Wer clever ist, vermeidet 2 Fehler: Plunder im Haus + Trading


New York, 23. Januar 2015

Wie erreichen Sie finanzielle Freiheit? Wie kommen Sie gut im Alter über die Runde? Ich empfehle 15 Prozent des Einkommens zu sparen. Automatisieren das. Lügen Sie sich nicht selbst an, wenn Sie große Anschaffungen machen. Stimmen Sie das mit Ihrem Partner ab (oder sich selbst). Machen Sie eine Liste mit Ihren Zielen und vergleichen Sie das Erreichte. Viele Beziehungen gehen an übertriebenem Konsum zugrunde.

Was manche an Zeug (Möbel, Kleidung, Krimskrams) in ihre vier Wände stopfen, ist echt erstaunlich. Ständig etwas Neues. Was da für ein Mist drunter ist, ist der Hammer. Hundekörbchen für 1.000 Dollar zum Beispiel. Oder wie wärs mit einer Sauerstoff-Musik-Maschine für 399,99 Dollar? (Die Perücke der Dame auf dem Foto ist witzig).

Sparen Sie 1,00 Dollar, ist das umgerechnet so viel wie wohl 1,60 Euro Brutto (einschließlich Steuern, Sozialabgaben, Fahrtkosten etc.).

Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass das ganze Zeug nicht zufriedener macht. Ein Mittelmaß ist empfehlenswert. Niemand muss zum Geizhals werden. Aber um sparen zu können, müssen Sie eben irgendwo auf etwas verzichten. Oder Sie nehmen einen Nebenjob an. Von nichts kommt nichts.

Millionen Deutsche sind 50 oder 60 Jahre alt und haben keinen Cent zur Seite gelegt. Wenn sie in den Ruhestand gehen, haben sie nur die gesetzliche Rente. Das wird nicht einfach.

Hilfreich fand ich mein Interview mit Wes Moss, einem Vermögensberater aus Atlanta. Er begann das „Wall Street Journal“ zu lesen, als er 11 Jahren alt war. Viel wird er damals nicht verstanden haben, aber immerhin hatte er ein starkes Interesse am Thema Finanzen. Es reifte in ihm eine rationale Sichtweise heran.

Tilgen Sie am besten Ihre Schulden: Zinsen kosten jede Menge Geld. Schulden können Insolvenzen zur Folge haben. Konsumkredite sind teuer. Die Zinsen können Sie sich sparen. Oder denken Sie, was es kostet, eine Hypotheken 30 Jahre und länger bezahlen zu müssen. Suchen Sie nicht ständig nach Ausreden, warum das Tilgen oder das Sparen nicht klappt.

Ich finde super, wie das junge Ehepaar Bryant und Emily Adler seine Schulden tilgte. In drei Jahren hatten sie 92.000 Dollar zurückgezahlt. Sie trugen lieber einen Pullover mit einem kleinen Loch – anstatt eine wunderschöne Garderobe zu haben. Löcher in der Haushaltskasse sind einfach gefährlicher.

Übrigens sind viele Stars und Sternchen in manchen Dingen ziemlich sparsam. Von Milliardär Warren Buffett wissen wir, dass er bescheiden essen geht und gerne uralte gebrauchte PKWs fährt. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg fährt mit einem Volkswagen GTI zur Arbeit. Das Auto kostet vielleicht rund 25.000 Dollar. Mehr nicht. Zuckerberg trägt einfache Kleidung. Er lebt, gemessen an seinem gewaltigen Vermögen, ziemlich sparsam. Sportstar Alfred Morris fährt einen uralten Mazda. Ich finde diese Bodenständigkeit super.

Twilligt-Star Taylor Lautner lebt mit seinen Eltern und seiner Schwester unter einem Dach. Der junge Schauspieler hat für einen Film-Vertrag mindestens 25 Millionen Dollar kassiert. Er könnte sich ein Luxushaus jederzeit leisten. Trotzdem bleibt er im Kinderzimmer im Elternhaus. Er hilft beim Müllrausbringen und Rasenmähen.

Bestimmt geben die genannten Promis irgendwo richtig viel Geld aus. Aber trotzdem versuchen sie, moderat wenigstens in einigen Bereichen zu bleiben.

Der klassische Lottomillionär wirft den plötzlichen Reichtum binnen kurzer Zeit zum Fenster hinaus. Und meldet anschließend Privatinsolvenz an.

Der „kleine Mann“ hat etliche Probleme. Ich denke oft darüber nach, was der Privatanleger an Rendite aufgibt, weil er zu viel tradet. Dem Durchschnittsanleger fehlt die Geduld. Ständig wird rein- und rausgesprungen. In Internetforen lese ich erstaunt, wie stolz sie auf sich sind, wenn sie „Gewinne mitgenommen“ haben.

