Was United Airlines, Aldi, Exxon und Bayer gemeinsam haben


New York, 4. Juni 2009

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Wir werden einen gigantischen Aufschwung an der Börse erleben. Ein jahrelanger Aufschwung. Das folgte bislang stets auf eine ausgewachsene Krise. Also stellen Sie sich auf eine lange Aufwärtsbewegung ein. Zum Hintergrund: Die Unternehmen haben massiv ihre Kosten gesenkt, Personal abgebaut, ihre Strukturen verschlankt. Sobald die Nachfrage sich wieder belebt, wirkt sich das wie ein Hebel in der Erfolgsrechnung auswirken.
Clevere Firmen reißen sich derzeit für wenig Geld Marktanteile unter den Nagel. Sie expandieren in der Rezession, suchen neue Kunden, starten neue Projekte. Die smarten machen etwa zehn Prozent aller Unternehmen aus. Sie werden den Konkurrenten die Butter vom Brot nehmen im nächsten Aufschwung. Auch ist es ein Trugschluss zu glauben, dass es sinnvoll ist das Marketing beziehungsweise die Werbung massiv zurückzufahren in der Krise. Wer in diesen Tagen seine Werbebotschaft weiterhin verbreitet, wird in der Erholungsphase mehr denn je neue Kunden gewinnen.
Wenn Sie aufmerksam die Zeitung lesen, dann stellen Sie schnell fest, wer smart ist und wer nicht. Wer sind die Gewinner von morgen? Am Mittwoch wurde bekannt, dass United Airlines bis zu 150 neue Flugzeuge im Wert von zehn Milliarden Dollar bei Airbus oder Boing bestellen möchte. Was steckt hinter der Strategie? Mitten in der Krise ordern, dann springt ein satter Rabatt bei den leidgeplagten Herstellern heraus. Auch sind die Stahlpreise derzeit im Keller. Boomt die Ökonomie, sind die Wartezeiten lang und die Verhandlungsbereitschaft gering. Damit Sie mich nicht falsch verstehen: United Airlines schwimmt nicht im Geld, das Unternehmen hat zu kämpfen. Dennoch nutzt das Management die Gunst der Stunde. Clever!
Oder nehmen Sie die chinesische Firma Tengzhong Heavy Industrial Machinery, die kaum jemand kennt. Sie schluckt die Geländewagenmarke Hummer von der Pleitefirma General Motors. Schlappe 200 bis 300 Millionen Dollar legen die Chinesen für die bekannte Fahrzeugmarke auf den Tresen. Der Deal, bei dem kein anderer Bieter vorhanden war, kann sich noch als Glücksgriff erweisen.
Oder nehmen Sie Aldi. 75 Läden will der deutsche Discounter in diesem Jahr in den USA eröffnen. Das sind viel mehr neue Filialen, als wir es von Aldi gewohnt sind.
Oder Exxon Mobil. Der Riese kündigte an, mehr denn je zu investieren. Exxon hebt 2009 die Investitionen um elf Prozent auf 29 Milliarden Dollar an, während die Konkurrenz wie verrückt streicht und kürzt. Es macht vor dem Hintergrund des niedrigeren Stahlpreises und der besseren Verhandlungsmöglichkeiten mit den Dienstleistern Sinn. Der Pharma- und Chemieriese Bayer gibt dieses Jahr 2,9 Milliarden Euro für die Forschung aus. So viel nie zuvor.


tim schaefer (Author)

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