Welcher Anleihe-Aktien-Mix ist ratsam?


New York, 24. Januar 2017

Charles Ellis. Ich sprach mit dem Investmentberater ewig. Er kennt die großen Investoren persönlich. Er ist aber ein Fan von ETFs. Er sagt, Senioren sollten einen hohen Aktienanteil haben. Ein Faktor, der reinspielt, ist auch das Vererben von Vermögen an künftige Generationen. Das Geld sei an der Börse (per Aktien-ETF) besser aufgehoben als in Anleihen, sagt Ellis.

Heute geht es im Blog um den Anleiheanteil im Depot. Mein Blogleser „Perlentaucher“ hat das Thema vorgeschlagen. Es gibt ja diese Faustformel mit den „100 minus dem Alter„. Sprich, wer 40 Jahre alt ist, sollte 60 Prozent seines Portfolios in Aktien und 40 Prozent in Anleihen haben. Wer 80 Jahre alt ist, sollte 80 Prozent seines Vermögens in Anleihen haben und nur 20 Prozent in Aktien. Mit dem steigenden Alter sollte also das Aktien-Risiko sinken.

In der modernen Forschung wird dieser alte Denkansatz nicht mehr aufrechterhalten. Heute wird geraten, auf der Aktienseite aggressiver zu zu sein und eher 110 oder 120 als Ausgangspunkt in der Formel zu nehmen (minus dem Alter). Warum sollen wir einen höheren Aktienanteil haben? Weil Aktien im langen Schnitt mehr Rendite als Anleihen bringen. Wir werden alle älter (Lebenserwartung). Daher kann uns, wenn wir zu konservativ sparen, das Geld im Alter ausgehen.

Professor Wade Pfau, er gilt in den USA als Renten-Koryphäe, rät sogar Senioren (mit wenig Aktien) den Aktienanteil massiv hochzufahren. Ziel ist, dass Senioren ihre goldenen Jahre genießen können und nicht knausern müssen.

Allerdings empfiehlt Pfau bis zum 65 Lebensalter durchaus Anleihen hochzufahren, um sie dann schlagartig zu reduzieren mit dem steigenden Alter. (Ja, sein Rat ist etwas kompliziert.)

Es ist ferner die Inflation zu beachten: Sie frisst einen kernigen Anteil an festverzinslichen Vermögen mit den Dekaden auf. Ich sehe es so wie Investmentberater Charles Ellis. Er rät im Endeffekt, 100 Prozent auf Aktien im Alter zu setzen. Das mag auf den ersten Blick verrückt klingen. Ist es aber nicht. Denn es ist die steigende Lebenserwartung, die das nötig macht.

Wenn jemand eine gesetzliche Rente bekommt, hat er/sie ja schon einen risikoarmen Teil. Das ist wie eine Staatsanleihe, die nie ausläuft. Klar wird es keine Reichtümer geben als Rentenempfänger. Aber es ist ein Fundament an Einnahmen, die monatlich aufs Konto kommen.

Mein Aktienanteil beträgt 100 Prozent. Auf Anleihen bzw. festverzinsliche Anlagen verzichte ich. Ich besitze aber noch Mieteinnahmen. Das ist ein weiterer stabiler Cashflow (solange ich keine Mietnomaden habe). Daneben habe ich Festgeld und Liquidität auf dem Girokonto.

Ellis schrieb ein herrliches Buch über das Sparen für den Ruhestand. Er ist ein Anhänger des Indexsparens: Winning the Loser’s Game: Zeitlose Strategien für Ihre erfolgreiche Geldanlage.

Ich telefonierte mit Nobelpreisträger Eugene Fama. Er sagte mir etwas Erstaunliches: Es sei verständlich und sinnvoll, wenn Menschen auf Aktien verzichten würden. Die Börse sei gefährlich, man müsse sich nur die europäische Geschichte anschauen, warnte Fama. Er versteht, wenn Menschen Festgelder, Sparbücher, Versicherungen haben. Ich stimme ihm nicht zu. Ich wollte das aber der Vollständigkeit halber erwähnen. (Fama sagt auch, dass Warren Buffett nur Glück gehabt hat.)

Ich möchte Euch nun nach Eurer Meinung fragen…


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Welcher Anleihe-Aktien-Mix ist ratsam?

  1. Skywalker

    Ich habe keine Anleihen und will auch keine. Ich kenne mich damit auch nich gut aus. Ich habe das Gefühl, nicht wissen, dass mir Aktien und Immobilien reichen.

     

    Belehrt mich jemand eines besseren und macht mich zum Anleihen- Fan?

  2. PIBE350

    Ich bin auch kein Anhänger der ,,Aktienquote = 100 – Lebensalter“-Formel. Jeder sollte seine Anlageklassen so aufteilen, wie es am besten zu ihm und seiner Lebenssituation passt.

    Staatsanleihen habe ich aktuell nicht im Portfolio. Ich möchte in erster Linie auf Sachwerte setzen: Unternehmen, Immobilien und Edelmetalle. Auf Papierwerte möchte ich so gut es geht verzichten: (Kapital)lebensversicherungen, Riester-/Rürup-Versicherungen, Festgelder, Sparbriefe usw.

    Staatsanleihen sind nicht mein Fachgebiet, aber es ist ja allgemein bekannt, dass sie nicht mehr viel abwerfen. Die Industriestaaten sind teilweise hoffnungslos überschuldet. Steigende Zinsen würden nur die Staatspleiten beschleunigen. Mit Unternehmensanleihen kenne ich mich nicht aus.

    Vor Trump, dem Brexit und all diesen Schlagzeilen habe ich überhaupt keine Angst. Es sind die hohen Staatsverschuldungen, die mich beunruhigen. Irgendwann wird es zu Währungsreformen kommen müssen, in welcher Art auch immer. Finanzielle Repressionen sind auch ein beliebtes Mittel, um diesen Punkt möglichst lange hinauszögern zu können.

  3. Gandalf

    Hallo Zusammen !

    Nun ich habe keine Ahnung von Anleihen wie hoch ist den hier eigentlich das Gewinn Risiko Verhältnis, bitte?

    Danke Gandalf.

  4. Armer Charlie

    Bislang halte ich nur Aktien, aber auf längere Sicht strebe ich ein Verhältnis von 90% Aktien und 10% Staatsanleihen an. Diesen Mix hat Warren Buffett auch in einem seiner letzten Jahresbriefe empfohlen. Momentan raten zwar alle von Anleihen ab. Aber wer weiß heute schon, wofür die Papiere in 10 Jahren gut sein werden. Lieber einmal für sich die Portfolioaufteilung festlegen und dann stur umsetzen, das ist meine Meinung.

  5. Marco

    Ich halte, wie Armer Charlie, nur Aktien. Daneben noch einen Notgroschen.

    Meine Aufteilung besteht somit nur aus Aktien und Barmitteln.

    Die Cash-Position soll langfristig mind. zwei Jahresausgaben betragen, aber nie mehr als zehn Prozent des Gesamtvermögens ausmachen.

    Gruß,
    Marco

  6. Mattoc

    Hallo zusammen,

    ich denke, wenn es um Werterhalt geht, ist es sinnvoll neben Aktien und Cash, auch einen Anteil Gold und Statsanleihen mit sehr guter Bonität zu halten.

    Interessant ist das folgende Portfolio unter Werterhaltaspekten:

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Fail-Safe_Investing

    Aktuell halte ich 80% Aktien-ETFs weltweit, 10% Euwax Gold und 10% Staatsanleihen aus Deutschland und Europa. Da ich noch einen langen Anlagezeitraum habe, halte ich das für gut. Aber irgendwann werde ich sicher den Gold und Anleihen-Anteil prozentual vergrößern.

     

  7. AlexanderAlexander

    Es gibt dumme Faustformeln, die sich in das Gehirn vieler eingebrannt haben und keiner denkt mehr nach. Ich halte davon gar nichts. Selbst als 100-Jähriger kann ich noch 100% in Aktien halten. Es kommt immer auf den Einzelnen an. Oder würde jemand Susanne Klatten empfehlen, dass sie die Hälfte ihrer BMW-Aktien verkauft? Es kommt immer auf die Einzelsituation an.

    Staatsanleihen sind teilweise unsicherer als Aktien, siehe Griechenland etc.

    Wenn es dicke kommt, sind nicht mal deutsche Anleihen sicher.

     

  8. Ratsuchend

    Armer Charlie

    Warum empfieht Buffett 10% Anleihen? Was ist der Grund dafür? Soll dass eine Art Beimischung sein um nicht alles in Aktien zu haben?

  9. mfinversus

    Hallo zusammen!

    „Vor Trump, dem Brexit und all diesen Schlagzeilen habe ich überhaupt keine Angst. Es sind die hohen Staatsverschuldungen, die mich beunruhigen. Irgendwann wird es zu Währungsreformen kommen müssen, in welcher Art auch immer.“

    Ich bin so ziemlich der gleichen Meinung! Wie ist Eure Meinung und Einstellung bzgl. einer möglichen Währungsreform? Es ist zwar allgemein bekannt, dass die, die Sachwerte besitzen, besser aus Krisen gekommen sind, aber mich würde einfach mal Eure Meinung zu diesem Thema interessieren. Da ich mir darüber doch recht oft, Gedanken mache.

    Ich selber finanziere in der Endphase ein Mehrfamilienhaus mit 4 vermieteten Wohnungen und wohne selbst bereits Mietfrei. Das Dividenden-Depot wird derzeit fleißig aufgestockt.

    Wünsche Euch maximalen Erfolg. Gruß!

     

  10. Valueer

    Der Fama hat eine Einstellung von einem andern Planeten denke ich immer, aber auch solche Leute muss es geben, irgendwer muss bei Crash’s nun mal in Panik geraten, sonst bekommen wir keine so günstigen Kurse 🙂 Buffet sagte ja, wenn die Lehre von effizienten Märkten nicht an der Uni gelehrt würde, würde er glatt den Lehrstuhl dafür spendieren.

    Die Börse ist nun mal nicht gefährlich, sie ist lediglich ein Marktplatz. Der einzelne Marktteilnehmer ist sich selbst gefährlich und der größte Feind beim anlegen.

    Wenn ich mir die Familie Quandt ansehe, finde ich auch nicht, dass die europäischen Börsen unbedingt gefährlich sind. Man kann sogar Geschäfte mit Nazis machen (was man sicherlich nicht gutheißen sollte – nur damit wir uns hier richtig verstehen) ohne hinterher enteignet zu werden.

    Ich habe mit meinen jungen 29 Jahren ebenfalls ein 100% Aktienportfolio. Abgesehen von den paar Monatsgehältern Cash auf dem Konto und ein paar Stücken Edelmetall, die aber nicht der Rede wert sind.

     

    Gruß

    Valueer

  11. chaostrader

    Warum empfieht Buffett 10% Anleihen? Was ist der Grund dafür? Soll dass eine Art Beimischung sein um nicht alles in Aktien zu haben?

    Weil die Mischung von ca. 90/10 zumindest bei Indexfonds langfristig bisher die Maximalrendite versprochen hat. War zumindest in der Vergangenheit so.

  12. Fabian S.

    Hallo Tim,

    Fama hat keine Ahnung. Man kann nicht wie Warren Buffett so reich werden nur durch Glück. Ich bin z.b. seit 2011 voll in Aktien investiert-leider überwiegend in europ. Titel- aber ich kann sagen, dass ich z.b. 60% im Plus seitdem bin mit leichten Schwankungen natürlich und noch nie besser aufgestellt war.

    Value Investing ist das Beste was es gibt. Aber gut, dass wir eine Minderheit sind, sonst würde das ja jeder machen und das wäre ja wiederum schlecht für uns.

     

  13. Rainer ZufallRainer Zufall

    @ Fabian S. Ich denke schon, dass Buffett viel Glück gehabt hat.

    Ich denke, dass er zur richtige Zeit im richtigen Land aufgewachsen ist und lebt. Schonmal Glück gehabt. Er hat Menschen gefunden, die ihm viel Geld anvertraut haben, das hätte auch anders laufen können. Glück gehabt.  Dann hat er ein phänomenalen Gedächtnis und ein enormes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge. Glück gehabt. Er hat einen riesigen Durchhaltewillen. Irgendwie hat er es geschafft aus einer absolut schlechten Firma etwas geniales zu machen. Auch da ist schon Glück dabei gewesen.

    Ich glaube er ist sich schon darüber bewusst, dass es ziemlich gut gelaufen ist für ihn. Und dass das nicht viele nachmachen können. Warum würde er sonst Index Fonds empfehlen.

    In diesem Sinne viel Glück, bei der Aktienauswahl 😉

  14. Claus

    Moin, moin!

    Von Formeln wie Aktienquote = 100-Alter halte ich nichts. Jeder empfindet anders und muss mit der Zeit seinen persönlichen Anlagestil finden.

    Bin 57, wohne in einem selbst genutzen und bezahlten Bungalow und mit meinem Anlagekapital zu 100% in Aktien investiert. Ein bischen Cash habe ich noch auf Girokonten, damit ich im Notfall nicht gleich mein Depot angreifen muss. Dieses Polster sollte für gute 2 Jahe reichen, wenn meine Einnahmen ab sofort auf 0 fallen sollten.

