Was die Reichen von den Armen unterscheidet


New York, 11. Dezember 2013

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Steuerberater Tom Corley analysierte das Verhalten von Millionären in den USA. In fünf Jahren nahm er 233 reiche Familien unter die Lupe und verglich sein Studienergebnis mit dem Alltag von 128 armen Privathaushalten. Er befragte die Menschen von morgens bis abends. Er fand heraus, wo die Unterschiede beider Gruppen liegen. Corley glaubt fest daran, dass Armut zu einem Gutteil selbst verursacht ist.
Aus seiner Studie lässt sich ableiten, was die Reichen besser machen: Sie ernähren sich gesünder. Sie machen regelmässig Sport. Sie setzen sich Ziele. Sie schauen weniger TV-Soaps. Sie pflegen umfangreiche Beziehungen, sie netzwerken, sind in Verbänden und Vereinen organisiert. Sie erstellen To-Do-Listen. Sie lesen viele Bücher, investieren kontinuierlich Zeit und Geld in die eigene Bildung.
Verhaltensweisen schaffen also Wohlstand. Ehrgeiz, Vernunft, Bildung, Motivation, Weitsicht. All das ist gefragt. Die Armen gehen gerne in die Spielhalle, essen ungesundes Fast-Food, schauen viel TV, haben keinen Bock Überstunden zu machen.
Wer arm zur Welt kommt, hat die Chance diesen „Nachteil“ abzustreifen. Einfach die schlechten Gewohnheiten abstellen.
In unserer heutigen Gesellschaft neigen viele dazu, andere für ihre Misere verantwortlich zu machen. Meistens ist das eben nicht zutreffend. Denn Armut kann durchaus selbst verursacht sein.
Schauen Sie sich mal auf dem Parkplatz bei Ihrem Arbeitgeber um. Wer mit einem teuren Mercedes oder Porsche zur Arbeit kommt, muss nicht unbedingt reich sein. Das Gegenteil ist manchmal der Fall. Wer in einem protzigen Eigenheim wohnt, kann gewaltige Hypotheken zu schultern haben, die auf Jahrzehnte hinaus das Leben einschränken können.
Wer reich ist, lebt unterhalb seiner Verhältnisse. Und nicht darüber. Die Reichen gehen zum Aldi. Sie denken stetig über die Zukunft nach.
Themenwechsel: Ich finde die Story von Stewart Horejsi imposant. Er hatte einen Familienbetrieb in der dritten Generation geführt. 1980 wurde der Konkurrenzkampf härter, er machte sich um den Fortbestand seiner Firma Sorgen.
Ein Freund erzählte ihm just in jenem Moment von Warren Buffett. Er war gleich hellauf begeistert. Horejsi begann also, 1980 die originale Berkshire-Aktie einzusammeln. Für je 265 Dollar kaufte er 40 Wertpapiere. Zwei Wochen später kaufte er abermals 60 Aktien dazu für 295 Dollar. Einen Monat später legte er 200 Stücke obendrauf zum Kurs von 330 Dollar.
Heute ist der 75-jährige Amerikaner Milliardär. 33 Jahre später mit einer simplen Strategie namens „Buy and Hold“, dem Kaufen und Liegenlassen. Horejsi behielt einfach das Aktienpaket. Er lebt einen bescheidenen Lebensstil.
Sein Geld dem besten Vermögensverwalter der Welt anzuvertrauen ist smart. Buffett arbeitet fast gratis für seine Aktionäre, er kassiert nur 100.000 Dollar Gehalt.
Der Vorteil von Berkshire Hathaway ist, dass keine Dividende fließt. Buffett reinvestiert stetig die freien Mittel. So kann der Zinseszins effizienter arbeiten. Es fallen keine Steuern und Wiederanlagekosten beim Privataktionär an.
Pro Jahr steigt die Berkshire-Aktie um knapp 20 Prozent. Und das seit einem halben Jahrhundert.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Was die Reichen von den Armen unterscheidet

  1. Musti

    Hallo,

    sehr guter Blog, aber einige Kritikpunkte bzw. Kritik zum obigen Text:

    1. „..Sie ernähren sich gesünder..“

    Das liegt wohl daran, dass Sie sich das auch leisten können. Was eine Flasche Mineralwasser im Gegensatz zu Cola &Co in den USA im Supermarkt kostet, sollte eigentlich jeder USA Kenner wissen. Und wenn jemand mal etwas Gesundes im Restaurant essen möchte, muss er das vielfache eines MC & Co Besuchers bezahlen. (In Deutschland ist mitterweile der gesunde Chinese oder der Kebap um die Ecke günstiger als Fastfood & Co).