Dabei übersehen diese Leute, wie viel Steuern und Gebühren sie verplempern. Sie merken nicht, dass sie ihre Gewinneraktien verkaufen und an den Verliereraktien festhalten. Sie übersehen, was sie mit einem „Buy and Hold“-Ansatz hätten verdienen können. Sie denken nicht an den Effekt des Zinseszinses. Sie haben noch nie etwas von der 72er Regel gehört. Sie meinen, Aktivität erhöht die Rendite, aber das Gegenteil ist der Fall. Sie unterschätzen den langfristigen Wert von Dividenden.

In den vergangenen sieben Jahren ging ihnen verdammt viel Geld durch die Lappen, wenn sie aus dem Markt ausgestiegen sind. Es handelte sich um eine der besten Rallyes, die es jemals an der Börse gab.

Studien belegen, Profianleger, die weniger als ihre Kollegen das Depot umschichten, schneiden besser ab. Hobby-Trader verstehen die gesamte Börse nicht. Für sie ist es ein Spielkasino. Aktien sind für sie Lotteriescheine und keine Beteiligungen an Unternehmen.

Wenn die Börse steigt, werden sie euphorisch. Wenn sie fällt, kriegen sie Angst. Es sind immer die gleichen Fehler: Sie kaufen in Haussen (oben) und verkaufen in Baissen (unten). Der typische Hobby-Anleger konzentriert sich auf den heutigen oder gestrigen Tag, wenn er/sie Entscheidungen trifft. Kaum jemand blickt langfristig zurück oder langfristig nach vorne. Keiner mag sich ausmalen, wo eine Aktie eventuell in zehn oder 20 Jahren stehen könnte.

Haben Zocker gerade eine Aktie gekauft und der Kurs fällt, bekommen sie Angst. Ich bekomme sehr viele Emails. Immer ist es das gleiche Problem: Sie haben ein solides Unternehmen gekauft und stehen im Minus. Ihre Angst nimmt von Tag zu Tag zu. Sie können einfach nicht abwarten. Sie schauen auf den Verlust und können es nicht ertragen. Sie wollen mit Verlust verkaufen. Ich rate in diesen Fällen immer: Abwarten. Abwarten. Abwarten.

Ich erhielt folgende Email:

Sehr geehrter Herr Schäfer,

als regelmäßiger Leser der Euro am Sonntag und Ihrer Kolumne war ich von Ihrer Darstellung der Unterbewertung des Unternehmens „Halliburton“ in Ausgabe 47/14 überzeugt.
Konsequenterweise habe ich in beträchtlichem Umfang am vergangenen Montag investiert.
Leider habe ich so wenig wie Sie in Ihrer Analyse bedacht, dass makroökonomische und politische Gründe für einen weiterhin nachgebenden Ölpreis sprechen. Nachdem auch das OPEC Treffen in Wien keinen Beschluss zur Kürzung von Ölfördermengen gefasst hat, setzte sich die Talfahrt der Sorten Brent und WTI beschleunigt fort.
Gemäß Experten ist bis auf Weiteres – von kleinen Erholungen abgesehen – kein steigender Ölpreis zu erwarten; im Gegenteil wird ein weiterer deutlicher Verfall nicht ausgeschlossen.
Dass in einem solchen Umfeld Dienstleister wie Halliburton – unabhängig von einer möglichen Bewertungsaufholung gegenüber dem Wettbewerbsprimus Schlumberger – in großem Stil abverkauft werden, liegt im Nachhinein sehr nahe.
Die bereits erlittenen Verluste macht diese Erkenntnis leider nicht wett.
Wie schätzen Sie nach den Geschehnissen und dem Kursverfall der zurück liegenden Woche die weitere Entwicklung mit Sicht auf zwölf Monaten ein?
Für Ihre Antwort bedanke ich mich im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen
xy

Ich kann nur raten, abzuwarten. Das perfekte Timing beim Einstieg bekommt niemand hin. Aber nach so einem Ausverkauf wird es schon attraktiv. Deshalb schrieb ich über Halliburton. Nun, es war einen Tick zu früh, um darüber zu schreiben. Aber die Kurskorrektur war so enorm, dass es schon Sinn machte, darüber nachzudenken.

Ich antwortete dies:

Sehr geehrter Herr xy,

danke für Ihre Email. Ich rate Ihnen, langfristig investiert zu bleiben. Allein schon wegen der Dividende. Ich persönlich würde sogar weiter aufstocken in den kommenden Monaten.

