Zwei steinreiche Aktionäre mit Herz


New York, 21. März 2015
Jack McDonald aus Seattle. Mit Buy and Hold wurde er steinreich. Er liebte seine Aktien. Als er starb, hatte er 178 Millionen Dollar angehäuft. Sein Reichtum spendete er.

Jack MacDonald aus Seattle. Mit Buy and Hold wurde er steinreich. Er liebte seine Aktien. Als er starb, hatte er 187 Millionen Dollar angehäuft. Seinen Reichtum spendete er.

Sie sollten nie auf Basis von aktuellen Nachrichten eine Aktie kaufen. Sie sollten langfristig eine Aktie unter die Lupe nehmen. Sich mit ihr befassen und dann in einem günstigen Moment zuschlagen. Die Tagesnachrichten sollten dabei keine Rolle spielen. Die meisten Aktionäre begreifen das nicht. Sie schauen täglich auf die Kurse und lesen allerlei Nachrichten über ihre Firmen.

Dabei wird übersehen, wie viele unnötige Meldungen die Medien jeden Tag verbreiten, die keinerlei Nutzwert für Value-Anleger haben. Ob der Gewinn je Aktie um einen Cent rauf oder runter gegangen ist in einem Quartal, hat keinerlei Bedeutung. Wer aber genau auf solche Dinge achtet, wird vermutlich Schiffbruch an der Börse erleiden.

Langfristanleger wissen, worauf es ankommt. Exzellente Firmen finden, kaufen, behalten. Jahrzehntelang. Mehr ist nicht zu tun. Geduld ist das Zauberwort. Aktien bieten auf lange Sicht die höchste Rendite. Mehr als Gold, Sparbücher, Immobilien, Grundstücke, Bausparverträge, Lebensversicherungen. Das zeigt jedenfalls ein Blick ein paar Jahrhunderte zurück.

Der ehemalige Tankstellenmitarbeiter und Putzmann Ronald Read wurde mit grundsoliden Aktien steinreich. Er sparte acht Millionen Dollar in seinem Aktiendepot an. Es besaß Procter & Gamble, JP MorganChase, GE, Johnson & Johnson. Er erlitt sogar mit Lehman Brothers einen schmerzlichen Verlust. Doch das solide Depot konnte die Pleite der Investmentbank verschmerzen. Als Read im Alter von 92 Jahren starb, vermachte er seinen Reichtum an ein Krankenhaus und eine Bibliothek in seiner Heimat. Read lebte ein einfaches, aber zufriedenes Leben.

Ähnlich verlief das Leben von Jack MacDonald. Mein Blogleser Dieter wies mich übrigens auf diese Story hin. (Danke Dieter!) MacDonald lebte bescheiden in Seattle. Er liebte Aktien. Als er im Alter von 98 Jahren starb, hatte er 187 Millionen Dollar an drei Institutionen im Bundesstaat Washington vermacht. Ein Kinderkrankenhaus ist darunter. MacDonald war kein armer Mann. Er erbte von seinen Eltern eine erfolgreiche Fleischfabrik. Die Fleischerei legte den Grundstein für sein unglaublich hohes Vermögen. Er investierte aggressiv in Aktien. Der sportliche Mann lehnte es aber ab, in Saus und Braus zu leben. Er versteckte seinen Reichtum sein Leben lang. Es ging ihm darum, etwas Gutes zu tun. So wie es seine Eltern sich von ihm gewünscht hatten. Der heimliche Millionär nutze daher den ÖPNV. Er trug abgewetzte Kleider. Er sammelte Coupons, freute sich über Gratis-Kaffee. Er lebte in einem einfachen Seniorenheim:


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Zwei steinreiche Aktionäre mit Herz

  1. GertGert

    Und nun freut sich der gute Jack MacDonald im Grab über die Dankbarkeit der drei nutzniessenden Institutionen. Ich weiß nicht, was daran so toll sein soll.

    Versteht mich nicht falsch. Ich propagiere nicht, dass Millionäre ihr Geld auf den Kopf hauen sollen. Ich verstehe auch voll und ganz, wenn jemand etwas mit Leidenschaft tut, nur weil er es kann und es ihm Spaß macht.

    Aber so zu leben, als ob der Scheck von der Sozialhilfe das Maß aller Dinge wäre, während man einen dreistelligen Millionenbetrag auf dem Konto hat, hat schon etwas kautziges.

