Wie eine Krankenschwester ein Millionenvermögen mit Aktien anhäufte


New York, 30. Oktober 2014
Collage von David Hockney, britischer Maler. Titel "Mother". Entstanden 1982 in Los Angeles. Gesehen im "High Museum of Art" in Atlanta, Georgia.

Collage von David Hockney, britischer Maler. Titel „Mother“. Entstanden 1982 in Los Angeles. Gesehen im „High Museum of Art“ in Atlanta, Georgia.

Meine Kollegin Nele Husmann hat ein schönes Interview mit einer alten Dame geführt. Deren Spitzname: „Das Orakel von Buffalo“. Stephanie Mucha (97) arbeitete als Krankenschwester. Sie war immer sparsam. Sie häufte ein Vermögen von 5,5 Millionen Dollar über die Börse an. Ihre Strategie kann mit „Buy and Hold“ zusammengefasst werden.

Das Beispiel zeigt, mit einem überschaubaren Einkommen ist es möglich mit Aktien ein beträchtliches Vermögen aufzubauen. Unsere Politiker in Berlin haben das leider nicht erkannt. Die Aktie wird als Altersvorsorgemöglichkeit vom Gesetzgeber stiefmütterlich behandelt. Das Resultat: Nur 13,8 Prozent der Deutschen besitzen Aktien bzw. Fonds.

Das ist ein trauriges Resultat. Engländer, Amerikaner oder Australier besitzen deutlich mehr Produktivkapital – wohlgemerkt direkt und indirekt (über Pensionskassen).

Der Reichtum der Dame zeigt: Es zahlt sich aus, großartige Aktien zu kaufen, um diese dann jahrzehntelang liegen zu lassen. Sie brauchen nichts weiter zu tun. Einfach Ruhe bewahren. Das langfristige Ziel sollten Sie nie aus den Augen verlieren.

Ja, ich gebe zu: Manchmal kann das Investieren nervenaufreibend sein. Manchmal kann es einem Angst einjagen. Aber Sie sollten Ihr Gehirn trainieren, in sehr langen Zeiträumen zu denken. Am Ende sind Leute wie Mucha erfolgreich, die einen langen Atem haben. Sie sollten zwischendrin nie die Flinte ins Korn werfen.

Was oft vergessen wird: Ein wichtiger Teil der Gesamtrendite entfällt auf die Dividende. Wenn Sie rein- und rausspringen, können Sie die Dividenden verpassen. Sie können die besten Börsentage im Jahr verpassen. Sie werden außerdem Steuern und Transaktionskosten berappen müssen, wenn Ihnen die Geduld fehlt.

Der Zinseszins ist wie ein Wunder. Die meisten Menschen können sich nicht gedanklich ausmalen, mit welcher enormen Kraft dieser Effekt gerade im Alter wirkt. Die Zeit ist auf Ihrer Seite, wenn Sie jung sind.

Niemand hat heutzutage noch Geduld. So jedenfalls mein Eindruck. Alle scheinen schnell reich werden zu wollen. Mit der Brechstange sozusagen. Mit Trading. Mit Schulden. Mit Risiko. Mit Zocken. Mit Lotto.

Der gesunde Menschenverstand sagt einem doch: Das ist unrealistisch.

Der typische Privatanleger verdient kaum Geld an der Börse, weil er zu aktiv ist. Das ständige Traden führt nicht zum Ziel. Hobbybörsianer schauen tendenziell eine zeitlang zu, wie eine Aktie fällt. Anschließend verkaufen sie das Wertpapier in einem Kurstief. Mit großen Augen blicken sie dann auf den Verlust.

Warum verhalten wir uns so? Weil wir extrem emotional auf (kurzfristige) Verluste reagieren. Die größten Verluste an der Börse werden in Crashs bzw. Korrekturen eingefahren. Wir verkaufen unten, weil wir die Nerven verlieren. Und wir kaufen im Gegenzug am liebsten oben, wenn die Bewertungen schon viel zu teuer sind.

Ein anderes Problem ist das ständige Überprüfen von Nachrichten bzw. der Kurse. Das ständige Überprüfen bringt uns vom langfristigen Ziel ab.


