Vorsicht vor dubiosen Online-Seminaren und Telefonverkäufern: „Dann machst du den Sack zu“


New York, 30. Juli 2019

Eine typische Masche von Online-Schwindlern ist es in teuren Strandanwesen zu sein. Oder teure Autos zu zeigen. Oder eine Rolex zu tragen. Das soll Eindruck machen. Aber Vorsicht…

Ich hatte kürzlich hier im Blog über Angeber geschrieben, die im Internet windige Kurse verkaufen. Es handelt sich vermutlich nur um „Luft in Tüten“. Leichtgläubige Menschen gehen Schwindlern im word wide web jeden Tag auf den Leim. Es wird zuweilen viel Geld ausgegeben für nichts. Du musst aufpassen. Im Internet wimmelt es von Gaunern und umstrittenen Anbietern.

Schau dir diesen Seminar-Anbieter an: Dominik Greger aus dem bayerischen Marktredwitz. Er inszeniert sich bei Instagram als Faulenzer, der im Schlaf reich wird. Es ist an den Haaren herbeigezogen, finde ich. Ich wundere mich, wer bei ihm die extrem teuren Coachings für 2.000 Euro zum Reichwerden bucht? Greger bildet Telefonverkäufer aus. Er verdient im Monat angeblich 70.000 bis 160.000 Euro mit seinen Coachings. In einem Video auf seiner Website spricht er ständig davon, in Verkaufsgesprächen „Den Sack zuzumachen“.

Ich bin bei ihm skeptisch, um es vorsichtig auszudrücken. Ich würde solche Angebote meiden. Ich würde das nicht mit der Kneifzange anfassen. Das ist meine Meinung. Ich muss dazu sagen: Ich kenne ihn nicht. Ich bin nur vorsichtig bei solch großspurigen Versprechungen. Da gehen bei mir alle Alarmglocken an. (Aber es muss nicht zwingend der Albtraum werden).

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein normaler Tag eines High End Closers. #business #highendcloser #dominikgregercoach

Ein Beitrag geteilt von Dominik Greger Coach (@dominik_greger_coach) am

Solche Online-Seminare haben möglicherweise keinerlei Nutzwert für dich. Dann sind die 2.000 Euro futsch.

Unabhängig von diesem Fall gilt: Im Internet ist generell die Leichtgläubigkeit der Opfer ein Problem. In gewisser Weise ist es die Schuld des Opfers. Menschen, insbesondere junge Menschen, die in der modernen Welt aufwachsen, müssen ein gewisses Maß an Skepsis im Umgang mit Fremden zeigen. Sie müssen lernen, sich zu fragen, warum sie an jemanden, den sie nicht kennen, so viel Geld überweisen sollen. 2.000 Euro für ein Coaching, PDF, Leitfaden etc.?

Ich kann dich nur ermutigen, jenen zu vertrauen, für die dein Wohlergehen eine Herzensangelegenheit ist. Ich hoffe mal, das ist deine Familie. Das sind deine besten Freunde, deine Verwandtschaft…

Bevor du im Internet von solchen unbekannten Personen Kurse buchst, höre dich erst um. Frage andere, denen du vertraust. Auf diese Weise erhältst du eine zweite, dritte oder vierte Meinung.

Hinterfrage alles, wenn dir jemand das Blaue vom Himmel verspricht.

Betrüger spielen mit den Einsamen und Verletzlichen. Das wird sich nicht ändern. Daher werden die „Verkäufer“ immer ein gewisses Maß an Erfolg haben. Sei immer skeptisch.

Auf Schneeballsysteme musst du aufpassen. Sie bedienen sich meistens einer Multi-Level-Marketing-Strategie. Dieses auch als Network-Marketing bezeichnete Geschäft ist nicht per se Betrug. Aber es ist Vorsicht geboten. Es gibt viele dubiose Anbieter. Denke an Nahrungsergänzungsmittel, Plastikdosen, Kosmetik… Bei der Vertriebsstrategie solltest du generell skeptisch werden, wenn mit mehrstufigen Provisions-Strukturen gearbeitet wird.

Man wirbt Mitglieder an, die wiederum selbst Mitglieder anwerben. Zusammen bilden sie eine Gemeinschaft. Es besteht Druck, die Produkte zu verkaufen und neue Mitglieder anzuwerben.