    Von Anleihen halte ich mich fern. Man sollte auch bedenken, dass Anleihen, Zertifikate & Co. im Pleitefall nicht zum Sondervermögen gehören und somit nicht vom Einlagensicherungsfond abgedeckt sind.

  15. Fit und Gesund

    Ich habe Anleihen, ja, 5% meines Depots sind in Schrottanleihen der Emerging Markets investiert, das sind nun keine Witwen und Waisenpapiere, wurde direkt nach der Wahl von Trump auch klar,

    hier weiss ich dass es Schrottanleihen sind und es zu Ausfällen kommen kann,   von Staatsanleihen der entwickelten Welt halte ich mich fern, da wenig Vertrauen in diese. Das war früher mit den schönen Bundesschätzchen schon einfacher.

    Die Rendite einer 10jährigen Bundesanleihe liegt ungefähr bei 0.39%, ich wüsste nicht warum ich dem deutschen Staat da Geld leihen sollte? und warum das überhaupt Jemand machen sollte.

    Dann habe ich noch eine nachrangige Anleihe meiner Hausbank die mir 2% pro Jahr zahlt, ein kleiner Betrag nur, die Ausfallswahrscheinlichkeit erachte ich als gering.

    Ich möchte mich aber auch nicht völlig auf den Aktienmarkt verlassen, ich habe noch meine selbstbewohnte Immobilie (Resttilgung gesichert durch zu erwartende steuerbegünstigte Lebensversicherung,) und ich habe noch ein ganz klein wenig physisches Gold, heute Nachmittag werde ich das um eine weitere Unze aufstocken.

  16. Mathias

    Meines Erachtens hängt die Aufteilung Aktien/Anleihen im hohen Alter schlicht von der Situation des Jeweiligen ab. Plane ich, das Vermögen in der Rente zu verzehren oder erwirtschaftet das Vermögen selbst genug Einnahmen, um den Lebensunterhalt zu decken? Hat man 100k erspart und will nun jedes Jahr die Rente mit 5k davon aufstocken, sollten die 100k möglichst werterhaltend (sprich Bonds) angelegt werden. Hat man 1 Mio. gespart, werfen diese bei renditestarker Anlage 50k p.a. ab, was neben der Rente ein nettes Zubrot wäre. Da würden mich Wertschwankungen nicht groß anheben…

  17. Kall

    Bonjour Tim und Foristen,

    ich halte von der Formel Alter/Aktienanteil wenig. Da ich viele Fehler beim Investieren gemacht habe und inzwischen auch schon älter bin, habe ich beschlossen, bis zum Ende 100% in Aktien anzulegen. Mein Sohn wird sie erben und dann entscheiden, was er macht. Bis dahin versuche ich ihm die Grundlagen zu vermitteln.

    In Anleihen investiere ich gar nicht. So sicher, wie oft gesagt, sind sie eben nicht.

    Natürlich sind Märkte auch ineffizient. Genauso wie es natürlich Blasen gibt, siehe Subprime Krise. Bei der viele Marktteilnehmer eben nicht wussten, welches Gift in den Hypotheken steckte. Die neoklassischen Ökonomen wie Fama wirken manchmal wie Realitätsverweigerer. Oder noch schlimmer; einfach zynisch.

    Wenn ich sehe, dass z.B. Netflix im Augenblick ein KGV von über 300 hat, dann ist das für mich  eine Blase und mit Wachstum Aktie nicht zu begründen. Trotzdem kann sie noch eine Zeitlang nach oben laufen.

    Am Ende muss jeder selbst entscheiden, wie viele Anteile er in den verschiedenen Klassen hält.

    Ich spare zusätzlich auf dem Girokonto, auch wenn es keine Zinsen bringt. Es ist einfach beruhigend, für einen Notfall ein wenig gewappnet zu sein.

    Zumal mir der zunehmende Rechtspopulismus politisch schon Angst macht.

    Schöne Grüße über den Teich

  18. ZaVodou

    Du, Tim. Ich lese die Anfrage von Perlentaucher etwas anders, hier noch mal die Frage im Detail:

    „Noch nicht ganz schlüssig bin ich hinsichtlich des risikoarmen Anteils. Da ich auf Papierwerte komplett verzichte, kommen Anleihen für mich nicht in Frage.

    Derzeit besteht mein risikoarmer Vermögensteils aus einer selbstbewohnten, schuldenfreien Immobilie. Plane den Kauf von Eigentumswohnungen und ordne diese dem risikoarmen Teil zu. Ansonsten fällt mir nicht viel ein. Ackerland, Whisky, Solarfelder, Edelmetalle … ist alles nicht mein Ding. Vielleicht startet Tim demnächst mal einen Thread zum Thema: „Wie investiere ich den risikoarmen Anteil meines Vermögens?“

    So wie ich Perlentaucher verstanden habe ist er kein Fan von Anleihen (Papierwerte). Seine Frage bezieht sich auf den risikoarmen Anteil des Vermögens.
    Aus was soll der risikoarme Anteil also bestehen (z. B. Immobilien, Ackerland, Edelmetalle usw. oder vielleicht doch Anleihen)?
    Und anschließend daran vielleicht die Frage, die mir in den Sinn kommt. Wie hoch sollte dieser gewichtet sein?

    Es geht also nicht um den Mix aus Aktien und Anleihen.

    PIBE350 hat z. B. den Mix 1/3 Aktien, 1/3 Immobilien und 1/3 Gold, gemäß dem Buch „Der reichste Mann von Babylon“, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

  19. Markus

    @Chaos

    „Warum empfieht Buffett 10% Anleihen? Was ist der Grund dafür? Soll dass eine Art Beimischung sein um nicht alles in Aktien zu haben?

    Weil die Mischung von ca. 90/10 zumindest bei Indexfonds langfristig bisher die Maximalrendite versprochen hat. War zumindest in der Vergangenheit so.“

    Woher nimmst Du die Aussage? Ich habe die Maximalrendite bei 100 % Aktien im Kopf.

    Wobei es täuscht. 100% hat niemand, da auch Cash für Not-Situationen fast immer vorhanden ist, bzw. sein sollte.

  20. Markus

    @ZaVodou

    Der Drittel-Mix ist von der 3-Speichen-Regel oder Talmudschen Aufteilung, nicht vom reichsten M. v. B.

  21. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Moin mal wieder,

    man sollte sich darüber klar sein, wo Aktie drauf steht, kann auch Bond drin sein.

    Gerade BDCs wie PSEC usw. geben ja nicht nur Eigenkapital in die Beteiligungen, sondern kaufen auch Schuldtitel, so wie gerade eben 16 Mio in Senior Secured Notes  einer ihrer Beteiligungen (Mity). Auch bei Berkshire kauft man Bonds mit.

    Wenn man alle Assets was Schulden sind mal nimmt, also BDCs, Bond-ETFs (CEFs), Preferreds (nicht eindeutig), mREITs…, dann habe ich wahrscheinlich 40-50% des Depots in solchen Werten.

    Klassische Staatsanleihen mit guten Ratings machen tatsächlich keinen Sinn in Sachen Rendite. Da muss man schon auf Junk („non investmentgrade“) ausweichen.

    Buffett fährt ja seine Investments bei BRK in Bonds seit Jahren zurück;

    „Meanwhile, for a sixth year in a row, Buffett reduced his bond holdings amid continued low yields. Berkshire owned about $25 billion in aggregate, on an amortized cost basis as of Dec. 31, down from nearly $35 billion at the end of 2009, Bloomberg said. Buffett said bonds are such a poor investment tool that they „should come with a warning label.“

    At the end of 2015, his biggest bond holdings were in foreign bonds, followed by corporate bonds, U.S. Treasuries, municipal bonds and mortgage-backed securities. (Where Warren Buffett Has Been Investing, Withdrawing His Money)

    Aus den 25 Mrd Ende 2015 sind Ende Sept 16 23,283 Mrd geworden.

    Im Gegensatz dazu fährt Berkshire den Anteil an Fremdkapital (Schulden) selbst hoch. Im letzten Bericht werden 27,4% (101,8 Mrd) des Umlaufvermögens als Fremdkapital angegeben. Berkshire gibt selbst ja Bonds heraus. Hier werden 19 aufgeführt, kleinste Stückelung 2.000 USD.

    Berkshire Hathaway: Warum Buffett-Bonds so begehrt sind.

    Für den normalen Privatanleger sind sicherlich Anleihen kaum von Belang. Vielleicht den einen oder anderen ETF. Aber grundsätzlich sollte einem schon klar sein, dass im Fall der Fälle man als Gläubiger (Anleihen) vor den Aktionären bedient wird, beim Verteilen der Konkursmasse. Als Aktionär geht man bei einer Pleite i.d.R. leer aus.  Aber von so einem Fall geht man bei seinen Käufen natürlich nicht aus.

    Gutes Gelingen

    MS

     

  22. Konservative Aktien

    Ich habe ebenfalls einen relativ hohen Aktienanteil, der Rest ist Tagesgeld, also kurzfristige Reserve + zinsloses Risi… äh risikoloser Anteil 🙂

    Staatsanleihen und Co interessieren mich nicht, beim Tagesgeld bekommt man als Neukunde immer mal 2 – 3% für ein Jahr o.ä., sowas nehme ich dann gerne mit und konzentriere mich darauf, günstig bewertete Aktien zu finden. Keep it simple!

    Jonas

  23. Mr. B

    Bin quasi auch „voll“ in Aktien investiert. In meinem alten ( vor 2009) Fondsdepot habe ich eine Position, die in renditestarke festverzinsliche Schuldtitel investiert. Mittlerweile auch 100 % im Plus und Abgeltungssteuerfrei. Deswegen lasse ich die Altbestände einfach laufen. Möchte auch weiterhin nur in Aktien/REITs investieren. Zumindest solange bis es wieder ü 4 % auf Tagesgeldkonten o.ä. gibt. Wird wohl noch eine Weile dauern …

    Natürlich habe ich eine Cashreserve, für unvorhergesehenes wie Kauf eines Autos, Weltreise oder doch ein Immobilienkauf. Wahrscheinlich wird das Cash aber beim nächsten Crash Stück für Stück in Aktien investiert.  : )

    Grüße, Mr. B

  24. ZaVodou

    @ZaVodou

    Der Drittel-Mix ist von der 3-Speichen-Regel oder Talmudschen Aufteilung, nicht vom reichsten M. v. B.

    Danke Markus für die Richtigstellung. Mir war nur im Gedächtnis, dass es eine sehr alte Faustregel war.

  25. Markus

    Wobei ich persönlich mich mit 1/3 Gold nicht anfreunden könnte.

    Goldverbot, Lagerung zu Hause/Einbruch/Gewaltdelikt etc., Rückgabeverpflichtung zum staatlich vorgegebenen Kurs…

    Bei ner Währungsreform hält sich die Sicherheit von Gold auch in Grenzen. Von der Schwankungsbreite ist es unsicherer als Aktien. -80 % sollte man schon auch aushalten können.

    Wenn man so dermaßen pessimistisch ist, sind Lebensmittel, Trinkwasser, Hygieneartikel und Selbstschutz evtl. praktischer als so ein Klumpen.

  26. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ ZaVodou

    Sorry, wenn ich das Thema zu sehr auf die Anleihe gelenkt habe.

  27. Bankenmärchen

    Aus meiner Sicht sind 0% Anleihen notwendig. Klar, es gibt Menschen, die stehen auf den Cashflow – der sich mit Anleihen super darstellen lässt – aber ich sehe Anleihen eher kritisch im Hinblick auf die Zinsentwicklung. Aber auch wenn die Zinsen nicht steigen sollten, bin ich eher für eine volle Konzentration auf Aktien/ETF´s. Das mag an meinem naiven Alter liegen. In 20 Jahren sehe ich das bestimmt anders…

  28. Ecckehard

    Ich hatte bis vor zwei Jahren eine zehnjährige Bundesanleihe. Es war eines meiner besten Investements. Gegenwärtig bin ich zu 100 Prozent in Aktien.

    Habe mal gestern Ellis Buch über Amazon geordert. (Die Aktie besitze ich übrigens auch)

     

    Gruß Ecckehard

  29. Christoph

    @Mr B: Natürlich habe ich eine Cashreserve, für unvorhergesehenes wie Kauf eines Autos, Weltreise oder doch ein Immobilienkauf. 

    Im Ernst? Du hast soviel cash dass du ne Immobilie kaufen kannst? Oder eher den Anteil für das Eigenkapital wobei der ja auch schon viel ausmacht.

     

    Ich persönlich bin kein Freund von Anleihen. Ich habe 100% Aktien und davon etwa 90% Dividenden Zahler. Denn wenn alles normal läuft erhöht sich jedes Jahr die Rendite deutlich.

     

  30. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Ecckehard

    Es ist ein gutes Buch. Ich habe viel markiert, als ich es las.  Ellis lässt sich einreihen zu Profis wie John Bogle oder Professor Burton Malkiel (The Random Walk Down Wall Street): Sie sind alle skeptisch, wenn es um die Zockerei an der Börse geht.

