Ich arbeite seit gut fünf Jahren nicht mehr in einem typischen 9-bis-18-Uhr-Job. Ich bin finanziell frei. Es war allerdings ein steiniger, langer Weg dorthin. Ich fing mit meinem ersten Nebenjob an, als ich 15 Jahre alt war. Seitdem hatte ich fast immer einen Nebenjob nebst Hauptjob. Als Journalist habe ich nie überdurchschnittlich verdient. Aber es reichte aus, um Rücklagen zu bilden.
Mir machte es Spaß, Kosten zu kürzen. Das Sparen fällt mir schon immer leicht, obgleich ich eine verschwenderische Phase durchgemacht habe. Abgesehen davon lebte ich meist minimalistisch. Ich wohnte lange Zeit im Studentenwohnheim und in WGs. Es war eine meiner schönsten Zeiten. So viel zum Thema, dass Sparen keinen Spaß macht. Ja, es kann verdammt viel Freude machen.
Wenn ich reise, übernachte ich bei Freunden, in Familienpensionen (selbst wenn das WC im Gang ist) oder in Airbnb-Buden. Ein Luxushotel muss es nicht sein. Ausnahmsweise gönne ich mir das mal. Ich reise viel. Ich kann meine Arbeit (Laptop) überall hin mitnehmen.
Ich lege keinen Wert auf teure Kleidung oder Essen. Ganz einfache Dinge machen mich glücklich. Ich habe kein Auto. Das ist mein Motto:
„Wer Rad, Beine oder ÖPNV benutzt, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Es schont den Geldbeutel, hilft der Gesundheit und ist mild zur Umwelt.“
Ich frage mich als: „Warum kaufen Leute eine Wollmütze für 180 Dollar?“
Oder: „Warum kaufen Leute einen Koffer für 1.600 Dollar? Was soll das bringen?“
Ich habe noch zwei Hypotheken, die aber in wenigen Jahren komplett getilgt sind. Sie sind dank jährlicher Sondertilgung stark dezimiert.
Wenn dieser Kostenblock wegfällt, kann ich theoretisch meine Nebenjobs an den Nagel hängen. Das werde ich aber vermutlich nicht tun, weil mir meine Arbeit als Finanzjournalist eine Menge Spass macht.
Ich lebe von Dividenden, Zins- und Mieteinnahmen. Und von den Nebenjobs als freier Journalist. Ich muss meine Aktien folglich nicht verkaufen, um über die Runden zu kommen. Ich muss mir folglich keine Sorgen machen, ob das Depot ausreicht. Ich kann es ruhen lassen. So entfaltet sich der Schneeball (Zinseszins) weiter.
100 Prozent des Depots sind in Aktien investiert. Ich habe keine Anleihen oder andere exotische Produkte. Die meisten Aktien sind Blue Chips wie Berkshire, Bank of America, Citi, Microsoft, Chevron, Adidas, SAP oder Netflix. Daneben besitze ich Mittelständler wie den Ticketvermarkter CTS Eventim oder Tiefkühlkostanbieter Frosta.
Das Auf und Ab ertrage ich. Einige Aktien besitze ich schon zehn bis 20 Jahre. Die Giganten zahlen immer ihre Dividenden. Da mache ich mir keine Sorgen. Wenn die Börse crasht, kann ein 1-Millionen-Depot im schlimmsten Fall auf 500.000 abstürzen. Ja, das kann passieren. Das Depot wird sich aber wieder erholen. Du darfst nur nicht die Nerven verlieren. Ich habe zudem ein schönes Cashpolster aufgebaut.
Als die Kurse 2008 bebten, kaufte ich wie ein Irrer mit allem Cash und Einkommen, was ich übrig hatte, weitere Aktien zu. Ich war verdammt mutig. Das zahlte sich aus.
Es ist natürlich nicht ratsam auszusteigen, wenn die Kurse crashen. Was aber erstaunlich viele Anleger machen.
Großartig an der finanziellen Freiheit ist: Du brauchst nur Jobs zu machen, die Dir Spass machen. Wenn Du ein doppeltes Sicherheitsnetz unter Dir hast, kann nichts passieren. Ich bin sehr zufrieden.
New York ist übrigens gar nicht so teuer in vielerlei Hinsicht, wie es erscheint. Ein Beispiel: So kann jeder gratis Shows auf dem Broadway ansehen, die normalerweise 100 Dollar und mehr kosten. Du musst nur die Tricks kennen.
Die Masse geht nach meinem Dafürhalten nicht vernünftig mit ihrem Geld um. Viele Menschen könnten, so wie ich, die finanzielle Freiheit erreichen. Sie machen es aber nicht, weil sie in einem Konsumwahn leben.
Ich schrieb auf Facebook folgendes und einige stimmten zu:
„Viele aus der Mittelschicht könnten finanziell frei sein, wenn sie nicht die typischen Dummheiten der Konsumgeilen machen würden. Konsumkredite, teure Neuwagen, ständig wechselnde Mode, lange Wege zur Arbeit, übergroßes Zuhause, Konsumelektronikwahn…“
Gewiss gibt es vernünftige Menschen. Talkmaster Jay Lenno hatte sein Leben lang zwei Jobs. Sein Talkmaster-Gehalt sparte er komplett.
Mein Ehemann (oben auf dem Foto links zu sehen) ist übrigens genauso sparsam wie ich. Als ich ihn kennenlernte, hatte er keinen Internetanschluss und keinen TV. Das war ihm zu teuer. Das Internet nutzte er damals gratis im Büro.
Schöner Beitrag, Tim!
„Wenn ich reise, übernachte ich bei Freunden, in Familienpensionen (selbst wenn das WC im Gang ist) oder in Airbnb-Buden. Ein Luxushotel muss es nicht sein.“
Mich wird es im Mai nach Kalifornien verschlagen, zusammen mit einem Kumpel. Ich investiere – genau wie du – lieber in Erlebnisse als in Zeug. Ein tolles Hotel brauche ich auch nicht. Ich werde mich dort ohnehin nur zum schlafen und duschen aufhalten.
In den ersten 5 Nächten teilen wir uns ein 2-Sterne-Motelzimmer in Hollywood. Dann übernachten wir 4 Nächte bei einer Freundin in San José (und konzentrieren uns auf San Francisco und Umgebung). Die letzte Nacht verbringen wir im Airbus ;-)
Touri-Abzocke überlassen wir anderen. Ich zahle sicher keine 110$ für einen Besuch in Alcatraz, 80$ für miese Plätze bei einem Lakers-Spiel oder 130$ für eine Hollywood-Studio-Tour. Für 10 Tage gibt es in LA/SF genügend Sehenswürdigkeiten mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis.