    2. „..sie netzwerken..“

    Das liegt auch daran, dass die Gegenseite das Netzwerken zulässt, weil er auch einen Profit in dem Netzwerk erkennt. Um als ein „Profitables Ersatzstück“ in einem Netzwerk darstellen zu können, sollte man Erfolge vorweisen zu können, die einen wertvoller darstellen. Diese nötige Eigenschaft lässt sich Geld schneller und einfacher aneignen. Somit sthet der Arme wieder schlechter da.

    3.“..investieren kontinuierlich Zeit und Geld in die eigene Bildung.“

    Ich denke, dieser Satz ist ein widerspruch zum Thema. Ein armer, der kein Geld hat kan auch kein Geld in die eigenen Bildung stecken. Und Zeit für Weiterbildung hat er erst recht nicht, da er viel Zeit reinstecken muss, um überhaupt viel Geld zu vierdienen.

    4.“Wer arm zur Welt kommt, hat die Chance diesen „Nachteil“ abzustreifen“

    Auch der viel erwähnte Buffett, betont immer wieder, dass er bereits in der Eierstocklotterie gewonnen hat. Somit hat der arme sogar schon vor der Geburt Pech gehabt.

    5.“Wer reich ist, lebt unterhalb seiner Verhältnisse. Und nicht darüber. Die Reichen gehen zum Aldi“

    Das kommt daher, dass der Reiche einfach zu viel Geld hat und nicht weiss wohin. Erklär mal einem Familienvater mit 2 Kinder, der vielleicht 1800€ netto verdient er solle unter seine Verhältnisse leben. Ich glaube der würde jemandem, der diesen Ratschlag gibt auf der stelle eine Kaltschen 🙂 !

    6. „..75-jährige Amerikaner Milliardär..“
    Buy and hold. Du schreibst in deinenem Blog viel über Risikostreuung und Diversifikation. Das was der Stewart H. gemacht hat, könnte man auch Klumpenrisiko nennen. Oder würdest Du heute Dein Geld in nur einen Aktie stecken? Genauso könnte man auch berichten, dass ein Student vor wenigen Jahren 1000 Dollar in Bitcoins gestekct hat und jetzt reich ist.

    Was ich damit sagen möchte ist, dass zum Erfolgreich und Reich sein auch sehr viel Glück notwendig ist. Manche nennen es Schicksal manche Glück. Es gibt sehr viele Beispiele, bei denen Menschen sehr fleissig waren, Tag und Nacht gearbeitet haben und zum Schluss arm gestorben sind, weil Sie einfach kein Glück hatten.

    Daher denke ich, dass es ohne Glück nicht funktioniert und ich denke dass alles so kommt wie es kommen muss. Natürlich muss man nach dem Glück suchen in Form von Fleis Leistung und Arbeit.

    Was aber die Chancen auf ein bisschen mehr Glück erhöhen kässt, ist wiederum Geld. Mit Geld kann man sich mehrere „Lottoscheine“ kaufen als ohne Geld.
    Somit habe die, die bereits Geld haben mehr Glück als jemand der kein Geld hat.

  2. frank

    @ musti und tim:
    Ich glaube es ist wie beim Poker. Natürlich spielt Glück eine große Rolle, man erhöht aber seine Erfolgschancen, wenn man sich an bestimmte Regeln hält

  3. Musti

    Es ist aber auch ein Unterschied ob ich mit 1000$ oder 10$ an den Tisch sitze!

    Und wer immer die Regeln befolgt, erreicht nie außergewöhnliche Erfolge.

    Mit 1000 $ habe ich mehrere Versuche die Regeln zu brechen.

