besseres, schnelleres, tolleres Auto beim Händler. Sie können im Fünf-Sterne-Luxushotel übernachten oder eine einfache Bed-and-Breakfast-Bleibe vorziehen. Sie können das neueste Smartphone kaufen oder ein uraltes Handy benutzen. Sie brauchen nicht immer die neueste Mode zu tragen. Sie brauchen keine neue Couch sofort. Kochen Sie öfters zuhause, meiden Sie Restaurants.

Wie Sie mit Geld umgehen, zeigt Ihren wahren Charakter.

Wählen Sie die günstigere Alternative, bleibt Ihnen Luft zum Sparen. Wie gesagt, für den Ruhestand zu sparen ist keine Kür, es ist Pflicht.

Wenn Sie es so betrachten, treffen Sie die richtigen Entscheidungen, und zwar jeden Tag. Das geht in Fleisch und Blut über. Mit einem einfachen Trick kommen Sie dahin: Lassen Sie die Sparraten automatisch vom Girokonto monatlich abbuchen. Und sparen Sie das Geld langfristig. Etwa über einen Indexfonds. Leben Sie heute moderat, um im Alter nicht im finanziellen Elend zu enden.

Australien hat erkannt, dass zu viele Menschen die Altersvorsorge nicht ernst nehmen. Die Regierung hat das Sparen für die Rente zur Pflicht gemacht. Daran führt dort kein Weg mehr vorbei. Jeder Arbeitnehmer muss neben der gesetzlichen Rente ein Depot fürs Alter haben, das bespart wird. Australien macht es richtig. Der Staat fördert das Sparen massiv mit Steuergeschenken.

Wenn Lebemenschen das Sparen fürs Alter als freiwillige Sache ansehen, werden sie nie sparen. Foglich sollte es der Staat zur Pflicht machen. Das sollte Berlin verstehen. 40 Prozent der Deutschen sind wohlgemerkt absolute Vorsorgeverweigerer.

Wo ich selbst noch viel lernen möchte und ich Verbesserungspotential habe, ist in der Ordnung zuhause: im Wegwerfen, im Aufräumen, im Ausmisten. Ich habe zu viel Zeug. Wer aufräumt, macht seinen Kopf frei. Das führt zur finanziellen Freiheit – indirekt. Misten Sie Ihre Kleidung, Kochutensilien, Kellerräume, Dachböden, Schränke aus. Mehr noch: Misten Sie ihre Mitgliedschaften in Vereinen, Ihre Telefonanschlüsse und andere Gebührengräber aus.

Ich muss besser darin werden, finanzielle Strafen zu vermeiden. Ich überwies kürzlich versehentlich eine Zahlung ans Finanzamt zu spät. Mir wurde deshalb eine Mahngebühr abgezogen. Das muss nicht sein!

Der beste Rat, den ich kurz und knapp geben kann: Geben Sie weniger aus, als Sie einnehmen.

PS: Ich schreibe eine Value-Investing-Kolumne im „aktien“-Magazin. Eine kostenlose Probeausgabe können Sie hier anfordern: http://www.traderfox.de/aktienmagazin


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Machen Sie das Sparen für die Rente zur Pflicht

  1. Tobias

    Hallo Tim,
    Sparsamkeit hat in meinem Augen noch mehr Vorteile.
    Man weiß wie man bei Schicksalsschlägen mit weniger Geld auskommt. Für Lebemenschen ist ein unfreiwilliger Jobwechsel, eine Erkrankung, ein kaputtes Auto meist eine Katastrophe.
    Da ist ein bisschen Fuck-You-Money auf der Bank schon sehr entspannend…

  2. Frank / Berlin

    also den Begriff McMansion kannte ich noch nicht, aber schon lustig was die Google-Bildersuche da zutage fördert.

     

  3. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Tobias

    Vollkommen richtig. Einen Notgroschen haben sparsame Leute. Ich kenne eine Familie, die lebt von der Hand in den Mund. Da ging die Waschmaschine plötzlich kaputt. Weil sie das Geld für eine neue Waschmaschine nicht hatten, weil die Kreditkarten bis zum Limit beliehen waren, mussten sie jede Woche in einen Waschsalon fahren. Was das Geld, Zeit und Aufwand war, ist kaum zu glauben. Lebemänner werden eines Tages bestraft. Das ist wie ein ungeschriebenes Gesetz. Du kommst so nicht dauerhaft angenehm durchs Leben. Irgendwann kommt der Hammerschlag.

    Bodenständigkeit hat viele Vorteile: Weniger Zeug, weniger Stress, besseres Karma, mehr Geld, mehr Zufriedenheit, Zeit für andere Dinge (statt Konsum).
     

    @ Frank / Berlin

    Das ist so eine typische McMansion. Ein Traum, der sich in Luft aufgelöst hat:
    https://www.flickr.com/photos/15239812@N00/6151155935

  4. O.T.

    Trotz Deines langen Aufenthaltes in Amerika scheinst Du ja noch ziemlich „deutsch“ zu sein.

