Warum Börsianer am Kaufen und Liegenlassen scheitern


New York, 13. September 2015
Buy and Hold ist eine überlegene Strategie. Wer Qualitätsaktien langfristig hält, wird fürstlich entlohnt. Die Kunst besteht darin, die Schwächephasen und Krisen, auszusitzen.

„Buy and Hold“ ist eine überlegene Strategie. Wer Qualitätsaktien langfristig hält, wird fürstlich entlohnt. Die Kunst besteht darin, Schwächephasen und Krisen auszusitzen. Im Grunde liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Selbstdisziplin. Nur die wenigsten haben sie.

Über „Kaufen und Liegenlassen“ kann ich endlos viel schreiben. Es ist schnell etwas gepostet dazu im Blog. Aber „Buy and Hold“ knallhart durchzuziehen – das ist eine andere Sache. Es ist ein Nervenkrieg, wenn die Kurse beben und Sie mit Ihren Aktien tief im Minus sind. Emotional kommen die wenigsten Anleger mit dieser Anlagestrategie klar.

Sie müssen als Langfristanleger lernen, mit Erniedrigungen umzugehen. Es zahlt sich auf lange Sicht aus, den Schmerz zu ertragen.

Nehmen Sie McDonald’s. Mit der Fast-Food-Kette konnten Sie seit 1970 über 29.000 Prozent in die Scheune fahren. Mit einem Buy-and-Hold-Ansatz. Zwischenzeitlich war der Erfolgskonzern aber schon um 80 Prozent eingebrochen. Viele Anleger haben in dieser Phase (es war zwischen 1999 und 2002) entnervt verkauft. Hätten sie nur durchgehalten…

Mit Amazon.com konnten Sie seit Mai 1997 gewaltige 35.200 Prozent verdienen. Aber zwischenzeitlich plumpste die Aktie um mehr als 90 Prozent nach unten. Und zwar nach dem Platzen der Dotcom-Blase. Wer drin blieb und das Chaos aussaß, konnte die Killerrendite einfahren. Aus 1.500 Euro Einsatz wäre mehr als eine halbe Million Euro herangereift.

Die Börsenzeitung Barron’s warnte 1999 in einer Titelstory vor Amazon. Die Redaktion wies mit der Headline „AMAZON.BOMB“ auf das drohende Platzen der Amazon-Bombe hin. Die Zeitung bezeichnete Vorstandschef Jeff Bezos als einen „Zwischenhändler“. „Die wahren Gewinner des Internets werden die Firmen sein, die direkt ihre Produkte an die Konsumenten verkaufen“, schlussfolgerte damals Barron’s. Ein Fehler war das. Einfach die Aktie durchzuhalten hätte sich fürstlich ausgezahlt.

Jetzt warnt Barron’s auf dem Titelblatt davor, dass sich die chinesische Handelsplattform Alibaba im Kurs halbieren kann. Ja, das kann passieren. Muss aber nicht.

Ich bin, wie gesagt, ein Langfristanleger. Ich lasse mich nicht vom Weg abbringen.

Am besten funktioniert die Strategie, wenn Sie gute Unternehmen kaufen. Sie sollten das Geschäftsmodell verstehen und die Firma mögen. Die Bewertung sollte fair sein. Wenn die Firma schön profitabel ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie auf Sicht von fünf, zehn oder 20 Jahren Geld mit der Aktie verdienen. Anleger, die in dieser Zeit rein- und raushüpfen aus der Aktie, verlieren fast immer Geld.

Wer bewusst eine Firma auswählt, mit dem Plan sie für mehrere Dekaden zu besitzen, schneidet fast immer gut ab.

Natürlich kann jeder einen Fehler machen. Aber die guten Aktien zahlen sich meist auf Dauer aus. Sie brauchen Geduld. Versuchen Sie erst gar nicht, große Gewinne auf die Schnelle eintüten zu wollen. Sparen Sie langsam und stetig. Werden Sie nicht übermütig. Arbeiten Sie an Ihrer Selbstdisziplin.

Nach der Korrektur gibt es wieder mehr Value-Titel im Sonderangebot. Gerade in den USA. Exxon, Microsoft, J&J, Berkshire, GE, P&G, AT&T, Verizon, Wells Fargo und andere Titel werden nach meinem Dafürhalten attraktiver, je länger die Korrektur anhält. Deren KGVs sind moderat. Die Dividendenrenditen werden saftiger. Wer ein paar Dekaden Zeit hat, sollte sich umschauen.

Das Geheimnis des „Buy and Hold“ habe ich vor einiger Zeit in einem Youtube-Video erklärt. Gerade Börsenanfänger können einige Fehler vermeiden, wenn sie sich für eine geduldige Strategie entscheiden:

PS: Ich schreibe eine Value-Investing-Kolumne im „aktien“-Magazin. Eine kostenlose Probeausgabe können Sie hier anfordern: http://www.traderfox.de/aktienmagazin


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Warum Börsianer am Kaufen und Liegenlassen scheitern

  1. Markus

    @Tim

    Wie groß und welche Struktur hatte McDo 1970?

    Auch darf man in Bezug auf Amazon die ganzen Krücken nicht vergessen, die damals in der dotcom Pleite gingen.

    Damals zu sagen, wer die dotcom überlebt…

    Wann hatte sich das Internet in der deutschen Bevölkerung als Standard durchgesetzt? 1995?

  2. Rugier

    Amazon ist zu diesem Preis auch jetzt noch ein Zock, eigentlich ist Amazon seit über 10 Jahren ein ständig überbewertetes Unternehmen das sich schwer tut aus seinen wachsenden Umsätzen auch Gewinne zu erwirtschaften.

    Im Cloud-Computing wird von einigen Mitbewerbern die nebenbei schön Geld verdienen ihnen auf lange Sicht das Wasser abgegraben da diese Mitbewerber billiger in den Markt rein pushen (z.B.: Oracle, IBM).

    Beim Online-Handel könnte ihnen auf dem nordamerikanischen Boden  mit der Zeit Wal-Mart sehr gefährlich werden.

  3. Patently Absurd

    Die „Buy & Hold“-Strategie ist für viele Privatinvestoren sicherlich grundsätzlich empfehlenswert. Häufiges Trading belastet die Rendite sowohl steuerlich als auch gebührentechnisch .

    Allerdings müsste man auch schreiben, dass kein bekannter Superinvestor es vollständig ausschließt, sich auch wieder von Beteiligungen zu trennen. Voraussetzung ist aber, dass veritable  Gründe vorliegen, die für den Verkauf sprechen.

    Phil Fisher (der bekanntlich W.B. und C.M. beeinflusst hat), hat in seinem Buch „Common Stocks Uncommon Profits“ die drei Gründe (und genau drei Gründe) genannt, die einen Verkauf rechtfertigen.

    Der Investor hat bezüglich der ursprünglichen Einschätzung des Unternehmens einen Fehler gemacht.
    Die fundamentalen Daten des Unternehmens haben sich derart verschlechtert, dass dieses (gemäß seinen 15 Punkten) nicht mehr zu der Gruppe der „guten Unternehmen“ zählt, die einen Kauf rechtfertigen würden.
    Der Investor findet ein besseres Unternehmen, welches langfristig bessere Kapitalgewinne verspricht.

    W.B. hat beispielsweise vor Kurzem seine Beteiligung an Tesco vollständig verkauft, nachdem das Management falsche Bilanzen vorgelegt hat. Es ist klar: wenn das Vertrauen in das Management zerrüttet ist oder das Unternehmen sich in einem Preiskrieg mit anderen Unternehmen zerfleischt (hier: Lidl und Aldi), dann muss man gegebenenfalls verkaufen.

  4. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Markus

    Amazon ist kein typischer Value-Wert. Damals war Amazon gewiss ein Wagnis. Die Firma war gleichwohl 1997 deutlich größer als das, was wir in Deutschland ein paar Jahre später auf den Kurszettel bekamen: Buecher.de, Buch.de etc.

    McDonald’s war 1970 schon sehr groß. Sie hatten deutlich über 100 Millionen Hamburger verkauft. Sie waren im Ausland unterwegs. Der Laden brummte, die Mahlzeiten gingen weg wie geschnitten Brot:

    http://www.aboutmcdonalds.com/content/mcd/our_company/mcdonalds-history.html

     

    @ Rugier

    Ich habe im Blog oben typische Value-Werte erwähnt, die nach meinem Dafürhalten ziemlich günstig sind: Exxon, Microsoft, J&J, Berkshire, GE, P&G, AT&T, Verizon, Wells Fargo…

     

    @ Patently Absurd

    Das Problem mit solchen Listen mit Verkaufsgründen ist, dass sie dazu verleiten, vorschnell zu verkaufen. Manchmal sogar, wenn der Kurs tief im Keller ist.

    Fresenius Medical Care hatte 2002 mit Asbest-Klagen zu kämpfen. Der Kurs war dramatisch abgestürzt. Dann gelang eine Einigung mit den Klägern:

    http://www.wsj.com/articles/SB1038568923515862988

    Seither hat sich der Kurs verzehnfacht. Nebenbei flossen Dividenden.

    Massenweise haben Anleger McDonalds 2002 nach dem Kursrutsch um 80% verkloppt, weil sie das Geschäft nicht mehr als stabil ansahen.

    Ich behalte meine Aktien einfach bis zur Rente durch. Buffett behält seine Familienbetriebe auch alle. Er hat bislang keinen verkauft, obwohl einige zwischenzeitlich Probleme hatten: Etwa NetJets oder Pampered Chef.

  5. Rüstig

    @Ich bin, wie gesagt, ein Langfristanleger. Ich lasse mich nicht vom Weg abbringen.

    Normalerweise versuche ich mich genauso zu verhalten. Was halten Sie von den amerikanischen und kanadischen Eisenbahnaktien? Wurden jahrelang als das Größte bewertet – wachsen ständig, hieß es. Z.B. Pacific Union – schon vor den China-Sorgen gingen sie runter. Man muß gut englisch können, um dann in amerikanischen Kommentaren lesen zu können, warum – dt. Analystenmeinungen dazu gibt es so gut wie gar nicht. Es liegt an der Kohle, die kaum mehr gefördert bzw. daher auch nicht transportiert wird. Und Kohle scheint der größte Pfeiler zu sein, auf dem das Geschäft ruht. Verkaufen oder Halten?

