Wie wird man reich? Meine 5 Buchtipps für den Herbst


New York, 10. September 2012

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Lieber Leser, die Menschen stellen sich diese Frage wohl oft: Wie wird man eigentlich reich? Viele Wege führen nach Rom. Sie können erben, im Lotto gewinnen, eine Firma gründen, hart arbeiten, sparen wie ein Weltmeister… Gleich vorweg, darüber schrieb ich ja schon oft: Geld macht nicht unbedingt glücklich. Das ist wissenschaftlich erwiesen.
Trotzdem möchte ich versuchen, Ihnen die Antwort auf die Eingangsfrage zu geben. Ich glaube, es ist ein Mix aus allem genannten. Der typische amerikanische Millionär ist meiner Einschätzung nach sehr sparsam, fährt alte Autos, trägt abgelaufene Schuhe, uralte Krawatten, kurzum verzichtet auf Luxus.
Die beiden Megareichen Warren Buffett und Carlos Slim sind Paradebeispiele für einen sehr einfachen Lebensstil. Ohne Yachten, ohne teure Autos, ohne gigantische Villen.
Wer die amerikanischen Millionäre weiter beleuchtet, stellt fest, sie arbeiten hart. Entweder als Angestellte oder als Selbstständige. Sie besitzen in der Regel Aktien sowie Immobilien (zumindest ein Eigenheim). Sie sind sehr motiviert. Sie wollen etwas erreichen, haben ein Ziel vor Augen. Ihr Ziel ist aber nicht, möglichst viel Geld zu verdienen. Das ist die Krux.
Sie haben eine tolle Geschäftsidee und wollen diese verwirklichen, den Menschen etwas außergewöhnliches anbieten: eine neues Produkt, eine Lösung.
Als die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin die Suchmaschine gründeten, ging es ihnen darum, dass sich die Menschen im Internet besser zurecht finden können. Sie arbeiteten hart an der Lösung, boten die Suchmaschine zunächst völlig gratis (ohne Werbung) an. Erst später entwickelten sie die Idee, mit Werbung Geld zu verdienen. Ähnlich war das wohl bei Bill Gates, Steve Jobs oder Mark Zuckerberg (ja ich erwähne den Facebook-Gründer hier positiv). Sie hatten alle grandiose Ideen und wollten diese in die Tat umsetzen. An das Geld dachten sie vermutlich erst in einer viel späteren Phase.
Ich glaube einer der ersten Schritte zum Erfolg beginnt im Kopf. Mit der Zielsetzung. Mit der positiven Grundeinstellung, etwas erreichen zu wollen.
1. Im Kopf beginnt der Reichtum mit der richtigen Einstellung.
Natürlich können Sie sich im Kopf vorstellen, unbedingt reich zu werden. Vielleicht klappt das ja. Hierzu gibt es ein interessantes Buch. Es ist schnell gelesen. Ein etwas mystisches Buch. Es bringt Ihnen in Kürze die richtige Einstellung bei. Ich fand es spannend zu lesen, aber es dürfte wohl nicht jedermanns Sache sein. Es heißt: Die Wissenschaft des Reichwerdens: Vollständige Übersetzung des amerikanischen Originals „The Science of Getting Rich“.
2. Eine indische Großfamilie reisst sich nach dem Value-Prinzip Motels unter den Nagel.
Dann kann ich Ihnen das Buch von Hedgefondsmanager Mohnish Pabrai empfehlen. Ich habe mit ihm schon in Omaha auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway gesprochen, hier finden Sie den Fotobeweis unten. Pabrai ist ein absoluter Fan von Warren Buffett. Er hat im Jahr 2008 flotte 650.000 Dollar für ein Mittagessen mit Buffett gemeinsam mit seinem Freund Guy Spier geboten. Und erhielt den Zuschlag. Buffett spendete das Geld für einen wohltätigen Zweck. Pabrai hat ein Buch über die indische Patel-Familie geschrieben, die wie strikte Value-Investoren agieren. So kaufte die Patel-Großfamilie in den 70er Jahren, während der Ölkrise, massenweise Motels in den USA auf. Sie griff zu, als die Branche am Boden lag, sie zahlten einen Appel und ein Ei für die totgeglaubte Branche. Die Banken waren seinerzeit froh, die insolventen Motels los zu werden. Die Patels managten fortan das Gastgewerbe mit der gesamten Familie. So hatten die Patels ein Dach über dem Kopf, denn sie lebten in den Hotels (kostenlos wohnen). Sie hatten alle einen Hotel-Job, konnten ihre gesamte Familie einstellen. Die Personalkosten waren damit gleich Null. Ohne hohe Fix-Kosten können Sie nahezu jeden Sanierungsfall gesunden. Das war das Erfolgsrezept der Patels. Mittlerweile gehören dem Familienstamm nahezu alle Motels in den USA.
