Verrückte Zeiten: Volatilität bleibt mindestens ein Jahr


New York, 25. Juni 2012

Herrlich finde ich diese Volatilität. Die Anleger sind zutiefst verunsichert. Sie rennen rein in Aktien und raus aus Aktien. Sie sind hin- und hergerissen. Mal gibt es gute, mal schlechte Nachrichten. Jetzt überwiegt die Angst in Europa, das wirkt sich wiederum negativ auf die Wall Street aus.
Im Endeffekt sind diese nervösen Wochen und Monate ideal, um ein paar Standardtitel billig abzustauben. Die Superreichen kaufen derzeit Aktien wie verrückt. Für Mexikos Milliardär Carlos Slim kommt beispielsweise die Börsenkrise wie gerufen, Slim reisst sich in Europa und den USA reihenweise traditionsreiche Konzerne unter den Nagel.
Was soll diese ständige Angst vor einer neuen Krise? 100 Jahre oder 150 Jahre alte Erfolgskonzerne verschwinden doch nicht über Nacht. Slim weiß das. Nur weiß das nicht die Meute, die sich um ihre Ersparnisse Sorgen macht.
Die Vorstände sitzen doch auf Rekordbeständen von Cash, haben ihre Kosten gesenkt, die Dividenden erhöht. Die Konzerne warten doch nur darauf, dass die Konjunktur wieder in Schwung kommt. Ich würde keine Qualitätsaktien verkaufen. Gibt es einen vernünftigen Grund für einen Verkauf? Wohl kaum. Sie können derzeit vier oder fünf Prozent Dividendenrendite kassieren. Wo wollen Sie stattdessen Ihr Geld anlegen? Unters Kopfkissen? Es gibt kaum Alternativen.
Dass Länder wie Griechenland in Zahlungsverzug geraten, kommt immer wieder vor. Das ist nichts neues. Politiker sind nämlich keine sparsamen Menschen. Sobald Politiker im Amt sind, verteilen sie gerne das Geld der Steuerzahler an ihre Förderer und an das Volk. Je mehr Geld Regierungschefs ausgeben, desto beliebter sind sie.
Wer dagegen knallhart spart, der wird abgewählt. Unser Ex-Kanzler Gerhard Schröder dachte, mit seinem Sparprogramm Agenda 2010 die Wahlen gewinnen zu können. Schröder kürzte das Arbeitslosengeld, sparte bei den Krankenkassen, reduzierte die Renten. Doch da hat Schröder die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Sparprogramme mögen die Bürger natürlich nicht. Dabei können wir Schröder im Rückblick dankbar sein. Er hat Deutschland stark gemacht. Wenn Sie mich fragen, war der SPD-Mann ein exzellenter Kanzler. Aktionäre verstehen besser, dass es sich langfristig auszahlt, sparsam zu sein.
Ich glaube, diese extreme Volatilität bleibt uns erhalten. Mindestens für ein weiteres Jahr. Vermutlich noch länger. Das ist in Finanzkrisen üblich. Nutzen Sie also die Chance. Und bleiben Sie, egal was auch immer passiert, gelassen.
Die besten Anleger sind abgebrüht. Eben Leute wie Carlos Slim, George Soros, John Templeton, Peter Lynch oder Warren Buffett. Die lassen sich nicht verrückt machen.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Verrückte Zeiten: Volatilität bleibt mindestens ein Jahr

  1. Matthäus Piksa

    Hallo Tim,

    Deutschland profitiert maßgeblich von den Reform-Anstrengungen unter Schröder. Seit Schröder ist auch der Begriff des Reformstaus, der unter Kohl tagtäglich durch die Medien geisterte, verschwunden. Freilich hatte Kohl andere Aufgaben. So musste er das marode Ostdeutschland in die Gesamt-BRD aufnehmen. Die gigantische Rechnung, die uns der gescheiterte Kommunismus hinterließ stottern wir mit dem Solidarpakt II noch bis 2019 ab, abgesehen von den anderen Finanzierungshilfen wie dem Länderfinanzausgleich, die sich wohl nie umkehren werden. Hier geht es jedoch um die Beseitigung historischer Ungleichgewichte und Ungerechtigkeiten.

