Wenn Promi-Anleger ein Signal senden


New York, 4. Januar 2013

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Rennen Sie nicht blind den Gurus hinterher. Jedes Mal wenn die Hedgefondsstars Bill Ackman, David Einhorn, John Paulson, George Soros oder Altmeister Warren Buffett eine Transaktion melden, ist es ratsam nicht gleich auf den fahrenden Zug zu springen. Denn die Meute macht das. Dadurch können sich kurzfristig irrationale Bewertungen ergeben. Hunderttausende Menschen kleben diesen Gurus an den Lippen. Wenn die Milliardäre aktiv werden, folgen ihnen Tausende.
Als Bill Ackman (Foto http://tomatwood.com) auf die Probleme des Direktvermarkters Herbalife auf einer speziell einberufenen Konferenz hinwies, brach die Aktie am selben Tag um 19 Prozent ein. Seit der Short-Attacke hat sich der Kurs erstaunlich erholt.
In der nächsten Woche kann sich die Erholung fortsetzen. Der in die Kritik geratene Herbalife-Chef Michael Johnson hat eilig eine Investorenkonferenz für den 10. Januar in New York einberufen, um die Vorwürfe aus der Welt zu schaffen. Ob ihm das gelingt, wird sich zeigen.
Ackman, Paulson, Soros, Einhorn, Buffett sind verdammt clever. Das bestreite ich nicht. Sie wissen, um ihren Einfluss auf die Börsenkurse.
Der indisch-stämmige Fondsmanager Munish Pubrai weist zwar darauf hin, dass es sich angeblich auszahlt, Buffett direkt zu folgen. Ich bin jedoch skeptisch. Schauen Sie sich nur mal Buffetts Investment bei der Münchener Rück an. Nach dem Deal im Januar 2010 sauste das DAX-Papier angefacht von allgemeiner Euphorie in die Höhe. Buffett hatte rund 100 Euro je Aktie bezahlt, Wochen danach kostete das Papier 120 Euro. Ein Jahr später ist die Aktie auf 80 Euro abgestürzt. Da bot sich die wahre Chance zum Schnäppchenkauf.
Die Profis sind keine Hellseher. Vertrauen Sie auf Ihre eigene Kenntnisse. Lernen und beobachten Sie die Star-Anleger, aber folgen Sie ihnen nicht blind.
Kurzschlusshandlungen zahlen sich selten aus. Denn diese blitzschnellen Transaktionen basieren entweder auf Angst oder auf Euphorie. Das waren noch nie gute Ratgeber.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Wenn Promi-Anleger ein Signal senden

  1. Martin

    Woher nimmt man denn eigentlich das Geld, um diesen Staranlegern zu folgen? Werden dann andere Positionen verkauft oder extra Cash gehortet und dann 13F-Reports ausgewertet?

    Ich halte kopieren schon für schlau.

    Man muss nur auch beachten das manche longs von Hedgefonds auch zur Absicherung von shorts dienen etc. und somit gar nicht bullish gemeint sind.

  2. Olga

    Grundsätzlich ist gegen kopieren nichts einzuwenden.

    Viele Unternehmen machen es uns doch vor und diese sind damit trotz zahlreicher Patentauseinandersetzungen erfolgreich.

    Unüberlegt sollte jedoch nie gehandelt werden. An dieser Stelle sehe ich eher ein Problem: Dem Herdentrieb zu folgen und das Gehirn auszuschalten ist selten ein guter Ratgeber 😉

    VG Olga

  3. StefanStefan

    Ich hole mir von den Gurus Inspirationen. Wenn man etwas kaufen kann wofür Buffett mehr bezahlt hat ist das schon mal eine sehr gute Ausgangsposition.

    Ansonsten haben auch die Gurus teilweise ordentliche Patzer dabei. Jüngstes Beispiel: Seth Klarman mit HP…

    Ich glaube die kochen auch nur mit Wasser…

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