Gerade auf Facebook und Instagram tummeln sich Gauner. Mark Zuckerberg muss unbedingt den Kriminellen das Handwerk legen. Das Verrückte ist ja, dass er ihnen ein Forum bietet. Zuckerberg rollt ihnen den roten Teppich aus. Facebook hat allein 120 Millionen Fake-Accounts.


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Vorsicht vor dubiosen Online-Seminaren und Telefonverkäufern: „Dann machst du den Sack zu“

  1. AvatarMichael

    Es ist leider so, dass viele von uns nach einem “ Führer“ suchen, der in der Lage scheint, das zu geben, was gebraucht oder benötigt wird.

    Das ist seit Urzeiten so und wird sich wohl in Gänze nie ändern.

    Wir sind Tiere,  auch wenn wir der Meinung sind die Krone der Schöpfung zu sein, was natürlich Bullshit ist.

    Selbst Bildung kompensiert keine Einsamkeit.

    Gute Leute um uns herum können helfen, und die Liebe oder Leidenschaft an oder für etwas.

  2. AvatarTobias F.

    Wie wahr! Mein Cousin, Ende 20, ist auf Telefonbetrüger hereingefallen, die scheinbar horrende Aktiendeals (wohl Insiderkram in der Chemiebranche) in Fernost abwickeln. Haben ihm all sein Erspartes, fast 5k, aus der Tasche geschwätzt, weil er das große Geld gesehen hat. Jetzt halten sie ihn hin, aber auszahlen werden sie ihn wohl nicht. Sicher kein persönlicher Bankrott, aber das Lehrgeld hätte er sich sparen können, wäre er einfach skeptischer gewesen.

  3. AvatarEx-Studentin

    Vom Timing her passt das mal wieder.. ich bekomme auch immer wieder Anfragen (heute auch wieder), ob ich nicht irgendwelche Produkte bewerben möchte (inkl Provision für mich). Aber da halte ich nicht viel von – gute Produkte brauchen keinen aggresiven Vertrieb. Positive Erfahrungsberichte und Mundpropaganda sollten die beste Werbung sein. Und ich finds krass, dass plötzlich so viele ihr Online-Business starten, weil sie „anderen Menschen helfen wollen“. So viel Selbstlosigkeit und nur 400€ für ein Seminar voller Lebenserfahrung von 25-Jährigen BWL-Studenten.

  4. AvatarFit und Gesund

    Ich habe einen Arbeitskollegen der meines Erachtens auf so ein Ponzi-Scheme hereingefallen ist,  „das Ding geht in 1-2 Jahren richtig ab“, das war vor 2 Jahren, heute sagt er nix mehr darüber, und ich möchte ihn nicht beschämen,

    damals wurde der richtig fuchtig als ich ihn darauf hingewiesen habe, der Typ ist sonst belesen und intelligent, aber da war wohl Gier im Spiel.

    Eine andere ehemalige Kollegin kaufte sich dumm und dusslig an irgendwelchen Produkten (die kamen aber wenigstens), je mehr sie bestellte, desto höher erklomm sie die imaginäre Leiter, irgendwann war sie „Kronenbotschafterin“ oder so ähnlich, ich hab mich schlapp gelacht.

     

  5. Avatarteekanne123

    Ja, solche MLM-Systeme sind echt schlimm. Ich kenne jmd, der ist bei Nu Skin. Die verkaufen Nahrungsergänzungsmittel. Der Verkaufsdruck ist hoch, es wird der ganze Freundeskreis und die Verwandtschaft abgegrasen. Als Verkäufer muss man selbst monatlich einen gewissen Beitrag für Produkte ausgeben, damit man am Provisionsgeschäft teilhaben kann. Versprochen wird, dass man Millionär wird, wenn man die Pyramide erklimmt. Dazu geht man noch zu teuren Motivations-Events (auf eigene Kosten), die was Sekten-Ähnliches an sich haben.

  6. AvatarAndrea

    Danke für deinen Artikel, Tim! Ich finde es auch erstaunlich, mit wie vielen Betrügern man in Kontakt kommt, seitdem es das Internet gibt (alleine durch Spam- oder Phishing-Emails).

