Wal-Mart: Ein Krämer größer als Argentinien


New York, 28. Februar 2013

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Ich erlebte Wal-Mart-CEO Mike Duke in New York. Der 63-jährige Manager war beim Rat für auswärtige Beziehungen, dem „Council on Foreign Relations“, eingeladen. Duke gab in seiner Rede offenherzig etliche Fehler zu. Er gelobte Besserung. Erstaunlich witzig, ironisch fand ich das. Auf dem Foto sehen Sie ihn rechts, links sitzt der Chef der Nachrichtenagentur Bloomberg, Daniel Doctoroff.
Ich schrieb dazu einen Artikel für die „Euro am Sonntag“.
Wal-Mart ist ein Gigant. 2,2 Millionen Mitarbeiter rackern in 27 Ländern. Davon 1,4 Millionen in den USA. Der Krämer ist der größte Arbeitgeber der Welt. Im vergangenen Jahr landeten im Heimatmarkt mehr als fünf Millionen Bewerbungen in der Personalabteilung. 100.000 Zulieferer sind angebunden. 140 Millionen Kunden erledigen ihre Einkäufe hier wöchentlich.
Sam Walton gründete Wal-Mart 1962 in Arkansas. Aus einer Filiale sind 50 Jahre später 10.130 geworden. Aus einem Umsatz von zunächst 12,6 Millionen wurden 447 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das entspricht dem Bruttosozialprodukt Argentiniens. Die Familie Walton besitzt 48 Prozent der Anteile.
Der Langfristchart ist eine wahre Pracht.
In den 1970er Jahren kostete die Aktie bereinigt 6 Cent. Heute steht das Ding bei 71 Dollar. Das macht 118.000 Prozent mehr. Das ist der helle Wahnsinn. Hätten Sie damals 1.000 Dollar investiert, wären das heute 1,2 Millionen Dollar. Von der Dividende ganz zu schweigen.
Allerdings leidet der Riese seit einigen Jahren unter Skandalen. So hat die „New York Times“ einen brisanten Schmiergeldfall in Mexiko aufgedeckt. Baupläne sind manipuliert worden, um ein neues Shoppingcenter in Mexiko City errichten zu können. Eine weitere Herausforderung ist: Mitarbeiter sind unzufrieden mit ihrem Lohn. Alles in allem hat es Duke nicht einfach.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Wal-Mart: Ein Krämer größer als Argentinien

  1. Keek

    „Mitarbeiter sind unzufrieden mit ihrem Lohn…“?? Das ist schon eine „leichte“ geschönte und verkürzte Darstellung, dass klingt ja sogar bis Deutschland durch. Da hätte ich einen etwas kritischeren Blick erwartet.

  2. willihope

    @keek
    na wo sind die mitarbeiter schon zufrieden mit dem lohn!

    bei 5 millionen bewerbungen pro jahr kann es so schlimm nicht sein!
    natürlich verdient ein verkäufer und regalbetreuer nicht genung um mercedes zu fahren, dann heisst es: improve yourself!

  3. Jan

    Trotzdem denke ich, dass WalMart eines der wenigen Handelsunternehmen sein wird welches sich durchsetzt. In unserer heutigen Gesellschaft geht der Trend immer mehr zu günstigen Produkten und „alles aus einer Hand“. Und genau das lässt sich nur durch Größe bewerkstelligen, siehe z.B. auch Aldi in Deutschland. Was das Gehalt angeht sind auch dort Parallelen zu Aldi erkennbar, die in der Vergangenheit ja (so wie die meisten Discounter) immer wieder stark in Kritik geraten sind.
    Aus Anlegersicht denke ich, dass auch bei WalMart die Geschichte noch nicht vorbei ist und sehe in Zukunft durchaus noch Potential bei diesem spannenden Unternehmen.

  4. Thomas

    Die Anzahl sagt doch garnicht aus, dass die Löhne da so toll sind. Bei Walmart verdient man vielleicht 1$ pro Stunde. Besser wie 0,50cent pro Stunde, wo anders zu bekommen.

    Trotzdem sind beides Hungerlöhne.

  5. StefanStefan

    Kann mir mal jemand erklären warum die Metro so dermassen im Niedergang begriffen ist während Wal-Mart seit Jahren erfolgreich wächst? Warum kann Metro diesen Erfolg nicht kopieren?

  6. ZaVodou

    In Deutschland haben sie aber versagt. Mussten sich Aldi und Co. geschlagen geben und haben sich aus Deutschland verpisst.
    Wie sieht es jetzt umgekehrt aus? Kann Aldi in den USA Wal-Mart paroli bieten?
    Haben ja 2011 in New York (Queens) ihren ersten Laden eröffnet.