@ Stefan
Danke für die netten Worte. Das klingt nach einem schönen Trip. Das wird Dir bestimmt für immer in Erinnerung bleiben.
Ich glaube, Du kannst auch mit einem Kajak zur Gefängnisinsel fahren:
http://citykayak.com/trip/advancedkayaktrip/alcatrazkayaktrip/
Die schönsten Erlebnisse kosten ohnehin nichts. Die Masse wird das nie begreifen.
Schöner Artikel, macht immer wieder Spaß Deine Beiträge zu lesen.
Ich zähle drei Fliegen. :-)
Toller Artikel. Ich freue mich wirklich über jeden neuen Artikel von dir. Weiter so.
Sehr schöner Artikel !!! Freue mich auch immer über die Bilder aus dem alltäglichen Leben, welche die Überlegungen anschaulich darstellen.
Danke…
Hallo Tim,
Danke für den tollen Artikel.
Was machst du mit deinem schönen Cashpolster? Wartest du auf einen Crash? Was macht der Cashberg prozentual aus, gibt es für dich eine max. Summe?
Für mich habe ich entschieden max. 100TEUR zu halten. Alles weitere investiere ich mtl. in Aktien, egal wie der Kurs steht.
Allen ein schönes WE.
Mr. B
hallo Tim,
von nix kommt nix! Du hast hart gearbeitet, gespart, clever angelegt und nun kannst Du die Früchte ernten, so sollte es doch sein, motiviert auch mich weiterzumachen!
Schliesse mich der Frage von Mr.B an, wieviel % hältst Du cash momentan oder generell?
Sind die kiddies Besuch aus D? oder fährst Du Weihnachten heim? Geniesse Deine Lieben! :)
@ Chris
Merci!
@ Couposchneider
Ja, so lautet halt die Redewendung mit den 2 Fliegen und einer Klappe. Du hast Recht: Es sind sogar 3 Fliegen!
@ Marcel
Danke. Das freut mich.
@ Hilmar Wenz
Danke. Ja, ich versuche wenig Zeug zu besitzen. Ich mag einfache, praktische Dinge. Das, was ich habe, halte ich in Ehren. Mein Computer ist schon über 5 Jahre alt. Mein Ikea-Schreibtisch (der hat 20 Dollar gekostet) hält seit 11 Jahren. Ich bin oft im Freien, was gut tut.
@ Mr. B
Danke für das Interesse. Das Cashpolster ist dazu da, um 6 bis 12 Monate im Notfall davon leben zu können. Wenn Du ein Budget von rund 2.000 Euro im Monat annimmst, sind es 12.000 bis 24.000 Euro. Damit kann ich gut schlafen.
@ Fit und Gesund
Danke!
Die Kids sind aus der US-Verwandtschaft. (Mein Gatte ist Amerikaner.) Die Kids sind immer gut drauf. Sie sind gerne im Freien. Sie können stundenlang im Pool sein, auf dem Spielplatz oder Garten.
Hallo Tim, hallo Community.
Ich wollte mich auch mal wieder zu Wort melden.
Ein schöner, ehrlicher Beitrag Tim. Da möchte ich auch noch ein bisschen ehrlich sein.
Ich hatte vor etwa einem Jahr von meinen Versuchen als „Risiko-Trader“ (Binäre Optionen) geschrieben. Nachdem ich binnen 3 Monaten mein Depot (knapp 10.000,-Euro) mit etwa 2 Stunden täglichem Trading verdoppeln konnte, war ich überzeugt davon, dass man mit Trading relativ unkompliziert (in meinem Fall nach der Arbeit) Geld verdienen kann. Ich wollte euch berichten wie es weiter ging… das tue ich hiermit.
Es gab damals einige erhobene Zeigefinger, die mahnten „Der schwarze Schwan wird kommen!“… und sie hatten recht. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt mein Ursprungskapital bereits vom Konto genommen und handelte nur noch mit den bis dato angelaufenen gewinnen. Ich dachte ich wäre „Safe“. So war es aber nicht. Es ging ganz schnell… an einem Tag 4.000,-Euro Miese, die darauffolgende Woche dann der Rest des schönen Gewinns weg. Die Psychofalle schnappte zu. „Wenn es 3 Monate so gut klappte, dann muss es doch wieder klappen.“ Ich pumpte frisches Geld auf das Konto und kam auf keinen grünen Zweig mehr. Vor einer Woche, also nach gut einem Jahr und ca. 10.000,-Euro Verlust habe ich dann endlich die Reißleine gezogen.
Ich glaube nach wie vor, dass man mit Trading gutes Geld verdienen kann – aber das ist ein Knochenjob und nebenberuflich oder „hobbymäßig“ nicht möglich. Aus Demut habe ich meine monatliche Sparrate direkt auf 2.500,-Euro angehoben. Ich habe einen neuen ETF Sparplan mit MSCI World, Emerging Markets, REIT und Gold eröffnet.
Das Ganze zahlt sich jetzt bereits aus. Ich spüre schon nach wenigen Tagen, dass ich wieder glücklicher bin. Ich bin in Gedanken mehr bei meiner Familie, bei meiner Arbeit und nicht mehr so genervt von dem scheiß Risiko-Trading und den daraus resultierenden Verlusten. Ich Ergründe neue Ideen und Marketingstrategien für meinen Beruf, mit dem ich ja auch kein schlechtes Geld verdienen kann und den ich tatsächlich gut behersche – anders als das Trading. Ich verstehe warum viele Menschen durch dieses „Casino-Spiel“ verführt werden. Die Chance aufs vermeintlich leichte, schnelle Geld lockt ungemein. Aber es ist ein Irrglaube. Es gibt unzählbare kluge Köpfe auf dieser Welt, die im Bereich Börse und Finanzen zu Hause sind. Und selbst von denen schaffen nur wenige das ganz große Geld zu machen. Es ist harte Arbeit und man braucht sich als Laie nicht einzureden, dass man da irgendeine Chance hätte. Am Ende gewinnt eigentlich immer die Bank!