  31. Fabian S.

    @ Rainer Zufall

    Du siehst das komplett falsch! Warren Buffett hat nicht mehr oder weniger Glück gehabt als andere auch. Evtl. nur, dass er das Privileg hatte unter Graham zu studieren und für ihn zu arbeiten.

    Er ist natürlich ein Genie, aber ich denke im Kleinen, kann jeder wie er vorgehen und wird automatisch vermögend. Vorausgesetzt man ist so geduldig wie er und hält durch!

  32. Mr. B

    @Christoph, ich meinte tatsächlich „nur“ den EK Einsatz + NK etc. Den größeren Teil würde ich finanzieren. Bei den Zinsen sowieso. Meine Aktien verkaufe ich nicht. Für mich ist eine kreditfinanzierte Aktieninvestition sowieso eine Option. Wenn der Markt wieder mal 50 % einsackt steht das Thema bei mir an. Zumindest mit einem überschaubaren Betrag. Mein Arbeitgeber bietet mir  zinsgünstige Darlehen an.

    Aber zuerst nutzte ich natürlich die Cashoption. Erster Einsatz bei 10 % Rückgang vom Gesamtmarkt. Und dann immer weiter Kaufen bei weiteren 2 % Rückgang … Ist so auch ein bisschen für meine Psyche gedacht. Dann kann ich mich auch über Kursrücksetzer freuen, weil ich dann öfter kaufen „darf“. Bei gut 50 % Rückgang wäre ich All-In. Danach wäre der Kredit dran. 2008 habe ich es nicht gemacht.

    Von mir aus darf es aber gerne einfach nur weiter bergauf gehen.

    Macht auch Freude.

    Mr. B

  33. Ecckehard

    @Tim

     

    Ich habe es gekauft, weil du schriebst: „Charles Ellis -Er rät im Endeffekt, 100 % auf Aktien im Alter zu setzen!“- endlich mal eine andere Sichtweise!

     

    Gruß Ecckehard

  34. PIBE350

    An Markus und ZaVodou: Ja, richtig. Diese Formel findet man in diesem Buch nicht. ,,Der reichste Mann von Babylon“ ist trotzdem ein gutes Buch. Wer es altmodisch und geschichtlich mag, liest dieses Buch. Wer es modern mag Bodo Schäfer oder Tony Robbins. Die Kernaussagen sind in allen Büchern ähnlich: Es fängt damit an, dass man stetig einen bestimmten prozentualen Anteil seines Einkommens sparen soll. Oft werden (mindestens) 10 Prozent genannt.

    Zur Vermögensaufteilung: Da ich nicht die beste Portfolioaufteilung (Rendite-Risiko-Profil) der Zukunft kenne, habe ich mich für die einfachste/naivste Form der Anlagenklassenaufteilung entschieden: 1/N bzw. Gleichgewichtung aller Anlageklassen.

    Das ist bloß mein persönlicher Weg und soll keine generelle Weiterempfehlung sein. Wie ich hier lesen konnte, gehen einige mehr oder weniger zu 100 Prozent in Aktien. Das ist für mich völlig in Ordnung, solange sie zufrieden mit ihrer Aufteilung sind.

  35. Dummerchen

    Hallo zusammen,

    ich bin überrascht zu lesen, dass hier das Gros mehr oder weniger nur in Aktien investiert und Anleihen/Festgeld etc. größtenteils ablehnt. Ich habe selbst auch eine relativ hohe Aktienquote (deutlich nördlich von 50%), würde aber niemals ohne einen schwankungsarmen Teil leben können. Mir ist eine 90-100%-Aktienquote ein zu wilder Ritt, daher brauche ich diesen etwas stabilisierenden Anteil.

    Entweder hier haben alle Nerven wie Drahtseile, noch keine echte Krise mitgemacht oder aber ihr Depotwert ist noch nicht im sechsstelligen Bereich angekommen. Solange ich nur ein paar Zehntausend Euro auf der hohen Kante hatte, erschienen mir kleinere Verluste weniger wild – meine Sparrate konnte da ja noch vieles kompensieren. Mit größerem Vermögen ist man allerdings mehr oder weniger nur noch Spielball der Märkte. Da schwankt das Depot fast täglich um eine Monatssparrate.

    Ich freue mich nun schon auf den nächsten Big Bang an den Börsen – also den Moment wenn es mal wirklich auf breiter Front 25% oder mehr in den Keller geht. Das gab’s seit etlichen Jahren ja nicht mehr. Dann habe ich Geld auf der schwankungsarmen Seite, mit dem ich nachkaufen kann. Wer nur aus dem Cashflow Aktien nachkaufen kann, weil er ja quasi nur in Aktien investiert ist, kann dies nicht so richtig ausnutzen. (Vermutlich ist das bei kleineren Depots noch nicht so relevant – in meiner persönlichen Situation sollte das schon einen Unterschied machen.)

    Just my 2 cents

    Dummerchen

  36. Rainer ZufallRainer Zufall

    @ Claus – habe mir in den letzten Tagen vf corp angeschaut. Danke fürs drauf aufmerksam machen.

    Da mir gefallen hat was ich lesen konnte (und ich zudem zb North Face mag) habe ich mir heute mal 25 Aktien ins Depot gelegt.

  37. Markus

    @Dummerchen

    Und welche Anlagen genau nimmst Du für die schwankungsarme Seite?

    Bei langlaufenden Anleihen ist der Switch ja auch noch Kursabhängig.

  38. Felix

    Ich halte einfach Cash auf dem Tagesgeldkonto. Und weil ich auf alltime-high (Dow erstmals über 20.000) nicht investiere, häuft es sich an. Den Cashteil, der dank Sparrate und Dividenden beständig wächst, irgendwie für 0,3 % oder so anzulegen, ist mir zu aufwändig. Ich lass das einfach auf dem Tagesgeldkonto liegen.

    So 10 % Minus passieren immer Mal. Das muss nicht ein richtiger Crash sein oder ein echtes Qualitätsunternehmen gerät in Schieflage, dann schlage ich zu: So habe ich binnen weiniger Monate bei Wells Fargo (Betrugsskandal) zweistellig zulegen können und auch bei IBM (laufende Umsatzrückgänge wegen Technologiewechsel). Derzeit schaue ich mir Gilead an (KGV unter 7 wegen Zukunftssorgen im Pharmabereich, aber starker Cashflow). Zum einen ist es ein schönes Gefühl, wenn man relativ schnell dann im grünen Bereich ist, zum anderen kann man durch Ausnutzen solcher Schwächephasen schöne persönliche Dividendenrenditen erzielen.

    Deshalb halte auch ich das Pulver trocken und investiere nicht kontinuierlich, sondern erst wieder, wenn in der ARD ein Brennpunkt läuft und uns wieder Mal der nahe Weltuntergang vor Augen geführt wird. Dann gilt Cash ist King. Gut, diese Abgebrühtheit muss man sich in einer langen schmerzlichen Börsenkarriere mühsam erarbeiten, aber sie lohnt sich.

  39. Mattoc

    @Markus

    Tagesgeld

    @Dummerchen

    Ich denke, dass hier tatsächlich viele Cash haben, dass dies aber nicht explizit zum Depot  hinzugerechnet wird. Das heißt, der RK1-Anteil wird mental und in der Diskussion ausgeblendet. Und ich denke, dass du damit Recht hast, dass der Cash-Anteil wichtiger wird, je größer das Depot wird bzw. je geringer die monatliche/jährliche Sparrate den Depotwert verändert. Beispiel: Wenn ich ein 50.0o0 Euro habe und zusätzlich eine jährliche Sparrate von 20.000 Euro, würde ich die 50.000 Euro voll in Aktien investieren und unterjährig 20.000 Euro Cash sammeln, um dann nach einem Jahr zu entscheiden, wieviel ich von den 20.000 Euro dann wieder in Aktien investiere. Wenn ich aber 100.000 Euro zum Beispiel geerbt habe, aber meine Sparrate nur bei 5000 Euro im Jahr liegt, würde ich 25 000 Euro Cash halten und 75000 Euro in Aktien investieren.

  40. Jörg

    @Dummerchen

    Ich besitze an Wertpapieren auch nur Aktien und Aktien-ETFs.

    Allerdings behalte ich 60% Cash, sonst könnte ich nicht ruhig schlafen. 🙂

  41. Mattoc

    Und um zum Thema Anleihen nochmal etwas so zu sagen:

    Ich glaube, dass im Jahr 2008 der Aktienmarkt um ca. 40% eingebrochen ist und sowohl Gold als auch europäische Staatsanleihen jeweils um 10% gestiegen sind. Deshalb halte ich es grundsätzlich nicht für falsch, auch einen Anleihenanteil und Goldanteil im Depot zu haben. Wahrscheinlich wird dieser Anteil die Performance  schmälern, wenn man das Depot unendlich lange laufen lässt, aber es reduziert für die, die Kursschwankungen nicht besonders mögen, auch die Schwankungen nach unten.

     

  42. Dummerchen

    @Markus: Tagesgeld, Festgeld(-leiter) mit kurzen Laufzeiten – die Zinskurve ist ja dermaßen flach, dass ich heute nichts länger als 2 Jahre festlegen würde. Anleihen – insbesondere langlaufende – haben ja bei (hoffentlich irgendwann mal wieder) steigenden Zinsen einen enormen Kurshebel nach unten. Ich bin daher nicht so ein Fan davon. Natürlich weiß auch ich nicht, ob und wann und wie viel die Zinsen mal wieder steigen werden. Mir reicht es mit der schwankungsarmen Position eine Werterhalt sicherzustellen, das Gesamtdepot zu stabilisieren und ggf. nachkaufen zu können.

    @Mattoc: Keine Ahnung, ob diese Art der mentalen Trennung vorgenommen wird. Klang für mich eher nach: „Alles andere als Aktien ist Quatsch, denn das bringt ja keine Rendite. Schwankungen interessieren mich nicht, denn ich habe Nerven aus Stahl und genügend Zeit alle Krisen auszusitzen. Warum also auf Rendite verzichten?“

    LG, Dummerchen

  43. Mattoc

    @Dummerchen

    Wir wollen ja das Thema „Pro und Contra Dividendenaktien“ nicht wieder aufmachen. Dazu ist ja in anderen Blogs schon so viel geschrieben worden. Aber ich meine, dass es hier auch ETF- und Aktienanleger gibt, die darauf hoffen, dass auch bei einem größeren Kursverfall des Gesamtmarkts die Dividenden gar nicht oder nicht in diesem Maße sinken und damit der „passive Geldfluss“ auch im Fall eines Crashs nicht aufhört. Daher spielt der Kurs der Aktien für diese Anleger (zumindest in der Theorie und unter Ausblendung der Gesamtperformance) eine untergeordnete Rolle und sie sind vielleicht auch daher voll in Aktien investiert.

     

  44. Dummerchen

    @Mattoc: Nein, das wollen wir bestimmt nicht – zumal ich kein Gegner von Dividenden bin. (Leider wird mein „Nicht-dafür“ gelegentlich automatisch mit „dagegen“ gleichgesetzt.)

    Ob der Kurs bei Dividendeninvestments keine Rolle spielt? Ich glaube es eher nicht – solange man in der Investitionsphase ist, hat man die Gelegenheit zu günstigeren Kursen nachzukaufen. Wenn ich mich recht an den Auftritt von Rente-Mit-Dividenden-Alexander beim Finanzrocker-Podcast erinnere, war er auch eher traurig über steigende Kurse und eher an fallenden Kursen für Neuinvestitionen interessiert.

  45. Gurkenglas

    Also ich habe aktuell rund 20% meines Depots in Aktien, der Rest steckt im Tagesgeld oder Festgeld (ja es gab mal Zeiten mit 4% und mehr).

    Ich peile aber eine Aktienquote von 90% an. Vorausgesetzt mein Arbeitsplatz ist weiter sicher. Sollte sich da etwas abzeichnen, so kann ich ja noch reagieren. Mit 10% Cash komme ich aber ein paar Tage aus. Und Tendenz steigend.

  46. Andreas

    Also ich habe zu 95% Aktien, die 5% sind noch eine Unternehmensanleihe, die aber im April ausläuft. Dann investiere ich das Geld auch in Aktien bzw. vielleicht in meinen ersten ETF. Und derzeit habe ich noch Cash, etwa 10 % meines Depotwertes. Die Cashsumme wird jetzt wohl erstmal weiter wachsen. Halte es da wie Felix. In Zeiten von All Time High investiere ich ungern. Habe natürlich trotzdem einige Werte im Blick wie Gilead oder Novo, die sind ja zurückgekommen. Aber bin derzeit eher abwartend, da ich eigentlich schon genug Pharma im Depot habe.

  47. StockMan

    90 % Aktien der Rest Cash. Während der Ansparphase bevorzuge ich Aktien. Mein Plan ist so, dass Renten und Dividenen für’s Leben ausreichen, ich also meine Aktien vollständig [be]halten kann. Aber was wirklich wird, weiß ich  heute noch  nicht.

