Sebastian, 32, verdient im Öffentlichen Dienst 2550 Euro netto. Mit Fensterreinigung macht er sich selbstständig


New York, 17. August 2017

Das hat Blogleser Sebastian über das Foto geschrieben: „Ich verbringe viel Zeit mit Wandern. Luxemburg, Pyrenäen und Ende August Norwegen. Ich schicke dir eins aus den Pyrenäen von April 2016.“

Hallo Tim,

da du seit neusten zu meinem Standardkanal gehörst und ich durch dich sehr motiviert werde, möchte ich dir meinen Weg in einem Leserbrief berichten. Deinen Blog und die Leserbriefe verfolge ich regelmäßig.

Ich heiße Sebastian (32) und wohne in NRW. Ich steige mal dort ein, wo es am interessantesten in meinem Leben wurde. Mit 20 Jahren bin ich für acht Jahre zur Bundeswehr gegangen. Es folgten ein Auslandseinsatz und eine mehrjährige Stationierung in Frankreich. In diesen acht Jahren habe ich sehr viel Geld verdient. Und wie man sich das denken kann, habe ich alles mit vollen Händen ausgegeben.

Zu dem Zeitpunkt gab es einfach niemanden in meinem Umfeld, der mich eines Besseren belehrt hat. Außer die typischen Floskeln „Junge du musst sparen“ war da nichts. Obwohl ich gut verdiente, nahm ich mehrere kleinere Kredite auf, da ich ja mein bisher erspartes nicht dafür einsetzen wollte. Ich kaufte Autos, Urlaub und Konsumgüter. Die Kredite habe ich alle bedient und vorzeitig abgelöst. Also Schulden in dem Sinne hatte ich keine.

Nach der Bundeswehr schlug ich mit 27 Jahren eine Beamtenkarriere im mittleren Dienst ein. Zumindest das Gehalt sollte gesichert sein. Außerdem wusste ich nicht, was ich sonst machen sollte. Ich kann zumindest sagen, dass ich mit meinem Gehalt ganz zufrieden bin. Ca. 2.550 € netto – Privatkrankenversicherung.

So ca. mit 29 Jahren fing ich an, mir über Geld Gedanken zu machen. So habe ich mich ca. drei Jahre mit Immobilien beschäftig und bin nach etlichen Besichtigungen und Bankterminen zu dem Entschluss gekommen, dass es ohne EK keinen Sinn macht zu kaufen. Auch nicht bei den niedrigen Zinsen.

Mein Weg zu dir und dem Investieren, führte mich über ganz andere Wege. Ich habe mir in den letzten zwei Jahren häufig Motivationsvideos angeschaut. Bodo Schäfer – „Gesetz der Gewinner“ zum Beispiel. Ich wollte mich einfach mental stärken. Wie das so läuft, kommt man von Video zu Video. Und in einem dieser Videos ging es um finanzielle Freiheit. Ja schön und gut. Nach ein paar anderen Videos kam ich auf deine. Und wenn man erst einmal in dem Genre sucht, kommt ein Haufen mehr.

Ich war immer schon ein Macher, manchmal auch überstürzt. Ich habe immer alles durchgezogen. Ich habe ein Depot eröffnet. Seit Mai 2017.

Ich habe lange hin und her überlegt. ETF stand fest, da es für einen Anfänger das Einfachste war. Dann fing es an. Ausschüttend oder thesaurierend? Inland oder Ausland? Steuerhässlich oder einfach? Als ich die Angst vor diesen Begriffen verloren hatte, durch intensives Einlesen, entschied ich mit vorerst für den MSCI World, MSCI Emerging Markets und S&P 500. Meine Sparrate beträgt 500€. Anschließend informierte ich mich über Dividenden. Ich wollte sie haben. Also teilte ich die 500€ auf. 250€ sollten noch in einen Dividenden-ETF fließen. Das verwarf ich dann wieder. Wie du sehen kannst, versucht man am Anfang alles hin und her. Man versucht das Passende für sich zu finden.

Nun habe ich mich letztendlich entschieden, weiter in den MSCI World zu sparen und zwar 200€. Des Weiteren wollte ich bei den Dividenden bleiben. Ich habe einen Aktiensparplan eröffnet. Dort liegen derzeit Exxon Mobil, SAP, Mc Donalds, Henkel, Johnson & Johnson und Allianz. Jeweils mit 50€ bespart. Wie du also feststellen kannst, ist meine Strategie einerseits Kapitalaufbau und Dividenden. Von den Immobilien bin ich noch nicht ganz weg. Ich dachte, falls ich in zehn Jahren immer noch der Wunsch haben sollte, habe ich das EK dafür aus dem ETF und die Dividenden als Zusatzeinkommen.

Zusätzlich wurde ich von dir und anderen noch motiviert mehr Geld zu verdienen. So habe ich mich im Juli nebenher mit einer Fensterreinigung selbstständig gemacht und putze legal nebenbei Fenster. Das Geld werde ich jedes Jahr wieder investieren.

Neben Aktien möchte ich auch noch in Edelmetalle investieren und ich habe schon etwas Gold und Silber gekauft. Das soll aber wirklich nur ab und zu ein Kleininvestment werden.

Mein Ziel ist nicht die finanzielle Freiheit an sich. Ich würde mich über Dividenden freuen, so dass ich z.B. halbtags arbeiten könnte oder das die Miete abgedeckt wäre.

Was denkst du über meine derzeitige Strategie, ETF und Dividendentitel?

Liebe Grüße und mach weiter so

Sebastian

***********************************
Hallo Sebastian,

ich finde Deinen Leserbrief super. Du machst Dir viele Gedanken. Du bildest finanzielle Rücklagen. Du machst Dich mit der Fensterreinigung selbstständig – das ist großartig.

Mit Blick auf ETFs und Dividendenaktien: Hier gibt es zahlreiche Strategien. Die perfekte Vorgehensweise gibt es nicht. Du kannst es ganz einfach machen: Du investierst nur in einen einzigen ETF. Etwa in den MSCI World. Fertig.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Sebastian, 32, verdient im Öffentlichen Dienst 2550 Euro netto. Mit Fensterreinigung macht er sich selbstständig

  1. M

    Hallo Tim,

    schöner Artikel mal wieder.

    Und eine schöne Diversifikation bei den Einkommensquellen.