Dass ich den Ausstieg nun (zwar spät, aber besser als nie) gefunden habe ist auch Tim und diesem Blog zu verdanken. Auch wenn ich nicht immer mit allen Artikeln und der „Hardcore-Spar-Mentalität“ mitgehe, so mahnt und erzieht er (Tim) doch in großem Maße.
Dafür danke Tim! Danke auch an die anderen Schreiberlinge hier.
Ich wünsche allen eine schöne Weihnachtszeit und einen tollen Start ins neue Jahr.
@ Tobias
Danke für die ehrliche Bilanz. Damit hilfst Du vielen Menschen.
Wenn das Trading so einfach wäre, würden es alle machen.
Es klingt ja alles logisch: Unten kaufen, oben verkaufen. Und das hundertfach wiederholen. Nur geht das in der Praxis nicht so einfach. All die Kosten/Gebühren/Steuern/Fehler machen einem einen Strich durch die Rechnung.
Ich verdiene lieber langsam wie eine Schildkröte Geld.
Es ist wie die Fabel vom Hasen und der Schildkröte. Am Ende werden die langsamen und weisen Läufer die Ersten im Ziel sein:
https://www.youtube.com/watch?v=WcsT2vaSZB8
Tobias, Du hast die richtigen Lehren gezogen. Gratulation.
PS: Ich habe selbstverständlich schon Fehler gemacht, die deftig waren.
An Tim: In deinem beschriebenen Lebensweg sehe ich einige Parallelen zu meinem. Schön zu lesen, dass du dein persönliches Glück gefunden hast. Zu den Preisschildern braucht man nicht mehr viel zu sagen.
An Stefan: Viel Spaß in Kalifornien. Mich reizt schon seit längerer Zeit Las Vegas. Wenn nur die lange Flugzeit nicht wäre. ;-)
An Tobias: Mutiger Bericht. Das Wichtigste ist, dass du noch rechtzeitig die Reißleine gezogen und dich nicht völlig ruiniert hast. Das Schlimmste, was man machen kann, ist, erlittene Verluste schnell wieder reinholen zu wollen. Dadurch kann eine fiese Abwärtsspirale entstehen.
Ich kenne mich zwar mit binären Optionen nicht aus, aber es hat seine Gründe, warum allgemein so viele Menschen auf Glücks- und Gewinnspiele abfahren. Schneller Reichtum klingt sehr verlockend, wie du schon geschrieben hast. Ich würde lügen, wenn ich nicht auch schon davon geträumt hätte. Bis auf kleinere Sportwettenverluste vor einigen Jahren hatte ich mich zum Glück im Griff. ;-)
Oder als ich mal eine Doku über eine Poker-WG auf Malta im Fernsehen sah, dachte ich im ersten Moment nur: ,,GENIAL, schön im warmen Süden in einer schicken Wohnung leben und nebenbei lässig mit Poker viel Kohle scheffeln!“ :-D
Wen die Doku interessiert: https://youtu.be/Cb8nVmvGT7c
@Stefan Meisel: Habt ihr schon gebucht?
Ich hatte ja auch vor dieses jahr in die USA zu fliegen. Aber das habe ich nun ad acta gelegt. Seit gestern bin ich wieder Hundebesiter YEAH
Liebevoller Hund der aber bisher wenig trainiert wurde. Allerdings kann er Türen auf machen! gestern stand er auf einmal im Keller hinter mir..
Falls ihr noch flexibel seid, wie wäre denn eine Pazifik Tour?
https://usareisetipps.com/highway-1-sehenswuerdigkeiten-reisefuehrer/
@Tim, sehr schöner Bericht. Danke, dass Du Dich so ins Zeug legst und immer wieder auf die wichtigsten Themen hinweist. Ehrlich und authentisch! Auch die vielen Kommentare geben Kraft und Selbstvertrauen, den eingeschlagenen Weg durchzuziehen. Der Weg macht irrsinnig Spass! Auch wenn man das Ziel noch nicht erreicht hat, fühlt man sich jede Woche besser und freier.
Das ständige lesen in Deinem Blog ändert kontinuierlich und schleichend meine Lebenseinstellung. Ein Umdenken hat bei mir zwar schon 2006 begonnen, aber mein Bezug zu Geld hat sich in den letzten zwei Jahren noch einmal ruckartig in die positive Richtung verändert. Danke an Dich und an alle, die hier sooft und so gut schreiben, wie PIBE350, fit und gesund, Oliver, Mr. B, couponschneider, Christoph, Felix, etc. etc.
Mein Ziel erreiche ich voraussichtlich im 4Q 2018 oer im 1Q 2019, aber selbst wenn ich heute entlassen werden sollte, werde ich mit meiner Familie vernünftig weiterleben können. Meine Arbeitskraft ist nicht mehr unbedingt notwendig, um monatliche Rechnungen zu bezahlen und weiterzuleben. Das ist ein tolles Gefühl.
Ich arbeite ständig an meinem Einkommen und den Ausgaben. Meine Sparquoten aus den letzten fünf Jahren sind 27%, 31%, 31%, 63% und 53% und ich habe ein schönes Aktiendepot aufgebaut. Bankaktien habe ich, weil Tim hier mehrmals auf die günstige Bewertung hingewiesen hatte. Die sind jetzt durch die Decke geschossen. Sogar die Commerzbank!
Danke und an alle noch eine schöne Adventszeit!
vonaufdenboden
@ fit. Danke für den Link zur Doku. Ich bin ein Doku Junkie und freue mich drauf, in einer freien Minute.
Hallo Tim, hallo auch an alle anderen!
Mal wieder sehr motivierend dein Artikel!
Ich hab auch ne Frage zum Thema Cashpolster, und zwar wenn es darum geht ein Polster für das Nachkaufen im evtl. Crash zu haben. Sowas habe ich nämlich nicht, ich bin voll investiert. Einen Notgroschen habe ich, aber den möchte ich dann auch nicht in mein Depot stecken.
Also meine Frage: Könnte es Sinn machen im Zuge der Trump Rally die Hälfte des Depots zu verkaufen und die Erlöse als Cashpolster zu halten bis die Märkte wieder runtergehen, damit man richtig zuschlagen kann? Oder besser die Dividenden kassieren bis zum Crash und mit dem bis dahin Ersparten zuschlagen? Wie würdet ihr das machen bzw. wie macht ihr es in diesen Zeiten?
Ich habe nur wenige Jahre Erfahrung und zähle mich zu den Kleinanlegern.
Schöne Grüße!
