Wall Street setzt Erholung fort


New York, 11. August 2008

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Nun scheinen wir uns durch die Krise allmählich zu manövrieren. Zwei große Baustellen sind praktisch über Nacht beseitigt worden. Erstens kam der tief gestürzte Dollar wieder in Schwung, zweitens sank der Ölpreis drastisch. Der Reihe nach: So stark wie derzeit war die US-Währung zuletzt zu Jahresbeginn. Am Montag durchbrach der Dollar die 1,50er Euro Marke auf aktuell 1,48. Der stärkere Dollar erhöht die Kaufkraft der Amerikaner. Ich finde den Dollar nach wie vor massiv unterbewertet. Ich kann Ihnen vor diesem Hintergrund nur US-Aktien ans Herz legen, die Sie mit dem starken Euro mit einem satten Rabatt erwerben können. Das Fass Öl kostet nur noch 116 Dollar. Zwar ist der langfristige Aufwärtstrend beim Öl noch in Takt. Doch zeichnet sich beim Verfall vorerst keine Stabilisierung ab.
Durch den niedrigen Ölpreis haben die Amerikaner mehr Geld im Portemonnaie. Ferner sinkt die Inflation, die Wirtschaft wird entlastet. In der Regel folgt auf einen so starken Ölpreisrückgang ein längerer kräftiger Aufschwung an der Börse. Gut 20 Prozent oder mehr sind da drin. Den Beginn dieser Erholung haben wir schon gesehen. Der Dow-Jones-Index legte am Montag abermals 0,4 Prozent auf 11.782,35 Zähler zu. Das bisherige Hoch im Dow Jones bei gut 14.000 Punkten im vorigen Oktober ist gar nicht mehr so fern. Im Drei-Jahres-Chart sehen Sie den überschaubaren Abstand vom einstigen Top. Der marktbreite S&P-500-Index stieg um 0,7 Prozent auf 1.305,32 Punkte.
Um die Krise zu bewältigen, sind noch folgende Baustellen offen: Die Unternehmensgewinne enttäuschen nach wie vor. Besonders der Finanz-, Bau- und Konsumsektor melden reihenweise hundsmiserable Quartalszahlen. Die Durststrecke dürfte sich noch einige Monate fortsetzen. Firmen und Verbraucher haben zudem das Problem Kredite zu bekommen. Es ist die Rede von „Credit Crunch“. Obwohl die Zentralbank den Leitzins massiv auf 2,0 Prozent reduziert hat, ist die Kreditvergabe sehr selektiv in den USA. Selbst Blackstone-Vorstandschef Stephen Schwarzman, der als König der Wallstreet bezeichnet wird, klagt über die erschwerte Darlehensgewährung. Schließlich ist der Immobilienmarkt noch im freien Fall. Hauspreise haben sich nicht stabilisiert, das dürfte ebenfalls ein paar Quartale in Anspruch nehmen. Alles in allem ist die USA auf dem Weg der Besserung. Der Patient hat die Intensivstation verlassen und liegt nun im Krankenzimmer – unter stetiger Beobachtung. Zu meinen Favoriten an der Wall Street zählen unter anderem JetBlue, Martha Stewart Omnimedia, TheStreet.com und H.J. Heinz.


tim schaefer (Author)

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