    Anleihen lohnen sich nach nach Abzug der Quellensteuer und Inflationsbereinigung nur in Sondersituationen. Sondersituationen sind aber tendenziell spekulativ.

    Vor einiger Zeit habe ich vor lauter Wut und Frust fast meinen ersten Verkauf – seit „ewigen Zeiten“ – getätigt. Ich war sehr, sehr wütend und frustriert über den hohen Preis den Microsoft für LinkedIn bezahlt. Und ich habe an Gott und der Welt und insbesondere an MSFT gezweifelt. Gott sei Dank habe ich die Phase verkaufsfrei überwunden. MSFT damals 50 $, heute 60 $.

    Hat jemand JnJ und mag über seine diesbezügliche Emotionen was schreiben ? Aber bitte nicht nur die super Coolen, und ein bisschen ehrlich 🙂 Ich denke es hilft allen, insbesondere den noch nicht Coolen, wenn sie lesen, wie es anderen in so doofen Situation ergeht.

    Danke.

     

  48. Andrea

    Ich versuche, so weit wie möglich zu diversifizieren. D.h. bei mir fehlt bislang höchstens ein größerer Aktienanteil. Ich habe schon eine halbe abgezahlte Eigentumswohnung (zusammen mit meinem Mann), eine gewisse Menge an Gold, eine Riesterrente (klassisch, also wohl Staatsanleihen), einen Sparplan, der noch gut verzinst ist und 2020 fällig wird, und bislang ein kleineres Aktiendepot, 20000 Eur. das versuche ich jetzt zu vergrößern, indem ich breit nach Branchen und Ländern und Währungen diversifiziere.

    Bargeld halte ich nicht sehr viel, da ich eher über den Euro als über die Weltwirtschaft besorgt bin. Es kommt aber über mein „Humankapital“ immer wieder etwas herein, und in Kürze kommt noch mehr herein (Geld, das ich meiner Schwester geliehen hatte), so dass ein bisschen Spielraum da ist, wenn die Börse crasht.

     

     

  49. Jan

    Mein derzeitiger Mix sieht, vermutlich im Gegensatz zu vielen hier, wie folgt aus:

    private und betriebliche Renten 30%
    Festgeld und ähnliches 20%
    Tagesgeld und ähnliches 13%
    Forderungen/Verbindlichkeiten 2%
    Devisen 5%
    Edelmetalle und Sachwerte 14%
    Aktien und ETFs 16%

    Wobei ich/wir derzeit nur noch die Rentenpapiere und Aktien/ETFs besparen. Die Renten sind aufgrund Betriebsrentenmodelle und anderen Voraussetzungen (auch Riester, ja, dazu stehe ich auch) unumstößlich aber auch vom Sparanteil eher als gering anzusehen, setzt man es in Relation mit dem Teil der derzeit aufs Parkett geht.

    Ums Edelmetall, ausschließlich physisch, bin ich glücklich. Es ist einfach beruhigend zu wissen, dass egal was passiert man immer einen Notgroschen hat dem einen keiner wegnehmen kann. Das Bankschließfach ist damit nun aber letztlich fix gefüllt, da kommt nichts mehr hinzu.

    Die Devisen (CHF) sind eigentlich eine Art notwendiges Übel anstatt eine echte Investition. Auch wenn ich völlig unerwartet aufgrund dem Aufgeben der CHF-EUR-Kopplung damals plötzlich ordentlich Gewinn damit gemacht habe. Eigentlich dient diese Position um ein gratis Tagesgeldkonto im Sinne eines möglichen Fluchtkontos in der Schweiz zu unterhalten welches ich seit dem Beobachten der Einführungen von Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland und in Zypern für dringend notwendig erachte.

    Das Tagesgeld ist ein Mix aus Vorhalten von Investitionskapital für den nächsten Crash (Kriegskasse 😉 ) und ebenso wie beim Festgeld der Anlagegewohnheit meiner Frau geschuldet. Aber das ist ok, das Festgeld besteht hauptsächlich aus Bausparverträgen die wir vielleicht durchaus mal gebrauchen können und derzeit mit 1% Verzinsung immerhin nicht zu sehr schmerzen. Zum Tagesgeldanteil kommt auch noch eine Bargeldreserve im Schließfach die ebenso aufgrund der Euro-Situation angeschafft wurde. Ich möchte mal nicht erleben am Bankautomaten Schlange stehen zu müssen und dass der Staat mir vorgibt wie viel ich von meinen eigenen Sichteinlagen abheben darf.

    Die Position Forderungen/Verbindlichkeiten ist Geld mit dem ich relativ sicher im nächsten ~ halben Jahr rechnen darf, u.a. Steuerrückerstattung, Urlaubsgeld, Prämien, usw. In der Regel gehen diese Einkünfte direkt in Einzelaktien oder in die Kriegskasse.

    Nicht als Guthaben in obiger Liste aufgeführt sind, nebenbei erwähnt, Rücklagen die wir monatlich bilden um notwendige Versicherungen, KFZ Steuer, Jahresticket ÖPNV, usw. mit jährlichem Beitrag zu bezahlen. Gerade bei Versicherungen kann man viel sparen, wenn man sie jährlich und nicht unterjährig begleicht. Ebenso sind natürlich unsere gesetzliche Rentenansprüche oder Zusatzversorgungskassen nicht eingerechnet.

    Fazit: Meine (besser gesagt unsere) Situation ist derzeit, dass wir die sicheren Positionen ausreichend befüllt haben. Es kann sich voll darauf konzentriert werden die nächsten 20 bis max. 25 Jahre in Unternehmensbeteiligungen zu investieren. Ziel sind die Unternehmensbeteiligungen auf später 60-70% des Gesamtvermögens hochzutreiben. Unter Beachtung, dass auch die Rentenpositionen moderat zulegen werden, und es sich prozentual innerhalb des Anlagemix gesehen um ein degressives Wachstum handelt, wären diese 60-70% schon ein wirklich ordentliches Vermögen mit dem sich gut leben ließe. Und dann hoffe ich, dass ich zumindest von da an die Arbeitszeit deutlich reduzieren kann. Wenns alles so läuft, wie man sich das durchrechnet, dann stehen die Chancen gut. Aber wir wissen ja alle: „Mal verliert man und mal gewinnen die anderen.“ Von daher, warten wir ab.

  50. Ecckehard

    @Jan

    „Es ist einfach beruhigend zu wissen, dass egal was passiert man immer einen Notgroschen hat dem einen keiner wegnehmen kann…“

    Bist du sicher, dass egal was passiert, du immer  dein Bankschließfach öffnen kannst?

     

    Gruß Ecckehard

     

  51. Perlentaucher

    Uiuiuiui, da wird hier ein von mir initiiertes Thema aufgegriffen und ich komme so spät dazu:-)

    Wie von ZaVodou richtig erkannt ging es mir allerdings nicht um die Frage „Welcher Anleihe-Mix ist ratsam?“. Hier nochmal mein Ausgangstext:

    „Noch nicht ganz schlüssig bin ich hinsichtlich des risikoarmen Anteils. Da ich auf Papierwerte komplett verzichte, kommen Anleihen für mich nicht in Frage. Derzeit besteht mein risikoarmer Vermögensteils aus einer selbstbewohnten, schuldenfreien Immobilie. Plane den Kauf von Eigentumswohnungen und ordne diese dem risikoarmen Teil zu. Ansonsten fällt mir nicht viel ein. Ackerland, Whisky, Solarfelder, Edelmetalle … ist alles nicht mein Ding. Vielleicht startet Tim demnächst mal einen Thread zum Thema: „Wie investiere ich den risikoarmen Anteil meines Vermögens?“

    Da ich grundsätzlich Papierwerten wie Anleihen, Tages- oder Festgeld etc. nicht traue, stellt sich für mich die Frage, wie man den risikoarmen Anteil (so man ihn den für wichtig erachtet) sinnvoll in Sachwerte investieren kann?

    In einer kürzlich veröffentlichen Studie wurde ja dargelegt, wie Superreiche investiert sind. Im Ergebnis besteht ihr Vermögen aus einem bunten Mix aus Aktien, Immobilien, Private Equity (außerbörsliches Beteiligungskapital), Edelmetalle etc.

    Ich folge grundsätzlich Dummerchens Linie … ein risikoarmer Anteil muss sein … allerdings nicht in Papierwerten.

    @ Mattoc  … Ich könnte mir auch einen kleinen Anteil Euwax-Gold vorstellen. Ist günstig und man hat das Lagerproblem nicht. Ist die Steuerfrage mitterweile geklärt? Nach meiner Kenntnis wird bei Euwax-Gold die Abgeltungssteuer fällig, was mich bisher davon abgehalten hat.

    @ all … welche Möglichkeiten seht ihr hinsichtlich Private Equity?

  52. DivSky

    Hat jemand von Euch evtl. indonesische/südafrikanische Aktien im Depot? Würde mich interessieren, wie sich das mit der Quellensteuer verhält.

  53. Christoph

    @Andreas: was meinst du mit doofer Situation bei J&J? Die kaufen zu. 30 Milliarden für ein Schweizer Unternehmen. Die Forschung wird ausgegliedert und geht an die Schweizer Börse, J&J hat hier aber auch einen Anteil.

    Der Rest, also das profitable Unternehmen geht in J&J.

    Ob der Preis angemessen ist? keine Ahnung. Aber ich denke J&J weiß was sie tun

  54. Dummerchen

    @Perlentaucher: Wenn Du Anleihen (ich beziehe das mal auf „sichere“ Investment Grade Anleihen), Tages- und Festgeld nicht traust, wirst Du hier vermutlich nicht geringe Verlustrisiken sehen, weswegen Du es nicht in den risikoarmen Anteil aufnehmen will. Richtig?

    Wenn dem so ist, habe ich erhebliche Schwierigkeiten eine andere Anlageklasse zu finden, die nicht mindestens genauso große Verlustrisiken birgt. Ich kann mir immer ein Ereignis vorstellen, weswegen eine spezielle Investition zu Verlusten führen kann. Natürlich kann auch Deutschland oder die Bankenwelt bankrott gehen. Ich schätze die Wahrscheinlichkeit halt relativ gering ein, aber da darf ja jeder eine eigene Meinung haben.

    Was genau verstehst Du denn unter Private Equity? Wenn ich mir so die Definition von (https://de.wikipedia.org/wiki/Private_Equity) durchlese, klingt das für mich nach einer aktienähnlichen Beteiligung an Unternehmen jedoch mit erheblich höherem Risiko. Das soll dann sicherer sein als Tagesgeld?Oder irre ich in meiner Einschätzung?

    [Wie genau hilft Dir eigentlich die Studie über das Anlageverhalten der Superreichen? Ich fürchte, die haben ganz andere Zielsetzungen und (aufgrund der Anlagevolumen) Möglichkeiten als Du. Ob dort mal eine Million in den Sand gesetzt wird, geht doch vermutlich im Grundrauschen unter.]

    LG, Dummerchen

  55. anoli

    @ Perlentaucher

    P3 Private Equity Zertifikat

    173499 (ungekündigt)
    A18FFJ (2015 gekündigt)
    A1EV89 (2010 gekündigt)

  56. Claus

    @ Rainer Zufall

    Glückwunsch zum VF-Kauf. Längerfristig sollte der Kurs deutlich steigen. Der Einstieg war bisher mal nicht schlecht.

    Schaue mir gerade Occidental Pet., Apache und Exxon an. Werde hier aber wahrscheinlich nicht einsteigen/zukaufen, da ich in diesem Bereich schon sehr gut aufgestellt bin.

    Ähnlich ist es im Pharma-Bereich. Am interessantesten finde ich Novartis, aber hiervon habe ich schon reichlich. Gilead Sciences, Novo N. und Amgen reizen mich. Am liebsten würde ich J & J aufstocken, vielleicht fallen sie ja noch etwas.

    Es gibt immer wieder gute Chancen, um Geld zu verdienen. Man muss nur die Augen offen halten.

    Viel Erfolg!

  57. Oliver

    Anleihen habe ich ggw. keine, weil zu hohes Risiko und keine interessanten Renditen bei hochwertigen Anleihen. Schrottanleihen finde ich viel problematischer als risikoreiche Aktien kleinerer Unternehmen, da dort das Ausfallrisiko höher ist. Ähnlich wie bei den Genussscheinen sollte man dort nicht investiert sein.