    Mein Mann wurde sogar angerufen (die Webseite, der man die Inhaber von Internetwebseiten entnehmen kann, habe vergessen, wie sie heisst, wurde gehackt,  und einige Daten meines Mannes, inklusive Telefonnummer, wurden dort gestohlen) und es wurde versucht, ihm Kontodaten zu entlocken. Es ist natürlich nicht gelungen, trotzdem eine unschöne Erfahrung. Die Anrufe kamen aus der Schweiz von Leuten, die Deutsch mit Akzent sprachen (kein Schwyzerdütsch). Es ist schon irre, aber die ganze Welt scheint es nur auf unser „Bestes“ abgesehen zu haben.

    Dazu kommen dann noch solch unseriöse Seminare wie die von Tim beschriebenen. Das einzige, was die Schlafmütze aus dem Video einem beibringen kann, ist wohl, es wie er zu machen, d.h. einen inkompetenten Doofen zu finden, der für ein nutzloses Seminar 2000 Euro zahlt.

    Mein Mann  und ich genießen übrigens die Sonne Südfrankreichs. Ich lausche ihm gerade, wie er auf der Ukulele spielt. Es ist schön. Natürlich alles im sparsamen Rahmen, eine schöne Ferienwohnung mit großer Terrasse und heute abend Essen in einem guten und preiswerten Restaurant mit lokaler Küche. Meistens kochen wir aber selber.

     

  7. AvatarAndreas

    Ich betrachte die gesamte Finanz-Blogger-Szene grundsätzlich eher mit einer gewissen Skepsis.

    Viele haben daraus ein Geschäftsmodell gemacht und geben ihre Internetseiten teilweise auch für derartig unseriöse Werbung her. Für mich ist das A und O einer Informationsquelle das Vertrauen in die Objektivität der Veröffentlichungen. Nach meiner Auffassung verträgt sich dies nicht mit einer Bezahlung / Vergütung oder wie auch immer man das nennen mag.

    Börsen“Erfahrungen“ von 2 – 5 Jahren und diese ausschließlich in Schönwetterzeiten können mich ebenfalls nicht überzeugen.

    Es gilt: „Mit der Flut schwimmt auch Totholz nach oben.“

  8. AvatarNico Meier

    Ich stelle gerade nei jüngeren Finanzbloggern fest, dass viel mit Werbung gearbeitet wird. Hier möchte ich Tim einen Dank aussprechen, weil er seinen Blog nicht mit Werbung überfrachtet. Ich habe in den Anfängen gerne den Blog des Sparkojoten Thomas aus Zürich gelesen. Inzwischen lese ich ihn nicht mehr weil er überfrachtet ist mit Werbung schade eigentlich. Der Sparkojote hat immer vom gutlaufenden Business mit Spielkarten geschrieben warum ist da soviel Werbung nötig?

  9. KievKiev

    @ Ex-Studentin

    „gute Produkte brauchen keinen aggressiven Vertrieb“. Dem stimme ich nicht zu. Es ist natürlich Auslegungssache was man als aggressiv versteht. Der Fokus sollte meiner Meinung nach bei der Entwicklung eines Produktes auf dem Produkt liegen. Aber Marketing hat einen sehr hohen wichtigen Stellenwert. Gerade am Anfang. Ein sehr gutes Produkt alleine reicht nicht. Hier muss man auch verkaufen können und wollen.

    @ Leistungsloses Einkommen durch Dividenden

    Macht Euch nicht solche Gedanken. Die Marktwirtschaft gibt einen Preis vor, der sich aus Angebot und Nachfrage findet. Das führt manchmal zu unwürdigen Ausuferungen, die in den Medien angeprangert wird. Auf der anderen Seite ergibt sich die Marktrendite an der Börse ebenfalls durch Angebot und Nachfrage. Geld kann in Unternehmen investiert werden, so dass es eine Rendite (Wachstum, Dividenden) gibt. Diese Rendite setzt sich aus Angebot und Nachfrage zusammen (Apple für 149$ in einem enttäuschendem Quartal gekauft oder für 210$ in euphorischer Stimmung gekauft).

    Die eigene Arbeitsleistung ergibt ebenfalls ein Einkommen, dass sich aus Angebot und Nachfrage ergibt. Das investierte Geld kommt doch durch Sparsamkeit bei dem Arbeitseinkommen. Ihr benötigt weniger Geld und investiert es. Ihr könntet auch mehr ausgeben oder weniger arbeiten. Ihr seid mit der Markrendite für Geld in Investitionen zufrieden, somit wird Geld in entsprechender Höhe investiert. Es ist immer die eigene Entscheidung wie viel Geld man investieren möchte. Die Rendite für Investitionen und die eigene Arbeitskraft wird von außen vorgegeben. Man kann bei der eigenen Arbeitskraft durch Bildung und Engagement seine Rendite verbessern. Auch das ist eine Entscheidung. In manchen Firmen wird es gewürdigt, in anderen nicht.