    Kann es sein, dass das Foto auf dem Kopf steht?

    VG

    M

  2. Daniel

    @Sebastian:

    Was denkst du über meine derzeitige Strategie, ETF und Dividendentitel?

    Ich denke dass Du auf jeden Fall die richtige Richtung gefunden hast, den genauen Weg in diese Richtung aber derzeit noch nicht nutzt. Du erinnerst mich an mich selbst. Und ich habe etwas den Eindruck in deinem „Übereifer“ versuchst Du gleichzeitig zu viele Dinge.

    Dein Einkommen ist ja gut und die Sparrate ebenso. Aber du diversifizierst schon viel zu granular und kleinteilig.

    Ich bin der Meinung die kleinsten Positionen in einem Depot sollten mindestens bei ca. 2000€ liegen, darunter ist ein Umschichten oftmals einfach zu teuer im Verhältnis zur Anlagemenge.

    Edelmetalle würde ich erst ab Depotgrößen von 100k einstreuen, und eher als „spekulatives Etwas“ nebenbei betrachten.

    Von der Dividendenstrategie halte ich nicht viel wenn man sie nicht konsequent betreibt. Also wenn man sein gesamtes Aktien-Depot mit guten Aktien aufbaut die Dividenden ausschütten, dann ist das ok.

    Aber was versprichst Du Dir momentan mit diesen kleinen Einzel-Aktien-Häppchen? Du bist so alt wie ich. Und auch ich strebe, wie viele, die finanzielle Freiheit an. Aber machen wir uns doch nix vor, bis dahin vergehen noch mal ganz gepflegt ein paar Jahre. Dividenden sind ein netter Ansporn, aber Ausschüttungen haben auch normale World ETFs. Du musst Dir bewusst machen, von Dividenden wird dein Gesamtdepot nicht größer, es verschiebt sich nur kurzzeitig die Verteilung deines Geldes weg von Aktien hin in „Giralgeld“. Sein Wachstumsdepot lässt sich innerhalb weniger Stunden (alles verkaufen und in großen Haufen Dividenden-Aristokraten kaufen) in ein Depot zum leben umbauen.

    Mir wird nicht klar was du momentan mit den extra-Dividenden bezwecken willst, zumal die Werte ja auch alle im MSCI World enthalten sind.

    Wenn Du jetzt 55 oder so wärst dann macht eine Verschiebung hin zu Dividenden absolut Sinn, wenn Du planst dein Arbeitspensum herunterzufahren.

    Desweiteren sind diese Aktienkäufe, zumindest bei allen mir bekannten Brokern bei 1,5% Kaufgebühr. Das finde ich etwas teuer zum ansparen.

    Mein Vorschlag wäre:

    Behalte deine jetzigen Aktien, sie können ja helfen deinen Sparer-Pauschalbetrag auszulasten

    Konzentriere dich auf 2 bis maximal 3 ETF. (WORLD, EM, STOXX600 z.B.) und lass das Depot auf 50-75.000€ anwachsen. Dann wäre zu überlegen ob du vielleicht Small-Caps dazunimmst. Und wenn dann der 6-Stellige Betrag im Broker angezeigt wird dann würde ich mir überlegen ob dein Spieltrieb zu Einzelaktien noch da ist. Immerhin bist Du ja auch noch nicht lang an der Börse und kennst nur die Gut-Wetter-Zeiten.

     

    Ich dachte, falls ich in zehn Jahren immer noch der Wunsch haben sollte, habe ich das EK dafür aus dem ETF und die Dividenden als Zusatzeinkommen.

    Diese Meinung solltest Du meines Erachtens schnellstmöglich ablegen. In 10 Jahren kann dein Depotbestand bei 20% der investierten Summe sein und erst in 15 oder 20 Jahren wieder den Betrag erreichen den Du jetzt investiert hast. Mental solltest Du das Geld 15-20 Jahre gedanklich in einem Tresor stecken der sich auch erst dann wieder öffnet. Alles was außerhalb dieses Tresors liegt ist sicheres Eigenkapital zu einer Immo-Finanzierung.

    Du hast ja auf jeden Fall richtig angefangen, verzettele Dich bitte nicht in kleinteiliger Anpassung. Und lass das Ganze einfach mal erst für Jahre laufen bevor du die nächsten Schritte unternimmst. Sonst stehst Du in 20 Jahren vor einem Bauchladen von zig Einzelpositionen.

    Gruss Daniel

     

  3. Sebastian

    Hey Daniel,

    danke für deine Anmerkungen und auch Tim hat recht. Der Übereifer ist ja das Problem der Anfänger 🙂 Auch das zu oft ins Depot gucken etc. Bis jetzt steckt eh der Großteil in den ETFs und ich denke ich werde die Gewichtung auch ETFs auch beibehalten. Deinen Gedanken in Hinblick auf Dividenden kann ich folgen. Und erscheinen mir auch logisch.

    Zur Zeit wohne ich zur Miete und bin auch ganz zufrieden. Auch das muss man erstmal lernen, dass nicht alles auf einmal geht. Ich werde mich wie ihr schon erwähnt habt auf Wachstum konzentrieren.

    Mein Interesse für die Börse ist geweckt und dann bin ich immer übereifrig.

    Gruß Sebastian

  4. A.

    Hi!

    Also ich würde nicht davon ausgehen, wie mein Vorredner, das du in 10 Jahren die Kohle hast, weil die Börse gerade down ist.

    Außerdem würde ich auch auch Wachstumswerte und Dividendenaktien. ETFs sind auch okay. Splitte mit dem kleinen Kapital nicht zu sehr. Und wenn beim jedem Kauf Gebühren fällig sind, dann reduziere das z.B. auf alle 3 Monate oder alle 6 Monate.

    Ach ja, Dividenden sind kein Spiralgeld. Weil dann wären das Mieteinnahmen auch. Bei Dividenden erhält man immer idealfall seinen Anteil am Gewinn der Firma pro Jahr. Ja ich weiss, der Kurs fällt erst mal Ex-Dividende. Aber es zeigen Zig Studien das Aktien mit Dividenden bzw. Dividendenstrategien auf lange Dauer sehr ertragsreich sind.

    Ich nutze aber beides: Wachstum und Dividenden.
     