Die Aktie ist ein solider Basiswert. Es handelt sich um keine Eintagsfliege. Gründung 1919. Mitarbeiter: 80.000. Auf 29 Milliarden Dollar summiert sich der Umsatz. Die Aktie wird mit dem 6-fachen Ebitda bewertet, was sehr günstig ist. Die Dividendenrendite 1,7%. Von Warren Buffett habe ich gelernt, den „Lärm“ ringsherum auszublenden und nur auf die Aktie zu schauen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

MfG
Tim Schäfer

Es kann durchaus sein, dass ich unter Selbstüberschätzung leide. Ich muss zugeben, für die meisten Anleger macht es Sinn, billige Indexpapiere zu kaufen. Und diese ewig liegen zu lassen. Stefan Obersteller von Geldbildung.de hat mich dazu schon kritisch gefragt.

Die Fehler der Privatanleger – dazu habe ich ein kleines Youtube-Video für Sie aufgenommen:

Der Privatanleger leidet unter einer gravierenden Selbstüberschätzung. Manch einer meint, deutlich besser als die Profis in den Banktürmen zu sein, die hunderte von Experten um sich herum haben. Die Profis arbeiten Tag und Nacht. Sie kümmern sich um wenige Aktien. Der Privatanleger blickt nach einem langen Arbeitstag auf einen Kurs und fällt in zwei Minuten eine Entscheidung: Kaufen oder Verkaufen. Wie kann diese Person besser als der Profi sein?

Ich finde den Werbespot von Powershares witzig. Er vergleicht Anleger mit Fahrradfahren in den Bergen, die mit unterschiedlichen Methoden versuchen, den Gipfel zu erreichen:


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Wer clever ist, vermeidet 2 Fehler: Plunder im Haus + Trading

  1. Fruchtwein

    Der Werbespot ist in der Tat ganz witzig!

    Eine hohe Zeitpräferenzrate behindert die eigenen Sparbestrebungen erheblich. Wenn ich nur in Zeiträumen von Monaten denke, brauche ich mich nicht wundern, dass hinten nie viel bei rauskommt.

    Impulskontrolle ist meiner Meinung nach der Schlüssel zum Sparerfolg. Wenn ich mich selber daran hindern kann jedes Teil sofort zu kaufen und klare Regeln oder Kontrollmechanismen einführe, dann wird die Habenseite automatisch größer.

  2. willihope

    @Tim

    Dem „kleinen Mann“ sollte es nicht mehr um Rendite gehen sonder Dank Schuldenschnitt sollte er sich über sein Kapital Gedanken machen! Machen wir uns doch keine Illusionen, die Lebensversicherungsgelder die man in Staatsanleihen mancher Länder gesteckt hat sind weg! Futsch! Da gibt es nichts mehr zu holen!

    Diese Länder haben in den nächsten 20 Jahren keine Überschüsse im Aussenhandel zu erwarten! Die Austeritätspolitik hinterlässt ihre Bremsspuren und soagr der IWF hat das nun gemerkt!

    http://blog.arbeit-wirtschaft.at/iwf-austeritaetsfehler-eingestaendnis/

     

    Dein verehrter Leser ist ein gutes Beispiel für „german stupid money“, den Begriff gibt es ja schon lange und der meint dass man nur den Deutschen jedes Zeuch andrehen kann.

    Erst holt er sich die falschen Aktien und dann fragt er auch noch den „Verursacher“ der Misere um Rat! HAHA Guter Joke!:-)

    Die Dividende wird wohl so stabil nicht sein wenn die Erträge _erwartbar_ zurück gehen!

     

    Für Rohstoffe schaut es nicht gut aus solange in Europa die Deflation im kommen ist, Amerika hat ja 70% Dienstleistungsanteil an der Wirtschaft und braucht weniger Rohstoffe die sie auch zum Teil noch selber fördern.

    Ich würd von allen Rohstoffen momentan die Finger lassen, mag Barrick auch noch so günstig sein!

     

     

  3. Stefan

    Hi Tim,

    super Video, ich finde Du hast vor allem die Pendelbewegungen des Marktes am Beispiel des Ölpreises super erklärt. Wenn man sich nur auf den status quo konzentriert, dann zieht man eben häufig die falschen Schlussfolgerungen. Das ganze wird ja medial auch stark fokussiert.

