Von den Fehlern Warren Buffetts lernen: ConocoPhillips kaufen


New York, 18. Juli 2009

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Warren Buffett ist eigentlich kein Trader. Aber in eine Aktie tradet er immer wieder – schon seit vielen Jahren: Die Aktie des texanischen Ölgiganten ConocoPhillips. Über die Börse erwarb Buffett im vergangenen Jahr sechs Prozent des Grundkapitals des drittgrößten Ölproduzenten in den USA nach Exxon Mobil und Chevron. Buffett zahlte bei seinem Einstieg Höchstkurse und musste einen Großteil seines Investments abschreiben.
Trotz des ungünstigen Einstiegszeitpunktes hält Buffett weiterhin an der Aktienposition fest, er reduzierte sie lediglich leicht auf 4,8 Prozent. Der Multimilliardär ist neben Barclays einer der größten Aktionäre. Im Schnitt zahlte der erfolgreichste Investor aller Zeiten rund 80 Dollar je ConocoPhillips-Aktie. Nach dem zuletzt starken Verfall des Ölpreises kostet der Titel aktuell nur noch 42,38 Dollar. Sprich, Sie können derzeit zum halben Preis die Papiere abstauben. Somit liegen Sie weitaus besser als das Orakel von Omaha. Sehen Sie sich nur den Langfrist-Chart an. Der Kursrückgang bietet eine einmalige Gelegenheit.
ConocoPhillips ist in guten Zeiten eine Gelddruckmaschine: 2007 kam ein Umsatz von 195 Milliarden Dollar zusammen. Nach Steuern klingelten 11,9 Milliarden Dollar in der Kasse. Im Jahr 2008 betrug der Umsatz 246 Milliarden Dollar, der Verlust türmte sich jedoch auf 17 Milliarden Dollar. Die Rezession und der Ölpreisverfall zwangen die Houstoner zu einmaligen Abschreibungen.
Warum griff Value-Investor Buffett zu? Allein in den ersten drei Quartalen 2008 schüttete Vorstandschef James Mulva Dividenden in Höhe von 2,1 Milliarden Dollar aus und kaufte für 7,5 Milliarden Dollar eigene Aktien zurück. Offenbar sieht das Management die Aktie unterbewertet, nur so lässt sich das aggressive Rückkaufprogramm erklären.
Ebenfalls ein Kaufargument: Der Konzern wird nur leicht über dem Buchwert gehandelt. So zeigt die Börsenwaage 63 Milliarden Dollar an, während das Eigenkapital 55 Milliarden Dollar umfasst. Ferner deckt der Börsenwert nur ein Drittel des erwarteten Umsatzes (2010) ab, was sehr günstig erscheint. Das KGV auf Basis der 2009er Gewinnerwartung liegt bei 13. Gelingt die Rückkehr auf das Ertragsniveau des Jahres 2007, beträgt das Gewinnvielfache nur lausige fünf! Die Dividendenrendite bringt derzeit 4,4 Prozent ein. In Deutschland sind die Texaner durch das kostengünstige JET-Tankstellennetz präsent.
Exxon Mobil ist indes die Nummer eins weltweit. Exxon hat keine Schulden und Netto-Barmittel von 16 Milliarden Dollar. Chevron, die Nummer zwei in den USA, ist praktisch schuldenfrei. Nur Conoco, die Nummer drei, hat 29 Milliarden Schulden zu schultern. Angesichts des recht hohen Kreditbergs ist die Firma interessant. Daher ist der Titel ausgebombt, es besteht Sanierungsbedarf. Das Aufholpotential ist bei Conoco meiner Meinung nach am höchsten. Kommt die Wirtschaft in Schwung, steigt der Ölpreis. Dann kommt auch Conoco wieder in die Puschen.


tim schaefer (Author)

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