    Der Staat hat bitte überhaupt nicht in mein Leben einzugreifen, und schon gar nicht mich dazu zu zwingen zu „sparen“. Es reicht schon aus, das er mir monatlich die Steuern abpresst – soll ich auch noch ein paar breitärschige Beamte dafür bezahlen, daß sie mein Sparschwein prüfen?

    Ansonsten, sparen – schön und gut. Aber wenn Du es einmal erlebst (wie in der vergangenen Woche) wie Dein Depot in einer Woche ein paar Jahresgehälter verliert – dann relativierten sich die paar Euros die Du sparen kannst.

    Der andere Punkt, der mir sehr häufig in diversen Finanzblogs auffällt ist der mit dem neuen Auto. Wer garantiert euch, das der alte Gebrauchte keine versteckten Mängel hat? Warum gibt jemand ein „neues“ Auto nach einem Jahr oder zwei oder drei zurück?

    Da kaufe ich mir doch gleich ein Neues, mit voller Garantie/Wandlungsrecht. Da weiß ich wie es die „ersten“ Jahre behandelt wurde. Autos können auch länger als drei oder fünf Jahre gefahren werden …

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ O.T.

    Der Wertverlust eines Neuwagens ist in den ersten Jahren gigantisch. Es gibt wenig Assets, die so viel garantiert an Wert verlieren… Muss jeder selbst wissen.

    40 Prozent der Deutschen sind absolute Vorsorgeverweigerer. Sie werden wohl arm im Alter enden. Dann muss der Steuerzahler einspringen. Insofern macht das Zwangssparen Sinn. Das Sparen muss gleichwohl massiv steuerlich gefördert werden. Schrottprodukte dürfen auf die Menschen nicht mehr wie bisher losgelassen werden. Der Staat und die Finanzbranche müssen endlich Verantwortung übernehmen. 40 bis 50 Kostenarten in einem Riester-Vertrag sind ein Skandal. Solche Anbieter sollten sich schämen! Das scheint das Muster eines Betrugs zu haben: eine Art Gebührenschinderei. Warum Berlin so etwas zulässt, ist mir ein Rätsel. Das ist in meinen Augen unseriös. Wie kann der Staat so einen Schrott mit Milliarden fördern?

    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/trotz-guter-einkuenfte-jeder-vierte-deutsche-spart-gar-nichts-mehr/12504028.html

    http://www.sueddeutsche.de/geld/altersvorsorge-riester-rente-wer-blickt-da-noch-durch-1.1102750

  6. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tim,

    ich halte es für einseitig, ständig an „den Deutschen“  herum zu kritteln. Ich halte den deutschen Durchschnittsbürger für wesentlich konservativer (sicherheitsbewusster) als den durchschnittlichen Amerikaner.

    Steigendes Armutsrisiko ist ein logisches, systemimmanentes Phänomen. Wie soll es denn anders sein, wenn eine kleine Schicht das Vermögen in einem immer unersättlicheren Maße an sich reißt? Es muss irgendwo fehlen. Das Vermögen, was irgendwo angehäuft wird (gehortet), muss als neue Verschuldung andernorts entstehen.

    Das ist bei den Amerikanern nicht anders. Die Mehrheit der US-Amerikaner ist einen Gehalts-Scheck weit entfernt von der Straße, bzw. hat Probleme eine ungeplante Ausgabe von 500 USD zu „stemmen“. 

    MS

  7. O.T.

    @Tim

    Das Problem in Deutschland ist, das „finanziell“ jeder durch dem Wohlfahrtstaat überversorgt ist. Das heißt, die ganzen Krankenversicherungs- und Pensionsbeiträge die man bisher bezahlt müssen weiter wegen der bestehenden „Verpflichtungen“ bezahlt werden. Ist wahrscheinlich in Ländern wie Australien anders, wo es den überbordenden Wohlfahrtsstaat nicht gibt.

    Also das „Zwangssparen“ würde sich wie eine zusätzliche Steuer/Gebühr ausnehmen, mit deutscher Gründlichkeit würden noch mehr Glaspaläste errichtet werden, nochmals zig-tausende Verwaltungsbeamte eingestellt werden, eigene Gerichte eingerichtet werden usw. usf.

    Ein Auto sollte man nicht mit einem Asset vergleichen, sondern die Gesamtkosten eines „Neu“wagens mit einem „Gebraucht“wagen vergleichen. Und da ist meine Erfahrung die, das ich mit einem Neuwagen billiger davonkomme, als mit einem Gebrauchten, nicht nur finanziell sondern auch nervlich, weniger Reparaturen, weniger Probleme insgesamt.

  8. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Matthias

    Altersarmut ist ein weltweites Problem.
    Dass die Reichen immer reicher werden, ist ebenfalls rund um den Globus zu beobachten.

    Ich habe im Blog einen Sparer mit einem Lebemann verglichen. Mehr nicht. Es ist eine Charaktersache – das passiert so von Zürich bis Zimbabwe, von Washington bis Warschau. Überall sind diese Menschen“typen“ zu finden.

  9. Björn

    Ich hatte vor ein paar Monaten über meine betriebliche Pensionskasse noch Riester abgeschlossen. Keine Abschlussgebühr, keine jährliche Verwaltungsgebühr und eine Mindestverzinsung von 2,75 %. Ich bin froh das ich mir dadurch ein weiteres Standbein für die spätere Rente aufgebaut habe.

