Verschwörungstheorien


New York, 8. August 2013

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Es gibt erstaunlich viele Menschen, die an Verschwörungstheorien glauben. Websites, die gruseliges Zeug verbreiten, sind entsprechend gefragt. Mich wundert es, dass massenhaft die Leute so einen Kram lesen. Der gesunde Menschenverstand spricht ja eigentlich dagegen.
Ziemlich merkwürdig kommt mir die Website von Michael Mross Mmnews.de vor.
Dort heisst es in einem Eintrag glatt, halten Sie sich jetzt besser fest:
„Es ist kaum vorstellbar, dass den US-Geheimdiensten die Planungen zu 9/11 entgangen sind. Schon damals hatten die Behörden alle Mittel, unter anderem Supercomputer, um Daten auszuspähen und potentielle Terroristen ausfindig zu machen.
Mit anderen Worten möchte der Autor wohl ausdrücken: Die USA wussten von den Anschlägen und haben absichtlich nichts dagegen unternommen. So ein Unfug. Was für seltsame Unterstellungen. Wie kann man sich so einen Kram ausdenken?
Die Behörden versuchen sicherlich, ihr Bestes zu geben. Ihnen unterlaufen dabei manchmal Fehler. Das ist die Realität und menschlich. Alles andere ist abstrus.
Das Portal Mmnews.de ist jedenfalls gespickt mit ziemlich merkwürdigen Unterstellungen und reißerischen Überschriften wie „Der grosse Euro Schwindel“.
Ein weiterer Text, der Ihnen wohl Angst machen soll, lautet:
„Endspiel für den Euro. Wieviele Tage hat der Euro noch? Werden die Hilfsmaßnahmen wirklich helfen? Wo versickern die Milliarden und Billionen? TV-Dokumentation zum Untergang des Euros. Was kommt danach? Wie könnte der Zusammenbruch einer Währung aussehen?“
Ja, der Euro hat eine schwere Krise erlebt. Ja, die Wirtschaft verläuft in Zyklen. Ja, wir werden weitere Krisen, Kriege, Crashs erleben. Genauso wie Boomphasen und Börsenhaussen. Das ist ein Faktum.
Alles andere ist reine Angstmache. Vieles ist überspitzt.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Verschwörungstheorien

  1. Matthäus Piksa

    Ich finde solche Seiten wie MMnews gefährlich. Auch wenn ich noch nie von ihr gehört habe. Allerdings kenne ich ähnliche Seiten.

    Zum Beispiel schall und rauch.

    Dort geht es auch um 9/11-Verschwörungstheorien, aber bei weitem nicht nur.

    Nicht besser ist die Seite politically incorrect. Laut Seitenbetreiber wurde die Seite bislang weit über 200 Millionen Mal aufgerufen. Es geht dort vornehmlich um Hass gegen den Islam.

    Ich kann zu beiden Seiten nicht viel sagen, habe dort vor Längerem mal herumgestöbert. Was mich immer stutzig macht ist, wenn auf solchen Seiten, die auf den ersten Blick scheinbar fundiert und seriös sind, Stimmung gegen Ausländer gemacht wird, fremdenfeindliche Parolen skandiert werden und dergleichen mehr. Oft zwischen den Zeilen.

    Beliebt sind des Weiteren: Antisemitismus, Hass gegen Muslime und überhaupt religiöse Menschen. Die USA und Israel sind ebenfalls oft Objekt der Abneigung.

    Im krisengebeutelten Südeuropa, so meine Vermutung, kommt noch eine Abneigung gegen Deutschland und die Bundeskanzlerin&Co. hinzu. Außerdem ist die EU wenn nicht an allem so doch an Vielem Schuld usw.

  2. nightyhawk

    Hört mir bloß auf mit so einem Dreck, wie diesen Verschwörungsseiten. Unglaublich wie diese Typen um Mross und Freeman sich profilieren wollen.