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gert

    Diese Leute haben erkannt, dass das ganze Geld sie nicht glücklicher macht, wenn sie es ausgeben. Buffett hat eine ähnliche Einstellung. Vielleicht wäre ein ausgewogenes Leben ideal. Das zu finden ist nicht einfach.

    Ich erlebte Milliardär Ira Rennert in New York im Gerichtssaal. Er ließ eine Firma insolvent gehen und baute zur gleichen Zeit das größte Privathaus, das es in den USA gibt. Rennert machte keinen glücklichen Eindruck auf mich. Das ist alles nur Spielzeug und bringt der Seele nichts:

    http://www.thepinnaclelist.com/blog/directory/billionaire-ira-rennerts-200-million-hamptons-mansion-one-of-the-largest-homes-in-america/

  3. Anna

    Die Herren sind sehr alt geworden. Es beweist wieder, die Zeit bringt es ja. Aber: Ich möchte nicht die reichste Frau auf dem Friedhof sein. Diesen „Titel“ brauche ich nicht.

  4. AlexanderAlexander

    Man lebt nur einmal. Ich finde die beiden eher abschreckend. Die richtige Mischung machts. Würden mir die Dividenden ein Einkommen von z. B. 100.000 € ermöglichen, würde ich auch einen Großteil davon ausgeben. Ich brauche keine Yacht und keinen Privatjet. Aber warum soll ich es mir nicht gut gehen lassen? Ich sehe es wie Anna, der Titel am Friedhof bringt mir nichts. Da spende ich lieber zu Lebzeiten. Das letzte Hemd hat keine Taschen.

  5. Pingback: Artikel über Wirtschaft und Devisen 22. März | Pipsologie

  6. willihope

    Ich weiss ich mach mir da nicht viele Freunde aber trotzdem ist mir M.r Rennert lieber als die Knauserer!

    Der hat 5 Jahre bauen lassen! Nur das Beste verbaut, 3 Pools, rießiger Garten, da hatten viele Menschen Arbeit und ein gutes Einkommen gefunden und einige werden da sicher einen Job haben denn das Anwesen braucht Personal.

    Also als Lebender den anderen Menschen Arbeit und Einkommen zu geben ist mir 100 mal lieber als als Toter für ein Krankenhaus zu spenden.

    Kennt ihr die Ärzterechnungen in den USA? Denen noch mehr Geld zu geben ist bekloppt. Die Kohle ist ganz schnell wieder weg und liegt auf Konten von Gutverdienern rum. Ok dafür hängen sie sein Foto auf und wenn er Glück hat gibt es jedes Jahr einen Kranz am Grab.

     

    MacDonald wäre mit 50 Millionen auch gut ausgekommen und hätte jedes Jahr die rund 5% an der Börse in die Wirtschaft pumpen können, das bringt in DE nur Neider aber in USA Arbeitsplätze! Jder der konsumiert schafft Arbeitsplätze, Autos, Yachten und Flugzeuge müssen auch gebaut werden!

     

     

  7. Felix

    Mein Leben wäre das auch nicht: Mit Millionen im Rücken in einem heruntergekommenen Seniorenwohnheim seine Existenz zu fristen ist genauso unausgewogen wie alles auf den Kopf zu hauen und in Saus und Braus zu leben. Nun ja, in einer freien Gesellschaft kann jeder selbst entscheiden wie er mit seinen Ressourcen umgeht und das ist gut so.

    Warum ich mehr solche Exzentriker zum Vorbild machen sollte, erschließt sich mir nicht. Da ist mir Bill Gates lieber, der was für die Menschheit tut, ohne in Sack und Asche zu gehen.

  8. Stefan

    Ich finde es toll, wenn die Milliardäre bescheiden sind und sich nicht die wie anderen an Statussymbolen aufgeilen und dadurch ihre Minderwertigkeitskomplexe überspielen.

     

    Tim hat schon Recht!

  9. StaniStani

    Wenn alle so leben würden, dann wäre das doch für die Aktienfans & Gläubige an das ewige Wachstum Gift. Es muss doch weiter genug „Dumme“ und Hedonisten geben sonst können die Airlines, Konsumgüterproduzenten, Autobauer etc bald einpacken.

    Und machen wir uns nichts vor, keiner hier wird wohl ähnlich viel Vermögen bis zu seinem Tod zusammenraffen, warum auch.

    Wann hat man „genug“, um auch zu leben?