Ich kenne in New York eine Patel-Familie aus diesem Stamm: Die sind steinreich, haben überall im Land kleine Anteile an Motels (mit jeweils zwei bis drei Prozent), sie wohnen am Central Park South in einem edlen Appartment. Im Nachbarhaus residierte Luciano Pavarotti bis zu seinem Tod 2007.
Pabrai, der ein Freund von Buffett wurde und ihn jedes Jahr in seinem Büro besucht, schrieb nun dieses tolle Buch über die indisch-stämmigen Patels. Im Kern schildert er, wie vorsichtig die Inder investieren, indem sie die Familie einbinden und strikt auf Kosten achten. Pabrai Buchs kann ich jedem empfehlen, der mehr über die Methode des vorsichtigen Investierens (Risikovermeidung) lernen möchte:
Der Dhandho-Investor: So funktioniert Value-Investing auf Indisch
Übrigens, wenn Sie sich ein aktuelles Youtube-Video von Pabrai mit einer Uni-Gruppe (1:24 Stunden) anschauen möchten, empfehle ich Ihnen dieses: hier der Link. Am Anfang ist die Ton-Qualität schlecht, die wird aber später in dem Video besser. Er spricht über sein großes Vorbild Warren Buffett.
Wenn Sie es bis hierher in meinem heutigen Blogeintrag geschafft haben, dann gebe ich Ihnen jetzt noch schnell drei weitere Büchertipps für den Herbst mit auf den Weg.
3. So denken Millionäre.
Das Buch So denken Millionäre: Die Beziehung zwischen Ihrem Kopf und Ihrem Kontostand ist interessant gemacht. Viele Ideen, Erkenntnisse, Strategien. Ein paar Sachen sind etwas komisch. So müssen Sie sich auf den Kopf klopfen – zur Verinnerlichung Ihrer Gedanken. Passen Sie also auf, dass Sie niemand beobachtet, sonst könnte ein falscher Eindruck über Sie entstehen.
Abgesehen davon: Im großen und ganzen ein guter, gelungener Ratgeber. Ein Zitat aus dem Buch: „Wenn Sie sagen, dass Sie würdig sind, dann sind Sie es. Wenn Sie sagen, dass Sie nicht würdig sind, dann sind Sie es nicht. In beiden Fällen werden Sie die Konsequenzen Ihrer eigenen Sicht auf sich selbst in der Lebenswirklichkeit erfahren.“
4. Ein cooler Sparratgeber.
Super cool, super witzig ist dieses Buch geschrieben: Goodbye Pleite, hello Luxus: So wird Ihr Kontostand zu Ihrem besten Freund. Es ist gespickt mit spannenden Tipps. Es handelt sich um simple Strategien, die funktionieren. Im Kern ist es für Menschen geschrieben, die Probleme haben, zu sparen beziehungsweise die Probleme haben, ihr Einkommen zu steigern.
5. Was wollen wir eigentlich in unserem Leben erreichen?
Zum Schluss habe ich diese Lektüre für Sie: Wer bist Du und was willst Du?: 4 Fragen und 48 Stunden, die Ihr Leben verändern werden!
Es ist ein sehr nachdenkliches Buch. Im Kern geht es darum, herauszufinden, was Ihre eigenen Ziele eigentlich sind. Es geht nicht so sehr ums Geld, sondern darum, die Lebenserfüllung zu finden. Es geht um Aspekte wie Zufriedenheit. Welcher Job ist Ihnen wichtig? In welchem Land, in welcher Stadt, Region möchten Sie leben? Wie wichtig ist Ihnen die Familie, die Hobbys, Freunde etc.? Die Frage, was uns wirklich wichtig ist, ist verdammt schwierig herauszufinden. Die Antwort dazu steckt tief in unserem Inneren. Uns zu helfen, dies herauszubekommen, das versucht dieses Buch.
Ich habe alle hier erwähnten Bücher gelesen. Sie stehen alle in meinem Regal. Jeden Monat lese ich mindestens ein Buch. Je mehr Sie lesen, desto besser. Warren Buffett und sein Vize-Chef Charlie Munger sind Leseratten. Sie lesen fast den ganzen Tag lang.
PS: Im Oktober treffe ich einen prominenten Milliardär zum Interview. Der stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Ich werde ihn fragen, wie sein finanzieller Aufstieg zu den „1,00 Prozent“ möglich ist. Ich bin schon jetzt auf seine Antwort gespannt.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Wie wird man reich? Meine 5 Buchtipps für den Herbst