  10. Oliver

    Das die Reichen immer reicher werden hat viele Ursachen. Gerade an der Spitze verdienen einige wenige Unsummen an Geld und der Mittelstand wird weltweit weniger. Das liegt aber nicht nur an den Politikern oder der Wirtschaft für sich, sondern auch an der Weiterentwicklung der Technik, die immer mehr Dinge effizienter macht und dadurch die Wirtschaftsgrundlage vieler in Frage stellt. Zum anderen tun sich Leute mit wenig Bildung immer schwerer, eine Arbeit zu finden, womit sie ihren Lebensunterhalt vernünftig bestreiten können. Dafür brauchen wir wahrscheinlich in Zukunft ein weiterentwickeltes Wirtschaftssystem, dass diese Dinge ausgleichen kann. Wir sind aber noch nicht einmal in der Diskussion, sondern stellen nur fest, dass es tendenziell für den einzelnen schlechter wird. Gut qualifizierte Leute dagegen sind momentan noch im Aufwind.

    Von daher sind immer weniger in der Lage, viel Geld zurücklegen. Ich bin zwar auch ein Freund von dem Gedanken, dass es besser ist, wenigstens 50 € im Monat wegzulegen als gar nichts, um zumindestens das Waschmaschinenproblem bewältigen zu können. Aber man muß auch sagen, dass aufgrund des Arbeitsmarktes und des durchschnittlichen Verdienstes es nicht garantiert ist, dass ich über Jahrzehnte so viel weglegen kann, dass ich mir später keine Sorgen mehr machen muß. Es ist doch alles Mathematik und wenn die Zahlen nicht stimmen, komme ich in die Lage wie die Frau auf dem Bild, wenn ich Pech habe. Keiner von uns weiß, wie in zwanzig Jahren das Rentensystem aussehen wird. Wenn wir es so weiterlaufen lassen wie bisher, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger sein als heute. Wir wissen auch nicht, was sich der Staat alles ausdenkt, wenn man Geld weglegt. Höhere Steuern sind durchaus wahrscheinlich. Zusätzlich: wenn man keine Arbeit mit über 50 mehr findet und auf Hartz4 zurückfällt, muß das Geld erst aufgebraucht werden, bevor man regelmäßige Auszahlungen bekommt. Regelmäßiges Ansparen ist definitiv ein Weg, um aus dieser Abhängigkeit herauszukommen. Garantiert ist er aber nicht.

     

  11. StefanStefan

    Ich fahre einen 20 Jahre alten Benz. So viel wie ich mit einem Neuen jedes Jahr verlieren würde kann ich gar nicht an Reparaturen reinstecken…

    5.000€ verlierst du locker im ersten Jahr mit einem Neuwagen-eher mehr. Kommt natürlich auf das Modell an.

    Es gibt als Privatmann eigentlich nichts hirnrissigeres als einen Neuwagen zu kaufen. Und Gewährleistung hast du bei nem Gebrauchten auch, wenn auch nur ein Jahr.

     

    @ Tim:

    muss allerdings auch sagen, dass du manches zu sehr idealisierst und nur auf die Deutschen beziehst. Im Durchschnitt dürften die Deutschen vernünftiger sein was Geld und Vorsorge betrifft als die Amerikaner. Abgesehen natürlich von der irrationalen Angst vor Aktien.

    Gerade der Konsumverzicht den du immer predigst -und den ich natürlich richtig finde- trifft ja auf die Amerikaner am allerwenigsten zu. Die ganze Wirtschaft ist doch nur auf Konsum aufgebaut. Die würde implodieren wenn die Amerikaner plötzlich zurückhaltender wären…

  12. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ O.T.

    Das Problem ist, dass die gesetzliche Rente nicht mehr ausreicht. Die Leute müssen also etwas tun.

     

    @ Stefan

    Die amerikanische Mittel- und Oberschicht spart intensiv. Im Schnitt hat jeder Amerikaner in seinem „Aktiendepot für die Rente“ 92.000 Dollar. Ich kann mir kaum vorstellen, dass in Riester-Verträgen solche Summen stecken.

    http://time.com/money/3838816/fidelity-401k-savings-high/

  13. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tim,

    wenn ich mit Buffett zu zweit an einem Tisch zusammen Kaffee trinke, dann haben wir zwei (Buffett und ich) ein Durchschnittsvermögen von ca. 30 Mrd USD.

    Was ich sagen will… ich habe meine Schwierigkeiten mit nutzlosen statistischen Taschenspielertricks.

    Leider hat sich auch noch der Fehler eingeschlichen, dass nicht jeder Amerikaner in seinem IRA/401 Depot durchschnittlich 92.000 USD hat, sondern nur diejenigen Amerikaner, die ein solches Depot haben (The average 401(k) held … und 37% der US-Haushalte haben nichts dergleichen). Aber auch da (wo so ein Depot existiert) geht es natürlich auch darum, dass selbstredend die hohen Einkommen viel haben, und die Normalverdiener wenig; „For households ages 55 to 64 earning $40,000 to $60,000 a year, the median balance in 401(k) and IRA accounts is just $53,000. For the same age group earning $138,000 or more, the median account is $452,000…“ aus Deinem Artikel ersichtlich. Wobei es da wohl auch nur um die Depots bei Fidelity geht. Siehe mein Nonsens mit dem Buffett-Ich Vergleich siehe oben.