    Jetzt reden wieder alle über Aktien – wie es halt immer ist. Steigt der Preis, dann bekommt die Anlageklasse Aufmerksamkeit der Medien und dann wird es plötzlich „interessanter“ einzusteigen. Fällt der Preis oder ist auf niedrigem Niveau, dann wollen alle verkaufen. Warum? Wie Du sagst, es fehlt dann die Vorstellungskraft dass sich eine Situation auch verändern kann und es retrospektiv vllt. clever war genau dann zu kaufen.

    viele Grüße

    Stefan

  4. Lucke_in_den_Zoo

    @willihope(hopeless)

    Geh‘ doch mal wieder an die frische Luft oder suche Dir ein paar nette Menschen, mit denen Du Dich unterhalten kannst. Auf alle Fälle würde ich Dir empfehlen, weniger Nostradamus TV zu gucken und Horrornachrichten & Verschwörungstheorien im Netz zu lesen.

    Life’s good. Cheer up.

     

  5. Alexander

    Die Kunst des Reduzierens (Alltagskrempel weg) kann man lernen. Ich gehe regelmäßig meine „Besitztümer“ durch und überlege, ob ich es überhaupt noch brauche oder je gebraucht habe. Anfänglich war es schmerzhaft, irgendwelche Dinge weg zu werfen. Inzwischen ist es umgekehrt. Es belastet mich zusehends, zu viel Materielles zu besitzen. Die unnütze Sammelleidenschaft aufzugeben, hat mich regelrecht befreit. Ich kaufe auch nur noch Sachen, die ich brauche und nicht nur meine, diese zu brauchen. Manchmal graust es mir regelrecht, wenn ich in Wohnungen oder Häuser komme, die mit unnützen, sinnlosen Sachen vollgestopft sind. Da bin ich immer froh, nicht so leben zu müssen. Die Erfahrungen über Jahrhunderte von Philosophen, Schriftstellern u. s. w. zeigt ganz klar, dass Krempel nur belastet.

    Eine Sammelleidenschaft habe ich allerdings ausgebaut: Dividendenaktien, die nehmen aber keinen Platz weg und es bringt Freude, wenn wieder eine Zahlung eingeht.

     

    Vor einem Lottogewinn hätte ich keine Angst, da dass meiste investiert werden würde. Ich gehe davon aus, dass die meisten Leser hier rel. vernünftig mit dem Geld umgehen würden. Ich hätte wohl eher das Problem, den Gewinn derzeit vernünftig anzulegen.

  6. Geld schläft nicht - Blog

    @Tim:

    In der Sache gebe ich dir recht. Sparen, anlegen und damit vorsorgen!

    Was Zuckerberg betrifft: Der Mann trägt vielleicht einfache Pullis, aber er lebt keinesweg bescheiden. Er hat sich gerade auf Hawaii ein 280 Hektar großes Grundstück mit Villa für 100 Millionen US-Dollar gekauft. Das Grundstück hat einen 800 Meter langen Strand!

    http://www.stern.de/wirtschaft/news/facebook-gruender-mark-zuckerberg-kauft-traum-immobilie-auf-hawaii-2145264.html

    Viele Grüße

  7. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ willihope

    Für den Privatanleger bieten sich vor allem grundsolide Aktien oder ein Indexpapier langfristig an. Wer Staatsanleihen möchte, muss natürlich auf den Staat achten. Was sich bei Fondsmanagern oder Versicherungen immer wieder zeigt: Die Profis sind nicht immer besser, sondern manchmal schlechter als so mancher Privatanleger.

     

    @ Stefan

    Ja, Privatanleger folgen gerne kurzen Trends, Nachrichten, TV-Empfehlungen etc. Ohne Recherche wird einfach gekauft und verkauft. Der täglichen Kursbewegung wird zu viel Aufmerksamkeit geschenkt.

     

    @ Geld schläft nicht – Blog

    Ich stellte im Blogbeitrag klar, dass die Stars und Sternchen in manchen Bereichen sparsam leben, aber nicht überall:

    „Übrigens sind viele Stars und Sternchen in manchen Dingen ziemlich sparsam. (…)

    Bestimmt geben die genannten Promis irgendwo richtig viel Geld aus. Aber trotzdem versuchen sie, moderat wenigstens in einigen Bereichen zu bleiben.“

    Was das Strandgrundstück von Zuckerberg angeht, muss das nicht mal reiner Konsum sein, sondern es kann sich als gutes Investment womöglich langfristig herausstellen, wobei ich das nicht beurteilen kann.

  8. Felix

    Wieso sollte Zuckerberg sparsam sein? Was macht er mit dem Berg an Geld (Milliarden!)? Da ist es doch nicht das schlechteste, dieses wieder unter die Leute zu bringen. Der trägt nicht ausgebeulte T-Shirts, weil er sich neue spart, sondern weil es ihm egal ist.

