Warren Buffett reisst sich Goldman Sachs unter den Nagel


New York, 24. September 2008

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Warren Buffett steigt bei der New Yorker Investmentbank Goldman Sachs mit mindestens fünf Milliarden Dollar ein. Der zweitreichste Mensch der Welt steht seit vielen Monaten mit den großen amerikanischen Instituten in Kontakt. Der Multimilliardär Buffett schlug aber bislang alle ihm vorgebrachten Transaktionen aus. Nur bei Goldman Sachs stimmte Buffett zu. Er sitzt auf einem Barmittelbestand von rund 50 Milliarden Dollar. Buffett erhält nun Goldman-Vorzugsaktien mit einer garantierten Dividende von zehn Prozent. Darüber hinaus hat der Investor die Option, für weitere fünf Milliarden Dollar Aktien zu kaufen in den nächsten fünf Jahren zum Kurs von 115 Dollar. Goldman-Sach-Chef Lloyd Blankfein kündigte an, zudem weitere 2,5 Milliarden Dollar über eine Kapitalerhöhung einsammeln zu wollen. Ich gehe davon aus, dass Blankfein mit den frischen Mitteln kleine Geschäftsbanken übernehmen wird. Die Institute gibt es angesichts der Krise praktisch fast geschenkt. Es bietet sich für Käufer eine einmalige Chance.
Aktuell kostet die Goldman-Sachs-Aktie 126,87 Dollar. Im Zuge der Immobilienkrise kam die Goldman-Aktie unter Druck. Seit Ende 2007 halbierte sich der Kurs. Die Investmentbank bringt nur noch 54 Milliarden Dollar auf die Börsenwaage. Nach dem Kollaps der Investmentbank Bear Stearns im März und der Insolvenz von Lehman Brothers in der vorigen Woche steht der gesamte Sektor vor einem dramatischen Kurswechsel. Die Investmentbank Merrill Lynch schlüpfte in einem Notverkauf unter das Dach der Bank of America zum einem Preis von 44 Milliarden Dollar. Neben Goldman Sachs ist an der Wall Street nur noch die Investmentbank Morgan Stanley unabhängig.
Der 78-Jährige Buffett ist Großaktionär und Chef der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Seine Aktionäre verehren ihn als das „Orakel von Omaha“. Folgen Sie dem Orakel. Der erfolgreichste Investor aller Zeiten wird sicherlich einen guten Schnitt mit seinem Investment machen, freilich hat sich Buffett zu Vorzugsbedingungen eingekauft. Neben der fürstlichen Dividende erhält er die Option, weitere Aktien zu einem Schnäppchenpreis einzusammeln. Für mich ist Goldman Sachs dennoch zum aktuellen Kurs ohne die Vorzugsbehandlung ein klarer Kauf.
Auf dem Foto zu sehen ist das Haupthaus von Goldman Sachs am Hudson River in New Jersey. Der klotzige Wolkenkratzer ragt in der Nähe der Freiheitsstatue in den Himmel, Manhattans Finanzviertel liegt auf der anderen Seite des Flusses. Der offizielle Goldman-Stammsitz befindet sich an der Südspitze Manhattans, nahe der Wall Street.


tim schaefer (Author)

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