    Mein Opa sagte immer, man sei reich,wenn man mehr verdient als man im Monat ausgibt. Auch eine Sicht.

  10. Couponschneider

    @Stani

    Ich halte es für einen Irrtum. Eine Volkswirtschaft braucht keine Konsumidioten, um zu prosperieren. Konsumiert wird so oder so. Die einen stellen es klüger an, die anderen dümmer. Dinge gehen kaputt, müssen ersetzt werden.

    Ich halte es für einen Trugschluss, dass wir Idioten brauchen, die Konsumkredite aufnehmen. Dem Händler einer Waschmaschine ist es egal, ob sein Kunde das Geld geliehen hat oder ob es seine eigenen Mittel sind. Sein Umsatz ist in beiden Fällen der Gleiche. Und eine kurze Nutzungsdauer, ob vom Kunden gewollt oder nicht, trägt nichts zum Erfolg Volkswirtschaft bei. Angemerkt sei Frédéric Bastiats Pamphlet „Was man sieht und was man nicht sieht.“ Man sieht beispielsweise Smartphones, die über den Ladentisch gehen. Es gibt einen hypothetisch niedrigeren Umsatz, wenn die Leute weniger Smartphones kaufen, aber auch nur für dieses Produkt. Es kann doch sein, dass dann etwas anderes in Mode kommt. Die Leute kaufen nicht nur keine Smartphones, sondern was anderes. Vielleicht wird das Theater wieder populärer und die Leute geben mehr Geld für Kultur aus.

  11. willihope

    @Stefan

    Dein Posting sagt mehr über dich als du vermutlich möchtest!

     

    Wenn ich monatlich 1 Million verdiene dann gebe ich 50% monatlich aus, versprochen!

    Dann wohne ich wo es schön ist am Meer, habe ein schönes Boot, ein schönes Haus mit Pool, einige Autos und schöne Frauen um mich. 🙂

    Alle sollen was von meiner Kohle haben und ich will das Leben genießen!

    OK für dichsind das nur Statussymbole und Komplexkäufe, für mich ist es ein gutes Leben. Neid muss man sich verdienen! 🙂

     

    @Stani

    Rechne doch mal wenn dein Gehalt nicht steigt die Kosten und Steuern aber schon, wie sich das ohne Wachstum auf dein Konto auswirken würde!

    Alle könnten einpacken denn ohne Wachstum sind wir alle Pleite und Arbeitslos! 🙁

     

     

  12. Fruchtwein

    Ich sehe es ähnlich wie willihope – wenn man das Geld hat, warum nicht auch ausgeben? Das bedeutet ja nicht, dass man es sinnlos verprassen muss.

    Ich würde mit der 4% Regel von Mr. Mone Mustache gut leben können. Dadurch sollte sich das eigene Vermögen trotzdem vermehren und eine Erbmasse für die Kinder kreieren, mir aber auch ein angenehmes Leben ermöglichen.

    Und wenn die 4% 100.000,- USD im Monat bedeuten, joah, das werde ich schon los. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. 😉 Und wenn es „nur“ 30.000,- USD im Jahr sind, reicht mir das dann auch (obwohl 100k im Monat natürlich schöner wären…).

    @Couponschneider

    Sehe ich genauso! Leute werden immer konsumieren, einfach weil sie nicht alles selber herstellen können, was sie für ein angenehmes Leben brauchen. Und dazu gehören auch Fernseher, Waschmaschinen, Smartphones und so weiter.

    Die Frage ist nur, wie sie konsumieren. Im Moment auf Kredit und das fliegt uns irgendwann um die Ohren…

  13. Ben

    Tim Schäfer, du solltest dich in den deutschen Medien dem Value Investing widmen.  Falls du aber von den Chefs der US Firmen dafür bezahlt wurdest, solltest du unter deine Artikel immer schreiben: „Bezahlte Werbung“, damit jeder weiss, es sei nur Spass von dir. Ich glaube, dass du Value Investor bist und deine Artikel in den deutschen Medien nur Spass sind (bezahlte Werbung). Euro am Sonntag 21.3.2015, Seite 37, Burlington Stores = BURL. KGV 70. KBV 24. Die Aktie der Ladenkette ist 10x überbewertet. Nur nicht mit KUV 0.9. Aber die Infos auf Finance.Yahoo.com zu PE, PB und PS sind oft falsch. KGV 70, KBV 24 und KUV 0.9, das muss man nicht glauben. Also auf keinen Fall die teure Aktie BURL kaufen!!!