    Ich käme auch nie auf die Idee, mir einen Multimilliardär als Vorbild zum Sparen zu nehmen. Deren Depot-Tagesschwankungen liegen in einer Größenordnung, die wir alle zusammen in unserem ganzen Leben als Depotwert nicht erreichen können. Wenn da dann eine Rostlaube fährt, dann macht er das nicht, weil er spart (ein neues Auto macht sich bei ihm in der Bilanz gar nicht bemerkbar), sondern aus Schrulligkeit (gibt’s das Wort überhaupt?).

    Hochachtung habe ich da vor Bill Gates, der mit 50 Jahren aus dem „noch mehr Geld verdienen“-Zirkus ausgestiegen ist und seither sich nachhaltig um die Entwicklung der ärmsten Länder kümmert. Er macht also real etwas zur Verbesserung der Lebensbedingung vieler Menschen und häuft nicht einfach wie etwa Warren Buffett bis zu seinem letzten Atemzug einen noch größeren Berg Geld an, unter dem er dann begraben wird.  Ich weiß er hat was gespendet.

    Ich frage mich dennoch, ob eine derartige Konzentration von Geld auf  Einzelne moralisch noch vertretbar ist. Es ging ja jetzt erst durch die Presse, dass 1 % der Menschen soviel besitzen, wie die restlichen 99 %.

  9. GertGert

    Um den Titel des Blog-Beitrags aufzugreifen, schreibe ich jetzt mal „wer clever ist, hätte vor dem Kauf von Halliburton auf den Chart geguckt“. Damit mache ich mir hier keine Freunde, klar. Aber mal ein paar Gedanken zum Chart von Halliburton:

    Bei dem Top im Juli 2014 war natürlich die Welt noch in Ordnung. Niemand konnte sehen oder wissen, dass die Aktie vor einem rasanten Abstieg steht.
    Aber mit dem starken Einbruch im Oktober 2014 war klar, dass hier die großen Jungs mit der dicken Kohle (= Fondsmanager) verkaufen. Es kann sein, dass die Aktie in dem Augenblick fundamental ein Kauf war.
    Aber offensichtlich verkauften die großen Jungs munter weiter. Und wenn das der Fall ist, geht auch der Kursverfall weiter.
    In einer solchen Situation nimmt man die Aktie auf seine Watch List und guckt einmal in der Woche oder einmal im Monat da rein, ob sich abzeichnet, dass das große Geld wieder einsteigt. Ist das der Fall, kauft man.

    Und bitte, prügelt jetzt nicht auf mich ein. Ich sehe das ganz locker und behaupte, dass viele Wege nach Rom führen. Jeder kann ja den Weg nehmen, der für ihn sinnvoll ist. Nur würde ich niemals eine Aktie kaufen, die gerade in  einem solchen Niedergang steckt. Warum auch?

     

     

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gert

    Das sieht im Nachhinein immer so einfach aus. Aber Du weißt es auch, es ist praktisch unmöglich den Tiefpunkt zu erwischen. Warren Buffett kauft oft in fallende Kurse hinein. Er wartet nicht auf die „Bodenbildung“, wie es Charttechniker wohl nennen würden. Buffett denkt in sehr langen Zeiträumen. Ihm ist es egal, ob die Aktie nach seinem Einstieg weiter fällt. Privatanlegern wäre geholfen, wenn sie nicht ständig auf die Kurse schauen würden und einfach Ruhe bewahren würden.

    Hier ist sein Einstieg bei der Munich Re, das war nicht ideal vom Timing:

    http://timschaefermedia.com/das-ist-das-erfolgsgeheimnis-der-besten-value-anleger/

    Als Buffett Mitte Oktober 2008 verkündet, dass er US-Aktien kauft, sauste der Dow Jones weiter in die Tiefe:

    http://www.nytimes.com/2008/10/17/opinion/17buffett.html

    Das Kurzfristdenken ist der wahre Grund, warum Geld vernichtet wird.

  11. GertGert

    @ Tim

    Natürlich ist es fast unmöglich, den Tiefpunkt zu treffen. Das sollte jeder wissen. Was ich aber bei einer beobachteten Aktie sehen will, ist, dass Geld in den Wert fließt.Das zeigt sich (z.B.) durch einen Trendwechsel. Den kann man (z.B.) an zwei simplen gleitenden Durchschnitten festmachen. Wenn ich so etwas sehe, könnte eine Aktie wie Halliburton für mich interessant werden.

    Bis das der Fall ist, ist das Tief längst durchschritten, denn beim Kauf von Aktien orientiere ich mich am Wochen-Chart. Ich kaufe dann etwas teurer, spare mir aber (in diesem Fall) den brutalen Absturz vorher. Und mal ehrlich: Wer hält das nervlich aus? Außer Warren Buffet?