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Wie eine Krankenschwester ein Millionenvermögen mit Aktien anhäufte

  1. Ajax87

    Das war echt ne hochinteressante Geschichte und lässt eigentlich jeden nur noch in der Überzeugnung wachsen, dass die richtigen Aktien über die lange Frist genau das richtige sind. Mir schien es, dass die gute Dame sich auf ihren gesunden Menschenverstand verlassen hat und geguckt hat was brauchen die Menschen immer und welche bekannten Unternehmen bieten das an.

    Besonders schmunzeln musste ich bei ihrer These, dass Coca Cola und Pepsi irgendwann fusionieren.

    Ich gönne ihr diesen Erfolg von ganzem Herzen. Zum einen da sie gutes mit dem Geld tut und Vorbild für andere sein kann, was die private Geldanlage und soziales Engagement angeht (welches freiwilliger Basis entspringt und durch kapitalistisches Verhalten gedeckt ist).

  2. Markos von Finanzielle Freiheit mit Dividenden

    Hallo Tim, ich hatte diese Woche den Artikel von Deiner Kollegin auch in meinen Finanzblog erwähnt.

    http://finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/2014/10/das-orakel-von-buffalo/

    Wirklich eine tolle Geschicht! Die wenigsten haben wirklich Durchhaltevermögen an der Börse.

    >Es zahlt sich aus, großartige Aktien zu kaufen, um diese dann jahrzehntelang liegen zu lassen.

    Im Interview steht aber auch, dass sie genau zu diesem Thema auch mit ihrem verstorbenen Mann gestritten hatte…

  3. corrupto

    Meine Anfangszeit an der Börse war auch schwer, mir konnte es nicht schnell genug gehen viel Geld zu machen, war ungeduldig und machte mir dauernd Sorgen.

    Heute bin ich von meinen (Hammer) Aktien überzeugt, behalte die Ruhe und sehe zu, wie die Kurse langfristig nach oben gehen. Sollte es mal etwas nach unten gehen (Marktkorrektur oder Analysten Erwartungen verfhelt, etc) kaufe ich nach! Diese Erkenntnis sowie das Vertrauen in seine Unternehmen muss halt reifen, das lernt man nicht von null an! wenn man erstmal soweit ist hat man eigentlich schon gewonnen !

    Eins weiß ich sicher, um Altersarmut brauche ich mir keine Sorgen zu machen 😉

  4. Tomas

    Hallo Tim, macht es Sinn für ein größeres Aktiendepot eigens eine Spardosen-GmbH zu gründen um Steuern langfristig zu sparen?

     

    Würde gern Deine Meinung dazu wissen???

  5. franz joseph

    Im Endeffekt werden Aktien sowieso steigen. Egal auf sicht von 1 Monat, 1 Jahr, 10 Jahre, 60 Jahre. Es ist egal ob Aktien ein KGV von 4, 10, 100 oder 800 haben. Weil es nur in eine Richtung geht. Das geht seit 5 Jahren so und wird in den nächsten 5 Jahren mit 30% p.a. genauso weitergehen. Das ist alles was man wissen muss. Also am besten mit Kredit rein…

  6. Alexander

    @franz Joseph

    Fast hätte ich deine Ironie nicht erkannt 😉

     

    Ungeduldig bin ich auch, ich kann einfach keine größere Korrektur abwarten und habe heute wieder zu teuer eingekauft. Andererseits weiß ich nicht, wann es runter geht. Es könnte auch die nächsten 3 Jahre noch 50% steigen, dann hat man gute Reserven für die Psychologie aufgebaut, wenn es dann fällt. Andererseits muss man sich bei der Nullzinspolitik mit 2-4 % Anfangsrendite zufrieden geben.

  7. corrupto

    @Alexander

     

    vor ~2 Wochen hat es sich doch angeboten ordentlich nachzuschießen? zu dem Zeitpunkt hatten sehr viele Aktien  ca. 15 – 20 % korrigiert! wie heißt es so schön, rein wenn die kanonen donnern 😉

  8. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Alexander

    So ist es eben.

    Kurzfristig weiß niemand, wo die Börse hinläuft. Wer langfristig plant, hat eine gute Chance eine reichhaltige Ernte in die Scheune fahren zu können. Das zeigt die Geschichte des Dow Jones.