Fabian
@Fabian
das überlege ich mir auch sehr oft. Aber die Antwort wird sein, dass man den Markt nicht timen kann. Man weiss nicht wie lange die Kurse steigen werden und man könnte theoretisch Teil eines grösseren Aufschwungs verpassen. Und wenn man es dennoch tut stellt sich gleich die nächste Frage: Wann steige ich wieder ein? Die Steuerfrage wird man sich auch stellen müssen, ausser man lebt in der Schweiz, wo keine Steuern auf Kursgewinne anfallen.
Fazit: Man kann solche Fragen erst im Nachhinein beantworten. Oder genauer gesagt am letzten Tag, wenn die Gesamtperformance eines Investorenlebens berechnet werden kann.
vonaufdenboden
Guten Morgen,
Hallo Fabian, mein persönlicher Standpunkt ist, rein und raus macht die Kasse leer. Ich würde es nicht machen, aber das kannst nur du entscheiden, wie du dich am wohlsten fühlst. :-)
@Wurstbrot
Ich habe auch schon oft mit dem Gedanken des Spekulierens gespielt, zwar im kleineren Maßstab, aber die Intention ist die Gleiche. Immer wieder ertappe ich mich, wie ich denke, verkauf doch AMD, die bringen doch nichts ein. Und ehe ich mich versehe, ist der Kurs gestiegen, Verkaufen wollte ich bei 8 Euro und jetzt stehen Sie bei über 10 Euro. Genauso die Commerzbank, da dachte ich auch, dass ich mich davon trenne sollte, sobald der Kurs gestiegen ist, und plötzlich steigt der Kurs höher als gedacht. In meinem Fall sind diese beiden Positionen nur Anlagesummen die nicht weiter ins Gewicht fallen und im Grunde nur „Spielgeld“ darstellen, aber es verdeutlicht für mich ganz schön was du geschrieben hast. Spekulieren ist zu anstrengend, man benötigt viel Zeit, und machen wir uns da nichts vor, die, die wirklich im Day Trading langfristig erfolgreich sind, haben auf die ein oder andere Weise Insiderwissen. Oder zumindest ein Teil von denen. Ich möchte mich da lieber weiter als Investor versuchen.
Gut, dass du die Reißleine gezogen hast. :-)
@ Tim
Könnt Ihr um diese Jahreszeit noch mit kurzen Hosen in New York herumlaufen? Oder seid ihr da weiter südlich in den Staaten am Schaukeln? Also hier in München ist es ganz schön zapfig geworden. :-)
Schönen Sonntag allen
Schöner Artikel.
Vor so einem (noch höheren) Preisschild an einem Gürtel stand ich auch schon…. Kopf schüttel.
Als ich mich vor Jahren mit dem Thema Börse beschäftigen wollte, gab es diese ganzen Blogs noch gar nicht. Da ich aber wissen wollte, WIE es funktioniert, habe ich einfach „Spielgeld“ in die Hand genommen und es einfach probiert, Fehler inklusive. Vor zwei (?) Jahren habe ich aus Spaß das Thema gegoogelt und das Suchergebnis zeigte mir diverse Finanzblogs an. Also habe ich nochmals auf mein Konto von damals geschaut und siehe da, ein paar Dinge hätten funktioniert! (Blue Chips, Dividende). Mittlerweile bespare ich monatlich ein paar Sparpläne und freue mich über mein „kleines zweites Einkommen“. Und wenn ich alles hinwerfen will, dann motiviert ihr mich alle, das Ziel wieder gerade zu rücken!! Danke.
Diesen Sommer hatte ich zu viele 2 € Münzen an Wechselgeld…. Seitdem sammel ich jede 2 € Münze, die ich bekommen kann und parke sie auf einem extra Konto. Man glaubt gar nicht, wie viel da zusammen kommt, ohne dass man im eigentlichen Sinne spart.
@Christoph: Ganz viel Spaß mit deinem Hund. Ich finde, Tiere sind ehrlicher als mancher Mensch und sie schaffen es immer wieder, einen abzulenken!
Euch allen einen schönen Sonntag!
Danke für die schnellen Antworten!
Ja im Grunde weiß ich ja, dass ich eigentlich halten will, aber nunja das Gedankenkarussell dreht sich trotzdem die ganze Zeit.. Mit zwei Kindern fühle ich mich auch gezwungen immer besonders aufzupassen und möchte keine Gelegenheit verpassen, weil natürlich das bisschen Geld zum sparen auch hart verdient ist.
Aber hier ab und zu vorbeizuschauen hilft mir doch wieder abzukühlen und die Füße still zu halten.
Ich hatte Ende der 90er einige Continental Aktien mit gutem Gewinn verkauft, aber mensch hätte ich sie nur gehalten… naja haha.
Danach war ich den Märkten erstmal fern, erst mit 30 bin ich wieder eingestiegen aber leider paar jahre nach 2008..
@Wurstbrot/Tobias,
gut hast Du die Reissleine gezogen, den Verlust musst Du einfach als Lehrgeld ansehen, Du hast ja als Familienvater nicht nur Verantwortung für Dich selber.
@Rainer Zufall,
mit dem link war PIBE350, der hat immer gute links parat.
@Christoph
ich freu mich riesig für Dich und schicke mal eine Ration virtueller Leckerli, hier ist schönes Wetter, hoffe bei Dir auch und dass Ihr gleich mal eine schöne Laufrunde zusammen machen könnt.
@2€Fan,
ich habe immer mein Euro-Münzgeld gesammelt und dann zählen lassen und „gespart“, kam immer ein hübsches Sümmchen bei rum, jetzt sagte mir die freundliche Bankangestellte, dass das ab nächstes Jahr was kostet, 7.50@ pro Vorgang, ich muss mir nun was einfallen lassen, das werde ich sicher nicht mitmachen. Das Gleiche mache ich auch mit dem CH-Münz, bis jetzt ist das kostenlos wenn ich es zum Zählen bringe.
@Fabian,
ich würde nix verkaufen aber evtl. mit neuen Käufen zurückhaltender sein oder nur die Hälfte der Sparrate anlegen und wenn es soweit ist, den Betrag zum Zukaufen nutzen. Das kommt aber auf Deine Risikoneigung und auch ein wenig auf Dein Alter an und ob Du einen sicheren Job hast. Je jünger desto eher kannst Du voll investiert sein, aber das weisst Du sicher selber.