     

  5. Fit und Gesund

    hallo,

    habe mir nun 25 Public Storage Aktien gegönnt, hätte gerne noch Welltower, evtl. auch das neue Spielzeug von Warren Buffett…., und haben hätte ich auch gerne einen Deutschen und einen Schweizer Wert,

    zum Glück hab ich nicht GE gekauft jetzt wo WB die auch noch raushaut, frag mich halt ist das Warren Buffett oder sind da schon die Nachfolger am Werk??

    nächsten Monat ist Cisco dran, marschiert hoffentlich geradewegs dahin wo ich hin möchte, auf unter 30USD, dann rentiert es sich auch mit dem Aufstocken..

    Wer hat auch Pläne?

    @Sebastian,

    prima was Du leistest und wie Du Dir Gedanken nun um Dein Geld machst, Daniel hat Dir gute Ratschläge gegeben, seh ich ziemlich ähnlich, ich habe auch ETF’s und Einzelwerte.

    Daniel ist ein kluges Köpfchen 🙂

    So, ich hab erstmal Ferien, wär beinahe noch schiefgegangen, bei uns ist eine Krankheitswelle und eine Kündigungswelle ausgebrochen…aber ich bin ein altes Schlachtschiff, ich bin weder krank noch werde ich kündigen *lach*

  6. Slazenger

    Hallo Fit
    habe meine Omega Healthcare um 50 St. Aufgestockt, Fresenius ebenso um25St., weiter auf der Watchlist bleibt bei mir Starbucks, Cisco, und Bayer unter 100, Linde um die 150, Henkel um die 100€, usw.
    Sollte ein Unternehmen den Bereich erreichen, dann schau ich mir erstmal die Verfassung des Markts an, und dann wird bewertet ob das schon Kaufkurse sein könnten!
    Ich habe Geduld, irgendwann kommt eine Korrektur ob groß oder klein man wird sehen!
    LG in die Schweiz

  7. Wallstreet Greenhorn

    @ Fit und Gesund: Interessant, was Du über GE schreibst. Ich habe mir das Unternehmen mitsamt Historie angesehen und denke, es könnte ein guter Zeitpunkt zum Einstieg sein. Mich reizt daran der „antizyklische“ Aspekt und ich glaube, daß für das alte Schlachtross wieder bessere Zeiten kommen. Unter diesem Aspekt beobachte ich noch einige andere Kandidaten: Glaxo, General Mills, Kellogg, CVS, Cardinal Health…ebenso die Rohstoff- bzw. Ölbranche, insbesondere BHP und Exxon, sowie zuletzt die Tabakkonzerne. Was meint Ihr?

  8. Fit und Gesund

    @Slazenger,

    Omega Health Care find ich gut, meine Fresenius haben gelitten, zum Glück hab ich die noch gekauft bevor der Euro erstarkt ist 🙂  Geduld werde ich haben müssen, denn die Investition für diesen Monat ist nun getätigt, ich hangele mich eben von Monat zu Monat.

    @Wallstreet Greenhorn,

    also Greenhorn könnte ich mich auch nennen 🙂 ich bin hier nicht so der Börsenguru *lach*, antizyklisch ist ja immer gut, so sagt man zumindest, und irgendwo in meinem schlauen Büchlein „Die Privatanlegerbibel“ waren sie voll des Lobes bei GE, könne man wie einen eigenen Fonds bewerten, GE stünde gleichermassen für Amerika, hätte ich allerdings doch lieber 3M als Konglomerat wenn ich wählen könnte,

    ebenso IBM, da hätte ich viel lieber Microsoft, aber die ist sehr teuer und da werde ich mich gedulden müssen,

    die Ölbranche habe ich letzthin mit Royal Dutch Shell erst aufgestockt und meine BHP Billiton sind auch wieder im Plus (ist aber nur eine sehr kleine Position)

    Natürlich bin ich gerne bei den Tabakaktien dabei, und so habe ich vor nicht langer Zeit British American Tobacco gekauft, die gingen aber ab wie Schmitz‘ Katz, nur in die falsche Richtung, da warte ich minimum meine obligatorischen 6 Monate und kaufe nach, das macht mich nun nicht kirre, wenn ich die nicht hätte, würde ich sie jetzt kaufen.

    @all,

    kennt Jemand „Des klugen Investor’s Handbuch“ von Dr.Markus Elsässer, gibt es leider nicht als gebrauchte Billigvariante,

    und wer hat gelesen, „Aktien für die Ewigkeit“ von Jeremy Siegel, leider auch ein sehr teures Buch…auch die veraltete Variante…

    dann bin ich beim Finanzwesir noch über „Bargeld statt Buchgewinn“ gestolpert, von Louis Pazos. Wäre auch interessant.

    wiegesagt, ich habe Ferien und zuviel Zeit und zu wenig Geld …. hi hi…

    oder hat noch Jemand Lesetips?

  9. Felix

    GE, GM, IBM sind US-amerikanische Urgesteine,  die aus Erfindungen ihrer Gründer heraus zu Legenden und Megakonzernen geworden sind. Inzwischen erscheinen sie reichlich verstaubt; man schaue sich nur – symtomatisch – das Logo von GE an, Anfang letztes Jahrhundert. Zwar versuchen sie sich immer wieder gegen diesen Vergreisungsaspekt zu stemmen, aber letztlich – so mein Eindruck – vergebens. Der Zenit scheint einfach überschritten. Das ging bereits vielen ursprünglich etablierten Konzernen so – schumpetersche kreative Zerstörung.

    Und wer von den Topleuten und Spitzenabsolventen geht in diese alten Industrien, die gehen zu Google, Tesla und Facebook (Silicon Valley eben), die sind doch viel cooler. Also müssen die Gs mit der zweite Reihe arbeiten. Dazu kommt noch Bürokratie, Altlasten wie Pensionsverpflichtungen, Gewerkschaften. All das haben die Aufsteiger nicht.