  7. Thomas

    Noch ist Wal-mart ok, aber vielleicht in ein 1,2,3 Jahren ist Wal-mart auch am Boden oder geht vielleicht sogar pleite.

    Jetzt kommen bestimmt gleich Kommentare wie, „Wal-Mart geht niemals pleite“ etc.! Aber das wurde schon über andere große, tolle Firmen gesagt.

    Ich kenne z.B keine Firma die schon 5000Jahre alt ist. Hat da jemand eine? 🙂

  8. Sams

    Zu Amerika und Einzelhandel kann ich wenig sagen.
    Zu Deutschland sage ich, obwohl ich im Einzelhandel arbeite, ich investiere nicht.
    Zu Metro finde ich Real wirkt wenig schlüssig. Strahlkraft empfinde ich wesentlich geringer als z.B. Globus.
    Mediamarkt und Saturn da gibt es keine Kühlketten, die letzte Generation fährt noch 10-30 km um DvD, Blurays etc zu kaufen. Was kommt wenn ein großteil nur noch digital vertrieben wird? Nebenbei alles was dort steht gibt es im Internet zu bestellen, da brauch ich kein alles aus einer Hand weil es mir einfach wurscht ist wenn der Preis stimmt ob 2-3 mal die Woche jemand liefert. Qualität ja nur am Rande für mich ein Argument, was passiert wenn ich ein Problem habe? Das Gerät wird eingeschickt. Eine andere Schnittversion als die in Deutschland vertriebene, „Fsk“. Richtig Internet Österreich, Schweiz…
    Kleines Beispiel Staffel 4 von Supernatural, Rechte bei Sky wollen irgendwann 2013 senden in Amiland läuft schon Staffel 5. Lösung Spanische Ausgabe mit Deutscher Tonspur, Staffel 3 war das gleiche Spiel damals glaube ich Englische Version. 1 Jahr früher zu kaufen billiger als im Ladengeschäft. Grund zu Mediamarkt zu gehen 0. Neuerster Rambo, FsK 18 geschnitten. Bin ich ein Kind? Kaufe ich in Deutschland? Und tschüß, Terminator I ein Trauerspiel über 20 Jahre lol. Ne ne ne das funktioniert aus meiner Sicht nicht mehr lange. Kunden werden immer kritischer und informierter. Ist auch logisch Wissen und information kann sich jeder aus dem Netz ziehen. Muß ich für jedes Kabel, Adapter usw in ein Elektrogeschäft fahren oder bestelle ich es mir einfach?
    Ich fürchte die letzte Generation von Kunden die als Kühe angesehen werden stirbt gerade aus.
    Da hilft keine billige Werbung für billige Produkte.
    Es wird fast nur noch über den Preis werbung gemacht. Mobilität wird für viele die nicht sehr Stadtnah wohnen teuerer, ich sehe kaum die Massen alter Leute lostigern ich seh massen an Ware an der Haustür ankommen.
    Keine Pachten, keine Verkäufer, keine Kassen, keine Parkplätze……
    das wird preislich kaum zu unterbieten sein, der ganze Wettbewerb wurde über Jahre nur über den Preis gemacht. Man könnte sagen die Revolution frisst ihre Kinder. Nach und nach verlieren ganze Produktgruppen an bedeutung, bei den immer weniger werdenden Produkten die noch von interesse sind werden Preisespannen vernichtet da dauernd in der Werbung.
    „TK-Pizza, „Kühlkette“, Coca Cola, „Gewicht“, Frische, Fleisch etc. Das führt dazu das ganze Gruppen von Kunden anfangen von Geschäft zu Geschäft zu fahren, Wirte und so weiter. Ist doch bedenklich finde ich wenn der EK von mittelständlern, Brunnen, größeren Getränkemärkten weit über dem liegt was der Einzelhandel für z.B. Coca Cola nimmt.
    Teilweise grotesk was da passiert finde ich, ich gebe mich da nicht damit zufrieden zu sagen na die oberen, bei rewe,Edeka, Aldi, Lidl usw werden schon rechnen können. Ist jetzt alles subjektiv aber aus dem Bauchgefühl sage ich mir, finger weg vom deutschen Einzelhandel. Registriere solche sachen wie Krombacher fliegt bei Globus raus weil eben zuviel Listungsgebühr verlangt wird. Undurchsichtig wie die Gewinnspannen so zustandekommen.
    Nur meine bescheidene Meinung mfg

  9. Roman

    JA, ALDI kann sich in der Tad in Amerika durchsetzen. Buffet hat auch schon imaginär seinen Hut vor den deutschen gezogen. Siehe auch Trader's Joe…ALDI hat definitiv vor 2011 schon Läden in Amerika gehabt..

    Man muss auch zwischen Aldi Süd und Nord unterscheiden…

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