@All,
zur Zeit habe ich 25.000 CHF als cash, das Geld dient als Nachkaufreserve im Fall eines Crashs, ich werde es nächstes Jahr um 5000CHF erhöhen, auch wenn mir evtl. Rendite entgehen sollte, ich schlafe so viel ruhiger, ich muss nicht das letzte %Punkt an Rendite aus den Aktien rauskitzeln, aber ich werde es auch beherzt einsetzen wenn es zum Crash kommt.
Neben dieser Cash-reserve lege ich allerdings jeden Monat noch Geld zurück als Rückstellungen für Rechnungen die nur 1-4x /Jahr fällig sind und für grössere Ausgaben die nicht völlig planbar sind, (Tierarztrechnungen oder Zahnarztkosten z.B) dafür hab ich ein Extra-Konto „Rückstellungen“.
Ich mache immer am Ende des Jahres den Plan für’s nächste Jahr, bin immer gut gefahren damit.
@ Fit und Gesund
Das ist ja ärgerlich. Meine Bank bietet diesen Vorgang zum Glück noch kostenlos an, von anderen Banken habe ich aber auch schon gehört, dass diese dafür einen Betrag verlangen.
Bonjour Tim und alle Anderen,
manche deiner Ideen finde ich etwas zu extrem. grundsätzlich finde ich vieles aber nachvollziehbar.
Deine Buy and Hold Strategie hat einen Vorteil, der bisher wenig Erwähnung findet. Sie beruhigt. Das mag erst einmal merkwürdig klingen. Aber hätte ich mich früher darauf eingelassen, hätte ich viele unnötige Verluste begrenzt. Und wichtiger-viele Nerven gespart.
So habe ich wie einige auch, hin und her gehandelt, Geld verloren, und nicht geärgert. Das beginne ich zu ändern.
Für mich stellt sich die Frage, ob Buy and Hold auch für Ältere wie mich (55 Jahre) dauerhaft geeignet ist. Ich gehe in ca. 10 Jahren in Rente. Da käme ein Crash ziemlich ungelegen. Mein Sohn kann das aussitzen. Aber mir würde das natürlich zu schaffen machen.Wobei meine Rente nicht so schlecht sein wird. Ich kann auch ohne Dividenden und Zinsen über die Runden kommen.
Tim und andere, meint ihr,es ist trotzdem sinnvoll stringent mit Buy and hold durchzuhalten?
Tobias: ich habe zum Glück nie in Binäre Optionen investiert, war aber nahe dran. Deine Erfahrungen zeigen, dass die Entscheidung richtig war. Dummerweise habe ich mich auf Optionsscheine eingelassen. Das werde ich abstellen. Man kann zwar mal richtig gute Treffer machen. Aber schon die Anspannung und der Stress ständig zu schauen, zu hoffen oder sich zu ärgern, sind das nicht wert .
Schönen Sonntag, beste Grüße über den Teich
Kall
Das klingt sehr nach Market Timing. Funktioniert in der Mehrzahl der Fälle ja prächtig…
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: bleib bei deiner einmal gewählten Strategie, Punkt. Wenn die bisher voll investiert war, dann hast Du Dir ja vermutlich was dabei gedacht (oder etwa nicht?). Wieviel Verlust verkraftest du denn? Wenn Dich ein Minus von 50, 60% um den Schlaf bringen würde, dann hast Du bisher die falsche Asset Allocation gewählt.
Ich gehe davon aus, dass langlaufende Dax-Puts gekauft irgendwo zwischen 11.500 und 12.500 im nächsten Jahr die beste „Anlage“-Möglichkeit darstellen werden.
Natürlich kann/wird der aktuelle Trump-/Jahresendrallye-Hype noch bis zum frühen Sommer anhalten, vielleicht reicht es sogar nochmal für ein neues ATH im P-Dax. Aber nun ist es Zeit, die Ernte einzufahren und Gewinne zu sichern.
Allen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2017!
Tim schreibt: „Das Auf und Ab ertrage ich. Einige Aktien besitze ich schon zehn bis 20 Jahre. Die Giganten zahlen immer ihre Dividenden. Da mache ich mir keine Sorgen. Wenn die Börse crasht, kann ein 1-Millionen-Depot im schlimmsten Fall auf 500.000 abstürzen. Ja, das kann passieren. Das Depot wird sich aber wieder erholen. Du darfst nur nicht die Nerven verlieren. Ich habe zudem ein schönes Cashpolster aufgebaut.“
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass beim nächsten (echten) Crash die Notenbanken zur Seite springen und für eine (schnelle) Erholung sorgen werden?
Die Intervention nach 2008/2009 ist in meinen Augen einmalig/einzigartig gewesen. Die dadurch entstandende 8-jährige Hausse ebenfalls. Und wenn man genauer hinschaut, dann ist diese größtenteils losgelöst von Wirtschafts- und Gewinnwachstum der Unternehmen entstanden.
Es wird spannend, was nach dem „end of free money“ passiert.
Wann waren die Zinsen das letzte Mal so tief & was passiert bei einer Normalisierung des Zinsniveaus?
@Klaus-Dieter Stork
Das „Zocken“ mit Optionsscheinen habe ich bei mir vor zwei Jahren komplett eingestellt, bei diesen „Konstrukten“ gewinnt am Ende immer nur die Bank.
Habe nur ein paar Hundert Euro verloren. Aber nach der Zockerei wusste ich das Optionsscheine nichts bringen. Ich habe sogar mal gehört das es die „Dinger“ in den USA gar nicht gibt und dort sogar verboten sind.
Bin mittlerweile völlig ruhiger Buy&Hold Investor. Diesen Monat habe ich mich über die Dividenden von Unilever, IBM, Coca-Cola und Praxair gefreut. Nächste Woche kommt noch BP (wie immer) HURRA, Leben ist schön.
Glück Auf!
Für mich sind Minimalismus und Sparen nicht das Gleiche. Obwohl das eine das andere nicht ausschließt sondern erleichtert.
Minimalismus ist ein Abschied von den vielen Dingen die unnütz um einen herumstehen, Überflüssiges, Belastendes.
In den letzten 8 Jahren bin ich zweimal umgezogen. Von einer 140qm Wohnung, 4 Personenhaushalt plus Hund, in eine 200qm Wohnung für nur noch zwei Personen in eine 70qm Wohnung in der ich jetzt allein lebe.