     

  10. Daniel

    @Fit und Gesund

    kennt Jemand „Des klugen Investor’s Handbuch“ von Dr.Markus Elsässer, gibt es leider nicht als gebrauchte Billigvariante,

    Liegt schon etwas länger auf meiner Watchlist, genauso wie „The intelligent Investor“, beide aber leider nie wirklich günstig zu beziehen, weder bei Ebay noch Rebuy

    und wer hat gelesen, „Aktien für die Ewigkeit“ von Jeremy Siegel, leider auch ein sehr teures Buch…auch die veraltete Variante…

    Dieses Buch kann ich auch jedem empfehlen, wer sich nicht an Englisch stört sucht einfach nach dem gleichen Buch „Stocks for the long run“ und bekommt es für 8-12€ statt 40-50€ in deutsch. Leider ist meine Variante schon etwas älter sodass der große Crash 2008/2009 nicht mehr erfasst wird und leider sind die Renditen die Treasury-Bonds oder ähnliche Staatsanleihen vor 10-15 Jahren auch nicht mehr auf die jetzige Zeit übertragbar.

    dann bin ich beim Finanzwesir noch über „Bargeld statt Buchgewinn“ gestolpert, von Louis Pazos. Wäre auch interessant.

    Kenn ich nicht, danke für den Hinweis.

    wiegesagt, ich habe Ferien und zuviel Zeit und zu wenig Geld …. hi hi…

    oder hat noch Jemand Lesetips?

    Sofern du Amazon Prime hast kannst Du evtl. noch vom Finanzrocker die E-Book Variante kostenlos lesen, sowie „Rich-Dad-Poor-Dad“ welches ebenfalls kostenlos angeboten wurde auf Amazon.

    Generell empfehlenswert finde ich Andre Kostolany, weil ich ihn, auch wenn er Spekulant war, sehr präzise das Treiben an der Börse beschreibt und auch abseits der Börse Tips für den entsprechenden Lebensstil gibt. Desweiteren liebe ich seine blumige Sprache und genialen Zitate und Vergleiche. Die Schinken sind für 1-2€ bei Rebuy zu kaufen.

    Ich glaube von D.Speck gabs auch mal ein Buch zum Goldhandel, fand ich auch recht interessant, genauso wie „das Silber Komplott“. Beide Bücher sind natürlich in gewisser Weise mit Vorsicht zu genießen, insbesondere letzteres, da immer gerne auf die VOrzüge von physischen Edelmetallen verwiesen wird und gefühlt alles andere Teufelszeug ist. Beim Silberkomplott gehen aber knapp 150 Seiten auf die Entstehung von Geld, Geldsystemen und wie diese funktionieren ein. Sehr interessant und gut beschrieben.

    Ansonsten spielt sich halt viel bei Youtube ab.  Ob Aktien mit Kopf, Jens Rabe, Lars Errichsen, Talerbox, Finanzfluss, Gerald Hörhan (die Bücher knöpfe ich mir auch noch vor) oder wenns generell „globaler“ werden soll Horst Lüning mit dem Unternehmerkanal

    Im großen und Ganzen wiederholen sich Bücher häufig. Einem Anfänger kann man nur schwer ein Buch verkaufen wenn man schreibt 50% Tages/Festgeld und 1-2ETF weltweit. Das wäre zu langweilig.

    Deswegen gehe ich mitlerweile über Biographien über berühmte Persönlichkeiten zu lesen, das ist für mich spannender. Auch über Donald Trump mit seinem Immobilienimperium finde ich hochspannend, denn entgegen der Mainstream Meinung denke ich dass er ein kluges und rationales Köpfchen ist der genau weiß was er tut und sonst arm geworden wäre (siehe Boris) selbst wenn er viel geerbt hätte.

    Gruss Daniel

  11. Wallstreet Greenhorn

    @ Fit und Gesund: Danke für Deine Einschätzung, das sehe ich ganz ähnlich.
    @ Felix: Über die Gratwanderung und Unterscheidung zwischen „etabliertem Weltkonzern“ und „auf dem absteigenden Ast“ habe ich mir auch Gedanken gemacht. Bei GE kann ich mir eine Renaissance vorstellen, der alte Rivale Siemens hatte vor einigen Jahren auch Schwierigkeiten und wird wieder deutlich positiver wahrgenommen. Sollte das nicht auch GE gelingen können?

  12. Felix

    @ Wallstreet Greenhorn

    Im Prinzip schon. Manche schaffen den Turnaround. Auf der anderen Seite ist die Innovationsgeschwindigkeit natürlich enorm geworden. Zwar hat sich IBM schon mehrmals neu erfunden, es scheint aber immer schwieriger zu werden. Diese alten Konzerne haben Heerscharen von Ingenieuren und Programmieren aus der guten alten Zeit, von denen viele jetzt in Führungspositionen sind. Die müssten jetzt den Übergang in die totale Digitalisierung oder E-Mobilität gestalten – können sie das?

    Den etablieren Autobauern geht es genau so. Legionen von auf Verbrennungsmotoren spezialisierten Technikern sollen plötzlich eMobilität können oder müssten mit enormen sozialen und monetären Kosten ausgetauscht werden. Da tut sich Tesla, das auf der grünen Wiese anfängt, einfach viel leichter. Es geht einfach zu schnell für die alten Konzerne: Wie schnell ging es bei Kameras, dass die alte Technik weg war und durch digitale Apparate ersetzt war, oder die Flachbildschirme. Ich verstehe gut, dass da die etablieren Hersteller Probleme haben. Springen sie zu früh, sind sie pleite, kommen sie zu spät, ist der Markt bereits aufgeteilt.

    Ich lasse eher die Finger von den alten Konglomeraten. GE ist seit Jahresanfang mit 30 % im Minus, verdient aber Geld, hat einen neuen Chef. Das kann eine Chance sein. Ich habe Siemens, was lange Zeit wie Blei im Depot lag. Nun hat sie eine gewisse Dynamik entwickelt, was auch mit dem vor zwei oder drei Jahren ausgewechselten Boss zu hat, der das Unternehmen wieder stärker auf die Kernbereiche fokusiert hat.

  13. Sparta

    @Felix

    „Da tut sich Tesla, das auf der grünen Wiese anfängt, einfach viel leichter.“ 

    Die Zukunft wird es zeigen…

    Es ist verdammt schwierig zu sagen, welche Firma überleben wird bzw. welche Firma bei Innovationen der große Profiteur sein wird.

    Bei Tesla habe ich Zweifel. Es gibt auch bei der „grünen Wiese“ nicht nur Vorteile.

  14. Claus

    @ fit und gesund

    „Des klugen Investor’s Handbuch“ habe ich kürzlich erst gelesen und kann es jedem empgehlen.

