Warren Buffett fährt jetzt Harley-Davidson


New York, 3. Februar 2009

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Heute erholte sich die Börse nach drei verlustreichen Tagen in Folge. Am Dienstag kletterte der Dow Jones Index um 141 auf 8.078 Punkte. Erfreut waren die Börsianer über anziehende Hauskäufe im Dezember. Ein Bekannter, dem in New York ein führender Immobilienmakler gehört, berichtete mir am Wochenende ähnliches. Er sagte, dass die Verkaufszahlen seit einigen Wochen in der Finanzmetropole leicht anziehen. Offenbar jagen die Käufer nun nach Schnäppchen. Die Finanzierung ist seit der Leitzinssenkung auf Null Prozent erschwinglicher geworden. Hypotheken kosten je nach Laufzeit und Kreditwürdigkeit zwischen vier und fünf Prozent.
Warren Buffett rennt mit einem Koffer voller Geld durchs Land. Der Multimilliardär schlüpft in eine neue Rolle: Er verleiht nun Geld. Nach Wrigley, General Electric, Goldman Sachs borgt der Investor nun Harley-Davidson Asche. Buffett bekommt für seine 300 Millionen Dollar 15 Prozent Zinsen pro Jahr. Die Aktie des Motorradbauers schoss nach der Meldung um 15 Prozent auf 13,73 Dollar in die Höhe. Ich halte den Zinssatz für heftig. Daran sehen Sie, dass für Firmen der Kreditmarkt sehr teuer geworden ist. Angesichts der Rezession und eigener Probleme zögern die Banken mit der Kreditvergabe. Daher übt die US-Regierung massiven Druck auf die Banken aus, mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Auch fordert Washington eine erleichterte Kreditaufnahme für Bürger. Die Citigroup hatte gerade ein umfangreiches Kreditprogramm beschlossen. Cash ist der Schmierstoff der Wirtschaft. Jedoch können zu hohe Schulden auch schnell in den Ruin führen. Das zeigen derzeit etliche Fälle. Nehmen Sie nur den schlingernden Automobilzulieferer Schaeffler oder die Beinahe-Pleite des Unternehmers Adolf Merckle.


tim schaefer (Author)

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