Jeder Umzug bringt den Vorteil mit sich, dass man ausmistet, überlegt was man wirklich weiter mit durch das Leben schleppt. So habe ich beim ersten Umzug schon eine Menge Sachen entsorgt. Obwohl die nächste Wohnung noch größer war – dies war einer besonderen Situation geschuldet – wollte ich nicht mehr alles mitnehmen, konnte mich von einigem trennen.
Als ich dann vor zwei Jahren von der großen Wohnung in meine kleine Eigentumswohnung gezogen bin, musste ich mich zwangsläufig von vielen Dingen trennen. Letztlich war ich froh drum. Ich hatte schon vor längerem das Thema Minimalismus für mich entdeckt und fand Wohnungen viel schöner die nicht so vollgestopft sind, die eine klare Struktur haben.
Nun, meine kleine Wohnung ist immer noch zu voll, aber mit Unterbrechungen übe ich mich im Minimalismus und gebe nach und nach weitere Dinge weg. Durch die Blume gesprochen bitte ich Bekannte mir kein Zeugs mehr zu schenken, ich brauch nix mehr. Und wenn ich doch etwas bekomme wandert es gleich in meine Geschenkekiste aus der ich dann andere beglücke.
Immer wenn ich etwas loswerde fühle ich mich freier. Als mir letztens eine Tasse kaputt ging habe ich mich sogar fast gefreut endlich eine weniger im Schrank zu haben.
Meine Einstellung ist recht gefestigt, wenige schöne Dinge sollen mich umgeben und bereichern. Ich brauche dieses Gefühl in einem Raum durchatmen zu können, dann fühle ich mich wohl. Ich werde mich dafür noch von ein paar Dingen trennen müssen, aber das wird schon.
Natürlich spare ich auch, wenn ich kein Zeugs mehr kaufe. Dennoch kann man sich durchaus mit wenigen aber sehr teuren Dingen umgeben (nicht mein Ding). Deswegen ist für mich beides nicht zwingend gleichzusetzten.
Noch einen schönen Sonntag.
@ PIBE350
Ja, das ist mir auch schon aufgefallen, dass sich die Lebenswege ähneln. Ich denke, besonders sparsame Menschen haben einen Grund, warum sie so sind.
Als ich aufwuchs, waren meine Eltern arm. Mein Vater, gelernter Schlosser, war ein Außendienstmitarbeiter für einen Süßwarenhändler. Meine Mutter war Näherin. Da blieb wenig für die Familie übrig. Als meine Eltern später etwas mehr Geld hatten, erfüllten sie sich den Traum vom eigenen Haus. Das war mit einer hohen Hypothek möglich. Da habe ich gelernt, dass Schulden einem das Leben zur Hölle machen können. Solche Dinge sind eine Lehre fürs Leben.
@ vonaufdenboden
Prima. Du bist auf gutem Weg in die finanzielle Freiheit. Gratulation.
@ Fabian
Ich rate zum sturen Buy and Hold. Weil langfristig die Börse immer höher klettert. Das ist einfach so (Wohlstandsgewinn). Zwischenzeitlich gehts kräftig rauf und runter. Das Timen dieser Bewegungen ist unmöglich. Ich würde die Aktien alle langfristig durchhalten.
@ Stefan Ledabyl
Zum Spielplatz-Foto: Das war kürzlich in Texas. Dort waren wir auch schwimmen. Der Außenpool ist dort allerdings beheizt.
@ 2 € Fan
Danke. Das freut mich.
@ Klaus-Dieter Stork
Weil Deine Rente gut ist, brauchst Du Dir um die Aktien keine Sorgen machen. Du hast ja stetige schöne Renten-Einnahmen jeden Monat.
Das Auf und Ab ist ja im Grunde kein Risiko. Das verstehen die Leute falsch. An den Unternehmen, die Du besitzt, ändert sich ja nichts über Nacht. Berkshire, CocaCola, SAP, Adidas… verkaufen weiterhin ihre Produkte. Die Volatilität der Kurse spielt langfristig keine Rolle. Die Leute setzten aber Volatilität mit Risiko gleich, was ein Fehler ist. Der Trick ist: Lange Haltedauer.
Ich habe Charles D. Ellis vor einiger Zeit interviewt. Er ist ein Renten-Experte. Er sagte, selbst Rentner sollten Aktien halten. Er ist sogar ziemlich aggressiv in seiner Aussage: 100% Aktien sind ratsam. Er sieht nämlich die hohe Lebenserwartung. Und sagt sich: So ist das Geld der Menschen am besten aufgehoben. Er geht sogar einen Schritt weiter und denkt an die Erben.
@ Christoph
Das ist super mit dem Wuff. Das freut mich. In den USA werden in Krankenhäusern Hunde immer öfter eingesetzt. Zur Heilung. Sie geben den Menschen so viel Zuneigung.
Shiller-KGV deutet auf einen Crash hin: Ein Faktor passt nicht in das Bild einer fröhlichen Börsenparty, nämlich die sehr hohe Bewertung des S&P 500. Laut Shiller-KGV ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 auf 27,9 gestiegen. Ein derart hohes Niveau erreichte die Bewertung üblicherweise nur in Zeiten einer Aktienblase, etwa in den Jahren 1929, 2000 und 2007 (in allen drei Fällen folgte ein ausgeprägter Bärenmarkt). Das Shiller-KGV wurde von dem Wirtschaftsnobelpreisträger und Professor an der Yale University Robert Shiller entwickelt. Dabei wird das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf der Basis der durchschnittlichen Gewinne der vergangenen zehn Jahre berechnet.
@ Zeuge Draghis
Ein Crash ist ein Geschenk. Es macht die Value-Anleger und Buy-and-Hold-Fans noch reicher. Und macht die Ängstlichen ärmer. Schau Dir an, was aus Warren Buffetts Vermögen nach der Depression 2007/08 wurde. Es explodierte auf neue Höhen.
Ich freue mich auf den nächsten Crash.
@Klaus-Dieter Stork,
ich bin 3Jahre älter als Du :), die meisten Finanzblogs sind irgendwie halt doch sehr auf jüngere Menschen ausgelegt, FIRE ist für mich unmöglich und mein grosses Ziel ist es, 2Jahre vor dem ordentlichen Rentenbeginn aufhören zu können. Ich werde aber sicher eine gute Rente beziehen.
Das Alter hat je nachdem Vorteile oder Nachteile, ich weiss mit wieviel ich rechnen kann, im Gegensatz zu den heute 30jährigen, die müssen unbedingt vorsorgen, allerdings ist es schwierig eine Prognose für so eine lange Zeit zu erstellen.