    Wenn ich jetzt von Anlegen rede, habe ich natürlich einiges an Cash-Reserven, Aktien sowohl großer bekannter Firmen als auch einige kleine Unternehmen, diese aber im Verhältnis zu den großen eher minimal. Ich sehe Aktien von Bluechips insgesamt (da darf man mir aber gerne wiedersprechen) als konservative Anlage, auch wenn natürlich große Firmen ausfallen können. Dem begegnet man durch Diversifizierung. Je länger man die Aktien besitzt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Firmen durch organisches Wachstum bzw. Zukäufe weiter entwickeln und dadurch die Kurse steigen. Im Gegensatz zu vielen hier sehe ich die Märkte nicht als überbewertet, was aber nicht für einzelne AGs zutrifft. Bei höherem Indexstand wird die Auswahl der Aktien kleiner, die fair bewertet sind. Auf ein Warten auf einen Crash halte ich persönlich gar nicht viel. 10-20% Rückgang ist kein Crash. Das ist nur eine Korrektur, die der Börse wieder Raum zum atmen gibt. Viele sind auch an der Zeit 2000 – 2010 sehr angehaftet, wo es zwei ernste Krisen gab. Die zweite war für die Weltwirtschaft sehr gefährlich, die erste 2002 war eine Korrektur einer Fehlentwicklung & Überhitzung. Letztendlich wurden dort tatsächlich nominell viel zu hohe Bewertungen korrigiert und die Gewichtung der „Vision“ auf ein normales Mass zurückgenommen. Ein in meinen Augen sehr turbulentes Börsenjahrzehnt. Letztendlich werden wir in Zukunft andere Krisen erleben und natürlich kann es wieder massiv nach unten gehen. Trotzdem sehe ich nicht, dass die tendentielle langfristige positive Entwicklung durchbrochen wird. Die Grundlagen mit wachsender Weltbevölkerung und immer schneller werdenden technologischen Fortschritt sind immer noch da. Und genau diese Dinge werden Unternehmen weiter wachsen und wertvoller werden lassen.

    Ich denke, es ist nicht so wichtig, wie jeder Einzelne genau investiert ist. Jeder hat seine Toleranzschwelle, was die Volatilität betrifft. Für mich perönlich habe ich hier eine sehr hohe Toleranz. Trotzdem investiere ich längst nicht den Großteil in riskante Techwerte oder kleine Butzen, die vielleicht mal ganz groß werden. Ich habe durchaus einiges an Techwerten, aber auch sehr viel langweiligen Kram. Dazu viele Immobilien oder Geschäftszweige drumherum in Form von REITs, die sich kurstechnisch wesentlich schwerfälliger stellen. Ich bin kein Freund von Gold & Silber, habe aber auch da ein bisschen was. Für ein Wurstbrot im Ernstfall könnte es vielleicht reichen. Ich bin kein großer Fan von irgendwelchen Anlagen, die mir die Volatilität nehmen. Das heißt, ich versuche tatsächlich, gute Performance hinzubekommen und bisher klappt das außerordentlich gut. Aber ich weiß, es gibt auch Jahre, wo ich Geld verlieren werde. Habe ich natürlich in der Vergangenheit auch erlebt. Performance über 20 oder 30 Jahre machen erhebliche Unterschiede im Ergebnis aus. Jeder kann das im Zinsrechner nachprüfen. 0,5% sind auf 30 oder 40 Jahre immens. Das sollte man nicht unterschätzen, wenn man signifikante Anteile bewegungsarm parkt. Ich verstehe es aber trotzdem, wenn jemand einfach keine Ruhe findet und ständig an das Risiko denken muß oder Verluste nicht gut verkraftet.

    Was die Diversifikation in Anlageklassen betrifft, bin ich sowieso immer verwundert, was die Leute alles an Geld zu verteilen haben. Da wird in 5 -6 Anlageklassen investiert, als ob man mit den Millionen nur so um sich schmeissen könnte. Reell sinds viele kleine Würstel in unterschiedlichen Anlageklassen, wo man sich dann einen Kopf macht. Darfs ein Rohstoff-ETF sein, oder decke ich den Index in der Mongolei ab, oder vielleicht neben dem physischen Gold noch ein bisschen Papiergold etc.etc. mit Sparraten von jeweils 50 – 100 €. So zerfasert man seine Möglichkeiten. Und warum sollte ich meine Energie in 5 oder mehr Assetklassen investieren, wenn ich als Normalsparer gar nicht die Möglichkeit habe, in jeder von diesen Klassen vernünftige Summen zu investieren? OK, ich war schon immer ein Freund der Fokussierung: Wenn ich was mache, dann richtig. Das heißt, ich habe mich primär für eine Anlageklasse entschieden und bin dabei geblieben. Mein Depot ist jetzt Dank der Steigerungen weit über 400k EURO angelangt und ich sehe, dass es sich weiter entwickelt. Selbst wenn ab morgen ein Crash beginnt und ich 50% Kurswerteinbußen habe, wird mich das nicht umhauen. Ich habe einige Werte dabei, die ich nur aufgrund von vorhergehenden Dividendenzahlungen kaufen konnte und wenn ich mir die Entwicklungen der Vergangenheit anschaue, wird es nach einer Krise auch wieder in die andere Richtung gehen. Das nächste ist, dass dieses Portfolio trotz Kursverlusten weiter Ausschüttungen vornimmt, ich also Teile wieder zu günstigeren Konditionen nachkaufen kann und damit die Entwicklung abschwäche. Problematisch wäre es doch nur, wenn ich alles am höchsten Punkt auf einen Wert setze. Macht doch fast keiner, sondern aufgrund des langjährigen Prozesses kauft man die Werte zu sehr unterschiedlichen Preisen in sehr unterschiedlichen Marktgegebenheiten. Übrigens: J&J ist momentan trotz 20.000 Indexstand sehr attraktiv bewertet.

  58. Slazenger

    J&J sehe ich auch als aktuell kaufenswert an. Es gibt auch Spekulationen wonach sich J&J mittel bis langfristig aufspaltet und ihre drei Bereiche , Pharma, Medizintechnik, Gebrauchsgüter,  jeweils separat an die Börse bringt, solche Maßnahmen, die häufig auch von großen Investoren erzwungen/begleitet werden, bringt auch eine gewisse Wertschöpfung für die Aktionäre, weil in der Regel die einzelnen Bestandteile mehr Wert sind als im Verbund. Aber selbst wenn diese Spekulation nicht eintrifft, ist J&J ein grundsolides Unternehmen mit hervorragendem Management und einer vernünftigen Bewertung. Eine meiner größeren Positionen im Depot!!!

     

  59. Konservative Aktien

    @Claus, Rainer Zufall und alle anderen:

    Ihr diskutiert grade 3 Aktien, die ich auch auf dem Schirm habe 🙂

    Ich halte den Pharmabereich -grade in Europa- auch für interessant bewertet: http://konservative-aktien.com/europaeische-pharma-aktien/ Novartis wäre hier momentan mein Favorit.

    J&J steht auch ganz oben auf meiner Liste. Wenn man das Wachstum mal mit den „Evergreens“ wie Coke, Nestle, .. vergleicht schneidet J&J deutlich besser ab, dazu liegt das aktuelle KGV deutlich niedriger, das ist für mich ein klarer Kauf (ist allerdings schon eine große Position bei mir).

    VF ist ebenfalls gut bewertet und verfügt über super Marken.

    Ich denke mit allen dreien fährt man gut als langfristige Investition =)

    Gruß

    Jonas

  60. Jan

    Hallo Eccehard und Rainer Zufall,

    Als Gold-Interessierter ist mir das bekannt. Und es gab Zeiten, da lagerte ich auch mein Gold gut versteckt zuhause. Derzeit sehe ich das Risiko aber als gering an, zumindest als geringer im Vergleich zu einem Einbruch oder Raub. Sollten die Einschläge seitens Italien z.B. näher kommen, ist so ein Bankschließfach auch mal schnell wieder ausgeräumt. Ein Goldverbot hat innerhalb einer Währungs- und Wirtschaftsunion Vorboten. Das hatten ja sogar die Kapitalverkehrskontrollen. Und mal ehrlich, wer es als Grieche nicht geschafft hat vorher sein Geld unters Kopfkissen zu legen, der muss im Koma gelegen haben.

    Trotzdem vielen Dank für eure Tipps. Nebenbei finde ich es toll, wie hier miteinander umgegangen wird und seltene Scharfmacher einfach konsequent ignoriert werden! In heutigen Zeiten ist das sehr angenehm.

    Gruß
    Jan

  61. JosefJosef

    Gegen Verluste sichern Stop Loss
    Verkaufe vor dem Brexit Aktien um Verluste zu sichern

    Irgendwann gibt es einen Crash der kann sogar Trump auslösen mit seiner Mauer, niemand weiss wann das passiert oder wer der Sündenbock wird.

    Börsenpsychologie:
    Ich habe Banco Espirito Santo Aktien gekauft weil überall in den Zeitungen stand. Diese Bank ist Sicher, Systemrelevant, sehr günstig zu haben, diese kann gar nicht Konkurs gehen.
    Die Politiker sagten diese Bank hat genug Cash, sogar mehr als der Börsenwert.
    Ich hab mit maximal einer Kapitalerhöhung gerechnet.
    Doch nun ist sie Pleite.

    Ob Anleihen, Aktien oder Fonds. Ich weiss nicht was richtig ist.
    Ich habe aber liebend gerne Aktien im Depot von guten Unternehmen.
    Die mir ein Passives Einkommen ermöglichen.

  62. Pascal

    Darf ich ein weiteres Thema vorschlagen?

    Wieviele Positionen im Depot haltet ihr für sinnvoll?

    Im Laufe der Zeit sammelt sich so einiges im Depot an, wenn man sich da nicht selbst dizipliniert. Schließlich will man sein Depot nicht aufblähen wie ein Investmentfonds, oder doch?

    Achtet Ihr auf sowas, oder ist Euch das wurscht?

    Gruss

    Pascal

  63. Jürgen

    Hallo zusammen,

    habe 100% Aktien und auch kein nennenswertes Cashpolster. Ich benötige das nicht für meinen Seelenfrieden. Ich pumpe seit ein paar Jahren rund 1.500 Euro/Monat in mein Depot. Mittlerweile erhalte ich rund 500 Euro Div./Monat. Bin in über 50 Firmen investiert und fühle mich damit sehr wohl. Sollte der Markt einbrechen, dann freue ich mich über günstigere Kaufgelegenheiten. Ich fühle mich im Prinzip wie im Supermarkt. Dort nimmt man Rabatte und Angebote (jüngst: Qualcomm) gerne mit. Und freut sich eher nicht, wenn alles mal wieder teurer geworden ist. Sollte ich doch einmal kurzfristig Geld benötigen, werde ich das günstig über einen Kredit finanzieren. Das Spielchen treibe ich noch ein paar Jahre bis die (eigengenutzte) Immo abgezahlt ist, dann bin ich finanziell frei.
    Grüße
    Jürgen

  64. Michael

    Hallo,

    ich habe eine Aktienquote, die immer so bei 40-60% meines Vermögens ausmacht.

    ca. 10 % physisches Gold

    Rest halte ich in Cash.

    Ich investieren mein gespartes Geld nicht immer gleich jeden Monat in irgendwelche Veranlagungen. Bei mir sammelt sich das Geld am Konto und wenn sich Gelegenheiten ergeben kaufe ich zu. So schwankt meine Depotgröße immer auch ein wenig. Ich schaue auch immer, dass ich jedes Jahr einen für mich festgesetzten Betrag realisiere.

    Falls ich mit dem erreichten Gewinn einer Aktie zufrieden bin, verkaufe ich. Ich ärgere mich auch nicht falls die dann weitersteigt. Es werden sich immer wieder Gelegenheiten ergeben. Manchmal trifft man einen Ausstiegszeitpunkt gut, manchmal weniger.

    Ich veranlage also mein Vermögen zu ca. 50-60%. Rest sind Cashpositionen. Da ich in relativ riskante Aktien investiere (fast keine Blue Chips) eher Wachstumswerte und kleinere Firmen, bin ich mit dieser Quote hoch zufrieden. Komme mit meinem Cashbestand mindestens 3 Jahre über die Runden. Schwankungen in meinem Depot sind mir egal, naja nicht ganz aber für mich ist nur wichtig, dass ich langfristig Gewinne einfahre.

    LG Michael

  65. Claus

    @ Josef

    Du schreibst:

    „Börsenpsychologie:
    Ich habe Banco Espirito Santo Aktien gekauft weil überall in den Zeitungen stand. Diese Bank ist Sicher, Systemrelevant, sehr günstig zu haben, diese kann gar nicht Konkurs gehen.
    Die Politiker sagten diese Bank hat genug Cash, sogar mehr als der Börsenwert.
    Ich hab mit maximal einer Kapitalerhöhung gerechnet.
    Doch nun ist sie Pleite.“

    Wenn alle eine Aktie „über den grünen Klee“ loben und zum Kauf empfehlen ist immer größte Vorsicht geboten. Wer soll da noch kaufen, wenn bereits alle gekauft haben? Ist die Aktie aber trotz aller Empfehlungen „sehr günstig“ zu haben, ist garantiert etwas oberfaul.

    Gerade bei Finanzwerten sollte man doppelt vorsichtig sein und im Zweifelsfall darauf verzichten.

    Politiker haben eher keine Ahnung von (Bank)-Bilanzen, Börse oder Finanzen überhaupt (s. Staatsverschuldung in fast allen Ländern).

    Finanzwerte richtig zu beurteilen ist sehr schwer. Die Bilanzen sind meist zu undurchsichtig und welche riskanten Geschäfte „im Hintergrund“ laufen, kann man gar nicht einschätzen.

    Ich hoffe, Du hattest nicht zu viele Aktien davon.

