Wachstumsschub im kommenden Jahrzehnt


New York, 24. September 2010

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Es gibt viele besorgte Stimmen. Die einen warnen vor Verhältnissen wie in Japan, sie befürchten ein verlorenes Jahrzehnt vor uns. Eine zähe Phase der Stagnation? Nein, keinesfalls, sagen die anderen. Sie sind optimistischer. So wie ich. Ich glaube, dass die Selbstheilungskräfte der Märkte wirken werden. Die niedrigen Zinsen werden den Weg zurück zu Wachstum ebnen. Zu weniger Arbeitslosen und mehr Jobs.
Ohnehin wachsen Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien kräftig. Nicht zu vergessen der technologische Fortschritt. Blicken Sie zehn Jahre zurück: Damals begann sich das Internet, erst so richtig auszubreiten. Im September 1998 ging die Suchmaschine Google an den Start. So jung ist die Geschichte des World Wide Web. Doch so enorm ist der Fortschritt, den das Internet gemacht hat. Ich glaube, dass es einen Fortschritt in den kommenden zehn Jahren geben wird, den sich kaum jemand in seiner Reichweite ausmalen kann. Denken Sie nur an Google. Es wird sich eine unglaubliche Effizienzsteigerung ergeben. Gut möglich, dass wir die Sonne als Energiequelle viel besser nutzen werden. Atomkraftwerke brauchen wir vielleicht gar keine mehr. Wir werden Krankheiten behandeln, an denen sich Wissenschaftler seit Jahren die Zähne ausbeißen. In Afrika wird es weniger Hunger und Hilflosigkeit geben. Arme Länder werden einen Aufschwung erleben. Illegale Immigration und Kriege kommen seltener vor.
Je besser es den Armen geht, desto besser geht es der gesamten Welt. Das war die Botschaft der “Clinton Global Initiative”. Ich war auf der Konferenz des ehemaligen US-Präsidenten und hörte mir zahlreiche Reden von beeindruckenden Staatsmännern und Milliardären an. Im Grunde genommen ist es wichtig, dass sich die reichen Industrienationen erholen. Dann geht es auch den Schwellenländern besser. Wir hängen voneinander ab. Denn wir konsumieren, was die Chinesen produzieren. Oben sehen Sie mein Foto, das ich von Clinton im New Yorker Sheraton Hotel machte. Clinton setzt sich sehr für eine Friedenslösung im Nahen Osten ein. Er brachte Palästinenser und Israelis an einen Tisch. Wie sehr sich der ehemalige Präsident für Reformen stark macht und aktiv einmischt, finde ich toll. Da können sich andere Ex-Regierungschefs wie Gerhard Schröder eine Scheibe abschneiden.
Weil ich so zuversichtlich bin, machen Aktien als Grundstock zum Vermögensaufbau gerade jetzt auf dem ausgebombten Niveau Sinn. Freilich sollten Sie nicht Ihr gesamtes Vermögen in Aktien anlegen. Je nach Alter und Neigung sollten Sie einen Plan erstellen, wie Sie Ihr Vermögen verteilen wollen. Jeder hat so seine Vorstellung und seine Steckenpferde. Was wichtig ist beim Sparen für die Rente: Es sollte Ihnen Spaß machen. Sie sollten also durchaus Ihre Ideen verwirklichen. Freilich sollten Sie gleichzeitig ein paar Grundregeln befolgen. Passen Sie besonders bei Pennystocks auf. Kaufen Sie nur, was Sie kennen und verstehen. Die groß angelegte Razzia bei Aktienbetrügern in Deutschland zeigt uns mal wieder, dass höchste Vorsicht geboten ist.
Welche Grundstruktur eines Portfolios ist akzeptabel? Es gibt verschiedene Lösungswege. Wenn jemand 50 Prozent in Immobilien, 30 Prozent in Aktien, zehn Prozent in Gold und den Rest in Cash anlegen will, dann finde ich die Idee gut. Ein anderes Beispiel wären: 60 Prozent in Aktien, 25 Prozent in Immobilien, zehn Prozent in Anleihen/Festverzinslichen und den Rest in Cash. Wenn jemand von Gold begeistert ist und dem gelben Edelmetall eine Fortsetzung der Rallye zutraut, dann kann ich auch einer Positionierung von bis zu 20 Prozent in Gold durchaus nachvollziehen, wenngleich ich nicht so weit gehen würde momentan. Grundsätzlich sollten Sie wissen, dass man sich auch per Aktienanlage gegen die Inflationsgefahren absichern kann. Beginnt die Preistreiberei, erhöhen die Firmen ihre Preise für ihre Produkte und Dienstleistungen. Insofern klettern auch die Aktienkurse.


tim schaefer (Author)

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