Solange ich arbeite, also noch knapp 5Jahre werde ich eine ordentliche Aktienquote haben, (zur Zeit 80%)denn solange kann ich noch verbilligen im Falle eines Crashs, aber ich werde diese Aktienquote in den kommenden Jahren ein wenig herunterfahren, NACH einem Crash dann aber wieder hochfahren, Markettiming ist leider nicht so meine Stärke.
Aber genausowichtig ist zu wissen „was will ich mit dem Geld“, was erwarte ich ab Renteneintritt dann vom Leben? nur faul Rumsitzen? oder exotische Fernreisen? Sparen für die Erben? Ab einem gewissen Lebensalter kann man mit Geld nicht mehr so viel anfangen, ich kann als 75jährige nicht unbedingt mehr mit dem Rucksack irgendwelche Länder erkunden, es werden andere Dinge wichtig die man eben für Geld kaufen kann, Dienstleistungen z.B.
Bei aller Sparsamkeit plädiere ich dennoch dafür sich auch mal eine Kleinigkeit zu leisten, ich werde morgen auf den Weihnachtsmarkt gehen, ein Glas Glühwein trinken und vermutlich ne Bratwurst essen, ich bin sehr bescheiden, damit bin ich zufrieden. Und vielleicht noch ein Buch kaufen, aber kein Krimskrams, so verlockend das an den Weihnachtsmärkten immer aussieht,
@Dorothea,
ich sehe es wie Du, ich hab in den letzten Jahren radikal gemistet, so kam ich eigentlich wieder zum Sparen, Minimalismus war da der Auslöser, wobei ich nie der grosse Sammler war.
wünsche Allen eine schöne letzte Woche vor Weihnachten!
@Tim
das stimmt schon, bitte aber zu bedenken, W.B hat so viel Geld, selbst wenn er 75% seines Geldes verlieren würde, wäre er nicht arm, und arbeiten muss er eh nie mehr,
solange ich arbeite kann ich bei einem crash auch dazukaufen, so habe ich es zumindest vor, ich werde ja auch eine Rente bekommen, dennoch, Alles würde ich in meinem Alter nicht ausschliesslich in Aktien anlegen, ich will ruhig schlafen können und kann es mir auch leisten auf eine gewisse Rendite zu verzichten. :)
@ Fit und Gesund
Das muss jeder so machen, wie es für einen persönlich am besten passt.
Es gibt kein richtig und kein falsch.
Wer eine ausreichende Pension/Rente bekommt, eventuell ein abbezahltes Haus/Wohnung hat und andere Nebeneinkommen (Zinsen/Dividenden), kann schon sein Geld (wenn er es nicht braucht) zu 100% in Aktien geben. Die meisten Menschen haben aber nicht die psychologischen Voraussetzungen für die Börse. Deshalb lieben sie Anlagen, die nicht schwanken, aber dafür keine Rendite bringen: Sparbücher, Festgeld, Versicherungen, Riester, Rürup, Bausparen…
https://www.bogleheads.org/forum/viewtopic.php?t=110492
Ich gebe Dir Recht: Wichtiger als Rendite ist, dass Du Dich wohlfühlst und gut schlafen kannst.
@Tim,
Rick Ferri summed it up nicely:
„There are 2 sides to investing, there is math and there is emotion. “
Ich kenne mich selber und weiss wie stabil oder nicht stabil ich bin, ich möchte aber keinesfalls zu der Gruppe gehören die dann am Tiefpunkt oder kurz davor verkauft, deswegen setze ich mir selber Grenzen.
Ja, muss Jeder selbst entscheiden, und hier ist eben die Schwierigkeit, ich hätte auch Lust meine Cash-Reserve wenigstens zur Hälfte einzusetzen und damit nächstes Jahr noch mehr Dividenden zu bekommen, aber ich bin da eisern, die Reserve hat ihren Zweck und da kann ich nicht heute mal hü und morgen mal hott machen…
Mein Aktienportfolio ist nicht meine einzigste Anlageklasse, ich habe noch die Wohnung und ein paar Goldtaler, die möchte ich auch noch ein wenig aufstocken, aber sicher nicht über die Massen.
@Tim und alle andern Leser
wünsche euch allen entspannte Weihnachten und an Tim ein Dankeschön dass er uns diesen lebendigen Blog zum Austausch Gleichgesinnter ermöglicht und dass er auch kontroverse Beiträge wie die von Kriss und Thomaz zulässt ! Ich teile weder diese Gedanken, noch alles (vieles schon) was Tim schreibt, kann es aber sehr gut einordnen und bin froh auch mal zwischendurch solche Kommentare zu lesen, in meinem Leben hat sich bislang immer ein Mittelweg bewährt! Keine Extreme, weder in die ein noch in die andere Richtung! Damit bin ich gut gefahren!
Zu letzt noch ein Gruß an meinen blau/weißen Bruder Delura, 2017 geben wir wieder Gas!
Ich habe oft ein wenig Angst vor einer Krise. Die Krisen 2002/2008 habe ich als Schülerin nicht wirklich mitbekommen und kenne deswegen keine Arbeitslosigkeit. Mit meiner Cashreserve könnte ich immerhin gut 2 Jahre leben. Manchmal frage ich mich, ob es nicht klüger wäre, Kurseinbrüche abzuwarten. Aber bisher habe ich solche Punkte verpasst (September 15, Februar 16). Ganz kurz gerate ich gedanklich dann in Versuchung, den Markt timen zu wollen. Günstig kaufen, bei hohen Kursen verkaufen. Geduld ist manchmal nicht so einfach.
@Ex-Studentin,
Arbeitslosigkeit empfand ich immer als eine grosse Bedrohung, ich war aber selber nie arbeitslos und möchte das auch nie erleben, man verliert nicht nur die Arbeit, Geld, Ansehen, ich glaube man verliert auch ganz viel Würde.
@Tim
Du schreibst, dass Du massivst in 2008/2009 reingebuttert hast und eine sehr hohe Cashquote hattest…
Andererseits sind dann 12 – 24 k für Dich ausreichend Cash…
Ich bringe beide Aussagen nicht ganz zusammen, bzw. habe Verständnisprobleme auch oder im speziellen vor dem Hintergrund eines 7 stelligen Depot`s.