  6. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Rüstig

    Mein Prinzip ist: Ich behalte meine Aktien einfach bis zur Rente durch.

  7. Patently Absurd

    @tim

    Ich gebe dir dahingehend recht, dass man Phil Fisher als Privatanleger lesen sollte, da Listen für sich alleine genommen unverständlich sind.

    Kein veritabler Grund ist nach Fisher im Übrigen auch ein lediglich fallender Aktienkurs. Dies ist ja im Übrigen aus Value Investing-Gesichtspunkten eher ein Kauf- als ein Verkaufsgrund. Vom Marktgeschrei sollte man sich nicht verunsichern lassen.

    Auch eine Klage an sich wäre kein Verkaufsgrund. Viele Unternehmen haben mit Gerichtstreitigkeiten, Abmahnungen, Prozessen oder sonstigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Gute Unternehmen sitzen solche Verfahren in der Regel aus, Gerichtsstreitigkeiten sind meist temporär.

    Anders stellt sich die Situation dagegen dar, wenn sich das Marktumfeld irreversibel verändert und die Perspektive des Unternehmens hierunter leiden wird. Hier wäre beispielsweise Berkshire im Jahr 1955 zu nennen, als die Texilindustrie in den USA aufgrund billiger Importe zusammenbrach. Die US-Textilindustrie hat sich nie mehr erholt.

    Schlecht geführte Unternehmen sterben aus und wenn es fundamental über Jahre mit einem Unternehmen abwärts geht sollte man aussteigen, bevor man keinen naiven (spekulativ interessierten) Käufer mehr findet.

  8. Patently Absurd

    P.S. Ein Verkaufsgrund für mich wäre z.B. eine Bilanzfälschung, wie dies bei zahlreichen der in Deutschland notierten China-Holdings (Fast Casualwear, Ultrasonic etc.) diskutiert wird – siehe: http://boersengefluester.de/china-gefluester/

    Bilanzbetrug und der damit verbundene Vertrauensverlust ins Management wären für mich derart gravierend, dass ich selbst bei Verlust alle Aktien des Unternehmens verkaufen würde.

  9. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Patently Absurd

    Ich weiß schon, was Du meinst. Es ist halt nicht so einfach in der Praxis.

    Nach Deinem Ansatz hättest Du 1955 also Berkshire Hathaway verkauft, weil die Textilfirma damals im Kerngeschäft Probleme bekam. So hättest Du auf 1,8 Millionen Prozent Rendite verzichtet. Buffett kam und hat die Firma umgestrickt.

    Man weiß es als Anleger nie, was noch alles passiert. Das ist die Crux.

    http://nyti.ms/18xMKvn

    Jeder hat einen anderen Ansatz. Meine Strategie ist eine extreme Form des „buy and hold“. Jeder muss das für sich selbst entscheiden.

    Was würdest Du heute mit HeidelbergerDruck machen? Die Aktie hat 90% verloren. Wo läuft sie langfristig hin?

  10. Shorty

    Wie gesagt, erstmal shorten. Zieht vom aktuellen Kurs 20-30% ab, dann habt Ihr die ersten Einstiegskurse in den nächsten Wochen.

    Klar, man kann ja auch aufm Weg nach unten verbilligen. Jeder hat einen anderen Ansatz. Meine Strategie ist eine extreme Form des „market timing“. Ich kaufe nicht zu Mondpreisen. Jeder muss das für sich selbst entscheiden.

  11. werner

    Absolut Recht!!! der mann

     

    Was sagen sie zu folgenden Langzeitinvests

    habe vor eine summe schön zu verteilen und dann 10 Jahre warten 🙂

     

    10% Commerzbank
    10% Raiffeisenbank (ATX)
    30% Apple
    20% Netflix
    15% EON
    15% Walt Disney

    Danke

  12. werner

    fast vergessen

     

    in FACEBOOK wollte ich auch noch nen größeren Teil investieren

     

    Banken generell scheinen aktuell eine gute einstiegsmöglichkeit zu bieten.

     

     

    da würde auch event. die Nationalbank of Greece zu einen Meiner Investments gehören… allerdings mit einer ziemlich geringen summe

     

     

    bin damals bei der Washington Mutual komplett an die Wand gefahren – deshalb will ich eigentlich bankaktien vermeiden….

     

  13. Oliver

    Obwohl ich auch extrem langfristig orientiert bin, nehme ich mir schon die Freiheit, mich von Firmen zu trennen, bei denen ich nicht mehr überzeugt bin, dass das Geschäftsmodell noch aktuell ist. Nehmen wir bei uns die RWE oder E.ON. Das waren über Jahre sehr gute stabile Firmen, die sehr viel Geld verdient haben und dabei eine gute Dividendenrendite hatten. Wenn ich Aktionär bei RWE z.B. wäre, dann würde mir Angst und Bange bei den Diskussionen mit den Komunen, dass man unbedingt 1 € Dividende ausschüttet, weil diese auf das Geld angewiesen sind. Umgekehrt muß RWE aufpassen, dass sie ihr Geld zusammen halten, um nicht unterzugehen. Da würde ich verkaufen, weil ich kein Vertrauen mehr in das Unternehmen habe. Deine Frage mit Heidelberger Druck: Auch hier wäre ich schon lange ausgestiegen. Gleiches wie bei RWE: war lange ein Top-Unternehmen und die Technologie hat sie eingeholt. Das ist für mich eine Parallele wie bei Kodak. Natürlich kann jedes Unternehmen einen Turnaround schaffen, indem es sich selbst neu erfindet. Aber häufiger ist es nicht der Fall.

    Es muß bei mir schon viel passieren, wenn ich etwas verkaufe. Aber es komplett ausschliessen tue ich es nicht. Ich bin dabei sicher nicht allwissend. Aber da, wo ich die Reisleine gezogen habe, hatte ich zwar z.T. wirklich böse Verluste, im Nachhinein aber war es noch die beste der schlechten Entscheidungen. Bei Solarworld z.B. habe ich immerhin etwas über 32 € bekommen und war bei 70 € eingestiegen. Nicht lustig, aber die Aktie ist danach immer weiter gefallen. Ich hatte auch so ein paar andere Firmen, da war das ähnlich. Von denen ist leider keine zurückgekommen. Manchmal ist es einfach sinnvoll, eine Fehlentscheidung zu korrigieren.

     

  14. Vali

    @Werner, wieso 10 Jahre warten?

    Wenn Du kaufst, solltest du evtl. daran denken nie wieder zu verkaufen. Wenn die morgen alle (evtl. bis auf Apple und Walt Disney)  um 50% crashen… was hast du davon? Die zahlen nicht mal eine ordentliche Dividende…

    Wenn sie sich nicht zu Superraketen entwickeln, was genau wird dir die Ruhe geben, sie zu halten? Benutzt du sie, bist du Kunde, Arbeitnehmer oder sonst irgendwie damit eng verbunden?
    Ich habe keine langjährige Börsenerfahrung und auch keine Wahrsager-Kräfte, aber ich denke, keiner kann dir hier sagen, ob deine Auswahl der Superdeal ist… Du musst damit mindestens 10 Jahre leben können, egal wie sie sich entwickeln…

    Ich will sie dir nicht madig machen, es ist deine Entscheidung…

    Nur zum überlegen 🙂

    Ich habe nur Apple.
     

  15. Xaver

    Ich freue mich darauf, wenn dieses Zins-Damoklesschwert endlich mal weg ist. Dieses Rumgeeiere nervt nur noch. Was sollen 0,25% Zinsen schon gross bewirken. Mehr geht eh nicht.

    Ich nutze aktuell die Delle und kaufe kräftig nach ETFs (Dax & EuroStoxx) und Einzelwerte. Solange Draghi druckt, mache ich mir keine Sorgen. Sollte es ordentlich krachen, dann lege ich nach.

    Um ehrlich zu sein, gehe ich von einer sehr hohen Inflation aus und dass ist weiterhin gut für Sachwerte wie Aktien und Immobilien. Cash und Lebensversicherungen sind auf absehbare Zeit denkbar schlechte Anlagen.

    Also, auf gehts, günstigere Kurse nutzen und liegen lassen.

  16. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Oliver

    Wenn ich die Zukunft kennen würde, ist das alles kein Problem. Dann macht das rechtzeitige Verkaufen von Pleitefällen wie Lehman Brothers Sinn.

    Das Problem ist: Niemand weiß wirklich im Vorfeld, was passieren wird. Wo werden RWE oder E.ON in 30 Jahren stehen? Ja, sie haben ein gewaltiges Problem: Energiewende. Weg von Kohle, weg von Kernkraft. Hin zu regenerativen Energien. Sie haben enorme Schuldenstände, leiden unter den niedrigen Energiepreisen, dem sinkenden Absatz.

    Aber was ist in 30 Jahren? Wo stehen sie dann? Wo steht die Deutsche Bank, Commerzbank, Heidelberger Druck, MLP, Salzgitter etc. dann? Ich weiß es nicht.

    Das Kasino Las Vegas Sands stand wegen seiner hohen Schulden 2009 fast vor der Insolvenz. Der Kurs brach über 95% ein. Dann schoss die Aktie von 2 auf 75$.

    Die riesige Dorgeriekette Rite Aid kostete im Tief 23 Cent. Die Insolvenz drohte aufgrund enormer Schulden. Es gelang die Sanierung. Heute steht die Aktie bei 8,41 Dollar. Dummerweise haben die Anleger massenweise nahe am Tief die Aktie verkloppt. Heute, ein paar Jahre später, steht sie 3.500% höher.

    Apple stand schon am Rande des Ruins.

    Der geniale Unternehmer Walt Disney kämpfte immer wieder mit der Pleite. Und trotzdem formte er ein Imperium:

    http://www.nytimes.com/2015/09/13/business/media/walt-disney-a-visionary-who-was-crazy-like-a-mouse.html

    Weil ich es nicht weiß, habe ich mich für ein extremes „Buy and Hold“ entschieden. Wer heute ein Value-Depot aufbaut, bestehend aus Chevron, Exxon, Microsoft, J&J, Berkshire, GE, P&G, AT&T, Verizon, Wells Fargo…, dürfte vermutlich gut in 30 bis 40 Jahren abschneiden. Zwischenzeitlich kann ein genanntes Unternehmen in die Bredouille geraten.