    Letztens hat erst einer diesen Weisen von sich gegeben, dass die Geheimdienste in der Lage wären alle (und zwar wirklich ALLE) Arten des Informationsaustausches (Brief, Telefon, SMS, Internet) zu überwachen. So ein Schmarrn. Wenn dem wirklich so wäre, hätten wir doch davon schon gehört ^^

  3. Michael C. Kissig

    Ich habe Michael Mross noch als langjährigen TV-Moderator der n-tv-Telebörse aus den Neuer Markt-Zeiten in Erinnerung, allerdings überhaupt nicht marktschreierischen Untergangsapologeten. Eine erschreckende Entwicklung…

  4. Turing

    Die Entwicklung von „Political Incorrect“ (PI) habe ich sehr genau verfolgt. Vor zehn Jahren habe ich selbst noch dort gelesen. Ich war schon damals ein Liberaler, habe mich durch liberale Blogs gelesen und ich war nicht der einzige, der in PI einen lesenswerten konservativen und staatskritischen Blog sah, häufiger auch mit pro-marktwirtschaftlichen Beiträgen. Aber dann haben die sich auf den Islam eingeschossen. PI flog von einigen liberalen Blog-Rolls; PI ist ein Blog des Hasses geworden. Wenn man dort die Kommentare liest, wird einem angst und bange.

    Und was das mit Verschwörungstheorie zu tun hat? PI benennt sich schon nach einer Verschwörungstheorie. Wer mit der Attitüde hausieren geht, dass er seine Positionen nicht offen vertreten könne, ohne dass ihm was geschieht, es aber doch regelmäßig tut (z. B. Islam oder Israel „kritisieren“), dem fallen die offensichtlichen Widersprüche seine Haltung nicht auf. Der hat wortwörtlich ein Brett vor dem Kopf.

    Und was PI für Rechtsradikale, stellt Jakob Augsteins Geschwurbel in seiner wöchentlichen Kolumne für die Linken dar.

  5. tim schaefertim schaefer

    @ Matthäus

    Danke für die Links. Schon komisch, was da für ein Zeug verbreitet wird.

    Es ist ein Stück weit ein Spiel mit dem Feuer, weil man mit bestimmter Themengestaltung Leser aufhetzen bzw. verängstigen kann. Beides ist nicht gut.

  6. Anja

    Diese Seiten gelten auch oftmals als Werbeplattform für Edelmetallhändler, in denen physisches Gold und Silber als einziges Echtgeld deklariert wird.

    Es wird der Untergang des Finanzsystems, Systemcrashs und eine kurz bevorstehende Währungsreform propagiert und auf den Vermögensschutz Gold und Silber verwiesen. Aus dem ganzen Schuldenschlamassel könnte uns nur die neue Alternative für Deutschland (AfD) ziehen.

    Auch die Leser-Kommentare vieler Artikel sind zum größten Teil mit Hass gegen Muslime, Hass gegen Banken und Politik und Antiamerikanismus erfüllt.

    Die großen US BigBoys „drücken“ ja seit Jahren den Gold und Silberpreis und diese Theorie wird ja auch von Dirk Müller „Mr. Dax“ immer wieder bedient.

    Mir machen die Seiten an sich keine Angst, wohl aber die Sympathisanten.

  7. Matthäus Piksa

    Ich kenne zwei katholische Nachrichtenportale, kath.net (gemäßigt) und kreuz.net (fundamentalistisch). Letzteres soll vom Netz genommen werden.

    Auf kath.net las ich, dass Erzbischof Zollitsch sich mit seinen 75 Jahren in den kommenden Monaten in den Ruhestand verabschieden möchte. Vor dem Hintergrund dachte sich der Weise wohl, dass er zu dem ein oder anderen Thema noch ein Statement abgeben möchte und äußerte sich klar proeuropäisch.

    PI bezeichnet dieses simple Statement als unverschämt, die Meinung von einem Ahnungslosen kundgetan.