    Wer darauf aus ist, eine schnelle Rendite zu erzielen, der spielt mit seinem Glück.

  9. Udo Cognac

    Das „Orakel von Buffalo“ beeindruckt mich. Ich habe auch schon hochgerechnet und mit meinem Akademikergehalt habe ich da viel mehr Möglichkeiten. Wenn ich so weitermache wie bisher, lebe ich ihn zehn Jahren frei von finanziellen Sorgen. Dann bin ich gerade mal Anfang 40. Mit 97 Jahren brauche ich das Gefühl nicht unbedingt. Aber man muss doch zugeben: Die Dame mit den 5,5 Millionen $ sieht recht gut aus für ihr Alter. Ich kenne Frauen, die 20 Jahre jünger sind, aber älter aussehen. Denen sieht man an die jahrzehntelange Plackerei an.

    Wer investiert ist, immer nachkauft, hält sich schonmal geistig fit. Unabhängigkeit, die Aktien mit sich bringen, führt zu Selbstbewusstsein… auch gesund. Wer Dividendeneinnahmen hat, muss sich weniger plagen und sorgen. Auch das ist gesund. Das Projekt „finanzielle Freiheit“ dient nicht der Huldigung des „schnöden Mammons“, sondern führt zur Steigerung der gesamten Lebensqualität. Und zwar bereits nach wenigen Jahren. Wer mit zuverlässigen Dividendeneinnahmen rechnen kann, schläft einfach viel besser.

    Ob ich ein Buch neu kaufe und lese oder gebraucht, ändern doch am Text nichts. Die Musik von gebrauchten und von neuen CDs ist die gleiche. Ob ich nun mit dem Fahrrad auf Rügen herumkurve und dort am Strand liege oder für mehrere tausend Euro in die Karabik fliege, um mich dort am Strand zu lümmeln, ist doch auch egal. Also entscheide ich mich, wenn möglich, für die günstigere Variante.

  10. Felix

    @ Udo

    Wenn man richtige Crashs mit vorher nicht unerheblichen Depotwert erlebt hat, bei dem binnen Wochen und Monate der Gegenwert von ganzen Einfamilienhäusern verschwunden ist, sieht man die Börse nicht mehr ganz so entspannt. Das nur als kleinen Warnhinweis.

    Und da hilfst dann auch Sparen mit einem Akademikergehalt nicht richtig weiter. Bisher hat sich die Börse immer wieder erholt, einigermaßen rasch sogar und neue Höchstwerte erklommen. Ein Naturgesetz freilich ist das nicht. Als Warnung kann der japanische Nikkei dienen, der wahrscheinlich in den nächsten 50 Jahren seine alten Hochs von vor 20 Jahren nicht mehr sehen wird.

    Ansonsten hast du durchaus Recht.

  11. franz joseph

    Also die Japaner müssen noch lange warten als sie bei Nikkei 40.000 eingestiegen sind. Nur so als Warnhinweis!

  12. Ajax87

    Wenn Japaner aber kontinuierlich weiter investiert hätten, hätten sie ihren durchschnittlichen Einstiegspreis aber auch schön nach unten gedrückt…Wer alles bei 40.000 reingeworfen hat und dann nie wieder was, hat natürlich Pech gehabt…

  13. Emil

    Wieso stehen die Aktienindizes da, wo sie aktuell stehen?

    Weil es der (Welt)Wirtschaft und den Unternehmen so gut geht?

    Weil die Probleme der Finanz- und Schuldenkrise gelöst wurden in den USA oder Europa?

    Jeder, der bis 3 zählen kann, weiss, dass es in absehbarer Zeit zu einer heftigen Korrektur kommen wird. Nur der Zeitpunkt ist noch unklar. Und ich bezweifele, dass es dieses Mal ein „weiter so wie bisher“ geben wird.

  14. Sebastian

    Volkswagen wird zum 8fachen Jahresgewinn gehandelt. Und Autos werden auch in zehn Jahren noch gekauft. Wo ist das Problem?

    Hier werden leider immer wieder Äpfel mit Birnen verglichen. Wer Angst hat, dass sich seine „Buchgewinne“ auflösen, ist kein Investor, sondern Spekulant.  Warum versuchen nur so viele, die Marktbewegungen vorhersagen zu wollen? Lest doch lieber Graham und Buffett!