    Verschwunden ist auch die Literatur, die einen wirtschaftlichen Untergang Deutschlands prophezeit – ich erinnere hier an Prof. Sinn's „Ist Deutschland noch zu retten“ – ersetzt wurde sie durch demografische und ethnische Untergangsprophezeiungen – Thilo Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“ und einen wirtschaftlichen Abgesang auf ganz Europa „Europa braucht den Euro nicht“.

    Die drei Bestseller zeigen die Vorlieben der Masse für pessimistische Meldungen.
    Das Deutschland heute viel besser dasteht als noch vor 10 Jahren stört da nicht, da heute eben der ganze Kontinent unterzugehen droht. Die drei Sachbücher zeigen, dass selbst der Büchermarkt sich dazu eignet, aufzuzeigen, wo die Reise nicht hingeht.

    Derweil deckt sich ein Carlos Slim mit europäischen Titeln ein.

    Gruß Matthäus

  2. Anna

    Hallo Tim,

    es wird noch weiter volatil bleiben, ob ein Jahr reicht, ich glaube es nicht. Werde es aber zu nutzen versuchen.

    Zur Agenda 2010 habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Sie trug zu unserer jetzigen Situation bei, denn mein Mann und ich gehören zu den Verlierern dieser Sache und müssen das Beste daraus machen. Einzelheiten dazu eignen sich nicht für den Blog, soweit muss das Outing nicht sein.

    VG

    Anna

  3. tim schaefertim schaefer

    Hi Matthäus,

    klar. Die Schwarzmaler-Thesen verkaufen sich schon immer gut.

    Denke doch nur mal an Michel de Nostredame oder auch Nostradamus genannt. Mit dessen Untergangs-Prognosen wird noch heute viel Geld verdient.

    VG

  4. tim schaefertim schaefer

    Liebe Anna,

    das tut mir leid.

    In einem Land, das schrumpft (Bevölkerung), müssen aber irgendwann die Ansprüche gesenkt werden.

    Ein Beispiel ist die Rente: Im Endeffekt ist doch das gesamte staatliche Rentensystem zum Scheitern verurteilt. Es gibt immer mehr Rentner und immer weniger Beitragszahler. Wie soll das langfristig funktionieren?

    Ich bin der Meinung, dass man den Menschen reinen Wein einschenken und sie über die prekäre Lage aufklären sollte. Mit Sprüchen wie „Die Rente ist sicher“ ist niemandem geholfen.

    VG
    Tim

  5. Sascha Huber

    Hallo!

    Richtig ist, dass Schröder im Rückblick ein sehr guter Bundeskanzler war. Allerdings fällt es einem SPD-Mann auch ungleich leichter, solche Reformen durchzudrücken. Wobei die Gewerkschaften ja auch gegen ihn ins Feld zogen – und Gott sei Dank verloren haben.

    Bei Merkel sieht das nun aber schon anders aus. Ihre Politik in Sachen „Euro Krise“ ist zwar m.E. durchaus richtig (Hilfe nur gegen Austeritätsprogramme, Vergemeinschaftung der Schulden NUR bei Abtretung von Souveränität). Nur glaube ich nicht, dass Sie sich damit durchsetzen wird. Zudem macht Sie innenpolitisch schwere Fehler, denn anstatt mal Schulden abzubauen, werden derzeit unsinnige neue Sozialleistungen wie das „Betreuungsgeld“ eingeführt. Obwohl Sie das selbst wahrscheinlich gar nicht mal will –> Druck der CSU.

    Auch in Frankreich ahmt man derzeit die falsche Politik der „Club Med“ Staaten in der Vergangenheit nach. So hat der neue sozialistische Präsident Hollande erstmal das Renteneintrittsalter wieder gesenkt. Das alles könnte mittel- bis langfristig dazu führen, dass bald auch Frankreich und Deutschland (erst Recht aufgrund der Kosten der „Euro Rettungsschirme“) ins Visier der Märkte geraten, was dann das Ende des Euro einleiten würde. Denn entweder geht der Euro dann kaputt oder aber – wenn die EZB eingreift – die Inflation kommt und macht den Euro kaputt.