  4. Markus

    @Musti

    Bestimmte Verhaltensweisen und Denkmuster fördern den Erfolg!

    Schicksalsgläubigkeit ist eine Ausrede der „Passiven“.

    Zum Thema Glück: Der Erfolgreiche steht einmal mehr auf, als er hinfällt!

    Sicherlich gibt es auch höhere Gewalt. Allerdings die prozentuale Gewichtung für Erfolg im Leben ist zu einem sehr bedeutendem Teil Verhaltensbedingt. Das trifft größtenteils auf die Industrieländer zu.
    Die höhere Gewalt würde ich im sehr niedrigem einstelligen Wahrscheinlichkeitsbereich einordnen.

  5. Martin

    Also jetzt mal konkret werden Leute.

    Welche Aktie soll ich heute kaufen um in 30 Jahren Milliardär zu sein???

    Vorschläge vor. Vielleicht die B-Aktie von Buffet? LOL

    Und wie viel Geld ist dies in heutiger Zeit umgerechnet die knapp 100.000Dollar die der Typ 1980 damals da reingesteckt hat? Doch knapp 500.000Dollar oder? Also der war echt arm dran damals schon… :DD

  6. Tino

    Warren Buffett wurde schon oft kritisiert für die ausbleibende Dividende, obwohl die direkte Reinvestition eigentlich ideal für den Investor ist, WENN das Management auch im Sinne des Aktionärs handelt, was Warren mit Leib und Seele tut.

    Ich denke, dass Dividenden auch häufig als doppeltes Netz und Boden gesehen werden, falls das Unternehmen dann doch mal Unsinn mit den Gewinnen treibt und das erwartete Wachstum ausbleibt, bleibt der Vogel in der Hand, was ich auch verstehen kann. Aber rein steuerlich ist es gerade in Deutschland nicht von Vorteil sich häufig Dividenden ausschütten zu lassen, abhängig natürlich vom Umfang. Für den buy-and-hold Investor, der die Dividenden nicht verkonsumiert sollen die Gewinne lieber in direkt reinvestiert werden, ohne „Abknöpfungssteuer“.

  7. Tino

    @Martin, es spielt doch keine Rolle ob Milliardär oder Millionär. In beiden Fällen lebst Du in Wohlstand und kannst noch etwas für die Gemeinschaft tun.

    Er war/ist Unternehmer, hat sein Geschäft aufgebaut. Dafür muss man auch etwas tun, über den Durchschnitt hinaus. Dafür sind viele nicht bereit, Opfer zu bringen und Verzicht für viele Jahre hinzunehmen. Und um das gleich klarzustellen, ein Unternehmer wird nicht zwingend reich geboren, es sei denn es handelt sich um ein Familienunternehmen über viele Generationen hinweg oder er kommt aus einer reichen Familie. Viele jedoch liefern das Risikokapital in Form von kostbarer Lebenszeit/Arbeitszeit und unendlicher Anstrengung und Geduld bis das Geschäft aufgebaut ist und läuft. Das kommt nicht von allein.

    Die Bescheidenheit des Mannes lehrt uns ja einen möglichen Weg, wie man mit Kontinuität und auch kleineren Summen sehr wohl Erfolg beim Investieren in Werte haben kann.

    Und für mich besonders interessant der Zeitraum. Evtl. ist er 45 gewesen wo er BRK.B kaufte, wo Anlageberater und Fondsmanager bereits den Aktienanteil für gewöhnlich zurückschrauben, tolles Beispiel was auch älteren Menschen Mut macht.

  8. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tino
    2 Dinge sind sicher. Der Tod und die Steuer. Die zahlt man immer. Es ist egal, ob bei der Dividende gleich, oder am Schluss ein fetter Abschlag auf den Gewinn aus Verkauf.
    Man muss sich grundsätzlich im entsprechenden Lebensalter für seinen persönlichen Investmentstil entscheiden. Je jünger, um so mehr kann man auf Growth setzen, je älter, desto mehr auf Income (Dividende).
    Wenn man aus seinem normalen Einkommen aus dem Job komfortabel sein Leben bestreiten kann, dann braucht man keine Dividenden, sondern Wachstum. Ab 50-55 sollte man dann umsatteln, und ein Dividenden-Income-Depot als spätere zusätzliche Einkommensquelle erstellen.