    „Aktien für die Ewigkeit“ von Jeremy Siegel: Steht auf meiner Kaufliste…

    „in meinem schlauen Büchlein „Die Privatanlegerbibel“ waren sie voll des Lobes bei GE, könne man wie einen eigenen Fonds bewerten, GE stünde gleichermassen für Amerika, hätte ich allerdings doch lieber 3M als Konglomerat wenn ich wählen könnte“

    In diesem Buch wurde auch Bombardier empfohlen, obwohl sie damals (2010) bereits grosse Probleme hatten. Ich war „heftig“ in Bombardier investiert und bin heilfroh, dass ich da im Sommer 2013 bei 3,60€ mit 8k Gewinn ausgestiegen bin…

    GE ist jetzt gerade eine antizyklische Kaufchance. Ich habe GE (nur noch gut 30% im Plus), werde aber nicht aufstocken, da ich von dem Wert schon längere Zeit nicht mehr überzeugt bin. GE steht bei mir auf der Verkaufsliste, allerdings erst nach einer hoffentlich kräftigeren Erholung. Sehe ich wie Du, 3M (habe ich seit Jahren) ist mir wesentlich lieber, auch Danaher würde ich bevorzugen.

    Was ist ansonsten lesenswert? Meine Favouriten:

    Andre Kostolany, Gottfried Heller, Peter Lynch, Warren Buffett, Ken Fisher.

    Auch lesenswert: Ulrich C. Hanke, Börsenstars.

    LG in die Schweiz

     

  15. Wallstreet Greenhorn

    @Felix und Claus: Eure Einschätzungen kann ich gut nachvollziehen. Ich bin überzeugt, daß viele Dauerbrenner-Unternehmen der Old Economy, auch wenn sie eben nicht in besonders „zukunftsträchtigen“ Branchen unterwegs sind, noch über viele Jahre gutes Geld verdienen können, was sich hoffentlich irgendwann auch im Aktienkurs  widerspiegeln wird. Tesla ist natürlich das genaue Gegenteil: ich halte die Aktie selbst auch, da ich von Musk überzeugt bin. Eigentlich strebe ich den Aufbau eines Depots an, das beide Arten von Investments verbindet.

    Tim: Du nennst hier oft die großen alten US Blue Chips als Deine Lieblinge, hast aber mal erwähnt, daß Du Deine größten Gewinne mit Senkrechtstartern gemacht hast, die Du „klein“ gekauft hast und die dann groß wurden, ich glaube es waren SAP und CTS Eventim. Wie hast Du Dich damals orientiert? Eine Mischung aus Stalwarts und Fast Growers…siehe Peter Lynch?

    Was sagen die anderen Foristen?

  16. Slazenger

    Wer gerne Biographien liest, dem kann ich „Shoe Dog“ vom Nike Gründer Phil Knight empfehlen, liest sich sehr angenehm und ist echt lesenswert! Zur Entspannung!

  17. AlexanderAlexander

    @Sebastian

    Das kenne ich. Am Anfang will man alles und das möglichst schnell. Man verzettelt sich auch leicht. Es ist schon mal sehr gut, dass du einen Anfang gemacht hast. Lass ruhig deine Sparpläne auf die Einzelaktien laufen, bis du jeweils 1.500 € oder 2.000 € investiert hast. Du schreibst selber, die FF ist nicht dein Ziel. Mir geht es ähnlich, ich habe mein Rentenziel von 67 auf 63 reduziert und inzwischen auf 37 Wochenstunden gekürzt. Auch das ist schon eine gewisse finanzielle Freiheit. Du schreibst auch, dass du es schon cool fändest, wenn deine Miete durch deine Einnahmen gedeckt wäre. Fang nicht mit der Miete an, sondern mit der kleinsten Fixkostenposition. Ich habe da einen kleinen Beitrag geschrieben. https://www.rente-mit-dividende.de/blog/

    steht ziemlich weit oben. Vielleicht hilft er dir. Bleibe einfach am Ball, lese und lerne. Dann findest du deinen eigenen Weg. Das Wichtigste ist, dass du dich mit deiner Strategie wohl fühlst, egal was andere sagen.

     

     

     

  18. Christian H.

    > Was sagen die anderen Foristen?

    Also ich bin ja ein absolutes Greenhorn, was die Selektion von Einzeltiteln angeht. Bisher investiere ich ausschließlich in ETF. Ich möchte aber zusätzlich in Einzeltitel gehen und habe einen Plan!

    Zunächst möchte ich mir z.B. anhand des Geschäftsmodells oder wie auch immer einige Titel aussuchen. Wie, das steht noch in den Sternen, dafür habe ich noch keinen Plan. Wahrscheinlich untersuche ich ein paar Dividenden-Kriterien wie Kontinuität, Ausschüttungsquote und Dividendenrendite. Eventuell wähle ich wie oben diskutiert GE.

    Mein Plan sieht dann wie folgt aus: liebäugele ich mit einer Aktie, dann will ich einige Kennzahlen prüfen. Das will ich nicht machen, um zu entscheiden, ob die Aktie gerade günstig oder teuer ist. Ich möchte das vielmehr machen, um die Stabilität des Unternehmens besser einschätzen zu können.

    Meine Idee ist, die Kennzahlen, die der Piotroski F-Score heranzieht, heranzuziehen. Allerdings nicht auf die gleiche Art und Weise, wie dies zur Berechnung des F-Scores gemacht wird.

    Am Beispiel des Verschuldungsgrades möchte ich meine Idee erklären: Der F-Score prüft, ob der Verschuldungsgrad, wie er aus dem letzten Jahresabschlussbericht entnommen werden kann, ob der besser ist als der aus dem Vorjahr.

    Ich möchte es dann so machen: Ist der durchschnittliche Verschuldungsgrad der letzten 3 Jahre nicht schlechter als der der letzten 10 Jahre, so ist das gut. Daraus schließe ich dann, dass die Situation nicht schlechter geworden ist.

    Das gleiche will ich dann mit ein paar wenigen weiteren Werten machen, der Profitabilität, der Eigenkapitalrendite (oder Gesamtkapitalrendite), etc.