    Recht hast Du jedoch damit, dass auch in einem solchen Szenario die deutschen Großkonzerne à la BASF oder Siemens (um nur zwei Beispiele zu nennen) überleben werden. Diese haben ja immerhin auch zwei Weltkriege und ganz andere Krisen schon überlebt.

    Ferner halte ich die Ausrede, dass die US-Wirtschaft unter der „Euro Krise“ leiden würde, für fadenscheinig und vorgeschoben. Die US-Wirtschaft hängt bekanntlich zu 2/3 am privaten Konsum und da sich die Amerikaner für den Mittelpunkt der Welt halten, juckt den normalen Ami eine eher abstrakte Krise der Eurozone nicht. Wenn er das Geld bzw. eine funktionierende Kreditkarte hat, wird er konsumieren und wenn nicht, dann eben nicht. Und da zudem ein Boden im amerikanischen Immobilienmarkt gefunden scheint und die Entschuldung des Durchschnittsbürgers in den USA schon weit fortgeschritten ist, wird er in Zukunft eher wieder mehr konsumieren. Insofern würde auch ich derzeit den US-Dollar bzw. Aktien von US-Unternehmen bevorzugen. Zuerst die Großkonzerne wie Coca Cola, IBM, Microsoft oder Wal-Mart, in Zukunft dann auch kleinere Titel. Insofern gehe ich voll und ganz d'accord mit Dir, wenngleich ich zumindest kurzfristig noch die Aktien der großen US-Konzerne kaufen würde. Wer etwas mehr Zeit hat, kann jedoch durchaus auch BASF oder Siemens und Co. einsammeln, wenngleich ich glaube, dass es diese in einigen Monaten noch etwas günstiger geben könnte.

    Gruß, Sascha!

  6. tim schaefertim schaefer

    Hi Sascha!

    Exzellente Analyse! Ich bin von den Kenntnissen und Schlussfolgerungen meiner Leser hellauf begeistert.

    Nun, das stimmt: Die US-Wirtschaft basiert zum Großteil auf dem inländischen Konsum. Europa ist kein großes Thema. Dennoch haben die Mächtigen im Weißen Haus Angst davor, dass es zu einem Flächenbrand im Euroland kommt, was dann die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könnte.

    Wir sind alle vernetzt. Geht es einem großen Land in der Kette schlecht, leiden alle.

    Etwa kauft Johnny gerne deutsche Autos. Johnny kauft zudem allerhand Plastik-Artikel bei Wal-Mart, dieses Zeug stammt wiederum aus China.

    Und die Chinesen leiden doch mitunter deshalb, weil der Westen weniger konsumiert.

    Wir Europäer kaufen Microsoft-Software, Apple-Phones, Starbucks-Kaffee, McDonalds-Burger, HP-Drucker, Nike-Schuhe …

    VG
    Tim

  7. tim schaefertim schaefer

    Hi Matthäus,

    auf einmal war das große britische Imperium vernichtet…

    Es lag am Boden.

    Interessant wäre einmal herauszufinden, wie es zu einem Kollaps eines mächtigen Landes kommt. Was sind die wahren Gründe für den Zusammenbruch einer Weltmacht? Ich glaube nicht mal die Währung ist schuld. Sind es zu hohe Steuern (Staatsschulden)? Das Schrumpfen der Bevölkerung? Der Wegzug der Talente? Die mangelnde Motivation der Menschen? Eine falsche Politik?

    Was war der Grund für den Zusammenbruch des griechischen oder römischen Reichs?

    Matthäus, Du hast bestimmt eine Ahnung…

    Was mir in Deutschland Sorgen bereitet, ist das Schrumpfen der Bevölkerung. Solange wir Exportmeister bleiben, lässt sich das bewältigen. Wenn aber der Export nachlassen sollte, stehen wir Deutschen vor einem Problem.