    Was juckt mich der kurzfristige Börsenpreis, wenn das Unternehmen langfristig Gewinne einfährt und Dividenden zahlt?

    Tja, die Angst und die Prognosen –  gab es auch schon vor über 100 Jahren an der Börse und das wird sich eben nicht ändern.  Das Großmütterchen zeigt dagegen wie es geht: GEDULD!!!

    Wer von 5 Jahren Rally redet, hat zumindest beim DAX 2011 nichts mitbekommen. Habe mich damals ordentlich vollgeladen – hat sich gelohnt.

    „Ja, aber da geht es bald wieder hin!“ rufen manche. Tja, dann schlage ich halt wieder ordentlich zu, während die Mehrheit panisch verkauft. Übrigens habe ich Abstürze durchaus schon erlebt. Da entwickelt man eine gewisse Resistenz.

    @Emil

    Richtig, im Vergleich mit 2004 geht es vielen, vielen Unternehmen sehr viel besser. Die Gewinne steigen kontinuierlich. Wenn man sich Europa anschaut, sind wir auch nicht gerade im Wirtschaftsboom und Konsumrausch verfangen. Der kommt erst noch…….

    Und einen Vorteil von Buy-and-Hold gibt es auch noch. Wer seine Papiere einfach hält, ist zu Beginn der Hausse – an die in diesem Moment kaum einer glaubt, sonst stünden die Preise nicht tief –  komplett dabei. Was für ein Timing ;). Die Spekulanten wittern den Braten dann erst nach und nach. Und die Mehrheit kauft sich teurer wieder zurück…… Ein dummes Spiel!

  15. corrupto

    @ emil

    nichts weiter als untergangsgebrabbel! nach der korrektur ist vor der korrektur, das ist so sicher wie das amen in der kirche! nichts neues oder? NUR WANN ist die frage, die kann niemand beantworten. ich bleibe drin

     

    @ sebastian

    genau mein reden, lass die leute reden 😉

  16. Anton

    Ich freue mich sehr für die 97-jährige Dame, die 5.5 Mio. Dollar zusammengespart hat. Dieser Bericht zeigt  eindrücklich, dass Buy-and-Hold zum Ziel führt. — Manchmal frage ich mich bloss: Wozu so viel Geld sparen, wenn man es dann doch nicht ausgibt?

  17. Emil

    Kauft nur weiter Eure Aktien auf diesem Niveau. Es wird schon genug geben, die sich darüber freuen, einen dummen Abnehmer zu finden.

    Nein, das ist kein „Untergangsgebrabbel“. Einfach nicht der Blick durch die rosarote „Buy-and-Hold-Börsen-steigen-immer“-Brille.

    Auf die paar Prozent nach oben vor dem Knall kann ich gerne verzichten. Ich denke, dann an die Kommentare hier und werde einfach nur glücklich lächeln.

    Nicht, dass der ein oder andere hier noch bis 97 arbeiten muss…;-)

  18. corrupto

    dann warte weiter auf den crash und guck zu wie die kurse steigen.

    ich hätte jedenfalls immernoch genug zum nachschießen 😉

  19. Ajax87

    Emil, was hättest du konkret davon? Außer die Befriedigung Recht zu behalten? Ist dir das so wichtig?

  20. Emil

    @Ajax87

    Nö, überhaupt nicht. Ich habe nur auf den Vorwurf des „Untergangsbrabblers“ reagiert.

    Faktisch lassen sich meine Zweifel an den Bewertungen nicht vom Tisch wischen und es hat nichts mit Crashprophet zu tun, wenn ich für mich entscheide, aktuell lieber an der Seitenlinie zu stehen und erst wieder nach einem stärkeren Rücksetzer zu kaufen.

    Mir geht ehrlich gesagt auch dieses „Aktien steigen immer“-Gesabbel auf den Keks.Wir befinden uns in einer noch nie dagewesenen Zeit, wo man nur hoffen kann, dass die EZB genau weiss, was sie tut & wie sie da wieder (heil) rauskommt.