    Ich habe ja schon so manche Meinung hier im Forum gehört, dass das Wühlen in alten Daten nicht so erfolgversprechend ist. Aber ich brauche Kriterien, die sollen möglichst objektiv sein und aus denen will ich klare Entscheidungen ableiten können. Für mich als einen, der es seit Jahr und Tag gewohnt ist, irgendwelche Dinge auszurechnen, ist das irgendwie am meisten naheliegend.

    > Was sagen die anderen Foristen?

    p.s. Ich lese gerade das Buch „Unternehmensbewertung und Kennzahlenanalyse“ von Nicolas Schmidlin. Die ersten 2/3 finde ich sehr gut.

  19. Fit und Gesund

    @Daniel,

    die Hörhan-Bücher hätte ich auch gerne noch, die Gold und Silberschinken hab ich hier, das Silberbuch hab ich noch nicht gelesen.

    Youtube muss ich mir mal angewöhnen 🙂

     

    @Claus,

    so, ich werde mir jetzt das kluge Investorhandbuch downloaden, bin gespannt, wenn’s mich völlig überkommt dann noch Jeremy Siegel,

    Ulrich C. Hanke kenn ich gar nicht,

     

    @all,

    im Moment schaut man besser in ein gutes Buch als ins Depot…. hi hi….

    Nachtrag,
    erledigt,
    Investorhandbuch bestellt und bei Medimops noch ein Buch von Jeremy Siegel für 1.99 Euro + Versandkosten, bin ich also zufrieden.

  20. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Heute sieht man wieder, wie nutzlos das Studieren der Zahlen der Vergangenheit ist.

    Jahrelang war „Foot Locker“ ein supertolles Investment. Dann kommen Zahlen, und die kann man eben nur erahnen wenn man übersinnliche Fähigkeiten hat, und die Aktie taucht fast 30% ab.

    @Christoph (falls Dir Dein Hund noch Zeit zum Lesen lässt), Du hast FL doch auch mal im Visier gehabt. Die ist auch absolut toll dagestanden.

    Piotroski F-Score von fantastischen 8! Alles bestens, was will man mehr.

    Habe mich kürzlich ja zu L-Brands hinreißen lassen. Selbes Spiel. Griff ins Klo. Aber da berechne ich mir für jedes Mal auf die Seite schauen 1 € für den netten Anblick. Dann hat sich das bald rentiert.

    Jetzt gehe ich wirklich zur „Affenmethode“ über, wenn ich Einzelwerte kaufe. Also eine Vorauswahl treffen und dann den „Zufall“ die Auswahl treffen lassen.

    So, jetzt hoffe ich, dass meine heute fälligen Optionen zu meinen Gunsten wertlos verfallen. Schaut gut aus bis jetzt.

    Netten Abend und guten Erfolg

    MS

  21. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Matthias

    Ja, nichts genaues weiß man nicht, besonders wenn es die Zukunft betrifft.

    Der Einzelhandel wandelt sich schlagartig. Er verlagert sich ins Internet. Das belastet Firmen wie Foot Locker, Starbucks, L Brands, Macy’s oder Target… und andere.

  22. Christian H.

    @Matthias Schneider

    Ich habe schon öfter gelesen, dass man mit einer zufälligen breiten Auswahl nicht schlechter abschneidet als „der Markt“.

    Aber wenn ich mir vorstelle, ich könnte jetzt 50k investieren: ich würde es nicht fertig bringen, den Zufall entscheiden zu lassen. Dann brauche ich, glaube ich, die Illusion einer soliden Auswahl.

    Vielleicht wäre meine stundenlange, wochenlange Arbeit nur zur Selbstverarsche, ich meine Beruhigung, gut. 

    Hier nur eine zufällige Auswahl eines Artikels über das Thema :

    https://www.google.de/amp/s/www.cnbc.com/amp/2014/07/25/random-stock-picking-will-beat-sp-fund-manager.html

    Gruß Christian

  23. Der Stillhalter

    Hallo Sebastian,

    ich finde deinen Leserbrief sehr motivierend.

    Ich investiere zwar nicht in ETFs und kann dir daher keine wirklichen Tipps dazu geben. Wenn du allerdings an einem monatlichen Cashflow an der Börse interessiert bist, da kann ich dir ein paar Tipps geben.

    Ich wünsch dir alles gute mit deinem Unternehmen. Das zeigt Einsatz, wenn man neben seinen Hauptjob, noch einer weiteren Arbeit nachgeht.

    Lg Michael

  24. Fit und Gesund

    ich glaube, die „Affenauswahl“ ist gar nicht soooo schlecht, spasseshalber hab ich gestern mal aus einigen blogs die ich verfolge per Zufallsgenerator 5 Aktien ausgewählt, ebenso hab ich mal ein „Permanent Portfolio“ zusammengestellt, die lass ich jetzt mal gegeneinander bisschen spielen,

    die Aktien sind: Paypal, Bank of Nova Scotia, Main Street Capital, Dürr AG und Royal Dutch Shell (Letztere hab ich selber)

    das Permanent Portfolio besteht aus Vanguard All World, ZKB Gold ETF und ishares Swiss Domestic Government Bond Fund 7-15 CH, hiervon hab ich nur den Vanguard All World,

    natürlich kann man die beiden Portfolio’s nicht wirklich miteinander vergleichen, aber bin mal gespannt wieviel am Ende bei rauskommt, ist nur Zeitvertreib und sonst nix, werde das niemals so umsetzen.

    Aber allzuviel Studieren von Zahlen bringt mir gar nix, ich hab mal irgendwo, glaub bei seeking alpha gelesen : I became a victim of paralysis by analysis, das hat was. 🙂

    Schönes Wochenende, ich werde nun mein neues Buch anfangen.

     

  25. Andreas

    @Wallstreet Greenhorn

    Also mein Plan sieht so aus, dass ich mir erst eine gewisse Depotgröße mit Dividendenzahlern und vermeintlich großen, stabilen Werten aufbauen will und mit einem guten Fundament dürfen es dann auch mal riskantere, potentielle Wachstumswerte sein als Beimischung. Wenn dann schon ein gewisser Rückfluss durch Dividenden sichergestellt ist, kann man auch mal etwas mehr wagen. So ist meine Auffassung mit 34 Jahren;)

    Bei der Auswahl der Werte schaue ich aber nicht vordergründig auf die Höhe der Dividende, sondern darauf, ob das Unternehmen Zukunft hat meiner Ansicht nach, wie hoch die Ausschüttungsquote ist, die sonstigen Kennzahlen usw. Und da können sowohl „alte“ Unternehmen, als auch jüngere passend sein.