  10. AvatarWladimir

    Sehr schade Tim das du über jemanden urteilst ohne einen gewissen Ansatz zu haben was diese Person tut.

     

  11. AvatarEx-Studentin

    @Kiev

    Ja, stimmt schon, guter Vertrieb ist immer wichtig. Ich werd nur misstrauisch, wenn man gute Rezensionen kauft / fälschen muss bzw. man Leute anheuert dafür zu werben, die das Produkt noch nie benutzt haben. Aber so läuft das heute im Internet. 20 Bewertungen mit gleichem Schreibstil auf Amazon, die 5 Sterne vergeben und 1 Person mit einem Stern: „Hatte ich wegen der guten Rezensionen gekauft..“

  12. AvatarArnold-Horst

    Ich frage mich immer, wie Leute auf so etwas hereinfallen. Wenn man ernsthaft Interesse an so etwas hat gibt es doch Plattformen wie Udemy, da gibts Rating- und Bewertungssysteme und man kann Proben der Kurse anschauen. Auch bin ich gespannt was in der nächsten Krise passiert, wenn die ganzen 20-jährigen Finanzblogger (FIRE, passives Einkommen, Frugalismus, Online-Business etc.) merken, dass vieles eben doch nicht so einfach ist, wie es im Buch / Internet steht. Ich lasse mich nur von Leuten inspirieren, die auch wirklich etwas in diese Richtung geschafft haben. Denkt an die Goldgräber und die Schaufelverkäufer, letztendlich sind die diejenigen, die reich geworden 🙂 Einen schönen Tag!

  13. AvatarFit und Gesund

    @js,

    die finde ich auch zum Fürchten, und wie sie in dem Video so doof mit den Händen rumfuchtelt…soll selber erstmal ein Coaching machen.   🙂

  14. AvatarWohnung mit Domblick

    Jaja die Influencer Vlogs und vorne, hinten und mittendrin noch ein Werbeclip. So langsam verliert das Internet für mich seinen Nutzen, wenn alles überall mit Werbung zugekleistert wird. Mein Tablet fasse ich schon kaum noch an, ein neues Androidgerät werde ich nicht anschaffen. Die gieren nach unserer Aufmerksamkeit. Die erzeugen Netflix-Serienzombies. Und die perfekt personalisierte Filterblase.

    Aber ein kreativer Mensch verwendet seine Aufmerksamkeit auf seine eigenen Ideen. Kaufanreize lassen sich hier kaum generieren. Deshalb wird ja auch nirgends für Kreativität geworben, ausser man kann es vermarkten. Das sind dann Kreativprodukte auf dem Niveau von Malen nach Zahlen. Kein Wunder gibts immer mehr Käfigpsychosen.

    Aber jeder Trend erzeugt ja bekanntlich einen Gegentrend. Und der rollt gerade an, der Trend zum Offline-Feierabend, zur Musikstunde mit alten Analoggeräten statt Youtube-Playlist. Zum Buch aus Papier, zum Abendspaziergang. Einfach mal Abschalten im wahrsten Sinne. Und sich nicht vom Datenrauschen davontragen lassen. Dann fällt man auch nicht auf jeden betrügerischen Mist rein, um wieder zum Thema des Tages zu kommen.

  15. AvatarMr. Pino Cavallo

    „Ich betrachte die gesamte Finanz-Blogger-Szene grundsätzlich eher mit einer gewissen Skepsis.“

    Sehe ich ähnlich. Da fallen mir spontan Jonathan Neuscheler und Kolja Barghoorn ein. Beide versuchen ganz offensichtlich mit ihren Blogs und ihrer Fan-Community Geld zu verdienen (was ja legitim ist). Jonathan etwa bietet auf seiner homepage Aktienbewertungen gegen Entgelt an und hat auch schon ein Buch herausgegeben (was lt. Amazon-Rezensionen wohl nicht so gut ankommt). Letzteres gilt auch für Kolja – ebenso was die Qualität des Buches angeht.