    MS

  9. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Martin

    Kein Mensch kennt die Aktien zukünftigen Erfolgs. Man kann immer nur mit dem Blick zurück gescheit daher reden. Zu Buffetts Beginn hätte er auch gleich wieder pleite gehen können, dann wäre er nie bekannt geworden. Dann gäbe es heute kein „Hätte hätte, Fahrradkette“). 😉

    Ich würde heute (wenn ich auf Growth setzen müsste) irgend welche ETFs mit dem Thema „aggressive growth stocks“ nehmen, wo die neuen Technologien (3D-Drucker usw.) Schwerpunkt sind. Vielleicht schafft es da mal einer zum „Highflyer“.

    Voxeljet hat nach dem IPO in paar Wochen über 350% gemacht (jetzt wieder unten), dafür hat Buffett fast die letzten 15 Jahre gebraucht 😉

    MS

  10. Marc

    Zitat“2 Dinge sind sicher. Der Tod und die Steuer. Die zahlt man immer.“

    Nein nur der Tod ist sicher. Die Steuer ist überhaupt nicht sicher für die da oben. Nur weil die Masse sich knechten lässt, wird die Steuer bezahlt unter Zwangsandrohung.

  11. Anna

    Wow, die Erben von Herrn Horejsi werden sich freuen. Das waren ja die A-Aktien von Berkshire.
    Ich habe mir vorgenommen, in nächster Zeit mal paar „Früchte“ zu ernten. Wir möchten schließlich noch was davon haben. Da schrecke ich auch vor Berkshire Hathaway nicht zurück!

    @ Musti
    Wie sagt der Volksmund: Der Teufel sch… immer auf den größten Haufen.
    Oder: Geld zu Geld.

    Noch was: Es gilt für die Börse die vier G, und zwar Gedanken, Glück, Geduld und vor allem Geld.

  12. tim schaefertim schaefer

    @ Musti
    So ganz stimme ich Deinen Gegenargumenten nicht zu.

    Wir Menschen haben viel mehr Wahlmöglichkeiten, als wir wahrnehmen

    Wir können schlechte Gewohnheiten in gute Gewohnheiten umwandeln.

    Wozu Cola, Fanta, Sprite? Es geht Kaffee, Tee, Saft, Leitungswasser, Mineralwasser.

    Rauchen, zu viel Alkohol, Zucker fördern Übergewicht, Herzkreislaufkrankheiten, Diabetes, Demenz…

    Oft stehen wir vor der Entscheidung: Machen wir A oder B.

    Die gesündere Alternative ist oft die günstigere.

    Selber kochen. Ein mexikanisches Gericht mit Reis, Bohnen, Gemüse, Kräutern ist günstig. Oder Gemüsesuppe, Kartoffelsuppe, Salate. All das ist in der eigenen Küche zubereitet meiner Meinung nach günstiger als die Boxen von McDonalds. Und schmeckt besser.

    Es liegt am persönlichen Umfeld. Und selbst am Bundesstaat, in dem wir leben. Amerika lernt seit Jahren zum Beispiel von Hawaii. Dort sind die Menschen gesünder, zufriedener, die Ernährung ist top: http://www.huffingtonpost.com/2013/08/04/hawaii-life-expectancy_n_3682588.html

  13. Tino

    @Musti, ich erlebe immer wieder die von Dir genannten Leute aus der Unterschicht oder dem Kleinbürgertum, die schlicht über ihren Verhältnissen leben und dies überhaupt nicht merken oder evtl. bewußt ignorieren (nach mir die Sintflut).

    Da wird blind Markenkleidung zu höchsten Preisen gekauft, da wird bei Lebensmitteln im x-beliebigen Laden zum x-beliebigen Preis zugegriffen, da kriegen die Kinder noch schnell ne teure Süßigkeit an der Kasse und diese Leute haben dann nicht mal ein Auto und laufem im Regen mit Plastikbeuteln nach Hause oder eine Schicht höher, eine Hypothek auf's Haus wo mir schlecht wird.

    Eine Familie ist für mich auch ein Unternehmen und genauso sollte jeder für sich entscheiden ober er mehr Schulden oder mehr Cash inkl. Anlagen zur Verfügung hat. wenn die Schulden aber 10x höher als die Barmittel und Anlagen sind, wie oben angedeutet, dann ist das Unternehmen m. E. nicht gesund und einem hohen Risiko des Scheiterns ausgesetzt und das ist für mich auch ein Ansatz, warum Reiche reich sind und Arme arm, nicht pauschalisiert, aber eben schon häufig beobachtet. Hier geht es um eine grundsätzliche Einstellung zum Leben und welcher Risikoklasse man angehören möchte.

  14. Tino

    @Matthias, nein es ist eben nicht gleich wann ich die Steuern abführe. Werden bereits frühzeitig Steuern auf Dividendenausschüttungen erhoben, so kann ich dieses Geld nicht mehr reinvestieren und letztlich kann mein Vermögen weniger stark wachsen.

    Der fette Abschlag auf Gewinne am Ende ist besser, weil auf dem Weg weniger verloren gegangen ist. Das ist für mich die schlüssige Erklärung. Wenn ich z. B. über 10 Jahre, jährlich 1k einzahle und von einer Rendite von 10% ausgehe, so wächst mein Vermögen auf 17.531,17 EUR. Wenn ich 100% Abgeltungssteuer auf die erzielten Gewinne bezahle bleiben mir noch 15.648,37 EUR.

    Wenn ich jetzt aber z. B. 5% Rendite habe und 5% Dividende und ich gehe wieder davon aus, dass die Abgeltungssteuer 100% zuschlägt, dann bleiben von meiner Dividende immer nur 3,75% übrig. Am Ende ist mein Vermögen auf 16.326,46 gewachsen und nach Auszahlung und versteuerten Gewinnen bleiben dann noch 14.744,85 EUR übrig. Das sind ca. 900 EUR weniger. Eine Menge Holz. Was auch noch stören könnte ist das Timing der Dividende. Geld liegt ggf. länger ungenutzt rum und schmälert weiter das Endergebnis.

    Kann sein, dass ich mit meiner vereinfachten Rechnung falsch liege, aber so sehe ich den Sachverhalt. Nichtdestotrotz sind ja Unternehmen die Dividenden ausschütten i. d. R. Cash-Maschinen und damit auch häufig bessere Investitionen, aber die Aussage von Warren dass er das Geld der Aktionäre besser verwenden kann als sie selbst, war für mich logisch nachvollziehbar, aber halt nur weil er so eine hohe Integrität besitzt und BRK quasi etwas ganz Seltenes in der Welt der Aktien ist aus meiner Sicht.

  15. Felix

    Natürlich ist es besser für den Anleger, wenn er erst am Ende, beim Verkauf seiner Anlagen. die realisierten Gewinne versteuern muss. Sind bereits während der Laufzeit Steuern abzuführen, so kann dieses Geld keine Rendite mehr erwirtschaften.
    Trotzdem sind mir Dividendenausschüttungen wichtig. Zum einen lebe ich bereits jetzt und möchte ab und an mal etwas von meinen Investitionen haben und nicht erst am Ende, wenn möglicherweise auch ich am Ende bin. Und zum anderen gibt es auch Unternehmen, die mit den einbehaltenen Gewinnen Blödsinn machen wie Prestigezukäufe (siehe DaimlerChrysler o.ä.) und das Geld verbrennen. Da ist es mir lieber, sie zahlen es an mich aus. Nicht jeder Firmenlenker ist ein Warren Buffett. Da man das aber immer erst im Nahhinein weiß, ist mir eine Ausschüttung lieber.

  16. Turing

    In der Tat. Ich habe in diesem Sommer ein paar Tage in Kampen auf Sylt verbracht. Beim Brötchenkauf ist mir aufgefallen, dass dort verdammt viele Zeitungen verkauft werden. – Ich schlussfolgere: Vermögende Menschen sind gut informiert! Eine Frau hat sogar fünf Zeitungen gekauft, aber keine Brötchen.

    Und ich finde wichtig, dass Herr Tim immer wieder deutlich macht, dass Vermögen eine Folge des eigenen Verhaltens ist und nicht nur das Glück, in einer vermögenden Familie geboren worden zu sein. Es gibt immer wieder Menschen, die es schaffen, ihre schlechten Angewohnheiten abzulegen. Ich beispielsweise bedaure heute noch, dass ich als Jugendlicher und junger Erwachsener so viel fernsah. Täglich die Doppelfolge Simpsons, häufig auch die Bundys… Folgen, die ich oft schon kannte. Durch den studiumsbedingten Wohnortwechsel habe ich diese Angewohnheit abgelegt: Pro Sieben gab es in meiner Welt nicht mehr. Ich käme heute nicht mehr auf die Idee, um 18:10 Pro Sieben einzuschalten… Wenn ich zufällig dann doch hinzappe, bin ich jedesmal überrascht, dass Pro Sieben die Sendezeit seit zehn Jahren unberührt ließ. Pro Sieben profitiert erheblich von schlechten Angewohnheiten vieler Zuschauer. Heute sehe ich nur noch ca. 5 Stunden pro Woche fern und wenn ich mal eine Sendung verpasse, juckt mich das nicht mehr. Früher war ich auch ein bisschen politiksüchtig und habe viele Politiktalkshows und -magazine gesehen.

    Man sollte nicht nur schlechte Gewohnheiten ablegen, sondern sich auch gute Gewohnheiten angedeihen lassen. Man sollte viel lesen und vielleicht auch mal den Deutschlandfunk hören. Dort bekomme ich viele Informationen nebenbei. Vor 12 Jahren begann ich, die ZEIT zu lesen und den DLF zu hören und es war der Beginn meines Bildungsaufstieges.

    Wer einen Kindle hat, kann eigentlich immer lesen. Ich lud mir gestern das Handelsblatt auf meinen Kindle, bevor ich zum Zug aufbrach. Ich stieg in einem Provinzbahnhof ein und hätte sonst bis Berlin (über zwei Stunden Fahrzeit) warten müssen, um an eine Zeitung zu kommen. Daneben hatte ich noch reichhaltige Auswahl an Literatur (z. B. von Emile Zola) in elektronischer Form als auch als normale Taschenbücher (von Karl Popper).

  17. Turing

    In der Tat, gesünder essen ist häufig günstiger. Viele verwechseln günstig mit „bio“ oder Markenware. Nun ist bekannt, dass bio der Gesundheit gar nichts bringt. Außerdem geht es nicht darum, die gesündesten Kartoffelchips unter vielen auszuwählen, sondern gar keine Kartoffelchips mehr zu kaufen. Ein Rettich schmeckt doch auch gut ist und kleingeschnippelt ist er ein guter Snack zu einem Spielfilm. Wer mehr Gemüse und Obst kauft, spart Geld, wenn er im Gegenzug auf Süßes und Salziges verzichtet.

    Selber kochen spart auch enorm viel Geld. Ich habe neulich ca. 500 Gramm Mehl und einem Hefewürfel den Teig für vier Pizzen zubereitet. Den Teig kann man kühl lagern und man hat griffbereit eine frische Pizza. Ich esse gerne Fungi und dürfte so ca. vier Euro investiert haben, um mir vier Pizza zuzubereiten. Ich nehme mir auch häufig Stullen mit auf die Bahnreisen.

  18. Markus

    @Turing

    Das „allgemein“ bio nichts bringt, ist wieder so ne Milchmädchen-Aussage.

    Es wird auch mit bio gemurkst (Puten, Hühner)…
    Allerdings der Großteil der bio-Lebensmittel hat deutlich weniger bis gar keine Pestizidenbelastung.

    Bei manchen Lebensmitteln macht es Sinn, bio zu wählen. Habe so ca. 20 Bücher schon über Ernährung gelesen.
    Wenn man 3 – 4 Dekaden ein Zinseszinswunder erleben will, sollte man auch über andere Bereiche Bescheid wissen. 😉 Oft wieder spricht sich was, allerdings liest man aus einer Vielzahl von Büchern auch gemeinsame Kernaussagen raus.
    Dasselbe zu jedem Themengebiet…

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