Vermeiden Sie diese Fehler: Träume, Neid, Gier, Ungeduld


New York, 2. November 2013

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Träume, Neid, Gier, Ungeduld. Das sind Renditekiller. Der Mensch neigt dazu, zu träumen. Deshalb sind die Spielkasinos voll. Deshalb stehen die Menschen an der Lottoannahmestelle. Deshalb zocken Börsianer. Deshalb sind heiße Pennystocks gefragt. Deshalb drehen Anleger ständig ihre Positionen.
Ja, mit der Spekulation können Sie reich werden. Ja, es besteht eine Chance. Durchaus. Sie können im Kasino gewinnen. Sie können im Lotto den Jackpot knacken. Und Sie können an der Börse ein paar Zehnfacher erwischen.
Schauen Sie sich den Chart des Bremer Konzertveranstalters und Ticketverkäufers CTS Eventim an. Die Aktie dümpelte im Tief bei 30 Cent. Jetzt steht das Ding bei 36 Euro. Macht 11.900 Prozent. Aus einem Investment von 8.600 Euro wäre in elf Jahren eine Million Euro herangereift. Es kommt mir vor wie das Märchen der Brüder Grimm über die Bremer Stadtmusikanten.
Doch sind wir ehrlich. Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich klein. Wer hat schon genau den Tiefpunkt bei dem Papier erwischt? Wer konnte das sehen? Wer war von dem Turnaround zu jenem Zeitpunkt überzeugt, als es Spitz auf Knopf stand? Wer hätte bis heute durchgehalten trotz tausender Prozente?
Die meisten Anleger verdienen lausig oder verlieren Geld, weil sie die Börse nicht verstehen. Sie träumen von so einer CTS-Story. Sie unterschätzen die Risiken. Sie wollen den schnellen Reibach machen. Die Erwartungen sind zu groß. Es fehlt die Geduld. Vermutlich müssen Sie 30 oder 50 Pennystocks aufsammeln, um so eine CTS-Rakete zu erwischen. Selbst dann müssen Sie elf Jahre abwarten können. Wäre nicht Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg an Bord gewesen, wäre die Firma vermutlich pleite gegangen. Das Glück hilft bei solch ausgebombten Papierchen.
So einen Volltreffer kann man nicht erzwingen. Lassen Sie mich hier mal ausholen. Kürzlich erhielt ich eine eMail auf meiner Facebook-Seite.
„Hi Tim, findest Du es besser, monatlich zu sparen, um nach 4-5 Monaten neue Dividendentitel zu kaufen oder bei Kursrückgängen einen größeren Kredit aufzunehmen, um den dann über 4-5 Jahre abzuzahlen?…“
Nach fünf Jahren Bullenbörse kann man schon so eine Frage stellen. Was kostet ein Wertpapierkredit? Vielleicht zehn Prozent. Wenn der Dow-Jones-Index im Schnitt um knapp zehn Prozent steigt, wo soll folglich etwas übrig bleiben? Hinzu kommt: Das richtige Timing und die Nebenkosten (Steuern, Kauf, Verkauf). Das perfekte Timing kriegt niemand hin. Die Nebenkosten kann niemand vermeiden. Wenn Ihnen mit einem Kredit ein Fehler unterläuft, dann gute Nacht.
Also Fing weg von Krediten. Kaufen Sie Aktien mit Cash, das Sie mindestens die nächsten fünf bis zehn Jahre nicht benötigen.
Übrigens hatte ich mal einen Wertpapierkredit in Anspruch genommen. Es war mir eine Lehre. Die Kreditzinsen arbeiten jeden Tag gegen Sie. Insbesondere in Bullenmärkten neigen Börsianer dazu, auf Pump zu spekulieren, was ein Zeichen der Selbstüberschätzung sein kann.
Mit Blick auf die Frage, die ich auf Facebook erhielt, sind zwei positive Aspekte zu erwähnen: Erstens erkundigt sich die Person und ist selbstkritisch. Zweitens erwähnt die Person „Kursrückgänge“. Ich finde die Frage ist insofern super. Da hat jemand Interesse, ist wissbegierig.
Welche Aktien sollten Sie kaufen? Hmmmm. Das ist eine schwierige Frage. Ich rate Ihnen, zunächst das Risiko zu minimieren. Versuchen Sie, FEHLER ZU VERMEIDEN. Erhalten Sie Ihren Einsatz. Schützen Sie Ihre Kohle. Stellen Sie die RENDITE an zweite Stelle.
Wie machen Sie das? Steigern Sie lieber langsam, stetig, sicher Ihr Vermögen. So können Sie ganz nebenbei besser schlafen. Sie brauchen nicht jeden Tag, die Kurse zu prüfen. Langweilige Branchen, alte Qualitätskonzerne, schöne Dividendenströme – all das schlage ich als Basis für das Depot vor. Im DAX, ATX, Dow Jones, S&P 500 werden Sie fündig.
Wenn Ihre Aktie einschließlich Dividende im Jahr „nur“ sieben Prozent Rendite einbringt, verdoppeln Sie Ihr Kapital alle zehn Jahre. Das ist nicht von schlechten Eltern. Von Aktien wie BASF, 3M, Verizon, Coca-Cola, IBM, Nike, Exxon, Adidas, Colgate-Palmolive, P&G, Berkshire, Clorox oder Nestle können Sie das mindestens erwarten. Jedenfalls im langen Schnitt. Ein „Ausrutscher“ muss erlaubt sein.
