WSJ: Die Warnung vor dem nächsten Börsencrash


New York, 8. Oktober 2010

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Es ist ja fast schon unverantwortlich, wie das Wall Street Journal immer wieder vor den Parallelen der 1930er Jahren warnt. Bereits zum zweiten Mal seit Juli lässt sich Donald Luskin, ein Anlagestratege von Trend Macrolytics, in der angesehnen Wirtschaftszeitung darüber aus, wie die Weltwirtschaft weiterhin am Abgrund zu stehen scheint. Als Beweis dient dem Gastkommentator ein Chart des Dow-Jones-Index aus den 1930er Jahren. Zum Vergleich legt er einen Kursverlauf aus diesen Tagen darüber. Fast identisch sind die Kursverläufe, es ist verblüffend. Wenn sich die Geschichte in der Tat wiederholen sollte, so suggeriert der Chart, stünden wir nun vor dem Kollaps, dem Zusammenbruch des Börsenmarktes. Ich halte das für reine Angstmache. Klar können sich die Chartverläufe durchaus ähneln. Waren doch beide Krise in ihrem Ausmaß dramatisch. Beide führten zum Zusammenbruch von Hunderten von Banken. Beide Male spielte die Panik der Masse eine Rolle. Sprich die Menschen haben die Nerven verloren und zogen Geld von ihren Banken ab. Aber diesmal erholt sich die Wirtschaft längst wieder. Zwar bleibt die Arbeitslosigkeit erstaunlich lange hoch in den USA. Doch die Schwellenländer in Asien und Südamerika verzeichnen einen neuen Boom. Es geht weltweit langsam, aber sicher wieder aufwärts. Ich bin optimistisch und halte nicht viel von solchen Zerrbildern, die eine Weltuntergangsstimmung verbreiten. Langfristig steigt ohnehin der Markt. Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Da frage ich mich immer wieder: Warum sollte ich mich gegen den langfristigen Trend stellen? Das wäre doch idiotisch.
Übrigens dient der Artikel nur dazu, vor der Steuererhöhung zum Jahreswechsel zu warnen. Denn die Obama-Regierung will offenbar die Steuererleichterungen der Bush-Regierung nicht verlängern. Aus diesem Grund steigen die Steuern in vielen Bereichen – beispielsweise steigt die Abgabelast auf Dividendenausschüttungen für die Steuerzahler erheblich. Aber noch ist das letzte Wort der Regierung nicht gesprochen. Ich rate zur Besonnenheit. Setzen Sie nicht Haus und Hof auf eine Aktie. Streuen Sie Ihr Erspartes. Verschiedene Aktien, Sektoren, Länder. Andere Assetklassen wie Immobilien oder Rohstoffe federn die Risiken ab. Wer schwerpunktmässig auf Aktien setzt, dürfte meiner Meinung gut abschneiden.


tim schaefer (Author)

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