    VG
    Tim

  8. Matthäus Piksa

    Hi Tim.

    Wahrscheinlich ist es die Kombination der von dir angeführten Punkte! 😉

    Guido Westerwelle sprach mal von der spätrömischen Dekadenz…

    Aber ich glaube auch nicht, dass die Währung schuld ist. Letzten Endes ist das ja nur die (Zahlungs-)einheit/bezeichnung. Das wäre so als würde jemand der übergewichtig ist der Maßeinheit kg die Schuld geben für die überschüssigen Pfunde, statt seiner schlechten Ernährung, der mangelnden Bewegung etc.

    Beim € wird argumentiert das die Südländer von der Solidität Deutschlands und der DM profitiert haben, da die Zinsen nach dem Währungszusammenschluss sich zunächst angeglichen haben. Die Folge war, dass sich die Staaten höher verschulden konnten, da sie ja geringere Zinssätze zahlen mussten als jahrelang zuvor.

    Das würde bedeuten, dass der € letzten Endes die Schuldenmacherei beschleunigte, weil er hervorragend funktionierte!

    Mit den alten Währungen hätten die Südländer die Schulden ebenfalls angehäuft, nur hätte es beträchtlich länger gedauert. So gesehen ist es ein „Verdienst“ des € das die Probleme jetzt angegangen werden müssen, später wäre es wohl noch schlimmer geworden, zumindest aber genauso. Ohne den € würde die Situation über kurz oder lang nämlich genauso aussehen, da auch schon vor der Einheitswährung Kredite über die Landesgrenzen hinweg vergeben wurden, umgerechnet in den jeweiligen Landeswährungen. Mit dem € konnte die Verschuldungsorgie nur konsequenter, günstiger und effizienter gestaltet werden.

    Da die Phase der angeglichenen Zinsen nur wenige Jahre andauerte und die Spreads mittlerweile wieder deutlich auseinandergehen, sah sich Dirk Müller zu der Äußerung veranlasst, dass die USA Schuld an der €-Misere sei. Zum einen wegen der Immo-Krise, die ja dort ihren Ursprung hatte und des weiteren wegen der Abwertung vieler Staaten und Banken durch die Ratingagenturen.
    Er spricht weiter davon, dass die USA so ihre Macht auf Jahre hinaus zementieren will. Daher dieser Angriff auf den gesamten €-Währungsraum. Es war alles geplant, von langer Hand. Das hat er so tatsächlich gesagt, nur ausführlicher, ökonomisch versierter.

    Ich sehe es allerdings so, dass die Ratingagenturen mittlerweile einfach ihren Job machen, jedoch mit äußerster Konsequenz und das Dirk Müller hier einfach nur seine Bücher und Seminare verkaufen möchte und es immer extrem leicht ist einer einzigen Partei die Schuld in die Schuhe schieben zu können.

    Gruß Matthäus

    P.S.: Warum das römische und das griechische Reich untergingen? Keine Ahnung, wahrscheinlich, weil andere besser wurden, wegen Kriegen und wie du sagst wegen mangelnder Motivation..

  9. tim schaefertim schaefer

    Hi Matthäus,

    danke für den Kommentar. Ja der Dirk Müller. Der schiebt alles den Amerikanern in die Schuhe.

    Dass nun die Griechen, Italiener, Franzosen, Portugiesen, Spanier usw. über ihren Verhältnissen gelebt haben, soll nun die Schuld der Amerikaner sein?

    Diese Staaten haben Schulden ohne Ende angehäuft. Warum daran die Amis schuld sein sollen? Wirklich komisches Zeug. Das macht alles keinen Sinn.