    Was bei mir ein Störgefühl auslöst, ist die Tatsache, dass junge Leute, die zwar sehr interessiert sind, aber letztlich nur Bücher-Wissen wiedergeben, sich zu sehr als „Investoren, die Ahnung haben“ darstellen und von ihrem zumeist jungem Publikum eben als solche anerkannt werden. Wir haben jedoch schon seit über 10 Jahren mehr oder minder ein Bullenmarkt und keiner von diesen Jungs weiß, was passiert, wenn es mal zum Crash kommt.

  16. AvatarBruno

    @js

    Dann besser gleich hier anmelden:

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    https://www.koko-trading.de/

    dann machst Du nachher 500k pro Monat 😀

    20jährige Buben finde ich noch relativ harmlos, problematischer wird es wenn solche Leute versuchen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Es gibt auch vermeintlich „Seriöse“, wo nix dahinter steckt.

    Aber es gibt auch gute Seminare und Kurse, man darf nicht alles verteufeln. Seriöse und gute Anbieter haben in der Regel auch brauchbaren Gratis-Content, Einsteigerseminare für wenig Geld wo man sich erst Mal ein Bild machen kann ohne viel zu verlieren. Oft reicht dies dann schon, meistens haben sie auch Bücher und wer nicht zu faul ist zu lesen bekommt so die entsprechende Information.

    Zum Thema Verkaufen, ich denke jeder muss verkaufen (lernen). Es gehört zum Menschen, auch wenn er nicht im Vertrieb arbeitet. Wir verkaufen täglich, sei es im Beruf oder auch Privat. Wer gut (und ehrlich) verkaufen kann, der hat es einfacher im Leben. Die allgemeine Vorstellung vom agressiven, nicht zu bremsenden Verkäufer der einem so lange bearbeitet bis man unterschreibt ist eben ein gutes Beispiel wie gutes Verkaufen NICHT funktioniert. Aber wenn man etwas Gutes hat (sei es ein Produkt oder vielleicht auch sich selber) muss man es ja irgendwie bekannt machen, und es funktioniert mit Abstand am Besten wenn man 100% davon überzeugt ist, aber natürlich auch mit einer gewissen Lockerheit und nicht überzogen, sonst funktioniert das nicht, resp. geht dann eher in Richtung Betrug und über den Tisch ziehen und das lohnt sich langfristig niemals).

    Ich finde man sollte gesund kritisch sein, aber auch nicht übertrieben kritisch, sonst verpasst man vielleicht auch was. Die beste Referenz ist immer noch ein Tipp von jemandem wo man kennt und vertraut oder eben ein Gratistest, wo man etwas ausprobieren kann, bevor man kauft.

  17. AvatarPhil

    @js/ Fit und Gesund

    Gut, dieser „Blog“ ist halt schlicht ein Finanzberatungsdingens und die Madame verdient darüber ihr Geld. Die hat ihre Nische gefunden und bedient sie auch – mal rein medientechnisch – ziemlich professionell. Dass sie für ein Angebot Geld verlangt finde ich grundsätzlich in Ordnung, auch wenn die Preise schon happig sind! Gerade wenn man bedenkt, dass das Branding ja auf von Altersarmut bedrohte Frauen abzielt.

    Hoffentlich steht im Lernzielkatalog der Kurse wenigstens „Teilnehmerinnen erkennen, dass das Geld für die Kurse besser in einem marktbreiten Indexfonds aufgehoben gewesen wäre.“

  18. Avatarjs

    Ich hab auch nichts dagegen, wenn Finanzblogger auch Geld verdienen, durch E-Books oder auch Webinare. Von mir aus auch Werbung. Habe selber viel gelernt durch die kostenlosen Angebote. Da gibt man dann auch gerne was zurück.

    Aber die Madame ist mir übel aufgestoßen. Einerseits ihre Story mit dem Versicherungsproduktdesaster, andererseits die selbe Masche bei ihren Kundinnen anwenden.

     

  19. AvatarThorsten

    Ich halte mich von fremden Ratschlägen fern. Tim hat Recht, die Familie ist und war ein Fundament, zumindest wurde man gewarnt und ermahnt, Entscheidungen zu überlegen.

    Was Angebote von Frauen für Frauen außerhalb biologischer Unterschiede angeht sage ich, dass das 2019 überholt ist. Man könnte den Spieß umdrehen  und fragen warum Männer und Diverse durch solche Angebote diskriminiert werden. Gibt’s dort niemanden der durch Altersarmut betroffen ist ?  Haha.

