Wie Sie mit wenig Einkommen ein Millionendepot aufbauen


New York, 11. März 2012

Ich habe ein schönes Beispiel gefunden, wie Sie mit kleinen Sparsummen ein Millionenvermögen an der Börse aufbauen können. Was brauchen Sie dazu? Viel Geduld, Motivation, Begeisterung und jede Menge Lesestoff.
Verna Oller hinterließ, als sie im Jahr 2010 starb, 4,5 Millionen Dollar. In der Bibliothek las sie stets das „Wall Street Journal“ und „Barrons“, sie war von Aktien regelrecht fasziniert. Selbst in hohem Alter diskutierte sie stundenlang über ihre Aktien-Positionen. Keiner in ihrem persönlichen Umfeld wusste, welch ein imposantes Vermögen die alte Damen aufgebaut hatte. Oller lebte extrem sparsam. Die Haare schnitt sie sich selbst. Selten kaufte die Rentnerin neue Kleidung.
Ab dem Jahr 1979 begann sie mit dem Investieren. Zunächst arbeitete sie mit einem Aktienbroker zusammen. Schnell fand sie jedoch heraus, dass sie es besser konnte. Sie hatte keinen Uni-Abschluss, keine spezielle Ausbildung.
In ihrem Testament ordnete sie an, dass ihr gesamtes Vermögen für den Bau eines Schwimmbads in ihrem Wohnort bestimmt ist. Auf eine Beerdigungszeremonie wollte sie verzichten. All ihr Geld sollte den Bürgern ihres Dorfs Long Beach im US-Bundesstaat Washington zugute kommen. Sehen Sie hier ein zwei Minuten langes Video von „ABC News“ (englisch) über die Dame.
In Deutschland gibt es ja auch schon solche Börsenqueens. Ingeborg Mootz ist so eine. Die reiche Seniorin aus einfachen Verhältnissen hat sich auf den DAX spezialisiert. Sie ist kultig, schauen Sie sich dieses kurze Video auf dem Börsenkanal DAF an.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Wie Sie mit wenig Einkommen ein Millionendepot aufbauen

  1. Andi7

    Sorry, ich habe nicht verstanden WIE? 😉
    Die Haare sich selbst schneiden und in der Bibliothek stets das „Wall Street Journal“ und „Barrons“ lesen?

    Die Überschrift ist sehr einladend. Zu dem Artikel passt jedoch besser: auch manche Omas sind beim Vermögensaufbau erfolgreich.
    Die Omas stechen in einem die meisten aus: mehrere Jahrzehnte, die sie hinter sich haben (also in denen sie investiert waren).

  2. tim schaefertim schaefer

    @ Andi7.

    Danke für den Kommentar. Gut beobachtet!

    Die Senioren haben 2 Vorteile:

    1. Mit dem Alter sinkt der Konsum.

    2. Die Zeit (Zinseszinseffekt und eventuelle Erbschaften) hilft ihnen.

  3. Anna

    Hallo, meine Herren,

    mal was zu dem Artikel. Die Dame ist mit 98 Jahren gestorben, und zwar 2010. Also ist sie 1912 geboren worden, angefangen zu investieren hat sie 1979 mit 67 Jahren.
    So jedenfalls lese ich das heraus.
    Sie hatte ein langes Leben und gute Investideen.

    Viele Grüße

  4. tim schaefertim schaefer

    Hallo Anna,

    ich finde beide Damen irgendwie super. Das hohe Alter bedeutet auch viel Erfahrung. Sie kaufen nur Firmen, die sie kennen und die sich bewährt haben. Irgendwelche neuen Geschäftsideen, die oftmals überteuert an die Börse kommen, meiden solche Ladys natürlich.

    Und das ist meiner Meinung nach ein weiterer Vorteil: Frauen sind grundsätzlich die besseren Anleger, weil ihre Selbstüberschätzung nicht so stark wie bei den Männern ausgeprägt ist.

  5. Andi7

    Hallo Anna,
    du hast Recht. Mathematisch gesehen hatte die Frau nur 31 Jahre Zeit (2010-1979) um auf 4,5 Mio. zu kommen.
    Aber sie hat mit 67 Jahren mit Sicherheit nicht bei 0 angefangen.
    Wir können davon ausgehen, dass wenigstens das Haus abbezahlt war (der Ausgabenposten Kaltmiete beträgt ca.23% des Nettohaushaltseinkommens der Deutschen) und ein paar „Notgroschen“ (eventuelle Erbschaften) vorhanden waren.

    @Tim
    Nicht in Anwesenheit von Frauen, sei gesagt: „Frauen sind grundsätzlich die besseren Anleger“ – ist ja ein Stück übertrieben. 😉
    Ich weiß nicht wie viele erfolgreiche Anleger-Frauen du kennst. Was wir jedoch den Medien entnehmen können, spricht nicht für deine Behauptung.

  6. Andi7

    Für Zahlenfreunde:
    Gehen wir von einer Wertverdopplung in 7 Jahren, was 10,4% Rendite entspricht, hätte die Frau in ihren 31 Investitionsjahren mehr als 4 Verdopplungen „erlebt“.
    D.h. rückwärts gerechnet 4-2-1-0,5-0,25 Mio.
    D.h. wenn sie mit knapp 250.000$ eingestiegen war, dann musste sie keine weiteren Einzahlungen leisten und keine großartigen Ideen haben, sondern blind in den „Index“ investieren, sprich nur auf durchschnittliche „Leistung“ kommen, um dort zu landen, wo sie jetzt ist.

    Also der Faktor Zeit spielt (u.a.) eine gigantische Rolle.
    Dazu ist die Lebenserwartung bei Frauen ca.5 Jahre höher.