    Aber wie geschrieben: Ich möchte niemanden angreifen, denn es gibt verschiedene erfolgreiche Vorgehensweisen, die jede für sich, zu Ziel führen können.

    Ich habe mir die Halliburton jedenfalls auf meine persönliche Watch List gepackt.  Mal sehen, vielleicht werde ich sie eines Tages kaufen;-))

  12. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gert

    Genau. Jeder soll es so machen, wie er/sie am besten damit klar kommt.

    Meine Einstellung ist, wenn ein solider Konzern wie Halliburton abstürzt: Ich finde den Tiefpunkt nicht. Nach einem Rutsch um 40 oder 50% sauge ich den Schlamm auf und antizipiere, was daraus in 20 oder 30 Jahren wird. Die meisten Anleger haben nicht die Vorstellungskraft, so lange nach vorne zu schauen. Deshalb können sie das Tief nicht durchstehen. Deshalb flippen sie aus, wenn eine Aktie tiefer rutscht.

  13. Peter

    Der Versuch, hier immer wieder prominente sparsame Menschen an den Haaren herbeizuziehen, nimmt regelmäßig alberne Zuge an. Davon abgesehen, dass ich niemand als Vorbild brauche, ist gerade Herr Zuckerberg doch nun wirklich denkbar unpassend:

    Herr Zuckerberg bewohnt eine 7-Millionen-Dollar-Villa in bester Lage von Palo Alto und kaufte sich zum Schutz der Privatsphäre mal eben auch alle umliegenden Häuser für zusammen 30 Millionen Dollar: http://www.zdnet.de/88172244/mehr-privatsphaere-mark-zuckerberg-kauft-vier-haeuser/

    Wenige Kilometer entfernt in San Francisco hat er sich eine Stadtvilla gegönnt, die er seit 17 Monaten für 10 Millionen Dollar umbaut: http://www.gala.de/stars/news/l_a__news/mark-zuckerberg-veraergert-seine-nachbarn_1152920.html

    Und er hat sich – wie oben erwähnt – für 100 Mio. Dollar das Gelände auf Hawaii gekauft. 20 Familien, die dort wohnten, wurden für je 1 Mio. Dollar vom Gelände „weggelockt“, damit auch hier die Privatsphäre gewahrt bleibt: http://www.oe24.at/digital/Zuckerberg-kauft-riesiges-Hawaii-Domizil/161145236

    Aus zwei kleinen Einzelaspekten – seinem Auto und seiner Kleidung – kann man doch nicht schließen, dass er „gemessen an seinem gewaltigen Vermögen, ziemlich sparsam“ lebt. Wie oben schon jemand geschrieben hat: Auf schicke Kleidung legt er halt keinen Wert. Gibt es Prominente, die für absolut alles, was es gibt, viel Geld ausgeben? Man wird bei jedem was, finden, wo er wenig oder nichts ausgibt.

    Übrigens – falls du mal wieder was über sparsame Reiche schreiben willst: der Durchschnitts-Multimillionär in Deutschland gibt jährlich 980.000 Dollar für Luxus aus: http://www.manager-magazin.de/lifestyle/artikel/a-1008143.html

  14. Gordon Gecko

    @Peter:100% Zustimmung. Es ist doch offensichtlich, was der in einer Körperschaft des öffentlichen Rechts berufsausgebildete ( und dann auch noch von einem handfesten Zahlenjob weg gewechselten hin zu einem Schreiberling) beabsichtigt. Wahrscheinlich ist er ein Freelancer und muss für seine morgendlichen Brötchen jedermann zu Munde reden. Da hat er sich halt auf die Kapitalstarken festgelegt und hofft, durch angenehme Darstellungen diese bei Laune zu halten und sich für ein interview gut zu positionieren. But so what….

     

  15. Hans Wurst

    @Felix:

    Da muss ich dich korrigieren. Von wegen der Bill Gates hätte von mehr Geld verdienen”-Zirkus ausgestiegen. Im Gegenteil ist der Fall und er ist erst richtig eingestiegen. Bruchteil von seinem Vermögen stecken in Microsoft. Der Rest ist verteilt auf schöne Dividendenzahler wie P&G; McDonals Co & Co.

    Der hat bestimmt mit  50 angefangen hier bei Tim mitzulesen. 🙂

     

    Gruß

     

  16. willihope

    Wenn der Zuckernberg 10 Millionen in den Umbau investiert finde ich das gut! Das ist super für die Lieferanten und die Handwerker freuen sich auch wenn sie Arbeit haben wo nicht jeder Cent zählt! Gut für die Wirtschaft ist das! Und sehr gut für die Menschen, das ist nämlich das einzige das zählt!