    Aber das ist ja nicht wirklich erstaunlich. Sparen (Anlegen) können eben schon immer nur die am besten, die es sich leisten können; „Denn wer da hat, dem wird gegeben; und wer nicht hat, von dem wird man nehmen, auch was er hat.“

    Nix für ungut,

    MS

     

  14. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Matthias

    Ok, die Amerikaner haben Nachholbedarf. Sie sparen zu wenig für den Ruhestand. Aber sie haben mit ihren „Aktiendepots für die Rente“ grundsätzlich mehr Möglichkeiten/mehr Potential, das sie ausschöpfen können.

    Ich gebe zu, der Median ist ein besseres Werkzeug, um zu schauen, was Amerikaner fürs Alter tun. 55-64-jährige haben im Schnitt rund 77.000 Dollar investiert. Das ist wenig. Aber vermutlich besser als das, was Riester-Sparer haben:

    http://www.fool.com/investing/general/2015/11/02/the-average-american-has-this-much-saved-in-a-401k.aspx

  15. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tim,

    ja, die Möglichkeit der „Renten-Depots“ ist natürlich viel besser als Riester u.ä. Keine Frage. Mir geht es nur darum, nicht den Allgemeinzustand in Amerika zu schön zu färben. 😉

    MS

  16. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tim,

    für mich war Riester nie ein Thema. Das hatte nur Sinn, wenn man für Kinder die Zulagen abgreifen wollte.

    „Die Deutschen“ sind eben keine traditionellen, gelernten Kapitalisten wie die Briten oder Amis. Deswegen vertraut man (leider) immer noch zu sehr und blind dem Staat, Versicherungen usw. Selbst Banker nannte man „Bankbeamter“.

    Deutschland ist im Umbruch. Die Menschen wollen aber nicht wirklich eine Ellbogengesellschaft. Man ist im Grunde harmoniebedürftig, und das ist gut.

    Ich glaube nicht, dass die rabiate Art des ökonomischen „Survival of the fittest“ (wer nicht „Sparen“/Anlegen/Investieren kann, der fällt halt durch den Rost in die Gosse), weil Sozialsysteme abgebaut werden (das „Cui Bono“ kann sich jeder selbst beantworten) die Lösung bringt. ich sehe es leider alles abdriften zu mehr Radikalität bis hin zu Massenunruhen. Schaun mer mal.

    MS

  17. dieter

    @ ot

     

    Also Steuern müssen sein, es müssen ja Strassen gebaut oder Polizei , Feuerwehr usw bezahlt werden.

     

     

  18. Felix

    Man sollte bzgl. der Rentendiskussion auch nicht vergessen, dass die künftigen Renter in D in einem Maße erben werden, wie es noch keine Generation vor ihr getan hat. Da werden Häuser, Geldvermögen und weitere Assets weitergereicht, dass einem die Augen tropfen. Wenn die jetzt Alten den Weg des Natürlichen gehen, bleiben ihre Vermögen ja da. Und D insgesamt ist weiß Gott nicht arm.

    Für Leute, die über Generationen aus prekären Familienverhältnissen stammen, kann es sicherlich eng werden. Aber unser Vater Staat hat bisher für sie gesorgt und wird das auch weiterhin tun, da habe ich wenig Zweifel. Für die AIDA wird’s dann vermutlich nicht reichen, aber das muss man den anderen Steuerzahlern nicht auch noch aufbürden.

    Also keine Panik auf der Titanic. Z.Zt. haben wir ein paar andere Probleme zu lösen.

  19. PIBE350

    Automatisierung der Altersvorsorge ist super. Was weg ist, ist weg. 😉

    An Tim: Die 85€ sind wirklich ein Witz. Gut, dass ich meinen damaligen Riester-Vertrag nach kurzer Zeit wieder gekündigt hatte und als Lehrgeld abgehakt habe. 🙂

    An Felix: Ich werde später mit großer Wahrscheinlichkeit ein Haus erben (sollten meine Eltern nicht zu kostenintensiven Pflegefällen werden), trotzdem sorge ich seit dem 18. Lebensjahr privat vor. Ich möchte auch auf eigenen Beinen stehen können. 🙂

    Wegen der Zahlenspielereien: Demnach scheine ich sehr gut im Rennen zu liegen, obwohl ich von Vergleichen nicht viel halte. Wichtig ist doch nur, dass man mit sich selbst zufrieden ist. Irgendwer wird immer mehr als man selbst besitzen. 😉

  20. John Doe

     

    Einen, meiner Meinung nach, diplomatischen Weg zum „Zwangssparen“ haben wir Schweizer mit unserem drei Säulen Pensionskassen(spar)system gewählt.

