Walt Disney, Time Warner, MetLife gewährten Einblick


New York, 10. Dezember 2008

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In den vergangenen Tagen sah ich mir viele Investorenkonferenzen an. Ich traf etwa die Führungsspitze des größten amerikanischen Lebensversicherers MetLife. Die Manager überzeugten mich. Ich sprach mit Vorständen der Assekuranz The Hartford Financial Services Group. Auch diese Präsentation fiel mir positiv auf. Brutal sind insbesondere Versicherungsaktien abgestürzt. Sie notieren oftmals unterhalb ihres Buchwertes beziehungsweise kaum darüber.
Heute besuchte ich eine Konferenz der Schweizer UBS Bank, hier fand ich vor allem den Vortrag des neuen Time-Warner-Lenkers Jeff Bewkes super. Die Abspaltung des Kabelgeschäfts leuchtet mir jetzt ein. Er will die Bilanz stärken, die Schulden abbauen. Gestern erschien der Finanzvorstand von The Walt Disney Company, Tom Staggs, auf das Podium und skizzierte die Strategie des traditionsreichen Medienkonzerns im Grand Hyatt Hotel.
Eher schlecht kam bei mir indes die New York Times an. Die Chefin des Zeitungsgiganten, Janet Robinson, hatte keine guten Nachrichten im Gepäck. Sie betonte in ihrer Rede, sparen zu müssen. Sie will das gerade neu bezogene Hauptgebäude des Verlages am Times Square mittels einer Sale-and-Lease-Back-Transaktion verschachern. An solchen kreativen Deals sehen Sie, dass es einer Firma alles andere als gut geht. Wer will nicht Herr im eigenen Haus sein?
Der neue Finanzchef des Mobilfunkkonzerns Sprint Nextel, Robert Brust, erläuterte den Investoren seinen rigorosen Sparkurs anhand zweier Anekdoten: Die Zahl der Kopien hat er drastisch eingedämmt, Kopierpapier muss über sein Vorstandsressort bestellt werden. Einst produzierten die Mitarbeiter 8,8 Millionen Kopien pro Monat, jetzt sind es nur noch zwei Millionen Stück. Ebenfalls ordert der Manager seit Monaten kein neues Büromaterial mehr. Sein Sparkurs hat einen Grund: Das Unternehmen ist angeschlagen, hochverschuldet und die Kunden rennen in Scharen davon.
Wir stecken in einer verdammt schlimmen Rezession. Nahezu alle Firmen sind von dem ökonomischen Niedergang betroffen. Im Dezember 2007 begann die Rezession offiziell. Seither strichen US-Konzerne zwei Millionen Arbeitsplätze. Die meisten Menschen erhielten in den vergangenen drei Monaten ihre Kündigung. Allein im November verloren mehr als eine halbe Million Menschen ihren Job. Die Krise spitzt sich derzeit zu. Doch der Dow Jones scheint einen Boden auszubilden. Am Mittwoch schloss der Index 0,8 Prozent höher bei 8.761 Punkten. Vermutlich läuft die Wall Street in den kommenden Wochen seitwärts.


tim schaefer (Author)

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