    Ich lege nach einem langen Arbeitsleben einen recht hohen sechstelligen Betrag (neben Immobilienvermögen) an & dann sind 50% Crash etwas mehr als einige hier vielleicht je verdienen werden. Ich möchte auch keine 10 Jahre mehr warten bis ich dann eventuell break-even bin.

    Wer jetzt aber unbedingt KGV > 20 zahlen möchte, weil er die „Aktien unbedingt haben will“ und „um später billiger nachzukaufen“, der kann das ja sehr gerne tun. Ich würde es nach diversen Crasherlebnisen seit Ende der 80er nicht mehr tun. Die kennen einige hier aber leider nur vom Hörensagen und müssen dann wohl erst selber erfahren, wie sich das anfühlt. Auch ok.

    Vogel fliegt, Fisch schwimmt & Emil ist eben im Moment an der Seitenlinie.

  21. Couponschneider

     

    Emil schrieb:

    „Ich lege nach einem langen Arbeitsleben einen recht hohen sechstelligen Betrag (neben Immobilienvermögen) an „& dann sind 50% Crash etwas mehr als einige hier vielleicht je verdienen werden. Ich möchte auch keine 10 Jahre mehr warten bis ich dann eventuell break-even bin.“

    Niemand hier legt einen großen Betrag einmalig an, sondern es wird kontinuierlich investiert. Am besten über das gesamte Erwerbsleben. Die Dividenden ergänzen das aktive Einkommen um passives Einkommen. Beim Renteneintritt hat man dann ordentlich Vermögen, das die schmale gesetzliche Rente ergänzt. Mit Aktienvermögen kann sogar die Lebensversicherung niedriger ausfallen, denn man ja was zu vererben. Erbschaft ist der beste Hinterbliebenenschutz.

    Ich investiere seit etlichen Jahren immer ca. alle sechs Wochen ein paar tausend Euro in Aktien. Ich habe sowohl zu günstigen als auch zu weniger günstigen Preisen gekauft.

  22. Markus

    Die allein selig machende Wahrheit, die für jeden exakt zutrifft gibt es nicht!

    Mit 10 Jahren Zeithorizont ist eine ganz andere Aktienquote sinnvoller, wie für einen 20 Jährigen, der erst mal monatlich spart, investiert und etwas aufbauen will.

    Auch kommt es immer speziell auf die Lebenssituation, den Partner, die eigene Risikotoleranz, den Immobilienbesitz, die Gesundheit und viele weitere Dinge an.

    Auch ist es eine Frage, ob man das Kapital aufzehren will, welchen Zinssatz man annimmt, oder ob man von den Zinseszinsen leben kann.

    Viele fangen erst mal mit dem Ziel finanzielle Freiheit an, haben aber noch nicht mal den finanziellen Schutz sinnvoll geplant….

    Bei einem Depotstand von 500 k oder mehr fühlen sich 50 k Tagesgeld als Sicherheit für den ein oder anderen wieder ganz nett an.

    Die Zeiten mit der Nullzinspolitik, den planwirtschaftlichen Rettungsaktionen des Kapitalismus und einigen potentiellen Krisenherden sind für die Finanzmärkte sicherlich … speziell.

    Da muss man kein Krisenprophet sein. Allerdings kann kein Mensch die Zukunft voraussagen. Im Prinzip sind Geldscheine nur bedruckte Scheinchen. Wenn man das ganze Leben nur dem Reichtum hinterherjagt, kann man unterwegs auch mal das Leben zu leben vergessen…

  23. Sebastian

    @Emil

    Es spricht doch niemand davon, jetzt sein KOMPLETTES Kapital zu investieren. Es geht eher darum, jetzt nicht zu verkaufen. Ein Verkauf aufgund von spekulativen Prognosen über die Marktentwicklung in naher Zukunft ist nur genau das: Eine Spekulation!

    Etwas befremdlich empfinde ich zudem den  – gelinde gesagt – hochnäsigen Ton einiger älterer Herren hier, im Gegensatz zu den Grünschnäbeln schon soviel erlebt zu haben. Da würde mich doch mal brennend interessieren , was ihr – oder eben Sie – daraus denn nun wirklich GELERNT haben? Seit 30 Jahren ängstlich übers Börsenparkett? Na ja……..