Die meisten Börsianer wollen von sieben Prozent Rendite nichts hören. Sie träumen lieber davon, heiße Renditen wie Meisterspekulant George Soros einzutüten. Oder sie möchten eine CTS am historischen Tief erwischen. Das sind Träume. Zu handeln wie die Legende ist unrealistisch.
Sie müssen eines wissen: Die Börse ist verdammt riskant. Vergessen Sie das nie. Da sollten Sie nicht einen Berg an zusätzlichen Risiken im Depot auftürmen. Das ist gar nicht nötig.
Wenn das Depot zu 80 oder 90 Prozent aus grundsoliden Marken und Unternehmen besteht, können Sie durchaus ein paar spekulativere Turnarounds oder junge Firmen beimischen, um Ihren Spieltrieb auszutoben. Aber übertreiben Sie es nicht. Achten Sie strikt auf eine gute Diversifikation.
Entscheiden Sie sich nicht impulsiv. Denken Sie nach. Lassen Sie sich Zeit.
Ich habe in New York und Frankfurt massenweise kleine Börsenfirmen kennengelernt. Solche Minifirmen präsentieren sich jeden Tag irgendwo auf Konferenzen – auf der Suche nach Anlegern, auf der Suche nach frischem Geld. Sie kommen mir manchmal wie Vampire vor. Es ist ein knallhartes Geschäft. Es ist ein Haifischbecken.
Selbst in handfesten Branchen wie der Lebensmittelindustrie scheitern vermutlich 95 Prozent. Wie viele junge Getränkefirmen habe ich gesehen, die von der Bildfläche verschwunden sind? Unglaublich viele. Ich hatte mal eine Neugründung erlebt, die hatten ein Wunder-Getränk gegen den „Kater am nächsten Morgen“ entwickelt. Es war eine kleine, auffällige Dose. Ich habe nie mehr was von denen gehört.
Unter den Minifirmen gibt es selbstverständlich Perlen. Wer eine Google oder Microsoft früh erwischt hat, wäre reich geworden. Aber das ist die berühmte Nadel im Heuhaufen. Die zu finden, gleicht an ein Wunder. Hinzu kommt die fehlende Geduld bei den meisten Börsianern.
Ich habe einen Bekannten in New York, der kauft seit Ewigkeiten Hausmannskost aus dem Dow-Jones-30-Index. Es sind kleine Beträge, die er jeden Monat einsetzt. Er ist trotzdem mittlerweile ein mehrfacher Millionär geworden, obwohl er einen ganz normalen Bürojob hat. Sein Werkzeug sind die sogenannten Drips-Pläne. Diese direkt bei den Aktienunternehmen eingerichteten Drips-Depots sind spottbillig und sie reinvestieren die Dividenden in stetige neue Aktienkäufe. Es ist ein Schneeball, der zu einer Lawine mit den Jahrzehnten wird. Sein Erfolgsrezept besteht aus vier Faktoren: Geduld, Qualität, Stetigkeit, niedrige Kosten. Und noch was: Er führt einen verdammt einfachen Lebensstil.
Neid ist Gift für ein sorgenfreies Leben. Buffetts Investment-Partner Charlie Munger erklärt hier den Rest zum Thema Groll.
Und die Angeberei. Vergessen Sie das besser. Das macht niemanden wirklich glücklich. Es gibt so viele Menschen, die müssen stetig mithalten mit den Nachbarn und Kollegen: Neue Autos, tolle Kleidung, Luxusurlaub. Ein sinnloser Konsumrausch rächt sich irgendwann. Spätestens im Alter.
Der erste Ratschlag von Fonds-Legende Jack Bogle ist: Lebe unterhalb Deiner Verhältnisse. Eines der ersten Dinge, die ich von meinen Eltern gelernt habe, ist sparsam zu sein. Verdienst Du acht Euro, versuche wenigstens einen Euro zu sparen.
Anders ausgedrückt: Leute, gebt einfach weniger aus, spart etwas mehr. Es macht Sinn.
Ich glaube, früher waren die Leute konservativer. Sie waren bescheidener. Es gab weniger Konsum. Weniger Luxus. Es kann gut sein, dass das Fernsehen daran schuld ist. Sie bekommen den ganzen Kram (Luxus, Marken, Hermes, Porsche, Traumurlaub…) per Flimmerkasten ins Wohnzimmer transportiert. Sie sehen jeden Tag, was sie alles „versäumen“.
Fazit: Was hilft an der Börse, ist vorsichtiger Optimismus. Wohlstand und Wirtschaftsleistung steigen weltweit. Sieben bis zehn Prozent können Sie mit grundsoliden Aktien verdienen. Oberste Priorität sollte für Sie sein, Fehler zu vermeiden. Die Rendite kommt von alleine, wenn Sie auf Qualität setzen.
PS: Auf dem Foto irgendwo auf der Vulkaninsel Island. Straßenschilder ja, aber keine Straße.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Vermeiden Sie diese Fehler: Träume, Neid, Gier, Ungeduld

