Wochenrückblick Teil 2: Gap, Weight Watchers, CKE Restaurants


New York, 28. Februar 2010

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Im Februar verbesserte sich der Dow-Jones-Index um 2,6 Prozent auf 10.325 Punkte. Eine schöne Monatsbilanz. Am besten schnitt unter den 30 Standardwerten J.P. Morgan ab. Am Freitag zog die Modekette Gap um 5,4 Prozent auf 21,50 Dollar an. Das vierte Quartal fiel besser als erwartet aus. Besonders kommt die Billigtochter „Old Navy“ mit starken Verkaufszahlen voran. Die Führungsspitze hatte schon vor einem Jahr angekündigt, die etwas aus der Mode gekommene „Old Navy“ revitalisieren zu wollen. Sie müssen wissen: Die Kernmarke ist Gap, die Kette richtet sich vor allem an Frauen und Männer im Alter zwischen 25 und 35 Jahren. An zweiter Stelle folgt die etwas luxuriösere Ladenkette „Bana Republic“. Hier kleidet sich selbst die Präsidentengattin Michelle Obama ein. Jeans und exquisite Hemden gehen hier für mehr als 100 Dollar über die Ladentheke. Auf niedrigere Einkommen fokussiert sich dagegen Old Navy: T-Shirts ab vier Dollar und Jeans für 50 Dollar. Da sich das Unternehmen wieder auf Kurs befindet, kündigte die Führungsspitze jetzt an, die Dividende erhöhen zu wollen. Zudem will der Vorstand eine Milliarde Dollar für ein Aktienrückkaufprogramm locker machen. Ein solcher Schritt signalisiert Stärke beziehungsweise eine Unterbewertung. Gap sitzt auf 2,2 Milliarden Dollar Netto-Cash, sprich keine Schulden sind an Bord. Der Börsenwert von derzeit gut 14 Milliarden Dollar entspricht in etwa einem Jahresumsatz. Das von Doris und Don Fisher 1969 gegründete Imperium erstreckt sich auf mittlerweile 3.100 Läden rund um die Welt.
Während es bei Gap brummt, befindet sich der Abnehmkonzern Weight Watchers auf Schrumpfkur. Der Gewinn brach im vierten Quartal um 61 Prozent ein. Die Aktie sank am Freitag um 15 Prozent auf 25,72 Dollar. Rund um den Globus bietet Weight Watchers jede Woche 50.000 Sitzungen für seine Mitglieder an. Die Kunden erhalten Ratschläge zu einer gesunden Ernährung, besseren Lebensgewohnheiten und sportlichen Aktivitäten. 60 Prozent der Einnahmen erzielen die New Yorker im Heimatmarkt, 40 Prozent im Ausland. Jahrelang modernisierte der Abnehmberater seine Filialen nicht, das Konzept scheint ein Auslaufmodell zu sein. Eine etwas angestaubte Geschäftsidee. Wobei in den USA ein Drittel der Bevölkerung fettsüchtig und ein weiteres Drittel übergewichtig ist. Lediglich der Rest entspricht mehr oder weniger dem idealen Gewicht nach dem Body-Mass-Index. Keine andere Nation ist dicker.
Dass Restaurant-Aktien wieder hoch in der Gunst der Anleger stehen, schreibe ich hier ständig. Nun explodierte der Kurs der Schnellrestaurantkette CKE um über 27 Prozent auf 11,37 Dollar. Ein Übernahmeangebot einer Private-Equity-Firma flatterte auf den Tisch. Eine Anwaltskanzlei will sogar jetzt einen höheren Preis bei der Transaktion herausschlagen, als die gebotenen 11,05 Dollar Cash je Aktie.


tim schaefer (Author)

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