    Die Reaktion war so zu erwarten. Charakteristisch für solche Seiten ist nämlich, dass jede, nicht in's eigene Weltbild passende, Aussage eines Vertreters aus dem Establishment (Politik/Wirtschaft/Gesellschaft/Medien/Kirche etc.) verrissen wird und in einen absurden, weil verschwörerischen, Gesamtzusammenhang gestellt wird.

  8. Turing

    @Matthäus Piksa

    Ja, das ist schon gruselig. Bemerkenswert fand ich Kommentar #7:

    „Dummer Pfaffe! Er ist halt Teil des Systems, das uns verarscht.“

    Wenn jemand man „das System“ heraufbeschwört, das angeblich alles steuert (z. B. Goldpreis, Euro usw.), dann ist dies nicht nur ein eindeutiges Indiz für einen Verschwörungstheoretiker, sondern er zeigt auch, in welcher Tradition er steht, denn die Attitüde, auf „das System“ zu schimpfen, haben schon die Bolschewisten und Nazis beherrscht. Wenn es bei den Nazis irgendwelche Probleme gab, dann galten das plötzlich das „Weltjudentum“ oder die „Wallstreet-Juden“ als schuldig. Im SPON-Forum findet man auch ständig Leute, die dem „System“ die Schuld geben, sobald es um Finanz- und Wirtschaftsthemen geht. Häufig handelt es sich um Fans von „Mister DAX“.

    Ich habe kürzlich Victor Klemperers „LTI“ gelesen. Dort gibt es auch ein Kapitel „System und Organisation“, dass sich unter anderem mit der System-Attitüde beschäftigt. Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen. Man gewinnt ein Gefühl für die Sprache des Totalitarismus.

  9. Thomas

    Die Banken können doch alles manipulieren. Siehe Libor, Aluminiumpreis.
    Das sind doch keine Verschwörungstheorien.

    Ihr glaubt nur was in den Mainstreammedien kommt. Strengt mal euren eigenen Kopf an. Das heißt nicht, dass man alles glauben muss, was im Internet steht.

  10. Gert

    @ Thomas

    Die Banken können vielleicht so einiges manipulieren, aber doch bei weiten nicht alles. Schon die Absolutheit dieser Aussage lässt darauf schließen, dass immer das gleiche, von Anfang an feststehende, Ergebnis präsentiert wird.

    Ich bin davon überzeugt, dass es den großen Puppenspieler, der im Hintergrund die Fäden der ganzen Welt zieht, nicht gibt. Wie sollte das auch gehen und was sollte das bringen?

    Und btw: Kaum jemand der vielen superschlauen Banken-Basher wird nur ansatzweise erklären können, was bei der Immobilien-/Finanzkrise warum passiert ist. Das kommt mir vor wie im Mittelalter, wenn etwas schiefgeht, sind es die finsteren Mächte, weil man einfach nicht kapiert, was abläuft.

  11. tim schaefertim schaefer

    Die Terroristen von Boston hatten ein Magazin mit Verschwörungstheorien abonniert. Die Wohnung war voll mit dubiosen Schriften.

    Geleugnet wird darin der Holocaust. Eine weitere Theorie: In die Anschläge auf das WTC in New York soll Washington angeblich verstrickt sein. Ja und Israel soll überall seine Finger im Spiel haben. Das Motto: Schuld sind immer andere, geheime Kräfte im Hintergrund. Es ist gruselig.

  12. StefanStefan

    Ich bin auch kein Anhänger von Verschwörungstheorien. Trotzdem traue ich den Amerikanern (und auch Russen, Chinesen usw.) so einiges zu.

    So gab es unter Kennedy den schon recht weit fortgeschrittenen Plan über Kuba ein Verkehrsflugzeug (weiss nicht ob besetzt oder unbesetzt) explodieren zu lassen und damit einen Angriff gegen Kuba zu rechtfertigen. Skrupel von Kennedy haben diesen Plan dann doch nicht Wirklichkeit werden lassen.

