Vorsicht, wenn der Gärtner Aktienoptionen erhält


New York, 25. Januar 2010

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Wenn Sie auf der Suche nach soliden Unternehmen sind, achten Sie auf die Aktienstückzahl. Nimmt diese von Jahr zu Jahr zu, dann müssen Sie aufpassen. Insbesondere bei kleinen Minengesellschaften wird häufig Schindluder mit neuen Aktien getrieben. Ständig werden Optionen ausgegeben – an Manager, Berater. Es kommt schon mal vor, dass selbst der Gärtner und die Putzfrau Optionen halten. Weil die Juniorfirmen oft hohe Cash-Summen verbrennen, kompensieren sie ihre Beschäftigten und Dienstleister gerne mit Optionen statt mit Barem. Das hat natürlich verheerende Auswirkungen für die Alteigentümer. Denn sie werden verwässert. Ihr Anteil an dem Unternehmen sinkt dramatisch. Im Grunde genommen werden sie enteignet.
Ebenfalls werden sehr gerne Übernahmeobjekte mit neuen Aktien bezahlt. Das trieb zuletzt Warren Buffett auf die Palme. Buffett ist größter Aktionär bei Kraft Foods und wollte nicht, dass das Übernahmeziel, der britische Schokoladenriese Cadbury, mit neuen Kraft-Aktien erworben wird. Er warnte Kraft-Chefin Irene Rosenfeld eindringlich davor, einen zu hohen Preis zu zahlen. Rosenfeld nahm sich den Rat des Superinvestors zu Herzen und erhöhte die Cashkomponente bei dem Deal. Vorbildlich achtet der Goldminenkonzern Agnico Eagle auf eine stabile Gesamtaktienzahl. Für Übernahmeobjekte will das Management nicht ständig seine Altaktionäre verwässern. Gerade bei dem derzeit hohen Goldpreis von mehr als 1.000 Euro je Unze lehnt Vorstandschef Sean Boyd Transaktionen kategorisch ab. Agnico Eagle ist einer der weltweit größten Goldbergbaukonzerne.
Solide Konzerne wie Agnico Eagle schützen ihre Anteilseigner. Wer gutes Geld verdient, bezahlt aus dem Cashzufluss seine Beschäftigten und Zulieferer. Für Übernahmen werden Schulden aufgenommen oder es fließt eben Cash. Wenn überschüssiges Geld übrig ist, werden Dividenden ausgeschüttet und Aktienrückkäufe durchgeführt. Durch Aktienrückkäufe erhöht sich der Wert jeder einzelnen Aktie.
Noch ein Tipp zu guter Letzt. Achten Sie unbedingt bei Ihrer Aktienauswahl auf eine schöne Dividende. Ich habe Ihnen hier einen schönen Chart herausgesucht. Es handelt sich um den Ketchup-Hersteller Heinz. All die „D“-Buchstaben entlang des Aktienkursverlaufs seit dem Jahr 1985 sind Dividenden. Fahren Sie mit dem Mauszeiger über ein „D“ und Sie sehen die Quartalsdividende. Aktuell rentiert sich die Ausschüttung bei Heinz mit saftigen vier Prozent. Wo bitteschön bekommen Sie vier Prozent Rendite? Auf dem Sparbuch? Bei Ihrer Lebensversicherung? Auf dem Festgeldkonto? Wohl kaum! Die vielen Ausschüttungen zeigen Ihnen hoffentlich eindrucksvoll, welche Bedeutung der Dividende zukommt in Bezug auf die Gesamtperformance. Sie wird leider oft unterschätzt.


tim schaefer (Author)

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