  7. tim schaefertim schaefer

    @ Andi7,

    übrigens sind rund 10% pro Jahr für einen Anleger über einen so langen Zeitraum exzellent!

    Gut Warren Buffett kommt auf ca. 20% pro Jahr. Aber wer will sich schon mit Buffett messen?

    Wenn ich 10% auf Dauer an der Börse in die Scheune fahren würde, wäre ich super-zufrieden. Wobei das Argument mit dem Index natürlich richtig ist. Es spricht viel dafür, einfach in den Index zu investieren und das aktive Hin und Her sich zu ersparen. Auf Dauer schneidet der Index einfach besser ab.

  8. Christian Gier ist gut

    Hallo,

    die Aussagen von Frau Mootz, in dem Video, sind schon sehr blauäugig und erwecken irgendwie den Eindruck, dass sie eher nicht so viel Ahnung hat.

    Veba wurde 1995 zu rund 20DM / Aktie gehandelt. Das entspricht einem Startgeld von 20.000 DM. Wenn sie 3 Jahre später 1 Mio DM gemacht hat, dann hat sie eine jährliche Rendite von 268% p.a gehabt.

    Nichts gegen die gute Damen, aber beim Poker werden solche Ausflüge als Luckshots bezeichnet und die Personen heißen Fische. Das sagt eigentlich alles.
    Und neidisch bin ich auch nicht, um dieser Aussage den Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Achja, ich finde Frauen in der Wirtschaft und der Finanzindustrie sehr gut. Von mir aus können viele qualifizierte Frauen in den Vorstandspositionen von Unternehmen sein. Frauen sind (das ist eine Aussage aus dem Blaue) vermutlich Shareholder freundlicher und sind nicht so sehr auf den kurzfristigen Gewinn fixiert.

    Mir fällt spontan kein Ponzi-Scheme einer Frau ein (es gab wohl eine Frau, aber ich habe noch nie von ihr gehört). Das könnte ebenfalls ein sehr gutes Indiz sein!

  9. Andi7

    Ich habe mir zunächst das Video über die Frau Mootz ersparen wollen, da ich „unsere“ Seniorinen zu gut kenne. Nun nach dem Kommentar von Christian habe ich mir diese Kurz-Komödie angeschaut 🙂

    „Beim Tiefkurs kaufen und zum Höchstkurs verkaufen“. So einfach ist die Börse!
    „Ich verkaufe 1000 Aktien und kaufe 2000-2500, die gerade zum Tiefstkurs zu haben sind“. Was hat die Anzahl der Aktien damit zu tun (wohlgemerkt sie hat sich auf DAX spezialisiert)?

    Die Frau hat definitiv null Ahnung von der Börse!

    „Im Buch ist alles beschreiben… und wenn Sie Angst haben, rufen Sie mich an“.

    Diese Frau ist weltweit bekannte Börsenqueen? War es eine Sendung von Frauen für Frauen?
    Also für so dumm würde ich die Frauen doch nicht verkaufen.

  10. Andi7

    Was die Ponzi-Systeme angeht – die Frauen sind in der „Branche“ zu dünn vertreten und schaffen einfach nicht so weit/oft nach oben.

    Ich zähle MLM bzw. Network-Marketing auch zu den Schneeballsystemen. Dort sind die Frauen mit über 80% eindeutig dominierend, auch als Gründerinnen.
    Das war die Anmerkung zum Thema, dass Frauen vielleicht doch nicht so gierig sind bzw. das Geld mit ehrlicher Arbeit -„mit Schweiß und Fleiß“ verdienen wollen.

  11. tim schaefertim schaefer

    @ Andi7,
    nun dumm ist die Aktienqueen bestimmt nicht. Clever ist das System mit den 52-Wochen-Kursen. Sie kauft tief, verkauft hoch – da macht die Damen sicherlich einiges richtig.

    Dass sie sich bei Stückzahlen versprochen hat, das mag in der Tat stimmen.

  12. Turing

    Die Dame ist einfach kaltschnäuzig. Sie hat Geduld und wartet auf hohe und tiefe Kurse und sie sitzt es einfach aus, wenn Aktien, die günstig gekauft, noch etwas weiter sinken, um dann nach zwei Jahren wieder dicke dazustehen.

    Man braucht gar nicht so viel Wissen, um an der Börse erfolgreich zu sein, sondern die vier Gs:

    Geld – Sie hat Geld, denn sie handelt mit ihrem eigenen und nicht mit geliehenem Geld (wie es Fonds-Manager tun).

    Geduld – Die hat sie offensichtlich.

    Gedanken – Es ist ja nicht nur damit getan, bei Tiefkursen zuzuschlagen, sondern man muss auch die Phantasie haben, dass die Aktie wieder steigt.

    Glück – Gehört immer dazu.

    Sie macht das Gegenteil dessen, was Finanzexperten raten. Das ist gut. Laut Dirk Müller macht man ja bereits Verluste, wenn man eine sinkende Aktie hält und Gewinne, wenn man ein steigende Aktien hält. Aber nun darf und soll ein Privatanleger anders denken als ein institutioneller Anleger. Letztere sind darauf angewiesen, schnell reagieren zu können und im Notfall Aktien ohne großen Verlust verkaufen zu können. Das muss ich als Kleinanleger nicht unbedingt.

  13. tim schaefertim schaefer

    Danke Turing,

    sehr gut erklärt. Danke.

    Es ist auch viel Konsum-Verzicht im Spiel bei der Dame. Und durch ihr hohes Alter eine extrem lange Ansparphase.

    Viele Grüße
    Tim

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