    Der Vietnam-Krieg wurde auch auf einen fingierten Angriff hin begonnen…

    Die CIA verschleppt Bürger aus allen möglichen Ländern (auch aus Deutschland) in irgendwelche Geheimgefängnisse und foltert dort.

    Also, ganz so blauäugig darf man nicht sein in Bezug auf die USA…

  13. tim schaefertim schaefer

    @ Stefan

    ja, der CIA hat offenbar Menschen gefoltert. Ich glaube, die meisten in Washington schämen sich dafür.

    Das wird nicht verschwiegen. Darüber wird endlos in den USA diskutiert. Das ist eben der Vorteil einer Demokratie und der Presse. Missbräuche eines Staates werden aufgedeckt. Es gibt keinen perfekten Staat. Trotz aller Schwächen ist die USA eine der besten Demokratien der Welt.

    Wo sonst spricht ein CIA-Agent offen im TV über das, was geschehen ist?

    Visit NBCNews.com for breaking news, world news, and news about the economy

  14. Matthäus Piksa

    @Turing

    Danke für die Buchempfehlung! Das Buch erschien mittlerweile in der 22. Auflage, was für seine Qualität spricht.

    Übrigens, wer wissen will, wie die NS-Diktatur sich, sprich ihre Wohltaten im Inland und die Raubkriege im Ausland finanziert hat, muss „Hitlers Volksstaat“ von Götz Aly lesen.

    Ich habe es gelesen und musste daher vor einiger Zeit schmunzeln,als SPON in einem Artikel von streng geheimen griechischen Dokumenten sprach, die die griechische Regierung zur Feststellung der Kriegsschäden erstellen lies. – In Alys Buch sind die Schäden (Besatzungskosten/Clearingkosten etc.) nämlich detailliert beziffert. Von geheim kann also keine Rede sein.

    Andererseits weiß ich auch nicht, woher Aly die Zahlen hat, wie er an sie herankam. Jedoch weiß ich, dass Aly mehrfach preisgekrönter Historiker und Autor ist, was für seine Seriösität spricht.

  15. Turing

    @Matthäus Piksa

    „Hitlers Volksstaat“ habe ich zu Jahresbeginn gelesen. Ein sehr gutes Buch, welches erklärt, wie die Nazis die Bevölkerung so lange bei Laune halten konnten. Der Grundtenor des Buches ist ja, dass Hitler und seine Schergen bereits alle Register zogen, die eine populistische Sozialpolitik ausmacht. Und wenn das Geld nicht reicht, bringt man eine missliebige Bevölkerungsgruppe um ihr Vermögen, wenn nicht gar um ihr Leben.

    Der heutige Sozialpopulismus führt natürlich nicht zu Mord, aber gesellschaftliche Missstände werden häufig damit erklärt, dass es nach wie vor Vermögende gibt, die man doch nur hoch besteuern müsse. Von einmaligen Vermögensabgaben war die Rede, von Zwangshypotheken, was Linke irgendwie gerecht finden, weil sie glauben, dass die Vermögenden schuld am Unvermögen der anderen seien. Die Judenbuße wurde nicht anders begründet.

    Das mögen Linke das nur ungern hören, weil es ja ihren Sozialpopulismus diskreditiert, selbst wenn sie (noch) vor Mord und Totschlag zurückschrecken.

    Was Dirk Müller und seine Verschwörungstheorie angeht, dazu hatte ich schon im Februar einen Beitrag geschrieben:

    http://eigentumisteingrundrecht.blogspot.de/2013/02/mit-verschworungstheorien-kasse-machen.html

    Beim ihm sind es die Amerikaner, die den Euro angeblich zerstören wollen.