     

    Ich glaube Tim steckt im Medienschlamassel, die schreiben sich ihre moralsaure Wirklichkeit herbei und entfernen sich immer mehr von der Wirklichkeit. Sowas nennt sich dann meinungsbildender Journalismus und ist ja in DE überall zu sehen. Genau meine Kritik dass die einfachen Daten nicht mehr zählen sondern alles kann mittels Moralargument todgeschlagen werden!

    Journalisten sollten einfach berichten und nicht deren Weltsicht verbreiten, allerdings ist das hier ja keine Journalie sondern ein Blog und da darf Tim natürlich schreiben was er will!

    Muss man ihm auch HOCH anrechnen dass er ungenehme Postings nicht löscht wie manche andere Blog’s!

    Also Tim, obwohl ich deinen moralsauren Artikel manchmal wiederspreche habe ich doch Respekt vor deinem Rückrad, ist in Deutschland nicht oft zu finden!

     

    @Gordon deine Vermutung halt ich doch für weit hergeholt! Der mit den Verschwöhrungstheorien bin ich, zumindest in diesem Blog! 🙂

  17. Yunus

    @Tim

    Bei Minus 40-50% rein ok. Aber was ist jetzt bei Dax 10.800 / USD 1.11?

    Geduld haben und auf Rücksetzer warten?

    Vielleicht fehlt mir die Vorstellungskraft, aber mir erscheint das alles unwahrscheinlich aufgebläht und teuer.

  18. Felix

    Ich frage mich auch, wohin soll das führen. Nie habe ich mein Depot schneller wachsen sehen. 10 % seit Jahresbeginn, wie soll das weitergehen? Auch dass nun allenthalben Aktien empfohlen werden, nach 5 Jahren Bullenmarkt, ist kein gutes Zeichen für eine nachhaltige Entwicklung.

    Kommt jetzt der große Crash oder geht’s weiter rauf. Kaufen traue ich mich schon lange nicht mehr; ich habe eher Höhenangst. Vielleicht wäre jetzt tatsächlich Verkaufen angesagt.

    Angesichts der Kursentwicklung der letzten Zeit, frage ich mich, warum hier einige Kommentatoren so unentspannt, fast aggressiv auf Leute los gehen, die eine andere Meinung haben. An der Kursentwicklung kann’s nicht liegen!

  19. Geld schläft nicht

    @Yunus:

    Der hier oft zitierte Warren Buffett meint dazu: „Es ist schlimm auf einem Berg Geld zu sitzen, aber es ist noch schlimmer, damit etwas dummes zu tun“!

    Wenn die Börsen so schnell steigen, bekomme ich ein mulmiges Gefühl.

    Allerdings habe ich das schon seit 2013 – insofern kann man auch darauf nicht viel geben.

    Niemand weiß, was als nächstes passiert. Jeder sollte das tun, was er für richtig hält.

    Viele Grüße

  20. Judas

    @Felix:

     

    Bei der Buy & Hold Strategie verkaufst Du niemals deine Aktien, somit ist es egal zu welchem Kurs Du kaufst (wenn Du immer nachkaufst und einen Durchschnittspreis erzielst). Du willst in XX Jahren von den Dividenden leben, nicht von den Kursgewinnen.

     

    Ich verstehe allerdings deine Ängste, aber diese helfen Dir nicht.

     

    Wenn Du pausierst mit Investments, der Markt aber rauf geht, ärgerst Du dich (s. Kommentar bzgl. des Jahres 2013 von „Geld schläft nicht“). Wenn Du pausierst, der Markt crasht, dann wirst Du ebenfalls Angst haben und den Einstieg „in sichere Zeiten“ schieben.

     

    Was bleibt? Wenig, den Du hast 2-3 Jahre wertvolle Dividenden verpasst, womöglich mit Steigerung deren. Damit hat sich auch der Zinseszins-Effekt wiederum unnötig verzögert.

  21. Felix

    @Judas

    Ich bin nicht so dividendenfixiert. Mein Vermögensaufbau läuft über Kurssteigerungen, Dividenden sind ein Zubrot und werden jährlich versteuert. Bei Kursraketen über Jahre wirkt der Zinseszinseffekt unversteuert.

    Aus diesem Grunde kaufe ich nicht gern auf alltime-high. Aber nach dieser Geldflut der EZB ist Cash zu horten wahrscheinlich keine gute Idee.

  22. Geld schläft nicht

    @Felix:

    Das ist genau das Problem, das Judas angesprochen hat.

    Keiner kann es wissen. Wenn der DAX dann auf 16.o00 Punkte klettert beißt du dir in den Arsch, warum du nicht auf dem alltime-high bei 10.800 Punkte gekauft hast.