    Erste Säule

    Das Pensionierungsalter beträgt in der Schweiz bei Frauen 64 Jahre, bei Männern 65 Jahre. Bei der Pensionierung ändert sich die Einkommens- und Vermögenssituation: Das Berufseinkommen (Lohn) wird durch die AHV- und Pensionskassenrente (oder Kapitalauszahlung) ersetzt und andere Vorsorgegelder (z.B. Säule 3a) müssen in das übrige Vermögen integriert werden. Eine Pensionierung vor- oder nach dem ordentlichen Pensionierungsalter ist in der Schweiz, dank des flexiblen Rentenalters möglich. Die AHV (Alters- und Hinterlassenenvorsorge) soll den Existenzbedarf im Alter oder im Todesfall decken. Als Volksversicherung ist die AHV für alle obligatorisch etwas über 10% des Lohnes, wovon die Hälfte der Arbeitgeber bezahlt, fliesst in die AHV. Die Auszahlung nach erreichen des Pensionsalters ist aber unabhängig vom Lohn, nach oben gedeckelt.

    Zweite Säule

    Ab einem Einkommen von 21’150 Franken ist jeder Schweizer Arbeitnehmer obligatorisch in der zweiten Säule versichert. Im Jahr 1982 wurde die erste Säule (AHV) durch die zweite Säule, die sogenannte berufliche Vorsorge, ergänzt. Geregelt ist die zweite Säule im BVG (Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge). Obligatorisch in der zweiten Säule versichert ist jeder Arbeitnehmer, der diese 21`150 Franken Einkommen erzielt. Abgesichert werden in der Pensionskasse die Risiken Tod, Invalidität und Alter. Die Höhe der Beiträge, an den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer beteiligen, hängt vom Alter, Lohn, Geschlecht, der Pensionskasse und der Höhe des Einkommens ab. Im Schnitt bezahlt der Arbeitgeber die Hälfte der Versicherungssumme, welche anders als bei der AHV direkt für den Arbeitnehmer investiert wird. Die Pensionskasse kann je nach Ausgangslage nicht nur als Vorsorgeinstrument dienen, sondern bietet auch viele Möglichkeiten zur Steueroptimierung.

    Dritte Säule

    Die Säule 3a ermöglicht auf freiwilliger Basis eine individuelle, steuerbegünstigte Vorsorge für Erwerbstätige, der Versicherungsnehmer kann bis zu einem bestimmten Grad selbst entscheiden, wieviel Prozente Anteile er in Aktien investieren möchte.

    Dennoch sind selbst in der „reichen Schweiz“ fast 27% der über 65 jährigen, armutsgefährdet. Deswegen lese, schätze und empfehle ich Tim`s Blog. Realistisch, sachlich, sowie auf unkomplizierte, freundliche Art, zeigt er einen möglichen, zwar nicht einfachen, aber dennoch realistischen Weg auf, um der Altersarmut zu entgehen.

    Kompliment @ Tim von einem Finanz-Blogger aus der Schweiz.

  21. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ PIBE350

    Bei den Riester-Dingern wird ein unfaires Spiel gespielt. Es ist schon traurig, wie das Image der deutschen Altersvorsorge immer weiter beschädigt wird. Da ist die Branche selbst dran schuld. Das Kleingedruckte, die unfairen Methoden, fette Provisionen, hohe Gebühren… Das Leben ist wie ein Echo. Es kommt immer zurück:

    http://www.manager-magazin.de/finanzen/versicherungen/allianz-verliert-vor-bgh-im-riester-streit-bund-der-versicherten-jubelt-a-1071861.html

    Warum die Anbieter den „kleinen Mann“ nicht fair behandeln? Was soll ich davon halten, wenn Sparer jahrelang vor Gerichte ziehen müssen, um gegen Giganten wie die Allianz mit ihren Rechtsanwaltsabteilungen kämpfen zu müssen? In meinen Augen ist es ein Versagen der Bundesregierung, weil sie nicht für die nötige Transparenz auf dem Markt sorgt. Jeder Bürger sollte schnell verstehen können, was Sache ist. Es muss doch möglich sein, für einen fairen Wettbewerb zu sorgen. Warum ist so ein Versteckspiel im Kleingedruckten von vornherein möglich gewesen?

    Die Anbieter haben ganz vergessen, dass der Mensch als Kunde im Vordergrund stehen sollte.
     

    @ John Doe

    Danke für das Lob. Das Schweizer Modell spricht mich an. Die drei Stufen machen Sinn. Es gibt gewiss nicht die perfekte Lösung. Jedes Modell hat Stärken und Schwächen.

  22. Vali

    Aktuelle Studie zeigt auf: Altersarmut ist DAS Angst-Thema der jungen Deutschen

    Ich glaube in den Köpfen der jüngeren Generation bewegt sich was. Nicht umsonst sind solche Blogs wie Tims immer belebter. Die Leute, die nicht komplett dumm sind, sehen bereits, dass das Renten-System nicht haltbar ist und suchen Alternativen. YouTuber, Blogger&Co werden immer informierter und verstehen mehr, auch von Investments.