    LG

  66. Jan

    Hallo Pascal,

    wie viele Positionen ist eigentlich egal, sofern es Aktien sind um die du dich nicht aktiv und kurzfristig kümmern musst (meist Blue Chips).

    Letztlich ist die rein finanziell sinnvolle Investition mit den Kauf-/Verkaufsgebühren von der Höhe nach unten gedeckelt. Unter 1.000 EUR pro Order sollten es nicht sein (Sparpläne ausgenommen).

    Ich baue z.B. Einzelpositionen ab mindestens ~ 1.250 EUR auf, meist wesentlich mehr.

    50 Einzelwerte stell ich mir dann aber auch unübersichtlich vor. Mehr als 30 würde ich meiden. Braucht man nach meiner Anlagestrategie auch kaum, bei 30 Stück dürfte man jede Branche zzgl. einer Alternative oder Gegenposition abdecken können.

    Gruß
    Jan

  67. StockMan

    @Andreas

    Letztes HJ: Dow + 10 %, JnJ minus 10 %, schwache Prognose und teurer Zukauf in Sicht.

    Juckt das kein bisschen nicht ?

  68. Slazenger

    @Stockmann

    Sorry, aber J&J zu kritisieren  weil die Performence in sechs Monaten schlechter ist als der Dow, macht keinen Sinn! So ein Unternehmen musst du über sehr lange Zeiträume bewerten, im Prinzip kaufst du die Aktie für die Ewigkeit, so wie es auch Tim häufig schreibt!

    Den Zukauf selbst halte ich trotz des ambitionierten Preis von Actelion, für durchaus interessant! Man wird sehen!

     

  69. chaostrader

    Gegen Verluste sichern Stop Loss

    Lass mich das mal umformulieren: Stopp Loss hilft gelegentlich auch dabei, garantiert am oder nahe am absoluten Tiefpunkt zu verkaufen. Damit kann man prima in was warmes, weiches greifen. Ist eine tolle Möglichkeit, garantiert Verlust zu machen.

     

    Wieviele Positionen im Depot haltet ihr für sinnvoll?

    1-5 ETFs. Reicht vollkommen. Mehr braucht kein Mensch, wenns die richtigen sind.

  70. Andreas

    @Stockmann:

    Naja also JnJ mit Blick auf 52 Monate zu bewerten halte ich einfach für falsch und wird dem Wert nicht gerecht. JnJ ist wohl einer der stabilsten Werte, mit dem man langfristig im Prinzip nichts falsch machen kann, schau dir den Langfristchart an. Dazu regelmäßig steigende Dividende, was will man bei Buy and hold denn mehr? Da sind doch kurzfristig mal leicht sinkende Kurse Kaufgelegenheiten und kein Grund zu verkaufen;-)

  71. steve2007

    Dann oute ich much mal als Anleihenbesitzer,

    In 2013 norwegische, australische und russische gekauft. Ist für mich als Absicherung gegen den Wertverfall des Euro s gedacht. Dafür nehm ich nicht den Dollar. Klar dass mit Russland ging aufgrund der politischen Situation und des Ölpreis bisher schief, wobei man hier mit einen Nachkauf das Bild positiv beeinflussen hätte können. Norwegen aufgrund des Ölpreis neutral Australien nach einem Jahr mit 30% Plus verkauft. Soviel unterschied zu Aktien sehe da nicht kann genauso positiv oder negativ laufen.

  72. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Steve2007,

    Anleihen können durchaus ein spannendes Feld sein. Wir hatten das Glück, zur richtigen Zeit von australischen Anleihen in den Boomzeiten profitiert zu haben. Bei russischen ist mittlerweile der Drops gelutscht. Da war der Rubel mal für 60-70 Kopeken zu haben (bei einem auch noch zusätzlich billigem Rubelkurs), bei einem >7% Kupon, also zweistellige Rendite. Und Russland würde sich nie die Blöße geben, seine Schulden nicht zu zahlen.

    @Pascal;

    > Wieviele Positionen im Depot haltet ihr für sinnvoll?

    mich persönlich hat so eine Frage nie beschäftigt. Wenn mir etwas gefällt, dann wird gekauft und fertig. Ich habe es nie für nötig befunden, mich gelehrten Dogmen zu unterwerfen. Ich habe meine eigenen Fehler gemacht, dafür Lehrgeld gezahlt, und derzeit habe ich mal ein gutes Jahr mit meinem Stil eingefahren.

    Für 2016 rechnet mir Lynx eine zeitgewichtete Rendite von 29,09% aus. Das ist beachtlich, aber nur dem Umstand geschuldet, dass ich 2015 überdurchschnittlich im Minus war. Mir wäre lieber, ich hätte weniger verloren, und dann weniger gewonnen. Meine Nerven machen das bald nicht mehr mit. 😉

    Fakt ist, man soll sich überlegen welche Werte man haben will. Sobald sie gekauft sind, kann man nur noch unbeteiligt zuschauen. Lieber vorher länger überlegen, ob man den Wert wirklich will. Was dann kommt ist Schicksal. Man kann lesen wie man will. Man hat ja immer nur Zahlen der Vergangenheit zur Verfügung. Das ist völlig egal. Ich habe noch nie einen einzigen Geschäftsbericht gelesen. Der interessiert mich nicht die Bohne. Das machen Tausende andere und steuern den Kurs mit ihren Empfehlungen.

    Heute verliert z.B. Mattel (MAT) 18%. Das ist das Ergebnis der aktuellen Zahlen. Das konnte man aus keinem Bericht heraus interpretieren, der einem vorher zur Verfügung stand. Kismet.

    Ich lese nur im Nachhinein Fakten nach, die mich interessieren. Ich lese täglich irgendwelche Quellen über den Markt. Dann stößt man immer wieder auf Werte, die einem sympathisch sind, und man schaut dann nach den momentanen Zahlen. Zwangsläufig werden es immer mehr. Ich kann mir problemlos vorstellen, mal in paar Jahren 200-300 Werte zu haben. Kein Problem. Das gilt aber über alles, also auch alle Funds mitgezählt.

    Wenn man Investments rein pragmatisch betreibt, es einem also keine Herzenssache, bzw. Leidenschaft  ist, dann reichen tatsächlich ein paar Kern-Investments, am besten ein paar ETFs.

    Man sollte sich einfach von seiner eigenen Überzeugung leiten lassen.

    Gutes Gelingen.

    MS

  73. Dirk S

    Bei der Faustregel Aktienanteil in % = 100 – Lebensjahre wird ein wesentlicher Umstand vergessen:

    Es werden Ansprüche aus der gesetzlichen Rente oder einer Beamtenpension, bzw andere rentenähnliche Einkünfte (z. B. Mieten oder den Wohngegenwert einer eigenen Wohnung) gar nicht berücksichtigt. Für alle, die diese Einkünfte im Alter haben werden, sieht die Rechnung komplett anders aus.
    Den Barwert dieser Einkünfte müsste man nämlich bereits dem Anleihevermögen zuschlagen, da diese Einkünfte stetig und unter einer recht niedrigen Schwankungsanfälligkeit fließen.

    Es wird in der „freien Wildbahn“ in Deutschland nur wenige geben, die kein rentenähnliches Vermögen aufbauen. Das ist letzten Endes dann nur die Gruppe der Selbstständigen, die nicht in Versorgungswerke einzahlen muss und kein Wohneigentum erwirbt.

    Für einen durchschnittlichen bis überdurchschnittlich verdienenden Angestellten werden hingegen schon monatlich 500-700€ in die Rentenkasse eingezahlt. Selbst bei einer Minusrendite dieser Rentenbeiträge muss man schon einige hundert Euro monatlich an Aktienvermögen aufbauen, um auf eine 50-50 Aufteilung des Gesamtvermögens zu kommen.
    Warum sollte ich mein freies Vermögen dann auch noch in sichere Staatsanleihen investieren, die ebenso kaum Rendite abwerfen? Dann doch alles in Aktien!

  74. Didi

    Sensationelle Kommentare hier!

    Für mich gebündeltes, unbezahlbares Wissen – Danke für diesen tollen Blog!

     

    Was mich noch interessieren würde:  wie sichert Ihr Euer Depot ab?

    Die Anleihen sind es ja schon mal nicht zur Zeit…

    Stopp loss ist auch keine gute Idee, weil die Idee ist ja „buy and hold“ und nicht Trading…

    Wie dann?

    Gar nicht…oder wie sonst 🙂

  75. chaostrader

    Was mich noch interessieren würde:  wie sichert Ihr Euer Depot ab?

    Wieso absichern? Das kostet Geld und damit Rendite. Die Absicherung ist 1. der Job bzw. neu hereinkommendes Geld, und 2. der lange Zeithorizont.

    Man muss vor Volatilität keine Angst haben. Ein Crash oder fallende Kurse sind in der Ansparzeit was feines, weil man dann billig nachkaufen kann. 50% Crash bedeutet doppelte Kaufkraft, man bekommt doppelt so viele Anteile.

    Wie es dann mal später läuft, wenn das Depot dick und fett und rund ist und der Ruhestand nah ist.. keine Ahnung. Um diese „Probleme“ kümmere ich mich, wenn es soweit ist.

  76. Freelancer Sebastian

    Neben der obligatorischen „Notreserve“ bin auch ich zu 100% in Aktien investiert (obwohl sich zur Zeit wieder ca. 2% Cash angesammelt haben – die werden aber bald verbraten). Zeithorizont liegt >30 Jahre. Was soll ich da mit Anleihen?

    @ Matthias

    Dir bei dieser Gelegenheit vielen Dank für den Buchtipp. Habe „Das Schiff“ zur Hälfte durch und bin begeistert. Brandhorst behalte ich auf dem Schirm….

  77. Björn

    Nach der Frage zu der Anzahl der Positionen würde ich gerne noch die Frage nach den Branchen stellen in die man investiert sein sollte. Energie/Öl und Finanzwerte sind ja nicht immer die beste Wahl oder wie seht ihr das? Lieber nur ein Depot aufbauen mit Lebensmittelwerten oder Haushaltswerten?

  78. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Sebastian,

    cool, das freut mich. 😉 Bin auf den Film „Prometheus II“, bzw. Alien: Covenant gespannt.

    @Björn,

    ich glaube, hier folgt auch jeder so seinen Vorlieben. Bei mir geht es querbeet, aber nicht taktisch ausgeklügelt. Da ich einige ETFs habe, ist das recht ausgewogen. Allerdings sind bei mir Finanztitel etwas übergewichtet. Normale Konsumwerte eher untergewichtet.

    Meine Verteilung beim Lynx-Depot.

    Finanzwerte haben es rausgerissen 2016. Kommunikation, nichtzyklischer Konsum und Tech sind unterrepräsentiert und haben underperformt.

    MS

     

  79. Claus

    @ Didi

    die besten Depotabsicherungen sind die Zeit und die Diversifikation (Branchen + Währungen).

    Nur die besten Aktien kaufen…
    Bei deutlichen Kursrückgängen zum Depot passend aufstocken…
    So lange wie möglich halten.

    Hinzu kommt noch das Halten einer grösseren Anzahl an Aktien. Für mich sind es mindestens 25, so dass bei gleicher Gewichtung der Aktien jede max. 4% im Depot ausmacht.

    Hat man nur 10 Aktien im Depot und eine halbiert sich, hat man 5% seines Kapitals verloren. Bei 25 Aktien sind es aber nur 2%.

    Ein weiterer Vorteil bei einer größeren Anzahl an Aktien im Depot ist die geringere Volatilität. Viele meinen, das dann aber die Performance geringer ist. Das kann ich bisher nicht bestätigen, obwohl ich 40 Werte halte.

    Ansonsten gibt es m.E. keine sinnvolle Absicherung.

  80. Michael

    @Claus:

    Das kommt ganz darauf an, wie viel Geld man für die Börse übrig hat.

    mit z.B. 50.000 € machen 40 Werte keinen wirklichen Sinn. Man kann zwar natürlich auch eine Position mit 1.000 € kaufen, davon halte ich allerdings nicht sehr viel. Der Anteil an Spesen und Gebühren machen da einen zu hohen Anteil aus.

    Ich kaufe eine neue Position erst, wenn ich bereit bin mindestens 4.000 in das Teil zu stecken.

    Wenn ich natürlich 200.000 € zur Verfügung habe sieht das ganze schon anders aus und deine Diversifikation macht durchaus sinn.

    Mann sollte sich daher immer die Ausgangslage – ist bei jedem anders – ansehen und danach handeln. Für mich sind solche Minipositionen nichts. 40 Werte braucht man meiner Meinung auch gar nicht.

    Ich sichere mich mit physischen Gold und Goldminenaktien gegen einen Börsencrash ab.

    LG Michael

  81. Claus

    @ Michael

    Ein gut strukturiertes Depot aufzubauen und zu erhalten dauert genauso lange, wie man investiert ist. So werden die meisten Menschen auch immer wieder neue Gelder investieren. Daher würde ich nicht von einem festen Betrag ausgehen. Die „Bauarbeiten“ hören ja eigentlich nie auf.