    http://finance.yahoo.com/q/ks?s=BURL+Key+Statistics

  14. Chris

    Zum Wachstum:

    Sehe ich ähnlich wie williehope. Wachstum ist extrem wichtig und ohne Wachstum geht einfach nichts. Ob Wachstum sinnlosen Konsum braucht ist eine ganz andere Frage. Jedenfalls würde es uns allen nicht so gut gehen, wenn jeder nur Ersatzinvestitionen tätigen würde…

  15. Schwarzer Kater

    @willihope

    Grüß Dich. Bist Du immer noch mit dem 2xLevDax unterwegs? Bisher ging Deine Strategie ja super auf.

  16. willihope

    @Black cat

    Hallo!

    Ja es läuft wie gedacht, ok die letzten 2 Tage waren nicht so besonders, glaube 2000 Euro minus oder so, weiss es nicht genau weil ich schau nur ab und an, darin seh ich ja den Vorteil meiner Strategie – ich muss mich von Jänner bis Jänner um nix kümmern ausser 1 x pro Monat den GI ausrechnen. 🙂

     

    Ist aber ein Ausnahmejahr soviel ich weiss, 20% in nur 3 Monaten ist doch selten und da sollten eigentlich alle die Long sind gut fahren, mein System macht/sollte die Gewinne (machen) weil es bei den meisten Verlussten nicht investiert ist. 🙂

     

    Mein Freund hat noch mehr Geld als ich und macht in Euro zu Dollar, Short-CFD’s auf EuroStock 50, ShortCFD’s auf Dax und Öl-Irgendwas, alles im Minus bis Vorgestern und insgesamt Minus plus Plus in Öl mach === Nullsumme. 🙂

    Abzüglich Gebühren verkürzt das nur seine Zeit in Asien. 🙁

     

    Da bleib ich lieber bei meinem GI mit Hebelchen. 🙂 Im Mai wird dann gewechselt.

    Es könnte zwar jetzt einige Zeit abwärts gehen aber System ist nunmal System und wenn ich mich nicht daran halte dann kann ich es gleich vergessen.

    Abgerechnet wird am Jahresende. 🙂

     

     

     

     

     

  17. Schwarzer Kater

    @willihope

    Das klingt echt gut. Vor allem, dass Du an Deiner Strategie festhälst. Kaufst Du eigentlich nach?

    Ein Bekannter von mir hat sich Marken gesetzt (z.B. alle 200 Dax Punkte) und kauft dann jeweils nach.

    Ich kann mich ebenfalls bisher nicht beklagen, wobei ich mit weniger Gas unterwegs bin als Du.

     

  18. willihope

    @Black cat

    Das mit dem Nachkaufen ist so eine Sache, hatte ich mal bei der Deutschen Bank als ich auf die deutsche Politik vergessen hatte, irgendwie kam ich dann von KK 48.- runter auf 26.- oder so, musste da aber jeden Tag an Kostolany denken:

     

    Börsengewinne sind Schmerzensgeld, erst kommen die Schmerzen und dann die Gewinne! 🙂

     

    Derzeit habe ich noch 5% Cash in einem Konto (von Verkäufen) und habe mir heute erstmals wieder darüber Gedanken gemacht, sollte der DAX noch weiter fallen werden ich den Rest wohl bis Mai investieren?

    Bin mir aber nicht sicher denn es sind ja nur noch 5 Wochen bis ich sowieso aus/umsteige. Was kann der Dax in 5 Wochen schon groß ausrichten? 2 -3% wenn es viel ist?

     

    Ist der Broker in Ö und da ist Kauf/Verkauf sautauer, vielleicht warte ich auch ab und schiebe alles dann in mein neues Depot bei Lynx.

     

    Ich hoffe du machst Kohle wie Heu! 🙂

     

    Good luck at all!

     

  19. Treponema Pallidum

    willi = no hope

    Hoffe, Dir bleibt nach dem Crash noch genug zum leben, gö?

  20. willihope

    @Tröter im Delirium

    Was faselst immer von Crash? Willst du dass wir alle aussteigen und der DAX dadurch um 30% fällt?

     

    Das wird nicht passieren denn wir sind in der Kirche Buy und HOLD und Buffetts Jünger!

     

    Also geh wech und kauf dir LONG Scheinchen mit Hebel 50 auf den DAX denn der wird STEIGEN!

     

     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *