Warren Buffett sieht Dow Jones auf 2.000.000 klettern


New York, 19. September 2014

In einem seiner Aktionärsbriefe (PDF) hat das Börsengenie Warren Buffett beschrieben, wo der Dow-Jones-Index am Ende dieses Jahrhunderts stehen wird. Ich lese seine Berichte immer wieder gerne.

Setzen Sie sich besser erst mal hin, damit Sie nicht vor Schreck umfallen: Buffett sieht den Index auf mindestens 2.000.0000 Punkte klettern. Derzeit steht der Dow Jones wohlgemerkt bei rund 17.000.

Bei seiner Prognose unterstellt Buffett „nur“ einen jährlichen Anstieg von 5,3 Prozent. Der Zinseszins macht es möglich. Nun, mit ein wenig Phantasie kann der Dow Jones auf unglaubliche 24.000.000 explodieren bis zum 31. Dezember 2099. Dann müsste der Index im Schnitt allerdings um zehn Prozent per annum zulegen.

Warren Buffett auf seiner Hauptversammlungen in Omaha. Das Foto machte ich vor einigen Jahren von ihm.

Warren Buffett auf seiner Hauptversammlungen in Omaha. Das Foto machte ich vor einigen Jahren von ihm.

Das zeigt Ihnen, welche gewaltige Hebelgewalt in Aktien steckt. Aktien sind daher ein idealer Baustein, um für den Ruhestand vorzusorgen. Nur haben die Politiker das in Berlin nicht begriffen. In anderen Ländern wie Großbritannien, den USA oder Australien wird die Aktienanlage für das Alter massiv steuerlich gefördert. In Deutschland leider nicht, weil unsere Politiker Tomaten auf den Augen haben. Sie glauben fälschlicherweise, die Börse ist eine Zockerbude. Was natürlich Unsinn ist.

Als ich vor drei Jahren auf dem New Yorker dieses Foto machte, stand der Dow Jones bei 12.000. Jetzt sind wir schon bei über 17.000. Die Börse ist eine Maschine. Langfristig. Man darf sich von dem Auf und Ab nur nicht verrückt machen lassen.

Als ich vor drei Jahren auf dem New Yorker Parkett dieses Foto machte, stand der Dow Jones bei 12.000. Jetzt sind wir schon bei über 17.000. Die Börse ist eine Maschine. Langfristig. Man darf sich von dem Auf und Ab nur nicht verrückt machen lassen.

Was in Deutschland mit den Rentnern einmal passieren soll, ist mir schleierhaft. Viele haben nur ihre Gesetzliche Rente. Im Schnitt bringt die Rente hierzulande rund 1.100 Euro im Monat.

Das ist nicht viel. Mit diesen 1.100 Euro sind Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Lebensmittel, Telefon, Transport usw. zu bezahlen. Keine großen Sprünge kann damit ein Rentner machen. Allein die Miete wird ein riesiges Problem werden. In Stadtzentren wird das Wohnen immer teurer.

Es ist ratsam, viele Töpfe zu haben, aus denen im Alter Geld fließt. Zum Beispiel die Gesetzliche Rente, Dividendenaktien, eventuell eine vermietete Wohnung, Haus, Garagen oder Grundstücke. Liegen in Ihrem Aktiendepot mehrere hunderttausend Euro, wäre das natürlich prima. Wenn der Ruhestand beginnt, brauchen Sie Substanz. Wir werden älter. Die Kosten (Wasser, Strom, Heizung, Lebensmittel, Benzin, Kultur) gehen durch die Decke.

Die junge Generation kauft heute lieber das neuste iPhone oder eine tolles Auto, anstatt fürs Alter vorzusorgen. Das neue iPhone 6 kostet übrigens bis zu 800 Euro. Viele verstehen nicht, das Leben unterhalb der eigenen Verhältnisse ist aus reinem Eigeninteresse sinnvoll. Dass es das Leben langfristig einfacher macht, begreifen sie nicht. Ich finde das erstaunlich. Liegt es an der schlechten Schulbildung, an Unkenntnis oder Ignoranz?

Wovon wollen die Menschen im Alter leben? Wenn Sie nicht sparen, kann es wirklich schlimm enden.

Niemand muss ein Großverdiener sein, um etwas für die Rente zu tun. Es geht nicht darum, wie hoch Ihr Gehalt ist. Sie können mit kleinen Summe ein bequemes Polster aufbauen. Sie brauchen nur Geduld. Und verzichten Sie nach Möglichkeit auf Schulden. Machen Sie sich nicht zum Sklaven von Schuldzinsen. Manch einer schleppt eine Hypothek bis ins Rentenalter.

Mit Produktivkapital (Aktien) können Sie langfristig die höchsten Renditen einfahren. Der Zinseszins entfaltet mit den Jahrzehnten eine gewaltige Wirkung – wie Buffett das zeigt anhand seiner Hochrechnung.

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Der Bulle nahe der Wall Street: Wenn der losrennt, gibt es kein Halten mehr.

Altersarmut muss nicht sein. Sie können das vermeiden. Es gilt als Grundregel: Frühzeitig anfangen mit dem Sparen! Und auf die richtigen Instrumente wie Indexfonds oder mehrere grundsolide Erfolgsunternehmen setzen!

Sie müssen vorsichtig sein. Diszipliniert sein. Nach vorne schauen können. Ausharren. Das raten übrigens fast alle Börsenhasen an der Wall Street. Ich traf vor einiger Zeit Milliardär Wilbur Ross in seinem Büro. Der sagte mir grob sinnwahrend: „Du brauchst Geduld. Erst mit der Zeit kommt die Performance.“

Milliardeninvestor Wilbur Ross in seinem Büro in New York. Das Foto machte ich nach einem Kaffeeplausch mit ihm.

Milliardeninvestor Wilbur Ross in seinem Büro in New York. Das Foto machte ich nach einem Kaffeeplausch mit ihm.

Übrigens gilt das genauso für die Reichen. Sie müssen vorsichtig und geduldig sein. Lottomillionäre oder Sportstars können nicht ihr Geld mit vollen Händen ausgeben. Tun sie das, kommt irgendwann notgedrungen die Pleite. Dieser Zusammenhang wird oftmals missverstanden von vielen Menschen, die davon träumen, reich zu werden.

Anstatt immer das neueste Smartphone zu kaufen, nehmen Sie ein altes Modell. Wozu ein Neuwagen, wenn auch ein Gebrauchter fährt? Warum nicht öfter Bus, Bahn oder das Rad nutzen und gleichzeitig etwas für die Gesundheit tun?

Es ist doch besser im Alter etwas mehr gespart zu haben – als zu wenig. Im Idealfall haben Sie ein Eigenheim abbezahlt. Dann sparen Sie sich wenigstens die Miete.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Warren Buffett sieht Dow Jones auf 2.000.000 klettern

  1. StefanStefan

     

    800 € für ein Handy ist schon eine gewaltige Summe! Vor allem wenn man bedenkt, dass die eigentlich auf 2 Jahre ausgelegt sind. Spätestens ab da fängt der Akku an schlapp zu machen.

    Früher hat man für solche Summen einen Computer gekauft, der dann aber fünf Jahre und länger halten musste…

  2. Constantin

    Hallo Tim,

    ein schöner Artikel. Tatsächlich ist natürlich auch die Frage, wie lange die Weltwirtschaft ein exponenzielles Wachstum stemmen kann. Das kann man nicht voraussagen.

    Etwas einschränken möchte ich aber deine Sicht auf die Politiker. Sicherlich sind diese in Deutschland im Bezug auf Renten bzw. kapitalbildende Maßnahmen besonders unfähig. Es gibt aber durchaus möglichkeiten, für die Rente vozusorgen.

    So gibt es Möglichkeiten, die Vorzüge der Riester-Rente mit der Anlagen in ETFs zu kombinieren, und so von staatlichen Zulagen zu profitieren und das Geld solide anzulgen. Monatlich einzahlen, nicht anfassen, eine schöne Rente genießen.

  3. toovoc

    Ja lieber Tim, so ist das leider in Deutschland. Aktien werden nicht gefördert sondern dem Bürger madig gemacht. Hohe Steuern sogar auf Kursgewinne statt steuerlich zu fördern während der Ansparphase, dumm und kurzsichtig.

    Regierung und Versicherungsbranche stecken dabei noch unter einer Decke, damit Spargelder zum größten Teil in Staatsanleihen fließen, der Aktienanteil dabei ganz gering bleibt. Regierungen kommen so an spottbilliges Geld und Versicherungsbranche kassiert hohe Provisionen. Die wenigen Möglichkeiten, wie im Kommentar von Constantin, machen die Situation in Deutschland nicht besser. Selbstständiges Sparen wird steuerlich benachteiligt

    Den Nachteil hat der Bürger, wird mit Almosen abgespeist und verpasst so bis zu seinem Rentenalter die herrlich niedrigen Aktienkurse, in denen er hätte ansparen können. Das ist so traurig. Wenn man sich dann mit Bürger darüber unterhalten will, wird man ungläubig belächelt oder sogar beschimpft. Anscheinend kratzt man wohl an deren Weltbild, das durch unser sozialistisches System geprägt ist. Alles schon sehr krass.

  4. Matthäus

    8,5% aller Vermieter machen Verluste, 25% kommen auf Null und nur 18% erzielen eine p.a.-Rendite von 5% und mehr. Insgesamt wird in Deutschland mit Mietobjekten eine Rendite zw. 2-3% p.a. verdient. Das ist die Quintessenz einer DIW-Studie, die gestern in der Welt und der FAZ thematisiert wurde.

    Ich hatte noch keine Gelegenheit die Studie im Internet zu suchen, würde mir sie aber gerne durchlesen. Ich glaube viele machen sich hier etwas vor, unterschätzen Aufwand&Kosten und überschätzen die Nettorendite nach Abzug der Inflation, Steuern und besagter Kosten.

  5. Stefan Müller

    Ich kann mir den Dow auf dieser Höhe gut vorstellen.

    Bei einer Verdopplung  im 10 Jahresdurchschnitt, sind noch 8 – 9 Verdopplungen drin.

    D.h. 2024 Faktor 2 – 2034 Faktor 4 – 2044 Faktor 8 – 2054 Faktor 16 – 2064 Faktor 32 – 2074 Faktor 64 – 2084 Faktor 128 – 2094 – Faktor 256 – 2104 Faktor 512

     

    Also bis zum Jahr 2100 eine Verfünfhundertfachung des Kapitals (die Zahl ist beeindruckend, auch wenns vielleicht etwas weniger wird). Allerdings wird dann auch ein Brötchen nicht mehr 0,25€ sondern 25€ kosten.

    Eine Freundin kommt aus Weißrussland. Damals in den 90 zigern konnte man für 1 Rubel Milch, Brot und ein Eis kaufen. Dann kam der Mauerfall und ein wirtschaftlicher Zusammenbruch. Heute kostet ein Euro 13000 Rubel. Ein Brot ist immer noch billig mit ca. 5000 Rubel, aber was für ein Unterschied gegenüber vor 20 Jahren.

     

    Leider wird durch unsere Steuergesetzgebung auch jeder Inflationsausgleich voll mitversteuert. Durch die Einführung der Abgeltungssteuer und den Wegfall der 1 jährigen Spekulationsfrist werden selbst reine Inflationsgewinne voll versteuert und Ausweichmöglichkeiten gibt es fast keine mehr. (warum es Ausnahmen für Immobilien und Gold gibt, aber nicht für Langfristanlagen in Aktien und Aktienfonds, erschließt sich mir nicht).

    Statt den Menschen die kapitalgedeckte Altersversorgung leichter zu machen, wird nur Riester/ Rürup und die umlagefinanzierte Altersvorsorge propagiert.

    Wobei jeder bei der umlagenfinanzierten Rente bzw. steuerfinanzierten Pension auf die jeweils aktuelle Regierung angewiesen ist, die mit einem Federstrich alle Planungen zunichte machen kann.

    In vielen Ländern Europas werden Kursgewinne erst gar nicht versteuert, bzw. es gibt gute Ausweichmöglichkeiten wie hohe Freibeträge oder Haltefristen.

     

     

  6. ZaVodou

    Lustig finde ich, dass immer auf die Politiker geschimpft wird, die doch aber von einer überwiegenden Mehrheit gewählt wurden. Zurzeit haben wir eine Regierung, die von 67,2 % der Bevölkerung gewählt wurde.

    Wer hier also schimpft, sollte sich überlegen, ob er das Richtige wählt.

    Grundsätzlich finde ich die hohe Besteuerung von Aktien gut. Es trifft nämlich vor allem die Reichen. Weswegen ich auch eine Erhöhung der Abgeltungssteuer nicht schlecht finden würde. Leider trifft das nicht die, die ihr Geld in Ländern wie der Schweiz verwahren und vergessen die Einkünfte hieraus bei ihrer Einkommenserklärung anzugeben oder ihr Geld in obskuren Stiftungen bunkern.

    Man ist zwar gerne Deuscher bei der Steuer hört der Nationalstolz aber oft auf. Da ist es dann vorbei mit der Einigkeit, Recht und Freiheit.

    Um den Mittelstand nicht ganz um ihre Ersparnisse zu bringen, schlage ich einen Steuerfreibetrag in der Größenordnung von z. B. 12.000 Euro vor. So kann jeder einen steuerfreien Zusatzertrag von bis zu 1.000 EUR/Monat  zur Rente zusammensparen oder die Erträge, die man von Seiten der Regierung gerne hätte, die der Bürger zusätzlich zur Rente dazusparen soll.

    Diese 801 Euro Freibetrag sind einfach zu wenig. Selbst bei einem niedrigen Zinssatz von 2 % bedeutet das, dass gerade mal jeder 40.000 EUR zusammensparen kann ohne dass er geschröpft wird. 40.000 EUR Rücklage fürs Alter ist ganz einfach zu wenig. Da sollte der Staat doch etwas großzügiger sein, bevor er die Hand für die darauf erzielten Ertrage aufhält. Außerdem müsste der Freibetrag aufgrund der Inflation dynamisiert werden. Sprich, jährlich um mindestens die Inflationsrate angehoben werden.

  7. StefanStefan

    @ ZaVodou:

     

    Falsch! Es trifft eben nicht die „Reichen“. Nimm als Beispiel die Familie Quandt. Da bekommen drei Personen von BMW jedes Jahr fast eine Milliarde EUR an Dividenden ausbezahlt! (O.K. es fehlen noch ca 270 Mio zur Milliarde). Dafür zahlen sie gerade mal 25% plus Soli! So wenig würden die nicht mal in der Schweiz zahlen.

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/BMW-laesst-Geld-auf-die-Quandts-regnen-article12836576.html

     

    Außerdem steckt das Geld der „Reichen“ im Unternehmen fest. So lange nichts verkauft wird wird auch nichts besteuert.

    Kapital wird in Deutschland im Prinzip nicht so hoch besteuert. Arbeitseinkommen wird wesentlich stärker besteuert. Es steht allerdings jedem Arbeitnehmer frei selbst zum Aktionär zu werden.

    Ein Freund von mir arbeitet bei BASF. Er kauft jedes Jahr von seiner „PEB“ (Persönliche Gewinnbeteiligung) Aktien und bekommt pro Zehnerpaket jedes Jahr eine geschenkt.

    Dass diese Aktien höher besteuert werden will natürlich auch kein Arbeitnehmer! Es soll immer nur andere treffen! Am besten „die Reichen“. Erbärmlich, so eine Denke.

  8. Inflate_or_Die

    Bumm, bumm, bumm … und wieder weiter Trommeln für „alternativlose“ Aktien.

    Preis ist egal. Einfach kaufen, liegen lassen und glücklich werden.

    Husch, husch noch schnell ne Order aufgeben…

  9. Stefan Müller

    In einem Buch Rich Dad Poor Dad schrieb der Autor, dass die Armen und die Mittelschicht Steuern erfinden, um die Reichen zu belasten.

    Die Reichen werden sich über kurz oder lang dank guter Beratung/Auswanderung …. diesen Steuern entziehen und die Mittelschicht zahlt diese Steuern.

    Wer sehr reich ist, wie z.B. Quandt, verkaufen fast keine Aktien und werden durch die aktuelle Aktienbesteuerung eher begünstigt.

    Wer als normaler Arbeitnehmer über viele Jahre in Aktien anspart und dann in einem Börsenhoch kurz vor dem Ruhestand einen Teil in andere Assetklassen zur Vermögenssicherung umschichtet zahlt voll drauf. 25%+Soli+Kirche auch auf Inflationsgewinne, nur weil von A nach B umgeschichtet wurde.

    Es trifft also eher den kleinen Langfristanleger als den Superreichen. Dem Linken Spektrum ist das aber noch zu wenig, die einen wollen 35% +Soli+ Kirche, die anderen den persönlichen Steuersatz.

    Aber bei einer Umschichtung nach 40 Jahren Ansparzeit fällt dann automatisch der Spitzensteuersatz an (der dem Linken Spektrum noch viel zu niedrig ist), obwohl nur von A nach B zur Kapitalsicherung umgeschichtet wird und nichts wirklich verkonsumiert wird.

    Soviel zur Steuerkultur in Deutschland. USA hat ihre 401k und IRA und wie die Dinger alle heißen.

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Hallo Constantin,

    nun Du hast viele Faktoren, die das Wachstum antreiben: Fortschritt und Bevölkerungswachstum. Wenn die Schätzungen (IWF, Weltbank…) stimmen, wird die Weltbevölkerung bis 2035 von 7 auf 8,7 Milliarden zunehmen. Das Weltwirtschaftsprodukt steigt von 77 auf 178 Billionen Dollar bis dahin.

     

    Ich teile die Leute in zwei Gruppen künftig ein: Wer Produktivkapital hat, wird es zu einem enormen Wohlstand schaffen. Insbesondere jene Länder, die das Sparen für die Rente über Aktienbesitz fördern (USA, Australien, Kanada, GB…), werden reicher. Und dann wird es viele arme Menschen geben – ohne Produktivkapital. Diesen Trend – den sehen wir ja schon heute.

  11. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Inflate_or_Die

    Ja, der Preis der Börse ist völlig egal. Du hast Recht.

    Ich rate Dir: Kaufe jeden Monat Qualitätsaktien oder einen Index. Und mache das 30 oder 40 Jahre lang. Und Du wirst sehen, was passiert.

  12. Alois

    Exponentielles Wachstum, und der Zinseszins ist das prominenteste Beispiel dafür, gibt es in endlichen Systemen wie unseren Heimatplaneten immer nur über begrenzte Zeiträume. Deshalb ist es etwas naiv, die Zinseszinsformel zu nehmen, 100 Jahre einzugeben, zu stauen, welch phantastische Zahl herauskommt und dies für real zu halten.

    Hätte mein Urahn, der zur Zeit Christi Geburt gelebt hat, das Äquivalent von 1 € angelegt und wäre dieses Startkapital über all die Jahre mit nur 1 % verzinst worden, könnte ich jetzt über einen Betrag von mehr als 500 Mio. € verfügen.

    >> Sandkastenspiele!

  13. Couponschneider

    @Alois

    Sie schwätzen nur das dumme Zeug von Silvio Gsell, Margrit Kennedy und Dirk Müller. Sie machen den Fehler, wirtschaftliches Wachstum mit materiellen Wachstum gleich zu setzen, also dass wirtschaftliches Wachstum damit einhergeht, dass wir mehr verbrauchen.

    Wirtschaftliches Wachstum entsteht aber dadurch, dass wir neue Sachen entwickeln und effizienter werden. Wodurch werden wir effizienter? Durch Arbeitsteilung und Spezialisierung. Das sind die Grundpfeiler des Wohlstandes. Dienstleistungen dienen aber auch dazu, Wachstum zu generieren, wenn so ein Dienstleister andere Dienstleister bestimmte Aufgaben abnimmt.

    Google beispielsweise sieht in seinen Mitarbeitern das wertvollste Kapital, also investiert Google viel darin, dass sie ihren Alltag effizient gestalten können, kurze Wege haben, dass ein Putzdienst nach Hause kommt, weil Google weiß, dass ein putzender Entwickler dem Unternehmen schadet, weil er sich nicht erholen kann.

    Ein Chirurg, der ausgeruht und konzentriert eine OP durchführt ist mehr wert als einer, der nicht konzentriert ist. In Deutschland gibt es noch sehr viel Wachstumsmöglichkeiten. Wenn ich mich so umsehe: Viele Akademiker nehmen sich Urlaub und streichen ihre Bude, weil ein Maler zu teuer ist. Das ist ärgerlich, da ein Akademiker die Zeit lieber nutzen sollte, um besser zu werden oder um sich zu erholen. Hätten wir diese hohen Nebenkosten nicht, dann könnten sich viele Leute Maler leisten.

    Über Margrit Kennedy wollte ich ohnehin noch was schreiben, weil diese Frau eine Zumutung ist.

  14. GertGert

    @ ZaVodou

    Ja, 12.000 € p.a. wäre mal ein ordentlicher Freibetrag. Die 800 E, die wir jetzt haben, sind doch eine Frechheit für jeden halbwegs intelligenten Menschen. Denn die Politiker, die immer gerne von Leuten wie z.B. Michael Schumacher verlangen, ihre hohe Einkommen in D zu versteuern, lassen keine Möglichkeit außeracht, den Bürgern, den reichen wie den ärmeren, richtig in die Tasche zu greifen. Und was macht der Staat dann mit dem Geld? Er baut Flughäfen, bei denen das einzige, was in die Höhe geht, die irrsinnigen Kosten sind.

    Oder hatte hier schon einmal jemand die Idee, dem Staat Geld zu spenden? Nein, das gibt man doch lieber den SOS Kinderdörfern oder Green Peace.

    @Inflate_or_Die

    Was schlägst du denn vor?

  15. Couponschneider

    Und das Unverschämte ist: Sich selbst gönnen die Abgeordneten großzügige Pauschalen, um sich die Wust bei der Steuer zu sparen:

    http://www.glaeserner-abgeordneter.de/infotour/amtsausstattung

    Das ist eigentlich okay. Okay ist nicht, dass man uns Bürgern jede Vereinfachung und Kostensenkung vorenthält.

    Was erspart man dem Staat (konkret der Finanzverwaltung), wenn man 600 bis 700 vereinfachte Steuereklärungen von Bundestagsabgeordneten hat? Nicht viel. Davon profitieren vor allem die Abgeordneten selber. Wenn man aber die Steuerfreibträge so weit erhöht, dass Millionen von Arbeitnehmern keine Steuererklärung mehr machen brauchen, dann würden die Finanzämter tatsächlich entlastet. Das könnte man für Personalabbau nutzen, aber auch für ein genaueres Hinschauen bei den größeren Einkommen.

     

  16. ZaVodou

    Das eine Menge Steuergelder verschwendet werden steht auf einem anderen Blatt. Ein Staat muss sich finanzieren aber irgendwie finanzieren, weswegen man seine Steuern zahlen sollte und sich nicht drückt. Es kann nicht sein, dass der Mittelstand immer mehr zu Gunsten der Reichsten der Reichen ausgehöhlt wird nur weil dr weniger Möglichkeiten hat sich dem zu entziehen.

    Es kann nicht sein, dass wie in den USA 1 Prozent der Reichsten 40 % des Vermögens inne haben und der Mittelstand immer mehr schrumpft. Das führt irgendwann zu inneren Unruhen, wenn sich der Reichtum auf immer mehr Superreiche konzentriert.

    Welche Folgen es hat, wenn sich immer mehr Reiche den Steuern entziehen sieht man hier

     

     

     

     

  17. Ulrich

    @ZaVodou:

    Sind sind also für eine höhere Abgeltungssteuer, weil es vor allem „die Reichen“ trifft. Komische Begründung. Eine Erhöhung – nicht weil sie dringend nötig ist, sondern einfach mal so. Reiche ärgern. Tolle Idee.

    Höhere Steuern, obwohl der Staat über Rekordeinnahmen verfügt?

    Höhere Steuern, obwohl Dividenden schon auf Unternehmensseite besteuert wurden und auch das, was beim Anleger ankommt im europaweiten Vergleich überdurchschnittlich hoch besteuert wird?

    Ich bin ein Durchschnittsverdiener. Ich lege mein sauer verdientes Geld eigenverantwortlich an der Börse an. Ich will niemals jemand auf der Tasche liegen. Nicht bei Arbeitslosigkeit, nicht im Ruhestand. Damit ich dieses Ziel erreiche, wäre es nett, wenn der Staat nicht ständig die Hand aufhält, sondern mir auch etwas Luft zum Atmen lässt. Aber das Motto ist wohl: Super, da hat jemand ein bisschen Geld. Müssen wir sofort „umverteilen“.

    Obwohl meine Eigenvorsorge eigentlich ein sehr soziales Verhalten ist, gilt man damit wohl als asozialer Reicher. Bloß weil man kein großes Interesse daran hat, dass immer mehr vom eigenen Geld an diejenigen „umverteilt“ wird, nicht sparen. Super …

    Und überhaupt: eigenverantwortlich an der Börse handeln. Starkes Stück. Dafür gibt es doch in Deutschland die Bürokratie-Monster Riester und Rürup. Da hat der Staat schön die Hand drauf. Nachgelagerte Besteuerung und so. Oder diese ätzenden Betriebsrente mit vollem Krankenkassenbeitrag auf die Auszahlung. Man kann sich ja vorstellen, wo dieser Beitrag in 30 Jahren liegt …

    Wussten Sie: die 100 „Super-Reichen“ in Deutschland hatten letztes Jahr laut Manager-Magazin ein Privatvermögen von 336,6 Mrd. Euro. Wenn man es ihnen komplett abnimmt und an die 82 Mio Deutschen „umverteilt“, dann bekommt jeder Deutsche einmalig ca. 4.100 Euro. Super Sache. Niemand würde jemals wieder in Deutschland investieren und alle Menschen mit Geld das Land fluchtartig verlassen. Aber das deutsche Neid-Volk wäre dann vielleicht endlich zufrieden, weil endlich alle arm sind und keiner reich.

  18. Couponschneider

    @Ulrich

    Mir gehen Staat und Gesellschaft in Deutschland immer mehr auf den Keks. Ich arbeite viel. Ich arbeite auch, um zu lernen, nicht nur, um Geld zu verdienen, weil ich noch einiges erreichen möchte. Mein Gehalt ist nicht überragend, aber auch nicht schlecht.