     

  20. AvatarAndreas

    Ich bin persönlich der Auffassung, dass man bei den geschäftsmäßigen Blogs genau hinschauen muss, um sich zu vergewissern, dass einem nicht „Luft in Tüten“ verkauft wird.

    Im Übrigen wird kein Ratsuchender allein gelassen.

    Hier ein Bespiel der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein: https://www.verbraucherzentrale.sh/wissen/geld-versicherungen/sparen-und-anlegen

    Für in Not geratene, verschuldete Mitbürger gibt es kommunale Schuldnerberatungen.

    Die Bewährungsprobe – größere und längerandauernde Kursverluste an den Börsen – für viele Blogs mit Anlagetipps steht m.E. noch aus. Dann wird man sehen, wieviele „Zittrige“ (Anleger) sich haben einfangen lassen.

     

     

  21. AvatarArnold-Horst

    Ich lese und verfolge im Netz vielleicht noch 3 – 4 Quellen (inkl. Tims Blog). Alles alte Hasen, die jahrzehntelange Erfahrungen haben und einem nix verkaufen wollen. Sonst Grundlagenbücher, z.B. von Peter Lynch, Susan Levermann etc. Fertig ist die Laube. Die restliche Zeit lieber mit einem Spaziergang im Wald verbringen.

  22. AvatarBruno

    „Ich halte mich von fremden Ratschlägen fern.“

    Ich unterscheide da gerne, ich hole mir sehr oft „Ratschläge“ von Fremden, aber gezielt und aktiv. Was ich weniger mag ist ungefragt Ratschläge zu erhalten, Kritik ist was anderes, die ist immer willkommen.

    Die Ratschläge aus der Familie sind sicher gut gemeint, aber eben nicht immer auch gut. Häufig sind da verkrustete Glaubenssätze, die nicht wirklich viel helfen oder sogar blockieren können. Es kommt aber wirklich sehr auf das Umfeld an. Nehmen wir ein Jugendlicher der in einer verschuldeten Hartz4 Familie aufwächst, soll der jetzt auf die Ratschläge seiner Eltern hören? Er muss wohl notgedrungen, aber es wäre gut wenn er sich so rasch wie möglich davon lösen kann (nicht von der Familie aber von den Ratschlägen). Sind die Eltern hingegen wohlhabend, kann man eher auf die Ratschläge gehen.

    Ich habe 1,2 Dinge wo ich wirklich gut bin, der Rest habe ich nur Allgemeinwissen, und benötige ich da mehr Knowhow, dann hole ich mir das heute, gar keine Zeit sich alles selber beizubringen. Aber aktiv und mit persönlichen Empfehlungen oder abgesicherten Referenzen und nicht einfach die nächstbeste Website wo jemand den heiligen Gral verspricht.

  23. AvatarThomasH

    Was ich weniger mag ist ungefragt Ratschläge zu erhalten

    Ratschläge sind auch Schläge.

  24. Avatar-M

    Sparta,

    Nein, nur aus diversen „interviews“ wo der guten Dame der Teppich ausgerollt wurde und man die als alte, liebenswerte, kluge, ichhabauswenigvielgemacht Dame dargestellt wurde und nicht als Unternehmerin, was sie im Endeffekt ist. Mit ist die Frau einfach nicht sympatisch und ich glaube ihr ihre Geschichte einfach nicht – aber ist nir meine Meinung.

    Du hast es mit deiner Aussage nur für mich nochmals unterstrichen.

     

    -M

  25. Der BaumDer Baum

    Hallo zusammen, b

    ich zu lange suchen muss, hier gibt es ja einige die Schweizer Aktien als deutscher Anleger haben. sind hier irgenwelche Besonderheiten zu beachten bzgl. Besteuerung, Dividene etc.?

    Grüße Baum

  26. AvatarClaus

    Wie bei Aktien, die man sich ins Depot legt, kommt es auch bei allen Informationsquellen zum Thema auf bestmögliche Qualität an.