  1. Turing

    Und das beste Value-Investoren ist: Die Bücher gibt es gebraucht weit unter dem Buchwert. 🙂 Ich bestelle in letzter Zeit sehr häufig die Bücher gebraucht über Amazon und spare teilweise bis zu 90 %. Statt 20 € für das „Schwarzbuch des Kommunismus“, zahlte ich nur noch 4,50 € inkl. Porto.

  2. Frank

    Hallo,
    ich müßte mal ein Buch schreiben: wie wird man als Fleißiger in Deutschland abgezockt und was kann man dagegen tun.
    Da man in seltensten Fällen durch Arbeit reich werden kann sollte man reich anders definieren. Für mich bedeutet reich keinen Konsum zu benötigen, denn der macht unfrei.
    Ich für mich glaube weniger zu arbeiten und damit weniger vom Staat abgezockt zu werden macht reich. Mehr Zeit für die Kinder, Frau und sich selbst.
    Gespartes (man kann auch mit geringen Einnahmen sparen solange die Ausgaben angepasst werden)in solide Dividendenpapiere investieren um im Alter nicht von der Mickerrente leben zu müssen und solange man jung ist freie Zeit zu haben bedeutet für mich Reichtum. Wenn man bedenkt was die kalte Progression aus einem Bruttolohn macht steht die Arbeit nicht dafür. Solange Deutschland Fleiß bestraft kann es auch nicht gesunden.
    Frank

  3. Jack

    @ Tim

    Danke für deine Aufstellung, Nr. 5 habe ich mir mal für 6,28 € gekauft, hoffentlich hält es seine Versprechungen die es macht!

    @ Frank
    Teilzeit arbeiten und dann nochmal eine Vollzeitstelle: Politiker beschimpfen und sich über Steuern aufregen! (sorry der Seitenhieb musste sein!)

    2 Anmerkungen dazu:
    – Seit wann lohnt sich harte Arbeit? In welcher Welt leben sie?
    In der Geschichte waren es immer Sklaven und Bauern die am härtesten gearbeitet haben und am wenigsten davon hatten.
    Anfangs waren die Besitzer von Ländereien die Wohlhabenden und Herrscher, im Zuge der Industrialisierung das Kapital (Kapitalisten) und jetzt im Informationszeitalter sind es die Menschen mit den besten Ideen und Informationen.
    Nicht umsonst hat Napoleon Hill, der 20 Jahre die erfolgreichsten Menschen seiner Zeit interviewt hat, das Buch „Denke nach und werde reich“ (Think and grow rich) geschrieben.
    Die Betonung liegt auf Denken und daraufhin cleveres handeln!
    Dies gilt im Informationszeitalter mehr den je.

    – In diesem Blog wird gerne über Politiker und Steuern gemeckert (scheint ein Volkshobby zu sein!)
    Mal im ernst, entweder es stört einem so sehr, dass man etwas dagegen tut.
    Oder man nimmt es einfach hin und kümmert sich um sein Leben!
    Den ganzen Tag im stillen Kämmerlein sich über die „unfähigen“ Politiker aufzuregen bringt rein GAR NICHTS!

    Für mich als Investor gehören 26,375% Steuern eben dazu aber:
    – mit ETF´s und einem Onlinebroker spare ich mehr Geld ein (im Vergleich zu einem aktiven Fond und einer Filialbank) als ich an Steuern zahlen muss
    – Suche ich mir Projekte und Organisationen aus, denen ich sogar freiwillig Geld Spenden würde und die mit Steuergelder finanziert werden.
    Jedesmall, wen ich Steuern zahle sage ich mir, dass das Geld zu 100% in diese Projekte und Organisationen investiert werden.
    Auch wen das natürlich nicht stimmt macht es das Steuern zahlen um einiges angenehmer.

    Zudem würde ich als Investor sehr gerne 1.000.000 € im Jahr an Steuern zahlen solange der Satz bei 26,375% liegt! 😉

  4. Reinhard

    Mein Buchtipp:

    Werner Stubenrauch,So schaffen Sie Vermögen.

    Ein motivierend geschriebenes, detailreiches Buch, das dafür plädiert,seine Vermögensbildung selbst in die Hand zu nehmen.

  5. Frank

    @jack,
    irgendwie habe ich deinen Eintrag nicht verstanden, deswegen kann ich gar nicht antworten
    Frank

  6. tim schaefertim schaefer

    @ Turing
    danke. Guter Spar-Tipp.

    @ Frank
    Mehr Zeit für die Familie hat einen großen Mehrwert. Bei den Superreichen glaube ich gar nicht mal, dass die steuerlich bestraft werden. Die können ihr Vermögen an die Familie verteilen oder in Stiftungen packen.

    @ Jack
    Nummer 5 ist ein besonderes Buch. Im Endeffekt will es den Sinn des Lebens finden. Gratulation. Da gehört Mut dazu. Ich glaube, den meisten Menschen fällt es schwer, die Lebensziele (übergeordnete) zu formulieren.

    Ich finde Politiker soll man schon kritisieren dürfen. Die müssen das aushalten können, das ist Teil des Jobs. Manchmal treffe ich eine extreme Arroganz unter Politikern an. Da glauben doch wirklich einige, etwas Besseres als der Rest der Menschheit zu sein.

    Danke für die spannenden Gedanken zu den Steuern. Warum aber der Immobilienbesitzer keine Steuern zahlen braucht (fürs Eigenheim oder nach einer Haltedauer von 10 Jahren für das Renditeobjekt), leuchtet mir nicht ein. Warum werden Aktionäre so schlecht behandelt?

    @ Reinhard, das schaue ich mir an. Danke für den Buchtipp. Vielleicht gibt es weitere Vorschläge.

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