    Ich nutze meinen Urlaub häufig für persönliche Weiterbildung, während andere Leute zum Skifahren, nach Mallorca oder sonst wo hingehen, selbst als Niedriglöhner. Manchmal frage ich, woher die das Geld haben, dass die ständig Urlaub machen können. Und dann man muss man sich rechtfertigen, dass man sich nicht mit dem Strom bewegt, sondern beispielsweise in Aktien investiert. Und man will selbstverständlich daran partizipieren, also können die Steuern auf Aktiengewinne und Dividenden gar nicht hoch genug sein.

     

    PS. Sind Sie es, Herr Hoeneß? Ich habe gehört, Sie haben Freigang. 🙂 Meinen Respekt vor Ihrer Lebensleistung haben Sie.

  19. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Couponschneider

    Das stimmt. „Normalverdiener“ und „Normalsparer“ werden in Deutschland ganz schön geschröpft. Wir müssten es so machen können wie unsere Bundestagsageordneten oder wie die Großkonzerne. Apple zahlt in Deutschland keinen Cent Steuern. Unsere Abgeordneten haben echt Tomaten auf den Augen. Dass unsere Parteien das zulassen? Ich finde, das ist eine Unverschämtheit. Jeder kleine Angestellte zahlt in Deutschland mehr Steuern als der US-IT-Gigant:

    http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/mdr/konzernsteuern100.html

  20. ZaVodou

    @Ulrich

    Ich hoffe, Sie haben auch den hohen Freibetrag gesehen, den ich vorschlage, damit gerade Leute wie  Sie keinen Cent Steuern zahlen müssen und sie ihre Altervorsorge aufbauen können. Die Niedriglöhner werden es nicht können und müssen später vom Staat mitfinanziert werden.

    Nach dem hohen Steuerfreibetrag zählt ja Ihr persönlicher Steuersatz, weswegen ich es nicht schlecht fände, wenn die Abgeltungssteuer sogar noch höher wäre, wie bereits geschrieben.

    Vielleicht sogar mit dem Spitzensteuersatz , wobei die bereits gezahlte Steuer der AG in Anrechnung gebracht werden kann.

    So zahlen die Reichen nur 25 % Abgeltungssteuer + Soli auf Ihre Kapitaleinkünfte und alles ist gut. Sie, Herr Ulrich, sind der Dumme dabei, weil Ihr persönlicher Steuersatz dann höher ausgelegt werden muss, damit genügend Geld in der Kasse ist. Stichwort „Kalte Progression“.

    Wobei mein Hauptaugenmerk aber mehr auf die Superreichen dieser Welt liegt. Warum kann jemand mit z.B. 100 Mill. EUR nicht genauso zufrieden sein wie mit 10 Mrd.?

    Bei den Indianern des Nordwestens gab es das sogenannte Potlatch-Fest. Wikipedia schreibt hierzu:  „Für das soziale Gleichgewicht der indianischen Gesellschaft hatte dies zur Folge, dass es nur selten zu einer dauerhaften Häufung von Reichtümern in den Händen einzelner Personen oder Familienzweige kommen konnte. „

    Ich sehe das in Ländern, wo das Einkommen auch sehr ungleicht verteilt ist. Das hat zur Folge, dass die Reichen sich in Ghettos mit Stacheldraht vor den anderen absichern müssen.

    Da habe ich hier in Deutschland keine Lust drauf und will es erst gar nicht so weit kommen lassen. Das sollte letzten Endes auch im Interesse der Reichen sein.

    Mir sind eben 1.000 Millionäre lieber als 999 Arme und ein Milliardär.

     

  21. Ulrich

    @ZaVodou:

    meine Dividendeneinnahmen sind schon jetzt 50% höher als der von Ihnen vorgeschlagene Freibetrag. Komische Vorstellung, dass 1.000 Euro steuerfrei pro Monat eine ausreichende Altersvorsorge darstellen sollen. Das ist heute wenig und in 30 Jahren gar nix mehr.

    Der Staat wird nie genug Geld haben, wenn es nach Leuten wie Ihnen geht. Die „Armen“ in Deutschland haben ein besseres Leben als 90% der Weltbevölkerung. Selbst wer sein Leben lang gar nichts arbeitet, hat ärztliche Versorgung etc. Dieses Gejammer in Deutschland ist schon anstrengend. Von Stacheldraht-Verhältnissen sind wir seeeehr weit entfernt.