    Ich erwähnte ja bereits den Fonds, der 80 Jahre nichts änderte und glänzend abschnitt:

    http://www.reuters.com/article/2015/03/12/voya-longterm-funds-idUSL5N0VY58B20150312

    Ich erwähnte bereits, dass die besten Fidelity-Kunden jene sind, die ihr Depot ganz vergessen haben:

    http://www.businessinsider.com/forgetful-investors-performed-best-2014-9

    Es gibt an der Börse eine Grundregel: Je aktiver wir sind, desto bescheidener wird unsere Rendite sein.

  17. Patently Absurd

    Prinzipiell sind unsere Anlagestrategien ja sehr ähnlich. Wichtig ist, dass man nicht leichtfertig aussteigt und vorher das Für und Wider abwägt.

    Für E.On und RWE sehe ich die Zukunft nicht so schwarz, wie es gerade den Anschein hat. Fakt ist, dass wir in Deutschland auch langfristig Versorger brauchen werden.

    Für Heidelberger sehe ich das ähnlich. Druckerzeugnisse sind ein Premiumprodukt und dem elektronischen Medium in vielerlei Hinsicht überlegen. Es kann sein, dass der Markt für Heidelberger in Europa weiter schrumpft, aber vollständig werden die elektronischen Medien die Druckmedien nicht ersetzen.

  18. Anna

    @ Oliver

    Frage: Nordex gekauft 2010 für 8,75 €, Tiefpunkt Juni 2012 mit unter 3 €. Was hättest Du gemacht?

  19. Tobias

    Hallo Tim,

    Heidelberger Druck war ein Verlust mit Ansage. Wenn man seine Digitaldruck-Sparte verkauft, muss man sich nicht wundern, wenn keiner mehr bei einem kauft. Und jetzt (11 Jahre später) rennt man dem Trend hinterher. Mitlerweile sind die Claims aber abgesteckt…

    Das ist in meinen Augen ein krasser Fall von Missmanagement, Eindeutig kein Titel für die Ewigkeit.

  20. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Hallo Tobias,

    Missmanagenemt – da stimme ich Dir zu. Zu hohe Kosten damals. Nicht auf die Zukunft vorbereitet. Es handelt sich heute um einen Sanierungsfall.

    Bedruckte Lebensmittelpackungen und andere Boxen, Plakate, Prospekte etc. wird es vermutlich noch in 30 Jahren geben. Wo die Aktie dann steht, kann ich nicht beurteilen.

  21. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Tim,

    das Problem ist, dass das, was es immer weiter geben wird, aber eben nicht zwingend von den Firmen weiter geliefert werden muss, die es bis dahin geliefert haben. Die Notwendigkeit der Produkte hat nichts mit den Firmen zu tun. Einzig die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Firma bestimmt das Überleben.

    Mit Heideldruck hab ich auch schon paar Euro gemacht, würde sie aber nicht mehr anfassen. Ich kenne die derzeitige Lage nicht mehr, aber mein Schwiegersohn betreibt eine richtige Druckerei für alles was so anfällt, also Prospekte, Werbung, Etiketten usw. Der hat nur als Deko für die Kunden eine historische Heidelberg in der Halle stehen. Den Hauptteil der Arbeit haben MAN Roland Maschinen (inzwischen auch schon pleite!) immer gemacht. Seine letzte Anschaffung war wohl eine Maschine mit besonderen Eigenschaften, die in der Gegend bei ihm noch niemand anbieten kann. Wenn ich richtig liege, eine digitale Maschine von HP, wahrscheinlich eine ganz bestimmte Indigo im 6-stelligen Bereich. Ich weiß es nicht, auch nicht, was das ganz Spezielle daran war.

    Wenn ich auf diese Branche wetten wollen würde, dann würde ich (wieder) HP kaufen (hatte ich mal paar Jahre). Wenn Heideldruck Glück hat, dann werden sie aufgekauft und der Markenname wird vom Käufer weiter geführt. Aber nur meine Laienmeinung.

    @Heiko

    Ich weiß zwar, dass man kaufen muss, was man sich einbildet, aber ich finde beide Werte immer noch zu teuer. Beispiel BDX, da ist noch Luft drin.

    MS

  22. Oliver

    @Anna:

    Kann ich dir nicht sagen, da ich mich 2012 mit der Nordex nicht befasst habe.

    Ganz allgemein ist zwar der Kurs sicher ein Kriterium bei mir, um mir eine Aktie näher anzuschauen. Aber es gibt viele Gründe, warum eine Aktie steigt oder fällt. Ich verkaufe nicht sehr häufig Aktien, das kommt nur alle paar Jahre vor. Wichtig für mich ist, ob das Geschäftsmodell beständig ist. Wird die Dividende gekürzt oder fällt sie ganz aus? Liest man in der Presse nur negatives über das Unternehmen? Wie ist die Umsatz- und Gewinnentwicklung? Ist das Geschäftsmodell noch valide? Das sind eine ganze Menge Punkte und wenn da nur noch negative Entwicklungen zu verzeichnen und die Chancen auf den Turnaround nicht sehr hoch sind, dann verkaufe ich die Aktien. Es gibt immer andere Unternehmen, die erfolgreicher sind als Problemkandidaten.

    Trotzdem schließe ich Unternehmen, die in die Krise geraten, nicht komplett aus, wenn ich der Ansicht bin, dass die Entwicklung temporär ist und gute Chancen auf Besserung bestehen. So eine Aktie war z.B. K&S, die ich für knapp über 20 € gekauft habe. Wissen tut man das natürlich nicht im voraus und kann natürlich schief gehen. Aber es kann auch eine schöne Chance sein.

    Ich finde auf dem gegenwärtigen Bewertungsniveau z.B. russische Aktien ganz interessant. Die Chancen sind da, wenn sich die Länder wieder einigen sollten, dass es normal weitergeht. Nur wird das sicher dauern und wenn sie sich nicht einigen, dann sehr lange. Ideal also für Langfristinvestoren.

    Die Auswahl eines Unternehmens ist bei mir vom Geschäftsmodell, dem Erfolg und einiger Finanzkennzahlen abhängig. Wenn ich mich für etwas entschieden habe, dann halte ich die Aktien so lange, wie ich die Zukunftsaussichten positiv bewerte. Da kann auch eine Krise dazwischen kommen. Aber alles halten bis zum Untergang, wenn es schlecht läuft, möchte ich nicht machen. Ich habe über 50 Positionen und mein letzter Verkauf liegt jetzt drei Jahre zurück. Ein Verkauf ist also nicht der Normalfall für mich.

  23. Heiko

    @Matthias

    Danke für Deine Einschätzung.

    AbbVie notiert unter historischem Durchschnitts-KGV u.a. weil:

    „AbbVie trades on one of the most attractive valuations in its sector despite also offering one of the fastest anticipated growth rates. This is in part explained by fears about the future of Humira, AbbVie’s treatment for auto-immune conditions such as rheumatoid arthritis, Crohn’s disease and ulcerative colitis. Humira is the biggest selling drug in the world and continues to grow quickly but is due to come off patent soon. The valuation discounts an immediate threat to the franchise once the patent estate starts to expire, but we believe that this significantly underestimates the extent to which AbbVie can protect the Humira franchise through further innovation and overestimates the probability that generic ‘biosimilars’ can be launched. Theravance Biopharma, meanwhile, is an earlier stage biotech business with one on-market drug (a new antibiotic for difficult-to-treat infections) and a very exciting clinical pipeline.“ (Quelle: Neil Woodford).

  24. Heiko

    Fortsetzung:

    Bei BDX darfst Du die Effekte der Akquisition (Carefusion) nicht vernachlässigen.

    BDX ist eine super-robuste Aktie für ein Forward-KGV von 18,4 aktuell (105%, Durchschnitt: 17,5).

    Vergleich das mal mit anderen Werten aus dem „sicheren“ Pharmasektor oder dem deutschen Pendant Fresenius.

    Ich bin zufrieden mit meinen Käufen. Bei günstigeren Kursen wird nachgekauft. Hoffe also, dass Du richtig liegst.

  25. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Heiko,

    ja, der lange Schatten des Karl Napf…. 😉 Ich gehe für mich persönlich da hemdsärmeliger vor, weniger exakt und trocken mathematisch. Am Ende macht der Markt eh was er will mit den Werten. Ich schau da nur grob drüber.

    Mein nächster Kauf wäre z.B. sowas wie dies hier (Teekay LNG Partners). Dagegen trotz Interesses dies hier noch nicht ganz (TransCanada Corp).

    Take share!

    MS

  26. Oliver

    @Tim:

    Grundsätzlich bin ich schon bei dir, dass man Aktien kaufen und halten sollte. Ich mache das nicht anders wie Du. Der einzige Unterschied ist, dass ich mich doch trenne, wenn sich grundlegende Sachen ändern. Genau in diesem Absatz von dir liegt der Unterschied zwischen uns beiden:

    „Aber was ist in 30 Jahren? Wo stehen sie dann? Wo steht die Deutsche Bank, Commerzbank, Heidelberger Druck, MLP, Salzgitter etc. dann? Ich weiß es nicht.“

    Ich besitze keine dieser Gesellschaften. Jeder der aufgezählten Unternehmen hat so seine Schwierigkeiten. Ein paar zahlen gegenwärtig keine Dividende. Das ist schon ein äußerst negatives Kriterium für mich. Sicher hat jeder von denen eine Chance, in Zukunft ein gut geführtes Unternehmen zu werden und falls Du den Block noch in 20 Jahren betreibst, kannst Du vielleicht schreiben: Commerzbank ist seit 2015 um 35.000% gestiegen. Aber sei mal ehrlich zu dir selbst: Fast alle erfolgreichen Aktien, die Du aufzählst, hast Du damals wahrscheinlich nicht gekauft. Nicht, weil Du zu unerfahren warst, sondern weil diese Firmen nicht auf deinem Radar waren. Das meiste ist am Anfang zu klein und geht unter in der Masse der kleinen Unternehmen. Wenn Du dir tatsächlich die Mühe machst um den nächsten Highflyer zu finden, wirst Du nebenbei verdammt viele Frösche küssen müssen.