  1. Markus

    Drips gehen doch nur mit einem amerikanischen Bankkonto?
    Teilweise liest man doch wieder von Gebühren?
    Wie sieht es mit Quellensteuerverrechnung aus?

  2. tim schaefertim schaefer

    @ Markus
    Ja, die Drips gibt es in den USA. Von Dtld aus das zu machen ist zu kompliziert.

    Es gibt sehr günstige Drips-Pläne. Es hängt von der Firma ab. Manche sind recht teuer.

    2 Vorteile haben sie: Sie reinvestieren die Dividenden auf Wunsch. Und sie sind bürokratisch organisiert. Das heißt ein schneller Verkauf per Knopfdruck ist nicht möglich.

  3. Martin

    Drips gibt es bei uns leider nicht. Manche Unternehmen geben eine Stockdividende nach Wahl, aber auch das ist sehr bürokratisch. Meine Empfehlung: sofort aufs Tagesgeldkonto überweisen und dann kostenminimal reinvestieren, wenn etwas mehr Geld vorhanden ist. Alternativ kommen auch Fonds/ETFs ohne Ausgabeaufschlag als Zwischenspeicher vorm Reinvestieren in Aktien in Frage.

    Neid, Gier und Ungeduld sind sicher schädlich, aber was spricht gegen Träume?

  4. tim schaefertim schaefer

    @ Martin
    Träume sind grundsätzlich super.

    Aber ich denke, man sollte dahingehend aufpassen, dass die Träume einen nicht auf den Holzweg führen: Lotto spielen mit System, Kasinowetten, wildes Trading, Onlinepoker, Optionshandel, Shortwetten, Aktienhandeln auf Kredit…

    Natürlich träumt jeder von der 12.000 % Mega-Rendite. Es ist wohl strategisch sinnvoller, sich auf die 7 bis 10% p.a. zu fokussieren.

