Waldorf Astoria Hotel: Guido trifft Henry


New York, 13. Dezember 2011

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Im New Yorker Waldorf Astoria Hotel erhielt soeben der deutsche Maler und Bildhauer Anselm Kiefer die Leo-Baeck-Medaille. Bundesaußenminister Guido Westerwelle überreichte die goldene Medaille während eines Gala Dinners an den 66-jährigen Künstler aus Donaueschingen. In den Jahren 2010 und 2009 hatten Angela Merkel und Joschka Fischer die Auszeichnung erhalten.
Das Leo Baeck-Institut vergibt den Preis an Personen, die sich in besonderer Weise um die deutsch-jüdische Aussöhnung verdient gemacht haben. Der ehemalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger erhielt im Waldorf Astoria Hotel ebenfalls einen Preis, den „Moses Mendelssohn Award“ für kritisches Denken.
Auf meinem Foto sehen Sie Westerwelle und Kissinger beim Plausch während des Empfangs.
Auch der 78-jährige Ex-Chef der Weltbank, Sir James David Wolfensohn, hielt eine Laudatio. Westerwelle betonte, Deutschland werde immer seine Verantwortung für den Holocaust vollumfänglich übernehmen. Mit Blick auf die jüngst bekannt gewordenen Terroranschläge der rechten Szene sagte der FDP-Politiker, deutsche Behörden müssten ihr Augenmerk darauf richten und sie lückenlos aufklären.
Unter den Gästen waren zahlreiche Promis. Im Fahrstuhl begegnete ich dem ehemaligen Innenminister Otto Schily. Der war bei bester Laune. Er witzelte: „Das Gute in Amerika ist, dass Veranstaltungen immer pünktlich enden.“ Schily meinte das gar nicht negativ. Es war ein gelungener Abend. Für Frieden und Verständigung.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Waldorf Astoria Hotel: Guido trifft Henry

  1. willihope

    also nur als anmerkung zu „henry“: man sollte menschen, egal in welchem erdteil sie leben, die den sturz eines demokratisch gewählten presidenten unterstützen, um dann einen diktator zu stützen der für tausende von ermordete verantwortlich ist, nicht auch noch preise verleihen! das beschämt die gesamte menschheit!

  2. tim schaefertim schaefer

    Danke willihope für Ihre kritische Anmerkung. Können Sie bitte das noch etwas ausführlicher schildern. Um wen geht es in Ihrer Kritik? Wen hat Kissinger zu Unrecht gestürzt bzw. war dabei behilflich?

  3. Timo

    Ich würde gerne wissen welche Sprache sie gesprochen haben. Sicherlich Deutsch, zwecks Guidos mängel 🙂 Obwohl Kiesinger sein Deutsch ist ziemlich unterhaltsam.

  4. tim schaefertim schaefer

    Hi Timo,
    sie sprachen alle Englisch. Über Westerwelles Englischkenntnisse witzelte ein Gastredner – sehr zur Freude aller im Saal. Aber ich muss sagen: Unser Außenminister spricht recht gut Englisch. So schlecht ist das gar nicht.

  5. tim schaefertim schaefer

    Hi willihope,
    das ist echt erschreckend zu lesen, was mit dem Präsidenten passiert ist. Bei Kissinger kann ich mir eine direkte Beteiligung gar nicht so recht vorstellen. Kissinger ist nicht der Typ dafür.

    Ich müsste mich damit auch beschäftigen. Die Hintergründe fehlen mir dazu momentan. Bei Nixon könnte ich mir dagegen eine Beteiligung an einem Umsturz im Ausland durchaus vorstellen. Der Nixon hatte ja einiges auf dem Kaliber, der brach Gesetze im eigenen Land, ließ andere Politiker belauschen, nur um die Wiederwahl zu gewinnen. Nixon war kein Demokrat in einer Demokratie. Nixon handelte wie ein Diktator. Das war eine schlimme und traurige Zeit. Leider kenne ich mich in Bezug zu Chile nicht aus.

    Danke für die Infos und die Links. Beste Grüße

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