    „Eigentlich sollte die Riester-Rente – zusammen mit der betrieblichen Altersversorgung – die Lücke schließen. Doch nicht einmal jeder zweite Arbeitnehmer hat einen Vertrag. Eine Alternative hat jetzt die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen vorgeschlagen: Ihre „Deutschland-Rente“ soll im Prinzip arbeiten wie die Riester-Rente. Allerdings soll in sie automatisch jeder einzahlen, der dem nicht ausdrücklich widerspricht. Zudem sollen weniger Kosten anfallen, weil der Fonds eigenständig ohne Gewinninteresse auf Selbstkostenbasis arbeiten soll, und das geschützt vor politischem Zugriff. Das klingt wie die Quadratur des Kreises.“ Rezepte gegen Altersarmut gesucht 

    Vom Aktiendepot, in das jeder einzahlt, ist das noch weit entfernt… aber ich glaube die Regierung freut sich einfach zu sehr auf die Abgeltungssteuer, die wir zahlen. Sie zu streichen, um uns als Rentner reicher zu machen, wäre ja Selbstkasteiung 😉

    Verband schlägt Alarm: Beamte bekommen rund 2970 Euro Pension

    Aber sie versuchen sich zu bessern und streichen das Weihnachtsgeld der Pensionäre!!!!! 😉 So sei etwa der Höchst-Ruhegehaltssatz von 75 Prozent des letzten Amtsgehaltes auf 71,75 Prozent abgesenkt und das Weihnachtsgeld der Pensionäre gestrichen worden.

    Um die Beamten nicht zur Korruption zu verleiten, muss man sie üppig bezahlen. Die Frau oben auf dem Foto ist sicher keine Beamtin…

     

     

  23. fit und gesund

    @John Doe,

    sicher ist unser CH-Modell nicht schlecht, vor Allem mit der Säule 3a wo ich noch Steuern sparen kann (bis zur Auszahlung des Kapitals),

    die 2te Säule sehe ich als nicht ganz so unproblematisch an, ich habe da keine Wahlmöglichkeit, meine Pensionskasse weist eine Unterdeckung auf und wir als Arbeitnehmer müssen nun einen Sanierungsbeitrag leisten, was im aktuellen Zinsumfeld (Minuszinsen in der CH)  wohl noch länger so bleiben wird.

    Ich persönlich spare zusätzlich um etwas früher in Rente gehen zu können, soweit so gut. Meine Mutter hat ihr Leben lang gearbeitet und gespart, so hat sie immer eine schöne Rente gehabt + Zusatzrente und Witwenrente, nächste Woche muss sie in ein Pflegeheim, ihr Vermögen wird aufgebraucht werden da die Kosten den Beitrag der Krankenkasse übersteigen, die Mutter meiner Arbeitskollegin die nie auch nur einen Rappen gespart hat, ist auch in einem Pflegeheim, der Staat übernimmt die Kosten, das sind so Tage wo ich in’s Grübeln komme, lohnt sich die ganze Sparerei? Ich bin immer noch davon überzeugt, aber es gibt eben wirklich Tage wo ich nicht es nicht so recht weiss.

  24. Oliver

    @Tim:

    Ja, der moralische Niedergang unserer Finanzbranche ist wirklich beschämend.  Ich habe von 1989 – 1992 eine Banklehre gemacht und da hat man die ersten Ausläufer der negativen Entwicklung beobachten können. Der Banksektor war von den Mitarbeitern an seinem Höhepunkt und es gab wirklich Mitarbeiter, die den Namen Berater noch verdient haben. Aber während der Ausbildung hat man auf Provisionsbasis z.B. Investmentfonds über Luxemburg eingeführt, ein Rating für Kunden, um sie bei den Zinsen (hier vor allem Kredite) zu benachteiligen und das Unwesen mit den Versicherungen gab es auch schon. Ein Fall war besonders prekär, wo ein Angestellter einer 75jährigen Dame einen Versicherungsvertrag verkauft hatte mit Laufzeit 30 Jahre.  Der Vertrag ist aber vom Vorstand einkassiert worden. Heute wäre das undenkbar, dass so etwas freiwillig auf Eigeninitiative der Bank zurückgenommen wird.

    Durch die Osterweiterung kamen die Abschreibungsimmobilien dazu, die viele in den Ruin gestürzt haben. Schneeballfinanzunternehmen kamen auf und inzwischen gibt es bei Banken keine wirklichen Berater mehr, sondern nur noch Verkäufer. Die Branche hat nicht umsonst ihren schlechten Ruf. Wenn man z.B. schaut, dass damals Herr Schröder außerordentlich gute Kontakte zu Herrn Maschmeier hatte als Riester eingeführt wurde, dann kann man nur noch wütend darüber werden, das solche Leute die Altersvorsorge gestalten dürfen, was für jeden wichtig ist. Herr Riester war als Berater für gewisse Institute tätig. Wer da wohl profitiert hat? Manche sind schon für weniger ins Gefängnis gegangen.

