Wall Street drei Wochen im Plus. Die Regeln des Value Investing


New York, 5. Juni 2009

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Am Freitag regnete es den ganzen Tag. Dennoch lief die Wall Street exzellent. Die dritte Woche in Folge kletterte die Börse. Am Freitag schloss der Dow Jones leicht im Plus bei 8.763 Zählern. Alcoa, Caterpillar und Boing waren die besten Wochentitel. Öl hat in den vergangenen Wochen massiv auf knapp 70 Dollar zugelegt. Wahnsinn! Gold kam in den vergangenen Wochen gleichfalls in Fahrt und nimmt allmählich die 1.000-Dollar-Marke ins Visier. Gold steht als Sinnbild für die wachsende Inflation.
Technologieaktien wie Google oder Microsoft zogen in der vergangenen Woche zudem an. Steve Jobs will an die Spitze von Apple zurückkehren. Anfang 2009 geriet die Apple-Aktie unter Druck, nachdem sich Jobs krankheitsbedingt zurückgezogen hatte. Jetzt ist er zurück! Wal-Mart kündigte heute an, eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. 15 Milliarden Dollar soll das neue Programm umfassen. Die Dividende hob der Einzelhandelsriese auf 1,09 Dollar nach zuvor 0,95 Dollar an. Dass die Geschäfte bei dem Krämer brummen, zeigt sich an den aggressiven Expansionsplänen. Ständig eröffnet der blaue Riese neue Filialen.
Wie Sie sicherlich schon bemerkt haben, bin ich ein Anhänger des Value Investing. Meiner Meinung nach sind folgende Grundregeln bei dieser Anlagephilosophie zu befolgen: Ein Value Investor hat Geduld, unendlich Geduld. Warren Buffett lässt sich nicht auf die Schnelle in irgendwelche Investments drängen. Er zieht es vor, Milliardensummen an Cash zu horten. Er nimmt sich viel Zeit, Quartals- und Geschäftsberichte zu lesen. In der Ruhe liegt die Kraft, so könnte man sein Lebensmotto zusammenfassen. Viele Börsianer tun das Gegenteil. Sie werden wie in einem Rausch getrieben, Aktien zu kaufen und zu verkaufen. Diese Menschen agieren viel zu hektisch. Erst wenn Buffett einhundert Prozent von einem Investment überzeugt ist, steigt er ein.
In der Regel investieren smarte Anleger anders als die Masse. Sie meiden „Mode“-Aktien. Sie kaufen, was andere gerade verkaufen. Besonders mögen Sie Unternehmen, die nicht im Rampenlicht stehen. Verkaufen? Das mag Buffett überhaupt nicht. Hat er erst mal einen Liebling entdeckt, bleibt er ihm treu.
Was ist mit Diversifikation? Was Experten predigen, macht Buffett gerade nicht: Er geht nur wenige Wetten ein. Im Grunde setzt er alles auf eine Karte. Um das Risiko zu minimieren, sucht der Value Investor nach einfachen Geschäftsmodellen. Um komplizierte Technologiekonzerne macht Buffett stets einen weiten Bogen. Obwohl sein Freund Bill Gates Microsoft aufbaute, erwarb er nie Aktien des Softwareriesen. Es liegt aber nicht nur daran, dass er die Technologie nicht versteht. Er meidet schlicht und ergreifend Firmen, deren Cash Flows schwer vorhersagbar sind. Er mag dagegen Unternehmen mit stetigen Gewinnentwicklungen.


tim schaefer (Author)

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