     

    Wer sein Depot nach „Ratschlägen“ von „Börsenjünglingen“ aufbaut, dem ist leider nicht zu helfen. Solche „Möchtegern-Börsenexperten“ haben noch keinen echten Bärenmarkt oder einen Crash erlebt. Sie plappern meist nur heisse Luft ohne eigene Erfahrungen. Die Depotsumme ist meist sehr übersichtlich, ich würde wetten, dass viele keine 5 K besitzen. Geht es mal drastisch abwärts, sind es wahrscheinlich die ersten, die in Panik geraten…

     

    Gleiches gilt für „Telefon-, Fax- und Email-Abzocker mit heissen Tipps“. Ich werde nie verstehen, wie man auf solche „Angebote“ hereinfallen kann. Wie kann jemand ernsthaft glauben, der (ungebeten und unerlaubt) von einer völlig unbekannten Person kontaktiert wird, etwas für ihn/sie Positives zu erhalten? Da wäre das Geld ja noch besser in einen Lottoschein „investiert“…

     

    Da nutze ich doch viel lieber wirkliche Börsen-Experten, mit bis zu 50 oder sogar noch mehr Jahren eigener Börsenerfahrung:

     

    Benjamin Graham, Warren Buffett, Ken Fisher, Peter Lynch, Jason Zweig, André Kostolany, Gottfried Heller, John Templeton, Dr. Markus Elsässer, Dr. Hendrik Leber, Dr. Jens Erhardt, Jeremy J. Siegel, William J. O´Neil, Thomas Dorsey, K. van Tharp… um nur einige zu nennen.

     

    LG

     

     

  27. AvatarAlbr

    Meinungen anderer interessieren mich nicht besonders (wenn überhaupt)… Frau Sanders ist (zumindest für mich) auch nicht interessant, was ist für mich interessant, dass sie Sartorius vor vielen Jahren billig gekauft hat, heute uninteressant 😉

     

     

  28. AvatarKM

    Es geht noch viel einfacher..

    Einfach Leute anrufen und sich als „Microsoft-Mitarbeiter“ ausgeben.
    Es gibt Leute die glauben da ruft „Gott“ an und überweisen dann gemeinsam über Onlinebanking mit dem netten „Microsoft-Mitarbeiter“ Geld nach wohin auch immer…

    Oder neulich, ein Kundenfall. Der nette „Microsoft-Mitarbeiter brachte den Anwender dazu das Mobiltelefon mit dem Notebook zu verbinden. Im Hintergrund haben sie versucht einen 5-stelligen Betrag zu überweisen.

    Das Geschäft scheint zu boomen…

    Problemgruppe sind ältere Menschen. Die werden regelrecht ausgehorcht.
    Und haben die einmal Geld gelassen, werden die immer wieder angerufen..
    Aber es trifft auch junge Menschen. Die Leute fassen sich danach selbst an den Kopf…

  29. AvatarSparta

    @-M

    Ok.

    Na ja ich will Ihr ja nichts böses nachsagen aber irgendwie hat es halt zwischenmenschlich nicht gepasst. Sonst hätte ich sie gerne mal eingeladen, da die Tochter bei mir in der Nähe wohnt!

    Verkaufen können ist eine sehr wichtige Eigenschaft um wohlhabend zu werden! Daran ist erstmal nichts zu verurteilen. Viele können das nicht, bzw. es ist auch eine Frage vom Selbstbewusstsein.

    Andererseits bin ich der Meinung wer mir was verkaufen will sollte freundlich sein.

     

     

  30. AvatarHilfsschlosser

    Liebe Frauen

     

    eure neu entdeckte monetäre Weiblichkeit ist ja schön und gut.

    Aber legt doch bitte dieser MadameKaffeefahrt nicht 6999€ auf die Theke.

    bitte, bitte !!!

     

    Gruß

    Hilfsschlosser

  31. AvatarBruno

    @Hilfsschlosser

    Hier lesen primär interessierte und gut informierte Investoren. Ich kann diese „MadameKaffeefahrt“ aber nicht beurteilen, natürlich lohnen sich 7k nicht für jemand, der eine kleine Summe hat, aber wenn jemand ein paar 100k hätte und gar keine Ahnung hat, muss es nicht schlecht sein, vielleicht braucht diese Person einen Coach der ihr beisteht und motiviert, natürlich wäre es einfach alles in 2-3 ETF’s zu legen, aber die meisten unerfahrenen Leute würde dann spätestens beim nächsten Crash „notverkaufen“. Banken beraten perfider, dort werden die Leistungen, das Entgelt nicht offengelegt, es wird versteckt kassiert. Ich finde diese Art der Vermögensverwaltung mindestens so verwerflich, denn so kommen bei mittleren und grösseren Vermögen über die Jahre DEUTLICH höhere Fees zusammen.