    Viele Grüße

  23. Judas

    @Felix:

     

    Ok, alles klar.

     

    Bevor Du kaufst, setze Dir das Gewinnziel, z.B. 20% (egal, so wie Du denkst).

     

    Wenn Du Dir darüber nach dem Einstieg Gedanken machst, beginnt die Gier und rationales Denken ist kaum mehr möglich. Dann sind 20% wenig, wenn doch die Chance auf mehr besteht. Aber vor dem Einstieg sind 20% viel, besser als 0,25% (Sparbuch) 😉

     

    Die meisten Menschen missachten diesen psychologischen Effekt und lassen ihre Position danach gnadenlos ins Minus laufen, obwohl sie schon 20% Buchgewinn hatten…

     

    Wegen der EZB und der Geldflut blind in beliebige Assets einzusteigen wäre nicht richtig, wenn Du mit Kursgewinnen Geld verdienen möchtest. Warte einen Rücksetzer ab, welcher min. 3 Tage oder länger andauert. Die ganzen Jungs die jetzt auf Gewinnen sitzen, müssen ja mal Kasse machen. Das geht nur mit einem (Teil-)Verkauf und geht einher mit fallenden Kursen.

  24. StaniStani

    Die o.g. Gedanken sind schon nachvollziehbar.

    Wenn ich ich mir unseren Wohlfühl-Dax angucke, dann wurde der ja nicht durch Anleger auf die 10.800 getrieben, sondern HFT, Trader-Lemminge, gehebelte Derivate etc.

    Entweder finden Sie bald Käufer (Dumme) für die underlying Assets oder es wird Kasse gemacht. Deshalb ist der aktuelle Kursverlauf ja auch so irrational.

    Der „psychologische Druck“ für den dummen Privatanleger steigt (Angst nicht dabei zu sein) und es werden sicher einige, denen der Dax bei 8.000 zu teuer war bei 11.000 einsteigen. Das ist Börse.

  25. StefanStefan

     

    Der Kursindex DAX ist noch nicht auf seinen alten Rekorden angelangt. Nur der Performance Index in dem die Dividenden berücksichtigt werden…

  26. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ willihope

    Danke für das Lob. Zensur mache ich nicht. Jeder kann hier kommentieren. Aber bitte fair den anderen gegenüber bleiben.

     

    Yunus

    Das stimmt. Die US-Börse ist schon etwas teuer geworden. Aber einen Crash kann niemand genau vorhersagen. Mir gefallen solche Dinge, die abgestürzt sind. Zum Beispiel Öl-Konzerne.

    Grundsätzlich sollten Anleger bei der Aktienauswahl immer vorsichtig vorgehen.

  27. willihope

    @Tim

    Fair bin ich doch immer! 🙂

    Mir kommt nur die Galle hoch wenn ich so Kommentare wie z.B. über den Trump lesen, der Poster kennt ihn nicht aber unterstellt ihm einfach mal irgendwelche Sachen. Nur weil er Geld hat muss er nicht automatisch ein schlechter Mensch sein und vielleicht betreibt er ja Privat ein Waisenhaus und hilft vielen Kindern, niemand weiss es. Wenn man über andere urteilt sollte man mit gutem Beispiel vorraus gehen sonst ist man total unglaubwürdig.

     

    Wenn ein reicher Mensch nicht spenden will dann hat man das auch zu akzeptieren, genauso wie ich nicht will dass mir andere sagen was ich zu tun und lassen habe.

     

    Zum Thema clever, ich habe Freitags fast alles verkauft was ich an ETF’s gehalten habe, schaut so aus als war das nicht so besonders clever! 🙁

    Wenn der DAX nicht mindestens 10% nachgibt dann war wohl ausser Kosten nichts. 🙁

    Alos hoffen wir auf einen Rücksetzer! 🙂

     

  28. StefanStefan

     

    @ willihope

     

    mit dem Kommentar über Trump meinst du wahrscheinlich mich…

    Ich habe mehrere Bücher von ihm gelesen, verschiedene Dokus gesehen und man sieht ja auch wie der Auftritt.

    Ich meine schon sagen zu können, dass der ein eitler, selbstverliebter und egoistischer Typ ist.

    Beim Giving Pledge macht er übrigens auch nicht mit.

    Obama unterstellt er kein gebürtiger Amerikaner zu sein. Dabei ist das längst bewiesen.

    Der Typ ist einfach ekelhaft. Ein Sprücheklopfer ohne Stil der andere herablassend und

    entwürdigend behandelt. Kannst du dir Buffett in so einer Fernsehserie vorstellen in der

    er jeweils genüsslich sagt: „you´re fired!“ — undenkbar

     

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