    Was mich dabei erschreckt ist, dass Nachfolgeregierungen dieses Thema nie korrigiert haben. Ein Freund von mir arbeitet bei der Commerzbank und er sagt, dass Riesterverträge legalisierter Betrug sind. Das Thema mit der Allianz spricht Bände, und nicht nur die Allianz arbeitet so. Andersherum frage ich mich, warum die junge Generation nicht aufmüpfiger wird. Sie wird bei dem Generationenvertrag eindeutig übervorteilt und muß gleichzeitig noch selbst schauen, wie sie die Lücke im Alter schließt. Vielen wird das nicht gelingen und sich mit 75 beim Flaschensammeln und an der Tafel wiederfinden.

    So, jetzt genug geschimpft. Heute kaufe ich ein paar Aktien, damit ich im Alter weniger Flaschen sammeln muß. Die Börse ist gerade schön depressiv und da kann ich wenigstens als Käufer für ein wenig Aufheiterung sorgen.

  25. O.T.

    Deutschland ist das einzige Land das ich kenne in dem jemals eine Partei (SPD) an den Start gegangen ist, in deren Wahlprogram an führender Stelle eine „Steuererhöhung“ gefordert wurde.

    Und der deutsche Michel hat diese Volldeppen auch noch gewählt! Der Deutsche will offensichtlich vom Staat ausgenommen werden, der Staat ist für einen Deutschen mindestens so heilig wie die UNO.

    Niemand kann erwarten oder gar verlangen das sich diese Bürger gegen Deppenbesteuerung wie Riester etc.  wehren, der Staat hat doch soviele Aufgaben, wie Schulen, Straßen, Flüchtlinge, Energiewende, Griechenlandrettung … wir zahlen doch gerne 70% Steuer! Mutti weiß am besten was sie mit dem Geld anstellt!

    Im Endeffekt bekommt jeder was er verdient. Der Flaschensammler seine Flaschen, der Aktionär seine Dividende, die Deutschen die Merkel.

    Und ich das Minus im Depot … 🙁

     

  26. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Oliver

    Ja, das ist schon schlimm, wie den Menschen das Fell über die Ohren gezogen wird. Wenn der Familienvater in dem Beispiel 10.000 Euro an Staatsförderung für den „Riester Rente Klassik“-Vertrag erhält und dann die Allianz fast 10.000 Euro an Gebühren bis zum Rentenbeginn abschöpft, ist das absurd. Es ist wohl der teuerste Renten-Sparplan der Welt. Es sieht nach meinem Dafürhalten nach Marktmissbrauch aus. Warum sich die Regierung das nicht anschaut, ist mir schleierhaft. Und ich sage das, obwohl ich Allianz-Aktionär bin.

    http://www.sueddeutsche.de/geld/altersvorsorge-riester-rente-wer-blickt-da-noch-durch-1.1102750

    Meine Blogleser wissen, wie wichtig es für die Gesamtrendite ist, auf möglichst niedrige Kosten zu achten. Wenn es Anbietern nur darum geht, möglichst hohe Gebühren den Sparern abzunehmen, ist das traurig. Die Förderung war doch eigentlich vorgesehen, um künftigen Rentnern zu helfen und nicht um Milliardenkonzerne durchzufüttern. Oder habe ich falsch verstanden, was die Regierung mit Riester bezweckt?

  27. Mein Geldanlage Vergleich

    Viele junge Menschen sind sich gar nicht bewusst welche Probleme da auf sie zukommen, wenn sie nicht genug fürs Alter sparen. Das sehr positive Beispiel aus Australien sollte in vielen Länder schule machen. Das würde sehr viele finanzielle Probleme im Alter lösen.

    Die deutsche Regierung hat es mit Riester und Co auch versucht. Die Ansätze sind ja auch gar nicht schlecht. Nur leider wurden die guten Ansätze von der Profitgier der Banken und Versicherungen schamlos ausgenutzt (Stichwort versteckte hohe Gebühren). Da hat der Staat verschlafen frühzeitig einen Riegel vorzuschieben.

    Da ich der Meinung bin die Geldanlage auf mehrere Beine zu stellen, haben auch Riester und Co ihre Berechtigung. Man muss halt nur sich die Mühe machen das beste Angebot herauszufinden wo z.B. nicht so hohe Gebühren verlangt werden. Zugegeben ist nicht so einfach, aber möglich.

    Gruß

    Klaus-Dieter

  28. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tino,

    als ich 1979 aus Ossiland kam, war das eines der größten Mysterien für mich. Ich konnte einfach nicht verstehen, wie ein Privatmensch einen Neuwagen kaufen konnte, da nur mit der Fahrt vom Hof schon einige Tausender vernichtet waren.

    Im Osten war es anders herum. Da musste man für einen Gebrauchten mehr zahlen als für einen Neuen (weil man den nicht bekam). Da hatten die Leute ständig einen Trabbi bestellt, um, wenn sie tatsächlich einen bekamen, ihn teurer verkaufen zu können.

    Die Neuzulassungen bei Privatpersonen sind heute aber auch nur noch der geringere Teil. Über 60% der Neuzulassungen von PKW sind Firmenfahrzeuge.

    Wenn Geld keine Rolle spielt, und man einen gewissen Lebensstil pflegen kann, ist es mir aber nicht unverständlich, warum Leuten der Wertverlust egal ist. Man will ein unbenutztes Fahrzeug, welches nicht die Spuren von Vorbesitzern trägt. Ich kann mir auch vorstellen, dass es Menschen einfach unerträglich wäre, in einer Gebrauchtimmobilie zu leben.