    Hätte ich nur 5k zum Starten für ein langfristiges BuH-Depot, würde ich je nach Börsensituation und Bewertung zunächst eine gesunde Basis schaffen, indem ich 3 Konsumwerte (vielleicht Nestle, P & G, Loreal) und 2 Pharmawerte (vielleicht J & J, Fresenius) zu je 1k ins Depot lege.

    Natürlich kann man auch nur 2 Werte zu je 2,5k kaufen. Oder auch nur 1 Wert. Da empfindet jeder anders.

    Hätte ich 50k zum Starten, würde ich genauso vorgehen (nur Konsum- + Pharmatitel), aber 6 Konsum- + 4 Pharmatitel (5+5 sind auch ok) zu je 5k nehmen. Danach würde ich immer frühestens ab 2,5k, besser 5k, eine weitere gerade günstige Aktie aus anderen Bereichen (IT, Öl-/Gas-Rohstoffe, Finanzen, Sonstige Bereiche) zukaufen. Mit der Zeit ergibt sich so automatisch ein erstklassiges Depot mit besten Ertragschancen.

    40 Werte braucht man sicherlich nicht, ergeben aber eine sehr hohe Sicherheit. Für mich macht es Sinn, da mein Depot inzwischen im guten mittleren 6-stelligen Bereich liegt.

    Mit den Goldminenaktien wünsche ich Dir viel Glück, glaube aber nicht, das diese zur Depotabsicherung dienlich sind, da extrem zyklisch und volatil. M.E. sind dies auch keine Qualitätsaktien, die zur Daueranlage geeignet sind. Ich sehe solche Aktien eher als „Zockerpapiere“.

    LG und viel Erfolg!

     

  82. Rainer ZufallRainer Zufall

    @ Claus, Michael

    Die Meinung, dass sich eine Investition auf Grund zu hoher Gebühren bei einer Anlagesumm < 1500 nicht lohnt, teile ich nicht generell.

    Ich kaufe idr immer Aktien im Wert von +- 1250. Dabei fallen ca 12 Euro Gebühren an. Das stört mich nicht, da ich von eine lange Haltedauer ausgehe. Warum sollte mich die Kaufgebühr stören, wenn ich eine Aktie für Jahre oder Jahrzehnte halte? Die Aktie sollte dann im Idealfall ein mehrfaches Wert sein und die Gebühren längst vergessen.

    Die Gebühren machen sich m.e. nur dann bemerkbar, wenn ich sehr häufig trade. Aber dann gelten eh ganz andere Grundsätze.

    Ich würde sogar sagen, dass ein Anlagebetrags von 2000-5000 Euro bei einem Depot um 50k eine zu starke Gewichtung mit sich bringt. Bei wesentlich grösseren Depots sieht das natürlich anders aus.

  83. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Rainer,

    ich bin ebenfalls mit meist kleinen Käufen unterwegs. Ich sehe die Gebühr anders.

    Bei Lynx zahle ich den Mindestpreis von 5 CAD oder 5 USD pro Order. Ich habe schon Orders für 350 CAD gemacht. Wenn halt gerade nicht mehr an Dividenden da ist, und ich unbedingt was kaufen muss (ungefähr so wie der Fressanfall nachts, wo man unbedingt was im (Kühl-)Schrank finden muss, dann muss es eben sein. 😉 Addicted to Stocks…

    Wenn ich in der Wirtschaft den Finger hebe und ein Bier bestelle, dann sind auch 5 CAD (=3,50 €) weg. Wenn das verstoffwechselt ist, ist nichts mehr von dem Genuss übrig. Im Gegensatz dazu bleiben mir die gekauften Werte erhalten, erfreuen mich bei jedem Blick ins Depot, und erwirtschaften die Kohle zurück.

    Für mich sind die 5 CAD/USD in dem Moment tatsächlich einfach kein echter Kostenfaktor, sondern der Preis für ein Vergnügen.

    Schönen Abend

    MS

     

  84. Couponschneider

    @Dirk S

    Guter Einwand. Sehe ich auch so: Bei der Formel wird tatsächlich immer vergessen, dass man ja Rentenanwartschaften hat. Auch aus diesem Grund habe ich keine Anleihen und auch keine Riesterrente. Aktien, Aktien, Aktien!!! Das ist die Formel.

  85. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Pascal

    Danke für Deinen Vorschlag nach dem Motto „Wie viele Aktien habt Ihr im Depot?“ Ich werde das Thema demnächst machen.

     

    @ Pibe350

    Nach Tunesien würde ich auch gehen. Genieße den langen Urlaub.

  86. Michael

    @claus

    Gebe dir auch grundsätzlich überall recht. Wie ich schon mal geschrieben habe geht diversifikation über alles. Goldminen bzw. Physisches gold zählen bei mir hier eben dazu. Auch gerade weil sie zykliker sind und nicht unbedingt im gleichklang mit der börse laufen.

    Ich sage nur dass für mich positionen von 1.000 euro keinen sinn machen. Falls jemand spaß daran hat kann man das natürlich machen ?

    Leute mit kleinerem budget können auch mit z.b. 10 titel sehr gut streuen. Man braucht z.b. nicht 15 biotech einzelwerte, man kann in bb biotech investieren. Man muss, wenn man in rohstoffwerte gehen möchte nicht vale, barrick usw. Einzeln kaufen. Man kauft einfach bhp billiton, die einfach alles machen. Genauso gehts im technologiebereich usw.

    Aber jeder sollte das machen womit er sich wohl fühlt ?

  87. Tami

    Wer Anleihen zur Risikominimierung ins Depot nehmen will, sollte sich ruhig auch nach möglichen Alternativen umschauen. So kann eine phasenweise Absicherung des Depots durch Put-Optionen oft sinnvoller sein wie ich kürzlich in einem Buch gelesen habe.

  88. Sergent Garcia

    Vieles ist schon gesagt worden.

    Meiner Meinung nach sind 100%-Aktien-Portfolios ein Phänomen der nun fast 8-Jahre dauernden Anstiegsphase (mit kleinen Dellen). Ich war 2008/2009 sehr dankbar für den Anleihenteil im Portfolio. Sicherheit bzw. ein Gegengewicht bieten eben nur AAA-Anleihen. Und die sind zur Zeit zumindest in Euro zinsloses Risiko. Die Anlageklasse ist leider durch die Notenbankpolitik zerstört worden.

    Die Korrelation von Unternehmensanleihen und High Yields (letztere natürlich höher) mit Aktien ist sehr hoch. Das ist kein Ersatz für erstklassige Bunds oder Treasuries.

    Dann würde ich noch unterscheiden zwischen dem Vehikel. Bei Einzelanleihen kann einem der böse Anleihencrash egal sein, insofern man bis zur Fälligkeit hält und von der Solvenz des Schuldners überzeugt ist. Hier gehts ja auch um den Cashflow und die Garantie am Ende 100% zurückzuerhalten. Eigentlich das perfekte Produkt für Dividendenjäger. Nur um in den Genuss von 3-5% Rendite in dem Bereich zu kommen, muss man schon in den Niederungen des Anleihenmarktes (Nachränge, Hybride, unter Investmentgrade etc.) schauen.

    Bei einer Anleihenanlage über ETFs hat man diese Rückzahlungsgarantie nicht. Da gehts primär um die Partizipation an der Kursentwicklung. Und der Großteil der ETFs kauft auch hier „cap weighted“ also die größten Schuldner sind am stärksten gewichtet + sie tauschen die Anleihen vor Fälligkeit mehrfach aus.

    Die Anlage mittels Anleihe ist übrigens – entgegen dem, was Claus oben schreibt – vorrangig zur Aktienanlage des selben Unternehmens. Im Falle einer Pleite werden erst die erstrangigen Anleihegläubiger, dann die Nachränge, dann Aktionäre etc bedient. Auch Festgelder etc. sind im Prinzip nichts anderes als eine „Anleihe“ mit dem Versprechen der Einlagensicherung, die sich im ernsthaften Krisenfall eines systemrelevanten Instituts (z.B. Pleite der Deutschen Bank) erstmal beweisen muss.

    Sobald Spar- und Bankeinlagen überall negativ verzinst werden, zahlt man dafür sogar einen Preis.

    Eine Anleihe ist somit die „Erwartung“, dass das Unternehmen überlebt, eine Aktie, dass es wächst.

    Übrigens nur mal so als kleine Anekdote am Rande, da ich das beruflich verfolge.

    Was machen denn viele Unternehmen und Banken mit dem „billigen Geld“, das sie über die EZB und den Kapitalmarkt aufnehmen. Es wandert (temporär) in negativverzinste Geldmarktprodukte, bei denen sie weniger verlieren als bei einer entsprechenden Sichteinlage. Schöne neue Welt.

    Hier haben wir Privatanleger einen Vorteil durch die über Marketingaktionen subventionierten Tages- und Festgeldangebote, den wir nutzen sollten solange es ihn noch gibt.

  89. Sergent Garcia

    @Claus

    Du schreibst doch, dass Du u.a. um Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen bei 7% Kursrückgang einer Aktien diesen Wert konsequent verkaufst.

    Seit dem Du VF Corp erwähnt hast, ist dieser Wert nun über 7% gefallen. Rein Interesse halber…hast Du bereits wieder verkauft?

  90. Max

    @All: Kann jemand erklären, wie ihr euch einen Überblick über Anleihen schafft? Wie findet ihr raus, welche ISIN ihr kauft? Ich würde mir den Anleihemarkt gerne etwas näher ansehen, finde aber nicht den richtigen Einstieg. Zudem ist es für mich noch etwas schwierig zu überblicken, warum eine Anleihe überhaupt über die Zeit schwankt und wie dann die Gesamtrendite zu berechnen ist.

    @Tim: Ich glaube ein interessantes Thema wäre auch: Mischkonzern oder Spezialist. Dabei denke ich z.B. an eine 3M, GE, Bayer oder J&J und im Gegenzug an eine SAP, Apple, Vonovia, Lufthansa, Osram, Südzucker, K&S.
    Was kaufen? Den starken Dividendenzahler, der über Jahre nicht vom Fleck kommt oder auf etwas Dividende verzichten und über die Jahre auf ein hohes Wachstum hoffen?

  91. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Max,

    nur ganz kurz wegen Anleihe finden. Am besten verschaffst Du Dir einen Überblick über so Seiten wie Bondboard oder Finanztreff.

    Du suchst dann, wenn Du weißt was Dich interessiert, nach Staat, Firma oder Währung.

    Heute wurde die Türkei auf „Junk“-Rating herab gestuft. Die Anleihen werden also im Kurs fallen. Soviel gleich zu der Frage, wieso die Kurse schwanken.

    Ebenso fallen eben die Kurse von Firmenanleihen, wenn die Solvenz in Frage gestellt wird.

    Prinzipiell wird (meistens, außer Sonderformen) die Anleihe zu 100% in den Markt gebracht. Dann kommt es auf die Stückelung an. Wenn die 1.000 USD/EUR o.a. ist, dann sind 100% Kurs also 1.000 USD/EUR.

    Wenn der Kurs fällt, sagen wir auf 70%, dann kannst Du die Anleihe für 700 kaufen. Der Kupon/Zinssatz von meinetwegen 7% bezieht sich auf die 100%.

    Wenn Du die Anleihe für 700 kaufst und den Kupon bekommst, dann ist die Rendite natürlich höher. Nämlich 7% auf 1000 ergibt 70. Auf bezahlten Kurs von 700 bekommst Du mit den 70 aber damit eine Rendite von 10%.

    Anleihekurse sind immer ein Spiegel des Standings des Emittenten.

    Hier ein praktisches Beispiel einer Russenanleihe in Rubel. Die zahlt 7,05% (halbjährlich). Die hat sich wieder erholt. Vor 2 Jahren war die für 60% zu haben im Tief!

    Damals war der Rubel zum Euro UND der Kurs der Anleihe im Keller. Traumrendite, wer damals zugegriffen hat!

    Angenommen Du willst eine Anleihe kaufen, dann schaust Du nach der Währung in der sie läuft, nach der Stückelung (und Währungskurs bei Fremdwährung). Laufzeit, Rendite usw. sowieso.

    Bei der Russenanleihe ist die Stückelung 1.000, aber in Rubel! Das sind derzeit ca. 15,60 EUR. Du musst also für ein Vielfaches davon Ordern. Wenn Du also 100 Anleihen kaufst, dann kostet Dich das ca. 1560 EUR bei 100%. Da sie aber darunter liegt, zahlst Du weniger. Bei derzeit ca. 92% Kurs also ca. 1435 EUR.

    Bei der Eingabe in Deiner Ordermaske des Brokers gibst Du dann nicht die Stückzahl wie bei Aktien ein, sondern ein Vielfaches des Nominalbetrages der Anleihe. Wenn Du also für ca. 1500 EUR (beim jetzigen Rubelkurs 1435) kaufen willst, dann gibst Du 100.000 (RUB) ein. Leider lässt sich der Preis bei Flatex jetzt außerhalb der Handelszeit nicht anzeigen.