  5. Felix

    Ja, ich denke auch, dass frühere Generationen im Ganzen gesehen sparsamer waren. Alleinverdiener mit normalem Job haben es geschafft, eine Familie zu ernähren und ein Haus zu bauen, das bis zu Rentenbeginn abbezahlt war.
    Das ist bei den heute jungen Leuten nicht mehr drin. Sie brauchen zwei Einkommen, die wegen des höherem Bildungsniveau meist auch besser bezahlt sind, um eine Familie über die Runden zu bringen, und zwar in der Regel, ohne Eigentum zu erwerben.

    Woran das liegt? Sicher auch am hohen Lebensstandard: Mehrere Autos, möglichst Neuwagen. Zwei Urlaubsreisen im Jahr, möglichst exotisch. Jedes Familienmitglied mit neuestem Handymodell. Das alles muss gut versichert sein, um keinen Verlust zu erleiden. Und damit hat man plötzlich Fixkosten, die keine Luft zum Sparen mehr lassen.
    Im Alter sind dann keinerlei Rücklagen da. Man muss von der Staatsrente leben, je nachdem wie gerade die politische Kassenlage aussieht, kann das knapp werden. Keine schöne Perspektive!
    Um dem zu entgehen, ist die erste Voraussetzung, dass man sich mit seinen privaten Finanzen überhaupt auseinandersetzt, so wie das auch jede Firma machen muss, und nicht einfach in den Tag hineinlebt. Irgendwo habe ich mal gelesen: 10 % seiner Einnahmen könne man immer sparen. Wer mit 90 % nicht auskommt, kommt auch mit 100% nicht hin. Es ist, wie so vieles, eine Frage der Selbstdisziplin.

  6. Markus

    Ja, ich beobachte es bei mir selbst, dass nach 5 Jahren Hausse trotzdem wieder so Ideen wie Indexe zu schlagen wieder ab und zu en vogue werden.

    Nur zu glauben einen Index schlagen zu wollen, kostet weder Zeit, Wissen noch Steuern ist wohl ein Irrglauben.
    Ob es die großen, nicht zyklischen Aktien aus Nahrungsmittel und Pharma schaffen kann man nicht seriös prognostizieren.
    Vergleiche des gesamten Indexdepots mit einzelnen Aktien, wo man die guten lobt und die schlechten & verkauften unter den Tisch fallen lässt, bringen höchstens dem Imponiergehabe etwas.

    Trotzdem hat es einen Reiz als Kontrastprogramm mit evtl. 10 – 15 % frühere alpha-Strategien langfristig zu testen.

    @Felix
    Ja, es ist interessant wie schief man angeschaut wird, wenn man behauptet man besitzt Aktien…
    Wie blöd ich kucke, wenn ich 8 Jährige mit 700,00 € Smartphones rumspringen sehe…;-)
    Sparquoten mit 50 % werden so richtig interessant.

    Ungeduld ist ein sehr interessantes Thema! Man sollte auch vorher darüber nachdenken warum man finanziell frei sein will und ob man dadurch glücklicher wird oder evtl. nur freier.

  7. Turing

    Ich habe sicherlich drei entscheidende Vorteile gegenüber Gleichaltrigen mit ähnlicher Qualifikation und Einkommen:

    1. Ich bin Hartgesotten und konnte mich selten für Moden begeistern, gegen Gruppendynamik und Gruppenzwang mich relativ immun. Schon solche banalen Dinge wie der Jargon innerhalb einer Gruppe, stößt bei mir auf Widerstand.

    2. Ich bin in der DDR geboren und hatte eine recht bescheidene Kindheit und Jugend. Zur Wiedervereinigung war ich acht. Meine Eltern waren nicht gerade Gutverdiener, wenn ich das in Relation setze zu den Eltern meiner Klassenkameraden. Und mit Westdeutschen jener Zeit mochte man sich ja gar nicht vergleichen. Da hätte man Depressionen bekommen. – Ich kann daher mit relativ wenig Mitteln gut leben und finde ich auch nichts dabei, Abende zu Hause zu verbringen, vielleicht bei einem guten Buch.