    VG
    Tim

  10. Turing

    „Ferner halte ich die Ausrede, dass die US-Wirtschaft unter der „Euro Krise“ leiden würde, für fadenscheinig und vorgeschoben. Die US-Wirtschaft hängt bekanntlich zu 2/3 am privaten Konsum und da sich die Amerikaner für den Mittelpunkt der Welt halten, juckt den normalen Ami eine eher abstrakte Krise der Eurozone nicht.“

    Es gibt gewaltige Unterschiede zwischen den USA und Europa. Es ist auch völlig wurscht, dass die Amerikaner viel konsumieren. Viel wichtiger aus Sicht der Investoren ist doch:

    1. Die USA haben eine wachsende Bevölkerung, Europa eine schrumpfende.

    2. In die USA wandern Hochqualifizierte ein, Europa hält Hochqualifizierte bewusst draußen. Dafür nimmt man irgendwelche Wirtschaftsflüchtlinge (Ich will nichts gegen politische Flüchtlinge gesagt haben.) mit Kusshand auf. Und wenn die schon mal im Land sind, dürfen die nicht einmal arbeiten.

    3. Die Amerikaner haben nicht nur eine optimistischere Einstellungen, auch das Wirtschaftssystem hat mehr Potential. Die Amerikaner werden die Krise packen, weil es Amerikaner sind. Die Krise hat ja auch eine bereinigende Wirkung und die amerikanische Politik lernt auch noch dazu. Leider lernen die europäischen Nationalregierung viel zu wenig bis gar nichts. Hollande und die heiligen drei Dickhäuter geben doch ein erbärmliches Bild ab.

    Europa war seit jeher auf das Bewahren eingestellt. Wir haben heute keine Adel mehr, aber wir haben etablierte Unternehmen und Unternehmer. Die Politik setzt alles daran, die bestehenden Strukturen zu schützen, jeden Arbeitsplatz, jedes Unternehmen (konnt man bei Schlecker gut sehen), aber Chancen für Newcomer sind mau. Die sollen von Anfang genauso große Gehälter wie die großen Firmen zahlen und die gleichen Umweltschutzauflagen und Statistiken.

  11. Turing

    @Matthäus Piksa

    Sehr richtig. Ich schreibe ähnliches seit Monaten in den verschiedenen Foren.

    – Währung im Grunde genommen nur Maßeinheit

    – Euro sorgt dafür, dass endlich die Probleme angepackt werden und nicht unter den Teppich gekehrt (Abwertung ist unter den Teppich kehren)

    – Von Dirk Müller halte ich auch nicht viel. Der will einfach nur Aufmerksamkeit und vielleicht versucht sogar, die Öffentlichkeit zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Er redet viel Nonsens. Mich beunruhigt, dass er so viele Groupies hat. Einfach mal Youtube nach Dirk Müller suchen. Viele Kommentatoren fordern den Bundeskanzler Dirk Müller.

  12. Matthäus Piksa

    Ich verstehe den Dirk Müller auch nicht. Fakt ist, dass er hochintelligent ist, rhetorisch versiert und selbstbewußt, klar.

    Warum er allerdings seit geraumer Zeit von Talkshow zu Talkshow zieht, ständig irgendetwas von Reset-Knöpfen faselt, weil die Schulden inkl. der Zinsen durch den Zinseszinseffekt so bedrohlich angestiegen sind, frag ich mich auch. Geht es ihm nur um seinen Bücherverkauf, darin die Seminare vollzukriegen??

    Mit seinem Endzeitgefasel macht er jedenfalls nur die Leute verrückt. Andererseits spricht er aber davon, dass es (logischerweise) auch noch morgen (zB) Banken geben wird etc.

    Ich weiß noch wie er vor etlichen Jahren mal davon sprach, dass man an den Finanzmärkten niemandem vertrauen soll, inkl. ihm selbst nicht. (Das sagte er bei Markus Lanz, ich habe das Video damals hier gepostet.)
    Schon seltsam.

    Gruß Matthäus

  13. Matthäus Piksa

    @Turing

    Sehr richtig was du schreibst. In Europa ging es schon immer (auch) um Besitzstandswahrung.
    Und der Adel hat doch immer noch viel zu sagen, Bsp. Gutenberg, Queen, andere europäische Adelshäuser.
    Die Könige, Prinzen, Prinzessinen, Grafen usw. werden immer noch beweihräuchert ohne Ende, zumindest habe ich diesen Eindruck.