    So als kurze Handlungsanweisung sollte das mal reichen. 😉

    Gutes Gelingen

    MS

  92. Claus

    @ Sergent Garcia

    ich verkaufe ausschließlich neue Positionen bei max. 7% Verlust auf Wochenbasis (Freitags-Schlußkurs), da ich dann offensichtlich mit dem Kaufzeitpunkt falsch liege.

    VF habe ich zu 48,11 gekauft. Freitags-Schlußkurs = 47,50. VF lag zu keiner Zeit nach meinem Kauf 7% im Minus, liegt also weiterhin in meinem Depot.

    @ Tami

    Puts würde ich nicht zur Depotabsicherung kaufen. Das ist wie ein Lotterielos. Fast immer wird Dir der Zeitfaktor oder andere Umstände einen Strich durch die Rechnung machen und Dein Geld ist futsch.

    Vielleicht liegst Du beim Kauf der Puts mit Deiner Einschätzung eines baldigen Marktrückgangs richtig. Doch zunächst passiert nichts, keine Spur von einem deutlichen Rückgang. Irgendwann laufen die Puts wertlos aus und kurz danach kommt der Markteinbruch…

    @ Michael

    …völlig richtig. Bei der Geldanlage gibt es viele Wege, die zum Ziel führen. Entscheidend ist, dass sich der Anleger mit seinem Depot wohlfühlt und keine schlaflosen Nächte hat.

    Ich sehe dies so ähnlich wie Stop-Loss-Kurse. Kaum ist so ein SL gesetzt, scheint es die Aktie magisch auf diesen Kurs herunterzuziehen, die Aktien werden verkauft und schon sehr bald danach kennt die Aktie nur noch eine Richtung: Nach oben…

     

     

  93. Claus

    @ Tami, Michael,

    sorry, der letzte Absatz unter @ Michael, gehört zu @ Tami. Ist irgendwie verrutscht…

  94. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Max,

    als Beispiel einer Spekulation eignet sich demnächst evtl. eine Währungsanleihe in TRY (Türkische Lira), emittiert von der Europäischen Investitionsbank. Nach dem heutigen Downgrade mal die nächsten Tage abwarten, wie weit es dann abwärts geht, mit der Währung und der Anleihe.

    Die türkische Lira ist derzeit schon auf einem Tief. Mal sehen, wie tief es wird.

    Wenn man die Anleihe jetzt kauft, dann zahlt man bei 92% Kurs auf 1000 TRY ca. 222 EUR pro Anleihe. Man bekommt einen Kupon von 8,75% zum Zinstermin am 06. Juli des Jahres. Rendite bei dem jetzigen Kurs also >11%. Die Anleihe läuft bis 2020, man hat also noch 4 Zinstermine. Sollte sich die Türkei bis dahin gefangen haben, die Währung wieder erholt, dann macht man einen guten Schnitt. Wenn die Lira bis dahin immer weiter fällt, dann war es ein Griff ins Klo.

    MS

     

  95. frommi

    Statt Anleihen benutze ich Put Optionen um im Sommer mein Portfolio abzusichern. Eine 5% Position reicht aus um ein Portfolio vor grösserem Schaden zu bewahren und macht auch mathematisch sehr viel Sinn, da man die arithmetische Rendite näher an die geometrische Rendite bringt. 50% Verlust und 50% Gewinn sorgen dafür das das Vermögen um 25% geschrumpft ist, es bringt daher sehr viel etwas Performance in den guten Jahren zu opfern um dafür keine ganz schlechten Jahre zu haben. In meinen Backtests (DAX 1990->2016, DOW 1929->2003) wurden so aus der durchschnittlichen 8% Aktienrendite 12%. In den 4 Jahren 1929-1932 hatte man am Ende statt >70% Verlust nur 7%. Gekauft wird die Putoption am 30. April und verkauft bei entweder -25% minus im DAX oder am 1. November.

    Rein statistisch betrachtet gibt es alle 5 Jahre einen Einbruch um mehr als 25% im DAX, in so einem Fall sollte eine Putoption (6 Monate Laufzeit, 5% OTM) ungefähr 500-600% Rendite erwirtschaften. Das an sich sorgt zwar für ein Nullsummenspiel (5 Jahre 5% verballert um in einem Jahr 25% zu machen) aber durch das Ausgleichen der negativen Jahre steigt die Gesamtperformance enorm.

    Das Aktien im Sommer schlechter laufen als im Winter ist bereits seit langem in diversen wissenschaftlichen Publikationen dokumentiert und aktuell sehe ich keinen Grund das sich daran etwas geändert haben sollte.

  96. Value

    Hier mitzulesen ist für mich reines Vergnügen, Tim Dir vor allen Dingen dafür herzlichen Dank aber auch der mittlerweile sehr großen schreibenden Gemeinde, ihr macht Freude und gebt dem Blog eine sehr gute Qualität.

    Zurück zur Ausgangsfrage, nein ich habe keine Anleihen erstens weil ich davon nichts verstehe, andererseits weil ich in meinem Anlagemix durch meine vermieteten Immobilien und die zu erwartende Rente schon genug defensive Werte habe.

    Mein Aktienportfolio wird jeden Monat um mindestens einen Wert aufgestockt bzw. schon vorhandene Unternehmen nachgekauft, einen zusätzlichen Kaufauftrag (ca. 10-15% unter dem aktuellen Kurs) platziere ich für ein Unternehmen was ich zukaufen möchte, mir aber derzeit etwas zu teuer ist. Ich fühle mich wohl dabei und bin weiterhin auf der Lauer, sollte sich eine herausragende Gelegenheit ergeben (Crash) wäre ich bereit nochmal richtig zuzuschlagen.

  97. Rainer ZufallRainer Zufall

    @ms

    Kurze Verständnisfrage. Du schreibst

    „Sollte sich die Türkei bis dahin gefangen haben, die Währung wieder erholt, dann macht man einen guten Schnitt. Wenn die Lira bis dahin immer weiter fällt, dann war es ein Griff ins Klo.“

    Warum Griff ins Klo? Müsste man davon ausgehen, dass die Anleihe bei fallender Lira nicht zurückgezahlt wird?

  98. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Rainer,

    man kauft ja jetzt die Lira billig. Wenn sie aber wieder stärker wird bis zur Fälligkeit, dann bekommt man mehr Euros zurück. Wie beim Dollar jetzt. Eine US-Aktie kostet jetzt mehr in EUR, als wenn der USD billiger wäre.

    Jetzt bezahlt man ca. 222 EUR für die 1.000 TRY zu 92% Kurs.

    Wenn die Lira wieder vielleicht 50 Eurocents kosten würde statt wie jetzt ca. 24, dann steigt auch der Anleihekurs auf bestimmt über 100%, und man könnte teurer verkaufen. Wenn man nicht verkauft, dann bekommt man zur Fälligkeit 100%. Wenn dann die Lira 50 Cents kostet, dann bekommt man eben statt gezahlten 222 EUR nun mit Währungsgewinn 500 EUR für 1.000 TRY zurück.

    Wenn sie noch billiger wird, dann bekommt man weniger als gezahlt, durch den Wechselkursverlust zum Ende.

    MS

  99. Didi

    Das Thema mit der Absicherung wird uns die nächsten Jahre öfter beschäftigen denke ich mir:

    Die Notenbanken reduzieren das Gelddrucken.

    Die Notenbanken erhöhen die Zinsen.

    Währungsschwankungen EUR/USD

     

    Wie sollen wir damit umgehen?

    Das ist für jeden anders zu behandeln, weil es geht um Emotionen. Der Eine kann locker 50% Buchverluste bei buy and Hold wegstecken und der Andere würde gerne proaktiv sein Portfolio absichern.

  100. Christoph

    Also auf die Türkei zu setzen halte ich derzeit für… sehr Risiko reich um nicht gar zu sagen sehr naiv. Erdogan baut sich gerade ein Sultanat.

    Er wird die alleinige macht haben ohne faktische Gegenkotrolle wie zb usa.

    das parlament wird nach seinem willen zusammen gesetzt ebenso die obersten richter. Selbst die lehre von

    darwin wird derzeit aus den Schulbüchern entfernt. Er will wieder mehr zum islamischen und weg vom westen.

    Das volk stimmt zwar noch ab aber bisher hat er jede wahl gewonnen.

    Somit steht für mich fest dass die Türkei als land weder als invest noch für Urlaub in Betracht kommt.

    Schade dass er dieses land zugrunde richtet.

     

     

  101. Max

    @MS: Danke für die ausführliche Antwort! Auf dieser Basis werde ich mich mal etwas aufschlauen! – Wobei ich wenn dann an Unternehmensanleihen interessiert bin. Währungen sind mir nicht ganz geheuer 🙂 Aber wenn ich aus einer Anleihe quasi einen Garantiezins ziehen kann, wäre das für mich eine schöne Sache.

    Was passiert am Laufzeitende mit der (Unternehmens-)Anleihe? Ich gehe davon aus, dass diese dann von dem Emittenten zurückgezahlt wird. Aber zu welchem Kurs?

  102. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Max,

    bei normalen Standardanleihen erfolgt die Rückzahlung zu 100%.

    Sichere Anleihen von guten Firmen werfen aber heutzutage nichts ab. Da gibt man sich mit Minimalrendite zufrieden. Deswegen ist das eigentlich auch nichts für mich.

    Rendite kann man nur gegen den Strom machen. Natürlich auch mit höherem Risiko. Wenn die vordergründige Einschätzung sagt; Finger weg, dann kann sich (muss nicht) eine Spekulation ergeben.

    Wie Christoph zurecht anmerkt, spricht alles gegen die Türkei. Der Markt urteilt ebenso, wie man an der Währung sieht. Aber nur dann hat man die Chance zu einer (riskanten) lohnenswerten Spekulation. Vor 2 Jahren war es Russland. Wer weiß schon, wie es in der Türkei weitergeht. Aber genau das ist das Wesen der Spekulation. Hop oder Top. Auf einem Nebengleis kann man da schon mal was probieren mit kleinem Geld.

    Als Mittelweg habe ich einige Fonds mit „non Investment Grade“ (Junk) Anleihen. Bei denen wird standardmäßig mit Ausfallraten um die 3-4% gerechnet, aber es bleibt dann immer noch mehr übrig, als bei erstklassigen Anleihen. („Default activity, as measured by JP Morgan, increased to 4.84% for the period, though if commodities are excluded, it was only 0.46%. Further, although default volumes have been benign over the past few years, the energy and metals/mining sectors accounted for 85% of the year’s total default volume. JP Morgan is expecting the default rate to decline in order to end 2016 close to the historical average of 3.5%.„)

    BDC wie PSEC o.ä. kalkulieren teilweise auch mit 2% Default. Wenn sie drunter liegen, dann ist das ein Erfolg.

    Ich würde keine Einzelanleihe eines Unternehmens wollen, lieber ETFs mit Corporate Bonds.

    MS

  103. chaostrader

    Wobei ich wenn dann an Unternehmensanleihen interessiert bin. Währungen sind mir nicht ganz geheuer ? Aber wenn ich aus einer Anleihe quasi einen Garantiezins ziehen kann, wäre das für mich eine schöne Sache.

    Das ist dann aber keine risikoarme Anlageklasse mehr, sondern geht Richtug Aktie. Oder Geld auf Tagesgeldkonten bei Ramschbanken ohne Einlagesicherung im Ausland. Gibt auch garantierte Verzinsung, außer die Bude geht pleite.

  104. Max

    Hm. Also wenn ich an Anleihen bei BMW oder z.B. Siemes denke sollte sowas doch möglich sein? Beiden Unternehmen traue ich mehr als der Türkei oder Griechenland zu.

  105. Tomasz

    Ich hatte es ja schon mal an anderer Stelle im Blog beschrieben, aber 100% Aktien halte ich für völlig verrückt, egal in welchem Alter man gerade ist. Die zwei Mega-Boom-Phasen nach dem zweiten Weltkrieg und vor der 2000er-Blase waren m.E. einmalig und werden sich in der Form nicht wiederholen. Dazu kommt die Gefahr eines großen Crashs mit dem Ende des aktuellen Geldsystems. Da sollte man besser diversifiziert sein. Und zwar nicht nur innerhalb der Aktienklasse, sondern auch mit Edelmetallen, Bargeld, Anleihen und ggf. Kryptowährungen. 100% Aktien finde ich mit der Absicht einer Rentensicherung sehr leichtsinnig. Die anhaltende Niedrigzinsphase und der damit einhergehende Bullenmarkt bei Aktien scheinen die Leute wieder überoptimistisch zu machen. Momentan halte ich zwar selbst keine Anleihen, überlege aber als zusätzliches Standbein für deflationäe Entwicklungen einen Teil des aktuellen Aktienbestandes in den nächsten Jahren in langlaufende sichere Staatsanleihen umzuschichten.

  106. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Tomasz

    Die Aktie ist auf Sicht von Jahrhunderten die beste Assetklasse, die es gibt. Der Fortschritt und die Produktivitätsgewinne bringen die Börse auf immer neue Tops. Voriges Jahrhundert stand der Dow-Jones-Index bei 66 Punkten. Heute bei 20.000. Das ist Fakt.

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