    Übrigens: wenn Sie die umgerechnet 55 Mrd. Euro von Bill Gates (laut Forbes vom März 2014 reichster Mensch der Welt) unter den 313 Millionen Amerikanern verteilen, bekommt jeder einmalig umgerechnet 175 Euro. Alles nur Neid. Wo ist der Vorteil, wenn Herr Gates sein Geld nicht mehr hat? Ob es Superreiche gibt oder nicht, ändert das Leben der anderen kein bisschen. Neid und Missgunst, sonst nix.

  22. ZaVodou

    @Ulrich

    Das das eine ausreichende Altersvorsorge sein soll habe ich doch gar nicht geschrieben. Ich habe eine Zahl in den Raum geworfen, die ich für sinnvoll halte, um die Rente aufzubessern, bzw. von dem angesparten Kapital mal die evtl notwendige Pflege bezahlen zu können, ohne dass der Staat da einen noch Steine in den Weg legt indem er Steuern auf die Erträge erhebt. Bis zu einer gewissen Summe eben. Wie hoch die letztendlich ist müssen Experten entscheiden. Soll Quasi ein Anreiz zum Sparen sein. Ich finde das besser als riestern, wo ein Großteil als Provision bei den Vermittlern hängen bleibt.

    Ansonsten glaube ich, dass Sie den Sinn des Potlatch nicht verstanden haben. Die Indianer schon. Sie haben erkannt, dass es für eine Gesellschaft nicht gut ist, wenn Wenige ganz viel haben und Viele nur (ganz) wenig.

  23. Ulrich

    @ZaVodou:

    Davon abgesehen, dass mich die Riten irgendwelcher Indianer eher weniger interessieren, ist es auch bei uns so, dass (Zitat Wikipedia) „es nur selten zu einer dauerhaften Häufung von Reichtümern in den Händen einzelner Personen oder Familienzweige“ kommt. Sonst wäre es ja nicht so, dass (Zitat von Ihnen) „Wenige ganz viel haben“.

    Außer dass Sie das irgendwie „nicht gut“ finden, können Sie aber offenbar auch nicht erklären, was der konkrete Vorteil ist, wenn sich kein großer Reichtum anhäufen darf.

    Ihnen empfehle ich das „Gleichnis vom Steuerzahler“:
    http://www.bamit.at/bilder/saegezahn/Waigleins_Steuerzahler.pdf

  24. Jim Cramer

    Kaufen, kaufen, schnell noch Aktien kaufen!

    So billig, wie heute bekommt Ihr die sicherlich nicht mehr.

    Also los, woarauf wartet Ihr noch? Die finanzielle Freiheit ist Euch garantiert.

    Es gibt noch genug Schnäppchen.

    Schmeißt den Computer an, Ordermaske auf und … „buy“ drücken.

    Aktien sind alternativlos.

     

  25. Alexander

    Zur Steuer möchte ich nur anmerken, dass die Aktionäre den höchsten Steuersatz überhaupt haben.

    Als Aktionär bin ich Firmeninhaber. Der Gewinn meiner Firma (bzw des Anteils, der mir in Form einer Aktie gehört) wird mit rd. 30% besteuert. Körperschaftssteuer 15% und Gewerbesteuer 15%.

    Zahle ich mir als Eigentümer in Form von einer Dividende die verblieben 70% aus, werden 25% AG-Steuer + 5,5% Soli fällig (aus der Kirche kann man austreten). Das sind dann nochmals rd.  18,5% – also zusammen  48,5% Steuer auf den Gewinn meiner Firma.

    Ich meine, der Spitzensteuersatz von Arbeitnehmern ist niedriger.

     

  26. NeverSurrender

    Hebel nach unten und negative Zinseszinseffekte funktionieren aber auch.

    Die Zeit steigender Aktienmärkte ist vorbei.

    Globalisierungs- und Friedensdividenden sind kassiert.

    Globalisierung bringt steigende Probleme und Kosten für die Industrieländer und von Frieden kann angesichts eines 3. Weltkriegs auf Raten wohl keine Rede mehr sein.

    Also verlieren die Märkte Jahr für Jahr ein paar Prozentpunkte, was auf lange Sicht die Aufzehrung kontinuierlich eingebrachten Kapitals nach sich zieht.

    Da konsumiere ich lieber jetzt und habe ich gute Lebenserinnerungen investiert.

    Warren Buffet wird eben auch alt und denkt nicht mehr um.

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