  16. Matthäus Piksa

    @Turing

    Zahlen, Daten, Fakten zur damaligen Zeit liefert das Buch. Ich bin der Meinung, dass sich Geschichte nicht wiederholt, daher liegt der einzige Erkenntnisgewinn aus der Lektüre solcher Bücher darin, zu wissen, wie man es nicht macht.

    Die Debatte um eine gerechte Besteuerung von Vermögen und Einkommen ist ein Dauerthema. Zu Kohls Zeiten waren die Steuern höher, las ich vor einigen Wochen im Handelsblatt. Und zwar für alle. Somit dürfte sich eigentlich niemand beschweren.

    Vor dem Hintergrund von Rekord-Steuereinnahmen im letzten Jahr und unter der Annahme, dass dieser Rekord dieses Jahr noch einmal übertroffen wird, bin ich gegen jede Form von Steuererhöhungen. Wenn ich richtig informiert bin, treffen die rot-grünen Steuerpläne so gut wie jeden Bürger aus der Mittel- und Oberschicht.

    Immer deutlicher wird, dass es Gerhard Schröder zu verdanken ist, dass es Deutschland heute vergleichsweise so gut geht. Abgesehen von einer Modernisierung des Sozialstaates wurden damals für fast alle die Steuern gesenkt. Dass befeuerte bzw. stabilisierte die Wirtschaft, es blieb mehr Geld für Forschung und Entwicklung, für Investitionen übrig. Die Verbraucher hatten Geld zum Konsumieren übrig. Das Ergebnis ist, dass die Steuern sprudeln wie nie zuvor.

    Ob man sie jetzt (wieder) erhöhen sollte? Ich bin diesbezüglich skeptisch.

  17. StefanStefan

    Steuererhöhungen sind immer das Einzige was den Sozis einfällt. Furchtbar. Die versuchen so Stimmen zu fischen. Die Leute denken: Hauptsache „die da oben“ werden noch höher besteuert. Dass sie selbst dabei draufzahlen verdrängen die entweder oder sie kapieren es nicht…

  18. Thilo

    Ich kann Thomas nur zustimmen. Sicher gibt es wirklich ein Haufen Verschwörungstherien und Leute die über Medien mit sowas nicht seriös umgehen. Gleiczeitig haben hier einige ihre Hausaufgaben nicht richtig gemacht.
    Die Aussage, dass die amerikaner den Euro kaputt machen wollen, wie oben beschrieben, stimmt nicht ganz. Sieht so aus, als ob Sie den „Euro“ nur soweit schwächen wollen, dass er dem Dollar auf absehbare Zeit nicht als Leitwährung Konkurenz macht. Dies war im Übrigen in 2007 der Fall. Devisenreserven in Euro annährend so hoch wie Dollar. Dann sollte man sich die assymetrischen Ratings der amerikanischen Agenturen anschauen. Auch für die Gold- und Silberpreis Manipulation gibt es zahlreiche Belege, unter anderem große Verkäufe in illiquide Märkte. Das macht doch keiner der recht beisammen ist ohne Hintergedanke!
    Und zuguter letzte noch etwas zu dem Satz, die USA sind einer der besten Demokratien der Welt. Während meiner Studienzeit wurde eine friedliche Demo an der Uni gegen die Gebührenerhöhungen brutalst zusammengeknüppelt. Sowas hätte ich nie geklaubt, wenn ich es nicht mit eigenen Aussagen gesehen hätte. Weiterhin hat es nichts mit Demokratie zu tun, Leute über viele Jahre ohne Prozess festzuhalten und zu foltern. Auch gezielte Tötungen auf fremden Teritorien gehören nicht in eine Demokratie.

  19. Markus

    Die Frage ist nur, ob die Mainstream-Medien nicht viele hier ein einlullen???

    Abstruse Verschwörungstheorien gibt es viele, aber das so etwas offensichtliches wie das Schuldendilemma und die zunehmende Wahrscheinlichkeit von Währungsreformen als Verschwörungstheorie dargestellt wird, erschließt sich mir nicht.
    Das Konzept zur Rettung des Euros, Dollars oder Yen`s ohne Umtauschkurs in neue Euros, Dollars oder Yens allein finanzielle Repression sein kann, halte ich für mehr als fragwürdig.

    Ob Geschichte sich wiederholt, oder ähnliche Ursachen und Probleme wieder zu Katastrophen in anderer Form führen ist eine interessante Frage.

    Die Vertrauenswürdigkeit von Informationen ist bei der Vielzahl von Informationen oft nicht leicht einzuschätzen.

  20. Turing

    @Markus

    Viele hier sehen die Politik der Schulden sehr kritisch und rechnen schon damit, dass ein paar Länder aus dem Euro aussteigen. Aber das hat nichts mit Verschwörungstheorie zu tun.

    Verschwörungstheorie ist es, die Verantwortung der Schuldner für ihre Schulden zu negieren. Das passiert leider seit Jahren. So gilt dann nicht mehr Griechenland als Hauptverantwortlicher für die eigenen Probleme, sondern

    1. Banken, die Griechenland großzügig Geld geliehen hätten, mit der Absicht, um auf Griechenland hinterher politischen Druck auszuüben.

    2.die Vereinigten Staaten, die den Euro kaputt machen wollten, weil er die Rolle des Dollars als Leitwährung in Frage stellt.

    Und wenn man in das SPON-Forum geht, gibt es einen Haufen solcher Beiträge, die diesen Verschwörungstheorien huldigen. Um offensichtlichen Ursachen wird herumgeschifft, die da wären:

    1. Kreditaufnahme für Wohlfahrtsstaat, Konsum auf Pump,

    2. hohe Beamtenquote,

    3. hohe Gehälter für Beamte,

    4. hohe Staatsquote,

    5. Korruption.

    Obwohl es bereits Schuldenschnitte für Griechenland gab, bei dem die Gläubiger bluten mussten, pochen diese Verschwörungstheoretiker immer noch darauf, dass die Gläubiger ihr Schärflein beizutragen hätten. Und Dirk Müller redet auch so daher, obwohl er es besser wissen müsste. Im März 2012 gab es einen Schuldenschnitt von 53,5 % bzw. 107 Milliarden €.

  21. StefanStefan

    Hör mir auf mit dem Spiegel Online Forum! Da treiben sich nur Lehrer und Grünen-Wähler rum…

  22. Markus

    @Turing

    sehe ich größtenteils genauso wie Du.
    Beim Punkt, dass einige Länder aus dem Euro aussteigen kann man sehr gespaltener Meinung sein.
    Die Zukunft kennt keiner genau…
    Ein nordeuropäischer Euro mit Räumen gleicher Wirtschaftskraft klingt erstmal etwas besser. Allerdings ist das ganze auch ein riesiger bürokratischer Krake, wo Kompetenzen, Macht und Geld sehr ungern aus der eigenen Hand gegeben werden wird.

    Mir fehlt die Kommunikation und die klare Linie um die gewaltigen Probleme von Seiten der politischen Entscheidungsträger zu lösen. Ich bin Unternehmer und muss jeden Tag Entscheidungen treffen und planen. Ein klein wenig Planungssicherheit auch bei Risiko-Entscheidungen schadet nicht… Ich verlange keinen Vollkaskoschutz wie Angestellte, aber verlässliche Kommunikation und nicht nur Lügengebilde. Das ist nämlich auch der Nährboden für die Verschwörungstheoretiker.

    Einen Ruf als ehrbaren Kaufmann aufzubauen dauert Jahrzehnte… Ihn zu zerstören reichen ein paar Minuten.

  23. Fred Feuerstein

    Man, laß dir mal nen neuen Scheitel verpassen, das ist doch nicht mehr „en vogue“. Du kleiner langfinger Snob…

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