    Etwas unlogisch für mich ist zu sagen, dass man in jungen Jahren doch noch keine Dividendenwerte braucht und man sich diese später kaufen kann. Erstens schneiden Dividendenzahler ja meist gut ab, zweitens wächst bei guten Dividendenzahlern die Auszahlung, so dass man in 10,20,30 Jahren auf sein eingesetztes Kapital eine zweistellige Dividendenrendite hat und drittens schließt sich Dividende und Wachstum ja nicht aus.

    Aber das muss eben jeder selbst sehen. So wie eben beschrieben halte ich es derzeit, aber wenn ich jetzt von einem noch kleineren Unternehmen total überzeugt wäre und glaube die wachsen in den Himmel, würde ich natürlich auch jetzt zuschlagen. Nur wer kann heute schon mit Sicherheit sagen, was das nächste Apple, Google oder Facebook ist;-)

  26. Daniel

    Etwas unlogisch für mich ist zu sagen, dass man in jungen Jahren doch noch keine Dividendenwerte braucht und man sich diese später kaufen kann. Erstens schneiden Dividendenzahler ja meist gut ab, zweitens wächst bei guten Dividendenzahlern die Auszahlung, so dass man in 10,20,30 Jahren auf sein eingesetztes Kapital eine zweistellige Dividendenrendite hat und drittens schließt sich Dividende und Wachstum ja nicht aus.

    Dem könnte ich kontern dass eine Dividendenauszahlung „unlogisch“ ist solange man sowieso vor hat nicht von den Dividenden zu leben. Auch Nicht oder Wenig-Zahler schneiden gut ab. Was machst du denn bei Dividenauszahlungen wirklich? Linke Tasche, rechte Tasche, mehr ist es doch nicht. Hat man das Szenario, dass man als 60 Jähriger in den Ruhestand geht und neben seiner Rente von, sagen wir 1000€ nun 400€ im Monat an Dividenden dazukommen weil man sich nicht die Arbeit machen will immer Kleinstanteile an Aktien zu verkaufen (das wäre ja die Alternative), dann machen Dividenden absolut Sinn, denn man befindet sich in der Auszahlungsphase.

    Für dich als aktiver Sparer bringt eine Dividende aber keinen Mehrwert, außer besagtem psychologischen Aspekt, und, wenn man es ganz genau nimmt bei extrem großen Depots die Möglichkeit mit den Dividenden ein aktives Rebalancing durchzuführen. Das ist aber bei Depots unter 100.000€ irrelevant.

    Sagen wir ich hätte ein Depot von 100.000€, darin liegt nur eine Aktie die mir jährlich 10% Dividende ausschüttet, was passiert denn dann? Du bekommst 10.000€ auf dein Konto überwiesen und der Kurs sackt ab um 10%. Ein „Verzehrer“ würde nun die 10.000€ nehmen, verpulvern und darauf hoffen dass die Aktie wieder für den Rest des Jahres im Kurs steigt, damit sie wieder gut ausschütten kann und das Spiel so weiter geht.

    Als Sparer nimmst Du aber die 10.000€ und kaufst davon mehr Anteile dergleichen Aktie die dann aber nach wie vor einen Depotwert von 100.000€ ergeben. In diesem Fall sogar weniger weil Transaktionskosten anstehen und du in der Regel hier in deutschland einen mächtigen Steuersatz on top bezahlst.

    Was ist jetzt genau der Mehrwert dieser Vorgehensweise während der Ansparphase? Lass das Geld doch im Unternehmen arbeiten. Ein gutes Unternehmen wird mit dem Geld auch gut wirtschaften, andernfalls war die Wahl eher unglücklich.

    Ich sage ja nicht dass Dividenden Teufelszeug sind. Aber es ist meines Erachtens nicht notwendig künstlich Faktor-ETF auf Dividenden zu kaufen oder ganz bewusst links und rechts gute Unternehmen wegzulassen nur weil diese eine niedrige Dividendenquote haben.

    Nehmen wir doch z.B. Beiersdorf. Ein hervorragendes Unternehmen mit super Bilanzen und guter Eigenkapitalquote. Dividendenausschüttung, ca. 0,7%? Ist das Unternehmen deswegen schlecht?

    Ich bleibe dabei. Wer noch nicht aktiv von den Dividenden lebt sollte sie als netten Ansporn nebenbei betrachten, seinen Fokus aber primär auf eine gute Fundamentalanalyse oder Zukunftsprognose der Wunsch-Firmen richten sowie eine gute Asset-Allocation und Diversifikation anstreben.

    Als Extrembeispiel: Hätte man als 50 Jähriger auf diese ganze Dividendengeschichte gepfiffen und hätte 2009 zu nem günstigen Kurs eine Berkshire Hathaway für 75000€ ins Depot geholt und 2010 ne Menge Amazon Aktien für 150€ das Stück dann wäre jetzt, nichtmal 10 Jahre später diese nicht-Dividendenzahler ihren Kurs massiv erhöht und sein Anfangsinvest von, sagen wir mal 150.000€ ist mal locker auf 450.000€ gestiegen. Zugegeben ein überspitztes Beispiel, aber ist ja nur als Vergleich. Der Anleger ist jetzt also 60 Jahre alt, sitzt auf einem dicken Depot und hat 2 Aktien im Depot die ihm keine Dividende zahlen. Jetzt geht er zu seinem Broker, verscheuert das Zeug und ersetzt sich diese Aktien durch eine Mischung aus Anleihen, ausschüttenden ETF und Dividendenaristokraten. Das wäre zu dem Zeitpunkt an dem ICH Wert auf eine Dividendenrendite legen würde, vorher aber doch nicht. Möchtet ihr alle mit 35 euren Job an den Nagel hängen oder warum brennt gefühlt jeder zweite so unheimlich darauf eine möglichst hohe Dividende zu bekommen?

    Gruss Daniel

  27. Christian H.

    Hallo Daniel,

    es wird manchmal behauptet, an einer langen Dividendenhistorie könne man „Qualitätsaktien“ erkennen. Dabei interessiert dann zunächst gar nicht so sehr die Höhe der Dividende.

