Warren Buffett kauft Eisenbahn-Konzern


New York, 3. November 2009

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Warren Buffett macht den größten Deal seines Lebens. Für rund 34 Milliarden Dollar übernimmt er den Eisenbahn-Konzern Burlington Northern Santa Fe. Buffett hofft auf eine massive Erholung der amerikanischen Wirtschaft. „Ich liebe solche Wetten“, verkündete der optimistische Investor. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway besitzt bereits 22,6 Prozent der Eisenbahnfirma. Das Objekt der Begierde schultert Nettoschulden von 10,1 Milliarden Dollar, allerdings befinden sich in der Bilanz auch mehrere Milliarden Dollar an Barmitteln. Berkshire Hathaway zahlt je Burlington-Aktie eine Kombination aus Cash und eigene Aktien – die Details wird der Multimilliardär noch festlegen. Der Kaufpreis bedeutet einen Aufschlag von 30 Prozent auf den gestrigen Kurs der Eisenbahn-Aktie.
Was zeigt uns der Deal? Da hat sich mal wieder der Value-Jäger etwas zugelegt, was er kennt, was er versteht. So wie bei all seinen anderen Investments: Coca-Cola, American Express oder Johnson & Johnson. Buffett hat bislang immer Sektoren und Firmen gemieden, die er nicht versteht. Er lässt sich auch von Investmentbanken oder Beratern nicht beeinflussen. In seinem Portfolio befinden sich beispielsweise keine Technologiewerte.
Der Eisenbahn-Gigant betreibt im Grunde ein Monopol. Insofern kann das Unternehmen die Preise recht freizügig gestalten. Das hat einen gewissen Charme. Zu dem Management hat Buffett enormes Vertrauen, auch das sehen Sie immer wieder bei seinen Investments. Vorstandschef Matt Rose schlug er vor einer Woche den Deal vor. Nach dem grünen Licht von Rose sagte Buffett binnen 15 Minuten zu. Buffett ist ein Manager alten Schlages, der praktisch per Handschlag Übernahmen in trockene Tücher bringt. Nach seinem Einstieg lässt er die Führungsspitze in der Regel unverändert. Er mischt sich nicht ein, sondern lässt die oberste Ebene ungestört den Konzern weiter entwickeln.
Am Kurs (Chart oben) sehen Sie, dass Buffett nicht immer unbedingt Aktien aufsammelt, die ausgebombt sind. Die Eisenbahn-Aktie befand sich bereits in voller Fahrt. Dennoch springt Buffett auf den fahrenden Zug. Der Grund wird wohl vor allem die fehlende Konkurrenz sein. Außerdem ist die Bahn ein sehr kostengünstiges Transportmittel im Gegensatz zu Flugzeugen oder LKWs. Insofern kann bei diesem Deal wenig anbrennen.
Auf dem Fernsehsender CNBC kommentierte Buffett seinen Deal wie folgt:


tim schaefer (Author)

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