    Wenn ich heute in z.B. eine Johnson & Johnson investiere, dann werde ich diesen Anstieg nur in Ausnahmefällen erwarten können. Das ist mir natürlich bewusst. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass mir dieses Unternehmen die nächsten zehn Jahre Freude bereiten wird, ist sehr hoch. Apple ist sicher wieder eine ganz andere Nummer. Aber wenn sie in der Zukunft ähnlich viel richtig machen, dann sind sie als Langfristinvest super. Andererseits ist Apple nicht unfehlbar. Wenn sie ähnlich wie Nokia Trends verschlafen, dann wird es über eine längere Zeit eine Durststrecke geben und das Unternehmen wird einen negativen Weg gehen. Obwohl ich nicht weiß, ob Apple dann den Turnaround schafft, gäbe es durchaus Szenarien, wo ich mir einen Ausstieg vorstellen kann. Ich besitze schon länger Apple Aktien und bin sehr zufrieden damit – heute. Solche Beobachtungs-Kandidaten wären für mich heute z.B. Microsoft oder auch Samsung: Beide sind hochprofitabel, besitzen viel Geld und gute Leute. Aber um sich weiter zu entwickeln, müssen sie neues erfinden. Windows & Office sind auf dem absteigenden Ast und MS muß die Cash Cows irgendwann ersetzen.

    Was ich damit ausdrücken möchte: Natürlich kann man mit allen seinen Unternehmen ewiges Buy & Hold betreiben. Man muß sich bewusst sein, dass man im Laufe seines Lebens Totalverluste hat oder jahrelang totes Kapital, das keine Erträge bringt und wo man mit 95% Verlust hofft, dass es wieder besser wird. Die Statistik mit dem besser werden spricht aber eindeutig gegen dich.

    Ich habe mir z.B. die Heidelberger Druck angeschaut inkl. Geschäftsbericht. Meine Einschätzung zu dem Unternehmen ist, dass sie tatsächlich Chancen auf einen Turnaround haben und die Zahlen wirklich besser werden. Trotzdem ist es ein riskantes Investment, da bei denen nichts schief gehen darf. Das heißt, wenn sie sich tatsächlich so weiter entwickeln wie jetzt, kann es sein, das es ein zukünftiger Highflyer wird. Mir persönlich ist das aber zu riskant. Schaut man sich den Chart aus der Vergangenheit an, gab es viele Punkte, wo man wirklich besser ausgestiegen wäre. Mit deiner Strategie hättest Du seit 2008 einen Riesenverlust gehabt und seitdem wäre das Kapital tot (keine Erträge, über 90% Verlust). Das ist für mich persönlich nicht erstrebenswert.

     

  27. Vali

    @Oliver, das, was du beschreibst, finde ich schon wichtig.

    Ich lese, dir sind Dividenden auch wichtig. Sie animieren  zum guten Durchhalten einer bärischen Entwicklung einer Aktie.

    Ich habe überlegt: Was wäre, wenn ein Unternehmen so schlecht abschneidet, dass es sogar die Dividenden komplett streicht. Also, sowie du sagst, totes Kapital, ohne Ertrag – nur Hoffnung, dass es mal aufwärts geht…. Das ist für mich dann ein Verkaufskriterium. Ich würde dann die Verluste realisieren und gleich woanders den Rest investieren.

    Daher bin ich mittlerweile auch vorsichtig, wenn eine Aktie eindeutig im Ausverkauf ist, steige ich nicht mehr ein, weil das für mich pure Spekulation ist. Sowie jetzt eine Eon. Die müssen ihren Atommüll für die nächsten Jahrhunderte sicher entsorgen. Ihre Kernkraftwerke, obwohl ausgeschaltet, jahrelang betreuen: Kostet!!! Ich befürchte da so viele  Kosten, dass mir schwindlig wird. Klar können sie es auf den Steuerzahler schieben, mit neuen Gesetzten geht das, aber will ich so was unterstützen? Bangen, ob die was werden, zittern, ob sie die radioaktiven Fässer auch gut betonieren? Die werden auch dabei sparen wollen, um mir die Dividende zu zahlen und irgendwann werden sie das auch nicht mehr schaffen… Und dann sind sie pleite. Neue Bioenergien werden kommen und ich werde mich mit Eon dumm und dämlich ärgern, weil ich es irgendwo schon im Chart sehen konnte: Ausverkauf.

    Ich versuche nicht mehr zu spekulieren, ob eine Aktie aus dem Tiefpunkt hochschießt. Vielleicht verpasse ich Chancen, kann sein! Mir ist es aber lieber Aktien zu kaufen, die krisensicher sind, täglich verdienen und nicht so viel Müll im Gepäck haben und es auch im Chart beweisen, auch wenn ich dafür mehr zahlen muss.

    Daher sehe ich mir gerade Hormel Foods an – die ist nicht gefallen jetzt beim Ausverkauf.  Dividendenaristokrat, super Chart, mag ich:-) Zahle ich gern mehr, aber ich bekomme mehr Sicherheit und bessere Nächte!

    Oder Mondelez, gerade gekauft! :-). Essensaktien 😉

    HSBC wäre wegen der Dividende und Größe des Unternehmens auch attraktiv momentan für mich, wenn man Banken möchte.

    Aber jeder investiert wohl anders… 🙂

     

     

     

  28. Anna

    @ Vali

    Die leidige Eon (und RWE) und der Atomausstieg. Im Prinzip liegts doch wohl mit an der Politik, und zwar nicht erst seit den erneuerbaren Energien (die man mächtig subventioniert hat). Man hat seit vielen, vielen Jahren munter in die AKW investiert, ohne sich scheinbar großartig  Gedanken um die sichere Entsorgung zu machen (oder wollen). Den ganzen Sch… bezahlen wir alle, ob als Aktionär von Versorgern, Stromkunden und letztendlich als Steuerzahler. Ein Gesetz ist manchmal schnell geändert. Stromversorger wird es immer geben müssen, es will von uns keiner im Hamsterrad treten und seine Glühbirne antreiben wollen.

     

  29. SkyHH

    @Vali,

     

    eine Lloyds kann man auch in Betracht ziehen. Die Umstrukturierung ist ein voller Erfolg gewesen und die Dividendenzahlungen werden langfristig steigen. Dieses Jahr gab es erstmals wieder eine Dividende.

    Bei dem Aktienkurs, kann man sich meiner Meinung nach gut 1000 Aktien ins Depot packen.

    Und ich finde die Lloyds besser, als eine Commerzbank!

    @Matthias,

    Teekay steht bei mir auch auf der Watchlist. Irgendwie reizt mich gerade eher die RDS-B Aktie. Wird immer günstiger.

  30. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    @Oliver

    In sehr vielen Punkten kann ich Dir folgen und Dir sogar zustimmen.

    Interessant finde ich dann Deine Beispiele (und ja, es lassen sich x Firmen finden, die gute/schlechte Beispiele sind). Vor 10-15 Jahren hätte man E.on und RWE ähnlich eingestuft, wie Du jetzt JNJ. Das aber JNJ bereits reihenweise Klagen am Hals hat(te) und ebenso Gefahr läuft durch mangelnde Innovation ihre auslaufenden Patente zu ersetzen, blendest Du aus.

    Ebenso Microsoft. Schau in irgendeine x-beliebige Firma auf dieser Welt. Womit arbeiten die? Richtig Microsoft. Wie aufwendig wäre es für eine Firma ihre Systeme und Software von Microsoft auf Linux oder Mac umzustellen? Ähnlich, wie eine SAP hat Microsoft dadurch die regelmäßig erneuerbare Linzenz zum Gelddrucken. Natürlich sollte man trotzdem auf den Einstiegskurs achten.

    Auch vermeintlich konservative Werte (wie eine Altria) können zu Highflyern werden, wenn man sie zur rechten Zeit kauft sowie in der Finanzkrise. Auch die besten Wachstumsperlen können zu Rohrkrepierern werden, wenn ich zuviel heisse Luft bezahle, wie KGVs jenseits der 30, 50 oder 100 usw. Starbucks zum Beispiel. Eine tolle Wachstumsstory. Wenn ich die jetzt mit KGV > 30 erwerbe, dann sollte mir bewusst sein, dass diese überproportional verlieren werden in einer Korrektur und ich möglicherweise im besten Fall nur eine Seitwärtsrendite erziele in den nächsten 10 Jahren.

    Da stimme ich Tim nicht zu. Man kann nicht jede Aktie zu jedem Zeitpunkt kaufen. Wenn auf den Preis beim Kauf schauen „market timing“ ist, dann bin ich überzeugter Market Timer.

    @Vali

    Wirklich? Du würdest dann bei 50 oder 60% Minus verkaufen, wenn die Dividende gekürzt/gestrichen wurde? Schau Dir mal an, wieviele Firmen das 2008/09 temporär so machen mussten. Ist Dir lieber, dass das Unternehmen die Dividende aus der Substanz oder mit Fremdkapital zahlen muss, sowie die Ölwerte in absehbarer Zeit, insofern der Ölpreis nicht wieder deutlich anzieht?

  31. Vali

    @Schwarzer Kater, ich weiß nicht, was mir lieber ist 🙂 Zwischen Pest oder Cholera kann man nur die falsche Entscheidung treffen 😉

    Ich weiß, dass ich lieber auf Sicherheit setze, als auf Spekulation, soweit dies an der Börse möglich ist.

    2008 waren alle abgestürzt. Es hat ja auch was mit dem Markt zu tun. Allen ging es dreckig. Im Crash, denke ich, ist es logisch Dividenden zu kürzen, aber bis zu einer gewissen Zeit…

    Aber was ist, wenn ich ein Looser-Unternehmen habe. Halte ich um des Halten-Willens? Zum Glück war ich aber noch nicht in einer solchen Situation…

    @Anna, es geht mir nicht um das Produkt „Energie“. Ich bin Konsument und ich zahle meinen Strom, aber in dieses Unternehmen investieren, ist meine freie Entscheidung. Wenn mir das Produkt eines Unternehmen nicht gefällt und ich keine Zukunft in Atom sehe, investiere ich nicht dort. Dann montiere ich mir lieber Photovoltaik aufs Dach mit dem Geld 😉

    @SkyHH , ja Lloyds wäre die „zweite“ Wahl 😉 Habe ich auch angeschaut, danke. Dazu habe ich dieses Bild gefunden, schon damals warteten die Menschen auf ihre Dividenden 🙂 Bank of England

     

     

     

  32. Oliver

    @Vali:

    Ja, Dividenden sind für mich sehr wichtig. Da ich damit alle meine Kosten abdecken möchte, sind diese ein wesentlicher Bestandteil meiner Strategie. Mir fehlen dazu noch vier – fünf Jahre.

    Die deutschen Energieversorger E.ON und RWE würde ich mir trotz der billigen Preise auch nicht ans Bein binden. Alleine die Horrormeldung, dass die 30 Milliarden für den Rückbau der Atomkraftwerke benötigen und dort eine große Deckungslücke besteht, würde mir als Aktionär arge Kopfzerbrechen machen.

    Was die Loser-Firmen betrifft: Muß man von Fall zu Fall abwägen und dann eine Entscheidung treffen. Wenn man lange genug dabei ist, kommt man in diese Situation fast zwangsläufig.

    @Schwarzer Kater:

    Ich hatte vor ca. 10 Jahren RWE-Aktien und die Krise kam nicht so aus heiterem Himmel. Irgendwann habe ich sie verkauft, ist aber schon lange her. Und ja, die Aktien hatten den gleichen Charakter wie J&J. Nur seit einigen Jahren eben nicht mehr. Was Prozesse generell betrifft: Jedes große Unternehmen wird regelmäßig verklagt. Gut, so Klagen wie im Bankensektor, die an mafiöse Strukturen erinnern (Deutsche Bank drängelt sich da gerne vor) finde ich nicht so schön. Aber mit Klagen muß jedes Unternehmen leben. Was die Innovationen betrifft: Aufgrund der Größe und der Marktanteile sowie der Profitabilität mache ich mir da gegenwärtig keine Sorgen. Wenn ich mir das machen muß, werde ich mich auch von diesem Unternehmen lösen. Coca Cola z.B. ist ja auch nicht irre innovativ. Trotzdem gibt es das Unternehmen schon sehr lange. Wie gesagt, solange alles positiv ist, halte ich die Aktien.

    Mit Microsoft scheine ich mich etwas unklar ausgedrückt zu haben. Das ist kein Unternehmen, das ich unbedingt verkaufen würde. Worüber ich mir Gedanken mache ist das Kerngeschäft. WIN 10 wird fast hergeschenkt. Früher haben die Leute für ein neues OS viel Geld gezahlt. Gleiches bei Office: Die Umsätze sind rückläufig. Das heißt, hier muß Microsoft überlegen, was sie stattdessen verkaufen wollen. Die Virtual Reality Brille könnte z.B. so ein Ersatz sein. Hier ist Microsoft gefordert, da im Technikbereich Innovation sehr wichtig ist. In anderen Segmentenist ist das zwar auch wichtig, hat aber nicht die Priorität.

    Was Altria betrifft: Einer meiner Lieblingsaktien und zweitgrößte Position. Vor kurzem habe ich gelesen, dass durch die Legalisierung von Hanf sie wohl auch dort einsteigen wollen. Vielleicht bekommt man als Aktionär mal Proben :). Und ja, die Aktie war bisher ein Selbstläufer. Trotzdem brauchen auch die Zigarettenaktien neue Innovationen. Der Kurs von z.B. Philipp Morris ist in den letzten Jahren nicht gerade angestiegen.

    Was das KGV betrifft: Ein zweischneidiges Schwert. Gerade Wachstumswerte haben ein sehr hohes KGV, da sehr viel investiert wird und die Gewinne nicht sonderlich hoch sind. Sicher ein wichtiger Indikator. Aber viele Technik- und Biotechnologiefirmen sind hier ungünstig aufgestellt. Ich mag Aktien wie z.B. Gilead, Amgen oder Celgene neben so einigen anderen. Da schaue ich mir mehr an, was die so machen und wo die stehen. Das sind aber nur kleine Investitionsposten bei mir. Über Celgene denke ich gerade nach, obwohl die keine Dividende zahlen. Gilead habe ich bereits und finde ich als Unternehmen äußerst spannend.

    Aktien zu jedem Zeitpunkt einzukaufen finde ich ähnlich wie Du nicht richtig.

    Noch zur spannenden Frage, was man 2008/2009 mit den bestehenden Aktien im Minus gemacht hätte. Ich habe sie einfach gehalten und weitere dazu gekauft. Als Aktionär muß man das aushalten können. Auch wenn einem die Dividenden zusammengestrichen werden. Das ist nur temporär wie jeder starke Einbruch. Die jetzige Korrektur fand ich z.B. sehr gesund. Im April hatte ich das Gefühl, dass alles so teuer war, dass mir langsam wirklich die Ideen ausgegangen sind, was ich mir kaufe. Beide Positionen aus dem April sind natürlich jetzt im Minus. Das stört mich aber nicht, weil beide Unternehmen nach wie vor gut arbeiten und gute Dividenden zahlen. Ölaktien wie Chevron oder Exxon kann man meines Erachtens die nächsten Monate trotz schwachen Ölpreises kaufen. Die starken Unternehmen gehen aus Krisen i.d.R. stärker heraus.

     

  33. Vali

    @Oliver, das kann ich absolut unterschreiben:

    „Ja, Dividenden sind für mich sehr wichtig. Da ich damit alle meine Kosten abdecken möchte, sind diese ein wesentlicher Bestandteil meiner Strategie. Mir fehlen dazu noch vier – fünf Jahre.“

    Ich brauche noch 7 😉

    Wenn Altria deine zweitgrößte Position ist (ist meine größte;), was ist dann deine größte? Bin neugierig, hoffe du magst antworten? 🙂

  34. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    Herr Shiller gibts sich ja aktuell jede Mühe uns mitzuteilen, dass wir in einer „Bubble“ sind und Märkte bald crashen. Normalerweise würde ich ihn nicht unter Finanzporno einstufen, aber das scheint mir doch arg inszeniert.

    @Oliver

    Ja, Ölwerte…da juckt es in der Tat ein wenig. Eine Welt ohne Öl oder mit Dauertiefpreisen ist irgendwie wenig vorstellbar. Bräuchte auf alle Fälle Geduld und ich gehe davon aus, dass die Divis zwischenzeitlich gekürzt werden.

    Die Ansicht zur Frühjahrs-Rallye teile ich. Da war sehr viel heisse Luft in den Kursen. Mich würde es absolut nicht überraschen, wenn der Grossteil der „Zinsangst“ schon in den Kursen drin ist und wir eine Erholungsrallye sehen mit sanften Tönen von Frau Yellen. Wir befinden uns – anders als 2008/09 – in keiner Rezession und die Notenbankpolitik bleibt bis auf weiteres sehr locker.

  35. Mario

    Hallo,

    EON und RWE haben zurzeit ein gewaltiges (Atomkraftwerke)Problem. Ich denke jedoch, dass sie das meistern werden. Denn einen Stromversorger im großen Stil wird es geben (müssen).

    Ich sehe hier folgendes: Die ersten WIndkraftanlagen sind am Rand ihrer Nutzungsfähigkeit und müssen abgebaut (gesetzl. max. Laufzeit 20 Jahre) werden. Ob sich hier jedoch Ersatzinvestitionen lohnen vermag ich nicht zu beurteilen. Natürlich versucht man die gebrauchten Anlagen ins Ausland zu verkaufen. Nur wie lange gibt es dafür einen Markt. Lohnt sich eine Ersatzinvestition an dem alten Standort? Ohne das Energieeinspeisegesetz werden sich die Betreiber vielleicht nicht mehr dazu hinreißen lassen. Bei der Photovoltaik werden bestimmt auch die Module mal ersetzt werden müssen.

  36. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Mario,

    erstaunlich (oder tröstlich?) ist, dass man bei „grünen“ Versorgern auch nicht sicher ist. Bei der österr. Verbund AG ist ja alles wie man es sich wünscht als ethisch bewusster Anleger.

    Beim Verbund werden 90% des Stroms aus verträglicher Wasserkraft hergestellt, und der Rest aus Wärmekraft. Nur die 51% Staatsbesitz kann doch die Verdrossenheit nicht ausmachen. Auch da ist der Kurs desaströs. Dividende natürlich auch kaum noch der Rede wert.

    Es gibt wohl einfach zu viel billigen Strom, zum Saufüttern zu viel. Bin gespannt was aus den deutschen Versorgern wird.

    Nachtrag: Hier sind ja einige clevere Leute anwesend. 😉
    Ich habe gerade (mehr durch Zufall) einen Wert entdeckt, der mir bisher völlig unbekannt war. Mich würde mal die neutrale Meinung interessieren. Wahrscheinlich scheidet er eh aus, weil halbjährliche Dividende. Interessant wäre der Währungsvorteil, da ein Südafrikawert , und der ZAR ist gerade günstig (Kurs USD.ZAR).

    Es handelt sich um „Sasol“. Kurs als ADR in USD.

    MS

  37. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    @Tim

    Mal eine Idee.

    „Weil ich es nicht weiß, habe ich mich für ein extremes „Buy and Hold“ entschieden. Wer heute ein Value-Depot aufbaut, bestehend aus Chevron, Exxon, Microsoft, J&J, Berkshire, GE, P&G, AT&T, Verizon, Wells Fargo…“

    Wie wäre es denn mit dem „Expirement“ eines Buy and Hold-Musterportfolios mit diesen Werten, das Du hier regelmäßig zeigst. Natürlich mit dickem Hinweis, dass das keine Kaufempfehlungen sind, sondern nur zu Illustrationszwecken dient.

    Wäre doch spannend zu sehen, wie sich Buy and Hold in den unterschiedlichen Marktzyklen tatsächlich bewährt. Manchmal sprechen harte Fakten einfach die deutlichste Sprache.

  38. Sams1974

    Ich war bei Eon Aktionär, habe verkauft. Nicht weil der Kurs abgestürzt ist, nicht weil es Probleme gibt, nicht weil die Dividende gekürzt wurde.

    Ich verstand und verstehe die Unternehmensleitung nicht. Das wirkt bemüht, auf Hauptversammlungen wurde gefühlt die halbe Zeit über die neue Vergütung der Vorstände geredet. ok ist nur eine Randnotiz.

    Seit Jahren der Kurswert angeblich weit unter Buchwert. Kauft der Vorstand Anteile von 1 Euro für 90 Cent z.B.  zurück? Wenn das Unternehmen sinnvoll Investieren kann ist mir auch Recht wenn die Dividende gekürzt oder gestrichen wird. Ich liebe Dividenden nicht falsch verstehen aber es muss einen Punkt geben an dem gesagt wird, wie es aussieht können wir das Geld sicher besser im Unternehmen gebrauchen.

    Die Politik spielt dort ihr altes Spiel, wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass.

    Habe die Lust verloren zu verfolgen welche Anträge auf Stilllegung gerade wo auf Schreibtischen verstauben. Wenn es schon angeblich Strom zum Saufüttern gibt.  Nein, wenn der Fall eintritt das das Geld in der Portokasse reicht um den Kurs zu rechtfertigen kann man ja zocken.

    Ich habe das Gefühl das der Unternehmensleitung auf irgend eine Art und Weise die Hände gebunden sind. Ich habe ein schlechtes Gefühl, genauer kann ich es nicht ausdrücken.

    Zum 5 oder 6 mal die Atomscheiße, Entschuldigung für das derbe. Echt Nachrichten vom Spiegel hauen den Kurs 7% runter, ich schmeiß mich weg.

    Grundlastfähige erneuerbare werden mit Verbund getauscht, da werden Firmen mit Batista gegründet. Die Regionalgesellschaften werden ja was werden die? Ich versteh es nicht.

    Investitionen in Russland, wie läuft es in der Türkei? Ich bin Eon müde ich gebe es zu. Zu Politisch ist mir das ganze. Die Rückstellungen reichen nicht? Woher wissen die überhaupt was das Endlager kostet….. Staat, Staat und Staat ich halte mich fern. Rechnet doch gleich mit minus 2% für die Rückstellungen bei dem Schuldenstand der Versorger sind in 20 Jahren dann Goldene Zeiten angesagt. Haut den Kurs auf 4 Euro runter, Schäuble kauft den Laden finanziert mit 0,5 % Staatsanleihen und dann sind die „systemrelevanten“ wieder da wo sie hingehören. Dann können wieder 5 Jahrespläne geschmiedet werden und jeder ist froh. Goldene Zeiten und massig platz im Aufsichtsrat und Vorstand dann kann stundenlang wieder über Entlohnung diskutiert werden.

    Sorry ich werde sarkastisch, ist nur meine Meinung ich fasse Eon nicht mehr gerne an.

    Freundlichen Gruß

  39. Vali

    @Sams1974, danke, dass du uns an deinen Erfahrungen teilhaben lässt! Man kann deine Enttäuschung als Aktionär gut nachvollziehen!

    @Mario, der Vergleich der Investitionen in Windräder und Photovoltaik mit der Atommüllentsorgung, ist wie Erde und Sonne zu vergleichen… Das Ding glüht uns den Allerwertesten weg für die nächsten Jahrhunderte, wenn es nicht sorgfältig entsorgt wird. Windräder und Photovoltaik müssen nur ausgetauscht werden… Das ist bei allen Geräten und Maschinen der Fall. Es gibt nichts ewiges. Nur die Atomenergetiker glaubten das jahrelang, die ewige Energie erfunden zu haben und haben sich dabei mit dicksten Gehältern belohnt. Jetzt wissen sie nicht, wohin mit dem Strahlemüll und wer das bezahlen soll, denn das Geld ist weg, dank Gier.

    Zukunft sehe ich eher in so was: Die neuen Kraftwerke werden hoffentlich die alten Kläranlagen sein – das können wir alle 😉 Strom aus Pipi

  40. Markus

    @Katerle

    Das Problem bei vielen Anlegern ist, dass sie häufig die Rendite nicht objektiv vergleichbar berechnen können.

    Zudem kommt noch viel Emotionalität beim Thema „Vergleiche“ in diversen Lebensbereichen mit rein.

    Historisch / heuristisch hat sich buy & hold bei einer ausreichenden asset allocation auch in den größten Krisenzeiten bewährt (bei Geduld/Gesundheit und richtiger eigener Persönlichkeitseinschätzung).

    Was jetzt ausreichend ist, darüber gehen die emotionalen Meinungen auch weit auseinander…

    Trotz mehr oder weniger großer Datenbasis stochern wir nur alle im Nebel der Zukunft rum.

    Ob die Wahrscheinlichkeitstheorie uns hilft, bessere Horsokope zu erstellen? 😉 Was machen die Algo`s in Zukunft?

  41. Oliver

    @Vali:

    Meine größte Position ist BHP Billiton (BBL).

    Energie scheint hier ein großes Thema zu sein. Ich denke, dass sich in den nächsten zwanzig Jahren bzgl. Energiegewinnung fast alles ändern wird. Kohlekraftwerke oder Atomkraftwerke wird es da weiterhin geben, aber es wird immer mehr Geräte geben, die die eigene Energie selbst herstellen oder wo Einzelhaushalte kleine Energiegeräte besitzen, um das meiste abzudecken. Straßen und Sonnenenergie (Belag) wird sicher auch ein Thema werden. Bioenergie wird sicher noch etwas Entwicklungszeit benötigen, ist aber für viele Gegenden ohne Infrastruktur sicher eine gute Alternative. Bei der Fusionsenergie kommt man auch weiter. Das heißt, es werden in Zukunft eine ganze Menge neuer Unternehmen auftreten, die etwas anbieten können. Warten wir es ab.

    Ich habe mir mal die Sasol angeschaut. Als Unternehmen sicher nicht uninteressant, aber ich weiß nicht, ob man da einsteigen soll. Der Kurs ist momentan genauso hoch wie 2006. Umsatz in 2015 ist zurückgegangen, das Unternehmen ist aber profitabel. Was mir nicht gefällt ist der Rückgang der Dividende. Südafrika ist auch kein Markt, den ich anziehend finde. Die Währung ist der nächste Schwachpunkt.

    Es gibt aber auch Sachen, die mir sehr gut gefallen. Sie diversifizieren in neue Geschäftsbereiche und versuchen, neue Technologien aufzubauen. Sie besitzen 500 Patente und ich denke, da liegen sehr große Chancen. Das Unternehmen scheint solide zu wirtschaften und sich außerhalb Südafrikas zu etablieren. Sie haben ein sehr schönes Logo :).

    Im Grunde ist es eine Wette, dass das Unternehmen durch Innovationen in Zukunft wachsen kann. Gegenwärtig durch die Ölpreise tut sie das nicht. Das wäre ein Unternehmen, was ich mir in einem Jahr nochmal anschauen würde, um zu sehen, wie sie sich weiter entwickelt haben unter Abhängigkeit der Rohstoffpreise. Eine halbjährige Dividende würde mich persönlich nicht stören, da habe ich schon jetzt so einiges, die so ausschütten.

     

  42. Markus

    @Vali

    Abneigung/Angst gegen/wegen Atommüll? Ok, ist verständlich…

    Nur was bringt es, wenn das kleine Deutschland aussteigt und unsere lieben Nachbarn noch die schlechteren Meiler/Sicherheitsstandards haben und weiter ausbauen?  Vorbildfunktion in der Umsetzung? Herrlich, was lustiges. 😉

     

     

  43. Mario

    @Vali

    Nicht falsch verstehen, mein Strom ist seit Jahren „grün“. Ich gebe nur zu bedenken, dass solche (Wind, Photovoltaik) Kraftwerke nur im Verbund sinnvoll sind. Hier sind jedoch Ersatzinvestitionen erforderlich ohne das EEG. Wenn jetzt einzelne Akteure aussteigen muss es Ersatz geben. Ich kenne solche Firmen aus meinem Umkreis. Es sind meist Unternehmen mit einigen Windkraftanlagen bzw. Photovoltaikanlagen. Es ergibt nur noch Sinn Investitionen zu tätigen, wenn ich den Strom direkt an einen Abnehmer verkaufen kann.

    In unserem Ort war einmal eine öffentliche Veranstaltung, bei dem Investoren gesucht wurden. Hier sollte in Photovoltaik investiert werden. Wenn ich die Zahlen noch im Kopf habe, wäre die Investition erst in knapp 20 Jahren für mich rentabel gewesen. Sehr dubios war die Unterhaltung der Anlagen. Hier war noch nicht die Rede von notwendigen Ersatz wenn die Module nicht mehr die volle Leistung bringen und das Ergbnis noch schlechter wird. Daher möchte ich die Sache nicht vertiefen.

    Deshalb nehme ich lieber Investitionen in Unternehmen (Aktien mit Dividende) vor. Hier besteht die Möglichkeit des Rückzuges.

  44. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Oliver,

    Dank Dir für Deine Einschätzung. War dann auch noch am Stöbern. Habe vorhin gelesen, dass der Schrempp ausscheidet bei Sasol. Ich glaube bei Daimler hatte man damals aufgeatmet. 😉 Hier hat er aber nicht so eine wichtige Rolle. Aber trotzdem eher ein Plus in meiner Sicht.

    Was die Firma so „schlecht“ aussehen lässt, das sind die Währungseffekte. Der Rand war noch nie so billig. In Rand kostet die Aktie heute knapp doppelt so viel wie 2006. Beim damaligen USD.ZAR Kurs wären das in USD heute ca. 65 statt 30 USD kosten. Hier spekuliert man also vor allem auch auf die Umkehr des ZAR-Kurses. Man kann aber natürlich auch denken, dass der Aktienkurs sich nur mit der Währung inflationiert hat. Genauso gut möglich, dass er mit steigendem ZAR im Gleichklang fällt. Na ja…
    Die Ende Juni Zahlen lese ich eigentlich nicht als schlechter (immer alles in Rand). Im SEC File (seite 13) lese ich minimal bessere EPS (48,70 von 48,27). Auch die Dividenden in Rand sind scheinbar kontinuierlich erhöht worden. Aber der Kurs zum USD macht das natürlich zunichte.

    Aber darin sehe ich jetzt eine Chance. Der Kurs wird auch wieder kippen, dann wird es um so besser, wenn die Ergebnisse in Rand nicht einbrechen. Sehe dafür aber keine Gründe.