    Der 87er Crash beispielsweise? Ja, schön blöd, wenn man sich da mit Stopp-Loss hat rauskegeln lassen. 18 Monate später war alles wieder aufgeholt. Da sollte doch Buy-and-Hold im Kopf geblieben sein.

    Und schließlich: Was passiert denn beim Crash? Steigen da auf einmal all die klugen Köpfe wieder ein, die zuvor verkauften? Nein, eben nicht! Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Das heißt, es wird massenhaft VERKAUFT. Ist ja auch sicherer so – Weltuntergang, etc.

    Das ist dann die Stunde der valueorientierten Langfristanleger. Und der Zyklus beginnt von vorn.

    Ansonsten würde ich Markus zustimmen. Es gibt eben Unterschiede in der Verwendung des Kapitals. Einige scheinen ihr Kapital im Alter aufbrauchen zu wollen/müssen. Da herrscht natürlich permanente Unruhe. Wer sich aber in 40 Jahren mit seinen Investments eine Cashmaschine aufgebaut hat, den beunruhigen die Marktentwicklungen und die Börsenkurse eher weniger!

    Wünsche so oder so allen nur das Beste! Die letzten Tage haben den Pegel wohl bei allen wieder steigen lassen. Ist zwar für die Psyche schön, aber stark fallende Kurse – und damit günstige Einstiegsmöglichkeiten – wären eigentlich noch schöner.

    Tja, schwer zu begreifen, so stehen die Dinge aber für den geduldigen Investor !

    Und ja, ich habe es auch noch nicht genügend verinnerlicht 😉 …..

  24. Der Couponschneider

    „Der 87er Crash beispielsweise? Ja, schön blöd, wenn man sich da mit Stopp-Loss hat rauskegeln lassen. 18 Monate später war alles wieder aufgeholt. Da sollte doch Buy-and-Hold im Kopf geblieben sein.“

     

    Eben. Und dann sollte man nicht die Steuer vergessen. Man zahlt ja erst dann Spekulationssteuer, wenn verkauft wird. Das heißt: Austeigen, um später wieder einzusteigen, hängt im großen Maße von dieser Steuer ab.

    Wer bei 10 € kauft, bei 12 € (z. B. nach einem Stopp-Loss) verkauft, zahlt 25 % auf 2 €, also 50 Cent Steuern. Wenn der Kurs nicht mehr unter 11,50 € fallen sollte, hat man gegenüber Buy-and-Hold Verlust gemacht. Durch den Soli sieht’s noch bisschen anders aus, aber dadurch würden die Zahlen in meinem Exempel krumm, daher habe ich darauf mal verzichtet.

    Warum sollte man bei 12 € verkaufen? Wenn der Kurs von 13 € kommt?  Von 13 € bis 11,50 € ist entspricht einem Kursrutsch von 11,6 %. Solche Kursrutsche gibt es immer wieder, nur wissen wir nicht, wann. Und wenn es runter geht, wissen wir nicht, wie weit.

    Ich möchte aber nicht tagein tagaus mich mit Kursen beschäftigen. Ich möchte regelmäßig Dividenden kassieren und mich den schönen Dingen und interessanten Dingen beschäftigen: Literatur, Musik, meinen Beruf zähle ich auch dazu. Ich lese gerne Finanzliteratur, weil ich es für essentielle Bildung halte. An Charttechnik, Forex und Day-Trading verschwende ich keine Zeit.

    Langfristig geht’s nach oben, weil die Bevölkerung wächst (mehr Umsatz), weil die Unternehmen besser werden (mehr Effizienz) und weil immer mehr Menschen in Frieden und Freiheit leben. Man stelle sich vor, die Araber würden plötzlich Rechtsstaaten entwickeln.

  25. Wolf

    @ Couponschneider:

    Oder Israel würde nen Rechtsstaat entwickeln! Nicht auszudenken.
    Aber eher friert die Hölle zu…

  26. Markos von Finanzielle Freiheit mit Dividenden

    @Der Couponschneider

    So sehe ich das auch. Langfristig wird es nach obene gehen. Die Bevölkerung wird wachsen und somit auch solider Unternehmen. Meine Dividenden Cashmaschine läuft auch sehr gut und ich kann mich mehr auf andere Aktivitäten konzentrieren und muss nicht jeden Tag in mein Depot schauen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *