Warum wir gerne nach dem Motto handeln: Buy high, sell low


New York, 13. Oktober 2010

Eigentlich sagt uns der gesunde Menschenverstand, dass es Sinn macht an der Börse nach folgender Regel zu handeln: „Buy low, sell high“, sprich kaufe niedrig und verkaufe teuer. Doch leider befolgen wir Menschen diese Grundregeln zu selten. Etliche wissenschaftliche Studien sind zu diesem Aspekt schon angefertigt worden. Als der Dow-Jones-Index im März 2009 auf das Mehrjahrestief bei rund 6.500 Punkte plumpste, verloren viele Menschen die Nerven und verkloppten ihre Aktien. Das „Wall Street Journal“ hatte im Frühjahr 2009 eine schöne Story zu dem Thema. Die Zeitung portraitierte Menschen, die zum ungünstigsten Zeitpunkt ihre Aktien abstießen. Es sind Menschen wie Sie und ich. Einerseits leuchten die Argumente der Portraitierten auf den ersten Blick ein. Andererseits ist es wirklich erschreckend, dies im Nachgang zu lesen. Man fragt sich da nur: Wie konnte das passieren? Wir handeln offenbar alle nach dem Motto „Buy high and sell low“, Kaufe hoch und verkaufe niedrig. Wahnsinn! Es mag uns nicht in den Kopf gehen, dass es unlogisch ist so zu handeln. Wie verflixt unsere Gefühlswelt ist. Sie macht uns einen Strich durch die Rechnung. Es geht mal wieder um die Angst und Gier. In der Fachwelt wird das Untersuchen des menschlichen Handels in diesem Umfeld als Behavioral Finance bezeichnet, der Verhaltensökonomik.
Wenn man sich die Verhaltensweisen anschaut, scheint das Verhalten der Masse einfach zu sein: Wenn die Kurse von einem Hoch zum nächsten eilen, sind wir hellauf begeistert. Wir suchen Aktien und kaufen sie. Wenn die Kurse dagegen immer neue Tiefststände markieren, steigen wir aus und wollen von der Börse nichts mehr wissen. Wie widersinnig.
Ein weiteres Problem ist, dass wir dazu neigen, unsere besten Pferde im Stall zuerst zu verkaufen. An Verlierer-Aktien halten wir gerne fest, da haben wir eine unendliche Geduld. Bei unseren wirklich guten Titeln im Depot – da juckt es uns in den Fingern, den Gewinn mitzunehmen. Meistens steigen wir viel zu früh aus und bereuen es hinterher.
Wenn Sie sich jedoch einmal die Mühe machen, die Transaktionen der Milliardäre und großen Hedfondsmanager anzuschauen, dann werden Sie feststellen, dass diese in der Regel ihre Aktien super-billig einsammeln und teuer verkaufen. Nehmen Sie William Ackman. Der Hedgefondsmanager (Pershing Square Capital Management) stieg bei dem ausgebombten Kaufhauskette J.C. Penney ein. Jetzt ist er mit 16,5 Prozent an Bord gegangen und wird sicherlich dem Management Dampf machen. Er ist ein Meister im Druckmachen. Ackman suchte sich schon große Opfer wie McDonalds oder Target aus. Hat er ein mächtiges Paket zusammengekauft, verlangt er umgehend von der Führungsspitze eine Kursänderung. Von dem Wirbel profitiert meist der Kurs. Das zeigt sich mal wieder an der schönen Performance von J.P. Penney. Wenn Ackman ein schönes Plus mit seinem Investment erzielen kann, dann sucht er schneller das weite, als man es sich träumen lassen kann. Ganz nach dem Motto: Billig rein und teuer raus. Der Rest ist mir sch…egal.


tim schaefer (Author)

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