    Zudem kommt, dass der Staat in Europa eine gewaltige Rolle spielt, man denke hier nur an die vielen Lehramtsanwärter, die gerne ein Leben lang das Privileg vom Vater Staat versorgt zu werden in Anspruch nehmen möchten.

    Gruß Matthäus

  14. tim schaefertim schaefer

    @ Turing, gut zusammengefasst.

    Der Kapitalismus ist das bessere System, weil die Menschen einfach motivierter sind und nicht in ihrem Gewinnstreben nach oben hin vom Staat reglementiert werden – wie das in Deutschland mit den tausenden Verordnungen und 8 Millionen Steuerseiten (?) der Fall ist.

    Deutschland erstickt doch unter seiner aufgeblasenen Bürokratie. Wenn ich mir allein den Steuermist anschaue, dann kann doch kein Mensch die Formulare mehr ausfüllen. Wer soll den Kram verstehen? Mit was für einem unnötigen Zeug wir uns in Deutschland beschäftigen müssen, ist doch unglaublich.

    Und das beste ist ja, dass diejenigen, die die Gesetze machen, sich selbst nicht daran halten. Helmut Kohl und all seine Kumpels laufen mit den großen Schwarzgeldkoffern durch die Republik. Andere lassen sich vom Geheimdienst ihre Teppiche für das Privathaus einfliegen – logisch am Zoll vorbei. Dann thront der oberste Schnäppchenjäger Christian Wulff wie ein Adeliger in seinem Berliner Schloss und lässt sich überall Spezialtarife geben und Geschenke zuschicken.

    Wenn wir Bürger 10 Minuten zu lange parken, dann kriegen wir ein Knöllchen. Wenn wir über das Stoppschild rollen, folgt ebenfalls ein Strafzettel etc.

    Für Dirk Niebel, Helmut Kohl, Christian Wulff und die anderen gilt das alles nicht. Moral und Anstand?Fehlanzeige.

  15. tim schaefertim schaefer

    @ Matthäus

    ja das Beamtentum hat Vorteile und vor allem Nachteile. Ich würde es schrittweise abschaffen. Da gibt es zu viele Privilegien. Das ist nicht mehr zeitgemäß.

  16. Matthäus Piksa

    Hi Tim,

    ich möchte noch dazu sagen, dass ich keine Vorurteile gegen Beamte habe. Sie leisten ihre Arbeit, genau wie andere auch, bekommen diese im Vergleich nur etwas besser gratifiziert, Stichwort „Privilegien“.

    Denjenigen, die jetzt schon Beamte auf Lebenszeit sind kann man auch nur gratulieren. Da kann nichts mehr anbrennen, zumal im Hinblick auf die Pension.

    Nur verlassen sich zu viele in meiner Generation, also über den Daumen gepeilt alle 18-30-jährigen darauf, dass ihnen Ähnliches wiederfährt.

    Es gibt aber gute Gründe, warum die angehenden Beamten in Zukunft nicht mehr mit Samthandschuhen angefasst werden. Ich greife hier mal die Berufsgruppe der Lehrer beispielhaft heraus. Zunächst wird der demografische Wandel in den nächsten Jahren und Jahrzehnten voll reinhauen. Es wird schlichtweg nicht mehr so viele Kinder geben.
    Darüber hinaus kann der Staat seine Lehrer im Hinblick auf die hohe Staatsverschuldung jederzeit vertrösten, wenn es darum geht sie als Beamte auf Lebenszeit anzustellen. Ich würde mich nicht wundern, wenn es in Zukunft immer mehr befristet beschäftigte Beamte geben sollte.

    Und schließlich hat jeder Beamte auch gewisse Treueverpflichtungen gegenüber dem Staat und soll und muss sich mit Kritik zurückhalten. Wer sich also mit Anfang 20 entscheidet Beamter zu werden, der muss sich darüber im Klaren sein, dass er sein Leben lang im Grunde sämtliche staatliche Entscheidungen mitträgt, zumal die für den Bürger nicht nachvollziehbaren.

    Gruß Matthäus

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