    3. Ich bringe Interesse für Finanzthemen auf. Heute habe ich mein drittes Kostolany-Buch abgeschlossen, weil mich seine Geldgeschichten erheitern und bilden. Man wird hartgesottener gegenüber den Unfug, den man in den Foren liest und den man in den Medien liest.

    Viele in meinem Alter sind nicht bereit, so zu leben wie ich lebe und entsprechend Zeit in die finanzielle Bildung zu stecken. Man lebt seinen Hedonismus aus. Ich kenne Leute, die alles auf einmal haben wollen: einen BMW, ein Haus, ein Smartphone, einen Tablett-Computer… alles auf einmal, ohne Sinn und Verstand. Ich kenne einen, der sein Smartphone bereits nach anderthalb Jahren ausgetauscht hat.

    Ich bin froh, dass ich einen Kollegen davon abhalten konnte, eine Riesterrente abzuschließen. Da war ich noch neu in der Firma und er hatte leuchtende Augen wegen Riestern und Steuern sparen. Von so einem AWD- oder MLP-Fritzen hat er sich auch bequatschen lassen. Ich habe ihm gesagt, dass die einen nur ausrauben… ich weiß nicht, ich ausschlaggebend dafür war, dass diesen ganzen Unfug hat sein gelassen. Aber ich denke, er ist auf den richtigen Weg.

  8. tim schaefertim schaefer

    @ Turing

    Sinnvoll zu sparen ist eine Tugend.

    So wie ein Eichhörnchen sollte man sich verhalten. Das Eichkätzchen isst ja auch nicht alles auf, was es im Sommer findet, sondern sorgt für den Winter vor. Wird der Winter dann milder, umso besser.

    Haushalten, Vorsicht, Verzicht, Weitsicht… das sollten Kinder von ihren Eltern im Idealfall lernen.

    Was ich in den USA beobachte, ist ein neuer Konsumrausch mit Blick auf das Eigenheim. Die eigenen vier Wände werden größer und größer. Der Luxus im Innern ist unglaublich (gigantische Küchen, Bäder, begehbare Kleiderschränke, Pools). Das gleicht an Verschwendung. Steuern, Nebenkosten, Putzen – wer kann das noch bewältigen im Alter?

  9. Anna

    @ Turing,
    meine Söhne sind ca. in Deinem Alter.
    Ich habe in den Umbruchszeiten mal von einem Pharmavertreter gesagt bekommen, wir sollten abwarten, erst schauen wie sich alles entwickelt, ob wir noch Arbeit haben und dann erst vielleicht LV u.ä. abschließen. Nun, die später abgeschlossene LV ist beitragsfrei gestellt. Ich bin dem Mann heut noch dankbar. Dadurch haben wir weniger Fehler gemacht.

    @ Tim,
    Dein Eichhörnchenvergleich – mit Verlaub – hinkt leicht. Auf unserem Grundstück steht ein Walnussbaum und es lebten zwei Eichhörnchen. Sie waren fleißig am Sammeln und Verstecken. Frage aber nicht, wieviele Nüsse wir bei der Gartenbearbeitung gefunden haben und wieviele kleine Nussbäume aufgingen.
    Die finden nicht alles wieder. Nur zur Info.
    Schöne Woche wünscht
    Anna

  10. Turing

    @Anna
    Beim Durchgehen der alten Versicherungsunterlagen, gewann ich den Eindruck, die neuen Bundesländer waren ein Elderado für die Versicherungsvertreter. Meine Eltern schlossen einen ungünstigen Vertrag nach den anderen ab, komische Lebensversicherungen, für mich eine Unfallversicherung. Sage und schreibe 20 DM Krankehaustagegeld hätte ich im Falle eines Unfalls erhalten. Da lachen doch die Hühner drüber. Es war so ein KLV-ähnlicher Vertrag, also Sparen und Versicherung in einem. Ich habe versucht herauszufinden, was eine reine Risikoversicherung pro Monat bei diesen Konditionen kosten würde. Zu diesen Konditionen gab es nichts, weil viel zu niedrig. Der Monatsbeitrag wäre wahrscheinlich 1,20 € gewesen, ich weiß es nicht genau. Jedenfalls zu wenig, als dass eine Versicherung sowas anbieten würde.