    Aber wie gesagt, ich will nicht diese Dame verteidigen, ich kenne sie nicht, kann das Angebot nicht beurteilen. Kritisch hinterfragen ist auch gut. Aber es MUSS nicht zwingend der Albtraum sein, häufig ist der vermeitlich seriöse und adrett gekleitete Bankberater der viel grössere Albtraum.

  32. Avatar-M

    Bruno

    In einem Punkt muss ich widersprechen: die Banken MÜSSEN seit einiger Zeit jeden Cent offenlegen bei all ihren Dienstleistungen und nicht nur im Kleingedruckten. Bei wertpapiere sogar vor jedem kauf ,verkauf und per Brief sogar was die Bankverbindung kostet etc. Die regulatorien sind immens!

     

    -M

  33. AvatarBruno

    @-M

    Du meinst die Bafin-Richtlinien, in der Schweiz gibt es auch Änderungen und diverse neue Regulieren, teilweise auch schon in Kraft andere noch in Vernehmlassung, aber noch nicht lange. Darum wird in Europa bei Banken auch kaum noch Geld verdient.

    Aber abgesehen davon, kann ein 08/15 Kunde der sich null auskennt nicht abschätzen, was z.B. ein bankeigener Fonds mit 1.5% Fee über 30 Jahre ausmacht. Er denkt sich vielleicht och, was sind schon 1.5%… diese Rechnung wird sicher nicht gemacht.

     
    Alleine zum Beispiel diverse Vorsorgefonds, die noch von teilweise staatlichen Finanzinstituten ausgegeben werden, haben genau solche Gebühren. Natürlich ausgewiesen, trotzdem werfen die Leute ihr Geld dort rein. Es wird ihnen empfohlen, vom in feinstem Stoff gekleideten, sehr freundlichen Bankberater.

  34. AvatarStefan

    Ich empfinde die Finanzblogszene im Allgemeinen als harmlos. Sobald man diese Szene eine Zeit lang verfolgt hat, wiederholen sich die Themen sowieso in einer Endlosschleife. Persönlich empfinde ich Kanäle und Seiten von erfahrenen Menschen, die ihre Lebensgeschichte an und mit der Börse veröffentlichen, mit am interessantesten. Jeder der schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, kann in der Regel Erfahrung von Schaumschlägerei unterscheiden. Der Rest muß halt den harten Weg gehen und auch mal eine Niederlage wegstecken. In jungen Jahren bin ich leider einmal auf ein Schneeballsystem hereingefallen, das war noch zur Offlinezeit, als das Internet u.a. noch von der deutschen Bundespost als BTX Dienst oder so ähnlich beworben wurde. Jetzt könnte man sagen; „selber schuld du Idiot“, wie kann man nur auf sowas hereinfallen. Das ist auch richtig, aber so ist das manchmal mit der jugendlichen Unbekümmertheit, da sammelt jeder seine eigenen Erfahrungen mit der heißen Herdplatte.

    Viel schlimmer als Werbung auf Finanzblog`s und die immer und immer wiederkehrenden gleichen Themen, empfinde ich das Aufsteigen der Verschwöhrungsszene, bedingt durch das World Wide Web, wie zb. Flatearthanhänger, 911 Leugner, Fakemondlandungsbefürworter, Freimaurerverschwörer, Chemtrailanhänger usw. Ich erlaube mir nur bedingt ein Urteil darüber, aber die Finanzblogger versuchen wenigstens etwas zu erreichen und haben eigene Ziele, Verschwöhrungstheoretiker auf der pro- (und genauso auf der contraseite) haben für mich kein erkennbares Lebensziel.

  35. AvatarHilfsschlosser

    @Bruno

    OK, an die Banken hatte ich nicht gedacht das lässt sich tatsächlich schlecht wegdiskutieren.

    Was für uns oft gelesene, gehörte und gelebte Binsenweisheiten sind können für den Unbedarften echte Erkenntisse sein.

    Kann man sich aber alles aus dem Netz ziehen. Wenn man dann noch ein paar Euronen für zwei drei Bücher von den üblichen Verdächtigen ausgibt sollten die ganz groben Schnitzer der Vergangenheit angehören.

     

     

    MadameM.P. falls Sie das hier lesen, für die Kaffeefahrt entschuldige ich mich der Kern der Aussage bleibt.

    Gruß

    Hilfsschlosser

     

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