Die erste Aussage deutet für mich und viele andere auf timing hin, die 2te auf nahezu 98 % Aktienqoute. Hilf mir mal bitte auf die Sprünge! ;-)
Fit und Gesund
ich war schon mal arbeitslos, 2 Monate insgesamt, ist aber sehr lange her, aber man verliert vor allem seine Würde! Das ist das allerschlimmste, nicht das Geld! Aber als Bittsteller aufs Amt zu gehen, Freizeit zu haben mit der man nixhts anfangen kann, das war für mich damals am Schlimmsten, damals war ich gerade 23 J. Jung!
Hallo Tim,
kontinuierlich in Aktien zu sparen und meine Positionen stur zu halten ist die beste finanzielle Entscheidung, die ich Ende 2012/Anfang 2013 bisher in meinem Leben traf.
Seit Januar 2015 habe ich keine Position mehr verkauft. Und damals auch nur, weil ich einmal mit einer Eigentumswohnung zwecks Vermietung liebäugelte (Ende 2013) bzw. im Januar 2015 eines meiner Unternehmen die Dividende kürzte, was vor fast zwei Jahren noch ein absolutes Ausschlusskriterium gewesen ist.
Seitdem bin ich aber noch gelassener geworden und sehe auch Dividendenkürzungen nicht mehr als einzigen Grund die Aktien eines Unternehmens abzustoßen.
BHP war in meinem Depot beispielsweise fast 60 % im Minus und steht jetzt nur noch 20 % unter seinem Einstandskurs. Das Ganze hauptsächlich, weil die Rohstoffpreise stark einbrachen. Dennoch hat das Geschäftsmodell von BHP meiner Meinung weiterhin seine Berechtigung und wurde die letzten Jahre unterschätzt. Für mich ist es jedenfalls entspannter einfach zu warten, bis die Ergebnisse des Unternehmens wieder anziehen und dann auch die bereits gekürzte Dividende wieder langsam erhöht wird. Solange, bis es mit den Rohstoffpreisen wieder bergab geht. Dann bleibe ich noch entspannter.
Außerdem traue ich mir nicht zu vorauszusagen, welches Geschäftsmodell in Zukunft garantiert nicht mehr funktioniert und welches sich überdurchschnittlich entwickeln wird. Mein Ziel ist es deswegen einfach möglichst breit zu streuen, historisch günstige KGVs zu erwischen und dann Dividenden zu kassieren.
Gruß,
Marco
@Slazenger
Besten Gruß zurück und 2017 wird das Jahr des FC Schalke :-) Ich wünsche Dir und natürlich allen Bloggern/Postern und Mitlesern besinnliche und schöne Weihnachten.
@ Zeuge Draghis
Die dadurch entstandende 8-jährige Hausse ebenfalls. Und wenn man genauer hinschaut, dann ist diese größtenteils losgelöst von Wirtschafts- und Gewinnwachstum der Unternehmen entstanden.
Merkwürdig. Die Unternehmen, die ich halte haben ihre Umsätze und Gewinne seit der Krise enorm gesteigert. Woher beziehst du also deine Vermutungen?
@ Alle
Könnt ihr euch noch an Dr. Doom bzw. den Permabär oder so ähnlich erinnern, der uns Anfang 2016 den Beginn vom Ende ankündigte?
Er war entsetzt, wie wir hier von den tollen Gelegenheiten sprachen (DAX 8800), während doch „völlig absehbar“ war, dass es noch wesentlich weiter runtergehen musste? MUSSTE!
Es kam dann anders, wie wir wissen. Er war der perfekte Kontraindikator.
All das Spekulieren, all die Vermutungen, all die makroökonomischen Theorien – für die Katz´ .
An Freelancer Sebastian: Nein, aber Ex-Studentins Aussage, dass sie als Schülerin vergangene Krisen nicht wirklich mitbekommen hat, führt mich zu folgender Frage: Wie kriegt man als Erwachsener seine kindliche/jugendliche Unbeschwertheit zurück? Ich werde zu Weihnachten Nachhilfestunden bei meiner Nichte einfordern. ;-)
Sind eurer Meinung nach einzelne Aktien dem Kauf von ETFs im Vorteil oder umgekehrt? Klarer Vorteil ETFs – eine Order, hohe Diversifikation, dafür jährliche Gebühren. Mit einzelnen Aktien hingegen betreibt man doch immer Stockpicking, was hier (und auch in Studien belegt) eigentlich etwas obsolet betrachtet wird weil es keinen Vorteil bringt.
Wie seht ihr das?
@Pibe: Gibt es aus deiner Sicht einen wesentlichen Unterschied zwischen XETRA Gold und Euwax Gold? Danke!
An Tobias: So wie du, aber einige Anleger wollen lieber selbst verwalten (Hobby?) und direkte Besitzer (persönlicher Bezug zu ,,seinen“ Unternehmen? Teilnahme an Hauptversammlungen?) sein. Und dann gibt es sicherlich noch Anleger, die versuchen wollen, den Marktdurchschnitt zu schlagen. Das sind die Gründe, die mir spontan einfallen.
An Mattoc:
Xetra-Gold:
+ geringere Handelsspannen
+ steuerfrei nach 1 Jahr (BFH-Urteil)
– laufende Gebühren (deshalb bieten es einige Banken nicht mehr an)
– kostenpflichtige physische Auslieferung
– keine Sparplanmöglichkeit
Euwax Gold:
+ keine laufenden Gebühren
+ kostenfreie physische Auslieferung
+ Sparplanmöglichkeit über die Consorsbank
– höhere Handelsspannen
– nicht steuerfrei nach 1 Jahr (BFH-Urteil zu Xetra-Gold auf Euwax Gold übertragbar?)
@ Tobias/ Pibe, ich mag etfs aus den bereits genannten Gründen gerne.
Ergänzend zu dem was Pibe bereits gesagt hat, weitere Vorteil Aktien: Ich möchte nicht 100 auf Etfs setzten. Bei Etfs können sich die Bedingungen (Domizil, ausschüttungsgleiche Erträge, usw.) ändern bis hin zu Schließungen. Falls ich daher jemals massiv Etfs verkaufen müsste, bleiben zumindest noch die Aktien im Depot. Also: Mit Aktien diversifiziere ich die Anlageform etwas.
@Pibe: Vielen Dank! Da habe ich offensichtlich den Richtigen gefragt. :-)
Beim Finanzwesir entdeckt:
http://www.bild.de/geld/mein-geld/hauskauf/kaufen-mieten-49096156.bild.html
Kommer zum Thema mieten oder wohnen.