Warum der Dow Jones immer weiter steigt. Berkshire mit Potential


New York, 9. Oktober 2009

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Wahnsinn! Der Dow Jones schießt immer höher. Der Index stieg am Freitag um 0,8 Prozent auf 9.864 Zähler. Immer näher rückt die magische 10.000er Marke. Allein diese Woche legte der Dow Jones um vier Prozent zu. Vor zwei Jahren schloss der Dow noch bei 14.164. Nun liegen wir nur noch 30 Prozent von diesem Allzeithoch entfernt. Es ist erstaunlich, mit welcher Gewalt die Aktien zugelegt haben, obwohl wir gerade die schlimmste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression durchgemacht haben. Seit dem Tief im März explodierte die Börse um 50 Prozent. Börsianer blicken nach vorne – und nicht zurück. Die Quartalszahlen der Unternehmen werden besser. Dank straffer Kostensenkungen.
Wir werden neue Technologien entwickeln, unseren Wohlstand weiter mehren. Daher steigt der Dow langfristig immer höher. Freilich wird es immer wieder Krisen geben. Auch werden alle paar Jahre bedeutende Finanzriesen oder Hedgefonds scheitern. Das gehört dazu. Die Regulierungsbehörden sind außer Stande das zu verhindern.
Eine Aktie, die hinter der starken Erholung zurückgeblieben ist, ist erstaunlicherweise Warren Buffetts’ Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Warum? Das ist schwer zu deuten. Buffett hat sehr gute Deals gemacht, etwa den Einstieg bei Goldman Sachs. Hier hat er bis dato auf seinen milliardenschweren Einsatz gut 50 Prozent Rendite eingefahren. Daher ist die schwache Kursperformance von Berkshire beachtlich. Es mag mit Buffetts hohem Alter im Zusammenhang stehen und seiner Weigerung, einen Nachfolger zu benennen. Insofern sorgen sich seine Anhänger, ob ein neuer Vorstandschef die Strategie weiterhin so erfolgreich fortsetzen kann wie er. Berkshire notiert, aktueller Kurs der Klasse-B-Titel 3.287,00 Dollar, nur zum 1,36-fachen Buchwert. In vergangenen Jahren war diese Verhältnis schon weitaus höher. Insofern bietet sich hier ein günstiges Einstiegsniveau an.
Notenbankchef Ben Bernanke betonte, die drohende Inflation mit höheren Zinsen bekämpfen zu wollen. Sprich die Leitzinsen werden demnächst steigen. Derzeit sind sie auf praktisch Null Prozent. Daher flüchtet das Anlagekapital an die Börse. Denn für Renten und Festgelder gibt es nur lausige Zinsen. Es macht kaum Sinn, Geld zu parken. Solide Dividendentitel bieten eine bessere Alternative.
Obwohl es in den USA Ermittlungen wegen einer möglichen Kartellbildung bei IBM gibt, legte der Computerkonzern am Freitag um drei Prozent auf 126 Dollar zu. Chevron kletterten um 1,8 Prozent auf 72,76 Dollar. Blutrot war mal wieder die Bilanz der beiden halbstaatlichen Hypothekenfinanzierer von Fannie Mae und Freddie Mac, die jeweils um circa vier Prozent auf 1,43 beziehungsweise 1,71 Dollar plumpsten. Die Aufsichtsbehörde schätzt den Ausblick für beide Unternehmen als weiterhin sehr schwierig ein. Ein weiterer Finanzbedarf zeichnet sich ab. Dabei schoss der Staat bereits 100 Milliarden Dollar in die maroden Finanzkonzerne. Ein Fass ohne Boden! Das erinnert mich an das deutsche Trauerspiel um die Hypo Real Estate.
Die Papiere der Citigroup sanken um 0,4 Prozent auf 4,63 Dollar. Citis erfolgreicher Rohstoff-Händler Phibro stößt die Bank an das Ölunternehmen Occidental ab. Die auf den Rohstoffhandel spezialisierte Phibro-Tochter erwirtschftete enorme Profite. Doch gab es zuletzt massive Kritik an den hohen Bonuszahlungen an das Management. Daher der schnelle Verkauf.


tim schaefer (Author)

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