    Und wenn der Kurs deiner Dividendenaktie um 300% gestiegen ist und sich die Dividende mit entwickelt hat, dann hat sich eben auch die Dividende verdreifacht. Bekommst Du dann 10% Dividendenrendite bezogen auf deinen Einstandskurs, dann sinkt der Kurs aber auch nur um 10% des Einstandswertes, nicht des aktuellen Kurses. Denn der aktuelle sackt dann evtl. nur kurzzeitig um 3% ab.

    Christian

     

  28. Claus

    @ Christian H

    p.s. Ich lese gerade das Buch „Unternehmensbewertung und Kennzahlenanalyse“ von Nicolas Schmidlin. Die ersten 2/3 finde ich sehr gut.

    Sollte „Pflichtlektüre“ für alle sein, die Einzelwerte kaufen. Sehr empfehlenswert!

  29. Wallstreet Greenhorn

    @ Christian H: sehe ich auch so, eine stetig steigende Dividende -die aus dem Cash Flow generiert wird bei gleichzeitig moderater Ausschüttungsquote! -ist für mich kein Selbstzweck, sondern einfach ein Indiz, dass es gut läuft für das Unternehmen. Dann nehme ich sie gerne mit. Berkshire ist ja ein bekannter Sonderfall. Nicht so selten fangen auch die (ehemaligen) „fast growers“ an, Dividenden auszuschütten- wie ja auch Apple vor einigen Jahren.

    @ Claus: Danke für die interessanten Buchtipps. Schmidlins Buch habe ich auch gelesen und finde es sehr gut, schaue immer wieder mal rein. Kennst Du was vergleichbares zum Thema Unternehmensbewertung? Ken Fisher und Gottfried Heller habe ich noch nicht gelesen, aber schon viel Positives gehört.

  30. Voyager

    @Daniel

    „Jetzt geht er zu seinem Broker, verscheuert das Zeug und ersetzt sich diese Aktien durch eine Mischung aus Anleihen, ausschüttenden ETF und Dividendenaristokraten. Das wäre zu dem Zeitpunkt an dem ICH Wert auf eine Dividendenrendite legen würde, vorher aber doch nicht.“

    Mal unbelassen der guten Auswahl von Berkshire und Amazon, hat aber der beispielhaft genannte künftige Rentner nun ein Problem: die Steuer. Die angewachsenen stillen Reserven muss er mit einem Mal versteuern und damit Papiere (Einzelaktien, ETF, Festverzinser, o.a.) zu erwerben. Bei der Auswahl von Qualitätsaktien (und dies ist m.E. das einzige Merkmal, denn auch stark wachsende Unternehmen gehen irgendwann in eine gewisse Stabilisierung/Konsolidierung mit geringerem Wachstum über) zu deren Philosophie auch die regelmäßige Ausschüttung gehört, kann der Anleger dies vermeiden und muss sein Depot nicht im Alter in einem Schlag umstellen…

     

  31. Claus

    @ Wallstreet Greenhorn

    Sehr empfehlen kann ich das Buch (ca. 700 Seiten):

    Geheimnisse der Wertpapieranalyse / Benjamin Graham, David Dodd

  32. Anna

    @ Daniel

    Für meine sauer verdienten Kröten, die ich in irgendeine Firma investiere, möchte ich doch bitteschön Dividenden haben.

    Oder arbeitest Du für lau?

    Gruß

    Anna

  33. Wallstreet Greenhorn

    @ Claus: Danke! Hab ich noch nicht gelesen, aber natürlich davon gehört. „Security Analysis“ heisst das amerikanische Original, wenn ich mich richtig erinnere. Das dürfte ein harter Brocken sein, aber ich bin neugierig darauf.
    Durch den kleinen Durchhänger bei einigen meiner Watchlist Kandidaten gab es eine Qual der Wahl- ich habe mich für Altria entschieden und -spekulativer- eine erste Position bei Ulta Salon Cosmetics. Hat die jemand von Euch?

  34. Daniel

     

    @Anna:

    Für meine sauer verdienten Kröten, die ich in irgendeine Firma investiere, möchte ich doch bitteschön Dividenden haben.

    Oder arbeitest Du für lau?

    Gruß

    Anna

    Eine Investition ist ist eine Leihgabe meines Geldes an jemanden (Unternehmen) der mir in Zukunft mehr dafür zurückgibt, auch mehr als die Inflation bis dahin vertilgt. Ich erwarte mein eingesetztes Geld zurück wenn ich es benötige, und nach jetzigem Zeitpunkt ist das irgendwann in 30 Jahren. Warum sollte ich ich permanent von dem Unternehmen Geld zurückbekommen wollen wenn ich es doch bewusst aus der Hand gegeben habe, weil ich es derzeit nicht benötige? Erkläre mir bitte die Logik dieses Vorgehens? Sollte ich tatschälich so sehr auf Dividenden angewiesen sein hätte ich mich finanziell übernommen, denn es zeigt mir, dass ich mit Geld hantiert habe, dass ich eigentlich für Konsum o.Ä. gebraucht hätte.

    Bitte beachte meine Ausführungen oben. Eine Ausschüttung/Dividende ist ein Nullsummenspiel in deiner finanziellen Gesamtsituation. Es ist eine Umbuchung, mehr nicht. Wirst Du reicher wenn du Geld vom Girokonto auf dein Tagesgeldkonto schiebst?

    Gruss Daniel

  35. Anna

    @ Daniel

    Wenn ich die von Dir angegebenen 30 Jahre ansetze, dann bin ich kurz vor der Hundert. Ich bilde mir nicht ein, die zu erreichen. Dividende erleichtern wir das Leben, denn meine Rente beträgt etwas über 800 nach 42 Jahren Berufstätigkeit. (Deswegen finde ich Dein „finanziell übernommen“ etwas … naja).

    Glaube nur nicht, Deine Werte, in Du investiert hast, gehen immer nach oben. Das ist reines Wunschdenken. Du kannst nie, aber auch nie sicher sein. Dell z.B. ist nicht mehr an der Börse. Ich hab die mit Verlust verkauft, sonst hätte ich gar nichts mehr davon. Vor einigen Tagen habe ich eine andere wertlos ausbuchen lassen.

    Gruß

    Anna

     

     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *