Warum Berkshire Hathaway nicht mehr zu stoppen ist


New York, 4. Juli 2012

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In meiner wöchentlichen Kolumne „Hot Stock der Wall Street“ in der „€uro am Sonntag“ empfahl ich, die Beteiligungsgesellschaft von Warren Buffett zu kaufen. Berkshire Hathaway ist viel zu günstig. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) liegt unterhalb von 1,2. In guten Zeiten fährt diese Kennziffer locker auf 1,5 oder 1,6 rauf. Insofern besteht reichlich Luft nach oben.
Buffetts Aktie wird in 20, 30 oder 40 Jahren beträchtlich höher notieren. Da bin ich mir sicher. Es handelt sich um eine Gelddruckmaschine sondergleichen. Da kann der größte Idiot an der Spitze in Omaha stehen, solange die Kernbeteiligungen (Coca-Cola, Wells Fargo, American Express, IBM, Versicherungen usw) nicht verkauft werden, wird der Gewinn durch die Decke gehen. Schauen Sie sich nur den Langfristchart von Berkshire an. Das ist der helle Wahnsinn. Der Nachteil bei dieser Aktie ist freilich, dass keine Dividenden fließen.
Außerdem schrieb ich kürzlich über die Supermarkt-Kette Costco, die von einem Erfolg zum nächsten stürmt.
Meine weiteren Aktienfavoriten waren Public Storage und Exxon Mobil. So weit, so gut.
Foto oben: Warren Buffett in seinem Element, er gibt dem Fox-Sender ein Interview. Auf seiner HV – mein Schnappschuss.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Warum Berkshire Hathaway nicht mehr zu stoppen ist

  1. Matthias

    Macht es denn Sinn jetzt zu der hohen Notierung bei BH einzusteigen oder würdest du eher auf einen Kursrücksetzer warten?

  2. Reinhard

    Hallo Tim,

    ja BH hätte man vor 20 oder noch besser 30 Jahren kaufen sollen. Aber das gilt natürlich auch für viele andere Aktien – im Nachhinein weiß man es.
    Die Legenden Buffett und Munger sind beide jenseits der 80 und damit würde ich nicht darauf wetten, dass es nach ihnen so weiter geht wie bislang. Zudem ist BH, glaube ich inzwischen ziemlich unbeweglich wegen ihres Volumens. Ich investiere daher in schwachen Börsenphasen wie jetzt eher in die Top-Holdings von BH. Dadurch fließt mir die Dividende diese Unternehmen direkt zu und ich bin nicht abhängig vom zukünftigen Management, das eigentlich nur schlechter werden kann als das jetzige.

    mfg

  3. Ulrich

    Für einen Einstieg bei Berkshire ist man sicher nicht zu spät. Das Unternehmen ist irgendwie in Ungnade gefallen seit Buffet selbst zugibt, dass die richtig hohen Renditen, für so einen Koloss, sehr schwer zu realisieren sind.

    Dies ändert aber nicht daran, dass das Unternehmen recht günstig ist. Irgendwann kommt alles auf seinen fairen Wert; auch eine Berkshire Hathaway Aktie 🙂 .

  4. Anna

    Hallo,

    die A-Aktie kann man sich sowieso nicht leisten, aber meiner Ansicht ist die B-Aktie von Berkshire durchaus kaufenswert. Aber ich habe noch einen anderen Vorschlag: Man kann auch in ein oder mehrere Einzelwerte aus dem Portfolio von Buffett investieren, z.B. Coca-Cola, Johnson & Johnson, Wells Fargo, Procter & Gamble oder Conocophillips.
    Da hat man noch die Dividende.
    Denkt doch mal darüber nach.

    Viele Grüße
    Anna

  5. Ulrich

    Liebe Anna,

    bei Berkshire vertraut man halt darauf, dass das Management das Geld gut investiert. Dann hab ich einmal nicht den Steuerabzug (bei der Dividende ) und zweitens haben die natürlich andere Optionen als ich als kleiner Anleger.

    Denke Buffetts Alter wird hier auch mehr und mehr zum Faktor. Zudem wird Berkshire immer mehr als ETF auf die gesamte amerikanische Wirtschaft. Der Charme des geschickten Investments geht dabei zunehmend verloren.

  6. tim schaefertim schaefer

    Berkshire ist die Königsklasse. Nicht zu vergessen sind die all die Familienunternehmen, die sich unter dem Dach von Berkshire befinden: Farbhersteller, Eiscremefirmen, Hausbauer, Zeitungshäuser, Möbelgeschäfte, Baustoffhersteller etc.

    Dass Berkshire derzeit extrem günstig ist mit einem Kurs-Buchwert-Verhätlnis (KBV) von 1,18, zeigt folgende Aufstellung:

    Historisch gesehen ist die Bewertung gegenwärtig am unteren Punkt.

    Unter 1,0 ist das KBV ohnehin nie gefallen.

    Viele Grüße an alle
    Tim

  7. willihope

    in seinem buch schreibt buffet dass er die b-aktien rausgebracht hat weil er da beliebig emittieren kann.
    das bedeutet aber andererseits dass er dadurch beliebig verwässert, frage ist dann aber welchen anteil (alle a-aktien, nur seine a-aktien, nur den b-aktienanteil) er verwässert und um wieviel.

    hat jemand infos wieviel b-aktien ausgegeben wurden bzw. laufen ausgegeben werden?

  8. Ulrich

    Ohne dies jetzt nachgelesen zu haben.

    War es nicht so, dass Buffett eigentlich gar keine B Aktien wollte, aber immer wieder dazu gezwungen wurde. Zuletzt dann zu dem Split, um die Burlington Northern Aktionäre zu entlohnen.

  9. StefanStefan

    @ willihope

    Das ist totaler Quatsch. Die B Aktie führt nicht zu verwässerungen. Auch werden keine neuen emittiert.

    Mein Vorredner hat recht. Buffett hat
    Burlington Aktionäre so besser auszahlen können.

    Außerdem wollte er, dass seine Aktie auch für weniger Betuchte werschwinglich ist.

    Aktionäre die auf Einkommen angewiesen sind können so außerdem immer nur einen kleinen Teil der Aktien verkaufen…

    Gruss

  10. Sascha Huber

    Wer eine Art neue Berkshire Hathaway sucht, kann sich aber auch mal die Schweizer BB Biotech anschauen. Investieren nur in Biotechs, zu 99% natürlich in den USA und hatten dabei bisher auch ein sehr gutes Händchen. Zumal Biotech ohnehin derzeit „the place to be“ ist. Ich weiß zwar, dass Tim solche „Modebranchen“ nicht mag, aber ich halte die Biotechbranche inzwischen für erwachsen. Eine Modebranche war dies anno 1999/2000, heute hat sich zumeist die Spreu vom Weizen getrennt. Biotech löst daher Pharma ab, so wie einst die Autobauer die Pferdekutschenhersteller. Denn wenngleich Tim in der Sache Recht hat, wenn er auf große Bluechips setzt, sollte man sich solchen fundamentalen Veränderungen nicht verschließen. Heute hat eben fast jeder ein Auto, aber nahezu niemand mehr eine Pferdekutsche. Genauso wie es in einigen Jahren kaum mehr Zeitungen auf Papier (–> siehe den Niedergang der Druckmaschinenhersteller wie MANroland (insolvenz) oder Heidelberger Druck (fast Pennystock)), sondern nur noch im Internet gibt…

    Just my two cents… 😉

  11. Ulrich

    Also ich habe mal in meinen Unterlagen nachgesehen. Ich besitzte eine Berkshire Aktie als effektives Stück und bekomme daher ab und an Papierkram, wo alles schön geschrieben steht.

    Es gibt A und B Aktien. Als Besitzter einer A Aktie ( die ich leider nicht bei mir an der Wand hängen habe) habe ich das Angebot, diese Aktie in 1500 B- Aktien umzutauschen.

    Wenn ich jedoch umtausche, habe ich den Nachteil, dass ich pro B-Aktie nur noch ein 10 000stel Stimmrecht, einer A-Aktie, besitze. Also verliere ich Stimmrechte. Dennoch wurden solche Splits anscheinend durchgeführt. Die Erklärung ist wohl, dass Berkshire keine Dividende ausschüttet. A-Aktionär, die in Rente sind, haben so die Möglichkeit einen Teil ihres Investments zu Geld zu machen, ohne jedoch komplett aussteigen zu müssen.

    Verwässert wird durch einen Split nichts. Bei einem Split gibt es zwar mehr Aktien, da der Altaktionär aber dementsprechend neue Aktien eingebucht bekommt verändert sich hier nichts.

    Das einzige was mich bei dem SChreiben wundert ist ein rechtlicher Aspekt. Da das Stimmrecht ja überproportional abnimmt, wenn ich von A auf B umtausche. Jedoch ist dies ja im Prinzip bei Normal und Vorzugsaktien auch nicht anders.

  12. Tobias

    Hallo Zusammen!

    Ich habe auch B-Shares, letztes Jahr sehr nah am Buchwert gekauft 😉

    Wenn ich mich richtig erinnere, hatte Warren Buffett unter anderem das Problem, dass A-Aktien zu teuer für den Normal-Verbraucher wurden. Deswegen kamen einige Zertifikate(?)-Anbieter auf die Idee A-Aktien zu kaufen und dafür an Privatanleger Zertifikate mit dem Preis „normaler“ Aktien zu verkaufen, die die Entwicklung von A-Aktien nachvollziehen, so wie ETFs das mit Indizes machen. Das hat Herrn Buffett nicht gefallen, weil die Zertifikate-Anbieter die Hand aufgehalten haben und damit die Rendite von BH nicht vollständig beim Investor landet.
    Das war ein Grund für die Einführung der B-Shares, die zu Beginn den Wert eines 200.tel der A-Aktien darstellten. Da die B-Aktien auch zu teuer wurden, wurden sie ca. 2010 gesplittet.

    BNSF wurde von BH beim Kauf (teilweise?) in B-Aktien bezahlt. Da durch die Übername BNSF ein Platz im S&P 500 frei wurde und durch die Erhöhung der Anzahl der handelbaren B-Shares genug Börsen-Umsatz da war, wurde BH in den S&P 500 aufgenommen.

    Ich hoffe das hilft einigen weiter.

    Viele Grüße

    Tobias

  13. StefanStefan

    Hab mir die Doku nun angesehen und muss sagen: super interessant.

    Es gibt Einblicke in Buffets Leben die ich so noch nirgends gesehen habe. Auch sein Lieblingsrestaurant Piccolo´s ist mal von innen zu sehen. Buffett geht mit Bill Gates dort essen. Später dann mit Baronin Ariane de Rothschild.

    Die passte merklich gar nicht da hinein. Auf ihre Frage seit wann es das Restaurant gibt hiess es, seit 1933. Sie daraufhin:“Ohh, und seitdem haben sie nichts verändert?“

    Das war der Brüller. Total weltfremd. Ganz im Gegensatz zu Warren.

  14. Ulrich

    Hab die Doku auch gesehen und Warren hat echt eine super Figur gemacht. Die normale Wohngegend, keine 25 Bodyguards, kein Ferrari…

    Dies war wirklich sehr angenehm und hat wohl selbst den kritischen deutschen Zuschauer überzeugt.

    Leider hat das Bild des Aktieninvestors ja in Deutschland einen sehr schlechten Ruf. Erinnert sich hier noch jemand an diese Markus Frick Shows? …

  15. tim schaefertim schaefer

    Hi Sascha,

    nun die großen erfolgreichen Biotechs sind natürlich spannend.

    Gilead ist ja beispielsweise eine klasse Firma. Über diese Erfolgsgeschichte habe ich schon geschrieben.

    BB Biotech hat ja vor allem solche ertragreichen Biotech-Giganten im Portfolio.

    Was riskant ist, sind diese kleinen Forschungsbuden, die einen Wirkstoff in der Pipeline haben und endlos daran forschen. Bis alle 3 Phasen der klinischen Erprobung durch sind, vergehen Jahre und verschwinden gigantische Millionensummen.

    Meist enden diese Investitionen im Nichts. Denn die US-Gesundheitsbehörde FDA gibt kaum noch grünes Licht für neue Wirkstoffe. Der Behörde ist es zu heiß geworden. Die Nebenwirkungen sind oftmals ziemlich heftig und der Nutzen neuer Medikamente (gegenüber bestehenden) umstritten.

    Vielen Dank für Deinen hochsoliden BB Biotech-Vorschlag.

    Grüße
    Tim

  16. tim schaefertim schaefer

    Hi Ulrich,

    Gratulation zur Berkshire-Aktie.

    Im Endeffekt ist es Wurst, welche man besitzt.

    Bei der kleineren B-Aktie hat man den Vorteil, dass die besser handelbar ist, weil eben mehr Stücke gehandelt werden. Zudem sind die B-Aktien im S&P-500 gelistet.

    Im Endeffekt war es ja ein großer Fehler von Buffett gewesen, dass er jahrzehntelang einen Aktiensplitt abgelehnt hatte. So hat er doch die Kleinaktionäre aus seiner Aktie wegen des optisch hohen Kurses herausgehalten, was eigentlich doof war. Denn gerade die Kleinaktionäre himmeln ihn an.

    Viele Grüße
    Tim

  17. tim schaefertim schaefer

    Danke Stefan für die Doku. Der Film Ist sehr gut gemacht.

    Es zeigt: Tradition und Kontinuität zahlen sich aus. Und vor allem ist es wichtig, ethisch und moralisch einwandfrei zu handeln. Das zahlt sich im Leben auf Dauer immer aus.

    Genau aus diesem Grund vertrauen Firmengründer, wenn sie in die Jahr kommen, Buffett ihren Familienbetrieb an. Sie vertrauen Buffett, dass er das Geschäft solide weiterführt, nicht an die Wand fährt und nicht für den schnellen Dollar einfach verkauft. Dem Gründer ist wichtig, was aus dem Betrieb wird. Ob sie nun ein paar mehr Millionen bei dem Verkauf an einen anderen Investor erzielen könnten, ist ihnen egal.

    Grüße
    Tim

  18. tim schaefertim schaefer

    Hi Stefan,

    hier ist noch eine sehr ähnlich gemachte Doku über Buffett, absolut sehenswert. Buffett kauft gebrauchte Autos, isst billige Burger… der Typ ist echt knuffig:

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