    Ich muss gestehen, bei der Sasol habe ich Feuer gefangen. 😉 Schaun mer mal… Meine Lieber zur Exotik halt, anstatt einfach Hausmannskost aus USA oder Canada zu holen.

    MS

  45. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    @Matthias

    Falls Du eine Wette auf den EUR/ZAR eingehen möchtest, könnte ein Blick auf Anleihen lohnen.

    Bei einem AAA-Schuldner bekommst Du z.B. knapp 7,5% p.a mit überschaubarer Laufzeit.

  46. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Schwarzer Kater,

    prima Idee! Danke Dir. Stückelung sehe ich bei tauglichen 5.000 ZAR, also bei Wechselkurs 1:15 ca. 317  EUR (95% Kurs) plus Stückzinsen pro Anleihe.

    Durch die kurze Laufzeit kann man am Ende nur einen evtl. noch billiger werdenden ZAR nicht aussitzen, was man bei der Aktie halt könnte. Aber prinzipiell auch verlockend. Schöner Input! 😉

    Nachtrag: So kommt mal wieder eins zum anderen… TSLX (TPG Specialty Lending) wollte ich schon immer mal paar Stück kaufen. Gerade kommt die Meldung, dass die meine abgeschmierte TICC kaufen zu 7,50 USD. Prima, da komme ich mit Dividenden letztendlich noch mindestens zu Null raus.

    MS

  47. StefanStefan

    @ Matthias

    willst du deine Liebe zur Exotik nicht lieber mit Frauen „befriedigen“? Wär vielleicht billiger 😉

    Kleiner Scherz…

     

    Microsoft hat gerade eine Dividendenerhöhung auf 0,36 $ bekannt gegeben. Also pro Quartal. Dies entspricht einer Anhebung von 16% (von 0,31 auf 0,36).

    Da fällt das Buy and Hold echt deutlich leichter wenn man weiss: im September kommt ne Erhöhung. Und zwar eine deutlich spürbare. Das wird nächstes Jahr wieder so sein. Und die Yield On Cost wird immer besser…

    Aber du (Matthias) hälst glaub ich nix von YOC gelle?! Hab da was von dir in Erinnerung, dass das Selbstbetrug sei. Aber wenn man ein Haus oder ne Wohnung kauft (gelle Vali) dann schaut man ja auch auf seine Rendite bezüglich des Kaufpreises und nicht auf die des derzeitigen Marktpreises…

    Gruss an alle

     

    @ Shorty

    viel Spass beim Weitershorten. Wird bald richtig teuer für dich

  48. Vali

    @Markus, ich hoffe, wirklich, auch wenn ich jetzt ganz naiv klinge, dass Deutschland als Vorreiter und gutes Bespiel die anderen zum Umdenken verleitet… Allerdings weiß ich aus dem Osten Europas, dass dort die Atomkraftwerke hauptsächlich Dank korrupter Politiker weiter ausgebaut werden. Die Leute sind zum Teil manipuliert, die Umweltbildung auf niedrigstem Niveau… Wenn nicht Deutschland, wer sonst? 🙂 Ihr/wir müssen als erste ins kalte Wasser springen – die anderen schauen nur zu und warten bis es gezahlt, gebaut, montiert und funktionsfähig betrieben wird. Dann wird es irgendwann einfach übernommen 😉

    @Mario, finde ich toll! Hier gab es so was ähnliches mit Windrädern, es wird  weiter investiert. Ich nicht, bin zu klein dafür 😉

    @Oliver, danke! Hätte ich nicht erraten 😉 BBL habe ich gar nicht, hast du aber wahrscheinlich schon länger… aber über 200% Payout Ratio… puh. Viel Glück und eine sichere Dividende!!! 🙂

    @Stefan, Gruss zurück 😉 Finde Microsofts Dividendenerhöhungen super. Ich suche mittlerweile hauptsächlich solche, die in 7-15 Jahren praktisch die Dividende verdoppeln. Also Dividend Growth Stocks oder wie heißen sie? Warum soll das schlecht sein? Matthias? 🙂

  49. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    @Matthias

    Die KfW hat auch noch längere Laufzeiten in ZAR. Würde aber die Duration nicht zu sehr erhöhen wegen der Zinswende, ausser Du hälst bis zur Fälligkeit. Am Laufzeitende könntest Du dann in die nächste Tranche wechseln, falls Du weiter in ZAR anlegen möchtest.

  50. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Stefan, @Valueria,

    es ist natürlich nichts schlecht an Dividendenerhöhung.

    Wenn MSFT damit mal auf 4% oder so käme, dann wäre das prima. Aber derzeit unter 3%. Das ist mager. Was ich zu YOC sagte, ich halte das für eine Beschönigung. Faktisch ist es natürlich gültig, aber ich gehe immer vom verfügbaren Kapital aus. Da zählt immer nur die laufende Rendite, weil man die MSFT verkaufen könnte, und für das freie Kapital diese obige Anleihe mit doppelter Rendite kaufen könnte. MSFT wird wohl keine Rakete mehr im Kurs, da wäre die Anleihe (oder ähnliches) schon eine Alternative.

    Aber man muss das natürlich nicht tun. Man kann für sich auch YOC feiern. 😉

    Microsoft hatte ich auch schon, und bestimmt noch in einigen Fonds.

    Nachtrag: @Kater, Danke für Hinweis!

    MS

  51. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    Wer MSFT nicht wegen des möglichen Wachstums sondern wegen der Rendite kaufen möchte, wird ebenfalls im Anleihenbereich fündig. Mit über 4% Rendite p.a.? Kann ich bieten: Zum Beispiel hier und hier.

    Dazu erstrangig, das heisst im unwahrscheinlichen Pleitefall wird man vor den Aktionären bedient.

    Aber jetzt genug von langweiligen und bösen Anleihen. Wie war das noch? Dividenden sind ja der neue Zins oder so ähnlich.

     

  52. StefanStefan

    @ Matthias:

    die derzeitige Divi-Rendite ist 3,2. Auf 4 kommen sie dann mit den nächsten Erhöhungen 😉 Meine YOC ist schon 4,2 %. Und das ist erst der Anfang. Träume schon von 10% auf das eingesetzte Kapital. Also nur aus Dividenden…

    bei 3 % Start Divi-Rend. und jährlichem Wachstum von 13% dauert es zehn Jahre bis man besagte 10 % Divi-Rendite auf das eingesetzte Kapital hat. (Ohne Divi Reinvestment). Das traue ich Microsoft zu. Durchschnittlich wurde die Divi jedes Jahr um 19 % erhöht…

    http://seekingalpha.com/article/3512266-microsoft-is-undervalued-ahead-of-dividend-raise

    (welche Immobilie schafft das schon…Vali ;-))

     

     

    Was heisst Rakete? Eine leicht zweistellige Rendite recht sicher zu haben ist nicht das Schlechteste, wie ich meine…

     

    @ Vali

    Verdoppeln erst in 7-15 Jahren? Ich hoffe eher auf eine Verdopplung alle 5 Jahre…

  53. Markus

    @Vali

    Vorbildfunktion… folgende Punkte sind entscheidender:

    Wirtschaftlichkeit
    Welche Lobbyisten haben mehr Einfluss auf die Politik?
    Innovation
    oder neue Katastrophen und manche Politiker drehen sich doch noch im Wind… 😉

    Schleichendes Gift wie Tabak, Alkohol, Chemie in unserer Umwelt, Industrienahrung, Medikamente, weniger Bewegung, lang lagernder Giftmüll / Atommüll, Klima etc. holt die Frösche nicht aus dem Wasser… ist ja angenehm warm.

    Die Masse wird dann wieder mobil, wenn es scheppert oder die Medien ne neue alljährliche Sau durchs Dorf treiben.

  54. Markus

    @Stefan

    Eine leicht zweistellige Rendite und zugleich noch recht sicher…. klingt in Kombination etwas merkwürdig. 😉

    Eine Verdoppelung alle 5 Jahre…

    na hoffen wir mal auf keine Seitwärtszeiträume von 10, 20 Jahren… dann könnte es evtl. mit Glück klappen… aber 14,4 % p. a. ist schon sehr…. sehr ambitioniert.

  55. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Stefan,

    ich will Dir nichts madig machen. Ich rechne einfach. Vielleicht nochmal ganz praktisch. Wenn Du 1.000 EUR einsetzt und eine anfängliche Dividendenrendite von 3% bekommst, also 30 EUR im Jahr, die Aktie sich verdoppelt, die Dividende sich verdoppelt, dann bekommst Du YOC 6%, aber ja trotzdem nur laufende 3%: 2.000 mit 3% gleich 60 EUR, also 6% YOC. Du kannst aber die 2.000 flüssig machen und etwas mit 5% nehmen (siehe Anleihen usw.) Dann bekommst Du 100 EUR, was dann 10% statt Deiner 6% YOC auf Deine ursprünglichen 1.000 sind. 😉 Mehr wollte ich nicht sagen.

    Dividend Growth ist natürlich ganz prima, aber die laufende Rendite sollte natürlich nach Möglichkeit trotzdem passabel sein.

    MS

  56. StefanStefan

    @ Markus

    naja, Gewinnwachstum in Kombination mit Aktienrückkäufen auf derzeitigem Bewertungsniveau macht 10%+x die nächsten Jahre schon realistisch. (Dividenden+Kurszuwächse); Die Ausschüttungsquote ist unter 50 %…

    Das Verdoppeln bezog sich NUR auf die Dividende von Microsoft…

    die 72er Regel muss ich dir denke ich nicht erklären, oder? 😉

    Würde das derzeitrige Tempo bezüglich der Erhöhungen beibehalten würde das eine Verdopplung alle 3,8 Jahre bedeuten… (nehme ich jetzt mal nicht gerade an)

    Aber 14 % Erhöhung pro Jahr die nächsten 5 Jahre kann ich mir schon vorstellen…dann dauert die Verdopplung der Divi halt 5,1 Jahre, hehe

  57. StefanStefan

    @ Matthias

    Wenn ich den Gewinn zu Geld machen will sind aber 26,x% für die blöde Steuer weg. Die muss ich erst mal wieder aufholen…als nicht realisierter Gewinn verzinst er sich aber weiter.

    Von Anleihen halte ich gar nichts. Kommen mir nicht in die Tüte. Allein schon weil der Zins statisch ist und nicht regelmäßig erhöht wird…

    Außerdem will ich ja vom Erfolg des Unternehmens profitieren. Das sog. Dividend Growth Investing ist halt eine gute Möglichkeit die „Gewinner“ rauszupicken die langfristig höhere Gewinne schaffen…das sind ja nicht gerade viele Unternehmen…

    Ich gebe aber gerne zu, dass es mich etwas beunruhigt, dass das Ganze derzeit so populär ist. Da kann man sich schon fragen ob das dauerhaft funktioniert. Wahrscheinlich aber schon, da die Leute eben nicht langfristig denken und handeln können, siehe Tims Artikel.

  58. Vali

    @Stefan, 72er Regel? habe ich gerade gegoogelt! Wiki-Tabelle ist toll! Gibt es irgendwo eine Tabelle, die die aktuellsten Dividendenerhöhungen in Prozent anzeigt? Und warum soll das nicht langfristig funktionieren? Je mehr Käufer, desto besser, oder nicht?

    @Matthias @SchwarzerKater, aberaber;-), aber Anleihen sind keine Unternehmensbeteiligungen… *naserümpf*.

    Dividendenerhöhungen, Sonderdividenden durch Übernahmen, Splittings usw. So etwas kann einem nur als Aktionär passieren. Das Depot ist wie eine Pralinenschachtel – jedes Mal eine neue Überraschung 🙂 Nicht immer lecker, aber oft. So wie heute Altria – plötzlich Hüpf… wollen sie jetzt die Anteile an SabMiller verkaufen…?

    @Markus *flüster*, deshalb investiere ich viel lieber in Alkohol und Tabak als in Atom – ist lustiger giftig 😉

     

  59. StefanStefan

    @ Markus

    den Artikel kenne ich. Halte aber nicht viel davon. Darin werden mehrere Unwahrheiten verbreitet. So haben die Dividenden-Aristokraten eben sehr wohl den Markt geschlagen…

    http://www.dividendgrowthinvestor.com/2015/09/survivorship-bias-in-dividend-investing.html

    Nicht-Dividendenzahler haben seit 1973 nur 2,3 % Rendite gebracht. Hab leider keine Quelle zur Hand. Hab das in meinen Notizen bei OneNote (Microsoft-Produkt;-)) gefunden.

    Aber wir wissen ja alle wie es am Besten gewesen wäre: vor 40 Jahren Berkshire gekauft. Keine Divi kassiert aber 20 % Rendite pro Jahr…

    Nur weiss man das eben nicht im Vorraus. Und die Dividenden-Zahler beweisen eben, dass ihr Geschäftsmodell funktioniert. Über Erhöhungen oder Kürzungen hat man „relativ“ zeitnah eine Rückmeldung darüber wie es wirklich um die Geschäfte steht…und man hat mit den Jahren immer weniger „Capital at risk“.

    Dass Dividendenstrategien die schlechteste Rendite gebracht hätten…denke mal die gehen davon aus, dass man nur die mit der höchsten Rendite gekauft hätte. Dann wäre man natürlich bei den Versorgern, Telekom und den Banken kurz vor der Krise gelandet…dass dann die Ergebnisse schlecht wurden ist ja klar.

    Aber wenn man heute eine Wal-Mart kauft, eine McDonalds oder eben Microsoft dann sehe ich das nicht als klassische Dividenden-Rendite-Auswahl. Die Startdividende ist ja nicht wirklich hoch. Aber eben das potenzielle Wachsum dieser Dividende…

    Der Autor dieses Artikels meint ja auch, dass man selbst mit 200 Titeln noch nicht ausreichend diversiviziert wäre…naja. Dann soll er halt echt den Markt kaufen. Dann hat er auch seine Small-Caps, die laut ihm mehr Rendite bringen…dann meint er noch, dass ein Dividendenportfolio kein Anleiheninvestment ersetzen kann…

    Der Mann ist halt Arzt.

  60. Markus

    @Sebastian

    Als Faktor bei den verschiedenen sehr groben „Value-Filter-Kriterien“ war es laut Swedroe  der schlechteste Filter…

    Das heißt nicht, dass es prinzipiell schlechter als der Gesamtmarkt sein muss, da Value-Strategien zumindest in der Vergangenheit besser als growth – Strategien waren…

    Wenn jemand 100 % darauf setzten will, ist dass jedem selbst überlassen.

    Ich für meinen Teil, würde mich mit 20 – 30 % vom gesamten Portfolio als value tilt unterteilt in Dividende, Buchwert, KGV, Cashflow, Easy Buffett etc. wohler fühlen.

    Die Abneigung selber in der Entsparphase oder nur Entnahmephase kleine Teile zu verkaufen und sich das Unternehmensseitig vorgeben zu lassen ist auch nix für mich.

     

  61. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    @Vali

    Klar, Anleihen sind bä:-) Besonders im Bullenmarkt.

    Ganz ehrlich, wenn es mal wieder – wie zuletzt 2009 – ca. 5% und mehr auf solide Unternehmensanleihen geben würde (kein Schweinkram, Banken-Tiere usw.), dann würde ich auf den ganzen Aktienkram pfeiffen. Die Exotik und Aufregung verschaffe ich mir dann in anderen Lebensbereichen.

    So muss auch ich wohl oder über mein Glück im Aktien-Casino versuchen:-)

  62. Felix

    Apropos: Zinspapiere

    Microsoft hat gerade bekannt gegeben, die Dividenden um 16% zu erhöhen. Das machen sie jetzt seit zwölf Jahren ununterbrochen und immer zweistellig: buy, hold and enjoy.

  63. Ben

    @Tim „hättest Du 1955 also Berkshire Hathaway verkauft …. hättest Du auf 1,8 Millionen % Rendite verzichtet.“

    Man kann die Rendite der Berkshire Hathaway Aktie nicht von 1955 bis 2015 zählen. 1995 war es eine Textilfabrik. 1969 war mit den Aktien der Textilfabrik Schluss. Seit 1970 ist es eine gemischte Aktien Holding und es hat neue Aktien BRK.A

  64. K.Wumm

    Ich freue mich schon auf das Blutbad. Ist ja schön, dass es zufällig morgen einen Verfallstag gibt. Oh je, oh je. War vielleicht doch nicht so eine gute Idee mit den Aktien, gell? Aus den August Tiefs werden dann September Tiefs und neue Oktober Tiefs.

    Bulls make money, bears make money, pigs get slaughtered.

  65. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Oliver

    Natürlich sind mir Dauerläufer lieber im Depot. Aber manchmal knirscht es auch bei denen. Und dann bleibe ich an Bord. Ich betreibe eben ein extremes „Buy and Hold“, weil ich die Zukunft nicht kenne. Ich habe schon Fresenius Medical Care geschildert, die 2002 brutal abgestürzt sind, nach dem es zu Klagen wegen Asbest kam. Da hätten Anleger damals besser durchgehalten. Oder denke an Infineon. Die Aktie stürzte auf ein paar Cent ab. Heute steht der DAX-Titel bei über 10 Euro. Das sind 2.500 Prozent mehr. Wer damals in der Panik raus ist, hat fast alles verloren.

    Am besten fand ich diesen Satz von Dir über Heidelberger Druck: „Schaut man sich den Chart aus der Vergangenheit an, gab es viele Punkte, wo man wirklich besser ausgestiegen wäre.“ Ja, das stimmt. Wenn ich in die Vergangenheit schaue, bin auch ich schlauer.

     

    @ Ben

    Warum zählt eine Kursperformance nicht, wenn ein Unternehmen seinen Unternehmenszweck ändert? Das ist absurd. Warren Buffett hat selbst in seinem Geschäftsbericht die 1,8 Millionen Prozent Performance genannt. Er machte das anlässlich des 50-jährigen Jubiläums. Ich muss sagen, dass ich Buffett schon vertraue:

    http://www.berkshirehathaway.com/letters/letters.html

  66. Dr. Jürgen Nawatzki

    Ein Vorteil, wenn man regelmäßig in ETFs spart und so beispielsweise seine private Altersvorsorge aufbaut: Man bekommt nicht unbedingt mit, wenn einzelne Aktien stärkeren Schwankungen unterliegen.

    Wenn eine einzelne Aktie nicht gut läuft, würde ich diese vermutlich eher abstoßen als einen ganzen Markt. Da nutze ich Marktschwankungen eher zum Nachkauf.

    Und eine private Altersvorsorge kann man nur langfristig aufbauen. Also Buy and Hold. Und dann schlägt der Zinseszinseffekt zu: Wer über 30 Jahre monatlich 100 Euro spart, hat am Ende bei angenommenen 7 Prozent Rendite 117.650 Euro.

    Wer dagegen 40 Jahre lang monatlich 100 Euro spart danach bereits 248.645 Euro.

    Die Differenz von 130.995 Euro geht zum Großteil auf den Zinseszinseffekt zurück, der nach Albert Einstein die größte Entdeckung der Mathematik war.

    Buy and Hold mag manchmal schwer durchzuhalten sein, lohnt sich aber ungemein!

     

     

  67. Warmduscher

    @Dr. Jürgen Nawatzki

    Dem Bild nach zu urteilen, werden wir beide in 40 Jahren wohl entweder so ballaballa sein, dass wir den Unterschied gar nicht merken oder eben schon lange unter der Erde sein. Die Kohle können wir dann leider nicht mitnehmen.

    Was haben Sie eigentlich mit den Provisionen aus den ganzen Verkäufen von überteuerten und schlechten Finanzprodukten gemacht? Wieder an die Kunden zurückerstattet?

  68. rüstig

    @SkyHH @ wenn ich das hier so lese, würde ich sie auch weiterhin halten

    Danke für die Beiträge – auch für den Artikel – sehe jetzt auch so – abwarten und Tee trinken. Aber: @tim schaefer @Mein Prinzip ist: Ich behalte meine Aktien einfach bis zur Rente durch. – So viel Zeit habe ich aber nicht mehr – ich gehe bald in Rente.

  69. SkyHH

    Danke,

    die Lloyds lasse ich solange im Depot, bis der Nachwuchs die Aktien vererbt bekommt 🙂

     

    Denke bis dahin wird die einen viel Freude bereiten.

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