    Apropos Automobil… ich habe mir soeben das Hörbuch über Elon Musk durchgehört. Ich habe mich vorher mit Tesla noch nicht wirklich beschäftigt, aber jetzt ist mir einiges verständlicher. Ich hoffe, er überlebt wirtschaftlich. War ja schon mehrmals hart an der Pleite, und hatte fast schon an den „weißen Ritter“ Larry Page von Google verkaufen müssen, damit es keine Pleite gibt. Zum Glück hat Musk mit SpaceX die Kurve gekriegt. Es läuft gerade super. Gerade wieder Aufträge von der NASA ergattert. Das stand auch auf Messers Schneide. Auch das Unternehmen SolarCity hat ein gutes Konzept, aber leider keine Dividende. Die haben gestern durch politische Entscheidungen in Nevada eins auf die Mütze bekommen.

    Das Konzept von Tesla ist gigantisch, entsprechend der Erfolg. Es werden keine herkömmlichen Jahrgangs-Modelle verkauft. Es gibt ein gewisses Modell, welches immer mit der bestmöglichen Technik und Software ausgestattet ist. Updates werden laufend unbemerkt drahtlos eingespielt. Mir war dies alles nicht wirklich bewusst. Ich werde zum Tesla-Fan. Jetzt muss nur noch das Geld her. 😉

    Thema Börsenhandel… da ensteht auch ein interessantes Konzept über die Technologie der „Blockchain“. Eine völlig neue Art, ohne Zwischenhandel und entsprechende Kosten bei Brokern und Banken.

    Bin gespannt.

    MS

     

  29. Oliver

    @Matthias:

    Der Artikel über Blockchain ist wirklich sehr interessant. Wie der Autor schon richtig schreibt, werden aber die Banken natürlich zu verhindern suchen, dass sie als Zwischenstellen ausgeschaltet werden. Ich denke auch, dass man eine „offizielle“ Zwischenstelle benötigt, die gewährleistet, dass einem die Wertpapiere wirklich gehören und die Käufe reell sind. Gleiches gilt wahrscheinlich auch über die Staaten: Sie wollen natürlich Steuern und Kontrolle. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sie damit sehr erfolgreich waren und diese Kontrolle möchten sie natürlich nicht mehr hergeben (Stichwort Bankgeheimnis). Bitcoin wäre für die Zentralbanken kontraproduktiv, da sie die Geldmengen steuern und natürlich die Märkte lenken möchten. Normale Zinsen könnte in Europa heute kaum ein Staat mehr leisten, daher die Niedrigzinsen -> ist aber nur ein Grund. Die Automatismen wie Zins- und Dividendenzahlungen sind natürlich sehr attraktiv, werden im Gegenzug aber viele Arbeitsplätze kosten. Gleiches für die Papierverwahrung. Andererseits sind die Kosten für den Kauf/Verkauf von Wertpapieren inzwischen so gering, dass die Vorteile nur noch marginal wären. Wenn ich schaue, was Lynx als mein zweiter Broker an Gebühren verlangt, dann kann ich da ohne Probleme eine Order mit 1.000 $ abgeben und habe nur 0,5% Kosten. Das ist also kein Fokus mehr für mich. Der Teil mit den ausländischen Aktien ist natürlich sehr interessant, wenn man exotischere Titel möchte.  Für russische Aktien habe ich durchaus eine Vorliebe, da sie sehr günstig bewertet werden. Ist aber nur ein absoluter Nebenkriegsschauplatz .

  30. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Oliver,

    mir ist zwar das Blockchain-Thema aus dem Dunstkreis der Bitcoins bekannt, aber ich habe mich nicht vertieft damit beschäftigt. Bitcoin als Zahlungsmittel sehe ich ohne echte Zukunft. Das ist eine faszinierende Sache, aber durch die Endlichkeit des „Minings“ ja nicht beliebig vermehrbar, wie es eine Wirtschaft braucht, was natürlich auch der Sinn irgendwo ist. Aber ich denke, deswegen bleibt es eine Insider-Nerd-Geschichte.

    Ich habe trotzdem eine Bitcoin-Adresse (Wallet) für alle Fälle;

    1PjnAHX9BZgPrBa85WwV86Z3H1Upv6eBDp (Das ist mein Bitcoinkonto für alle Fälle) 😉

    Die Blockchain ist aber offenbar als Technologie unabhängig und könnte mit normalen Bezahlvorgängen genutzt werden. Na mal sehen. Die Banken werden das einfach für ihre Kunden nutzen. Die verwalten dann das Blockchainkonto statt eines Depots oder Schließfaches. Nicht jeder will mit Smartphone direkte Geschäfte machen. Ich ordere eigentlich nur noch am Smartphone über die IB-App.

    Scheinbar hast Du Dich schon an Lynx gewöhnt. Das ist schon eine andere Welt. Eigentlich müsste man den nächsten Schritt gehen, gleich ganz zum Original, also Interactive Brokers. Na ja, vielleicht mal noch irgendwann.

    Schönen Abend noch

    MS

     

     

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