    Meine Eltern machten finanziell viel falsch und verloren dadurch etliche Jahre. Einen Bausparvertrag gab es auch. Mein Vater versuchte mir zu erklären, es wäre besser, einen Kredit nicht schnellstmöglich zu tilgen, sondern zur Sicherheit mehr als 20000 DM auf der hohen Kante zu haben. Das hätte ihm der Sparkassenvertreter so erklärt – ich glaubte ihm das sofort, dass der ihm das so erklärte. Mir schon als Jugendlicher klar, dass das absoluter Unfug war. (Die Bausparkasse war die LBS, was sonst.)

    Diese Erlebnisse haben mich geprägt und ich will es in jedem Falle besser anstellen als meine Eltern. Beiden hatten ein Ziel vor Augen und konnten verzichten. Die Sparquote war relativ hoch, aber es wurde falsch gespart, weil sie so unbedarft waren, wie so viele Ostdeutsche. Man hatte als Ostdeutsche einfach nicht gewusst, was diese „Berater“ wirklich im Schilde führen. Man wusste, dass man Politikern nicht trauen konnte und wir man sich politisch korrekt zu äußern hatte, aber diese alltäglichen, finanziellen und vertraglichen Dinge…

  11. tim schaefertim schaefer

    @ Turing
    Ein Wessi macht selbstverständlich die gleichen Fehler. Da besteht kein Unterschied zwischen Ost und West.

    Wir machen alle Fehler.

    Schlau ist, wer von den eigenen Fehlern und den Fehlern anderer lernt.

  12. tim schaefertim schaefer

    @ Anna
    Hauptsache das Eichhörnchen schafft es durch den harten Winter. Darum geht es doch. Alle machen wir Fehler. Ob Mensch, ob Tier. Das gehört dazu.

  13. StefanStefan

    @ Tim:

    wegen DRIP:

    heisst das, dass man die Aktien nicht in sein Depot (ich bin z.B. bei comdirect) dazugebucht bekäme sondern in ein komplett eigenständiges Depot bei einem amerikanischen Unternehmen?

    Hab nämlich auch vorgehabt für meine Microsoft-Aktien einen Dividend Reinvestment Plan einzurichten. Dachte, dass die einfach auf meine Stückzahl draufgeschlagen werden!?

  14. Anna

    @ Tim,
    Eichhörnchen: Den Winter haben sie überlebt, aber eins war später beim Überqueren der B180 nicht schnell genug…
    Wendezeiten: Da hat es viele goldene Nasen gegeben. Versicherungen, Versandhäuser, Lamadecke für 1200 DM (habe ich selbst gesehen) und vieles mehr. Die Neubürger haben zugegriffen. Es gab nun auf einmal alles …

    @ Turing,
    Risiko-LV gab es schon, aber die wurden nicht angeboten (warum wohl??). Die Frage danach hat man mit der Äußerung abgeschmettert, da würde man dann doch nichts rauskriegen. Ein Schelm, der böses dabei denkt.
    So waren sie halt, die Goldgräber.

  15. tim schaefertim schaefer

    @ Stefan
    Gut möglich, dass deutsche Direktbanken einen attraktiven Dividenden-Reinvestmentplan für dt. Firmen anbieten. Ich kenne mich hierzu leider nicht aus.

    Ich rate davon ab, aus Dtld heraus in den USA bei Walt Disney, Coca-Cola, Exxon oder Pepsi einen Drips-Plan einzurichten. Das ist zu kompliziert – allein aus bürokratischen und steuerlichen Gründen. Es macht keinen Sinn.

    @Anna
    Die Amis nennen das „Road Kill“. Das passiert leider viel zu oft.

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